Divantis Header Logo und Untertitel

Zwischenstop auf dem Weg zu neuen Höhen?

Extrudierte 3D-Grafik mit dem Schriftzug „Protector Forsikring“ und einem stilisierten roten Schildsymbol im Vordergrund. Im Hintergrund verläuft ein grüner Aktienkurs mit orangefarbenem Pfeil steil nach oben vor einem türkisfarbenen Raster. Die Illustration vermittelt Wachstum und Stabilität im Finanzsektor.
4.8
(33)

In den letzten Tagen konsolidierte die Aktie deutlich. Mehr als 10% Minus hat man länger nicht gesehen. Denn eigentlich befindet sich der norwegische Versicherer seit Jahren auf einem atemberaubenden Wachstumskurs.

Seit dem Corona-Tief hat sich die Aktie mehr als verzwanzigfacht. Die Investoren von damals lächeln natürlich nur müde über den Kursrückgang. Aber für Neuinvestoren stellt sich nun die Frage, ob es eine seltene Einstiegsgelegenheit ist und der Aufwärtszug wieder losfährt.

Oder ist die Aktie angesichts der jüngsten Geschäftsergebnisse deutlich zu hoch bewertet? Eine eindeutige Antwort gibt es – wie so oft – nicht. Meine Gedanken dazu erfährst Du in diesem Beitrag.

Der norwegische Versicherer Protector Forsikring gehört zu den Überfliegern in meinem Depot. Ich bin zwar nicht so für eingestiegen, um von 20x sprechen zu können. Aber auch eine Vervierfachung meiner ersten Käufe kann sich sehen lassen.

Das Unternehmen selbst habe ich hier ausführlich vorgestellt.

Die Entwicklung des Aktienkurses war in den letzten Jahren beeindruckend: Im Tief notierte die Aktie im Corona-Crash 2020 bei 2 €. Ich selbst habe im Jahr 2022 zu Kursen zwischen 9,88 € und 12,38 € meine Depotposition aufgebaut. 2024 legte ich dann noch einmal zu 18,94 € nach. Und zuletzt war ich im Oktober 2025 bereit, zum Kurs von 40,95 € nachzukaufen. Ihr bisheriges Allzeithoch erreichte die Aktie im Januar mit 47,70 € kurz vor Bekanntgabe der Jahresergebnisse. Aktuell notiert sie bei 43,30 €:

7-Jahres-Chart Protector Forsikring in Euro
7-Jahres-Chart Protector Forsikring in Euro

Meinen letzten Nachkauf (hier der Bericht dazu) habe ich ein separates Depot (ING) gekauft. Denn sollte ich – aus welchen Gründen auch immer – wieder Aktien von Protector Forsikring verkaufen, dann wäre es steuerlich sinnvoller, die zuletzt gekauften Stücke wieder zu verkaufen. Denn der durchschnittliche Einstand der anderen 450 Aktien bei der 1822direkt liegt bei 11,75 € je Aktie.

Dividendenzahlung

Protector Forsikring zahlt nun eine Dividende von 6 NOK je Aktie. Es ist die Schlussdividende für das abgelaufene Geschäftsjahr und voraussichtlich nur die erste Dividende in diesem Kalenderjahr. Im letzten Jahr wurden zum gleichen Zeitpunkt 4 NOK Dividende gezahlt. Somit ist das eine Erhöhung um 50%.

Zur Einordnung: 2025 wurden im Februar 4 NOK Dividende gezahlt, im Mai 3 NOK, im Juli 2 NOK und im November 3 NOK. In Summe waren das also 12 NOK je Aktie Dividende in 2025. Mit der ersten Zahlung 2026 haben wir nun also bereits die Hälfte des Vorjahreswerts als Dividende.

Für die 500 Aktien in meinem Depot ergibt die Februar-Dividende nun eine Brutto-Dividende von 3.000 NOK. Die Bruttodividende wurde von der 1822direkt für 450 Stück zum Kurs von 11,3009 in Euro umgerechnet. Die ING rechnete die dort lagernden 50 Stück zum Kurs von 11,295268 in Euro um. Nach Abzug der Steuern verbleibt in der Addition eine Nettodividende von 129,10 €. Sie wurde mit Wertstellung 11.02.2026 (ING) bzw. 13.02.2026 (1822direkt) verbucht.

Dividendengutschrift Protector Forsikring im Februar 2026 1822direkt
Dividendengutschrift Protector Forsikring 1822direkt
Dividendengutschrift Protector Forsikring im Februar 2026 ING
Dividendengutschrift Protector Forsikring ING
Dividendengutschrift Protector Forsikring im Februar 2026 ING Steuerabrechnung
Dividendengutschrift Protector Forsikring ING Steuerabrechnung

Dividendenrendite und YoC

Die Errechnung der Dividendenrendite ist bei Protector Forsikring nicht so einfach, da sich die Dividendenzahlungen schlecht vorhersagen lassen. Ein Start in das Jahr mit 6 NOK ist allerdings wirklich viel versprechend. Denn im letzten Jahr wurden insgesamt 12 NOK ausgeschüttet, 2024 waren es 9 NOK und 2023 hingegen 10 NOK.

Vorsichtshalber rechne ich mit den 12 NOK, die im letzten Jahr als Dividende gezahlt wurden. Bei einem aktuellen Aktienkurs von 491,50 NOK (Schlusskurs vom 13.02.2026) errechnet sich dann eine Dividendenrendite von 2,4%. Bei einem heutigen Kauf gibt es aber keine Garantie, innerhalb der nächsten 12 Monate tatsächlich diese Dividendenrendite zu erzielen. Sie kann höher oder niedriger sein.

Meine persönliche Dividendenrendite (Yield on Cost) ist aufgrund meiner – trotz des Nachkaufs im Oktober 2025 – günstigen Kaufkurse höher. Mein Einstand für die 500 Aktien liegt bei insgesamt 7.344,66 €. Nur die jetzige Dividendenzahlung (ohne die erwartbaren weiteren Zahlungen in diesem Jahr) von 3.000 NOK brutto ergibt einen Betrag von 265,48 €. Das ergibt einen YoC von 3,6% nur für diese Dividendenzahlung. Mit der Bruttodividende des letzten Jahres von 6.000 NOK würde mein YoC auf 6,9% steigen. Aufgrund der sehr guten Starts mit der Februar-Zahlung habe ich aber insgeheim die Hoffnung, in diesem Jahr sogar auf einen YoC von 8,4% zu kommen. Das wäre bei einer Dividendensumme von 14 NOK der Fall. Lassen wir uns überraschen, ob dieser Betrag erreicht wird…

Perspektiven

Man hat es deutlich am Aktienkurs gesehen: die Erwartungen waren bei Protector Forsikring so hoch, dass die Zahlen für das Jahr 2025 als Enttäuschung gewertet wurden. Gute 10% verlor die Aktie innerhalb der letzten 2 Wochen.

Das führt nun dazu, dass der Total Return in diesem Jahr bisher sogar im leicht negativen Bereich liegt. Aber nach 6 Wochen, die das Jahr erst alt ist, kann und wird sich das natürlich noch ändern. Ob es aber wieder ein zweitstelliges Plus wie in den Vorjahren wird, wird spannend werden.

JahrTotal Return
2022+10,5%
2023+40,2%
2024+59,4%
2025+89,8%
2026 YTD-0,5%

Natürlich freue ich mich über die positive Entwicklung des Aktienkurses. Langfristig wichtiger ist mir aber, dass dies auch von einer positiven Geschäftsentwicklung unterfüttert ist.

Und Protector Forsikring wächst kontinuierlich. Nicht so stark wie der Aktienkurs gestiegen ist, aber deutlich ist im Rückblick, dass das Bewertungsmultiple sich auch deutlich erhöht hat. Die Börse vertraut inzwischen dem Herausforderer in der europäischen Versicherungsbranche, der sich gezielt Märkte erschließt.

2025 kam Frankreich als fünfter Markt nach UK, Schweden, Norwegen und Dänemark hinzu.

