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Zweistelliges Dividendenwachstum hält an und die Bewertung wird attraktiver

3D-Illustration eines facettierten blauen Wassertropfens mit integriertem digitalen Wasserzähler, daneben ein leuchtend grüner, nach oben steigender Aktienchart auf dunkelblauem Hintergrund. Symbolisiert Badger Meters Geschäft mit Wasser- und Messtechnik sowie den steigenden Aktienkurs.
4.6
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Es ist einer meiner kleineren Depotpositionen und auch noch gar nicht so lang in meinem Depot. Jetzt erlebe ich die erste Dividendenerhöhung mit und sie ist direkt zweitstellig. Aber das hatte ich auch angesichts der Historie erwartet.

Interessant ist zudem, dass die Bewertung gegenüber der Vorstellung der Aktie auf dem Divantis-Blog nun deutlich attraktiver geworden ist und sich dem Status „durchaus investierbar“ spürbar nähert.

Wie die Geschäftszahlen konkret aussehen und wie meine weitere Strategie mit diesem Wachstumswert aus dem Wasserbereich aussieht, erfährst Du in diesem Beitrag.

Mein Investment

Anfang des Jahres habe ich Badger Meter Inc. in diesem Beitrag ausführlich vorgestellt. Das Geschäftsmodell basiert auf der Entwicklung, Herstellung und dem Vertrieb von innovativen Lösungen zur Messung und Kontrolle von Durchflussmengen sowie zur Überwachung der Wasserqualität.

Meine Depotposition war als Einstieg gedacht, um die Entwicklung des Unternehmens enger verfolgen zu können.

Aus den ursprünglich 2 Aktien sind mittlerweile zwar 4 Stück geworden. Aber von einer ernsthaften Depotposition kann noch keine Rede sein. Das Depotgewicht liegt bei lediglich 0,1%.

Allerdings ist der Aktienkurs nun etwas zurückgekommen, so dass sich mir die Frage stellt, wie denn die aktuelle Situation aussieht und ob ich womöglich so langsam mit dem Kauf weiterer Stücke starten sollte.

Die Aktie von Badger Meter

Zwischen 2007 und 2016 bewegte sich der Kurs relativ moderat zwischen 12,50 US$ und 35,65 US$. Ab 2017 begann eine Phase stärkeren Wachstums. Ab 2020 beschleunigte sich das Wachstum dann erheblich: Der Kurs stieg von 58,50 US$ (2020) auf 205,00 US$ (2024), was einer Zunahme von etwa 250% in vier Jahren entspricht. Seit 2022 gab es dabei jährliche Kurssteigerungen von über 30%. Allein 2024 legte die Aktie um 48,55% zu. 2025 wurde nach einem zwischenzeitlichen Rückgang zwar ein neues Allzeithoch erreicht, aber dann ging es wieder abwärts. Aktuell notiert die Aktie in ihrer Heimatwährung seit Jahresbeginn bei einem Minus von 15,92%.

Kurschart Badger Meter (BMI) in US-Dollar, Stand: 19.09.2025
Kurschart Badger Meter (BMI) in US-Dollar, Stand: 19.09.2025

Dividende

Badger Meter ist ein klassischer Dividendenwachstumswert, der seit 33 Jahren ununterbrochen Dividende zahlt und sie in jedem Jahr erhöht.

Dividendenerhöhung 2025

In diesem Jahr – und das ist der eigentliche Impuls für diesen Beitrag gewesen – hat Badger Meter seine Quartalsdividende zur September-Dividende von 0,34 US$ auf 0,40 US$ erhöht. Das ist eine Erhöhung um 17,6%.

Dividendenrendite

Bezogen auf ein vollständiges Jahr bezahlt Badger Meter nun also viermal 0,40 US$ Dividende, was einer Jahresdividende 1,60 US$ entspricht. Bei einem Aktienkurs am letzten Dividendenzahltag (05.09.2025) von 182,83 US$ entspricht das einer weiterhin niedrigen Dividendenrendite von 0,87%.

Dividendenhistorie

Die geringe Dividendenrendite relativiert sich jedoch für schon länger investierte Aktionäre, die die entsprechenden Steigerungen mitgenommen haben. Innerhalb von nur 6 Jahren hat sich die Dividende mehr als verdoppelt:

  • 2025: 1,48 US$ (+21,31%)
  • 2024: 1,22 US$ (+23,23%)
  • 2023: 0,99 US$ (+16,47%)
  • 2022: 0,85 US$ (+11,84%)
  • 2021: 0,76 US$ (+8,57%)
  • 2020: 0,70 US$ (+9,38%)

Dividendenabrechnung

Ich verwahre die Badger Meter-Aktien inzwischen im Depot bei Estably (Interactive Brokers) und habe für meine 4 Aktien je 0,40 US$ Dividende erhalten. Brutto waren das insgesamt 1,60 US$. Davon wurden 15% Quellensteuer abgezogen, so dass die Netto-Dividende 1,36 US$ beträgt.

Dividendenabrechnung Badger Meter (BMI) im September 2025

Die Versteuerung der Dividende muss ich jedoch selbst über meine Steuererklärung vornehmen. Die Rechnung sieht dann so aus:

1,60 US$ Brutto-Dividende umgerechnet zu 1,1697 (EZB-Referenzkurs am 05.09.2025) ergibt 1,36 €. Davon werden 0,34 € Kapitalertragsteuer abgezogen (unter Anrechnung von 0,20 € Quellensteuer). Der Solidaritätszuschlag beträgt 0,01 €. Die „echte“ Netto-Dividende beträgt deshalb 1,01 €.

