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Der Wohlfühlwert mit ambitionierten Zielen bis 2030

DEFAMA Symbolbild
4.8
(56)

Die Aktie gehört zu den Titeln in meinem Depot, denen ich sehr wenig Aufmerksamkeit schenken muss. Ein Management, das weiß was es tut und keine Risiken eingeht. Dazu ein Geschäftsmodell, das auf Langfristigkeit ausgerichtet ist.

Dazu eine Transparenz, die ihresgleichen sucht. Der CEO beantwortet Fragen persönlich und die Hauptversammlung wird als Livestream bei YouTube übertragen und alle Zuschauer können Fragen stellen.

Und zusätzlich ist dieser Wohlfühlwert auch noch gut für mein Girokonto. Denn seit 10 Jahren steigen die Dividenden kontinuierlich und es ist kein Ende in Sicht.

Kein Wunder also, dass ich noch mal nachgekauft habe und so meinen Anteil weiter in Richtung meines Zielwerts geschraubt habe. Alle Details zum Nachkauf, zur Dividendenzahlung und meine Einschätzung zu den Perspektiven erfährst Du in diesem Beitrag.

Die DEFAMA Deutsche Fachmarkt AG ist eine deutsche Aktiengesellschaft, die ausschließlich in Einzelhandelsimmobilien in Deutschland (in Form von Fachmarktzentren) investiert. Ich habe sie hier ausführlich vorgestellt.

Der Kurschart zeigt 2 Hochs in Jahren 2022 und 2024 um 30 €. Aktuell hat sich der Aktienkurs bei 28 € stabilisiert:

DEFAMA-Aktie seit 2015
DEFAMA-Aktie seit 2015

Aktienkauf

3 Jahre nach dem letzten Nachkauf der Defama habe ich im März meine Position etwas aufgerundet. 20 Aktien kaufte ich hinzu, um damit meine Gesamtposition von 330 auf 350 Stück zu erhöhen. Die Order platzierte ich bei tradegate.direct zum Geldkurs (27,20 €) und erhielt dann auch nach einiger Zeit eine Ausführung. Der Aktienkauf ist bei tradegate.direct nur über Tradegate möglich, erfolgt aber ab einem Wert von 500 € komplett gebührenfrei. So zahlte ich am 20.03.2025 ingesamt 544,00 € für die 20 Aktien.

Defama Aktienkauf im März 2025

Dividendenzahlung

Die Defama zahlt – wie bei deutschen Aktien üblich – einmal im Jahr im Anschluss an die Hauptversammlung ihre Dividende. Auf der diesjährigen Hauptversammlung wurde eine Ausschüttung von 0,60 € je Aktie beschlossen (Vorjahr: 0,57 €). Das ist eine Erhöhung um 5,3%.

Für die 350 Defama-Aktien im Dividendendepot erhielt ich somit eine Brutto-Dividende von 210,00 €. Nach Abzug der Steuern ergibt das – in Addition der Abrechnungen der comdirect, von maxblue und von tradegate.direct – eine Netto-Dividende von 154,63 €. Sie wurde mit Wertstellung 23.07.2025 überwiesen.

Dividendengutschrift Defama im Juli 2025 comdirect
Die Vorsteuer-Abrechnung der comdirect für die schon länger im Bestand befindlichen 300 Aktien
Dividendengutschrift Defama im Juli 2025 comdirect Steuer
Der Steuerabzug der comdirect für die schon länger im Bestand befindlichen 300 Aktien
Dividendengutschrift Defama im Juli 2025 maxblue
Die Abrechnung von maxblue für die vor 2 Jahren nachgekauften 30 Aktien
Dividendengutschrift Defama im Juli 2025 tradegate.direct
Die Abrechnung von tradegate.direct für die im März nachgekauften 30 Aktien

Erklärtes Ziel ist es weiterhin, die Dividende jährlich zu steigern. Seit 2020 ging es jedes Jahr um 3 Cent nach Oben. Die Dividendenhistorie zeigt sogar einen stetigen Anstieg seit Beginn der Dividendenzahlungen im Jahr 2016:

JahrDividendeVeränderung
20250,60 €+5,3%
20240,57 €+5,6%
20230,54 €+5,9%
20220,51 €+6,3%
20210,48 €+6,7%
20200,45 €+12,5%
20190,40 €+17,6%
20180,34 €+70%
20170,20 €+100%
20160,10 €

Die Dividendenrendite liegt aktuell bei einem Aktienkurs von 28,00 € (Dividendenzahltag) bei 2,14%.

