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Aktie auf 10-Jahres-Hoch – fällt auch noch das Allzeithoch?

Cisco Beitragsbild 2025-08
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Wer die Aktie vor 25 Jahren in ihrer Heimatwährung gekauft hat, ist immer noch im Minus. Jedenfalls wenn man die gezahlten Dividenden unberücksichtigt lässt.

Man kann jetzt aber nicht sagen, dass das Unternehmen seit 25 Jahren vor sich hindümpelt. Ganz im Gegenteil. Es ist heute stärker denn je. Nur war es im Jahr 2000 einfach hoffnungslos überbewertet.

Aktuell hat die Aktie ihren höchsten Stand der letzten 10 Jahre erreicht. Und wenn der Aufwärtstrend so weitergeht, könnte die Durststrecke für die Langfristinvestoren von damals irgendwann doch ein Ende haben.

Wie ich die Chancen auf ein neues Allzeithoch realistischerweise einschätze und was es dazu noch braucht, erfährst Du in diesem Beitrag.

Cisco Systems erreichte im März 2000 das bisherige Allzeithoch der Aktie von 80 US$. Ich selbst bin erst 20 Jahre später eingestiegen. Und habe dann über die letzten Jahre insgesamt fünfmal nachgekauft, um auf eine gerade Stückzahl von 100 Aktien in meinem Depot zu kommen. Hier habe ich die Aktie vorgestellt.

Der 10-Jahres-Chart zeigt deutlich, dass wir uns im Jahr 2025 auf ein 10-Jahres-Hoch hochgearbeitet haben. Aktuell liegen wir aber immer noch etwas mehr als 10 US$ vom Allzeithoch entfernt:

10-Jahres-Chart Cisco Systems in US-Dollar
10-Jahres-Chart Cisco Systems in US-Dollar

Dividendenzahlung

Cisco zahlt erneut eine Quartalsdividende von 0,41 US$ je Aktie. Sie war erst im letzten Quartal um 2,5% erhöht worden. Für die 100 Aktien in meinem Dividendendepot ergibt das eine Brutto-Dividende von 41 US$. Sie wurde von flatex mit dem EZB-Referenzkurs des Vortages von 1,1699 in Euro umgerechnet. Nach Abzug der Steuern verbleibt eine Netto-Dividende von 26,10 €. Sie wurde mit Wertstellung 23.07.2025 überwiesen.

Dividendengutschrift Cisco Systems im Juli 2025

Annualisiere ich die Quartalsdividende, werden in einem Jahr 1,64 US$ Dividende gezahlt. Bei einem Aktienkurs von 68,62 US$ (Schlusskurs am Dividendenzahltag) entspricht das einer Dividendenrendite von 2,4%. Die nächste Dividendenerhöhung dürfte wieder im April 2026 erfolgen, so dass die tatsächliche Jahresdividende bei einem heutigen Kauf etwas höher liegen sollte.

Meine persönliche Dividendenrendite (Yield on Cost) berechnet sich auf den addierten Einstand meiner verschiedenen Käufe. Insgesamt habe ich für die 100 Aktien 4.165,16 € bezahlt. Nehme ich an, dass der Wechselkurs dieser Dividendenzahlung für jede Quartalsdividende genommen wird (was natürlich nicht zutrifft!), dann erhalte ich eine Bruttodividende für ein Jahr von 140,18 €. Daraus errechnet sich dann ein YoC von 3,4%.

Perspektive

Im Aktienkurs von Cisco hat sich in den letzten Wochen ein positives Momentum aufgebaut. Im April waren wir noch bei 54 US$ und legten dann einen Anstieg bis aktuell 69 US$ hin. Das sind 28% innerhalb von 4 Monaten.

Treiber dafür waren auf der einen Seite die letzten Quartalszahlen, aber vor allem das Übertreffen der eigenen Prognose. Das dann auch zu einer Anhebung der Prognose für das gesamte Geschäftsjahr führte.

Damit hat Cisco nun nach 3 Quartalen (in einem abweichenden Geschäftsjahr) zum dritten Mal die Prognose erhöht. Und das Management hat offenbar aus der Vergangenheit gelernt! Lieber anfangs tief stapeln, aber dann positiv überraschen. So blieben dramatische zweistellige Kursverluste an einem Handelstag in diesem Jahr bislang aus. Das Management lieferte einfach keinen Anlass dazu.

