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War das die USU-Hauptversammlung oder doch eher eine Beerdigung?

USU Software Hauptversammlung 2025
4.9
(123)

Präsenzhauptversammlungen haben den unschlagbaren Vorteil, dass man dort die handelnden Personen zu Gesicht bekommt. Und sich ein persönliches Bild machen kann.

Und meine Erwartungen an die diesjährige Hauptversammlung der USU Software AG waren entsprechend hoch. Schließlich hatte das Unternehmen im letzten Jahr einen dreistelligen Millionengewinn gemacht und allen Grund zur Feier.

Was ich dann aber erlebte, war ein denkwürdiges Schauspiel. Eine bedrückende Stimmung, niedergeschlagene Gesichter, irreführende Rhetorik und ein kärglicher Rahmen sollten den Aktionären offenbar den Eindruck vermitteln, dass nun ihre letzte Chance kommen würde, ihre Aktien noch zu verkaufen.

Warum ich jedoch das genaue Gegenteil von dieser Veranstaltung für mich mitnehme und welche Details der Vorstand preisgeben musste, erfährst Du in diesem Beitrag.

Ich hatte ja bereits über die Einladung zur Hauptversammlung der USU Software AG ausführlich berichtet. Das kannst Du hier noch einmal nachlesen, denn der Stand vor der Hauptversammlung trägt zum besseren Verständnis der Hauptversammlung selbst bei.

Transparenzhinweis

Ich halte Aktien der USU Software AG, weshalb dieser Beitrag nicht als objektiv zu werten ist. Er ist durch die Anlegerbrille gefärbt. Ich habe ein Eigeninteresse daran, einen möglichst hohen Erlös aus meinem Investment zu erzielen. Die Eindrücke von der Hauptversammlung sind zudem subjektiv und andere Teilnehmer können sie komplett anders erlebt haben. Insbesondere ist dieser Beitrag keine Anlageempfehlung oder Anlageberatung. Er dient ausschließlich der Unterhaltung und hat den Zweck, Wissen über Vorgänge an der Börse zu vermitteln.

Forum am Schlosspark Ludwigsburg
Der Eingang zur Hauptversammlung der USU Software AG

Die Hauptversammlung betraf das Geschäftsjahr 2024, in dem die USU Software AG ein Delisting durchführte und seit Juli 2024 nur noch an der Börse Hamburg gehandelt wird. Während der Laufzeit des damaligen Delisting-Übernahmeangebots wurde das Produkt- vom Servicegeschäft abgespalten und damit die Voraussetzungen für den Einstieg eines Investors geschaffen. Und ebenfalls in 2024 kam es dann zum Verkauf eines Teils des Geschäfts an den Investor Thoma Bravo. Da waren allerdings schon die Veröffentlichungspflichten eines börsennotierten Unternehmens erloschen und so war die Hauptversammlung am 10. Juli 2025 die erste Möglichkeit, sich aus erster Hand über die Details des Verkaufs zu informieren.

Denn genau diese Details fehlten im Geschäftsbericht, der mit der Einladung zur Hauptversammlung veröffentlicht wurde.

Erhellendes zum Ablauf des Delistings und den Gesprächen mit Thoma Bravo

Der Vorstandsvorsitzende Bernhard Oberschmidt teilte auf eine entsprechende Frage mit, dass die erste Kontaktaufnahme durch Thoma Bravo, den späteren Investor, im März 2024 während der Quiet Period vor Veröffentlichung der Zahlen erfolgt sei. Deshalb habe man darauf nicht geantwortet. Auffällig ist aber, dass mit der Veröffentlichung der vorläufigen Zahlen am 12.03.2024 erstmals Pläne zum Delisting kommuniziert wurden. Also nach der Interessenbekundung durch Thoma Bravo, dass die Private Equity Gesellschaft an einem Investment interessiert sei. Das erste indikative Angebot habe Thoma Bravo dann „Ende Juli“ abgegeben. Da war das Delisting gerade ein paar Tage vorher erfolgt und es bestand keine Adhoc-Meldepflicht mehr. Exklusiv wurde dann mit Thoma Bravo ab dem 28.08.2024 verhandelt.

Der Kaufpreis für das Produktgeschäft

Trotz Nachfragen wurde der Kaufpreis für die Mehrheit am Produktgeschäft unter Hinweis auf die vereinbarte Vertraulichkeit nicht genannt. Allerdings gab der Vorstand hinsichtlich der ebenfalls erfragten Bewertung des gesamten Produktgeschäfts den Hinweis, dass man ja aus dem Geschäftsbericht erkennen könne, dass ihnen 175 Mio. € zugeflossen seien und sie weitere 27 Mio. € als Finanzanlagen hielten.

Welchen Anteil hält die USU Software AG noch am Produktgeschäft?