Perspektiven von Badger Meter

Die Kursentwicklung der letzten Jahre zeigte eine stark steigende Entwicklung. Aus meiner Sicht hat sie die Steigerung der eigenen Ergebnisse sogar noch übertroffen. Also eine klassische Bewertungsausweitung. Damit verbunden war natürlich die Erwartung des Kapitalmarkts, dass es noch weiter mit hohen Steigerungsraten aufwärts gehen würde.

Umso größer ist dann aber auch das Rückschlagspotenzial, wenn diese Erwartungen nicht erfüllt werden. Und manchmal reicht es noch nicht einmal aus, die Erwartungen zu erfüllen. Sie müssen auch noch deutlich übertroffen werden.

Und so stand die Aktie von Badger Meter vor Veröffentlichung der letzten Zahlen bereits unter Druck. Und gab mit der Publikation deutlich nach.

Geschäftszahlen

Badger Meter meldete in der Vergangenheit Jahr für Jahr neue Rekorde. Daran wird sich wohl auch 2025 nichts ändern, aber das Wachstum ist nicht mehr so stark. Zuletzt wurden die Ergebnisse für das 2. Quartal 2025 gemeldet. Sie zeigten einen Umsatzanstieg um 10% gegenüber dem Vorjahresquartal. Der Gewinn je Aktie legte um 4% auf 1,17 US$ zu. Vervierfacht man diesen Wert, ergibt sich ein Jahresgewinn von 4,68 US$.

Belastet wurde die operative Marge durch die neuen Zolltarife, die nicht vollständig durch Preiserhöhungen an die Kunden weitergereicht werden konnten.

Bewertung

Die Aktie ist sicherlich weiterhin ein Wachstumswert. Hinsichtlich der Bewertung muss man allerdings genauer hinschauen. Bezogen auf den Aktienkurs von 182,83 US$ am Dividendenzahltag notiert sie aktuell mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 39.

Das ist einerseits weiterhin hoch, aber nicht mehr so hoch wie noch zu Beginn des Jahres (damals lag das KGV bei rund 69). Dieser hohen Bewertung liegt das Ziel des Managements zu Grunde, den Umsatz langfristig mit einer hohen einstelligen Prozentrate zu steigern. In der Vergangenheit konnte der Gewinn deutlich stärker gesteigert werden. Sollte das auch weiter gelingen, dann wird die Aktie aus meiner Sicht in absehbarer Zeit in die Bewertung hineinwachsen.

Und dann könnte schon 2026 oder 2027 bei bis dahin ähnlichem Kursniveau eine attraktive Bewertung entstehen. Die Marktkapitalisierung ist zwischenzeitlich auch leicht zurückgekommen, sie liegt aktuell bei rund 5,2 Mrd. US$.

Fazit

An Badger Meter gefällt mir weiterhin das diversifizierte Geschäftsmodell mit der Kombination aus traditioneller Messtechnik mit moderner IoT-Technologie und Softwarelösungen mit wiederkehrenden Einnahmen.

Die Bewertung der Aktie ist allerdings weiterhin hoch und birgt ein stetiges Rückschlagrisiko. Wie geplant habe ich in diesem Jahr noch mal ein bißchen nachgekauft, aber der Titel ist weiterhin eine klassische Beobachtungsposition in meinem Depot.

Daran wird sich nur etwas ändern, wenn entweder der Aktienkurs noch mal deutlich stärker sinkt – ich stelle mir da die Region um 100 US$ vor. Oder eben die Gewinne weiter wachsen und dadurch die Bewertung auf ein angemessenes Niveau sinkt. Das kann aber noch durchaus 2 Jahre dauern.

Ich kann warten.

Auf einen Blick:

Unternehmen:Badger Meter Inc.
ISIN:US0565251081
Im Divantis-Depot seit:07.11.2024
Letzter Nachkauf am:22.07.2025
Stückzahl im Divantis-Depot:4
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:194,26 €
Gesamtkaufpreis:777,04 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:3,11 €
Aktuelle Strategie:Bei Kursschwäche nachkaufen

für diesen Beitrag verwendete Quellen:
Badger Meter Reports Second Quarter 2025 Financial Results
Badger Meter Raises Dividend 18% Representing 33 Years of Consecutive Annual Dividend Growth

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Kommentare

27 Antworten zu „Zweistelliges Dividendenwachstum hält an und die Bewertung wird attraktiver“

  1. Avatar von Max
    Max

    Puuh ein KGV von 39 bei einstelligem Wachstum?
    Sicher die starken Fundamentaldaten haben einen gewissen Premium verdient aber ich würde da trotzdem gern ein KGV um oder unter 30 sehen.
    Vermute auch, dass Badger in die Bewertung rein wachsen muss was eine Outperformance unwahrscheinlich macht in absehbarer Zeit.
    Das Dividendenwachstum ist attraktiv aber bei einer DivR von 0,8% dauert es leider auch viele Jahre, bis eine spürbar höhere Yield on Cost entsteht. Mit 30 hat man die Zeit natürlich, Um oder Ü50 würde ich dann schon verstärkt überlegen, wie sinnvoll das noch ist, wenn der strategische Schwerpunkt im Depot DivGrowth oder Cashflow darstellt.

  2. Avatar von UrsprunksFrank
    UrsprunksFrank

    „ Oder eben die Gewinne weiter wachsen und dadurch die Bewertung auf ein angemessenes Niveau sinkt. Das kann aber noch durchaus 2 Jahre dauern.“

    … und dann würdest Du investieren? Das setzt voraus, dass Du nach den verstrichenen zwei Jahren davon ausgehst, dass es derart weitergeht. Könntest Du dann nicht bereits jetzt in die Vollen gehen?

