Am Mittwoch veröffentlichte Cisco Systems seine Quartalszahlen und sie fielen besser als erwartet aus. Nachbörslich zeigte die Aktie dann auch ein deutliches Plus. Spannenderweise war davon dann am Donnerstag aber nichts mehr zu sehen.
Über Nacht hatte sich die Meinung offenbar verändert und das Interesse des Marktes erst einmal wieder abgeflaut.
Grund genug, dass ich mir die Aktie und vor allem die Quartalszahlen nun etwas genauer anschaue. Denn womöglich gibt es hier die Möglichkeit, langfristig günstig einzusteigen. Oder in meinem Fall die Position noch einmal aufzustocken.
Meine Einschätzung dazu erfährst Du in diesem Beitrag.
Im Corona-Crash-Jahr 2020 hatte ich die Aktie von Cisco Systems nach 11% Tagesverlust erstmals gekauft. Und dann in den letzten drei Jahren insgesamt fünfmal nachgekauft. Hier habe ich die Aktie vorgestellt.
Mein letzter Nachkauf war im November 2023 zum Kurs von 47,40 US$. Zwischenzeitlich erholte sich die Aktie auch deutlich. Mittlerweile wird sie jedoch wieder ungefähr auf dem Niveau gehandelt, bei dem ich zuletzt zugegriffen hatte:

Dividendenzahlung
Cisco zahlt erstmals eine Quartalsdividende von 0,40 US$ je Aktie (zuvor: 0,39 US$). Das ist eine Erhöhung um 2,6%. Für die 100 Aktien in meinem Dividendendepot ergibt das eine Brutto-Dividende von 40 US$. Sie wurde von flatex mit dem EZB-Referenzkurs von 1,0674 in Euro umgerechnet. Nach Abzug der Steuern verbleibt eine Netto-Dividende von 30,29 €. Sie wurde mit Wertstellung 24.04.2024 überwiesen.

Annualisiere ich die Quartalsdividende, werden in einem Jahr 1,60 US$ Dividende gezahlt. Bei einem Aktienkurs von 48,17 US$ entspricht das einer Dividendenrendite von 3,3%. Im Januar, bei der letzten Quartalsdividende, lag sie noch bei 3,0%. Die nächste Dividendenerhöhung sollte auch wieder im April (2025!) erfolgen, so dass die tatsächliche Jahresdividende bei einem heutigen Kauf etwas höher liegen dürfte.
Meine persönliche Dividendenrendite (Yield on Cost) berechnet sich auf den addierten Einstand meiner verschiedenen Käufe. Insgesamt habe ich für die 100 Aktien 4.165,16 € bezahlt. Nehme ich an, dass der Wechselkurs dieser Dividendenzahlung für jede Quartalsdividende genommen wird (was natürlich nicht zutrifft!), dann erhalte ich eine Bruttodividende für ein Jahr von 149,90 €. Daraus errechnet sich dann ein YoC von 3,6%.
Perspektive
Am 15. Mai veröffentlichte Cisco seine Quartalszahlen und sie sorgen gerne mal für Verwerfungen beim Aktienkurs. Diesmal war das Minus mit 2,7% an sich nicht weiter berichtenswert.