Dreh- und Angelpunkt im Gesellschaftskonstrukt des Produktgeschäfts ist die Zug UK Holdco Limited. Sie ist über mehrere Zwischengesellschaften Alleingesellschafterin der USU GmbH, die das Produktgeschäft beinhaltet. An der Zug UK Holdco Limited sind sowohl Thoma Bravo, die USU Software AG als auch das Management beteiligt. Als Management werden im PE-Bereich klassischerweise sowohl die direkten Geschäftsführer als auch die Verantwortlichen in der PE-Gesellschaft verstanden. Sie sollen besonders am Unternehmenserfolg beteiligt und entsprechend motiviert werden. In diesem Fall hat das zur Konsequenz, dass Dr. Benjamin Strehl, der Sohn des USU-Aufsichtsratsvorsitzenden Udo Strehl, mehrfach von dem Verkauf profitiert. Er war in 2024 einer von zwei Vorständen der USU Software AG (deren Gehalt sich über das beschlossene Vergütungssystem hinaus erhöht hat), aber ist auch einer der Gesellschafter des Mehrheitsaktionärs AUSUM GmbH. Und als Geschäftsführer der USU GmbH nun auch Bestandteil der Managementbeteiligung an der Zug UK Holdco Limited. Und auch Bernhard Oberschmidt, der jetzige Alleinvorstand der USU Software AG, ist nach eigenen Angaben mit „unter 1% an der USU GmbH beteiligt“.

Die Zug UK Holdco Limited hat zwei Arten von Gesellschafteranteilen ausgegeben: „Ordinary Shares“ und „Preferences Shares“. Die USU Software AG hält 18,6% der Ordinary Shares und 20% der Preference Shares. Thoma Bravo hält 74,4% der Ordinary Shares und 80% der Preference Shares. 7% der Ordinary Shares entfallen auf die Managementbeteiligung, die in der Zug MEP Warehouse GmbH gebündelt ist. Interessanterweise ist die USU Software AG wiederum mit 20% an der Zug MEP Warehouse GmbH beteiligt. 20% von 7% ergeben 1,4%, die damit effektiv zu den 18,6% Anteil hinzuzurechnen sind. Damit hält die USU Software AG mittelbare Anteile von 20% an der USU GmbH. Eine Information, die bisher weder aus dem Geschäftsbericht noch aus dem Handelsregister herauszulesen war.

Die Bewertung der USU-Aktien

An der Börse Hamburg notierte die USU-Aktie zum Ende des Hauptversammlungstages bei 24,90 € (Schlusskurs 10.07.2025). Bei einem Dividendenvorschlag von 14,50 € (der dann auch mit 99,66% Zustimmung beschlossen wurde) hätte das rechnerisch einen Aktienkurs von 10,40 € exDividende ergeben. Trotzdem gab es den Vorschlag für ein Aktienrückkaufprogramm mit einer Obergrenze von 6,50 € (das wurde so mit 99,15% Zustimmung beschlossen). Die Begründung dafür war aus meiner Sicht grotesk. Projiziert wurde eine Powerpoint-Folie, auf der u.a. diese Worte standen:

USU Hauptversammlung Folie zur Marktpreisbildung
handschriftlich auf der HV abgeschrieben, Layout im Original ähnlich

Dazu führte der Vorstand aus, dass der Aktienkurs an der Börse Hamburg nicht nachvollziehbar sei und deshalb nicht Grundlage für die Preisbestimmung des Aktienrückkaufprogramms sein könne. Dieses Aktienrückkaufprogramm sei eine einmalige Angelegenheit und deshalb die Ermächtigung dazu auch nur auf 1 Jahr befristet. Danach werde es keine weiteren Programme geben und ein Squeeze-Out sei auch nicht geplant. Es werde natürlich niemand zum Verkauf gezwungen.

Zur Begründung des vorgesehenen Rückkaufpreises stand dann auf der selben Folie noch die folgende Berechnung

USU Hauptversammlung Folie zur Bewertung
handschriftlich auf der HV abgeschrieben, Layout im Original ähnlich

Rechnet man das zusammen, soll sich eine Bewertung zwischen 51 Mio. € und 56 Mio. € ergeben. Bei rd. 10 Mio. Aktien sind das 5,10 € bis 5,60 € je Aktie.

Ich war zunächst ganz schön erstaunt über die Chuzpe, mit der der Vorstand hier den Wert des eigenen Unternehmens herunterrechnete und den Marktpreis der Börse Hamburg diskreditierte. Erleichtert war ich dann allerdings, als sich Bernhard Oberschmidt genau an diesem Punkt an die Nase fasste. Damit signalisierte seine Körpersprache für mich eindeutig, dass er sich mit seinen Worten mehr als unwohl fühlte.

Für mich ist es offensichtlich, dass er hier nicht aus eigener Überzeugung sprach, sondern den klaren Auftrag seines Aufsichtsratsvorsitzenden Udo Strehl umzusetzen hatte. Der Aktienkurs soll mit aller Macht niedrig gehalten werden, um ihm den kostengünstigen Ausbau der Mehrheitsposition bis zum Erreichen der für einen verschmelzungsrechtlichen Squeeze-Out notwendigen Schwelle von 90% zu ermöglichen.