Und Frankreich stützt auch das Wachstum. Die Bruttoprämieneinnahmen zum 1. Januar 2026 stiegen um 25%, wovon 47% des Wachstums auf das Konto von Frankreich gingen.

Im letzten Jahr lag dieses Wachstum bei 14%. Die Bruttoprämieneinnahmen („gross written premium“ kann man sich vereinfacht als den „Umsatz“ des Versicherers vorstellen, bevor irgendwelche Abzüge stattfinden. Vor allem ist der Betrag, bevor ein Versicherer einen Teil der Prämien an Rückversicherer abgibt, um sich selbst gegen Großschäden abzusichern.

Die Aussage ist aber eindeutig: Steigen die Bruttoprämieneinnahmen, gewinnt die Versicherung Marktanteile oder erhöht die Preise.

Gleichzeitig kann kein direkter Rückschluss auf das Geschäftsjahr gezogen werden. Denn beim written premium zählt der Vertragsschluss. Für das earned premium (verdiente Prämie) zählt dann nur der Teil der Prämie, der zeitlich auf das aktuelle Geschäftsjahr entfällt. Schließt z.B. ein Kunde im Dezember eine Versicherung mit einer Jahrespolice von 1.200 € ab, beträgt das gross written premium sofort 1.200 €. Das earned premium für dieses Kalenderjahr wäre jedoch nur 100 € (für den Monat Dezember).

Um die operative Profitabilität eines Sachversicherers zu bewerten, ist die Combined Ratio (deutsch: Schaden-Kosten-Quote) hingegen die wichtigste Kennzahl. Sie gibt an, wie viel Cent von jedem Euro, den das Unternehmen an Prämien einnimmt, für Schäden und Verwaltung wieder ausgegeben werden. Sie lag bei Protector Forsikring 2025 bei 84,7%. Das ist ein sehr guter Wert. Protector ist bekannt für sein extrem diszipliniertes Kostenmanagement. Während viele traditionelle Versicherer oft mit Quoten nahe 95% oder sogar über 100% kämpfen (und ihre Erträge dann durch die Eigenkapitalanlagen erzielen), strebt Protector konsequent deutlich niedrigere Werte an.

Trotzdem ist der Investmentbereich auch in 2025 wieder ein Ertragsbringer gewesen. Mit einer Rendite von 7,3% war es ein starkes Jahr. Protector Forsikring hat einen im Branchenvergleich hohen Aktienanteil und setzt zusätzlich vor allem auf High Yield Anleihen. Und der Erfolg gibt der Strategie recht.

Der Gewinn je Aktie stieg von 18,7 auf 31,7 NOK (+69,5%). Bei einem aktuellen Aktienkurs von 491,50 NOK wird Protector Forsikring damit mit dem 15,5-fachen Jahresgewinn bewertet. In der Vergangenheit wurde Protector Forsikring eher im einstelligen Bereich bewertet. Nun hat sich das Multiple seit 2025 deutlich ausgeweitet.

Traditionell ist Protector Forsikring sehr stark im Investmentgeschäft, das auch deutlich volatiler als das klassische Versicherungsgeschäft ist. Das rechtfertigte aus meiner Sicht eine niedrigere Bewertung in der Vergangenheit. Aber durch den Ausbau, vor allem mit dem Eintritt in den französischen Markt, verschiebt sich die Gewichtung und dann eben auch die Einschätzung der Börse.

Das Management verfolgt weiterhin das Ziel, Frankreich mittelfristig in die Top 3 der betreuten Länder zu bringen. Die kritische Masse für eine angemessene Kosten-/Risikostruktur wird allerdings erst in 2-3 Jahren erreicht werden.

Die 500 Aktien von Protector Forsikring haben aktuell ein Depotgewicht von 3,8% in meinem Dividendendepot. Das halte ich für ausreichend. Vor allem auch deshalb, weil ich ohnehin die Versicherungsbranche übergewichtet habe.

Von einer weiteren positiven Entwicklung bin ich überzeugt. Auch wenn es mal ein Jahr zum Durchatmen geben sollte, ist die Tendenz eindeutig positiv wachsend. Deutlichere Kursrückgänge würden mich deshalb auch noch einmal über einen Nachkauf nachdenken lassen.

Auf einen Blick:

Unternehmen:Protector Forsikring
ISIN:NO0010209331
Im Divantis-Depot seit:04.02.2022
Letzter Nachkauf am:23.10.2025
Stückzahl im Divantis-Depot:500
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:14,69 €
Gesamtkaufpreis:7.344,66 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:805,79 €
Aktuelle Strategie:Halten und Dividende kassieren

für diesen Beitrag verwendete Quellen:
Interim Report Q4 2025 (PROT)
Investor presentation FY & Q4 2025 (PROT)

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?

Dann bewerte ihn mit einem Klick!

Durchschnittliche Bewertung: 4.8 / 5. Anzahl der Stimmen: 33

Gib die erste Bewertung für diesen Beitrag ab!

Schade, dass Dir der Beitrag nicht gefallen hat!

Unterstütze die Qualitätsverbesserung!

Möchtest Du mir einen Hinweis geben, was ich besser machen kann?

Fediverse reactions

Kommentare

39 Kommentare zu „Zwischenstop auf dem Weg zu neuen Höhen?“

  1. Avatar von BörsenHai
    BörsenHai

    Ben,

    erstmal verneige ich mich. Tolle Performance! Tolle Div-Zahlungen für Dich.
    Ich ziehe meinen Hut.

    Bei deinem ersten Kauf habe ich gedacht, warum investiert Ben da rein, wo es doch auch „sichere“ Werte gibt. Von Dir kann ich noch etwas lernen.
    By the way, weil man kann es nicht oft genug sagen: Ein toller Blog mit tollen Mitforisten!

  2. Avatar von Thomas
    Thomas

    je mehr man sich Protector Forsikring anschaut, desto mehr ist Protector ein klares Halten bzw bei Schwächen nachkaufen. Mache mir zur Zeit erhöht Gedanken zur Finanzbranche, die bei mir am stärksten gewichtet ist. Die Unruhe am Bondmarkt und Goldmarkt geht langsam zurück. (Don Trump hat für seine Verhältnisse auch schon länger nicht mehr gegrummelt:)
    Trotzdem könnte es zu Kredit- und Anleihestress bei größeren Ausfällen aus der Softwarebranche kommen. Mein (interner Konsens :) ist aber eher Bankaktien abzubauen als Versicherer und ich habe nur gut laufende Banken, also bleibt alles vorläufig wie es ist. Habe es zumindest schonmal geschafft, dieses Jahr noch nicht ein einziges Stück zu verkaufen.

    Protector ist klarer Wachstumssieger in Europa. Protector hat die niedrigste interne Kostenquote der relevanten Peers. Sie haben zum Beispiel durch Eigenentwicklung nur eine IT-Kostenquote von 1% vs 3,2% Wettbewerb. Das kann bei rasend schnellen Umbrüchen in der IT Branche ein Vorteil sein, weil alte Software-Lizenzen nicht weiter bezahlt, abgewrackt, portiert und abgeschrieben werden müssen. Schlanker Kostenapparat.
    Bis sie mal in die gemächlicheren Stadionrunden der alten großen Versicherungen einziehen, haben sie noch viel Zeit und Wachstumspotential.
    Schadensquote wie von Ben schon erwähnt sehr gut. Gut im kommunalen/öffentlichen Sektor verankert.
    Das größte (orange) Achtungszeichen geht vom InvestmentPortfolio von Protector aus, da sie etwa 16,6% Aktien und mehr als 33% unrated Bonds überwiegend aus dem norwegischen High-Yield Bereich halten. Sie sind hier riskanter als die Peers unterwegs und es würde mich nicht wundern, wenn Protector bei Bondstress stärker als die Peers fällt. Das gewichtete Durchschnittsrating dieser festverzinslichen Wertpapiere wird intern als A+ (Investment Grade) eingestuft, wurde aber auch noch nicht echt krisengeprüft. Trotzdem bleibt das Geschäftsmodell ja weiterhin absolut krisenresistent. Die norwegische Versicherungsaufsichtsbehörde hat an dieser Praxis jedenfalls nichts auszusetzen. Nun, man kennt sich wahrscheinlich auch gut.
    Mein Fazit für Protector halten und bei Rückgängen nachkaufen, falls man gerade Geld und keine andere Schnapsidee im Kopf hat :) vlt einfach Sparplan.
    Wie immer keine Empfehlung.
    Trotzdem würde ich persönlich eine Sektorrotation von der Finanzbranche weg zu Rohstoffen, emerging Markets und IT Hardware-Produktion und Energieversorgern bevorzugen, aber langsam und organisch, nicht abrupt.