    Gruß Frank

  3. Avatar von Thomas
    Thomas

    Eine Woche noch, dann ist Q3/25 zu Ende, der September war doch freundlich und die Gedanken schweifen ab und an schon zum Jahresende, wie könnte es da zum Jahresende aussehen.
    Für mich habe ich gedanklich Neukäufe für die nächste längere Zeit in USD Aktien fast schon ausgeschlossen.(damit auch Badger Meter, die ich sonst auch für ein Qualitätsunternehmen halte.) Der Grund ist einfach für mich, das ich EUR/USD zum Jahresende mindestens bei 1,20 (Tendenz steigend) wenn nicht noch mehr sehe und ich nehme an, das es ein sehr langer Trend sein wird und für uns Europäer alle Dividendensteigerungen und moderate Kurssteigerungen im USD zum Nullsummenspiel in EUR werden. Die Zinsdifferenz zwischen USD und allen anderen großen Währungen wird weiter fallen, im YEN werden eher Zinsanhebungen diskutiert und ich denke, das Tief im YEN/USD haben wir gesehen und es können größere Bewegungen weg vom USD zum Yen passieren. (Kann sein, muß nicht) SGD weiter stark. Gold geht auf die 4k die Unze zu.
    Meine letzten Käufe/Nachkäufe waren Ping AN und BHP, mein letzter Neuerwerb war Weichai Power Co Ltd. mein nächster Kauf wird sehr wahrscheinlich China Hongqiao Group A1H6UR sein. Mir ist bewußt, das China risikobehaftet ist und für mich passt es, da ich sowieso breit aufgestellt bin.

    Trotz allem glaube ich, das Aktien die nächsten Jahre (neben echten Immobilien)(Gold?) eine der interessantesten und wichtigsten Anlageformen sein werden, aber Aktien im USD kann man auch kaufen, wenn der EUR/USD bei 1,30 oder höher steht???

    Meinung wie immer
    Grüße schönen Sonntag

    1. Avatar von Thomas
      Thomas

      Eine noch nicht zu Ende gedachte Idee in China wäre auch, bewußt antizyklisch
      Hengan Internat. Grp Co Ltd, quasi das chinesische Pendant zu Unicharm mit etwa 6% Divrendite direkt am Tief zu kaufen. Glaube nicht, das es hier noch weiter runter geht. Das nur, falls mir weitere Ideen fehlen.

      Ansonsten ist allgemein/generell meine Grundannahme, das wir bei Buchgeld/Papiergeldentwertung ein anziehendes Tempo erleben werden.

    2. Avatar von Tobs
      Tobs

      Hi Thomas,

      abschweifen ist immer schön, und darum menge ich mich ein.

      #USA Aktien. Seien wir doch etwas nachsichtiger mit dem schwachen USD. Oder sehen wir ihn als Chance, vergünstigt einzukaufen, denn wir profitieren in Wahrheit doppelt. (1) Der schwächere USD gewährt uns beim Einkauf des Unternehmens einen Rabatt. (2) Die USA-Unternehmen mit Auslandsumsätzen mit Bilanzierung in USD (viele!), die erzielen nette Währungsgewinne, die im Grunde genommen 1:1 in die P&L reinlaufen und den Cash Flow zum Anschwellen bringen. Und weil das soo heftig anschwillt, quillt es dann wieder raus und landet in Form von Aktienrückkäufen und Dividenden wieder in unserem kleinen Geldbeutel. Von daher halte ich den lamentierenden Blick auf die geringeren Dividenden von USA-Titeln in vielen Fällen für verkürzt, da es (über) kompensierende Faktoren gibt, insbesondere bei USA-Unternehmen mit internationalen Kundenmärkten. Überleg mal, man hätte – als schon mal der Dollar versus Euro so schwach war – nur deswegen damals Mc Donalds oder Procter&Gamble und solche Konsorten nicht eingesammelt?! Das wäre damals eine wahnsinnige dumme Entscheidung gewesen!! Wenn man wirklich long term investiert, sind Währungsschwankungen wie milde Erkältungen, die kommen rein in das Depot und verlassen es wieder…Ich kann Währungen langfristig genauso wenig wie meinen Tod prognostizieren, und darum lasse ich es auch gerne sein. Meine Meinung.

      #Asien. Ich konnte, nachdem ich meinen letzten Hot stock mit unangemessener hoher Gewichtung im Depot, gut verkaufen konnte, wieder einiges in Cash Flow anlegen (Anmerkung: Das lasse ich mich beim Wort nehmen, das war tatsächlich die letzte Hot stock Aktion meines Lebens – die Erkenntnis in mir ist gereift, dass man entweder Tennis oder Fußball spielt, aber nicht beides, also nicht Value und Hot stock stories gleichzeitig spielt – ich will aber nicht abschweifen….). Ich versuche aber einen Schwerpunkt zu setzen auf Compounder aus dem Consumer und Infra-Bereich mit halbwegs nachvollziehbarer Governance. Es soll halt mindestens 20 Jahre ungestört compounden. Dieses mal nachgekauft habe ich: Yum China; AIA; China Mengniu Dairy; MTR; Anta Sports; Tingyi. Ich haben natürlich allerlei weitere Titel mehr aus dem Bereich, aber hier schneide ich mal ab, sonst muss Ben seinen Schlumpf-blauen Hintergrund in ein China-Rot austauschen…Übrigens habe ich Japan ebenfalls weiter angefüttert: Kao; Unicharm, Kikkoman, Nissin Foods Holding (die letzten drei tolle Divi-Steigerungsraten). Und da ich immer noch ein Herz für USA Titel habe (und sie in meinem Depot auch nicht sonderlich hoch gewichtet sind), ging wieder was rein bei: Flowers Foods; General Mills; JM Smucker; The Campbell; Kraft Heinz; Pfizer. Und wenn wir zu den USA auch Mexiko dazuzählen (Trump erledigt das schon… :-), dann wäre noch FEMSA zu nennen.

      Bleibt alle bullisch! Dort wo lamentiert wird, liegen schon wieder die nächsten Chancen, wenn man das Geld langfristig anlegt!