Und die Entwicklung der Prognose ist schon für sich beeindruckend: Ausgangspunkt war der Umsatz von 53,8 Mrd. US$ im Vorjahr. Zunächst sollte der Umsatz auf 55,0 bis 56,2 Mrd. US$ steigen. Nach dem 1. Quartal wurde dann ein Umsatz von 55,3 bis 56,3 Mrd. US$ erwartet. Nach dem 2. Quartal wurde die Latte auf 56,0 bis 56,5 Mrd. US$ angehoben. Die neue Prognose nach dem 3. Quartal sieht nun 56,5 bis 56,7 Mrd. US$ vor. Damit ist das untere Ende schon höher als das obere Ende der ursprünglichen Prognose. Und für die endgültigen Ergebnisse ist auch noch etwas Luft. Sie sollen am 13. August verkündet werden.

Beim Gewinn je Aktie (Non-GAAP) ist das Bild ähnlich, aber fast noch spektakulärer. Denn nach nach 3,73 US$ in 2024 war ursprünglich ein Gewinnrückgang prognostiziert worden. Zunächst wurden die Märkte auf ein Ergebnis zwischen 3,52 und 3,58 US$ eingestimmt.. Diese Prognose wurde nach dem 1. Quartal schon auf 3,60 bis 3,66 US$ angehoben. Nach dem 2. Quartal sollten es 3,68 bis 3,74 US$ werden. Damit war erstmals am oberen Ende eine minimale Gewinnsteigerung in Reichweite. Und sie ist jetzt quasi in trockenen Tüchern: denn die neue Prognose erwartet einen Gewinn zwischen 3,77 und 3,79 US$. Und damit wird der Vorjahresgewinn um 4 bis 6 Cent übertroffen. Ein Wachstum zwischen 1,0 und 1,6%. Das ist zwar jetzt auch noch nicht spektakulär viel. Aber gegenüber einem eigentlich erwarteten Gewinnrückgang zwischen 4,0 und 5,6% natürlich ein erheblich besseres Ergebnis. Und wer weiß – vielleicht gibt es noch eine weitere Überraschung in der nächsten Woche?

Cisco profitiert nach eigenen Angaben erheblich von den Investitionen in AI. Überall werden Rechenkapazitäten aufgebaut, um die riesigen Datenmengen bewältigen zu können. Und dafür sind dann eben auch Netzwerke und IT-Security erforderlich. Und da kann Cisco liefern. Das Netzwerk-Produktgeschäft verlor zwar nach 9 Monaten etwa 8% an Umsatz – das war aber eben weniger als erwartet. Dafür legte der Security-Bereich um 87% zu – unterstützt vor allem durch die Splunk-Übernahme.

Schaut man sich die Umsatzverteilung an, dann steht der Netzwerkbereich nur noch für 50% des Umsatzes. Cisco diversifiziert sich weiter und treibt die Umstrukturierung voran.

Für mich geht damit mein Investment endlich auf. Mit Cisco bin ich in einem Bereich positioniert, der vom AI-Hype profitiert, aber ein deutliches kleineres Risiko als klassische AI-Titel hat. Natürlich sind auch die Chancen begrenzter, aber mittlerweile bin ich mit meinem Investment und den erhaltenen Dividenden auch 50% im Plus.

Um das zu erreichen, habe ich diszipliniert Kurschancen nach schwächeren Quartalsergebnissen genutzt und nicht im Hoch nachgekauft. Und so halte ich es nun auch. Ich freue mich über die positive Entwicklung, werde aber jetzt nicht mehr auf diesem Niveau zukaufen.

Ich kann mir zwar tatsächlich vorstellen, dass das Allzeithoch mit einer entsprechenden Prognose im nächsten Geschäftsjahr geknackt werden kann. Aber aufgrund des doch unsicheren US-Dollars muss das für Euro-Anleger nicht zwangsläufig ebenfalls ein Kursplus bedeuten.

Ich bin da einfach zurückhaltend, wollte aber ursprünglich auch nur auf die runde Aktienzahl von 100 kommen. Inzwischen bin ich aber inhaltlich von den Produkten und der Marktstellung so überzeugt, dass ich mir auch ein Aufstocken darüber hinaus vorstellen kann. Die Splunk-Übernahme setzt doch einiges an Phantasie für die Zukunft frei!

Das Depotgewicht von Cisco liegt bei mir aktuell bei 1,1%. Das ist keine Übergewichtung, aber trotzdem genug, um an einer weiteren positiven Entwicklung auch ohne weiteres Investment zu profitieren.