  3. Avatar von UrsprungsFrank
    UrsprungsFrank

    Ja, die Norweger, extreme Performer. Subsea 7a, Aker, Wilhelmson, was machen die alle für eine Freude. Protector habe ich vor ein paar Wochen mit Verdopplung verkauft – zu früh. Dennoch würde ich derzeit nicht einsteigen wollen.

    Obwohl ich Tobs ernüchternde Gedanken zur KI so nicht folgen würde, gleiche ich alle meine Investments mit meinen Überlegung zur KI-Entwicklung ab. By the way, wie wär’s, wenn wir einen(!) Open Claude Chatbot hier mal mitdiskutieren lassen würden?

    Wir haben aus meiner Sicht eine Situation wie kurz vor dem Gründzeit-Crash. Die Entwicklungen in die KI sind so rasant, dass massive Fehlallokationen die Folge sind. Dabei gibt es aus meiner Sicht zwei Denkschulen. Entweder man hortet jetzt Cash, oder man geht mit den Werten Schlitten fahren von denen man glaubt sie profitieren in der Zukunft von KI und erholen sich schnell wieder. Thomas hat seine Sparten genannt. Banken und Finanzwerte (zu denen ich auch Protector zähle) sind die Verlierer. Energie, Pharma, Grunddienstleister wie Veolia etc. und Infrastruktur wie BKW und Vinci aber auch Dt. Telekom dürften bleiben.

    Mein Wunsch: In den kommenden Wochen befragen Trump und seine Minister/innen die KI, was diese denn so vom „Schwindel“ des Klimawandels hält ….

    Gruß Frank

  4. Avatar von UrsprungsFrank
    UrsprungsFrank

    Ja, die Norweger, extreme Performer. Subsea 7a, Aker, Wilhelmson, was machen die alle für eine Freude. Protector habe ich vor ein paar Wochen mit Verdopplung verkauft – zu früh. Dennoch würde ich derzeit nicht einsteigen wollen.

    Obwohl ich Tobs ernüchternde Gedanken zur KI so nicht folgen würde, gleiche ich alle meine Investments mit meinen Überlegung zur KI-Entwicklung ab. By the way, wie wär’s, wenn wir einen(!) Open Claude Chatbot hier mal mitdiskutieren lassen würden?

    Wir haben aus meiner Sicht eine Situation wie kurz vor dem Gründzeit-Crash. Die Entwicklungen in die KI sind so rasant, dass massive Fehlallokationen die Folge sind. Dabei gibt es aus meiner Sicht zwei Denkschulen. Entweder man hortet jetzt Cash, oder man geht mit den Werten Schlitten fahren von denen man glaubt sie profitieren in der Zukunft von KI und erholen sich schnell wieder. Thomas hat seine Sparten genannt. Banken und Finanzwerte (zu denen ich auch Protector zähle) sind die Verlierer. Energie, Pharma, Grunddienstleister wie Veolia etc. und Infrastruktur wie BKW und Vinci aber auch Dt. Telekom dürften bleiben.

    Mein Wunsch: In den kommenden Wochen befragen Trump und seine Minister/innen die KI, was diese denn so vom „Schwindel“ des Klimawandels hält ….

    Gruß Frank

    1. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      Hallo Frank,

      warum meinst Du dass die KI Banken und Versicherungswerte ersetzen wird?

      @Thomas: Kannst Du mal Groc fragen wie das ideale Depot für ein 200TEUR Depot aussehen soll? Verhältnis ETF und Aktien. Und welche ETF, welche Aktien?
      2. Aufgabe: ich möchte 20% IZF pro Jahr in den nächsten 5 Jahren erzielen, was ändert sich dann am Depot?
      Würde mich echt interessieren.

      KI steht auf vielem drauf, aber ist in wenigen drin. KI ist wie seit vielen Jahren: Mustererkennung und da ist Sie sehr gut. Hat aber immer noch zu viele Fehler, um ihr vertrauen zu können.
      Deswegen ist es ein starkes Werkzeug für Leute, die in der Materie drin sind.
      Ist ein fatales Werkzeug für Leute, für die das Thema ein Buch mit sieben Siegeln ist.

  5. Avatar von UrsprungsFrank
    UrsprungsFrank

    Hallo BörsenHai,

    verzeih, dass ich in meinem letzten Post alles etwas verkürzt erörtert habe. Mein Abwenden von Banken und Versicherungen begründet sich nicht von der KI-Technologie her, sondern aufgrund des durch den KI-Hype sich möglicherweise einstellenden Crash. Die Auswirkungen von einem allgemeinen Crash auf Banken ist besonders hoch – so meine Vermutung.

    Doch zurück zu den Aktien. Wenn Dino Polska eine bspw. gleich hohe Dividende wie Ahold ausschütten würde, wäre diese vielleicht bei dem einen oder anderen hier schon im Depot . So wie das aber aussieht fängt die AG wohl jetzt erst einmal damit an. Der Eigentümer, der die Firma (leider) beherrscht, kann – so er von den Früchten seiner Arbeit besonders profitieren will – im Grunde nur auf zukünftige Dividenden setzen. Zudem die Mitanteilhaber das Who is Who der Investmentszene darstellen, welche sicherlich auch mal für ihre Klientel Dividende sehen wollen. So meine Vermutung, dass diese also in den kommenden Jahren steigt und somit auch den Weg einer Ahold gehen könnte.Die Dynamik der Firma ist jedenfalls beachtlich, man ist so an die Gruppe Schwarz erinnert.

    Gruß Frank

    1. Avatar von Hansi
      Hansi

      Bei mir sind Banken und Versicherungen max. eine kleine just for fun-Position.
      United Oversea und Axa sind bei mir wieder verkauft worden. Bei einem richtigen Crash wird wieder irgendein oder mehrere Finanzinstitute über die Klinge springen. Sie werden weiter existieren und wieder Milliarden verdienen, aber der Aktienkurs ist für Altaktionäre für immer ein Totalverlust.
      AIG hat es um 2008 erwischt, US-Versicherer, jedes Jahr Milliardengewinne, hoppla mal paar Monate Subprime und schon am Betteln und Aktienpresse anschmeißen. Citigroup als Bank nicht anders. Hat keine der Aktien , nur hab ich mit Lloyds TSB mir damals einen kleinen Verlust eingefangen. Natürlich haben Finanzinstitue wieder großartig performt. Keine Bilanz ist vertrauenswürdig. Banken bilden vermutlich durch die Bank zu geringe Rückstellungen. Die Bewertung der Bondposten sind mir suspekt. Irgendwann kaufe ich wieder paar Banken und Versicherungen, aber erst wenn es richtig knallt.

  6. Avatar von Ame
    Ame

    Hallo Ursprungsfrank,

    woher hast Du die Info, dass Dino Polska eine Dividende ausschütten möchte?

    Ich habe weder auf der offiziellen Seite noch auf den üblichen Portalen etwas gefunden. Lediglich auf finanzen.net (oder so ähnlich) eine „Dividendenprognose“. Ob das so eine zuverlässige Quelle ist, ich weiß ja nicht ..

    Grundsätzlich finde ich das Unternehmen extrem spannend, habe es seit langem auf meiner Watchlist. Das Konzept mit den sehr einfachen kleine Supermärkten in ländlichen Gebieten gefällt mir.

