Was Dich hier erwartet:
Was für eine Überschrift! Vor wenigen Wochen hatte ich noch überhaupt keinen Rentenfonds in meinem Depot und jetzt schreibe ich schon von einem Portfolio…
Im März hatte ich Dir einen Rentenfonds vorgestellt, in den ich investieren wollte. Das Besondere daran: es war ein Laufzeitfonds, der bis zum Jahr 2024 läuft und dann endet. Der Fonds befand sich noch in der Zeichnungsphase und die Vorstellung wurde kontrovers diskutiert.
Was ich aus den Anregungen gemacht habe und wie jetzt – kurze Zeit später – mein Rentenfonds-Portfolio aussieht, erfährst Du in diesem Beitrag. Ebenso meine weitere Strategie in Rentenpapieren.
Der Templeton-Laufzeitfonds
Selten gab es so viele kontroverse Kommentare zu einem Investmentvorschlag wie zum Franklin Target Income 2024 Fund (hier alles zum nachlesen!).
Ich muss sagen: die Kritik konnte ich gut annehmen, vor allem wenn sie konstruktiv ausfiel. Der hohen Kosten des Fonds war ich mir ohnehin bewusst. Aber die Hinweise auf einige interessante ETF-Alternativen habe ich mir genau angesehen und für mich tatsächlich Anlagealternativen entdeckt.
Trotzdem wollte ich in den Templeton-Laufzeitfonds investieren, da er mit seinem festen Enddatum optimal in meine Liquiditätsplanung passt.
Es war merkwürdigerweise nicht möglich, den Fonds zu kaufen. Die Consorsbank kannte ihn gar nicht, bei der Comdirect Bank funktionierte das Orderformular nicht und die Augsburger Aktienbank nahm zwar die Order an, stornierte sie aber am Tag darauf wieder. Mit dem Hinweis, dass der Fonds „nicht handelbar“ sei.
Ich musste mich also – wohl oder übel – nach Alternativen umschauen! Dazu später mehr…
Am 17.04.2019 probierte ich es noch einmal bei der Comdirect Bank und siehe da: Jetzt wurde die Order angenommen. Um alles auszuprobieren, investierte ich aber erstmal „nur“ die Mindestordergröße von 10 Anteilen.
Gut gelaunt erhielt ich allerdings 3 Stunden nach Orderaufgabe einen Anruf, dass der Fonds leider nicht investierbar sei und die Order gestrichen wurde. Ich solle es aber gerne zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal versuchen…