    3. Avatar von Tobs
      Tobs

      Hallo Thomas,

      weil sich unsere Kommentare überschnitten – noch kurz als Replik auf Deinen letzten Kommentar: Hengan International. Finger weg davon! Für mich ein Parade-Beispiel, dass das, was in unseren Breitengraden als positiv betrachtet wird – Großer Stake der Familie – in China eher nachteilig sein kann. Stichwort Corporate Governance: In der Logik von reichen chinesischen Clans sind die Unternehmen gerne die eigene Tasche, man bedient sich, jedenfalls ist die Corporate Governance nicht so, dass sie auf eine gleiche Ausrichtung mit den anderen Aktionären angelegt ist. Es gab gegen Hengan auch Short Seller Vorwürfe, ob an ihnen was dran war, weiß ich (man?) nicht. Kern des Vorwurfs war, dass Hengan eher im Commodity Bereichen der Pampers und Binden operiert (schwache Margen), aber erstaunlich hohe operative Ergebnisse in diesen Segmenten auswies. Seinerzeit war ich lieber in einer Vinda International investiert, die den Premium Markt adressierte. Leider hatte Essity aber wurde man damals von Essity als Mehrheits-Aktionär rausgedrückt, als Essity seinen Stake an PE-Investoren verkaufte. Kurzum: Hengan ist eher Commodity, daher margenschwach (und damit besonders Rohstoff-Preis-anfälig) und als Familien Clan nicht nur gut beleumundet.

    4. Avatar von Hansi
      Hansi

      Hallo Thomas,

      schon mal gut, dass du dir deine China-Risiken bewußt sind. Meine skeptische China-Haltung habe ich schon häufiger zum Ausdruck gebracht. Nicht nur das Taiwan-Risiko, sondern China selbst steht vor unglaublichen Problemen. Vieles ist nur Blendwerk, das Social-Credit-System erzeugt eine Gesellschaft in Angst, die Immobiliebblase ist riesig. Wenn die Welt ihre Produktionsstätten von China langsam wegverlagert, muß China die Renmimbis gegen Dollar zurücktauschen und das schön Dollarvermögen sinkt wieder. Solange China seinen Bürgern Wohlstandsteigerung liefern kann, kann die Einparteienregierung funktionieren. China stagniert nur noch.
      Wer wirklich in China investieren möchte, sollte sich zumindest den Youtube-Kanal Serpentza mal gelegentlich ansehen, um Chinas Mentalität zu verstehen. Er hat lange dort gelebt, ist mit einer Chinesin verheiratet und zeigt interessante Einblicke. Den Zahlen von Hengan scheinen selbst die Chinesen nicht zu trauen, anders ist deren Kurs nicht zu erklären.

    5. Avatar von Volker Mühlhausen
      Volker Mühlhausen

      Was ist die Idee hinter Weichai ? Ist letztlich ein Autozulieferer – Stichwort Powertrain.

      Ok Dividende. Setzt aber auch voraus, dass der Yuan nicht allzu sehr gegen den Euro sinkt und China nicht in die Wirtschaftskrise fällt.

      Da neige ich selbst eher zu BYD oder sogar Xiaomi.

      Ping An kann ich nachvollziehen, denke Immokrise in China wird auch zu mehr Vorsorgeversicherungen führen, sprich andere Anlageprodukte u.a. Altersvorsorge.

      Gruß Volker

    6. Avatar von Thomas
      Thomas

      Hi Hansi und Volker.
      China.
      Bisher hatte ich weit über 50% oder 60% USA Anteil und viel Europa und den Rest der Welt. Zuletzt viel Singapore dazu genommen. Ich verkaufe jetzt nichts, aber wo stecke ich neues Geld rein? Die einzigen, die vor Trump bezüglich Handelsclinch, Zölle etc nicht eingeknickt sind, sind die Chinesen. Alle anderen haben sich quasi unterworfen.
      Warum können die das, weil sie mittlerweile ebenbürtig und auf Augenhöhe zu USA sind. sind. Sie sind immer noch der zweitgrößte oder drittgrößte Halter von US Treasurys und könnten locker den USA die Scheisspapiere (sry) vor die Füße schmeißen.
      Immobilienkrise in China, ja, scheint schlimm zu sein, die einzelnen Landesregierungen extrem verschuldet, sie suchen die Finanziers für die Kantonalregierungen, und wer will schon freiwillig dafür zahlen. Ist doch aber überall auf der Welt so.
      Ewig wird die Immobilienkrise nicht andauern, Aktien werden als Anlageklasse vs Immobilien erst noch anteilig steigen bei den Privatinvestoren, sind unterrepräsentiert.

      Währungsrisiko. Die Chinesen achten peinlich auf etwa gleichen Kurs zum Dollar(grob) und justieren täglich. langer Trend RMB/USD RMB wertet eher auf. USD wertet ab.
      YPJ/RMB Japan wertet ab. RNB/EUR, ja, EUR wertet auf, aber das gleiche Risiko wie EUR USD. Durchschnittliches KGV S&P 500 etwa 29, China hat die Hälfte und weniger.
      In meinem Portfolio war China lange 0%. Es ist eher Risikoadjustierung, denn wie die USA sich politisch nach Trump weiterentwickeln bzw monetarisch weiterentwickeln, kann auch keiner vorhersehen. Es kann noch extremer werden, denn die Demokraten liegen am Boden und leisten keine Gegenwehr. Klassisch werden jetzt die US Medien eingenordet. Liegen die Chancen, das die USA zum Median zurückkehrt oder extremer werden bei 50/50 ? oder sehe ich das falsch? Den schnell steigenden Goldpreis könnte man eher als Alarmsignal interpretieren, wenn man wollte. die langen und ganz langen Bondyields worldwide eher auf Richtung Alltimehigh, lange Anleihen verlieren an Wert. Die durchschnittlichen Durationen werden schnell verkürzt. China ist billige Dividende im Einkauf und als Zielgröße können 10 bis 15% Chinaanteil im Depot mehr nützen als schaden, glaube ich.
      Die Dividende kommt gut, Quellensteuer besser als Frankreich oder Schweiz.