Und trotz des nun erreichten Kursniveaus hat die Vergangenheit gezeigt, dass die Cisco-Aktie auch immer wieder Schwächephasen hatte. Und warum soll sich das nicht wiederholen? Ich bin deshalb mit einem möglichen Nachkauf geduldig.

Auf einen Blick:

Unternehmen:Cisco Systems
ISIN:US17275R1023
Im Divantis-Depot seit:14.08.2020
Letzter Nachkauf am:16.11.2023
Stückzahl im Divantis-Depot:100
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:41,65 €
Gesamtkaufpreis:4.165,16 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:408,19 €
Aktuelle Strategie:Halten und Dividende kassieren

für diesen Beitrag verwendete Quellen:
Cisco Reports Third Quarter Earnings

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Kommentare

26 Antworten zu „Aktie auf 10-Jahres-Hoch – fällt auch noch das Allzeithoch?“

  1. Avatar von Thomas
    Thomas

    Ja, die lieben Cisco.
    Die heimlichen Gewinner sind aber Arista Networks, die gerade im Highspeed oder Hochleistungsbereich, wo im Moment am meisten investiert wird, abräumen.
    Da hat sich Cisco den Schneid abkaufen lassen. Den Zeitpunkt, Arista zu übernehmen, haben sie auch verpaßt. Mittlerweile hat Arista etwa 3/5 der Größe von Cisco und ist schon größer als Dell. Also eine Übernahme von Arista wird wohl zunehmend unmöglich.

    Cisco 3 Jahre plus 53%
    Arista 3 Jahre plus 372%

    Huawei ist an der Börse nicht erhältlich, die wären ggf auch besser gelaufen.

    Arista (hatte ich auch mal und für Apfel und Ei wieder verkauft, weil sie keine Dividende zahlen, genau wie Palantir, auch wieder verkauft …. :) :(

    Bin aber mit der Strategie Fokus auf Dividendentitel nicht unzufrieden.

    Immerhin hat sich Cisco den breiten Markt erhalten und sich die anderen kleineren wie
    Motorola, Juniper(Hewlett Packard Enterprises) usw vom Leibe gehalten und eher wieder Abstand gewonnen.

    Also Fazit, Cisco liegt schon länger und bleiben weiter liegen, so wie sie sind.
    Cisco immerhin bei mir im ersten Drittel sortiert nach TTWROR.
    Den Grenzbereich zwischen Software und Hardware und verschiedenen Geräten können nicht so viele, also auch in Zukunft starker Burggraben.

    hatte mich von einigen (fast allen) Techtiteln getrennt, jetzt scheint es doch wieder
    ganz gut zu laufen. Insbesondere Oracle und AVGO hätte ich behalten können.

    Was solls, die Richtung stimmt.

    Auch die erst gestern beschlossene Rentenreform in Deutschland wieder mal ein Fingerzeig auf die weiter steigende Verschuldung Deutschlands. Trump sorgt weltweit mit seinem Zollhickhack für ordentlich steigende Preise. Die Geldmenge wird entsprechend ausgeweitet, Folge weiter steigende Sachwerte.
    Nichts neues also.

    1. Avatar von Thomas
      Thomas

      Ergänzung 1
      durch Zölle von 100% auf Chips fährt Trump weiter stark protektionistisch. gut für Cisco.
      Ergänzung 2
      vlt kriegt Trump das mit Putin und Selenskiy doch hin.
      zwar keine Illusionen mehr aber doch Hoffnung.
      Bauaktien auf den ersten Blick stark

    2. Avatar von Stefan
      Stefan

      Gut zu wissen dass ich nicht der Einzige bin der Palantir zu früh verkauft hat :-)

      Nachdem ich sie für 22 Euro gekauft habe und sie ewig zwischen 8 und 20 Euro rumgedümpelt sind, habe ich sie für 22 Euro verkauft. Als Investor der schlimmste Fehler meines Lebens !

    3. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      @Stefan,

      vielleicht beruhigt es Dich.
      Es mag eine vertane Chance gewesen sein, ist ärgerlich. Die schlimmsten Fehler sind aber Geldvernichtung.
      z.B. diese deutsche Abrechnungsfirma. ;)

      Chancen kommen jeden Tag wieder, verlorenes Geld nicht.

    4. Avatar von Matthias von Mitzlaff

      Lieber Thomas,
      seit längerem nehme ich deine Euphorie für ANET wahr (Arista Networks). Und auch deine „3 Jahresplus“ Liste oben spricht für sich.