Meine persönliche Einstandsrendite (Yield on Cost) berechnet sich auf meinen Kaufpreis von 8.980,42 € für 350 Aktien. Das entspricht 25,66 € je Aktie und bei 0,60 € Dividende einem YoC von 2,34%. Die Abweichung gegenüber der aktuellen Dividendenrendite ist bisher also kaum spürbar. Vor allem mein Kauf Anfang 2022 zu 27,20 € war im Nachhinein zu teuer – 3 Jahre später konnte ich zum identischen Kurs nachkaufen. Durch meinen gestaffelten Einstieg bin ich aber trotzdem auf einen akzeptablen Durchschnittskurs gekommen. Meine Kaufhistorie der Defama jetzt wie folgt aus:

DatumStückKursGesamt
2.11.2110025,002.511,15
17.1.2210027,202.731,70
1.6.2210025,002.518,67
21.7.233022,20674,90
20.3.252027,20544,00
Summe3508.980,42
alle Angaben in Euro

Perspektiven

Den Kauf im Januar 2022 zu 27,20 € fand ich im Nachhinein zu teuer, habe aber im März 2025 exakt zu diesem Kurs wieder gekauft. Wie das zusammen passt?

3 Jahre später sind die Geschäftszahlen von Defama aus meiner Sicht noch deutlich besser geworden und die Bewertung deshalb auch wieder attraktiver.

Im Vergleich muss man berücksichtigen, dass sich die Anzahl der Aktien zwischen den beiden Käufen erhöht hat, da im März 2022 eine Kapitalerhöhung bei institutionellen Anlegern zum Kurs von 27,00 € platziert wurde. Deshalb schaue ich auch eher auf die Werte pro Aktie.

2022 lag die wichtigste Kennzahl FFO (Funds From Operations) bei 1,82 € je Aktie. Sie stieg 2023 auf 2,02 € an und 2024 erreichte sie 2,08 €.

27,20 € im Aktienkurs entsprachen 2022 damit einer FFO-Rendite von 6,7%. Mit dem Niveau von 2024 ist der Wert schon auf 7,6% angestiegen. Und 2025 soll der FFO um weitere 10% auf 2,29 € je Aktie steigen. Der annualisierte FFO liegt bereits bei 2,50 € je Aktie, wird so jedoch erst bei ganzjährigem Bestand aller Objekte und dazugehöriger Mieteinnahmen als FFO erreicht werden.

Auch 2024 ist es dem Management gelungen, wieder diverse Objekte zu attraktiven Preisen zu erwerben. Insgesamt wurden so 14 Objekte erworben, die Ist-Mieten von 2,8 Mio. € jährlich mitbringen. Im Durchschnitt wurden sie zum 9,9-fachen der Ist-Mieten erworben.

Im Gegenzug wurde das Objekt Büdelsdorf mit einer Ist-Miete von 550 T€ zu einem Preis von 6,7 Mio. € verkauft. Das entspricht dem 12-fachen und bewirkte einen positiven Ergebniseffekt von 1,5 Mio. € vor Steuern. Es war zudem die einzige Immobilie im Bestand, deren Mieterstruktur nicht von Filialisten, sondern von Einzelgeschäften geprägt ist.

Noch wichtiger an dem Verkauf war aber, dass damit über 3 Mio. € nach Steuern und Ablösung der Bankfinanzierung als Liquidität zuflossen. Und damit erhebliche Mittel für Neuankäufe freigesetzt wurden.

Auf diese Art und Weise kann das Portfolio wachsen, ohne dass es einer Kapitalerhöhung bedarf. Denn das ist ein Knackpunkt bei vielen anderen Immobilienunternehmen, insbesondere REITs. Sie finanzieren ihr Wachstum über die Ausgabe neuer Aktien. Das führt dann zu einer stetigen Verwässerung der Aktionäre und die Kennzahlen wachsen nicht so stark wie es bei der DEFAMA möglich ist.