      @Weichai ist „der“ chinesische Dieselmotorenhersteller, LKW, Schwerlast, Busse, Traktoren, Feuerwehren, Kleintransporter, Schiffsmotoren, Boote etc etc. also alles was das Land „antreibt“ und transportiert, also eher Diversifikation in Richtung Industrie. KGV etwa 12 Dividende über 5%,
      Zahlungen erfolgen regelmäßig, das reicht mir als Entscheidungsgrundlage.
      Ist jetzt auch nur eine kleine Einstiegsposition.
      Nur Meinung.

    7. Avatar von Hansi
      Hansi

      Hallo Thomas,
      China bietet ohne Frage günstige Unternehmen und hroße Chancen. Aber auch ohne China-Aktien bist du bereits über die westlichen Firmen voll in China investiert. China ist leider sehr unfreundlich zu Ausländern und ein direkter Handel in Shanghai ist nicht möglich. Hongkong kann mit einem Federstrich geschlossen werden, genauso wie Cayman-Konstruktionen enteignet werden können. Buffett hat sein ganzes BYD-Bestand verkauft.
      Für dich sollte nur wichtig sein, bei dem geringsten Anzeichen eines Taiwan-Abendteuers die vollständige Schließung aller China-Position die beste Lösung sein könnte. Hätte ich mal so vor dem Ukraine-Einmarsch oder die ersten Tage danach gehandelt. Es ist schon ärgerlich 2% seines Depots praktisch von heut auf morgen enteignet zu sehen.

    8. Avatar von UrsprungsFrank
      UrsprungsFrank

      Hallo Hansi,

      Leben ist lebensgefährlich, um Erich Kästner hier einmal in seiner Lakonie zu zitieren. Natürlich können auch die Chinesen ‚depotgefährlich‘ werden, aber wäge ich aus meiner kleinen Kartause die Gegebenheiten ab, so wollen mir die Chinesen nun auch wieder recht bedacht erscheinen. Das zieht sich aus meiner Sicht wie ein roter Faden durch die vergangenen Jahrzehnte hindurch. Ich bewundere die Chinesen darin wie planvoll sie die Bevölkerung aus der bittersten Armut in einer Diktatur in einen reformbedingten Kapitalismus überführt haben. Vergleiche das mal mit dem Umbruch in Russland, wo der allergierigste Turbokapitalismus die Bevölkerung buchstäblich zerriss zum Wohle von Putin. Da wurden ein paar Oligarchen unendlich reich, in China wurden zig-Millionen mitgenommen. Schaue Dir trotz aller Fehlentscheidungen dieses Landes an wie planvoll China militärisch und technologisch über Jahrzehnte(!) seinen Weg geht. Vergleiche das mal mit der derzeitigen Politik der USA, die uns übrigens eben auch mal die Suprime-Krise bescherte und danach schlichtweg sich darauf verließ, dass China die lange Werkbank des Westens ist. Immer noch nicht begreift z.B. die EU wie wichtig Seltene Erden sind. China hat das schon eine ganze Weile begriffen. Die Chinesen haben begriffen, dass Regenerative Energie einen immensen Wertbewerbsvorteil darstellt – die USA ist dafür zu blöde (Ausnahme Kalifornien). Dabei vergessen die Chinesen nicht, in Punkto Militär und KI zur USA gleichzuziehen. Und dieses Land soll ich jetzt echt ignorieren? Wenn China depressiv und damit aggressiv wird oder einen Schnupfen hat, dann habe ich ganz andere Probleme als meine 2-3% Depotanteil China. Was mich aber meistens stundenweise die Rollladen herunterziehen lässt ist immer noch unsere gedankliche Haltung, die Chinesen zu unterschätzen, indem wir glauben sie wären eine einzige Samurai-Truppe und schlagen wie die Russen alles in Schutt und Asche. China ist wirtschaftsaggressiv – ja – aber wir wissen genau, wo sie hinwollen. Als Gegenbespiel dient Russland, und ja, in diesen Tagen leider auch die USA.