      Mich hat das nun inspiriert, bei ANET man einzusteigen (zugegeben, ziemlich teuer aktuell) und einen Sparplan laufen zu lassen.

      Wie Ben habe ich auch 100 Aktien Cisco im Depot (zu ähnlichem Einstiegspreis) und möchte mal über die Jahre den Vergleich ziehen:
      – Dividendenaktie mit moderatem Wachstum sowie
      – Wachstumsaktie (ohne Dividende) mit hohem Wachstum (im Vergleich)
      …wobei beide Firmen ja in sehr ähnlichem Segment tätig sind.

      Grundsätzlich gibt es ja zwei Anlagestrategien:
      a) Auf Wachstumstitel setzen, hohe Kursrenditen erzielen und die Aktien dann peu a peu verkaufen (später) oder
      b) Auf Dividendentitel setzen, früh Cashflow generieren und damit weitere Dividendenaktien kaufen (um den CF weiter zu erhöhen).
      Welche Strategie ist nun die bessere?

      Mein (eher laienhaftes) Studium zu dieser Frage hat keine allgemeingültige Antwort ergeben.
      Aufmerken hat mich kürzlich jedoch lassen: Mein Gesamtdepot ist aktuell mit 20% im Plus.
      Die IT-Titel darin (7 Stück) haben jedoch ein Plus von über 70%.
      Erkenntnis: Es könnte Sinn machen, stärker auf IT-Titel zu setzen, um langfristig ein starkes Kursplus des Gesamtdepots zu erzielen (in der Range 50 bis 100% möchte ich 2030 bzw. 2035 gerne landen.

      All das hat mich bewogen,
      a) die Dividendentitel SPGI, LMT und CSWC weiter zu besparen, vor allem jedoch
      b) die Wachstumstitel AMZN, META, NVDA und nun auch ANET monatlich zu besparen.

      Das ist es, warum ich gerne hier herkommen: Inspirationen erhalten, selber nachdenken, meine Strategie behutsam anpassen, um noch erfolgreicher zu sein.

      Vielen Dank dir Thomas!

    5. Avatar von Thomas
      Thomas

      Hallo Matthias,
      gelegentlich fahre ich auch gerne meine Twins, wenn ich mich zwischen zwei guten Firmen nicht entscheiden kann, nehme ich beide.
      Das wäre bei Cisco und ANET auch so. Dann hätte man schon mehr als die Hälfte bis fast zwei Drittel(nach Marketcap) der Router, Switches und ä. Netzwerkausrüstung in der westlichen Hemisphäre (US) abgedeckt.
      Bin aber finanziell an dem Punkt, wo nicht mehr geht und ich immer mehr Ideen habe als
      Möglichkeiten. und ANET geht leider nicht auch noch.
      Vertiv Holding als Kühlspezialist für Serverräume (oder ganze Häuser/Zentren) läuft ähnlich gut.
      Ein Erreichen oder Überschreiten des ATH bei Vertiv aus 02/25 von 154 USD
      (USD Chart nehmen) könnte ein neues prozyklisches Kaufsignal generieren.
      kann natürlich sein, das (auch bei ANET) noch mal starke Rücksetzer kommen und die Investitionstätigkeit für KI stark nachläßt, kann sein.
      Kann aber auch wie bei Nvidia et al sein, das jeder Einstiegszeitspunkt richtig und jeder Ausstiegszeitpunkt falsch war. Man kann es eben nie vorher wissen.

      und danke fürs Feedback :)

      zur Zeit kriege ich bei Eli Lilly aufs Dach,
      aber so ist eben das Börsenleben, unter dem Strich in Summe passt es wieder.

  2. Avatar von Star
    Star

    Zu Cisco fällt mir nur eines ein. Totgesagte leben länger. Und hier besteht die Kunst darin, wenn die Werte mal am Boden liegen, zu investieren. Und wer zum richtigen Zeitpunkt rein ist, hat in der Kursperformance sogar den S&P 500 geschlagen. Und eines Dividende gab es noch oben drauf.
    Übrigens ich habe gestern meine Novo auf 800 Stück ausgebaut. Ich glaube nicht, dass die nochmals unter 40 fallen. Und jetzt heisst es halten, halten, halten und Dividende kassieren. Meine ersten Novo’s hatte ich schon 20!1 gekauft.

    1. Avatar von Hansi
      Hansi

      Glückwunsch Star,
      wie machst du es mit der dänischen Quellensteuer? Reicht es sich online zu registrieren, Dividenabrechnung + Ansässigkeitsbescheinigung ? Wird auch in EUR erstattet?