    Grüße
    Ame

  7. Avatar von UrsprungsFrank
    UrsprungsFrank

    Hallo Ame,

    ob und wie hoch Dividenden so kommen würde bei diesem Mittelständischen Unternehmen erst auf deren Hauptversammlung wohl(!) Mitte Juni 2026 preisgegeben werden. Kurzum, über ungelegte Eier lässt sich schwer etwas sagen. Ist ja immer so an der Börse. Meine Annahme speiste sich wie gesagt aus den anderen genannten Aspekten. Allein, meine Dividendenerwartung hätte ich noch stärker im Konjunktiv hervorheben sollen. Gut, dass Du darauf noch einmal hinweist. Aber auch ohne Dividende ist es vermutlich keine Nullnummer.

    Gruß Frank

    1. Avatar von Ame
      Ame

      Hallo UrsprungsFrank,

      mein Kommentar war nicht despektierlich gemeint, mit dem Kommentar zur Quelle bezog ich mich auf meine eigenen Recherchen.

      Ich beobachte den Wert auf jeden Fall weiter, wenn tatsächlich eine Dividende gezahlt wird rückt er in der Liste weiter vor ;-)

      Grüße
      Ame

  8. Avatar von Thomas
    Thomas

    General Mills ist ja noch mal ordentlich durchgesackt…
    Kraft Heinz und Mondelez usw aber auch ….
    Wer jetzt hier nachkaufen möchte, kann sich auch bis Ende 2026 Zeit lassen. Wer weiß ob es nicht noch weiter runtergeht und eine Trendwende wird wohl erst 2027 kommen.
    Werde hier in die Branche erstmal nix reingeben.

    Meine Freude der letzten Tage war ZIM Integrated Shipping Services , die am 16.02. fast 50% hochgegangen sind. Da hier das Ende als eigenständiges Unternehmen abzusehen ist, habe ich die nach einem knappen Jahr Haltedauer
    mit +70% IZF und guten Dividenden als ersten Verkauf des Jahres komplett rausgenommen.

    btw Bens Novartis macht sehr gute Figur….
    Stelle ich fest, ohne welche zuhaben… :)

    was noch
    meine ganzen chinesischen Aktien (Weichai,Harbin,Hongqiao,CMOC,Midea, Ping An) u.a. sind im Prinzip alle gut gelaufen und sind nach etwa 100 Tagen Haltedauer im Schnitt schon 100% up…
    Schreib das nur, weil ich hier mal Glück hatte und mich bissl freue. Es hilft, Trends rechtzeitig zu sehen und wenn sie dann mal satt grün sind, fällt es auch viel leichter, die liegenzulassen.(und Dividenden zu bekommen)
    Bitte nicht nachmachen, kann auch nach hinten losgehen.

    Läuft…

    was noch
    RTL bietet dieses Jahr eine zusätzliche Sonderauschüttung irgendwann im Mai von 5,00 € an. Hoegh Autoliners ist auch sehr Dividendenstark, ex Tag wer mag am 24.02. zur Auszahlung 05.03. mit 19.19 % Yield (brutto)
    aber ich will weder was mit Medien noch was mit Autos haben, also lasse ich beide bewußt aus. Nur so im Vorübergehen gesehen. Keine Empfehlung.

    1. Avatar von Tobs
      Tobs

      Morgen Thomas,

      das ist interessant, wobei es uns beide nicht überraschen dürfte: Meine Beobachtung ist zwar dieselbe wie Deine, meine Schlussfolgerung jedoch genau die gegenteilige – Wenn nicht jetzt die Kategorie von Aktien wie GIS, KHC, Mondelelz (Einzeltitel lässt sich streiten, hier soll es wirklich um die Kategorie gehen…) einsammeln, wann denn dann? Der Bär geht doch auch nur einmal im Jahr an den Fluss, wenn die Lachse zum Leichen völlig erschöpft flussaufwärts ziehen… :-)

      Wenn ich mir das mal ansehe, was mir gerade im Depot – neben meinen diversen HK-Aktien – besonders Kurszuwächse beschert (und das tue ich eher selten, weil es mich a) nicht sonderlich interessiert und b) sogar in vielen Fällen eher stört), dann sind das Kandidaten wie eine Vodafone, GSK und Reckitt Benckiser. Mit denen bin ich – auch in vergleichsweise – kurzer Zeit zwischen 30-50 Prozent im Plus. Gekauft habe ich die allesamt, als sie wirklich aber gar niemand mehr haben wollte.

      Aktien, die 3U a la Peter Huber sind, bieten eine wahnsinnig gute Downside Protection bei gleichzeitig attraktiver Chancen-/Risiko-Asymmetrie. Meines Erachtens funktioniert das besonders gut bei Cashflow starken Aktien. Wenn die Schlaumeier um die Ecke kommen, und gut funktionierende Geschäftsmodelle anzählen, wird’s spannend für den geduldigen Anleger…Und das führt mich zurück zu GIS, KHC usw. Ich werde sie weiterhin aufstocken, weil die Risiken aus dem Kurs raus sind, und die Unternehmen sogar – und das aktuell in diesem miserablem Marktumfeld – ihre Cash Flows verbessern. Und auch, wenn ich selbst „Katalysatoren“ für meine eigene Investment-These nicht benötige (weil ich keinen zeitnahen Exit und keine damit verbundene Optimierung eines IRR anstrebe), sehe ich genug davon: Zollpolitik von der Trumpschen Administration könnte einen Pivot erfahren, weil selbstverständlich mittlerweile jeder auch ungebildete Ami, der sich seine News über irgendeinen völlig abgedrehten unseriösen Nachrichtenkanal zieht, kapiert, dass er sich sein tägliche Dosis Kalorien zum Mampfen nicht mehr gut leisten kann, weil er es ist, und nicht die Handelspartner der USA, der die Folgen der Handelspolitik trägt (Stichwort Midterm Wahlen). Usw. usw. und nicht vergessen, dass Cash Flow Monster extrem wandlungsfähig sind und oft gerade in schwierigen Zeiten die Grundlage setzen, im nächsten Aufschwung noch stärker dazustehen (weil das Fieber die anderen Schwachen ausmerzt).

      Darum meine klare Meinung: Wer ständig versucht, prozyklisch und schlauer zu sein, wird nicht an diesen großen Chancen partizipieren. Ich würde als bescheidene Stimme des Internets (mehr bin ich ja nicht) eher jedem raten, solche grundsoliden Titel nun aufzusammeln, demütig zu bleiben, jedes Jahr die eingegangene Dividende zu notieren und mal nach ein paar Jahren schauen, was der Kurs angestellt hat. :-)

  9. Avatar von Thomas
    Thomas

    Hi Tobs, immer wieder interessant.🙂habe auch so gedacht , der klügste Move wäre hier wahrscheinlich Sparplan im Foodsektor. Man nimmt gemächlich über Cost average auch noch niedrige Preise mit. Die Zeit arbeitet und tut nicht so weh wie Einmalkäufe mit größerem Size. Weiß noch nicht wohin mit dem Geld von Zim Integrated und sonstig aufgelaufenen Dividenden. Aber vlt. Halte ich einfach mal bissl Cash. Aber das geb ich nicht für KHC aus.
    Schön wenn Du ( Tobs) zufrieden bist.
    Ich bin es auch 😊. So werden es wohl nicht die letzten Zeilen sein, mit den wir uns konträr produktiv ergänzen…

