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Wachstumsstarker Bereich treibt die Marge – Aktienkurs verdoppelt

Sandoz Symbolbild
4.7
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Gute 2 Jahre ist dieser Spin-off aus dem Pharmasektor nun an der Börse. Abgespalten von vom Schweizer Novartis-Konzern hatten damals die Aktionäre die Aktien zusätzlich in ihr Depot gebucht bekommen.

Ich fand das Geschäft mit Generika schon damals interessant und entschied mich, die Aktien im Depot zu behalten. Und ich war so überzeugt, dass ich sogar meine Novartis-Position noch erhöhte, um mehr vom Spin-off abzubekommen.

Nun ist es Zeit für eine erste Zwischenbilanz. Und die kann sich sehen lassen: der Aktienkurs hat sich innerhalb dieser 2 Jahre nahezu verdoppelt.

Und so ist aus dem dreistelligen Investment mittlerweile ein vierstelliger Depotwert geworden.

Wie ich die weiteren Perspektiven einschätze, erfährst Du in diesem Beitrag.

Wie der Spin-off genau ablief und welches Geschäftsmodell Sandoz verfolgt, habe ich in diesem Beitrag ausführlich erörtert. Ich entschied mich damals für die Aufstockung meiner Novartis-Aktien von 80 auf 100, um dann steuerfrei 20 Sandoz-Aktien zu erhalten.

Sandoz ist einer der größten Generikahersteller der Welt, bekannte Vorgänger bzw. Aufkäufe in der Unternehmensgeschichte sind Ciba-Geigy und Hexal.

Depotposition Sandoz
Die Depotposition von Sandoz mit dem steuerlichen Einstandskurs.

Den ersten Aktienkurs von Sandoz gab es am 03.10.2023 mit 29,50 CHF. Schon am nächsten Tag sank der Kurs allerdings auf 24,35 CHF. Verkaufen hätte ich da aber noch nicht können, da die Einbuchung des Spin-offs mit einigen Tagen Verzögerung erfolgte. Den tiefsten Kurs gab es dann am 31.10.2023 mit 23,65 CHF. Seitdem ging es jedoch im Ergebnis kontinuierlich aufwärts:

Sandoz Kurschart in CHF seit dem Spin-off
Sandoz Kurschart in CHF seit dem Spin-off

Ihren bisherigen Höchstkurs erreichte die Aktie am 07.08.2025 mit 50,52 CHF.

Dividende

Sandoz hat bereits im April seine Dividende bezahlt. Erfreulicherweise gab es 2024 eine erste Dividendenzahlung von 0,45 CHF je Aktie. 2025 wurde die Dividende dann auf 0,60 CHF erhöht. Das ist eine Erhöhung um 33,3%.

Sandoz Dividendenabrechnung im April 2025

Die aktuelle Dividendenrendite beträgt damit bei einem Aktienkurs von 47,29 CHF (Schlusskurs vom 08.08.2025) 1,3%. Eine persönliche Einstandsrendite kann ich nicht wirklich berechnen. Denn eigentlich habe ich ja nichts für die Aktien bezahlt. Steuerlich wurde mir jedoch durch den Spin-off ein 1.289,90 € eingebucht. Um den gleichen Betrag wurde damals mein Einstand bei Novartis reduziert. Nehme ich das jedoch als Basis, dann erhalte ich eine Bruttodividende von 12,72 € und damit einen Yield on Cost von 0,99%.

Perspektive

Die Entwicklung des Aktienkurses ist bisher tatsächlich eine Erfolgsgeschichte. Als ich beim Spin-off die steuerliche Buchung des Einstandskurses sah, war ich auf der einen Seite sehr zufrieden. Der Betrag für Sandoz war vergleichsweise hoch. Da ich Novartis als absolutes Dauerinvestment betrachte, freute ich mich darüber. Denn wenn ich eine Position verkaufen würde, dann eher Sandoz. Und dann könnte ich steuerliche Verluste generieren, die ich mit anderen Aktiengewinnen verrechnen könnte.