Für mich war es das aber nun mit dem Templeton-Laufzeitfonds. Was für einen Sinn macht es, einen Fonds aufzulegen, den man bei den bekannten Online-Brokern nicht erwerben kann?
Ich kann es mir nur damit erklären, dass hier die vollen Gebühren vereinnahmt werden sollen und Bonifizierungen beim Ausgabeaufschlag ausgeschlossen werden sollen.
Ich wäre ja sogar bereit gewesen, die 1% Ausgabeaufschlag zu zahlen. Aber weiter „betteln“, dass ich den Fonds kaufen darf? Dafür ist mir meine Zeit und mein Geld zu schade!
So ist aus einer Investmentidee dank Eurer Kommentare ein Investment in Renten-ETFs geworden.
Die Renten-ETFs
Bei Aktien bin ich ja bekanntlich kein Fan von ETFs (hier nachlesen!). Einfach deshalb, weil ich lieber in Einzelaktien investiere und auch genügend Kapital investiert habe, um eine ausreichende Diversifikation zu erreichen.
Bei Renten sieht das anders aus. Durch die hohe Mindestanlage einzelner Papiere von mindestens 1.000 €, oftmals aber sogar 100.000 €, kommt eine Direktanlage für mich nicht in Betracht.
Mir bleibt nur der Weg über eine Fondslösung. Und da stellen ETFs tatsächlich aufgrund ihrer niedrigen Kosten eine beachtenswerte Alternative dar.
Nachdem ich die geplanten 10.000 € nicht in den Templeton-Laufzeitfonds investieren konnte, habe ich mich als Alternative für vier Renten-ETFs entschieden:
Vanguard USD Corporate Bond UCITS ETF
Der Fonds investiert in auf US-Dollar lautende Unternehmensanleihen mit Investment Grade-Rating, festem Kupon, einer Laufzeit von mindestens einem Jahr sowie einem Mindestemissionsvolumen von 250 Millionen US$.
Er ist monatlich ausschüttend, notiert in US$ und berechnet Kosten von 0,12% p.a. Das größte Risiko bei diesem ETF sehe ich neben einem Zinsanstieg in den USA in einem Verfall des US-Dollars. Aktuell deutet aber wenig darauf hin.
Der ETF lässt sich derzeit bei der Comdirect Bank im Sparplan gebührenfrei ordern (Infos zur Depoteröffnung findest Du hier*).
ISIN: IE00BZ163K21
Vanguard USD Treasury Bond UCITS ETF
Der Fonds investiert in auf US-Dollar lautende US-Staatsanleihen mit festem Kupon, einer Laufzeit von mindestens einem Jahr sowie einem Mindestemissionsvolumen von 300 Millionen US$.
Der ETF ist monatlich ausschüttend und berechnet Kosten von lediglich 0,12% p.a. Er notiert – wie auch die enthaltenen Anleihen – in US$ und besitzt damit ein Währungsrisiko.
Der ETF lässt sich derzeit ebenfalls bei der Comdirect Bank im Sparplan gebührenfrei ordern (Infos zur Depoteröffnung findest Du hier*).
ISIN: IE00BZ163M45
Vanguard USD Emerging Markets Government Bond UCITS ETF
Der Fonds investiert in auf US-Dollar lautende Schuldscheine mit einer Laufzeit von mindestens einem Jahr sowie einem Mindestemissionsvolumen von 500 Millionen US$, die von staatlichen und quasi-staatlichen Emittenten aus Schwellenländern begeben wurden.
Der ETF ist monatlich ausschüttend und berechnet Kosten von 0,25% p.a. Da sowohl Anleihen als auch der ETF in US$ notieren, besteht ein Währungsrisiko.
Der ETF lässt sich derzeit bei der Comdirect Bank im Sparplan gebührenfrei ordern (Infos zur Depoteröffnung findest Du hier*).
ISIN: IE00BZ163L38
iShares J.P. Morgan EM Local Government Bond UCITS ETF
Der Fonds investiert in Staatsanleihen aus Schwellenländern im Investment-Grade- und Hochzins-Bereich. Er unterscheidet sich von dem Vanguard-ETF dadurch, dass die Staatsanleihen nicht auf US$, sondern auf Lokalwährungen lauten. Dadurch sind die Zinssätze in der Regel deutlich höher, es besteht aber auch ein zusätzliches Währungsrisiko.
Der ETF ist halbjährlich ausschüttend. Ich sehe ihn als interessante Beimischung des Portfolios an. Im ersten Schritt soll er aber nicht mehr als 10% der Rentenfonds ausmachen.
Die Kosten sind mit 0,50% p.a. vergleichsweise hoch. Wenigstens profitiere ich mit meinen BlackRock-Aktien aber indirekt davon.
Der ETF lässt sich derzeit bei der Comdirect Bank im Sparplan gebührenfrei ordern (Infos zur Depoteröffnung findest Du hier*).
ISIN: IE00B5M4WH52
Das Portfolio im Überblick
Die ursprünglich beabsichtigten 10.000 € habe ich damit nun auf 4 Fonds aufgeteilt. Zugleich habe ich eine Gewichtung vorgenommen, die meinen Ertragserwartungen bei gleichzeitiger Risikotoleranz gerecht werden soll.
Alle Fondskäufe habe ich als Sparplan bei der Comdirect Bank vorgenommen. Dadurch konnte ich auch Bruchteile erwerben und mein Investment genau beziffern.
Mein Rentenfonds-Portfolio sieht damit wie folgt aus:
60% Vanguard USD Corporate Bond UCITS ETF:

10% Vanguard USD Treasury Bond UCITS ETF:

20% Vanguard USD Emerging Markets Government Bond UCITS ETF

10% iShares J.P. Morgan EM Local Government Bond UCITS ETF

Fazit
Nachdem ich einige Zeit überhaupt nicht in Anleihen investiert war, fühlt es sich nun gut an, wenigstens einen kleinen Teil des Depots in dieser Asset-Klasse zu halten. Die ETFs sind ausschüttend und kommen insgesamt auf eine Ausschüttungsrendite von 3,84% p.a. Das sind bei meinem Investment von 10.000 € immerhin schon 384 € im Jahr oder 32 € im Monat – vor Steuern.
Ich lasse diese ETFs jetzt einfach entspannt laufen und schaue auch nicht täglich auf die Kurse. Sie haben sich seit dem Kauf schon gut entwickelt, da die Zinsen weiter gesunken sind. Aber es wird auch mal in die andere Richtung gehen. Damit kann ich aber leben. Und sollte es irgendwann zur großen Zinswende und wieder steigenden Zinsen kommen, dann kann ich die ETFs jederzeit verkaufen. Sie sind, anders als meine Aktien, zwar eine Langfristanlage, aber stehen jederzeit auch zur Disposition.


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