Technologiewerte hatten es im letzten Jahr extrem schwer an der Börse. Die Zinswende sorgte für eine Neubewertung, die die Aktienkurse stark unter Druck brachten.
So auch bei diesem Titel, der seinen Jahreshöchststand von Anfang Januar das ganze Jahr nicht mehr sah und zwischenzeitlich fast 40% im Minus war. Mutige Investoren sahen aber die Chancen eines der größten deutschen Konzerne und so schloss die Aktie nur noch mit einem Minus von 12% das Jahr ab.
Aber wie geht es nun in diesem Jahr weiter? Sehen wir womöglich neue Rekordstände?
Warum ich das für möglich halte und weiterhin von den positiven Aussichten des Unternehmens überzeugt bin, erfährst Du in diesem Beitrag.
Im Chart des DAX-Schwergewichts Siemens siehst Du, dass sich 2020 und 2022 ähneln. 2020 war es Corona, 2022 der russische Angriff auf die Ukraine. Beides Ereignisse, die die Aktie zwischenzeitlich stark nach Unten drückten. Und jeweils kam es wieder zu einer Erholung. Den Konzern habe ich hier vorgestellt.

Dividendenzahlung
Siemens zahlt in diesem Jahr eine Dividende in Höhe von 4,25 €. Gegenüber dem letzten Jahr (4,00 €) ist das eine Erhöhung um 6,3%. Für die 120 Siemens-Aktien in meinem Dividendendepot ergibt sich eine Brutto-Dividende von 510 €. Aufgrund meines erteilten Freistellungsauftrages wurden mir keine Steuern abgezogen und es verbleibt eine Netto-Dividende von 510,00 €. Sie wurde vom S-Broker mit Wertstellung 14.02.2023 überwiesen.

Perspektiven
Vor einem Jahr – es war kurz vor dem Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine und die Welt scheinbar noch in Ordnung – hatte ich bei einem Aktienkurs von Siemens von 140 € über die damalige Dividendenzahlung berichtet. Und geschrieben, dass ich Kurse um 120 € für attraktiv halten würde. Ein Jahr später notiert Siemens wieder auf dem Niveau um 140 €. Und Kaufkurse gab es in dem Jahr einige. Sogar für unter 100 € war die Aktie zu haben.
Nur wer hat nicht gekauft? Das ist im Nachhinein natürlich ärgerlich. Ich tröste mich allerdings damit, dass ich auch nicht verkauft habe. Denn das wäre noch ärgerlicher. So bin ich weiterhin mit meinen 120 Aktien investiert und habe die Erholung der Aktie seit Oktober voll mitgemacht.
Der Abschwung im Aktienkurs war bei den Jahresergebnissen von Siemens nicht zu sehen. Das ist allerdings auch nicht verwunderlich, denn der hohe Auftragsbestand des Konzerns sorgt ja zunächst für Umsätze. Erst im Nachlauf, 1-2 Jahre später, sind dann Stornierungen oder ausbleibende Bestellungen im Jahresergebnis deutlicher sichtbar.
So wuchs der Umsatz von Siemens im letzten Geschäftsjahr von 62,3 Mrd. € auf 72,0 Mrd. € (+15,6% Ist-Wachstum, relevant ist aber der vergleichbare Umsatz, er stieg um 8,2%). Damit wurde die eigene Umsatzprognose (Wachstum zwischen 6 und 8%) leicht übertroffen. In der Kommunikation weitgehend unter den Tisch gefallen ist allerdings, dass der Gewinn nach Steuern um 34% von 6,7 Mrd. € auf 4,4 Mrd. € gesunken ist. Ausschlaggebend dafür waren Wertminderungen auf die Beteiligung Siemens Energy. Erfreulich immerhin, dass diese Wertminderung die Liquidität nicht beeinflusste und der Free Cashflow mit 8,1 Mrd. € nahezu konstant blieb.
Pro Aktie erzielte Siemens damit einen verwässerten Gewinn nach Steuern von 4,59 €. Im Vorjahr waren es noch 7,59 €. Eine Dividendenzahlung von 4,25 € sieht dabei auf den ersten Blick ziemlich sportlich aus. Schließlich werden damit 92,5% des Gewinns ausgeschüttet.
Da die Dividende aber aus dem Free Cash Flow bezahlt wird und er weiterhin auf hohem Niveau bleibt, ist die Dividendenerhöhung gut vertretbar. Und da der Aktienkurs von Siemens Energy sich im neuen Geschäftsjahr auch wieder etwas erholt hat, sollten keine weiteren Wertminderungen hinzukommen.
Und das ist auch schon ein Punkt, weshalb ich für das neue Börsenjahr 2023 positiv für Siemens eingestellt bin. Bei Siemens Energy wurde endlich durchgegriffen und alle Schritte unternommen, die vollständige Kontrolle über deren Windkrafttochter Siemens Gamesa zu erlangen. Diese Baustelle sollte auf Konzernebene damit geschlossen sein und in den nächsten Jahren eher wieder für Wertzuschreibungen sorgen.
In seinen traditionellen Geschäftsbereichen wächst Siemens auch weiterhin stark. Das digitale Geschäft legte erneut zweistellig zu und auch im neuen Geschäftsjahr werden dort Wachstumsraten von 10-13% erwartet. Das Industriegeschäft ist ohnehin stark und so sieht die Prognose ein Ergebnis je Aktie von 8,70 € bis 9,20 € vor. Das wäre am oberen Ende sogar eine Gewinnverdoppelung!
Bis dahin ist es natürlich noch ein weiter Weg, aber die Ampeln stehen für Siemens auf Grün.
Ich erwarte deshalb in diesem Jahr keine Wiederholung von 2020 oder 2022. Stattdessen halte ich es für möglich, dass der Aktienkurs wieder Angriff auf die 160 €-Marke nimmt. Mit sich verbessernden Konjunkturaussichten sollte das für die Siemens-Aktie gut möglich sein.
Ich habe die Aktie derzeit nicht auf meiner Nachkaufliste, da ich mit den 120 Aktien bereits gut investiert bin. In Schwächephasen überlege ich mir das aber wieder. Denn diese Dividendenzahlung zeigt, dass der Vorstand weiter auf Dividendenwachstum setzt und dafür auch genug Potenzial in der Bilanz vorhanden ist. Für mich als Dividendeninvestor ist die Siemens-Aktie deshalb ein guter Griff und ein fester Bestandteil meines Depots.
Auf einen Blick:
| Unternehmen: | Siemens AG |
| ISIN: | DE0007236101 |
| Im Divantis-Depot seit: | 21.01.2014 |
| Letzter Nachkauf am: | 22.01.2025 |
| Stückzahl im Divantis-Depot: | 125 |
| Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren: | 100,17 € |
| Gesamtkaufpreis: | 12.521,55 € |
| steuerlicher Anschaffungswert: | 8.586,53 € |
| Bisher erhaltene Netto-Dividenden: | 4.877,83 € |
| Aktuelle Strategie: | Halten und Dividende kassieren |

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