      Gruß Frank

    9. Avatar von Hansi
      Hansi

      Hallo Frank,
      wer weiß schon was die Zukunft bringt. China ist ohne Frage seit 220 v. Chr. eine Nation mit gelegentlichen Schwächephasen. China’s Aufschwung seit dem Ende des Wahnsinnigen MAO ist sicher beeindruckend. In 5G soll China die wahre Nr. 1 sein. Wenn erst mal Taiwain wieder im Reich ist, wird China auch bei den Halbleiter-Produzenten die Nr. 1 sein. Vorausgesetzt sie erhalten es unversehrt. Die Moral der Taiwanesen ist eh nicht sehr hoch und die taiw. Eliten werden sich doch nicht ihr Vermögen zerschießen lassen und vermutlich einen Deal mit China aushandeln. Die chin. Flotte ist inzwischen riesig und wächst immer weiter. Irgendwann wird sie so groß, dass China Taiwan sanktioniert und ne Wirtschaftsblockade errichtet und Taiwan einfach aushungert und zum Deal zwingt.
      Viele chinesischen Eliten haben doch bereits Vermögen ins Ausland geschafft und sich Rückzugsorte geschaffen. So hat doch Lee Ka-Shing sein Imperium inzwischen so umgewandelt, dass chin Vermögen verkauft wurde und nach England,Kanada, Australien usw wanderte. Er scheint vermutlich wenig Vertrauen in China zu haben und seine Kids sollen doch kanadische Pässe haben. In Russland kann man zumindest sich ein Haus kaufen und es ist dein Haus. In China kannst kein Haus kaufen, du kaufst dir ein Wohrecht, zb. 50 Jahre für sehr teures Geld. Keine Immobilie gehört einem wirklich. Deswegen betrachten die Chinesen z.b. eine 500k Wohnung in Deutschland als Geschäft ihres Lebens. Endlich mal richtiges Eigentum. Die US-Suprime-Krise 2008 ist doch eine Lappalie im Vergleich zur chin. Immozusammenbruch. Die chin. Städte haben in den letzten 20 Jahren immer mehr Landrechte zu immer mehr höheren Preisen verhökert und damit ihre Kassen finanziert. Ein sehr großer chin BIP-Anteil war dieses Luftschloß Immobilien. Dort hat eine 300.000 Stadt vielleicht weniger als 10.000 Einwohnet und der Rest steht leer , obwohl die Obdachlosigkeit rasant ansteigt. Man findet unzählige Geisterstädte oder Bauruinen in China. Suprime war ein Witz dagegen, aber in China wird es von der Regierung tot geschwiegen und
      es wird auch hier fast nichts über den Wahnsinn hier berichtet. In Wuhan gibt es ein Gain-of-function-Labor und viele glauben bis heute, selbst in China an die Fledermaus „Graf Corona“. Wenn in China zum Arzt willst, bring erst mal ne Gefälligkeit mit. Die gut ausgebildeten Chinesen suchen wie die gut aushebildeten Deutschen ihr Glück im Ausland, weil es zu Hause keinen Sinn mehr. Millionen Chinesen warten seit Monaten auf ihr Gehalt und betteln vor den Firmenzentralen in den sie sich auf der Straße auf den Boden schmeißen. Kündigen wird keinee, weil danm def nächste verzweifelte den „unbezahlten“ Job schnappt. Als alte Nation betrachtet China nicht nur in der Vergangenheit sondern auch heute als Barbaren. China für China und der Rest kamn draußen bleiben. Das gilt insb. für Aktien. Wenn ihr nicht mal ne Wohnung in China kaufen könnte, warum sollte man der Illusion erliegen, dass China einem einen Anteil an seinen Unternehmen zugesteht. Hongkong und die Cayman-Konstruktion sind einr klare Ansage was kommt, wenn der Westen nicht mehr mit China spielt.
      Westliche Firmen könnten dort schon genug verlieren.

  4. Avatar von Thomas
    Thomas

    Tobs, alles richtig,
    was einmal da ist, bleibt auch da, solange die Dividenden gut kommen, ist ein Haken dran. auch die USA Sachen, aber da Ende September und Anfang Oktober wieder überdurchschnittlich was reinregnet, ist immer die Frage, wo geht man rein. USA ist glaube ich auch allgemein überteuert und bin nicht sicher, wie lange/ob sich diese Überteuerung/USA Aufschlag versus Rest der Welt halten kann. Jedenfalls auch höheres Rückschlagspotential.
    Und nein lamentieren soll das nicht sein.
    Danke für feed zu Hengan, noch habe ich ja nichts gemacht.

    Man stelle sich Bens schlumpfblauen Blog (korrekt ist Cyan2?) mal in rot vor.
    Ne, eher nich.
    eventuell könnte Ben noch mit ganz feinen dezenten Guillochierungen arbeiten oder anderen Schriftarten, aber das weiß er selbst am besten.
    aber wie immer Pareto. Alles was man an Verbesserungen über 80% macht, wenn es schon gut ist, verschlimmbessert das ganze nur.

  5. Avatar von Kay
    Kay

    Schlumpfblau ist viel heller,das hier kommt dem Blau der AFD sehr nahe. 😎

  6. Avatar von Thomas
    Thomas

    Moin, gibt es eigentlich Meinungen zu Unilever? Hier soll Mitte November 25 das Eisgeschäft abgespalten werden. Starten sollen sie mit 2,4 facher Verschuldung des bereinigten Ebitda, während Unilever zur Zeit etwa mit 2,0 unterwegs ist. Da geben sie der Eissparte noch ordentlich Schulden mit auf den Weg.
    Ich finde auch als Geschäftsmodell die Eissparte irgendwie eine Monokultur, die überall und an jeder Ecke Konkurrenz hat. Als sexy finde ich das nicht.
    Manche bunkern jetzt noch schnell Unilever, um dann viel von der Abspaltung zu bekommen. Bei mir selbst machen Unilever etwa 1,9% Depotvolumen aus und ich werde wohl nicht vorher aufstocken und die abgespalteten Eisanteile wohl zeitnah verkaufen und Unilever weiter so behalten und gelegentlich mal nachkaufen, wenn sie an der Reihe sind.
    schönen Wochenstart@all

    1. Avatar von Manfred
      Manfred

      Hi Thomas,
      Ist schon das genaue Datum des SpinOffs bekannt ? (Du schriebst mitte Oktober) wie genau laeuft der SpinOff ab ? Direktzuteilung der neuen EisFirma ?
      Wenn du die EisFirma danach wieder in Unilever Aktien umtauschen willst, beachte bitte, dass du die Magnum Ice Cream Company erst ein paar Tage spaeter hier in Deutschland verkaufen kannst, erst nachdem sie hier in D an der boerse eingefuehrt ist. Bis dahin sinkt der Kurs aber meist wegen der verkaeufe in London u USA.