Die letzte Kapitalerhöhung nahm die DEFAMA im März 2022 zum Kurs von 27,00 € vor. Auf absehbare Zeit soll das – dies wurde auf der jüngsten Hauptversammlung noch einmal bekräftigt – die letzte Kapitalerhöhung gewesen sein. Unternehmenswachstum ist kein Selbstzweck, sondern erfolgt stets mit dem klaren Ziel der Wertsteigerung je Aktie.

Das Eigenkapital stieg im Jahr 2024 von 42,9 auf 44,7 Mio. €. Das entspricht 9,31 € je Aktie. Im Zuge des Portfolioausbaus stiegen auch die Bankverbindlichkeiten von 164,3 Mio. € auf 189,9 Mio. €. Die Finanzierungen verteilen sich allerdings auf 40 Banken mit einer durchschnittlichen Zinsbindung von 7,9 Jahren. Der durchschnittliche Zinssatz liegt bei 3,02% und die Anfangstilgung bei 4,01%. Die Zinsbindungsausläufe sind zudem gut verteilt und es besteht kein Risiko aus emittierten Anleihen, die dann zu einem bestimmten Zeitpunkt refinanziert werden müssten.

Insgesamt läuft das Geschäft von DEFAMA weiterhin rund. Das Management berichtet über ein steigendes Angebot an attraktiven Kaufobjekten. Dabei akzeptieren immer mehr Verkäufer Kaufpreise zu oder unter der 10-fachen Nettokaltmiete. Gleichzeitig ist es für DEFAMA bei diesen Konditionen problemlos möglich, Finanzierungen zu erhalten und dort verhältnismäßig wenig Eigenkapital einsetzen zu müssen. Unterm Strich sieht die DEFAMA den zwischenzeitlichen Zinsanstieg sogar eher positiv für das Geschäftsmodell.

Das Portfolio umfasst nun 91 Standorte mit einer Vermietungsquote von 96,2%. Rund 80% der Nettokaltmieten stammen von bonitätsstarken Filialisten. Aber auch hier findet sich eine „gesunde“ Verteilung ohne größere Klumpen.

Ich bin weiterhin von meinem Investment überzeugt und sehe die Entwicklung sehr entspannt. Das Management ist kompetent unterwegs und vermeidet Abenteuer. Das unterstreicht auch die Langfristplanung.

Sie sieht bis zum Jahr 2030 das Erreichen eines Portfoliowerts von 500 Mio. € vor (Stand per 30.06.2025: 344 Mio. €). Der FFO soll bei annualisierten Nettomieten von 42 Mio. € mindestens 19 Mio. € bzw. mehr als 4,00 € je Aktie erreichen. Bei 4,8 Mio. Aktien beinhaltet dieses Ziel schon mathematisch keine Kapitalerhöhung. Bei 4,00 € FFO je Aktie müsste der Gesamtwert 19,2 Mio. € sein.

Wenn das Ziel für den FFO erreicht wird, entspricht dies einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 11,4% in den nächsten 5 Jahren. Damit sollte dann auch ein Dividendenwachstum im Rahmen der Vorjahre möglich sein.

Ich bin auch überzeugt davon, dass der Aktienkurs tendenziell mit dem geplanten Wachstum mithalten wird. Allerdings erwarte ich keine Kursrakete. Für mich ist die DEFAMA einfach ein Investment in die Assetklasse Immobilien. Mit dem großen Luxus, dass ich mich um nichts kümmern muss. Ich bin nicht für die Instandhaltung verantwortlich, auslaufende Mietverträge sind für mich nicht relevant und ich muss auch keine Mieteingänge überwachen oder Nebenkosten abrechnen. Zusätzlich kann ich ohne Grunderwerbsteuer oder Maklercourtage einfach neue Aktien erwerben und damit meinen Bestand erhöhen. Das hört sich vielleicht etwas komisch an – aber aufgrund der Transparenz lässt sich das einfach durchrechnen. Das Portfolio enthält 326.983 Quadratmeter vermietbare Fläche. Meine 350 Aktien entsprechen einem Anteil von 0,0073%. Das sind damit 23,84 Quadratmeter. Halte ich die Bruttodividende von 210,00 € dagegen, dann erziele ich einen monatlichen Ertrag daraus von 0,73 € je Quadratmeter. Wohlgemerkt: nach allen Kosten und ohne zeitlichen Aufwand. Das ist für mich passend!