Auf der anderen Seite störte mich, dass ich – bei einem anfänglichen Minus von über 60% – wahrscheinlich jahrelang oder für immer auf einen roten Depotwert würde schauen müssen.

Doch inzwischen hat sich das Minus (das ja nur ein steuerliches ist!) so stark abgebaut, dass ich mit den erhaltenen Dividenden nur noch bei -19,5% liege.

Die Entwicklung des Aktienkurses wird aber auch durch die Geschäftsentwicklung von Sandoz gestützt. Im ersten Halbjahr 2025 legte der Umsatz in US$ um 6% zu. Wachstumstreiber waren dabei aber nicht die Generika (nur +1%), sondern die Biosimilars. Sie legten um 11% zu und stehen nun für 28,6% des Umsatzes. Im 2. Quartal erreichten sie sogar die 30%-Marke. Im 1. Halbjahr 2024 lag der Umsatzanteil noch bei 27%.

Biosimilars sind Nachahmerpräparate von komplexen, biologischen Arzneimitteln, die mithilfe lebender Zellen hergestellt werden und dem Original sehr ähnlich, aber nie komplett identisch sind. Sie werden oft verwendet, um schwere chronische Krankheiten kostengünstiger zu behandeln.

Sandoz bietet derzeit acht Biosimilars für verschiedene Erkrankungen an, darunter Rheuma, Krebs und chronisch-entzündliche Krankheiten.

Dieser Bereich ist auch der, der die Phantasie bei Sandoz bringt. Generika sind zwar bisher der größte Umsatzbringer, aber ihre Margen sind niedrig und der Wettbewerb groß.

Für Biosimilars wird ein weltweiter Markt von 300 Milliarden US$ in den nächsten 10 Jahren prognostiziert. Um die Kapazitäten auszubauen, befindet sich Sandoz aktuell in Verhandlung mit Evotec, um die Entwicklungs- und Produktionskapazitäten von Just-Evotec Biologics in Toulouse, Frankreich, zu erwerben.

Zum Halbjahr hat sich die EBITDA-Marge von Sandoz um deutliche 2,5-Prozentpunkte auf 30,0% verbessert. Die Prognose für 2025 strebt einen Wert von 21% an. Da die Prognose bestätigt wurde, gehe ich davon aus, dass sich der Umsatzanteil der Biosimilars weiter vergrößern wird. Eine erfreuliche Entwicklung!

Auch wenn sich das alles gut anhört, bleibt Sandoz bei mir erst mal auf dieser Depotgröße. Im Pharmabereich setze ich weiter auf Johnson & Johnson, Kenvue, Novartis und Novo-Nordisk. Sandoz ist für mich eine kleine Beimischung, die ich ohne eigenen Kapitaleinsatz erhalten habe und die sich erfreulich entwickelt. Ich lasse die Position einfach in meinem Depot liegen und freue mich über die jährlichen Dividendenzahlungen. Aber die Dividendenrendite ist bisher zu niedrig, um mehr Geld zu investieren. Und auf der anderen Seite ist ein Wachstum zwar vorhanden, aber auch zu niedrig, um Sandoz jetzt als klassischen Wachstumswert zu sehen. Und vermutlich war genau diese schwierige Einordnung auch ein Grund, warum Novartis sich zum Spin-off entschieden hatte.

Mit nun 1.000 € Depotwert und einem Depotgewicht von 0,2% lasse ich die Aktie einfach liegen. „Gefühlt“ kann ich nichts verlieren und das Geld brauche ich jetzt auch nicht dringend, um damit andere Aktien zu kaufen.

Mich interessiert Deine Meinung! Hast Du Sandoz auch durch den Spin-off eingebucht bekommen und dann einfach liegen gelassen? Oder aber direkt verkauft oder aufgestockt? Wie ist Deine Herangehensweise gewesen und welche Strategie fährst Du mit Sandoz? Lass uns darüber diskutieren! Und auch wenn Du bisher kein Sandoz-Aktionär bist: Hast Du das Unternehmen im Pharma-Bereich auf dem Schirm? Schreib gerne einen Kommentar!