    2. Avatar von Thomas
      Thomas

      Hallo Manfred, nein ich schrieb Mitte November 2025.
      Genaueres zu gegebener Zeit dann hier
      https://www.unilever.com/investors/the-magnum-ice-cream-company-demerger/
      und ich sehe es völlig gechillt und lass mich überraschen.
      Grüße

  7. Avatar von Nico
    Nico

    Hallo Ben,

    komischerweise bekomme ich seit deinem letzten Webseiten-Update ständig Werbebanner vom Aktienguru. Dort stehen Überschriften wie „2-Milliarden-Dollar-KI-Deal und neuer Aktiensplit könnten 500 % Gewinne schaffen“ mit Empfehlungen zu verschiedenen Aktien. Ich finde das mit Blick auf deinen ansonsten sehr transparenten Blog, in dem du keine konkreten Aktienempfehlungen gibst, etwas widersprüchlich.
    Ist das gewollt oder eher eine ungeplante Erweiterung?

    Viele Grüße
    Nico

    1. Avatar von Ben Warje

      Hallo Nico,

      Super-Hinweis, Danke dafür! Ich habe mich vor Ewigkeiten mal für Google AdSense beworben und wurde mehrfach abgelehnt (angeblich war der Content nicht qualitativ hochwertig genug). Nun bin ich angenommen worden und habe mir nichts weiter dabei gedacht. Meine Idee war, bei geeigneten Beiträgen eine kleine Werbeanzeige einzubauen. Ich selbst hasse es, wenn man eine Webseite aufruft und dann von Pop-Ups und Anzeigen überströmt wird.

      Frecherweise hat nur Google selbst – ohne mich zu fragen – einen Test gestartet, welche Anzeige bei meinen Leser am besten funktioniert und dazu diesen Werbebanner eingeblendet! Durch Deinen Kommentar bin ich erst darauf aufmerksam geworden und habe den Test entdeckt und abgebrochen. Ich hoffe, es funktioniert jetzt wieder wie vorher. Mir wird jedenfalls kein Banner mehr automatisch angezeigt.

      Ansonsten bitte noch mal einen Hinweis!

      Viele Grüße Ben

  8. Avatar von UrsprungsFrank
    UrsprungsFrank

    ich habe gerade mal meine Position bei Aker Solution verkleinert, weil dann doch leider Chance/Risiko Verhältnis nicht mit dem dafür von mir ins Feuer gestellten Betrag korrelierte.Auch arbeitet die Norwegische Finanzverwaltung elend langsam. Kurzum, ich hatte quasi unbeabsichtigt dann plötzlich Mittel frei, um mir mal endlich eine Lindt-Aktie (die kleine) zu kaufen. Passt ja im Grunde nie so richtig ins Diversifizierung-Schemata ins eigene Depot. Nun denn. Da kommt mir der Hinweis von Thomas bzgl. Unilevers Eissparte gerade recht. Beide Themen Eis und Schokolade sind ja in der Konsumerwartung gar nicht soweit auseinander. Was hat also Lindt richtig gemacht und Unilever nicht? Unilever hat versäumt oder es ist ihr irgendwie nicht gelungen, seine starken Eiscreme-Marken quasi zu Luxusgütern zu avancieren, um damit die Marge zu erhöhen. Früher war Langnese quasi so etwas wie heute noch(!) Coca Cola. An jedem Tabachi-Laden hing auch ein Langnese-Wimpel. Mit Magnum ist ihnen ein gleichwertiger Coup gelungen. Nur wurden dann diese Marken buchstäblich verramscht. Jeder Discounter quillt von diesen beiden Marken über. Sollte Lindt auf die gleiche Idee kommen, in größeren Mengen auch die Billigketten zu bedienen, so sollte man schleunigst die Aktie verkaufen. Sicherlich, ein gewaltigen Vorteil hat Lindt dann immer noch, Schokolade kann man im Gegensatz zu Eis jenseits von Hitzetagen als besondere Dreingabe gut und stets verschenken.

    Ein anderes Thema wäre dann auch noch relevant. Lindt arbeitet intensiv an Ersatz von natürlicher Schokolade. Macht das Unilever für andere Produkte in seinem Portfolio auch?

    Gruß Frank

    1. Avatar von Ben Warje

      Hallo Thomas,
      hallo Frank,

      ich hatte mich vor 4 Jahren von Unilever ja wegen der Eissparte getrennt (hier nachzulesen). Vermisst habe ich die Aktie in meinem Depot seitdem ehrlicherweise nicht. Ich will sie mir nach dem Eisspartenverkauf aber noch mal anschauen. Die Eissparte selbst fasse ich nicht an. Denn neben dem Thema Ben & Jerrys sehe ich es auch so, dass Langnese und insbesondere Magnum auf dem absteigenden Ast sind. Die Marktanteile sind immer noch führend, aber tendenziell rückläufig. Und Frank hat es richtig beschrieben: Magnum hätte ein absolutes Luxusgut bleiben bzw. werden können. Dafür hätte das Eis nicht verkleinert werden und auch nicht durch 30 Varianten zu einem beliebigen Eis ohne Unterscheidungsmerkmal generieren dürfen. Lindt hat da definitiv das bessere Markenmanagement bewiesen.

      Viele Grüße Ben

  9. Avatar von Tobs
    Tobs

    Ich hatte mir Unilever 2021 für rd. 44 Euro ins Depot geholt.

    Gerade weil damals einiges im Argen war, angefangen vom unfähigen ESG-CEO. Ich glaube, ich äußere mich immer wieder ungefragt dazu (bitte seht mir diese Eigenwilligkeit nach), dass ich für diese Global CEOs, die ihren Hintern nur auf Panels platt sitzen, wenig übrig habe. Aber solche Zeiten, wenn Unfähige gute Unternehmen übernehmen und schwächen, sind doch die besten Gelegenheiten einen cashgenerativen Consumer zu picken, wenn man Sitzfleisch mitbringt.