Mein Ziel ist weiterhin, meinen Anteil zu erhöhen. Mit 480 Aktien würde ich auf exakt 0,01% kommen. Und mein Quadratmeter-Anteil würde auf 32,69 steigen.

Trotz aller positiven Aspekte ist mir abschließend der Hinweis wichtig, dass es sich bei der DEFAMA um einen Small-Cap mit einer Marktkapitalisierung von rund 130 Mio. € handelt. Ein großer Teil der Aktien ist zudem in festen Händen, so dass es bei der Kursbildung auch schon mal zu Ausschlägen kommt, die durch kleinere Orders ausgelöst werden. So reichte ein Vortrag des CEO im letzten November auf dem Eigenkapitalforum in Frankfurt aus, um den Aktienkurs kurzzeitig über 30 € steigen zu lassen. Ich saß selbst im Publikum und war über die Kursauswirkungen verblüfft. Offenbar hatte ein Zuhörer unlimitiert geordert und musste einen hohen Preis dafür zahlen. Deshalb gilt bei der DEFAMA noch mehr als bei größeren Aktien: Jede Order immer limitieren!

Auf einen Blick:

Unternehmen:DEFAMA Deutsche Fachmarkt AG
ISIN:DE000A13SUL5
Im Divantis-Depot seit:02.11.2021
Letzter Nachkauf am:20.03.2025
Stückzahl im Divantis-Depot:350
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:25,66 €
Gesamtkaufpreis:8.980,42 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:536,98 €
Aktuelle Strategie:Halten und Dividende kassieren

für diesen Beitrag verwendete Quellen:
Präsentation des Vorstands zur Hauptversammlung 2025
Quartalsbericht I/2025
Geschäftsbericht 2024

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Kommentare

19 Antworten zu „Der Wohlfühlwert mit ambitionierten Zielen bis 2030“

  1. Avatar von Mr. B
    Mr. B

    Danke für deinen Beitrag. Mich wundert der extreme Unterschied zur Entwicklung zur Hamborner Reit, obwohl sie in einem recht ähnlichen Bereich tätig sind.

    Ich bin in beide investiert.

    Beste Grüße
    Mr. B

    1. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      Hallo Mr. B,

      der Unterschied ist, dass DeFama in kleine und mittlere Städte investiert, weniger in Großstädten.
      Außerdem investiert Hamborner REIT neben Märkten auch in Büroflächen.

  2. Avatar von Thomas
    Thomas

    Ja, Hamborner Reit etwa 43% Büro-Immobilien im Portfolio. Das ist nicht gerade hot zur Zeit. Ob in Zukunft auch eher fraglich.
    Deutsche Euroshop AG auch eher durchwachsen. Kaufverhalten in zentralen Innenstadtlagen auch mäßig zur Zeit.
    Wie man es schlecht machen kann, würde ich beispielhaft an der Deutsche Konsum REIT-AG Aktie festmachen.
    viel provinzielles, zweit und drittklassige Märkte mit „BayWa Charme und Sound“ Schlecker hatte in besten Zeiten in D etwa 11 000 Filialen, genutzt hat Größe denen gar nix.
    Ben hat sich mit DEFAMA schon die besten ausgesucht.
    Hauptmieter bei DEFAMA sind ALDI, EDEKA, Kaufland, LIDL, Netto, NORMA, Penny, REWE, Rossmann, dm-Drogerie, Getränke Hoffmann, JYSK, AWG, Deichmann, KiK, Takko, TEDi und toom.
    Das sind die big Player und zahlungsfähig auch noch kurz vor der Dämmerung des Abendlandes (Ironie)
    Ben hats schon richtig gemacht. Langweilig aber ganz gut.