Auf einen Blick:

Unternehmen:Sandoz Group AG
ISIN:CH1243598427
Im Divantis-Depot seit:09.10.2023
Letzter Nachkauf am:
Stückzahl im Divantis-Depot:20
Durchschnittseinstand (steuerlich):64,50 €
Steuerlicher Einstand:1.289,90 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:14,24 €
Aktuelle Strategie:Halten und Dividende kassieren

für diesen Beitrag verwendete Quellen:
H1 2025 Media Release

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Kommentare

7 Antworten zu „Wachstumsstarker Bereich treibt die Marge – Aktienkurs verdoppelt“

  1. Avatar von Thomas
    Thomas

    Frau Keller-Sutter hat sich in Sachen USA wohl höflich formuliert etwas ungeschickt verhalten oder war einfach schlecht vorbereitet. Vlt hat sie Trump zu sehr an Hillary, Angela oder Kamela erinnert. Vielleicht stand das Schweizer Desaster auch vorher schon fest. Who Knows. Bei Gold hat Donald zumindest schon mal ein Einsehen gehabt, das sich das so nicht umsetzen läßt.
    Kurzfristig ist das Maß der Dinge zum Beispiel erst mal das hier
    https://www.woz.ch/2532/pharma/mit-drohungen-gegen-drohungen/!A03EH76GTJRM
    auch mal interessant, das hier
    https://www.whitehouse.gov/presidential-actions/2025/05/delivering-most-favored-nation-prescription-drug-pricing-to-american-patients/
    im Original zu lesen. Noch Durchführungsverordnung, mal sehen, ob Gesetze daraus werden.
    Breitling Chef Georges Kern beschwert sich schon über die Geiselhaft durch die Schweizer Pharmagiganten. Immerhin läßt sich die Schweiz für einen Sondergipfel mit der Pharmaindustrie bis nach den Sommerferien Zeit, scheint also nicht ganz so dringend zu sein.

    Nun bei Sandoz scheint der USA Umsatz Anteil bei etwas über 20% zu liegen. Das ist nicht so viel. Bei Roche und Novartis ist es deutlich mehr.
    Alcon (Pharma) hängt ebenfalls etwas durch.

    Es wird im Rückspiegel eine Episode von vielen Episoden sein, trotzdem schaut der Markt genau hin. Bei mir Roche stärker im Depot, wenn sie die Dividendensteigerungen halten können, kaufe ich vielleicht nächstes Jahr vor Ex Date wieder nach.
    Wenn sie aufgrund USA die Steigerungen nicht halten können, wird’s spannend.

    Bei den Schweizern macht mir sonst ABB und UBS Freude. Zurich Insurance ist ganz ok.

    Holcim (hab ich nicht) hatte auch einen Split bzw Spin off , läuft aber ganz gut, hier vlt auch Ukraine Phantasie…

    schönes WE

    1. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      Hallo Ben,

      nachdem die Sandoz eingebucht waren, hatte ich den Gedanken: zu kleine Position, verkaufen! Außerdem: Generika! Da werde ich niemals nachkaufen. Rückblickend waren meine Gedanken falsch.
      Ich halte bis heute die Sandoz, hatte auch mehrfach über einen Nachkauf nachgedacht, aber mich für Novartis entschieden. Für das Tracking habe ich den Ausgabekurs in PP eingepflegt, da 0 EUR zwar richtig ist, aber die Zahlen verfälscht.
      Stand heute kam mir das Zaudern zu Gute und der Depotanteil ist quasi nicht sichtbar in PP – trotz dem Kurswachstum.
      Auch heute noch kreist immer wieder ein Nachkkauf durchs Hirn, aber bevorzugt habe ich immer andere Aktien.
      Sandoz ist ein Kandidat, den ich in der zweiten Tranche den Kindern vermache (Depotbereinigung der anderen Art :) ).

  2. Avatar von Martin
    Martin

    Novartis (und Roche) für die Ewigkeit zu halten, könnte gefährlich werden. Präsident Trump ist dabei, die Spielregeln des amerikanischen Pharmamarkts zu ändern. Er will die Preise senken. Das bedeutet, dass die exorbitanten Renditen der letzten Jahrzehnte nicht mehr erreicht werden können. Auf keinem anderen Markt können so hohe Renditen wie in den USA erzielt werden. Und das bedeutet, dass die Bewertungen sinken müssen und ebenso die Kurse. Von den stolzen Dividenden ganz zu schweigen.

