Nachzügler am australischen Aktienmarkt zahlt Dividende

4.6
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Meine australischen Investments machen richtig Freude in den letzten Wochen. Bei Sydney Airport nutzte ich ein Übernahmeangebot für einen Verkauf. Vom Erlös verdoppelte ich meine Position bei Spark Infrastructure und einige Tage später gab es auch dort ein Übernahmeangebot. Es wurde mittlerweile zweimal erhöht und dürfte demnächst zu einem weiteren hohen Erlös führen.

Und meine dritte australische Aktie im Dividendendepot? Sie wird zwar nicht übernommen, erhöht dafür aber ihre Dividende wieder. Mehr als 30% steigt sie an und sorgt damit ebenfalls für gute Laune.

Wie ich die weiteren Aussichten der Aktie nun einschätze und ob auch im nächsten Jahr mit weiteren Dividendenerhöhungen zu rechnen ist, erfährst du in diesem Beitrag.

Noch ohne Übernahmeangebot steht die Transurban Group aus Australien auf dem Kurszettel. Sie betreibt dort und in den USA Mautstraßen. Vorgestellt habe ich die Aktie hier.

Dividende

Die Transurban Group zahlt zweimal im Jahr eine Dividende, nach der Zwischendividende ist nun die Schlussdividende dran. Sie steigt von 0,16 AUD auf 0,215 AUD je Wertpapier. Das ist eine Erhöhung um 34,4%. Für die 600 Stück in meinem Dividendendepot ergibt das eine Brutto-Dividende von 129 AUD. Die Consorsbank rechnete die Dividende zum Kurs von 1,6467 bzw. 1,64452 in Euro um. Wie bei jeder Dividendenzahlung der Transurban Group gab es verschiedene Abrechnungen mit unterschiedlichen Quellensteuersätzen und diesmal auch an unterschiedlichen Tagen. Das liegt prinzipiell daran, dass es sich um ein gestapeltes Wertpapier aus Aktien und Schuldverschreibungen handelt. Trotzdem ist es nicht optimal, wenn die Abrechnungen nicht zeitgleich kommen und dann auch noch unterschiedliche Wechselkurse haben. Nach Abzug aller Steuern verbleibt addiert eine Netto-Dividende von 57,89 €. Sie wurde rückwirkend mit Wertstellung 23.08.2021 überwiesen.

Dividendengutschrift Transurban Group im August 2021 mit 0% Quellensteuer
0% Quellensteuer
Dividendengutschrift Transurban Group im August 2021 mit 0% Quellensteuer
0% Quellensteuer
Dividendengutschrift Transurban Group im August 2021 mit 10% Quellensteuer
10% Quellensteuer
Dividendengutschrift Transurban Group im August 2021 mit 15% Quellensteuer
15% Quellensteuer
Dividendengutschrift Transurban Group im August 2021 mit 30% Quellensteuer
30% Quellensteuer

Perspektiven

Die Freude über die Dividendenerhöhung ist natürlich da. Allerdings darf man nicht vergessen, dass die Halbjahresdividende um 51,6% gekürzt wurde und damit insgesamt für das Geschäftsjahr 2021 nur eine Dividende von 0,365 AUD gezahlt wurde. Letztes Jahr waren es noch 0,47 AUD und davor – ohne Corona! – satte 0,59 AUD. Aber immerhin sind die 0,365 AUD nun vollständig in der Corona-Zeit gewesen und insofern sollte hier ein Boden gefunden sein.

Wie überall auf der Welt ging auch auf den von der Transurban Group bewirtschafteten Straßen der Verkehr infolge von Lockdowns, Home-Office und Ausgangssperren deutlich zurück.

Der durchschnittliche tägliche Verkehr ging um 7% zurück. Aufgrund neu eröffneter Mautstraßen reduzierte sich das Minus zwar auf 0,4%, aber es bleibt ein Verkehrsrückgang.

Das führte zu einem Rückgang im Free Cash Flow von 13,5%. Und eigentlich wäre auch ein Jahresverlust ausgewiesen worden. Das konnte durch den Verkauf von Mautrechten in den USA verhindert werden. Verkauft wurden 50% der Rechte, so dass die Einnahmen im Großraum Washington nun mit Partnern geteilt werden.

Die Ausschüttungen waren zu 128% vom Free Cash Flow gedeckt.

Insgesamt bin ich beim Lesen der Präsentation der Jahresergebnisse jedoch positiv gestimmt. Die Transurban Group ist mit Konzessionen für 21 Mautstraßen breit aufgestellt, die durchschnittlich noch eine Restlaufzeit von 26 Jahren haben. Und sie hat aktuell noch 8 Projekte in der Pipeline, die in den nächsten 5 Jahren eröffnet werden sollen. Hinzu kommen weitere 7 Projekte, die noch mindestens 5 Jahre Entwicklungszeit beanspruchen.

Bei den beiden im letzten Geschäftsjahr neu eröffneten Mautstraßen liegt der Verkehr sogar oberhalb der Erwartungen. Die neuen Projekte decken also einen vorhandenen Bedarf und genauso sollte es bei den Pipeline-Projekten auch sein.

Normalisiert sich der Verkehr wieder, dann werden auch die vorherigen Erträge wieder erreicht. Und eine Normalisierung des individuellen Straßenverkehrs sehe ich eher als im Flugverkehr.