  3. Avatar von Matthias
    Matthias

    Sehr cool.
    Dieses Unternehmen ist mir noch nie aufgefallen. Klingt vielversprechend. Und die ‚entgangene‘ Kursentwicklung darf man natürlich nicht traurig sein. Andererseits wäre sie einem nie aufgefallen.
    Habe mich gleich gefragt, in WELCHE Fachmärkte in DEFAMA involviert sind und bin auf die Präsentation von DEFAMA 2023 gestoßen.
    Alles bekannte Läden.

    https://defama.de/wp-content/uploads/2023/11/DEFAMA-Praesentation-2023-11-EKF.pdf

  4. Avatar von Michael Peters
    Michael Peters

    DEFAMA ist ein tolles Unternehmen und auch der CEO Matthias Schrade ist ein bodenständiger, professioneller Typ. Ich habe die Aktien aber vor längerem wieder verkauft, weil die Wertentwicklung der Aktie in keinem angemessenen Verhältnis zum Risiko steht.
    DEFAMA ist von der Kapitalisierung her ein Small Cap, das sich zudem auf einen regionalen Markt (Deutschland) konzentriert. Entsprechend überdurchschnittlich ist das Risiko. Dafür steht die erfolgte Wertentwicklung in keinem angemessenen Verhältnis, wenn man sich die letzten 5 Jahre anschaut. Ok, es gab/gibt die Immobilienkrise und viele andere Immo-Aktien haben sich deutlicher negativer entwickelt.
    Gleichwohl sehe ich die Aktie in keinem angemsessenen Verhältnis zum bestehenden Risiko eines Small Cap-Investment.

    1. Avatar von UrsprungsFrank
      UrsprungsFrank

      … wie sehr hängt Wohl und Weh der Gesellschaft eigentlich von Herrn Matthias Schrade ab? Ein Hauptargument des Wohlwollens für das Investment ist in der Solidität des CEO begründet. Wir sehen bereits vergleichbare denkbare Szenarien bei Warren Buffet …

      Ich habe es jetzt nicht überschlagen, aber wenn ich morgen DEFAMA kaufen würde, würde ich wohl noch ein paar Jahre warten müssen bis die Dividendenrendite so 4% beträgt, die ich bereits jetzt bei anderen soliden Firmen in Aussicht gestellt bekomme. Große Kursperformance ist eh nicht zu erwarten und ich gehe also das Risiko ein, dass die in Aussicht gestellte Dividendenerhöhung auch realisiert wird. Zeigt sich hier auch nur ein Jahr mal eine Schwäche (gar nicht mal dramatisch), dann rauscht bei der vorliegenden MK der Aktienpreis nach unten. Anstehende Visionen, der zweite Rettungsanker bei Schreckensmeldungen, gibt es hier nicht. Oder wollen Lidl und Co. ihr Angebot bspw. in Fitnesscenter, bei Beauty-Diensten oder ähnlichem erweitern?

      Gruß Frank

    2. Avatar von Ben Warje

      Hallo Frank,

      natürlich ist Matthias Schrade ein wesentlicher Faktor für das Vertrauen in die DEFAMA. Vom Alter her bin ich da auch nicht beunruhigt und er ist als größter Aktionär auch weiterhin hochmotiviert. Aber natürlich kann immer etwas passieren, was ich ihm nicht wünsche. Der Vorstand ist glücklicherweise schon vor einiger Zeit mit Matthias Stich ergänzt worden. Im Falle eines Falles könnte er die Geschäfte sicherlich zunächst allein führen. Der Aufsichtsrat ist wiederum so gut vernetzt, dass dann ein fähiger 2. Vorstand gefunden werden würde. Aber selbst wenn man simuliert, dass DEFAMA dann nicht so wachsen würde wie vorher, sähe ich immer noch wenig Risiko. Das Potenzial wäre dann weg, das ist klar. Aber der Bestand ist ja gut finanziert und profitabel. Man könnte anfangen und die Objekte einzeln verkaufen. Oder aber – solche Anfragen gibt es angabebgemäß immer wieder – das komplette Portfolio an einen Investor verkaufen. Die Größenordnung ist für ein Family Office machbar und attraktiv.
      Was die Dividenden angeht, stimme ich Dir zu. Die Dividendenrendite ist niedrig und es dauert sehr lang, bis da eine vernünftige Zahlung herauskommt. Deshalb auch mein Vergleich mit einem Direktinvestment in Immobilien. Da habe ich den ganzen Aufwand und der Ertrag ist auch nicht wirklich höher. Aber das muss natürlich jeder für sich entscheiden.