    1. Avatar von Hansi
      Hansi

      Aktuell läuft es doch vermutlich für jeden toll. Thomas Chinesen rocken, die waren ja nun wirklich ausgebomt und sind oft immer noch günstig. Wenn ich eine Sinopharm sehen, da juckt es mir immer in den Fingern. Kurswert 10% vom Umsatz, wenn da mal die Margen nur um 0,5% gesteigert wird, sind da Sprünge möglich. Wer sie nicht chinesisch würde ich mich eindecken.
      Manche Finanztitel laufen auch wie Windhunde vom Hoch zu Hoch.
      Meine Japaner drehen komplett am Rad und segeln to to moon. Keiner mag Zigarettenrauch und die Dinger lagen Jahr für Jahr für Ramschpreise in der Ladentheke und fast ner zweistelligen Div-Rendite.
      Ich behaupte mal frei raus, wer um die Jahrtausendwende sein ganzes Vermögen in Philip Morris gesteckt hatte, als die auf Fantastimiliarden verklagt werden sollte und fast keiner die Dinger haben wollte, der heute mit Altria, Philip Morris , Kraft und Mondelez ausgesorgt. Aber solche Gelegenheiten kommen immer wieder in allen Branchen, nur muß man da mutig und irre sein.
      Man da hatte ich 100 Siemens Energy für 650€ und dann 4 Wochen für nen 1000 weg!
      Alle schrien sell, Siemens wollte nicht mal bürgen ! Dass so ein Cash-flow armes Unternehmen sich in paar Jährchen verzwanzigfacht, hätte doch keiner geglaubt. Selbst Ben hätte mit seinen damaligen Einstiegskursen noch ein tolles Geschäft gemacht. Aber warum soll man ein Unternehmen ohne Free-CF auch nur eine Sekunde halten. Ich hab nicht mal 11€ abwarten können um das Geld wieder rauszuholen. Hätte wenn aber. Vielleicht wird Consumer ein Value- Trap des Jahrhunderts oder der nächste sichere 100% -Rebound in einigen Fällen. Hab von 60 ersten Titeln 14 negativ, davon oft Consumer und Pharma. Bis vor kurzen war Bayer mit Abstand mein größter Verlustbringer. Immer weiter ins Messer gegriffen, jetzt ist Bayer eine Ankerposition , die immer weiter Richtung Depotspitze marschiert. Probleme haben die genug und die Kurse sind aktuell zu optimitisch, aber mal sehen ob Bayer Schulden, Glyphosat und Patentabläufe bewältigt.
      Aktuell stehen einfach viele Aktien to the moon, wie Zykliker , während andere Branchen zu vernüftigen Kursen zu haben sind. Viele Hochzykliker sind irre gelaufen und müßten eigentlich raus, aber wo hin mit der Kohle, wenn die selbst bei Überbewertung noch sicher 3% Div. abwerfen. Cash wird 26 vielleicht mal King sein, wenn man es für 2-3 % risikolos parken kann und einfach mal wartet , dass das die Wochen mit immer höheren Depotrekordwerten mal langsam zu enden.

    2. Avatar von Tobs
      Tobs

      Hallo Hansi,

      wegen Sinopharm: Es gibt bessere Picks aus dem Bereich Health/Pharma in HK, wenn Du mich fragst. Das schreibe ich, obwohl ich selbst eine üppige Position habe.

      Habe sie schon sehr lange und immer mal wieder, wenn sie um 2 Euro notierte, nachgekauft. Man muss eben wissen, dass das ein SOE mit niedrigster Nettomarge (rd. 1,2%) und einer bescheidenen Kapitalrendite (rd. 8%) ist.

      Wie bei vielen SOE arrangiert man sich: Ein eher ineffizient geführtes Unternehmen, aber als warme Wolldecke bekommt man die Sicherheit, dass es eine gewisse Interessenkongruenz zwischen (Dritt-) Aktionär und Staat gibt, dass es nicht zu schlecht läuft.

      Aber nicht vergessen, wenn die Interessen des Staats – zumindest temporär – an seiner staatlichen Daseinsfürsorge seine (und damit eben auch Deine) Kapitalrenditeinteressen überwiegen – und das ist in China immer Thema – dann gibts halt auch mal für eine gewisse Zeit eben keine Knete, weil dann keine Kapitalallokation im Sinne Shareholder Value erfolgt. Darum packe ich auch keine Titel wie eine China Mobile an (die auch gerne in unseren hiesigen primitiven Börse-Käseblättchen dem Privatanleger immer wieder halbwarm auf den Tisch gelegt werden). Dort konntest Du prima beobachten, wie bereits im 4G Zeitalter auf Geheiß der Partei 3G ausgerollt wurde, damit auch der letzte Reisbauer im Hinterland Internet bekommt. Das ist als Staatsziel überhaupt nicht zu beanstanden (im Gegenteil finde ich sogar), konfligiert aber mit den Interessen der Beteiligten, soweit wie sie nichtstaatlicher Natur sind (also Du und ich). Übrigens packe ich daher auch nicht die französischen Infra-Unternehmen an, in die Ben wiederum gerne investiert. Fairerweise: Dort ist sicherlich die staatliche Komponente weniger ausgeprägt als in China, aber ich finde das schon nasty genug.

      Zurück zu China: Darum, wenn man sich für chinesische Aktien interessiert, sollte man sich selbst einmal philosophisch damit beschäftigen, ob man annimmt, dass SOE in einer langfristigen Anlagestrategie, sofern die auf hohen Kapitalgewinnen und guten Margen basiert, richtig reinpassen. Ich verkloppe meine Sinopharm nicht mehr (Nostalgie ist meine Schwäche), aber mit meinem heutigen geschärften Mindset würde ich sie andererseits auch nicht mehr anschaffen.

    3. Avatar von Hansi
      Hansi

      Hallo Tobs,
      du hast vollkommen recht, dass Sinopharm einfach renditearm geführt wird. Wenn der Staat sich einmischt und kostengünstige Vollversorhung für alle haben will, dann macht man nicht viel Gewinn. Vielmehr hat man das Risiko, dass das bei dem hohen Hebel mit margenschwachen Warendurchlauf bei einer Fehlbewertung des Umlaufvermögen schnell die Existenz auf dem Spiel steht. Wenn aber der Staat auch nur 1% mehr Marge zugesteht, dann sind nette Kurssprünge drin.
      Gerade weil manche Firmen so unterirdische Renditen haben, sind sie unfassbar günstig bewertet. Wenn es so bleibt hat man mind. die gute Dividenderendite, weil die Werte unfassbar günstig sind.
      Schau dir Eneos an. Hab die bei 3,15 direkt in Tokyo geholt. In Japan kannst du tanken, ohne auszusteigen. Der Tankwart tankt, guckt das Auto sauber bleibt, holt Trinkgeld, guckt das du sicher auf Straße kommst.
      Es gibt natürlich auch Tankstellen da machst alles selbst. Eneos war ein Renditezerstörer mit KUV von 0,1. Das Potential auf Renditesteigerung ist da riesig, wenn nur die Tankstellen nach nach auf unseren Standard umgestellt werden. Das waren geschenkte 100% mit ner Div.rendite von 4% .
      Chaotisch schwache Renditen sind für mich immer ein Spiel wert, solange die Firma guten operativen CF hat.

  10. Avatar von Tim
    Tim

    Hallo in die Runde!
    Hat sich jemand von euch schon mal mit der Universal Music Group (UMG) befasst?
    Wie ich finde ein starkes Geschäft mit über einem Drittel Marktanteil am gesamten weltweiten Musikmarkt.
    Sie verdienen ihr Geld durch Lizenzgebühren, die regelmäßig neu verhandelt werden – Durch ihre Marktmacht in der Regel zugunsten UMG. Ob Spotify, Instagram, TikTok oder irgendwann Metaverse draufsteht ist am Ende egal – das Geld kommt über Gebühren rein.
    Aktuell sind sie trotz niedriger Verschuldung und Wachstum günstig bewertet. Mich würde eure Meinung hierzu interessieren.

    Danke an Ben und alle Mitleser für diesen tollen Blog!

    LG Tim

    1. Avatar von Tim
      Tim

      *Günstig heißt hier 17x Earnings.

    2. Avatar von Ben Warje

      Hallo Tim,

      ich habe mich nicht konkret mit UMG beschäftigt. Allerdings gebe ich zu bedenken, dass die Streamingplattformen aktuell mit KI-generierten Songs geflutet werden. Und die haben wohl auch überraschend hohe Aufrufzahlen. Kann mir deshalb vorstellen, dass UMG nicht unbedingt zu den KI-Profiteuren gehört. Das als spontaner Einfall zu Deiner Frage. ;)

      Viele Grüße Ben

  11. Avatar von Tim
    Tim

    Vielen Dank für die Rückmeldung Ben. Darüber habe ich mir auch Gedanken gemacht. Es gibt dazu einen Podcast mit dem Chief Digital Officer von UMG auf Spotify von Ende Januar. (Durchaus hörenswert. Zu finden unter „How UMG is navigating AI…“.)
    Fazit hieraus: UMG verdient an AI Musik massiv mit.