    1. Avatar von Thomas
      Thomas

      Hi Martin,
      ich war auch verwundert über die bisher moderate Marktreaktion bei den Schweizern, insbes. Pharma.
      Aber nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wird.

      Eine einfache grundsätzliche Regel
      Im Sozialismus sind die Regal leer, im Kapitalismus sind die Regale voll.

      Preiskontrollen führen zu gar nichts, jedenfalls nichts gutem.
      z.Bsp hier.
      https://city-countyobserver.com/449255-2/#:~:text=In%20the%20case%20of%20groceries,most%20affected%20by%20price%20increases.
      gilt auch für Pharma.
      Roche und Novartis haben etwas, was auch die Amerikaner brauchen und benötigen. Gute Medikamente.
      Wenn die Preise so gestellt werden sollen, das Novartis und Roche (und andere) damit nicht mehr klarkommen, wird nicht mehr geliefert, so einfach. Oder es wird um/ausweich exportiert/importiert etc.
      Jede Nachfrage findet ihr Angebot. Punkt.

      Roche gibt es schon seit über 100 Jahren, Novartis ist auch aus alten Traditionsfirmen hervorgegangen.
      Kann sein, das Roche / Novartis vom Preis an der Börse runterkommen, kann sein.
      Kann man dann günstig nachkaufen.

      Trump kommt, Trump geht.
      Roche bleibt.

      Ich glaube in the long Run wird Roche / auch Novartis weiter erfolgreich sein.
      mMn.

    2. Avatar von Martin
      Martin

      Wenn das mal durchgesetzt ist, geht das nie wieder weg oder glaubt irgendjemand, dass die Preise für Medikamente jemals wieder erhöht werden?
      Wir werden sehen.

    3. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      Hallo Martin,

      in D werden die Preise steigen. Ja, ich glaube daran. Sind eh die höchsten auf der Welt.
      Ich denke Du verstehst die globale Ausrichtung nicht. Trumps Ansatz belastet alle (!) Pharmaunternehmen.
      Pharmaunternehmen hatten noch nie exorbitande Gewinne. Woher kommt diese Einschätzung? Bitte hier Zalhen und Fakten!

  3. Avatar von Hansi
    Hansi

    Hallo Ben,

    Sandoz hatte ich damals auch eingebucht bekommen. Sandoz gefällt mir als Generika-Unternehmen und ist besser strukturiert als Teva oder Viatris, die ich beide auch im Depot habe. Allerdings habe ich Sandoz Ende 24 um die 40€ als Position geschlossen, weil ich einen Gewinn als Verlust mit Gewinnen verrechnen konnte.
    Zum Glück können wir die Schweizer Aktien wieder an der deutschen Börse handeln. Dann bleibt uns das hin und herübtragen mit ING und anderen Banken mit Zürich-Zugang erspart. Am einfachsten wäre natürlich ein Depot in der Schweiz, dann reichen die einfachen Dividendenabrechnungen für den Quellensteuerantrag. Allerdings ist es sehr teuer, dann kann man besser die Kosten für einen Voucher bezahlen.

    Teva ist meine größte Generika-Position und ich habe mitten ins fallende Messer gegriffen, als es mit Opiodid-Klagen und anderen Klagen überzogen wurde. Wie erhofft waren der Prozesstaktik erfolgreich und sie sind mit einen guten Deal aus der Sache gekommen. Teva betrachte ich trotz fehlender Dividende als Dauerinvestment. Die neuen Produkte wachsen wieder langsam und der Copaxone-Verlust wird langsam aufgefangen. Mein durchschnittlicher Einstiegkurs ist so um 8€ und ich hoffe, dass Teva den Turnaround gelingt. Mal sehen, wie Teva sich die nächsten 20 Jahre entwickelt.

    Viele Grüße

    Hansi

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