Das Geschäft ist deutlich besser als der Aktienkurs – Kaufgelegenheit?

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Im letzten Jahr erlebte die Aktie einen deutlichen Kursrückgang und verlor im Maximum 40% des Kurswertes. Seit Oktober hat sie nun zur Erholung angesetzt und vom Tief rund 45% zugelegt.

Damit notiert sie aber immer noch deutlich unter dem Höchststand. Und das, obwohl die Geschäftsergebnisse keinen Grund für dieses Auf und Ab lieferten. Denn sie waren konstant positiv und bewegen sich auf Rekordniveau.

In der Energiesparte konnte der Konzern sogar von den hohen Energiepreisen profitieren. Das wurde aber bewusst nur zurückhaltend kommuniziert.

Warum ich der Meinung bin, dass ich als als Aktionär des global aufgestellten Unternehmens mit eigentlichem Schwerpunkt im Müll- und Wassergeschäft ruhig schlafen kann und sogar von der Inflation profitiere, erfährst Du in diesem Beitrag.

An der Börse ist Veolia Environnement aktuell – trotz der Kurserholung – nict als Gewinner identifiziert. Ausführlich vorgestellt habe ich das Unternehmen aus der Wasser- und Müllbranche hier.

2022 steht ein Minus im Total Return von 22% in meiner Statistik, in diesem Jahr hingegen bisher ein Plus von 21%. Das ist im Ergebnis aber immer noch ein deutliches Minus:

10-Jahres-Chart der Veolia-Aktie
10-Jahres-Chart der Veolia-Aktie

Dividendenzahlung

Veolia zahlt in diesem Jahr eine Dividende von 1,12 € pro Aktie. Gegenüber dem Vorjahr (1,00 €) ist das eine Erhöhung um 12%. Für die 240 Veolia-Aktien in meinem Depot bedeutet das eine Brutto-Dividende von 268,80 €. Der DKB-Broker berechnet sodann lediglich 12,8% Quellensteuer und rechnet diese vollständig auf die deutsche Kapitalertragsteuer an. Wie das funktioniert, habe ich hier ausführlich dargestellt. Nach diesem Steuerabzug verbleibt eine Netto-Dividende von 199,80 €. Sie wurde mit Wertstellung 11.05.2023 überwiesen.

Dividendengutschrift Veolia Environnement im Mai 2023

Perspektiven

Veolia ist mittlerweile zu einem Global Player in der Abfall- und Wasserwirtschaft geworden. Denn im Januar 2022 konnte die Übernahme des französischen Wettbewerber Suez endlich abgeschlossen werden.

Umso spannender, wie sich das nun erstmals im Jahresergebnis für 2022 darstellte. Konsolidiert waren die Zahlen auf Allzeithoch, was aber auch logisch scheint. Beeindruckender ist jedoch der organische Umsatzanstieg um 14,1% auf 42,8 Mrd. €. Selbst ohne die gestiegenen Energiepreise ergibt sich noch ein Anstieg von 6,5%.

Das EBITDA legte organisch um 7,2% auf 6,2 Mrd. € zu und übertraf damit die eigene Prognose von 4-6% Zuwachs. Erreicht wurde dieser höhere Zuwachs durch den höheren Umsatzanstieg und Synergieeffekte, die im ersten Jahr des Zusammenschlusses so noch nicht erwartet wurden.

Für das erste Jahr sollten 100 Mio. € Synergien erzielt werden, tatsächlich waren es 146 Mio. €. Perspektivisch soll dieser Wert auf 500 Mio. € ansteigen.

Das EBIT legte organisch sogar um 16,3% zu. Die Nettoverschuldung konnte durch das hohe Ergebniswachstum auf einen Verschuldungsgrad von 2,9 gesenkt werden.

Wie eingangs schon geschrieben: diese starken Zahlen widersprechen der Entwicklung des Aktienkurses im letzten Jahr erheblich. Offenbar hat es gedauert, bis der Kapitalmarkt das Potenzial von Veolia erkannt hat.

Die Prognose für 2023 sieht ein organisches Wachstum im EBITDA von 5-7% vor. Im ersten Quartal 2023 wurden jedoch schon 8% Plus erreicht. Der Umsatz stieg um 19,9%.

Das Wachstum verteilt sich dabei auf alle 3 Geschäftsbereiche. Wasser legte 9,9% zu, Müll 5,7% und Energie 6%.

Die Dividende soll in diesem Jahr analog zum Gewinn je Aktie wachsen. Und dieser Gewinn je Aktie soll bis 2024 um rund 40% zulegen. Damit ist eine Dividendenzahlung in 2025 von rund 1,56 € im Bereich des Denkbaren. Bei einem aktuellen Aktienkurs von 28,00 € würde das eine Dividendenrendite von 5,6% ergeben. Derzeit liegt sie noch bei 4%.

Auch das ist schon attraktiv, aber das prognostizierte Wachstum über die nächsten Jahre überzeugt mich sehr.

Veolia ist in Geschäftsbereichen unterwegs, die auf der einen Seite erlauben, Preiserhöhungen an Kunden weiterzugeben. Gleichzeitig sind sie auch konjunktursensibel, denn bei schwächerer Industrieproduktion fällt z.B. auch weniger Abfall an. Die globale Aufstellung ist jedoch geeignet, hier einen Ausgleich zu schaffen. Und im Energiebereich, der mittlerweile eben auch die Produktion regenerativer Energien umfasst, ist der weltweite Bedarf größer als die Produktionskapazitäten.

Veolia ist für mich ein fester Bestandteil meines Dividendendepots. Durch die globale Aufstellung und das schwankungsarme Geschäftsmodell sorgt die Aktie für Stabilität und gleichzeitig attraktive Erträge.

Mit 240 Aktien liegt der Depotanteil aktuell bei 1,57%. Das ist ausreichend, um von einer positiven Entwicklung auch spürbar zu profitieren. Gleichzeitig kann ich mir vorstellen, die Stückzahl auf eine runde Zahl (300) zu bringen. Einen solchen Nachkauf würde ich aber eher wieder in einem Bereich um 23 € tätigen. Auch wenn ich das aktuelle Kursniveau als attraktiv einschätze, fehlt mir persönlich der letzte Kick, jetzt aufzustocken.

Wenn ich Veolia allerdings noch nicht im Depot hätte, würde ich mich sicherlich eingehend mit dem Unternehmen beschäftigen und mir dann eine Startposition zulegen. Denn die Geschäfte laufen gut, Wachstum ist vorhanden und das Business ist attraktiv. Hinzu kommen attraktive Dividenden, die mich als Langfristinvestor besonders erfreuen.

Auf einen Blick:

Unternehmen:Veolia Environnement S.A.
ISIN:FR0000124141
Im Divantis-Depot seit:14.08.2019
Letzter Nachkauf am:08.10.2021
Stückzahl im Divantis-Depot:240
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:21,17 €
Gesamtkaufpreis:5.080,47 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:556,59 €
Aktuelle Strategie:Halten und Dividende kassieren

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4 Gedanken zu „Das Geschäft ist deutlich besser als der Aktienkurs – Kaufgelegenheit?“

  1. Hi Ben,
    danke für den Beitrag.
    Wie siehst Du das Thema mit der Verschuldung? Die finde ich doch relativ hoch gegenüber dem Nettoergebnis.
    Danke vorab und viele Grüße.

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