    Ein Risiko wäre vielleicht, dass die Leute irgendwann gar nicht mehr Taylor Swift, Drake, Queen oder die Beatles hören und deren Kataloge wertlos werden aber das Risiko halte ich ehrlicherweise für überschaubar.
    LG Tim

  12. Avatar von Thomas
    Thomas

    @Tobs u.a.

    Eine Übersicht über die zentralen SOEs in China z.Bsp. hier
    http://en.sasac.gov.cn/directorynames.html

    Die Liste der Fortune 500 China ist durchsetzt von SOEs,

    natürlich gibt es auch tausende regionale und Provinz und Stadt-SOEs

    Man braucht sich hier natürlich keinerlei Illusionen hingeben, das staatliche bzw. Partei- Interventionen in China nicht erfolgen könnten. Dies wird aber nur in Extremfällen passieren. Wenn alles seinen normalen Gang geht und die Wünsche, persönliche Rundumversorgung und der Machtanspruch der Parteifunktionäre sichergestellt ist, läuft alles rund. Ich glaube auch absolut nicht, das die chinesische Nomenklatura sich ein Vorbild an russischen, nordkoreanischen oder kubanischen oder venezolanischen Wirtschaftsmaßstäben nehmen wird. Dazu sind sie selber zu sehr markt-und leistungsorientiert. Als Orientierung oder Beispiel würde ich eher das aufstrebende Vietnam heranziehen.
    Außerdem können solche Eingriffe in Extremsituationen mit Sicherheit auch in Europa oder in USA passieren. Als Beispiel nur Frankreich, die in der Finanzkrise 2009 oder während der Coronazeit teilweise massiv u.a. über die Agence des Participations de l’État (APE) in die Ausschüttungen der Aktiengesellschaften und andere Geschäftsvorgänge eingegriffen haben.

    Nun zum Punkt.

    Wie kann man das Risiko des Invests in China vs des Invests in anderen westlichen Ländern quantifizieren? Im Verhältnis zu den Chancen ?

    Natürlich zitiere ich KI :

    Grundlage: Das Capital Asset Pricing Model (CAPM)
    Im CAPM ist die erwartete Rendite = Risikofreie Rate + Beta × ERP. Für China muss die ERP höher sein, um regulatorische und geopolitische Risiken (z. B. staatliche Eingriffe in SOEs) einzupreisen. Basierend auf aktuellen Daten (Stand Januar 2026) von Aswath Damodaran, einem führenden Experten für Bewertungen, beträgt die ERP:

    Für die USA: 4,46% (reifer Markt mit niedrigerem Country Risk).
    Für China: 5,14% (inklusive Country Risk Premium von 0,91%, das geopolitische, regulatorische und Volatilitätsrisiken abdeckt).

    Der Unterschied beträgt ca. 0,7 Prozentpunkte (absolut). Das bedeutet: Um das höhere Risiko zu kompensieren, braucht man als Investor in chinesischen Aktien etwa 0,7% höheres jährliches Renditepotenzial im Vergleich zu US-Aktien. Dies basiert auf Sovereign Ratings (China: A1) und angepasster Equity-Volatilität, die staatliche Eingriffe implizit einbezieht.
    Marktimplizierte Schätzungen: Höherer Discount durch Risiken
    Marktpreise zeigen oft einen stärkeren „Discount“ für chinesische Aktien aufgrund von regulatorischen und geopolitischen Risiken:

    Der MSCI China Index handelt bei einem P/E-Verhältnis von ca. 12,8x (forward), während der S&P 500 bei 22x liegt – ein Discount von ca. 42%. Das impliziert eine höhere Earnings Yield (EY = 1/P/E): China ~7,8% vs. USA ~4,5%, also ca. 3,3 Prozentpunkte höheres Renditepotenzial, um den Risikodiscount auszugleichen.

    Jetzt ich wieder

    Der Preis für das (average) höhere Risiko bei Invests in China ist zur Zeit nicht höher als die höheren Chancen, die sich durch niedrigere Bewertungen und höhere Yields in China ergeben, da die Asset-Bewertungen in den USA unbestritten hoch sind.

    Eher das Gegenteil.
    Fühle mich zur Zeit nicht unwohl mit meinen chinesischen Aktien. Ob das immer so sein wird weiß ich natürlich nicht.
    Wollte aber mal Zahlen statt Gefühle zum chinesischen Risiko haben.

    1. Avatar von Tobs
      Tobs

      Hallo Thomas, das sehe ich wie Du, dass die Analogie zu Nordkorea, Russland etc, überdehnt ist und nicht richtig passt. Sehe weniger Enteignungsthemen. Aber, darum ging es mir: SOE sind trotzdem nicht im Sinne Shareholder Return effizient geführt. Für denjenigen, der Unternehmen kaufen und langfristig (!) halten will, sagen wir einfach mal 10 Jahre+, stellt sich die Frage, ob er mit solchen Unternehmen bei langfristiger Perspektive gut fährt. Für mich sind die SOE so ein bisschen wie Infrastrukturunternehmen (bei denen auch oft der Staat im Spiel ist). Du bekommst eine vergleichsweise sichere Rendite, allerdings ist der Rendite-Spread zum risikolosen Zins begrenzt. Keine Ahnung, vielleicht 200-300 Basispunkte, jedenfalls wirst Du langfristig nicht die volle Aktienrendite verdienen können – wie denn auch, wenn die Kapitalrenditen so schlapp sind?! SOE, egal aus welcher Industrie, sind eben eher ein bisschen nah an der Rendite-Charakterstika von Infrastruktur, das Upside ist schlicht begrenzt. Das kann ja trotzdem ok sein, aber man sollte es sich für sauber einwerten…Es gibt ja auch genug privat geführte Unternehmen in China, mittlerweile einige mit Top Marken, internationaler Skalierung usw. SOE waren angesagt, als der regulatorische Druck vor ein paar Jahren stieg und Anleger meinten, das sei der einzige sichere Weg in China zu investieren, weil man dann mit der Partei in einem Bett liegt. Diese China-Angsthasen hört man ja nicht mehr, jetzt liest man wieder überall von den Chancen in China und die SOE sind deswegen wieder eher out of fashion. Wie auch immer, auf diesen Unterschied wollte ich hinweisen.

  13. Avatar von UrsprungsFrank
    UrsprungsFrank

    @Tobs et al.

    Politische Börsen … In diesem Kontext habe ich jetzt mal Budimex gekauft. Wenn aus Sicht der Diversifikation Anteile in Osteuropa, dann bitte schön die Polen. Rumänien und Bulgarien wären als Schwellenländer-Investments auch nice. Hier offenbart sich aber auf eklatanter Weise die Miesere, dass Europa keine Europäische NYSE oder NASDAQ hat.

    Budimex sehe ich als Langfristanlage, wobei derzeit der Langfrist-Chart schon kurzfristige Kurschancen verspricht (KGV ignorieren wie mal ;-)). Sofern die Ukraine gerettet werden kann, dann dürfte die Firma sich in der Poleposition befinden. Wenn … politisches Investment eben.

    Indien und Südamerika lassen sich auch weiterhin wohl am besten nur über ETFs abdecken. Nur welche?

    Gruß Frank

    1. Avatar von Hansi
      Hansi

      Südamerika und Indien kannst gut mit ADR’s abdecken. Über Interactiv kannst z.b.
      Loma Negro Argentinen in USA kaufen
      80€ Invest kosten 80 Cent und man freut sich über 40 € Taschengeld in paar Monaten.

      Also Südamerika habe bzw hatte ich
      Vale
      Petrobras
      JBS
      WEG (Brasilien)
      Ecopetrol (Kolumbien)
      SQM (Chile)
      Arco Dorados ( Argentinien)
      Loma Negto ( Argentinien)
      Ternium (Argentinien)

      Das gibt es eine Menge ADR’s für Südamerika für just for fun Positionen.