      Viele Grüße Ben

    3. Avatar von Ben Warje

      Hallo Michael,

      ich respektiere Deine Meinung. Das Wichtigste ist für mich immer, dass ich mich mit einem Investment wohl fühle. Wenn das für Dich nicht der Fall ist, dann war der Verkauf die richtige Entscheidung. Und das ist ja bei jedem Trade an der Börse so, dass es einen Käufer und einen Verkäufer gibt. Also unterschiedliche Einschätzungen und Motivationen. Ich schaue auf das Portfolio der DEFAMA und sehe, dass sie die Objekte zu einem geringen Vervielfacher einkaufen. Die interne Rendite auf ein Objekt stimmt also. Und die wenigen Verkäufe, die sie bisher getätigt haben, zeigten jeweils höhere Multiplikatoren. Den Aktienkurs sehe ich auch nicht als überbewertet an. Bei einem Portfoliowert von 323 Mio. € und einer Verschuldung von 190 Mio. € bleiben 133 Mio. € übrig. Das sind 27,70 € je Aktie und damit ziemlich genau der aktuelle Aktienkurs. Es bleibt allerdings ein Small Cap, darauf habe ich im Beitrag ja auch hingewiesen.

      Viele Grüße Ben

    4. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      Hallo Michael,

      wenn eine Aktie nicht zusagt, dann sollte man verkaufen. Also Alles richtig gemacht. ;)

      Ich möchte nur auf das Risiko eingehen. Ein SmallCap, dass sich auf dem heimischen Markt tummelt ist doch nicht risikobehafteter als ein SmallCap, dass Europa oder die Welt als Zielmarkt hat.
      Welches SmallCap zahlte eine hohe Dividende und bestand in seinem Markt? Ich kenne keines!
      Bei SmallCaps ist es wichtiger, der Führung zu vertrauen. Wie geht Sie mit den Aktionären um? Verstehe ich die Entscheidungen, weil Sie erläutert wurden?

      Das Risiko ergibt sich aus Kapitalverfügbarkeit und den Investitionen, die getätigt wurden, und nicht nur aus dem Markt, wo die Firma beackert. Viele große Firmen beackerten den internationalen Markt und verschwanden wieder. Immer hinterfragen, was ist die Story, die einem Aktionär verkauft wird und wie agiert das Unternehmen.

      Die finanziellen Daten und die Aktionen sind bisher bei DeFama absolut stimmig und in Ordnung. Kauf und Verkauf von DeFama sind für diesen Markt überdurchschnittlich.
      Wer 5%er (brutto!) will, muss halt in die USA gehen. Der Kurs zeigt, was der Markt davon hält.

      Mal davon abgesehen, wer eine gute Gesamtperformance möchte ist auf dem Immo-Markt (wie Telecom-Markt) auf dem falschen Dampfer. Immo sollte immer nur eine Beimischung sein, aber kein Schwerpunkt.

  5. Avatar von Volker Mühlhausen
    Volker Mühlhausen

    Ich verstehe den Invest in DEFAMA unter Rendite/Risikobetrachtung ebenfalls nicht, wenn WP Carey und Realty Income etwa 5,5% Dividendenrendite aktuell abwerfen. Ok, das Dollarrisiko….und Donald….

    Allerdings versuche ich auch Unternehmen mit Marktkapitalisierung von unter 2 Mrd. € zu vermeiden.

