Was Dich hier erwartet:
Gute Zahlen bei einzelnen Unternehmen können in einem Bärenmarkt schnell für Kursexplosionen sorgen. Und überraschend gute konjunkturelle Zahlen können auch den ganzen Markt hochziehen.
So haben wir es am Donnerstag erlebt als die Inflationsrate in den USA für den Oktober „nur“ 7,7% betrug. Das war deutlich niedriger als erwartet und gibt Hoffnung, dass es bald wieder in erträglichere Regionen geht.
Der Aktienmarkt reagierte in den USA mit einem fulminanten Satz nach Oben und zog auch den deutschen Aktienmarkt mit.
Endlich einmal wieder deutliche grüne Zeichen in meinem Depot!
Interessanterweise hatte ich zuvor noch einen Zukauf in mein Dividendendepot getätigt. Und er war einige Stunden später dann auch schon deutlich im Plus. Glück gehabt!
Um welchen Titel es sich handelt und warum ich in diesem Fall etwas gemacht habe, was bei mir eigentlich nicht vorkommt, erfährst Du in diesem Beitrag.
Der Ausgangspunkt war eine Spekulation
Ich setze bekanntlich in meinem Zitronen-Depot auf Erträge aus Nachbesserungen aufgrund eines Squeeze-Outs. Ein solcher Squeeze-Out stand bei der KUKA AG unmittelbar bevor. Ich war bereits investiert, wollte mein Engagement aber unbedingt ausbauen, um die Chance auf eine erhebliche Nachbesserung zu erhöhen.
Das war die Ausgangslage, aber gar nicht Thema des heutigen Beitrags. Ich hatte allerdings keine Liquidität übrig und entschied mich deshalb, zunächst Aktien aus dem Dividendendepot zu verkaufen.
Hört sich komisch an und es war ein Experiment! Ich wählte mit der Deutsche Beteiligungs AG einen Titel aus, mit dem ich steuerlich einen Veräußerungsverlust realisieren würde. Und hatte die Absicht, die Aktien dann nach dem Squeeze-Out wieder zurückzukaufen.
Da erst am 1. Dezember die Zahlen zum abgeschlossenen Geschäftsjahr anstehen (per 30.09.) hoffte ich sogar, die Aktien etwas günstiger zurückkaufen zu können.
Die Private-Equity-Gesellschaft habe ich hier ausführlich vorgestellt. Und das ist die Kursentwicklung der letzten 5 Jahre:

Der Aktienverkauf
Am 8. November verkaufte ich meine gesamte Position von 187 Aktien der Deutsche Beteiligungs AG zum Kurs von 25,50 €. Nach Abzug der Provision erhielt ich von maxblue eine Gutschrift von 4.756,58 €.

Der Aktienkauf
Am 10. November kaufte ich dann 200 Aktien der Deutsche Beteiligungs AG zum Kurs von 26,85 €. Nach Addition der Provision berechnete mir maxblue dafür 5.383,43 €.