Denn nur so lässt sich erklären, warum der zu geringe Aktienkurs als Begründung für das Delisting herhalten musste und nun der Aktienkurs als zu hoch eingestuft wird.

Zu den einzelnen Punkten der vermeintlichen Bewertung ist zudem einzuwenden, dass der Vorstand selbst für die USU Digital Consulting mit 40 Mio. € Umsatz plant und Erträge von 6,5 Mio. € aus der Erbringung von Dienstleistungen für zentrale Aufgaben für die USU GmbH in 2025 plant. Dass das Beratungsgeschäft demnach nur max. 20 Mio. € wert sein soll, ist nicht glaubhaft.

Dagegen spricht auch schon ein rechtlicher Aspekt: Das ergäbe ja im Umkehrschluss, dass dann die gesamte USU Software AG zum Zeitpunkt des Einstiegs von Thoma Bravo 220 Mio. € wert gewesen wäre. Wenn man dann allerdings 200 Mio. € davon verkauft, wären das 90% des Unternehmenswerts gewesen. Und damit wäre eine Zustimmungspflicht für den Verkauf durch die Hauptversammlung ausgelöst worden. Der Vorstand war sich aber im Dezember 2024 sicher, dass er den Verkauf ohne Hauptversammlungszustimmung durchführen kann. Da muss der intern angesetzte Wert des Beratungsgeschäfts also noch deutlich höher gewesen sein.

Ich hatte bereits in meinem letzten Beitrag versucht, den fairen Wert der USU-Aktie zu ermitteln und hatte da – vor der Hauptversammlung – die folgende Rechnung aufgestellt:

Kassenbestand168,039 Mio. €
Verkäuferdarlehen26,122 Mio. €
18,6% mittelbarer Anteil an der USU GmbH (bei 270 Mio. € Bewertung)50,22 Mio. €
100% direkter Anteil an der USU Digital Consulting GmbH (Bewertung anhand Peer Group)69,78 Mio. €
Summe314,161 Mio. €
bei 10.036.484 Aktien31,30 € je Aktie.

Den Ansatz für das Servicegeschäft mit rd. 70 Mio. € halte ich immer noch für angemessen. Das Verkäuferdarlehen würde ich nun allerdings aus der Liste herausnehmen, da es nach den Erklärungen auf der Hauptversammlung den Anteil der Preference Shares an der Zug UK Holdco Limited repräsentiert. Damit gehört es gedanklich in den mittelbaren Anteil an der USU GmbH, der wiederum statt 18,6% bei 20,0% liegt. Hinsichtlich der Bewertung des Produktgeschäfts repräsentieren die 202 Mio. €, die im Dezember 2024 vereinbart waren, sicherlich die Untergrenze. Inzwischen sind wir mehr als ein halbes Jahr weiter und die Bewertungen von SaaS-Unternehmen haben kontinuierlich zugelegt. Zudem sollte der Umsatz gestiegen sein. 250 Mio. € Bewertung sind damit vermutlich nicht zu wenig. Der Kassenbestand reduziert sich durch die Dividendenzahlung, so dass sich aus meiner Sicht nun folgender fairer Wert ergibt:

Kassenbestand22,5 Mio. €
20,0% mittelbare Anteile an der USU GmbH (bei 250 Mio. € Bewertung)50 Mio. €
100% direkter Anteil an der USU Digital Consulting GmbH (Bewertung anhand Peer Group)70 Mio. €
Summe142,5 Mio. €
bei 10.036.484 Aktien14,20 € je Aktie.

Die Marktteilnehmer sehen das offenbar ähnlich. Denn trotz des Dividendenabschlags notierte die USU-Aktie am Tag nach der Hauptversammlung bei 11,79 € (Schlusskurs 11.07.2025).

Wie es mit meinem Investment jetzt weitergeht

Die Veröffentlichung des Geschäftsberichts und die Hauptversammlung waren die Highlights, auf die ich mit meinem Investment zunächst hingearbeitet habe. Die Entwicklung des Aktienkurses hätte durchaus noch besser sein können, aber die kolportierte Obergrenze eines Aktienrückkaufprogrammes von 6,50 € nach dem Dividendenabschlag von 14,50 € hat offenbar doch einige Marktteilnehmer verunsichert. Nun sehe ich zunächst wenig nachrichtengetriebenes Potenzial für steigende Kurse. Von der USU GmbH werden wir keine Zahlen mehr erhalten und es wird auch keine Dividende geben, die bei der USU Software AG ankommt. Das Servicegeschäft wird umbenannt und weiter betrieben, aber allzu große Sprünge sind hier nicht zu erwarten.

Jedoch – und das sollte man nicht vergessen – steht irgendwann der Exit von Thoma Bravo an. Und bis dahin soll die USU GmbH stark wachsen. Im Raum steht die Vision, den SaaS-Umsatz auf 300 Mio. € zu steigern. Bleiben bis dahin die Bewertungsmultiples hoch, dann wäre ein Börsengang oder anderweitiger Exit mit dem 6- bis 10-fachen SaaS-Umsatz denkbar. Dann würde der Wert der Beteiligung statt bei den aktuell angenommenen 5 € je Aktie auf 36 € bis 60 € explodieren.