    Wir werden sehen, was bei rauskommt ;-)

    1. Avatar von Ben Warje

      Hallo Volker,

      vielen Dank für Dein Feedback. Realty Income habe ich ja auch im Depot und das Depotgewicht ist 0,2% höher als bei der DEFAMA. Es sind unterschiedliche Geschäftsmodelle und Ansätze, die die beiden Unternehmen haben. Als Freund von Diversifizierung würde ich jetzt auch nicht nur auf das eine Modell setzen und behaupten, dass es gegenüber allen anderen Modellen überlegen ist. Die Dividendenrendite von Realty Income ist deutlich höher. Dafür steigt die Anzahl der ausgegebenen Aktien jedoch. Und wenn ich den Aktienkurs vergleiche, war DEFAMA in den letzten Jahren das deutlich stabilere Investment. Aber es ist auch ein Vergleich von 44 Mrd. € Marktkapitalisierung gegen 130 Mio. €.
      Generell finde ich es einen guten Ansatz, auf große Unternehmen zu setzen. Die DEFAMA gehört für mich zu den Ausnahmen, da ich hier eine vorbildliche Transparenz erlebe und mich deshalb auch mit einem Small Cap wohl fühle. Das liegt aber auch an der Branche, die aus meiner Sicht nicht so riskant und volatil ist.

      Viele Grüße Ben

  6. Avatar von Thomas
    Thomas

    wenn sich der Wind für Immobilienaktien mal wieder drehen sollte (und wir erinnern noch gut an die Zeiten, als Immobilienaktien ein must have war)
    dann dürfte aber die Defama ganz vorn mit dabei sein. LEG, TLG etc stehen alle schlechter da.
    Ich denke gute strategische Auswahl.

    IG Weekend Dax nach EU Trump Deal etwa 0,80 Prozent up zum Freitag Schluß.
    vlt kann sich Deutschland/Dax jetzt in Klarheit bezüglich USA langsam nach oben arbeiten.

  7. Avatar von Tobs
    Tobs

    Ich halte nach dem heutigen Kursrückgang das KGV von Novo Nordisk bei den angekündigten Wachstumszahlen für noch ok. Aber als Außenstehender würde ich erst opportunistisch reinspringen, wenn’s richtig billig werden sollte. Ein bisschen mehr Sicherheitsmarge schadet nicht, denn sie scheinen den Wettbewerb in den USA ja überhaupt nicht in den Griff zu bekommen. Bin gespannt auf Bens Monatsabschluss; ich vermute, einen Divantis-Novo Nordisk Brennpunkt wird es vorher nicht geben. Im 30er Bereich (Euro, nicht Kronen :-) ), könnte ich mir vorstellen, auf den Diabetes- und Fettweg-Zug aufzuspringen!

    1. Avatar von Ben Warje

      Hallo Tobs,

      richtig, einen Brennpunkt gibt es nicht. Ich habe vor, erst Ende August anlässlich der nächsten Dividendenzahlung wieder etwas Größeres zu Novo-Nordisk zu schreiben. Die Prognosesenkung hat mich jetzt nicht überrascht, da es ja einen CEO-Wechsel gegeben hat. Das Ausmaß ist allerdings schon überraschend. Am unteren Ende der Prognose nur noch ein einstelliges Umsatzwachstum – das ist wirklich wenig! Gewinnwachstum aber immer noch zweistellig. Ich erwarte, dass der neue CEO die gesenkte Prognose erfüllen wird. Und zwar nicht am unteren Ende, sondern eher oberhalb der Mitte. Schließlich will er direkt Erfolge zeigen. Ich habe mir heute 25 Aktien zusätzlich ins Depot gelegt. Das wiegt den heutigen Kursrückgang noch nicht auf, aber dieses Kursniveau finde ich jetzt langsam wirklich interessant. Wahrscheinlich war der Nachkauf noch zu früh, aber ich habe noch Pulver trocken. Gegen den 30er Bereich hätte ich auch nichts einzuwenden!

      Viele Grüße Ben

    2. Avatar von Hansi
      Hansi

      Hallo Tobs,
      hab heute mal ne erste Ikea-Position Novo aufgemacht. Nr. 149 mit 475€. Sehe es auch so. Unter 35 würde ich weiter aufstocken.
      Immobilien und Telco terrorisiern mich seit Jahren mit negativer Rendite.

    3. Avatar von Tobs
      Tobs

      Hallo Hansi,

      ja, wer hätte das gedacht…2015 kaufte ich eine erste Position (ein wenig mehr als eine erste Ikea Position, irgendwas im mittleren vierstelligen Bereich). Erinnere mich, dass damals auch irgendwelche Zweifel bestanden, ob Novo Nordisk noch wachsen könne usw.