      Viele Grüße

      Hansi

    2. Avatar von Hansi
      Hansi

      Hallo Börsenhai,

      vielen Dank für den Link.
      Bei dänischen Aktien hatte ich bezüglich der Quellensteuer immer ein ungutes Gefühl, deswegen habe ich bis heute nie eine dänische Aktie. Die angeforderten Dokumente sind doch übertrieben , fehlt noch die Übersetzung aller Dokumente ind Dänische durch einen bei Gericht zugelassen Dolmetscher und wir haben die aktuellen russischen Verhältnisse bei der Dividendennachforderung.

    3. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      Hallo Hansi,

      die geforderten Dokumente sind doch normal.
      Was möglicherweise einzige Probleme macht, sind Dokumente über die Haltedauer zwischen Versammlung und Div-Auszahlung. Aber das fordern die Österreicher auch.
      Dank Cum-Ex und Cum-Cum sind die Hürden heute höher und die Auszahlung vom Zeitraum verlängert. Der dänische Staat wurde eben um Milliardenbeträge (in EUR) betrogen.

      Bei den Österreichern hat der Sachbearbeiter auf die Nachweise der Haltedauer verzichtet, da es ein geringer Betrag war. Wie das Dänemark hält, weiß ich nicht. Aber Kommunikation ist mit Sicherheit hilfreich. Anrufe sind meist hilfreicher als Mails. ;)

      Bedenke aber: Es wird eine Grenze der Erstattung geben (z.B. erst ab 20 €). Aber auch das ist bei anderen Staaten gängige Praxis.

    4. Avatar von Tobs
      Tobs

      Als Dänen hab ich nur Coloplast und Novozyemes. Novozymes entstammt spannenderweise ja ursprünglich aus der Gruppe rund um Novo Nordisk (und auch immer noch haben die beiden die Stiftung als Ankeraktionär). Es ist eigentlich eine Schande, aber ich schenke seit ein paar Jahren die 12% nicht anrechnungsfähige Quellensteuer Jahr für Jahr ab. Eigentlich inakzeptabel, dass ich aus Bequemlichkeit einen wichtigen Bestandteil des Total return liegen lasse. Ich habe häufiger gelesen, die Rückerstattung sei in Dänemark sonderlich schwierig, wohl auch weil Dänemark im Cum-Ex Komplex gerne als „Tatort“ missbraucht wurde. Gibt es denn jemanden hier, der schon effektiv Quellensteuern aus Dänemark zurückgeholt hat?

    5. Avatar von Sonny
      Sonny

      Ich wollte Freitag früh einsteigen bei knapp 40€. Jetzt sind sie schon bei 44€. Lohnt es sich Montag noch zuzuschlagen? Will 100 Anteile in mein Depot reinbuttern

    6. Avatar von Thomas
      Thomas

      Sonny, da kann Dir keiner eine Empfehlung geben, das musst Du selbst entscheiden.
      Sie können fallen hinterher oder steigen hinterher, es gibt für nichts eine Garantie.

    7. Avatar von Tobs
      Tobs

      Hallo Sonny,

      leider konnte ich auch nicht zuschlagen, weil die Liquidität dafür gerade fehlte und ich ziemlich konsequent in meinem Depot es vermeide andere Positionen zu killen um mit gewonnenen Erlös andere aufzubauen. Bin auch traurig, das Fenster mit der 3 vorne verpasst zu haben, aber es ficht mich auch nicht an, weil es bezogen auf mein Gesamtportfolio für meine Strategie relevant ist, es nicht andauernd zu zerpflücken. Wie schrieb Thomas in einem seiner vorhergehenden Posts, man hat manchmal mehr Ideen als Mittel.

      Was mich konkret angeht: Ich würde sie auch noch bei 50 Euro kaufen, wenn sie dort eben stehen sollten, und erst dann die Liquidität für meinen Kauf verfügbar ist. Das wäre zwar irgendwie schade, aber in meinem Fall strategiekonsistent. Aber mich würde dann jedenfalls der gestiegene Kurs nicht abschrecken.