Denn gerade durch Corona wissen wieder viele Menschen ihr Auto zu schätzen. Dort müssen sie keine Maske tragen und kommen nicht mit anderen, potentiell ansteckenden Menschen in Kontakt. Wer zur Arbeit oder zum Einkauf muss und es sich leisten kann, fährt Auto.

Für mich ist die Transurban Group aktuell kein Nachkauf. Das hat aber lediglich den Grund, dass ich weiterhin mit einer Kapitalerhöhung in den nächsten Monaten rechne. Denn neue Projekte benötigen frisches Geld. Und mit der Dividendenerhöhung und dem klaren Bekenntnis, auch im neuen Geschäftsjahr eine Dividende zu zahlen, die sich am Free Cash Flow orientiert, unterstreicht das Management die Aktionärsinteressen.

Da für mich absehbar ist, dass mein Investment in Spark Infrastructure schon demnächst ausbezahlt werden könnte (die Übernahme ist wohl nur ein Frage der Zeit), werden dann auch wieder Mittel frei, die ursprünglich in Australien angelegt waren.

Und wenn es zur Kapitalerhöhung bei der Transurban Group kommt, dann werde ich daran teilnehmen und meine Investition in diese Aktie weiter erhöhen. Ich habe bisher schon zweimal an Kapitalerhöhungen von Transurban teilgenommen und das hat über die Consorsbank immer gut geklappt.

Die Aktie hat eher den Charakter einer Anleihe für mich und versorgt mich mit einem stetigen Dividendenfluss. In diesem Jahr hat sie sich bisher seitwärts bewegt. Erholungspotenzial ist also noch genügend vorhanden.

Auf einen Blick:

Unternehmen:Transurban Group
ISIN:AU000000TCL6
Im Divantis-Depot seit:16.08.2016
Letzter Nachkauf am:08.10.2019
Stückzahl im Divantis-Depot:600
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:8,08 €
Gesamtkaufpreis:4.849,04 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:455,07 €
Aktuelle Strategie:Halten und Dividende kassieren

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4 Gedanken zu „Nachzügler am australischen Aktienmarkt zahlt Dividende“

  1. Hi, ich habe die Spark Infra auch im Depot.
    Ich habe gelesen, dass das Übernahme-Angebot bei 2,95 AUD liegt, aktuell etwa 1,85 EUR.
    Bei meinem Broker werden mir als aktuellen Kurswert 1,75 EUR angezeigt.

    Also das bedeutet, zum Tag X bekomme ich die Position automatisch vom Broker zu 2,95 AUD ausgelöst, ohne dass ich etwas dafür tun muss?
    Was ist mit der eigentlich im September nun fälligen Divi, die entfällt dann?

    Gruss Joe

    1. Hallo Joe,
      die Dividende im September wird trotz der Kaufofferte ausgezahlt (Stichtag hierfür war bereits im Juli). Soweit ich das gelesen habe, wird die Dividende die im September gezahlt wird vom Kaufpreis abgezogen, da diese ja noch gezahlt wird. Deshalb notiert die Spar-Aktie an der Börse in Sydney auch nur bei rund 1,85 australischen Dollar.
      Mit Barabfindungen bei ausländischen AGs hatte ich bereits negative Erfahrungen gemacht. Häufig werden die Barabfindungen in Deutschland bei der Auszahlung steuerlich wie eine Dividende behandelt. Ärgerlich denn in diesem Fall gehen 25 Prozent vom gesamten Wert der Aktienposition an Steuer weg, beim Verkauf über die Börse muss ja nur der Kursgewinn versteuert werden.
      Aus diesem Blickwinkel wäre ein vorheriger Verkauf der Sparkasse-Aktie über die Börse der bessere Weg. Ich habe meine Position deshalb kürzlich mit Limit 1,75 Euro veräußert und bin diesem möglichen Steuerrisiko somit aus dem Weg gegangen.

      Grüße Dividend Skywalker

      1. Hallo Skywalker,

        vielen Dank für Deinen post.

        Das mit der Barabfindung war mir neu.
        Gut, dass ich gefragt habe :-)

        Denke, ich werde sie nun auch verkaufen, aktuell steht Spark bei mir persönlich mit etwa 20% im Plus
        und die Divi kommt dann auch noch. Da sind die Schmerzen nicht ganz so hoch :-)

        Hätte sie gern langfristig behalten, aber wenn es nicht anders geht.
        Gibt ja immer Alternativen, die man stattdessen ins Depot legen kann.

        Freundliche Grüße
        Joe

  2. Hallo Ben,
    ich bin bei dieser Art von Aktien etwas skeptisch, da ich mich mit einer Prognose des zukünftigen Straßenverkehrs schwer tue. Das Thema Umwelt rückt ja immer mehr in den Fokus und spätestens seit Corona ist Homeoffice auch kein böses Wort mehr für Unternehmer. Sollte dann auch noch der LKW-Verkehr (wieder) zunehmend durch das Schienennetz ersetzt werden und sich das Konzept vom last mile delivery durchsetzen, könnte sich das negativ auf die Einnahmen der Transurban Group auswirken.
    Oder male ich hier zu Schwarz und habe ein paar wesentliche Dinge übersehen?

    Viele Grüße,
    MrTott

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