Ergebnis der Spekulation
Meine Spekulation ist damit an sich nicht aufgegangen. Der Aktienkurs ist innerhalb der 2 Tage Nichthaltezeit etwas gestiegen und ich habe – bezogen auf die ursprünglichen 187 Aktien – 252,45 € mehr und zusätzlich zweimal die Provision bezahlt.
Und trotzdem ist es okay für mich: Denn einerseits habe ich den Rückkauf dafür genutzt, meine Position zu begradigen und habe nun 13 Aktien mehr im Depot. Separat hätte ich sie wegen des doch kleinen Investitionsbetrages nicht gekauft.
Aber was mich dann doch freut: Die Aktie hat nach meinem Rückkauf gemeinsam mit dem Markt einen Satz nach Oben gemacht. Und ich bin deshalb auch geheilt: solche Spekulationen machen keinen Sinn! Ich bin froh, dass ich die Deutsche Beteiligungs AG noch für relativ wenig Aufpreis zurückkaufen konnte. Und das dann auch gemacht habe. Denn nur einen Tag später steht die Aktie schon wieder bei 28 €.
Perspektiven
Die Deutsche Beteiligungs AG gehört in diesem Jahr zu den größten Verlustbringern meines Depots. In das Jahr gestartet ist sie mit einem Kurs von 39,05 €.
Das Jahresergebnis wird sehr schlecht ausfallen. Denn bei der Bewertung der nicht-börsennotierten Beteiligung orientiert sich die Deutsche Beteiligungs AG an den Aktienkursen vergleichbarer Unternehmen. Und da das Geschäftsjahr zum 30. September endet, zählen die Kurse an diesem Tag.
Und es ist nicht schwer, sich an den grünen Oktober und den nun auch schon wieder positiven November zu erinnern. Davon wird die Deutsche Beteiligungs AG erst im neuen Geschäftsjahr profitieren. Insofern ist es für mich keine Frage, dass ich investiert bleibe. Jetzt sogar mit 7% mehr Aktien als vor dieser Spekulation.
Insgesamt sehe ich auf dem aktuellen Kursniveau der Deutsche Beteiligungs AG deutlich mehr Chancen als Risiken. Letztes Jahr gab es eine Kapitalerhöhung zu 28 €, die bei einem Aktienkurs von 41 € wie ein Schnäppchen wirkte. Aktuell ist die Aktie wieder exakt zum Preis der Kapitalerhöhung zu erwerben.
Was wird mit der Dividende?
Gespannt bin ich auf den Dividendenvorschlag. 2020 wurden 1,50 € gezahlt, dann ging es Pandemie-bedingt auf 0,80 € abwärts und in diesem Jahr wieder auf 1,60 € hoch.
In der letzten Quartalsmitteilung hat der Vorstand bekräftigt, dass er an seiner Dividendenpolitik festhalten wolle. Und dabei explizit auf seinen letztjährigen Geschäftsbericht verwiesen. Dort heißt es unter zum finanziellen Ziel „Teilhabe der Aktionäre am Erfolg durch stabile, möglichst steigende Dividenden“:
Die Aktionäre sollen an finanziellen Überschüssen in Form stabiler, möglichst steigender Dividenden beteiligt werden. Bei der Entscheidung über die Höhe der Ausschüttung spielen drei Aspekte eine wichtige Rolle: die Mittelzuflüsse aus beiden Geschäftsfeldern (Erträge aus dem Fondsgeschäft und Nettozuflüsse nach Beteiligungsveräußerungen), der künftige Mittelbedarf für (Co-)Investitionen und die Sicherung der nachhaltigen Dividendenfähigkeit. Zudem betrachtet die DBAG eine – gemessen am Kapitalmarktumfeld – attraktive Dividendenrendite als wesentlich für die Teilhabe der Aktionäre am Unternehmenserfolg.
Geschäftsbericht der DBAG 2020/21, Seite 51 (PDF)
Ich rechne mit einer Kürzung, hoffe aber, dass die 1 €-Marke nicht unterschritten wird. Zwar erwartet das Management einen Jahresverlust in Höhe von 90 bis 100 Mio. €, der sollte aber nicht liquiditätswirksam sein. Sondern vor allem durch niedrigere Bewertungen entstanden sein. Und damit wäre die Zahlung einer Dividende davon – wenn man denn will – unabhängig.
Zum Schluss des Geschäftsjahres notierte die Aktie bei 20,85 €. Wenn man die Dividendenrendite des Vorjahres von 4,5% konstant halten wollte, dann wäre dafür eine Dividende von 0,94 € nötig.
Am 1. Dezember wissen wir mehr, wenn das Jahresergebnis veröffentlicht wird. Aber selbst wenn es zu einer Streichung der Dividende käme, würde mich das in meiner Investmententscheidung nicht beeinflussen. Denn als Aktionär bin ich ja mittelbar in dem Portfolio der Beteiligungsunternehmen investiert. Und da habe ich einen langen Atem und setze auf entsprechende Beteiligungserlöse, wenn sich die Beteiligungen positiv entwickeln.
Die nun 200 Aktien der Deutsche Beteiligungs AG sind für mich eine Investition in die Zukunft. Und sie funktionieren wie Pflanzen: erst säen, dann fleißig gießen und wachsen lassen. Und irgendwann wird dann geerntet!
Auf einen Blick:
| Unternehmen: | Deutsche Beteiligungs AG |
| ISIN: | DE000A1TNUT7 |
| Im Divantis-Depot seit: | 02.02.2016 |
| Letzter Nachkauf am: | 10.11.2022 |
| Stückzahl im Divantis-Depot: | 100 |
| Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren: | 26,92 € |
| Gesamtkaufpreis: | 2.691,71 € |
| Durch Teilverkauf am 22.05.2023 realisierter Gewinn (Kurs & Dividenden): | 953,37 € |
| Bisher erhaltene Netto-Dividenden: | 717,62 € |
| Aktuelle Strategie: | Halten und Dividende kassieren |

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