      Lass Dich von Kursmarken nicht zu sehr catchen (auch wenn ich das gut verstehen kann). Ich nehme an, das wäre ein strategisches Investment, auf mindestens 5 Jahre. Welche Rolle spielt es dann in der Retroperspektive, sagen wir mal in 5 Jahren, ob Du zu 39 Euro oder 44 Euro gekauft hast? Relevant ist doch, dass Du bei der Wachstumsgeschwindigkeit (selbst auf Basis des vom Management in Aussicht gestellten downside Szenarios) immer noch attraktive bewertete Umsätze/(operative) Ergebnisse einkauft. Und das bei einem Unternehmen mit über 100 Jahren track record und auf Basis eines sehr starken Geschäftsmodells. Oder bewertest Du nun das Unternehmen bei 44 Euro grundsätzlich anders als bei 39 Euro? Dann solltest Du nicht kaufen, aber das kann ich mir eigentlich fast nicht vorstellen.

    8. Avatar von Hansi
      Hansi

      Hallo Tobs,
      deine ganze Liquidität in Aktien. Du wirst dich schwarz ärgern, wenn Tag X kommt. Buffett verkauft seit Quartalen und hortet immer mehr Cash. Banken werden u.a. bei ihm immer mehr reduziert. Leider können wir es nicht in US-Kurzläufer zwischenparken wie er, aber 2% Tagesgeld sind immer noch möglich.
      Leider muß ich gestehen, dass ich meine Liquidität in 25 immer mehr verheizt habe. Nestle und Kraft Heinz nochmal richtig aufgestockt und Einsatz verdoppelt. Dann habe noch wie ne wild gewordene Shopping auch in 2025 meine Ikea-Loser-Abteilung mit 50 neuen Titeln ausgestattet. Essity hab ich immer noch nicht!?! Die muß ich noch haben, die eine! Hab mir jetzt ein persönliches Kaufverbot erteilt, ansonsten bin ich bis Jahresende iliquide. Ich finde es sind kurze Phasen, in der sich außerordentliche Gelegenheiten ergeben, so wie die Abwärtsbewegung ab 2008. Da muß man aber aufpassen nicht direkt in der ersten Woche alles zu verpulvern, sondern geduldig Monate lauern.
      Nur auf Dividendentermine zu warten und zu hoffen, um wieder Inveytionspulver einzusammel ist deprimierend. Allerfings ist es auch deprimierend jahrelang immer Cash zu horten und die Aktienkurse enteilen zu sehen.

    9. Avatar von Chrischaan

      Zum Thema Casreserve, voll investiert sein, sprich Timing:

      https://finanzgeschichten.com/timing-beim-investieren-in-aktien-etfs-so-geht-es/

      Man muss es nicht wie Sarah machen. Aber es wirklich spannend, dieses Ergebnis zu sehen.

      Beste Grüße,
      Chrischaan

    10. Avatar von Michael
      Michael

      Danke für den Link. Ich kannte das zwar bereits, hatte es aber zunehmend vergessen. Das gehört ab jetzt abgespeichert und 1x im Jahr zur Pflichtlektüre bzw. wann immer man in Zweifeln gerät hervorgekramt!

    11. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      Hallo Tobs, hallo Hansi,

      was spricht gegen 10% Reserve, mit Umfang des Depots natürlich absteigend.
      Ich will immer 10.000 Cash für Invest haben; eben für solche „Abstürze“, Rücksetzer oder was auch immer man sagt dazu.

      @Hansi: Du musst (!) keine bestimmte Aktie haben. Und gleich 50 in 2025?
      Nur meine Meinung: Statt den 50 hätte ich 10 ausgewählt und in die vielleicht 80% investiert, den Rest als Cash behalten.
      Mein Gefühl (kein Vorwurf!) sagt mir, dass Du Dich noch finden musst. Zur Beruhigung, das habe ich auch erst nach 10 Jahren an der Börse gelernt (durch Schmerz), allerdings hatte ich keinen Ratgeber und war auf mich gestellt. Was vielleicht gar nicht soooo schlecht war.
      Gerade am Anfang halte ich langweilige globale ETF für gar nicht so schlecht. Es gibt eine gewisse Sicherheit. Mag die Sparrate noch so klein sein, man hat Zahlen zur Weltwirtschaft.
      Du hast auch mit „nicht alles in der errsten Woche verpulvern“ recht, den Boden sieht man erst Monate später. Von daher warte ich immer auf eine Beruhigung. Verschenke zwar mögliche Performanz, verfalle aber nicht in den Druck ständig nachkaufen zu wollen/müssen, weil es noch weiter runtergeht.

    12. Avatar von Tobs
      Tobs

      Hallo Börsenhai,

      gegen eine Cash-Reserve spricht überhaupt nichts, außer meine mangelnde Disziplin, Geld längere Zeit bei mir zu behalten.