Und genau das ist das Szenario, das aus meiner Sicht der Großaktionär und Aufsichtsratsvorsitzende Udo Strehl mit seiner AUSUM GmbH und NUNUS GmbH im Blick hat. Zwar weiß niemand, ob eine solche Steigerung des Unternehmenswerts mit dem Partner Thoma Bravo wirklich gelingen wird. Aber falls sie eintritt, dann sollen die Minderheitsaktionäre nicht daran partizieren.

Briefkasten AUSUM NUNUS Udo Strehl
Hinter diesem Briefkasten verbirgt sich die Mehrheitsbeteiligung an der USU Software AG. (Namensschild des Briefkastens darunter aus Datenschutzgründen geschwärzt).

Deshalb bin ich überzeugt davon, dass nun nach der Dividendenausschüttung kontinuierlich Aktien vom Markt gekauft werden. Es besteht durch das Delisting keine Meldepflicht mehr und wir werden erst dann von der Erhöhung der Beteiligung von Udo Strehl bzw. seinen Beteiligungsvehikeln lesen, wenn er die Schwelle zum Squeeze-Out von 90% erreicht hat. Dann wird ein Squeeze-Out-Verlangen gestellt und eine Verschmelzung mit der dann nur noch als Beteiligungsgesellschaft firmierenden USU Ventures AG angekündigt.

Die Barabfindung wird bei einem schnellen Squeeze-Out den Zukunftswert der Beteiligung an der USU GmbH nur unzureichend abbilden. Ich kann mir sogar vorstellen, dass zunächst einfach nur der Buchwert der Beteiligung, die ja offiziell eine reine Finanzbeteiligung ist, angesetzt wird. Das wären dann sogar nur 2,75 € je Aktie. Und zusätzlich würde das Beratungsgeschäft zurückhaltend geplant und ebenfalls niedrig bewertet. Der Kreativität sind da leider wenig Grenzen gesetzt.

Deshalb sehe ich persönlich aktuell die USU-Aktie nicht mehr so euphorisch wie nach Bekanntwerden des Einstiegs von Thoma Bravo. Wie sagt man so schön: „Die Messe ist gelesen.“ Wer zum oder nach dem Delisting eingestiegen ist, hat eine schöne Performance gehabt und zumindest brutto seinen Einsatz durch die Dividenden wieder herausbekommen. Und freut sich nun über einen weiterhin zweistelligen Aktienkurs. Aber große Sprünge in der näheren Zukunft sehe ich nicht. Trotzdem sollten die wahrscheinlichen Aktienkäufe von Udo Strehl dem Kurs weiterhin Stabilität geben.

Ich werde weiterhin Aktionär bleiben und – unabhängig vom Aktienkurs – das Geschehen interessiert verfolgen. Und bis zur nächsten Hauptversammlung erwarte ich mir auch noch einige Aufschlüsse. Denn dann sollten bisher fehlende Handelsregistereintragungen erfolgt sein und das Verständnis der Beteiligungskonstruktionen abrunden.

Ein symbolischer Abschluss der Hauptversammlung

Das Beste an der Hauptversammlung kam dann fast zum Schluss. Nicht nur, dass der Aufsichtsratsvorsitzende Udo Strehl auf einmal auflockerte und ein fröhliches Gesicht machte. Und damit signalisierte, weil Schauspielkunst in ihm schlummert. Nein, es gab dann auch noch nach Beendigung der Hauptversammlung ein Mittagessen für alle Aktionäre.

Essen-Boon der Hauptversammlung der USU Software AG

Und die Symbolik war frappierend: es gab bei Einreichen des Essenbons (zunächst) genau eine Maultasche, eine Wurst und etwas Kartoffelsalat. Für ein Unternehmen mit solch einem Geschäftsjahr im Rücken, war allein das schon die unterschwellige Nachricht an die Aktionäre: Ihr kriegt nur das Mindeste und keinen Cent mehr.

Mittagessen bei der Hauptversammlung der USU Software AG

Etwas weitergedacht, verbirgt sich in diesem Mittagessen aber die gesamte Symbolik der letzten 18 Monate. Denn im Schwäbischen wird die Maultasche auch gerne „Herrgottsbscheißerle“ genannt.

Das spielt auf ihre Entstehung an: Im Kloster Maulbronn war der Verzehr von Fleisch während der Fastenzeit streng verboten. Der Legende nach erhielten die Zisterziensermönche des Klosters ein Stück Fleisch geschenkt. Um das Fleisch nicht verderben zu lassen und dennoch das Fastengebot scheinbar einzuhalten, hackte ein Laienbruder das Fleisch klein, mischte es mit Kräutern, Spinat und Brot und versteckte die Masse in Nudelteig. So konnte das Fleisch „vor den Augen Gottes“ verborgen werden. Geboren war die Maultasche.