      Indien kannst doch auch ADR über Trade kaufen
      Reliance
      Larsen Turbo
      Infosys
      Wipro
      usw

      Indien ist wirklich überbewertet.
      Aktuell hab ich Indien wieder alle rausgeschmissen und nur noch auf Watchlist.

      Hab nur noch Vale, Petrobras und Ternium der o.g. Kandidaten , der Rest ist bereit versilbert.

    2. Avatar von Tobs
      Tobs

      Hallo Ursprungsfrank,

      interessant, Budimex kannte nicht, anders als Dino Polska, die ich immer mal wieder angeschaut, aber aus verschiedenen Gründen dann doch nie gekauft hatte.

      In Südamerika habe ich derzeit drei Aktien: FEMSA (hoch gewichtet und gerne noch mehr davon!), Grupo Bimbo und Mercadolibre. Mercadolibre hatte ich einige aufgesammelt, als sie auf 800 Euro abstürzten und keiner mehr sie haben wollten, obwohl die KPI unglaublich gut waren und sind. Leider aber habe ich es nicht vermocht, mit der großen Kelle im Topf zuzulangen, sondern nur mit dem kleinen Löffelchen aus dem Schweizer Taschenmesser…Mist! :-( Und ich hatte mal eine Alsea (Operator für SBUX, Burger King und andere…), habe die aber mit gutem Gewinn entgegen meiner eigentlichen Gewohnheit doch wieder nach einiger Zeit abgestoßen. Sie waren irgendwie nicht richtig bei mir angewachsen, weil sie mir doch zu wenig compounden…

      Welche Titel für Südamerika bei mir auf der WL stehen, mir aber viel zu teuer sind: BBB Foods (mexikanisch) und Dollarama (zwar kanadisch, über Dollarcity aber stark wachsendes Exposure in ganz Südamerika). BBB Foods ist quasi so ein bisschen auf dem Weg, das Aldi von Mexiko zu werden.

      Bislang habe ich supermarktmäßig eben über meine FEMSA die Abdeckung mittels Oxxo. Man muss wissen, ich habe alle Narcos auf Netflix durchgesuchtet. Möglicherweise habe ich hier einen ganz schrägen und für andere Interessierte auch eher gefährlichen Bias… :-)

      ¡Viva Sinaloa!

  14. Avatar von Max
    Max

    Hallo Tobs,
    mich würde einmal Interessieren, warum gerade FEMSA so hoch gewichtet im Depot liegt und warum keine Arca Continental. Ich finde Arca als Peer zu FEMSA auch eine sehr Spannende Aktie in Südamerika, die zudem sehr in dein Beuteschema passt :P

    Grüße
    Max

    1. Avatar von Tobs
      Tobs

      Hallo Max,

      das kann ich Dir gerne ausführen.

      Zunächst: Arca ist ein gutes Unternehmen, mit dem man – meiner Meinung nach – auch sicherlich über 10-20 Jahre unbemerkt reich werden kann (man muss nichts machen und nicht unbedingt Tech oder Pharma Unternehmen hinterherlaufen, sondern einfach in der Wüste hocken und ein mexikanisches Bier trinken). Ich würde sie also nicht von der Bettkante stoßen. Bei Arca gefällt mir auch, dass sie – neben hauptsächlich Mexico und ein wenig anderen südamerikanischen Ländern – viele Aktivitäten im Südwesten der USA haben. Das bringt natürlich Währungsgewinne in die Bilanz. Bitte beachte, die mexikanische Währung ist strukturell eher eine Abwertungswährung, wie z.B. in Südafrika auch. Darum sollte also Euro-Anleger der erwartete Return stets sehr auskömmlich sein, um das mindestens kompensieren zu können.

      Arca und Femsa wiederum kann man aber nur sehr bedingt vergleichen.

      Arca ist ein Pure Bottler Play, nahezu der gesamte Umsatz, vieles davon für Coca Cola. Sie haben einen guten Ruf, ihren Capex gut zu managen und Zukäufe gut zu integrieren (ROIC sind hoch). Arca ist schon ein Cash Flow Tier. Und man muss wissen, dass a) in Südamerika Softdrinks beliebt sind b) wegen der hohen Umschlagshäufigkeit Inflation über Preiserhöhungen gut weitergegeben werden kann und c) die Bottler zwar gewisse Abhängigkeiten haben wie von einer Coca Cola, aber dass Riesen wie Coca Cola die Bottler auch nicht wirklich ausquetschen. Denn es nicht Coca Cola, sondern der Bottler, der die Cola im Land vertreibt, der sich darum kümmert, dass sie in den Verkaufsauslagen gut positioniert sind, dass die Margen im Retail durchgedrückt werden usw. Coca Cola gibt nur das Rezept vor und vertreibt die Lizenz. Na ja, und dann bauen sie ihr Snack Geschäft noch ein wenig aus, aber wie erfolgreich das wirklich läuft, fehlen mir echte detaillierte Infos.

      Zu FEMSA nun: Hier macht das Bottling nur das laufende Cash Flow Fundament aus. Über die Beteiligung an FEMSA Coca Cola sind das knapp 50% oder irgendwas um die Kante. Denn FEMSA hat insgesamt drei Divisionen: Eben 1) das Bottling für Coca Cola (Beteiligung an FEMSA Coca Cola), daneben 2) Retail (über 20.000 Oxxo Stores in Mexico, weiterer Ausbau in weiteren südamerikanischen Ländern, aber gerade in Mexico ist Oxxo so eine Art Wohnzimmer für den Durchschnitts-Mexikaner) und 3) Beteiligungen. Zu den Beteiligungen: Hier sind sie mittlerweile viel operativ-strategischer, also haben einen operativen Hebel auf ihre Plattform ausgebaut. Sie hatten vor längerer Zeit als Swap mal einen 20% Anteil an Heineken bekommen, die Anteile wurde die letzten Jahre verkauft, weil es eben eine reine Finanz-Beteiligung war. FEMSA hält mittlerweile eher keine reinen Finanz-Beteiligungen mehr, sondern wie gesagt, bringt einen operativen Hebel auf die mittlerweile in der Regel 100 Prozent Beteiligungen: Das sind mittlerweile auch Drugstores und Logistik-Unternehmen. Man sieht hier sehr schön, wie die Plattform insgesamt strategisch entwickelt wurde.

      Kurzum: Arca ist ein Pure Play zum Abfüllen und mittlerweile ein bisschen Snacks. FEMSA ist viel breiter und strategischer. Übrigens hält Bill Gates (sollte man dieser Tage diesen Namen überhaupt noch erwähnen…?) über sein Family Office und die Stiftung mit seiner Ex-Frau einen großen Anteil an FEMSA.

      Aufmerksam wurde ich 2020 auf FEMSA über diesen Artikel. https://www.notboring.co/p/femsa
      Hatte damals dann für rund 65 Euro gekauft und auch wieder bei 80 Euro nachgekauft.

    2. Avatar von Hansi
      Hansi

      Hallo Tobs,

      welche Femsa Anteile hast du dir denn für 65/80 € das Stück geholt?
      Hab Femsa auch seit fast 2 Jahren als sehr kleinen Wert im Depot, weil mir der Wert mit 9€+ / Aktie zu teuer war. Hatte mir D-Werte direkt in Mexico geholt. ADR’s habe ich für Femsa nicht gefunden, nur für Cola Femsa 10:1.

    3. Avatar von Hansi
      Hansi

      Hallo Tobs,
      hab die doch gefunden.
      FMX vermutlich.
      Unter Femsa wurde nichts angezeigt.

  15. Avatar von Max
    Max

    Hallo Tobs,
    vielen Dank für die Erläuterung, hattte FEMSA tatsächlich nicht auf dem Schirm immer nur Coca Cola FEMSA, bis ich wie Hansi unter FMX gesucht habe, und dann die tatsächliche Fomento Económico Mexicano, S.A.B. de C.V. gefunden habe. Eine aktuellen Dividende von 6-7% ist zudem auch nicht wenig und über Scalable mit 1% spread tatsächlich als Mexico Standbein auch via Sparplan besparbar. Arca mit 10% spread ist dagegen nicht so attraktiv.