      Und dann verkaufte ich nicht mal ein Jahr schon wieder, aber nur deswegen, weil ich Eigenkapital für Kapitalanlagewohnungen benötigte. Ich war jung und immer brauchte man Geld – verdammt! :-) Und als der Kurs vor allen Dingen die Folgejahre ab 2020 nur noch nach oben lief, machte mich das natürlich einigermaßen betrübt (das ist eine glatte Untertreibung:-)).

      Hätte nie daran nur einen Gedanken verschwendet, dass der Kurs wieder so nah an meinen damaligen ursprünglichen Einstand gereichen würde, zumal heute ja ganz andere Umsätze und Ergebnisse verdient werden als damals vor zehn Jahren.

      Aber man sieht: Hinterherlaufen ist nie gut, erst Recht nicht im Hype. Papa Schwerkraft holt sie meistens doch wieder zurück. Wenn das Teil in die 30er geht, dann hole ich mir wieder zurück, was zu mir gehört! :-) Für 25 Euro, so realistisch bin ich, werde ich sie aber wohl nicht wieder zurückbekommen….

  8. Avatar von Thomas
    Thomas

    Sparplan auf Novo Nordisk läuft. kann gern in weiter sinkende Kurse reinlaufen. zur Zeit etwa 58 € durchschnittlicher EK. Natürlich sind bei bei Semaglutid jetzt alle möglichen copycats unterwegs, was aber auch die Attraktivität des Marktes beweist. Es ändert nichts daran, das diese Medikamente dauerhaft benötigt werden
    und eine Umkehr zur mehr Bewegung und weniger Fastfood eher noch erschweren.
    kitchen sinking des neuen CEO möglich, Zollauswirkungen Pharma USA möglicherweise negativ.
    Unabhängig davon hält Novo etwas unter 50% an der weltweiten Insulinversorgung und die Prävalenz sowohl von Diabetes als auch Übergewichtigkeit bleibt weiter steigend. Schon alleine deswegen Novo weiter interessant.

  9. Avatar von Volker Mühlhausen
    Volker Mühlhausen

    Hallo zusammen,

    ich oute mich auch als erstmaliger ins fallende Messer Greifer bei Novo Nordisk mit einer Kleinmenge von 10 Stück zu knapp 48 €.

    Hatte sie seit einigen Monaten auf der WL, konnte aber ihr Produkt Ozempic als „Neu“ Patient nicht bekommen und bediente mich deswegen bei Eli Lillys Mounjaro. Die hatten in D keine Lieferschwierigkeiten; ich war aber in meiner Apotheke der erst Mounjaro Bezieher; Ozempic hatte mehr als 20 Stammkunden dort.

    Dabei habe ich memoriert, dass nune als Ozempic.

    Ich denke, dass die Massenproduktion und die dazu kommende Konkurrenz die Preise weiter deutlich drücken werden, sogar sehr deutlich. Rabattverträge in D scheinen mir denkbar; in USA erwarte ich, dass Donald kräftig die Medikamentenpreise drücken will.

    Im Ergebnis denke ich, dass der Wettbewerb um Diabetes / Abnehmmedikamente /Behandlung des Stoffwechsels (Blutdruck, Übergewicht, Lipidwerte) bei weitem noch offen ist und billige Novo da aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung bei Diabetes durchaus gute Chancen zu. Der Führungswechsel ist für mich ein Signal, dass nun auch der größte Eigentümer Druck macht, die Chancen besser zu nutzen und der Abwärtstrend mal demnächst einen Boden bilden könnte.

    Wie üblich beim Griff in ein fallendes (Aktien-) Messer plane ich weitere Nachkäufe, dabei greife ich gerne erstmals bei 30 % Verlust zu und bei weiteren 30% dann den 1. Nachkauf. Das wären hier knapp 34 €. Insgesamt sind für mich 3 – 5 kleine Käufe denkbar.

    Viel Glück und gute Nerven
    Volker

    1. Avatar von Volker Mühlhausen
      Volker Mühlhausen

      Korrektur: Gemeint war, dass Ozempic einfach billiger war, als der Preis von Mounjaro.

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