Nun sind wir Aktionäre natürlich nicht Gott. Aber auch vor uns sollte bei dieser Hauptversammlung einiges verborgen werden. Der Vortrag des Vorstands war in seiner Kürze kaum zu unterbieten und der Kaufpreis für das Produktgeschäft wurde erneut mit dem Hinweis auf die vertraglich vereinbarte Vertraulichkeit verschwiegen. Erst durch beharrliche Fragen konnte aufgedeckt werden, dass der bei der AG verbliebene Anteil daran statt 18,6% tatsächlich 20,0% beträgt.

Die zum Essen gereichte Maultasche war für mich die subtile Erinnerung daran, genau in das Innere zu schauen und sich nicht von der Verpackung beeindrucken zu lassen.

Auf einen Blick:

Unternehmen:USU Ventures AG
ISIN:DE000A0BVU28
Im Divantis-Depot seit:27.03.2024
Letzter Nachkauf am:22.05.2025
Stückzahl im Divantis-Depot:1.500
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:21,08 €
Gesamtkaufpreis:31.621,85 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:19.357,20 €
Aktuelle Strategie:Halten und Dividende kassieren

für diesen Beitrag verwendete Quellen:
Mitteilung nach § 125 Aktiengesetz inklusive Tagesordnung (Einladung zur Hauptversammlung)
Geschäftsbericht 2024 der USU Software AG inklusive Jahresabschluss 2024 und Konzernabschluss 2024

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Kommentare

35 Antworten zu „War das die USU-Hauptversammlung oder doch eher eine Beerdigung?“

  1. Avatar von Kay
    Kay

    Hallo Ben,

    „“Bisher erhaltene Netto-Dividenden:375,50 €““

    Wieviel Jahre willst du denn diese Aktien noch halten?

    Gruß Kay

    1. Avatar von Ben Warje

      Hallo Kay,

      das sollte sich im Lauf dieser Woche ändern, wenn die Dividendenzahlung eingeht. Heute ist offizieller Zahltag der 14,50 € je Aktie.

      Viele Grüße Ben

  2. Avatar von Marc
    Marc

    Meinst du es macht hat Sinn evtl. weitere Aktien nach dem Abschlag zu erwerben? Ich habe beispielsweise meinen EK bei 26€, als bin kurz vor der Ausschüttung eingestiegen.

    1. Avatar von Ben Warje

      Hallo Marc,
      das ist eine sehr individuelle Entscheidung, zu der ich Dir weder eine Empfehlung geben kann noch darf. Ich habe versucht, im Beitrag Anhaltspunkte für den fairen Wert und die kurz- und mittelfristigen Perspektiven zu geben. Daraus lässt sich sicherlich etwas für Deine Meinungsfindung ableiten.
      Viele Grüße Ben

    2. Avatar von Marc
      Marc

      Fakt ist in allen Fällen: der Kurs wird manipulativ niedrig gehalten. Bis die 90% erreicht sind wird nicht viel passieren und ich glaube nicht das irgendwelche Aktionäre bereit sind die Aktien zu einem äußerst geringen Kurs anzudienen.
      Ich schaue es mir erst mal an, erwarte nicht viel Bewegung, aber akkumuliere mal peu a peu…

    3. Avatar von DosEquis
      DosEquis

      Wie kommt ihr immer auf die 90%-Quote. Alle Quellen, die ich mir für D anschaue, sprechen von 95% für Squeeze out.

    4. Avatar von Ben Warje

      Hallo DosEquis,

      die 90%-Quote gilt für den verschmelzungsrechtlichen Squeeze-Out. Beim aktienrechtlichen Squeeze-Out sind hingegen 95% erforderlich. Für uns Minderheitsaktionäre ist da kein Unterschied, unsere Aktien werden zwangsweise an den Mehrheitsaktionär (beim verschmelzungsrechtlichen Squeeze-Out ist das die übernehmende Gesellschaft) übertragen. Die 90%-Quote findest Du in § 62 Abs. 5 UmwG.

      Viele Grüße Ben

  3. Avatar von Klaus
    Klaus

    Es ist eindeutig, dass die 20% gehalten wurden, um an der Upside mit Thoma Bravo zu partizipieren. Ich sehe einen Kurs inklusive von 33-34 Euro realistisch, dh nach der Dividende um die 20 Euro. Das Serviceunternehmen kann man auch noch verkaufen. Alles in allem ist ein schneller Squeeze-out nicht unrealistisch, da Private Equity Halteperioden von 3-5 Jahren hat. Und keiner der Beteiligten will wahrscheinlich, dass Minderheiten auch am Erfolg teilhaben und man Ihnen mehr zahlen muss.

    1. Avatar von Mattes
      Mattes

      Das macht Sinn, warum hat man 20 Prozent behalten, wenn es nicht mehr Wert gibt in der Zukunft. Und Thoma Bravo kann Geld in die Hand nehmen und das Wachstum beschleunigen. Es ist durchaus plausibel, dass man den Service Bereich verkauft und es noch eine Dividende gibt.