    Grüße
    Max

  16. Avatar von UrsprungsFrank
    UrsprungsFrank

    Off-Topic

    Nun wird es wohl um Novo leiser😏

    Für mich wird damit Bens Sichtweise spannend. Nicht für den Wert an sich, den ich schon eine geraume Zeit angesichts fehlenden Burggrabens dankend verabschiedet habe, sondern wie man allgemein mit solch einer Situation umgeht und diese insbesondere begründet. Ich selbst habe mit anderen Werten häufig genug solche Zustände durchgemacht. Gedacht, gehofft, genervt, enttäuscht, immer verkauft.

    Gruß Frank

  17. Avatar von Tobs
    Tobs

    Hallo Max,

    gerne.

    Femsa ist für mich persönlich ein schöner Konsum Play Mexico, da Femsa mit seinen Aktivitäten ein interessanter Proxy ist (ok, fehlen vllcht noch ein paar illegale Geschäftsaktivitäten für die vollständige Abdeckung der Konsumgewohnheiten..:-)).

    Novo Nix Ist: Ich habe immer noch keine Position aufgebaut. Nach diversen Kapitalmarktenttäuschungen kann das gut und gerne in den 20er Bereich gehen. Und der größtenwahnsinnige neue CEO hat dem Kurs sicherlich heute keinen Gefallen getan, wenn er sich herablassend einlässt, dass Cagrisema sei immer noch auf dem Weg das beste Mittel zu werden. Glaube, der wird da nicht lange bleiben. Ich kann mir eine Posi nun immer besser vorstellen. Da haben wir es: Man könnte geneigt sein zu sagen eine Stiftung als Ankersktionär sei gut, bringe Ruhe rein usw. Leider war das für die Governance nicht gut; mir scheinen da viele schöne Himbeer Tonis es sich gut eingerichtet zu haben…

  18. Avatar von Thomas
    Thomas

    @Novo Nordisk, sie laufen jetzt auf ein Niveau ein, das sie 2020 vorher schon hatten, bevor der Semaglutidhype begonnen hatte. Die Bewertung passt jetzt langsam nur mit dem Insulingeschäft zusammen. Das Problem ist nur, das das Insulingeschäft kein Wachstum mehr vorzuweisen hat. Chart erinnert mich stark an Cisco. Sie bleiben aber der ewige zweite beim Semaglutid. Meine Position ist nicht sonderlich groß und ich würde den Sparplan auch zu Kursen von 15 oder 12 EUR weiterlaufen lassen, glaube ich.

    1. Avatar von Hansi
      Hansi

      Konnte heute nicht wiederstehen und hab die Position weiter ausgebaut. Wenn die auf 25 heruntergehen sollte verdopple ich die Position und wenn es unter 15 kann ich nur nochmal verdreifachen. Bei unter 15 wäre es mit 60 Mrd bewertet, was für Pharmawerte dieser Kategorie ein unvergleichliches Schnäppchen wäre.

    2. Avatar von Matthias von Mitzlaff

      Wie sagte eine Experte noch gleich?
      „…wenn du keine Verluste von 50% einer Aktie aushältst, solltest du sie gar nicht erst kaufen…“.
      Nun, dieser Fall ist bei mir jetzt für NOVO eingetreten, noch deutlich vor LYB (-37%) und UNH (-31%).
      Mal sehen, wie robust mein Nervenkostüm ist.

      Bei Moderna hat mein Nervenkostüm übrigens schlussendlich nicht gehalten. Mit mäßigem Verlust (10 EUR Verlust pro Aktie) habe ich mich endlich getrennt und baue dafür AbbVie auf. Die zahlen wenigstens gute Dividende…

      Das ist auch Börse. Mal gewinnst du. Mal verlierst du.
      Hauptsache ist doch: Du bleibst im Spiel…

    3. Avatar von Hansi
      Hansi

      Hallo Matthias,

      meine Top10-Minusliste sieht wie folgt aus:
      -51% Rushydro (Pos. 108)
      -33% Stellantis (64)
      -33% Hamborner Reit (40)
      -33% Olin (134)
      -31% Pernod-Ricard (59)
      -30% Gerresheimer (80)
      -26% Pfizer (31)
      -23% STMicroeletronics (75)
      -21% Coty (121)
      -21% Yakult (133)

      Insgesamt sind 35% meiner diversen Aktientitel im Minus.
      Schön am Minus ist, die Kurse sind noch günster als beim Erstkauf. Ich sag mir immer einfach Geduld haben, denn die Meinung der Experten und Anleger dreht die Richtung häufiger als der Wind. Siemens Energy und Nordex zeigen ja, jeder Cash-Flow-Killer wird mal durch die Decke nach oben gejagt. Wenn Cash-Flow fließt um so besser, dann ist die Welt in Ordnung. Die Nerven oder die Geduld zu verlieren, war in meiner Vergangenheit in den überwiegenden Fällen der größere Fehler.
      Wie du zutreffend beschreibst, dabei sein ist alles.

    4. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      Matthias von Mitzlaff,

      es ist ganz einfach auszuhalten.
      Wenn man festgehalten hat, warum man eine Aktie kauft.
      1. Gekauft wegen hoher oder stetiger Dividende? Ist der Kurs nicht egal?
      2. Gekauft wegen Wachstum? Der Kurs entscheidet und was hat sich im Umfeld oder den Zahlen geändert?

      LYB hast Du bestimmt wegen der Dividende gekauft. Solange Sie zahlen, ist doch Alles gut, wenn (!) die Div erwirtschaftet wird.

      Kurse gehen hoch und runter und ich meine ihm wird viel zu viel Aufmerksamkeit geschenkt (bei Langfristanlage). Er zeigt eigentlich nur mögliche Kauf- oder Verkaufsgelegenheiten.

      Oder anders ausgedrückt: warum halte ich an BASF fest? Trotz Kurs- und Div-Kürzung?
      1. Weil ich den Zug verpasst habe
      2. Sie zahlen noch Dividende

      Wieviel Dividende ich über die Jahre erhalten habe, weiß ich gar nicht. Und jede Dividende kann ich in andere Papiere investieren.
      Ja es war ein Griff ins Klo. Damit lebe ich eben. ;)

  19. Avatar von UrsprungsFrank
    UrsprungsFrank

    @Thomas

    Der Artikel von der nzz wurde heute durch Enel mal wieder Realität🤓 Vor allen Dingen liest sich deren Pressemeldung wie ein verspäteter Brief vom italienischen Weihnachtsmann. Irgendwie sollte ich doch mal versuchen, das Italienische Finanzamt gnädig zu stimmen….

    @Novo

    Genau das ist ja für mich das Mysterium. Novo ist keine Story und doch würdet Ihr den Wert weiter besparen? Warum?

    Gruß Frank

  20. Avatar von UrsprungsFrank
    UrsprungsFrank

    Off-Topic

    Alle reden von KI. Für mich startet aber woanders eine Revolution, die kaum im Fokus der erweiterten Anlegerschaft steht.

    Wer das Geothermie-Projekt in Geretsried verfolgte, wurde im letzten Jahr mit einem für mein Dafürhalten großartigen Ergebnis erfreut. Selbst gestandene Geothermie-Wissenschaftler hatten im Vorfeld erhebliche Zweifel. Man wähnte das bloße Abgreifen von Fördermittel.

    Nun ist eavor nicht an der Börse, worauf ich auf Ormat ausgewichen bin – Miniposition. Sobald der Wert sich beruhigt hat wird nachgekauft. Erster Einstieg vielleicht hier …

    https://www.ormat.com/en/renewables/reg/advantage/

    Zusätzlich habe ich noch einen Chinesischen Wert, der ebenfalls in der Geothermie Expertise aufweist, ins Depot gelegt.

    Hinweis nur zum Knabbern für den Feierabend ;-)

    Gruß Frank

Kommentar verfassen


Neueste Kommentare auf Divantis: