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Da habe ich dann schon mal gezuckt: Quartalsergebnisse werden ja gerne mal schön gerechnet. Da werden Vorjahreswerte korrigiert oder Aufwendungen als einmalig deklariert, um sie dann bereinigen zu können.
Das ist das übliche Spiel und das ist man als Aktionär inzwischen gewohnt. Wenn aber ein Umsatzrückgang um 1% damit zu erklären versucht wird, dass es im letzten Jahr einen Schalttag gab, dann ist das erstaunlich. Klar, bei 90 Tagen, die ein Quartal gewöhnlich hat, ist 1 Tag etwas mehr als 1%. Aber muss man sich dieser Blöße hingeben?
Rein interessehalber habe ich mir zum Vergleich die anderen Quartalsergebnisse der letzten Schaltjahre und Folgejahre angeschaut. Und das Ergebnis ist wirklich spannend. Zeigt es doch, wie es aktuell um das Unternehmen bestellt zu sein scheint.
Den kurzen Vergleich und meine Einschätzung zu den aktuellen Perspektiven erfährst Du in diesem Beitrag.
Der Titel mit der prozentual höchsten Performance in meinem Depot ist weiterhin McDonald’s. Im Juli 2008 habe ich mir eine damals kleine Position mit 15 Aktien ins Depot gelegt. Ich war auf der Suche nach einem Titel, den ich wegen der damals bevorstehenden Einführung der Abgeltungssteuer einfach liegen lassen konnte. Aufgrund der so schon beabsichtigten extrem langen Haltedauer investierte ich nur wenig Geld.
Wirklich durchgestartet ist die Aktie allerdings erst seit 2017 und verdreifachte sich innerhalb von 5 Jahren. In diesem Jahr schwankt die Aktie nun zwischen 280 und 320 US$:

Dividendenzahlung
McDonald’s zahlt erneut eine Quartalsdividende von 1,77 US$ je Aktie. Für die 15 Aktien in meinem Dividendendepot ergibt das eine Brutto-Dividende von 26,55 US$. Sie wurde von flatex zum Kurs von 1,1512 in Euro umgerechnet. Nach Abzug der Steuern verbleibt eine Netto-Dividende von 17,17 €. Sie wurde mit Wertstellung 16.06.2025 überwiesen.

Zusätzlich habe ich für die Bruchteile einer McDonald’s-Aktie (knapp ein Drittel) aufgrund meines Sparplans bei Trade Republic 0,37 € Nettodividende erhalten. Der Umrechnungskurs lag hier ebenfalls bei 1,1512.

Annualisiere ich die Quartalsdividende, dann zahlt McDonald’s eine Jahresdividende von 7,08 US$. Bei einem Aktienkurs von 296,29 US$ (Schlusskurs am Dividendenzahltag) ergibt das eine Dividendenrendite von 2,4%. Da McDonald’s als Dividendenaristokrat seine Dividende jährlich erhöht, dürfte bei einem heutigen Kauf die tatsächliche Jahresdividende höher liegen. Bleibt es beim bisherigen Turnus, dann wird die Dividende zur Dezember-Dividende erneut erhöht.
Meine persönliche Dividendenrendite (Yield on cost) ist gleichzeitig die Höchste unter allen meinen Depottiteln. Das liegt vor allem an der langen Haltedauer und daran, dass ich seitdem auch nicht mehr nachgekauft und mir damit den Einstiegskurs nicht verwässert habe. Denn pro Aktie habe ich 2008 lediglich 38,43 € bezahlt. Darauf erhalte ich 7,08 US$ Dividende pro Jahr. Wenn ich dafür einfach den jetzigen Umrechnungskurs nehme, dann entspricht das einem YoC von 16,0%.
Wiederanlage der Dividende
Seit der Dividendenzahlung im März 2024 habe ich meinen kompletten Einstand für die 15 McDonald’s-Aktien als Netto-Dividenden zurückerhalten.
Seitdem reinvestiere ich die Netto-Dividenden mittels Sparplan erneut in McDonald’s-Aktien. Um das Ganze aber steuerlich sauber zu trennen, nutze ich dafür Trade Republic, während ich die 15 Aktien bei flatex halte.
Der Sparplan wird quartalsweise zur Monatsmitte des März, Juni, September und Dezember ausgeführt – also immer zu den Dividendenzahlterminen. Aktuell habe ich als Sparrate 18 € angegeben. Angesichts des absolut hohen Aktienkurses kommt damit natürlich nur wenig von einer Aktie pro Quartal hinzu. Aber auch hier setze ich auf den Faktor Zeit. Und in gewisser Weise ist es auch ein Experiment, weil ich mal in meinem eigenen Depot sehen will, wie sich die Reinvestition einer Dividendenzahlung langfristig auswirkt.

Zur besseren Übersicht pflege ich die folgende Tabelle, um den Schneeball-Effekt dokumentieren zu können:
| Quartal | Überschuss Netto-Dividende | Sparplanrate | Anteile | Sparplan-Dividende | offenes Invest |
|---|---|---|---|---|---|
| I/2024 | 10,13 € | 10,00 € | 0,038925 | 0,00 € | 0,13 € |
| II/2024 | 17,46 € | 17,00 € | 0,072568 | 0,04 € | 0,63 € |
| III/2024 | 19,12 € | 17,00 € | 0,063515 | 0,13 € | 2,88 € |
| IV/2024 | 18,80 € | 20,00 € | 0,069577 | 0,21 € | 1,89 € |
| I/2025 | 18,15 € | 20,00 € | 0,072385 | 0,29 € | 0,33 € |
| II/2025 | 17,17 | 18,00 € | 0,069902 | 0,37 € | -0,13 € |
| SUMME | 102,00 € | 0,386872 |
Perspektiven
Alle 4 Jahre gibt es ein Schaltjahr und das 1. Quartal hat damit einen Tag mehr. Ein Tag, an dem die McDonald’s-Restaurants natürlich genauso besucht werden, wie an den anderen Tagen. Mal abgesehen von einer möglichen Stärke oder Schwäche je nach Wochentag oder Wetterlage.
Ich muss zugeben, dass ich bei der Analyse der Quartalsergebnisse bisher nicht darauf geachtet habe, dass 91 Tage Umsatz in Schaltjahren natürlich besser sind als „nur“ 90 Tage in den anderen drei Jahren. Aber wie handhabt das McDonald’s selbst?
In diesem Jahr ist mir der ausdrückliche Hinweis auf den „Leap Day“ des Vorjahres in der Berichterstattung aufgefallen.
Auf der Webseite sind die Quartalsberichte bis 2018 historisiert. Angeschaut habe ich mir deshalb 2020, 2021 und 2024. Und siehe da: Der Schalttag wird im Bericht zum 1. Quartal 2020 nur im Fließtext auf der 2. Seite genannt. Er ist damit kein besonderes Thema, obwohl der Umsatz davon profitierte. Im Bericht zum 1. Quartal 2021 wird er dann gar nicht hinsichtlich des Vergleichsquartals genannt. Im Rückblick ein sicherlich ein starkes Zeichen, dass es damals nicht nötig war auf den fehlen Umsatztag hinzuweisen.
Und 2024? Da gibt es nicht einmal im Kleingedruckten einen Hinweis auf den Schalttag. Stattdessen feiert man sich für 13 Quartale in Folge mit steigenden Umsätzen. Bei einem Wachstum von 1,9% ist mehr als die Hälfte davon aber durch den Schalttag bedingt…
Mein Gefühl beim Lesen des Quartalsberichts hat mich also nicht getäuscht. Wenn schon in der ersten Zeile und insgesamt dreimal auf den Schalttag im Vorjahresquartal hingewiesen wird, dann sieht es aktuell richtig schlecht bei McDonald’s aus! Und dazu passt dann auch die Aussage des CEO von den härtesten Marktgegebenheiten mit großer Verunsicherung bei den Verbrauchern.
Besonders hart getroffen wurde das Geschäft in den USA – dort gingen die Verkäufe um 3,6% zurück. Die Gründe dafür haben wir mit all den Ankündigungen und Maßnahmen von Donald Trump nach seiner Amtseinführung im Januar miterlebt. Sie trafen offenbar auch das klassische Kundenklientel von McDonald’s.
Das schlug auch auf den Gewinn je Aktie durch, der um 2% auf 2,60 US$ abnahm. Damit ist die McDonald’s-Aktie weiterhin sportlich bewertet. Bei einem angenommenen Jahresgewinn von 10,40 US$ (Vervierfachung des Quartalsgewinns) und einem Aktienkurs am Dividendenzahltag von 296,29 US$ entspricht das einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 28,5.
Nachvollziehbar ist das nur angesichts der Marktstellung, der starken Marke und der langen positiven Historie des Unternehmens. Alle Krisen wurden bewältigt und das Gastronomiekonzept hat sich immer wieder an Veränderungen angepasst.
Trotzdem würde es mir aktuell nicht in den Sinn kommen, die Aktien zu kaufen, wenn ich sie nicht schon im Depot hätte. Ich empfinde sie einfach als viel zu teuer und lege mein Kapital lieber in günstiger bewertete Aktien an.
Das ist aber auch der Grund, warum ich seit dem Erstkauf vor inzwischen 17 Jahren keine Aufstockung der Depotposition vorgenommen habe. Und im Nachhinein war das ein Fehler! Denn der Aktienkurs ist stetig gestiegen – von zwischenzeitlichen Dellen abgesehen. Und deshalb kann es auch sehr gut sein, dass ein heutiger Kauf mit einem entsprechend langen Anlagehorizont durchaus Sinn macht.
Ich selbst kaufe ja nun quartalsweise dann doch in homöopathischen Dosen zu. Und auch wenn das wirklich lang dauert, im Rahmen des Sparplans auf eine messbare Größe zu kommen, ist das für mich eine gute Gelegenheit, meine eigene Überzeugung auszutricksen.
Die aktuelle Marktphase ist sicher für das Management von McDonald’s eine Herausforderung. Jetzt wird versucht, mit neuen Menüs die Kundschaft zu begeistern. Ob das gelingt, werden wir mit den kommenden Quartalsergebnissen sehen.
Dann wird es auch keinen sicherlich keinen Hinweis mehr auf das Schaltjahr 2024 geben. Und im Jahresergebnis sollte der einzelne Zusatztag dann hoffentlich auch nicht mehr für den Vorjahresvergleich herhalten…
Auf einen Blick:
| Unternehmen: | McDonald’s |
| ISIN: | US5801351017 |
| Im Divantis-Depot seit: | 04.08.2008 |
| Letzter Nachkauf am: | — (Sparplan zur Reinvestition der Dividende seit März 2024 aktiv) |
| Stückzahl im Divantis-Depot: | 15 |
| Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren: | 38,43 € |
| Gesamtkaufpreis: | 576,45 € |
| Bisher erhaltene Netto-Dividenden: | 711,79 € |
| Aktuelle Strategie: | Halten und Dividende reinvestieren |


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