  4. Avatar von Daniel Meier
    Daniel Meier

    Das ganze ist schon ein albernes Schauspiel seitens des Unternehmens. Ich verkaufe nicht unter €18 pro Aktie. Die Beteiligung von Private Equity ist nur von Vorteil: Starkes Wachstum ist wichtig fuer die Bewertung und den Exit. Die werden das Unternehmen ja irgendwann verkaufen oder IPOen.

    1. Avatar von Marc
      Marc

      Sehe ich ebenso…. es bedarf jetzt wahrscheinlich einfach nur elendslanger Geduld!

  5. Avatar von Regina
    Regina

    Hallo Ben, vielen Dank für die Schilderung deiner Eindrücke.
    In einem deiner vorherigen Artikel hast du geschrieben, dass beim Squeeze-out ein Gutachten über den wahren Wert des Unternehmens erstellt wird.
    Nun gehst du selbst in deinen Beiträgen ja davon aus, dass der wahre Wert weit über dem Buchwert von 2,75 Euro je Aktie liegt.
    Weshalb könnte es dann trotz (unabhängigem) Gutachten dennoch auf 2,75 hinauslaufen?

    1. Avatar von Marcel
      Marcel

      So laufen Squeeze-Outs nicht ab. Es gibt die Gutachten ja aus gutem Grunde. Es geht um Fair values und nicht nur Buchwerte. Schau mal alte Beispiele an, da gibt es idR mehr für Aktionäre.

    2. Avatar von Ben Warje

      Hallo Regina,
      hallo Marcel,

      mir geht es darum, dass es möglich sein könnte, dass wir hier an der Nase herum geführt werden. Der Gutachter (übrigens nicht unabhängig, sondern vom Mehrheitsaktionär beauftragt und bezahlt) kann ja nur das bewerten, was ihm vorliegt. Und wenn der Squeeze-Out sehr schnell kommen sollte und keinerlei neue Zahlen oder Planungen für die USU GmbH vorliegen, was soll er dann bewerten? Da es nur eine Finanzbeteiligung von 20% ist, kann der USU-Vorstand auch keine Zahlen erzwingen. Ergo könnte der Gutachter „gezwungen“ sein, den Buchwert zu nehmen. Trotzdem wird das natürlich in einem Spruchverfahren vor Gericht überprüft und dann hoffentlich zu einer nachträglichen Anpassung der Barabfindung führen.

      Viele Grüße Ben

  6. Avatar von Michael Krellwitz
    Michael Krellwitz

    Hallo Ben
    Wie und wo erfahre ich wann es zum Squeeze Out gekommen ist ?

    Viele Grüße Michael

    1. Avatar von Ben Warje

      Hallo Michael,

      dazu ist in jedem Fall eine Hauptversammlung erforderlich. Da gibt es dann einen eigenen Tagesordnungspunkt mit der vorgeschlagenen Abfindung. Und dazu wird das Gutachten veröffentlicht, wie die Abfindung ermittelt wurde (zusätzlich gibt es noch einen Prüfbericht dazu). Also wenn Du mindestens 1 USU-Aktie hast, dann kriegst Du von Deiner Bank die Mitteilung, dass eine Hauptversammlung stattfindet. Und dann musst Du einen Blick auf die Tagesordnung werfen. Du kannst aber auch sicher sein, dass ich darüber berichten werde, wenn es so weit sein sollte.

      Viele Grüße Ben

  7. Avatar von Jay
    Jay

    Auch von mir zuerst einmal vielen Dank für deinen Einsatz & Mühen. Das Problem ist doch einfach das Kapitalmarktrecht in Deutschland – Gefälligkeitsgutachte & Gerichte, die alles durchwinken. Ich gehe mit dir mit, dass wir einen Wert von vlt. 15 Euro darstellen können. Nur den zu bekommen ist die Schwierigkeit. Wie dieses Land/Politik in den letzten Jahren Aktionärsrechte systematisch ausgehölt hat lässt mich wenig Hoffnung haben auf einen deutlichen Aufschlag und hab daher zu 12 Euro mich verabschiedet. War ein schöner Ertrag in Summe bei wenig Risiko. Die Risiken sind jetzt gestiegen (lächerlichkeitsgutachten und SO zu Witzkursen), die Chancen kann ich nicht einordnen wie Erfolgreich Bravo mit der SAAS-Thematik wird (USU hats ja über Jahre nicht geschafft…). Wünsche aber jedem mit Sitzfleisch Erfolg hier, ist ein Unding diese ganze (legale !!!) Scharade.

  8. Avatar von Stefan
    Stefan

    Hi Ben,

    vielen Dank für deine ausführliche Recherche.
    Wie kommst du zu der Erkenntnis, dass es keine Dividende mehr geben wird?
    Warum soll jetzt ausgerechnet nach der Dividendenausschüttung Aktien vom Markt gekauft werden? Durch die Ankündigung der hohen Ausschüttung wurden ja tendenziell noch Aktionäre angelockt. Ich hätte eher erwartet, dass der Dividendenvorschlag nochmal drastisch reduziert wird, um Aktionäre zu verprellen (# bei uns gibt’s nichts zu holen).
    Unabhängig davon: Wie kann man denn als Vorstand den Kauf von Aktien zum aktuellen Marktpreis (Hamburg) von 11-12€ begründen, wenn man selbst den fairen Wert bei etwa 6€ sieht?
    Zum Essen: Die Symbolik mit der Maultasche passt ja schon, aber es ist ja zumindest schon mal erfreulich, dass es überhaupt was gab. Müssen sie ja nicht anbieten. Weißt du was es in den Vorjahren gab?