Interessant ist aber die unterschiedliche Einschätzung. Denn nachbörslich lag die Aktie zuvor rund 7% im Plus. Und wer zu diesem Kurs gekauft hatte, der erlebte dann eben doch einen Kursrutsch um 10% am Folgetag. Und damit machte Cisco mal wieder auf sich aufmerksam.
Wie sahen die Quartalszahlen denn nun aus, um solch unterschiedliche Bewertungen zu verursachen?
Zunächst meldete Cisco einen Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahresquartal von 13% auf 12,7 Mrd. US$. Das war allerdings im Rahmen der Erwartungen. Hintergrund sind die Rückstände bei Kunden mit der Implementierung bereits gekaufter Produkte. Das soll sich sukzessive auflösen und dann wieder für weitere Bestellungen sorgen.
Beim Gewinn je Aktie berichtete Cisco über ein Ergebnis von 0,88 US$ (Non-GAAP) und lag damit 0,06 US$ über den Erwartungen. Trotzdem war es ein Rückgang um 12%.
Wirklich spannend und auch der Grund für die nachbörsliche positive Stimmung war aber die angepasste Prognose für das volle Geschäftsjahr. Cisco befindet sich aufgrund eines abweichenden Rhythmusses bereits im Schlussquartal und es endet mit dem Juli.
Bisher war ein Umsatz von 51,5 bis 52,5 Mrd. US$ prognostiziert worden. Nun steigt diese Erwartung allerdings auf 53,6 bis 53,8 Mrd. US$. Das ist deutlich und reflektiert die abgeschlossene Übernahme von Splunk.
Das Ergebnis je Aktie war bisher mit 3,68 bis 3,74 US$ (Non-Gaap) erwartet worden. Diese Bandbreite ist nun eingeengt worden auf 3,69 bis 3,71 US$.
Darin berücksichtigt ist ein Negativbeitrag von 0,03 US$ aus der Splunk-Übernahme. Er kommt dadurch zustande, dass der operative Gewinn niedriger als die Zinskosten für die Übernahme ist.
Und genau das ist der Punkt, an dem ein langfristiger Anleger aufhorchen kann. Denn kurzfristig rechnet sich die Übernahme nicht. Alles andere wäre in diesem Umfeld auch merkwürdig gewesen. Wir bewegen uns schließlich in den USA auf einem hohen Zinsniveau und die Aktienkurse von IT-Security-Unternehmen zeigen ebenfalls eine hohe Bewertung.
Aber darin liegt die Chance für Cisco: denn einerseits sollte das Zinsniveau in den USA wieder sinken. Womöglich erst zum Jahresende, aber einen Zinsschritt der Fed wird es irgendwann geben. Und im Übrigen generiert Cisco auch genügend Cash-Flow, um die Verschuldung aus der Splunk-Übernahme aus eigener Kraft zu reduzieren.
Hinzu kommen sollten dann auch Synergien, denn bisher ist Splunk ja nicht in Cisco integriert gewesen. Und Cisco hat auch immer offen kommuniziert, dass sich die Transaktion zunächst im Geschäftsjahr 2025 positiv auf den Cashflow (ohne bestimmte akquisitionsbedingte und andere Posten) und die Non-GAAP-Bruttomarge auswirken wird. Und dann (aber auch „erst“) im Geschäftsjahr 2026 zu einer Steigerung des Non-GAAP-Gewinns pro Aktie führt. Darüber hinaus soll sie das Umsatzwachstum von Cisco und die Ausweitung der Non-GAAP-Bruttomarge beschleunigen.
Ob jetzt allerdings schon der richtige Zeitpunkt ist, die Cisco-Aktie zu kaufen, muss jeder Investor für sich selbst entscheiden.
Ich schaue bei meinem Investment vor allem auf die hohe Profitabilität von Cisco mit einer Bruttomarge von rund Zweidritteln und auf den wiederkehrenden Umsatz, der inzwischen 54% des gesamten Umsatzes ausmacht. Das macht Cisco mit Splunk zu einem der größten Softwareunternehmen der Welt.
Ich kann mir vorstellen, dass die Cisco-Aktie auf längere Sicht viel Freude im Depot macht. Jetzt ist sie mit einer attraktiven Dividendenrendite zu erhalten. Auch wenn die Steigerungen nur im 1 Cent-Bereich liegen, wächst der Yield on Cost kontinuierlich. Und das bei einem relativ geringen Abwärtsrisiko des Aktienkurses. Denn die Bewertung der Cisco-Aktie ist auf diesem Niveau nicht wirklich hoch.
Und ich erwarte mir 2025 oder 2026 dann auch eine Neueinstufung. Dann wird Splunk sogar zum Gewinnwachstum beitragen und die wiederkehrenden Umsätze einen noch höheren Anteil haben. Wenn das im Markt angekommen und Cisco dann nicht mehr als Hardwarehersteller mit Servicegeschäft, sondern als Softwareanbieter wahrgenommen wird, sollte die Aktie einen Sprung machen können.
Mit meinen 100 Aktien habe ich eine Depotgewichtung von 0,9% in dem Titel. Das ist zwar unterdurchschnittlich, lässt aber genügend Raum für eine positive Entwicklung.
Einen Nachkauf will ich trotzdem nicht ausschließen. Aber nicht jetzt, sondern eher im nächsten Jahr, falls der Aktienkurs bis dahin nicht ins Laufen gekommen ist. Denn dann ist das Warten auf den Ergebnisbeitrag der Splunk-Übernahme kürzer.
Auf einen Blick:
| Unternehmen: | Cisco Systems |
| ISIN: | US17275R1023 |
| Im Divantis-Depot seit: | 14.08.2020 |
| Letzter Nachkauf am: | 16.11.2023 |
| Stückzahl im Divantis-Depot: | 100 |
| Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren: | 41,65 € |
| Gesamtkaufpreis: | 4.165,16 € |
| Bisher erhaltene Netto-Dividenden: | 408,19 € |
| Aktuelle Strategie: | Halten und Dividende kassieren |
| für diesen Beitrag verwendete Quellen: |
| Cisco Reports Third Quarter Earnings |


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