    Und heute: Steht Unilever echt nicht schlecht da! 2014 war eine Wendejahr unter dem neuen CEO. Produktdesign wieder stärker aus der Zentrale (wegen der Komplexitäten durch die lokalen Produktentwicklungen), Mengenwachstum (!) wieder eingesetzt und mit 2 Prozent p.a. prognostiziert. Markenstärke und Kostenvorteile ziehen wieder: ROIC 17,5 Prozent, Prognose 19 Prozent! Ich kenne Quellen, die arbeiten mit 7 Prozent Kapitalkosten. Also, das ist eine super Kapitalanllokation und spricht für Burggräben. Nach Demerger vier fokussierte Einheiten.

    Wenn auch der Verkauf der Eissparte strategisch sinnvoll ist – so schlimm wie Ihr alle hier – finde ich das Geschäft gar nichtmal. Es hat immerhin auf einen Umsatz von rd. 8 Mrd. Euro eine Ebitda-Marge von 16-17 Prozent eingebracht.

    Also: Ich will nicht sagen, dass Unilever gerade sehr günstig ist, mir gefallen die unternehmerischen Entwicklungen aber anscheinend wesentlich besser als den meisten anderen hier. :-)

    1. Avatar von Tobs
      Tobs

      2024 war ein Wendejahr…

  10. Avatar von Thomas
    Thomas

    bei uns schießen Eisautomaten mit regionalen Bestückern/Lieferanten wie die Pilze aus dem Boden und werden auch gut frequentiert (ländlicher Raum).
    Außerdem ein Muß ist Eis beim Italiener/Eisdiele. Supermärkte wie Kaufland und andere Grossisten verkaufen/entwickeln ihre Eigenmarken, die auch wirklich gut sind. Weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal Eis aus dem Unilever Universum hatte, schmeckt mir auch nicht besser als anderes.
    Lindt hat btw auch eine sehr hohe Penetrationsrate in Supermärkten ( so meine Wahrnehmung), aber absolut berechtigt. Zu Ostern und Weihnachten und auch mal zwischendurch (Enkelbedingt) gebe ich übers Jahr 5 mal soviel Geld bei Lindt aus wie für Milka/Mondelez. Lindt ist Qualität und auch die Frau läßt sich wenn dann Lindt schenken.
    Werbung/Marketing/Logistik/Distribution auf Spitzenniveau.

    Für die Große und mittlere Lindt Aktie hat es bisher noch gereicht bzw. wäre mir das Klumpenrisiko zu hoch, aber nice wäre die im Depot. Die ganz kleine Lindt Aktie A40VLZ gibt’s wohl noch nicht so lange, muss ich mir mal ansehen.

    Eine Zeitlang war ja auch die Aktie der SNB (852243) einem gewissen Hype unterlegen, der sich aber auch wieder gelegt hat. Nun verkauft die SNB ja immer SFR, damit der SFR nicht durch die Decke schießt und kauft mit ihren gigantischen Devisenreserven ja auch globale Aktienpakete.
    z.Bsp. hier
    https://www.trend.at/invest/wie-die-schweizerische-nationalbank-eine-tech-groesse-wurde
    Das hat sich ähnlich wie beim Norwegischen Staatsfond doch ein gigantisches Vermögen angesammelt,. Außerdem hält die SNB als 6. größter Goldbesitzer weltweit etwas über 1k Tonnen Gold.
    Habe das noch gar nicht gegen die Marketcap gerechnet, aber die Aktie der SNB wäre vielleicht auch eine gute krisenfeste Aktie. Sollte der Clinch zwischen EU und Russland weiter eskalieren, wäre die Schweiz aber safe, m.E.
    mal sehen ob es nicht SNB irgendwo zu kaufen gibt.
    Nur so Gedanken.

    1. Avatar von Ben Warje

      Hallo Thomas,

      nur auf die Schnelle: Die SNB-Aktie hat einen Cap eingebaut und ist aus meiner Sicht deshalb kein gutes Investment. Es gab zwar mal diese nicht nachvollziehbare Spekulation um sie. Aber der Cap hat es in sich: die Dividendenausschüttung ist gesetzlich auf 6% des Aktienkapitals gedeckelt. Das entspricht einer Maximaldividende von 15 CHF pro Aktie. Eine Liquidation ist auch unrealistisch und deshalb werden Aktionäre den Wert der Aktie nicht heben können.

      Viele Grüße Ben

    2. Avatar von UrsprungsFrank
      UrsprungsFrank

      „Die ganz kleine Lindt Aktie A40VLZ gibt’s wohl noch nicht so lange, muss ich mir mal ansehen“

      Drei Handelsplätze in Deutschland, ADR, Spread locker 5%, weil kaum Nachfrage trotz Eiscafepreise ;-) – die Welt ist eine Wundertüte!

      @Ben

      Ich bin Dir so dankbar, dass Du den Google-Mist vor die Tür gesetzt hast! Man sieht das ganz schön z.B. bei finanzen.net. War eine zeitlang zum Screening angenehm. Werbung kann man auch nachvollziehen, aber jetzt ist es unbrauchbar geworden. Yahoo ist eh besser … Wie Werbung auch richtig kontraproduktiv sein kann, habe ich bspw. bei der HVB gemerkt. Diese Bank ist unglaublich aufdringlich und Bayern-Fan muss man auch noch sein … Meine Scheidung wurde akzeptiert ;-)

      Gruß Frank

  11. Avatar von Thomas
    Thomas

    Ben, wenn man es dann über die mittelbaren Halter angeht? Die Kantonalbanken geben auf die Schnelle ein diffuses Bild ab, aber einige laufen richtig gut (Zuger Kantonalbank, Thurgauer Kantonalbank, Basler Kantonalbank, etc., habe nicht alle durchgesehen, aber einige trödeln so vor sich hin.)
    Irgendwo muß doch dieser kompakte Schatz der SNB am Markt abgebildet werden?
    Und wenn es nur als Krisenschutz ist?

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