      Vielleicht ist eine Cash-Reserve aber bei einem sehr langfristig ausgerichteten B+H Depot zumindest nicht ganz so entscheidend – Stichwort: „Mikrorendite“ ab Tag 1 für jeden investierten Euro. Aber mit solchen finanzmathematischen Spielereien halte ich mich nicht auf bzw. will es mir nicht selber schön reden (in dem Zusammenhang sicherlich auch relevant, dass Cash grds. Performance-schädlich ist, was aber auch wiederum als Aussage nur relativ ist – siehe WB :-) ). Tatsache ist doch, was ich vollständig anerkenne, dass wenn sehr kurzfristig eine Aktie wie Novo Nordisk abstürzt, habe ich nicht zwingend die Mittel für einen gezielten größeren Einkauf; das geht nur mit Cash auf der Seite. Vielleicht kann man zu meiner Ehrenrettung sagen, dass sowohl ich (Arbeitskraft – ich stehe ja noch „voll im Saft“ :-) ) und zunehmend meine Vermögensanlagen (Dividenden) cash generativ sind und ich gewisse Mindestanlagesummen doch recht schnell wieder erwirtschaften kann. Aber auch dann kann natürlich Cash, genau zu dem Zeitpunkt, wenn eine interessante Aktie wie Novo Nordisk innerhalb kürzester Zeit Wert verliert, fehlen.

      Ich könnte ja mal wirklich da an mir arbeiten… :-)

    13. Avatar von Thomas
      Thomas

      @Cashreserve
      es ist ja eine Notfallreserve für wenn’s ganz dumm kommt Survival xyz Monate Cash da.
      Aber man traut sich dann auch nicht, diese anzugreifen bei besseren Chancen mit dem Versprechen, sie dann später wieder zu bestücken. Man könnte auch seine Frau anpumpen, die hat auch noch mehrere Spots und Töpfe, aber auch das werde ich tunlichst unterlassen.
      Also muss man zur Notfallreserve noch eine Notfallreserve anlegen für Gelegenheiten.
      Oder aber man ist auch mal zufrieden so wie es ist. Das ist auch nicht die schlechteste Denke.
      Einfach kaufen, wie Geld da ist und fertig. Vermögen wächst auch so.

    14. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      Hallo Tobs,

      ich gebe zu, es war eine Qual für mich, „soviel“ Cash permanent auf der Seite zu haben, weil Ideen habe ich genug. ;)
      Dein „Mircrocash“ bezieht sich das auf die Aktien, die demnächst Dividenden zahlen?
      Ich weiß, manche investieren so. Ich halte es für … sagen wir mal nutzlos, da man in 5 oder 10 Jahren oder länger denken sollte. Aktien halten, die man nicht gegenprüfen muss.

      Halte doch einfach 5000€ in Reserve und stocke Sie durch den Verdienst wieder auf. Niemand von uns hat unendlich Cash, kann jederzeit kaufen.
      Die 10.000 sind übrigens incl. möglicher Käufe (also auch nach dem Kauf), aber es ist kein Heiligtum und ich habe eine Strategie in welche Aktien ich investieren werde – so mein Plan! Div-Steigerung der einzelnen Aktien ist mein erstes Ziel, am besten gepaart mit Kurssteigerung.

      @Andere: jeder hat eine andere Möglichkeit oder Einschränkungen. Nehmt es also nicht als Gesetz.
      Und Vergleiche zu IZF und TTWROR lasse ich immer (!) weg. Einmal nachgekauft sind die Zahlen Makulatur. Insbesondere bei beschränktem Horizont.

      Apropos Plan: Der hält solange, bis man vor dem Feinde steht. :) Ab jetzt ist Beobachten angesagt.

    15. Avatar von Tobs
      Tobs

      Hallo Börsenhai,

      mit „Mikrorendite“ meine ich, dass jeder investierte Euro ab Tag 1 eben bereits eine (Mikro-) Rendite anfängt zu verdienen, zumindest unter der Annahme, dass das Geld langfristig im Markt bleibt, weil dann vermutlich selbst bei heftigen Schwankungen (Beispiel: An Tag 1 wird in die Aktie investiert und an Tag fällt sie sogleich um 40 Prozent), die Aktie zumindest statistisch ihre langfristige Aktienrendite abliefert. Und die ist natürlich höher als die Verzinsung auf Guthaben.

      Daher ist Cash eigentlich stets performance-schädlich. Das Bevorraten von Cash ist daher auch immer eine Wette, und teilweise – Philosophie-abhänging – verpönt, weil es unter Allokationsgesichtspunkten weniger effizient ist. Es sei denn, man beweist ein besonderes Geschick im Timing und Picking, dann holt man natürlich bei gutem Einkauf die „verlorene“ Mikrorendite wieder auf und überbietet sie möglicherweise gar. WB ist hier ein gutes Beispiel: Ihm wird regelmäßig vorgeworfen, dass er viel zu viel Cash hortet und das Geld verschimmelt. Und dann allokiert er urplötzlich große Beträge sehr sehr sehr gut und performt dann doch die anderen aus. Er ist eben der Lochkarten-Investor oder auch das Nil-Krokodil, dass nur einmal im Jahr zuschnappt. Er könnte das Geld 10 Jahre irgendwo liegen lassen und würde mit seinen Investments in sehr kapitalstarke, margenträchtige Geschäftsmodelle über die langfristige innere Verzinsung des Unternehmens vermutlich auf die Jahre doch immer wieder auf- und überholen. Ich denke, er lacht über „Mikrorendite“. Aber WB ist natürlich ein singuläres Phänomen.

      Aber: Das ist nur der „wissenschaftliche“ Blick auf das Thema. Solch Schlaumerei ist eigentlich nicht so meins. Am Ende investiere ich dauernd und ständig, nicht weil ich ein wissenschaftlicher Anhänger bin (dann sollte ich ohnehin wohl am besten nur in ETF investieren), sondern weil ich ungehemmt und investitionsfreudig bin. :-)

    16. Avatar von Michael
      Michael

      Solch Schlaumerei ist eigentlich nicht so meins

      Dafür hast du es aber sehr gut zusammengeschrieben. Gefällt mir!

    17. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      Hallo Tobs,

      dann bin ich beruhigt. Da viele ja Aktien nach der nächsten Divi kaufen. ;)
      Hätte mich bei Dir gewundert, aber wer weiß. Dennoch halte ich die 10.000 Cash.
      tut nicht weh und gibt gerade in diesem Jahr Sicherheit etwas investieren zu können. Ein März/April 2020 wird es dieses Jahr hoffentlich nicht geben, aber volatil ist der Markt.

      WB hat ganz andere Instrumente Geld zu parken als wir.

    18. Avatar von Hansi
      Hansi

      Hallo Börsenhai,

      natürlich hast du recht!
      50 Aktien neue Aktien sind wirtschaftich kompletter Unsinn und nur eine ABM für mich. Es ist so überflüssig Aktiensparpläne mit Bruchteilen. Bei mir handelt es sich um Kleinstpositionen ab 100€ bis max. 500€ . Also ich habe eine kleine Ameisengruppe von 100, die mir jeder mehr als Tagesgeld bringen soll. Sie haben bei mir den Stellenwert, wie gefühlt die letzen 1000 Werte im MSCI-Index. Sie sind im Depot und man merkt deren Perfomance nicht wirklich neben meinen wesentlichen Ankerwerten.

      Als Russland gebrandmarkter bin ich bei ETF’s raus. Osteuropa-Fonds sind ausgelöscht und schafften es nicht mal in die 2. Runde. Wenn US-Fonds ihre US und ihre Euro-Variante anbieten und den ganzen OGAW-Wahnsinn, wer soll da noch Durchblicken.

      Aktuell halte ich noch um die 20% Liquidität.

      @Chrischaan
      Vielen Dank für diesen zutreffenden Link, der zeigt das Zaudern mehr kostet als einfach rein. Einfach rein mach ich seit 2016. Natürlich ist diese Beispiel schöngerechnet. Wette niemals gegen Amerika. Für Amerikaner war der SP 500 ein Segen und er hat im goldenen Zeitalter PAX Americana gefeiert und geliefert wie kein kein zweiter großer Index. Allerding sind die 3% Blödsinn, waren doch allein die Umlaufrendite in D von 1980-2000 6%+ und man hätte locker 8% für 30 Jahre erhalten können. Nicht jeder hat 40 Jahre, viele fangen später an, bei mir sind es eher 20 Jahre, ziemlich kurz Da hilft es mir nicht bei absoluten Höchst& SP500 einzusteigen. Und das Beispiel sieht bei MSCI-Anleger wesentlich schlechter aus als bei SP500. Mach das beschriebene Expetiment mal als Japaner beim Nikkei oder als Europäer auf den EuroStoxx, dann sieht das Beispiel schon viel ernüchterner aus.

      Viele Grüße

      Hansi

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