    Beste Grüße
    Stefan

    1. Avatar von Ben Warje

      Hallo Stefan,
      ich hatte geschrieben, dass die USU GmbH keine Dividende zahlen wird, die dann bei der USU Software AG ankommt. Ob die USU Software AG selbst zukünftig eine Dividende zahlen wird, ist aus meiner Sicht offen. Für den Mehrheitsaktionär ist das jedenfalls nicht mehr nötig, da er jetzt genug Liquidität erhalten hat.
      Der Vorstand (Bernhard Oberschmidt) hat den Marktpreis heruntergeredet. Er kommt allerdings jetzt auch nicht in eine Zwickmühle, da er nur ermächtigt wurde, bis zu 6,50 € für einen Aktienrückkauf zu bezahlen. Davon unabhängig – und so halte ich es auch für wahrscheinlich – kann der Mehrheitsaktionär nach Gutdünken an der Börse Hamburg zukaufen. Er muss ja die Worte des Vorstands nicht teilen und kann ohne Skrupel zu einer anderen Einschätzung kommen. Das Alles war Teil des Schauspiels.
      Zumindest im letzten Jahr gab es auch schon Maultaschen zum Mittagessen. Ein Aktionär hat sich in seinem Redebeitrag beschwert, dass die letztes Jahr so schlecht gewesen seien…
      Viele Grüße Ben

    2. Avatar von Martin
      Martin

      Vielleicht gibt es ja die „M0indestdividende“ von 4 Cent.

    3. Avatar von Mark
      Mark

      Management Teams können Mondpreise bei einem Rückkauf haben wollen, hat aber nichts mit Marktpreisen zu tun. Zum einen hat das nichts mit der Realität des Wertes pro Aktie zu tun (€18-20 meines Erachtens) und zum anderen tun mir Investoren Leid, die blind Unternehmen und deren Kommunikation vertrauen. Ganz fader Beischmack der Auftritt bei der Versammlung.

  9. Avatar von JanB
    JanB

    Herzlichsten Dank für den Bericht und die Einschätzungen!

    Und danke für die neue Knobelaufgabe: „Die erhaltene Dividende in USU Software reinvestieren oder eine noch bessere Idee entwickeln?“

    Viele Grüße!

  10. Avatar von Andreas P.
    Andreas P.

    Hallo Ben,

    könntest Du bitte noch einmal kurz beschreiben, wann auch die letzte noch laufende Notiz an der Börse Hamburg eingestellt wird bzw. werden kann.
    Vielen Dank vorab.

    Viele Grüße

    Andreas P.

  11. Avatar von Wulle
    Wulle

    Die letzte Notiz an der Hamburger Börse wird bei einem wirksam eingetragenen Squeeze Out beendet.

    1. Avatar von Ben Warje

      Genau so ist es. Wenn eine Aktie einmal in Hamburg notiert ist, dann handelt die Börse Hamburg einfach „bis zum bitteren Ende“ weiter. Und das wäre dann ein Squeeze-Out. Heißt aber auch: die Liquidität dürfte mit sinkendem Streubesitz sukzessive geringer werden. Aber bisher kommt man noch gut rein und raus.

      Viele Grüße Ben

  12. Avatar von Max
    Max

    Wie erklärst du dir den aktuellen Abverkauf?
    Die Leute sind nach der hohen Dividende bereit, ihre deutlich kleinere Position komplett abzubauen?

    1. Avatar von Ben Warje

      Hallo Max,
      offenbar waren da doch einige Dividendenjäger unterwegs, die jetzt ihre Stücke wieder loswerden wollen. Anders kann ich mir das nicht erklären. Ich kann mir nicht vorstellen, dass hier jemand gezielt den Kurs drückt. Die heute gezahlten 9,50 € ergeben ja gemeinsam mit der Dividende von 14,50 € immer noch einen Kurs von 24,00 €. Das entspricht dem Kurs zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Einladung zur Hauptversammlung.
      Viele Grüße Ben

    2. Avatar von Dieter
      Dieter

      Das sehe ich anders. Wer schmeißt denn Blöcke an Aktien für einen 15% Abschlag hin? Das macht kein vernünftiger Investor (es sei denn pleite).

    3. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      Dieter,

      hier muss ich Ben recht geben.
      Alle behaupten, sie denken wie Econs (ökonomisch entscheiden). Die Psychologie zeigt aber, dass mehr als 80% in Studien zu ökonomischen Entscheidungen falsch liegen.

