Jetzt muss ich es ganz offen zugeben: Bei dieser Aktie ärgere ich mich, dass ich sie trotz von mir erkannter Überbewertung nicht verkauft habe.
Zweimal wollte ich sie verkaufen (jeweils im Herbst 2020 und 2021) und zweimal war ich mit meinem Verkaufslimit zu gierig. Es wurde jeweils knapp verfehlt.
Inzwischen ist die Aktie wieder deutlich günstiger zu haben und bei einem heutigen Verkauf würde ich gut 2.000 € weniger erlösen.
Warum ich jetzt aber trotzdem auf den Verkaufsknopf drücken sollte und mir das so schwer fällt, erfährst Du in diesem Beitrag. Dazu gibt es auch die aktuelle Dividendenabrechnung.
Wenn Du Dir den Chart der KONE-Aktie anschaust, siehst Du jeweils in Q3 der letzten beiden Jahre die Höchststände über 70 €. Da wollte ich verkaufen und habe es nicht geschafft. Den finnischen Aufzüge- und Rolltreppenhersteller habe ich hier vorgestellt.

Im noch längerfristigen Chartbild siehst Du auch meine Käufe in 2016 und 2017. Ich bin also auch heute noch im Plus, obwohl die Aktie aktuell wieder auf den Tiefs des Corona-Crashs notiert.

Dividende
Bevor ich zur diesjährigen Dividende komme, ein Blick in die Vergangenheit: 2019 wurden 1,70 € gezahlt. 2020 gab es dann eine reguläre Dividende von 1,75 € und eine Sonderdividende von 0,50 €, insgesamt 2,25 €.
In diesem Jahr zahlt KONE nun eine Dividende von 2,10 € je Aktie. Sie teilt sich auf in die reguläre Dividende von 1,75 € (unverändert) und eine Sonderdividende von 0,35 € (0,15 € weniger). Im Ergebnis ist das eine Senkung um 6,7%. Insgesamt erhalte ich eine Brutto-Dividende von 210 €.
Leicht ironisch kann ich aber sagen, dass die Kürzung der Brutto-Dividende um 15 € nur eine Kürzung der Netto-Dividende um 8,17 € bedeutet. Denn als finnisches Unternehmen unterliegt die Dividende von KONE einer 35%igen finnischen Quellensteuer, die nur zu 15% auf die deutsche Kapitalertragsteuer angerechnet wird. Nach Abzug der Steuern verbleibt deshalb nur eine Netto-Dividende von 114,35 €. Sie wurde mit Wertstellung 10.03.2022 überwiesen.

Perspektiven
KONE ist für mich ein Beispiel, wo ich bei der Analyse vor meinem Erstengagement richtig lag, die Entwicklung des Aktienkurses aber zeitweise zu schnell ging. Meine Grundannahme war und ist, dass aufgrund steigender Weltbevölkerung und begrenzter Fläche mehr in die Höhe gebaut wird. Und dafür Aufzüge notwendig sind, die regelmäßig gewartet werden müssen. Der Aufzugsmarkt ist ein Oligopol mit attraktiven Margen für die Handvoll weltweit aufgestellten Konzerne.
Die weltweite Bautätigkeit hat unter Corona gelitten. Insofern war schon in 2020 wenig überraschend, dass der Auftragseingang von KONE um 2,6% sank und der Umsatz um 0,4% zurückging. Umso unverständlicher war für mich der Aktienkursanstieg. Bei der letztjährigen Dividendenzahlung lag das Kurs-Gewinn-Verhältnis von 37,5 (1,81 € Gewinn bei einem Kurs von 68 €).
Und wie sieht es jetzt aus?
In 2021 stieg der Auftragseingang um 8,2% an, der Umsatz legte um 5,8% zu. Das ist wirklich erfreulich und entspricht auch der Prognose (Umsatzanstieg zwischen 0 und 6%).
Der Gewinn je Aktie stieg auf 1,96 € (+7,9%). Bei einem aktuellen Kurs von 50 € beträgt das Kurs-Gewinn-Verhältnis damit „nur noch“ 25,5.
Das ist deutlich niedriger als noch vor einem Jahr, aber immer noch ambitioniert. Der Umsatz soll schließlich in diesem Jahr lediglich um 2 bis 7% wachsen. Das ist für eine solche Bewertung nicht besonders viel.
Die hohe Bewertung steht in Teilen immer noch mit dem Verkauf des Aufzuggeschäftes von Thyssen Krupp in Verbindung. Der hohe Verkaufserlös im Jahr 2020 hat auch die KONE-Aktie getrieben.
Diese hohe Bewertung wird derzeit abgebaut. Eigentlich spricht deshalb viel für einen Abschied aus der KONE-Aktie.
Das Wachstum ist nur noch moderat, die Aktie weiterhin zu hoch bewertet und die Dividende wurde gekürzt.
Mich hält von einem Verkauf derzeit nur die Psychologie ab. Ich ärgere mich darüber, dass ich nicht bei Kursen von über 70 € verkauft habe. Und schaffe es jetzt einfach nicht für deutlich weniger auszusteigen.
Helfen kann mir aber, wenn ich den Verkaufserlös für andere Investments nutzen „muss“. Wenn ein solcher Cashbedarf bei mir entsteht, dann werde ich die psychologische Hürde überspringen und KONE verkaufen. Und ein bißchen schwingt bei mir noch die Hoffnung mit, dass der Kurs dann wenigstens wieder im Bereich der 50+ € notiert.
Im Ergebnis glaube ich nicht, dass die KONE-Aktie am Jahresende noch in meinem Dividendendepot sein wird.
Auf einen Blick:
| Unternehmen: | KONE |
| ISIN: | FI0009013403 |
| Im Divantis-Depot seit: | 13.10.2016 |
| Letzter Nachkauf am: | 07.02.2017 |
| Stückzahl im Divantis-Depot: | 100 |
| Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren: | 42,49 € |
| Gesamtkaufpreis: | 4.249,35 € |
| Bisher erhaltene Netto-Dividenden: | 708,59 € |
| Aktuelle Strategie: | Bei Kursanstieg verkaufen |

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