      Bei Unsicherheit ist das noch mehr ausgeprägt.
      Beispiel? Wer Microsoftaktien im April für 350€ gekauft hat, als die IT Branche fast durchgehend abgekackt ist, hätte Stand heute einen satten Gewinn.
      Die Frage ist: Wer traut sich? ;) Alle Medien sprachen von einem Absturz im Bereich IT und wo mag das enden? Gründe wurden viele angegeben.

      Und Dividendenritter gibt es zuhauf!

    4. Avatar von UrsprungsFrank
      UrsprungsFrank

      … oder man sieht es wie auf den Kopf gestellt …

      Wer will jetzt nicht in Bitcoin investieren? Bitcoin ist das gefundene Fressen für Psychologen, oder besser noch, Psychoanalytikern. Wieviele Anleger/innen von BTC haben sich überhaupt mit dieser Assetklasse beschäftigt und sind einfach von einem Zauberer verführt? Das ist schon ein großartiges Schauspiel menschlichen Verhaltens, weil der Gegenstand der Begierde jeglicher Substanz entbehrt. Da fällt mir ein Satz aus den Meistersinger ein ‚… Wahn, überall Wahn …‘

      Gruß Frank

    5. Avatar von Thomas
      Thomas

      USU Software AG

      Der Film, die Vorstellung ist (vorläufig) zu Ende, die Zuschauer gehen zum Ausgang.
      Trocknet die Liquidität aus?
      Potentielle Verkäufer noch reichlich vorhanden, nur Käufer muss man jetzt mit der Lupe suchen. Wer soll warum ausgerechnet jetzt noch USU neu kaufen?
      Die „Fest-Halter“ kaufen jedenfalls jetzt auch nicht mehr nach.
      Ist es mit Phantasie auch denkbar, das Strehl Pakete auf den Markt schmeißt, nur um den Preis richtig zu drücken, ins rutschen zu bringen und die Verkaufspanik anzuheizen, nur um zum Schluss alles billig einsammeln zu können?
      sry nur Gedanken…

      Interessant wären eventuell noch Crossbeteiligungen an Thoma Bravo gewesen, aber das scheint auch bei anderen ähnlichen Deals nicht der Fall zu sein bzw. wird dazu nichts öffentlich.

  13. Avatar von Frank
    Frank

    Moin,

    da Squeeze out hier ein Zauberwort ist, kommt mir so in den Sinn, dass heute eben jenes Wort bei Brain Biotech ebenfalls heute sein Anfang nehmen könnte, wohlgemerkt, könnte.

    Gruß Frank

  14. Avatar von Tom
    Tom

    Nun bewegt sich die Aktie ja kaum noch. Ich hatte mich über die Dividende sehr gefreut, weil ich den Ex-Divi Abschlag nicht auf dem Schirm hatte. Im Nachhinein hätte ich vermutlich besser verkauft, denn so musste ich natürlich die Dividende versteuern. Aber, so ist es nun, wieder etwas gelernt.

    Da ich damals zu teuer eingestiegen bin, habe ich noch etwas Verlust und wenig Lust, zu dem aktuell sehr günstigen Kurs zu verkaufen.

    Vermutlich läuft ja nun alles auf einen Squeeze Out hinaus. Sollte ich den abwarten, gibt es Gründe anzunehmen, das der Squeeze Out zu einem besseren (evtl. sogar gerichtlich nachgebesserten) Kurs erfoßlgt?

    Gruß
    Tom

    1. Avatar von Ben Warje

      Hallo Tom,

      ich kann Dir natürlich keine individuelle Empfehlung geben. Dazu kenne ich weder Deine finanzielle Situation noch Deine anderen Anlagen. Auf einen Squeeze-Out zu warten, kann sehr lange dauern. Die Geduld und Ausdauer muss man erst mal haben. Und auf dem Weg dorthin können noch einige Kursrückgänge erfolgen, die es dann auszuhalten gilt. Und es ist keineswegs sicher, dass bei einem Squeeze-Out dann mehr bezahlt wird als der jetzige Aktienkurs. Trotzdem bin ich persönlich davon überzeugt, dass die USU-Aktie deutlich mehr wert ist als der aktuell gehandelte Preis an der Börse Hamburg suggeriert. Und der 20%-Anteil am Produktgeschäft dürfte mit jedem Jahr wertvoller werden, weil Thoma Bravo an den richtigen Stellschrauben dreht, um den Umsatz und die Profitabilität zu steigern. Je länger also ein Squeeze-Out ausbleibt, umso besser für uns Minderheitsaktionäre. Vergessen sollte man auch das Service-Geschäft nicht. Hier hat USU Digital Consulting jüngst eine Ausschreibung gewonnen und darf nun gemeinsam mit 5 anderen Unternehmen (u.a. Bechtle) ein Volumen von mehr als 400 Mio. € Beratung für deutsche Kommunen erbringen. Wie viel davon tatsächlich abgerufen wird und welcher Anteil dann auf USU entfällt, wird die Zeit zeigen. Aber sie sind offenbar gut positioniert.

      Viele Grüße Ben

    2. Avatar von Tom

      Hallo Ben!

      Danke für deine persönliuche Einschätzung.

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