Nach dem Allzeithoch ist vor dem Allzeithoch? Nicht unbedingt – bei diesem Lebensmittelkonzern liegt das Hoch zwar noch keine 3 Jahre zurück, aber die Aktie hat sich seitdem halbiert. Und eine Rückkehr in solch luftige Höhen erscheint aus heutiger Sicht auch völlig illusorisch.
Losgelöst davon stellt sich aber die Frage, ob der Kursrückgang nun zu seinem Ende kommt und die Aktie nun wieder in ruhigere Gewässer kommt. Erste zarte Anhaltspunkte dafür gibt es!
Wie es nun fundamental aussieht und ob sich aus den Prognosen des Managements etwas Positives herauslesen lässt, erfährst du in diesem Beitrag.
General Mills ist ein weltweit führender US-amerikanischer Lebensmittelkonzern, der unter anderem Frühstücksflocken, Fertiggerichte, Snacks, Eiscreme und andere Nahrungsmittel produziert und vertreibt. Daneben hat er eine Sparte für Tierfutter. Der Chart sah bis Mitte 2023 (Rekordhoch im Mai bei 90 US$) gut aus. Seitdem ist es allerdings ein Trauerspiel. Im Herbst 2024 sah es dann noch einmal nach einer Erholung aus, im Anschluss kann die Aktie nur noch eine Richtung: gen Süden. 2026 notiert die Aktie nun jedoch in ihrer Heimatwährung 3% im Plus. Die Wende?
Das Unternehmen habe ich hier ausführlich vorgestellt.

Ich selbst bin seit 2014 in der Aktie investiert. Meine Käufe nahm ich durch die Bank zu höheren Kursen als aktuell vor. Aber immerhin ließ ich mich durch das Allzeithoch oder den Anstieg dorthin nicht zu einem Kauf verleiten. So hält sich mein Kursminus in Grenzen und durch die über die Zeit erhaltenen Dividenden bin ich insgesamt weiterhin im positiven Bereich (Total Return). Mein interner Zinsfuß seit dem Erstkauf im Juni 2014 liegt für General Mills bei +2,88% p.a. – wahrlich keine Erfolgsstory!
Dividendenzahlung
General Mills zahlt erneut eine Quartalsdividende von 0,61 US$ je Aktie. Nach meinem letzten Nachkauf im Oktober 2025 sind nun erstmals meine kompletten 200 Aktien dividendenberechtigt. Für sie erhalte ich eine Brutto-Dividende von 122,00 US$. Sie wurde von flatex zum Kurs von 1,1919 in Euro umgerechnet. Das entspricht dem EZB-Referenzkurs vom Tag vor dem Zahltag, in diesem Fall dem 30.01.2026. Nach Abzug der Steuern verbleibt eine Netto-Dividende von 76,21 €. Sie wurde mit Wertstellung 02.02.2026 überwiesen.

Gegenüber dem Vorquartal mit 175 dividendenberechtigten Aktien ist das eine „Mehrdividende“ von 7,42 € netto. Der schwächere US-Dollar hat hier leider einen besseren Start in die Dividendenzahlungen 2026 verhindert.
Annualisiere ich die Quartalsdividende, dann wird innerhalb eines Jahres 2,44 US$ Dividende gezahlt. Bei einem Aktienkurs von 47,87 US$ (Schlusskurs am 06.02.2026) entspricht das einer Dividendenrendite von 5,1%. Sollte die Dividende erneut zum August 2026 erhöht werden, dann liegt sie tatsächlich sogar noch etwas höher.
Meine persönliche Dividendenrendite (Yield on Cost) ist etwas niedriger, da mein durchschnittlicher Einstand je Aktie über dem aktuellen Kursniveau liegt. Für die 200 Aktien habe ich insgesamt 8.830,11 € bezahlt. Mit dem aktuellen Umrechnungskurs für die Dividende ergibt das eine jährliche Brutto-Dividende von 409,43 €. Mein YoC liegt damit bei 4,6%.
Perspektiven
General Mills hat in den letzten Jahren wahrlich keine Freude gemacht. Im Mai 2023 stand die Aktie noch doppelt so hoch wie heute. Und zwischendurch gab es keine wirklich dramatischen Nachrichten, wie etwa eine Fehlbilanzierung oder milliardenschwere Schadensersatzklagen. Nichts jedenfalls, das einen besonders großen Tagesverlust bedeutete. Es war vielmehr ein langsamer, stetiger Rückwärtsgang. Verbunden mit durchwachsenen Quartalsergebnissen, die den Pessimisten immer wieder neues Futter gaben.
In dieser Phase befinden wir uns immer noch, aber es besteht Hoffnung. Denn zumindest in den ersten Wochen des neuen Jahres hat sich die Aktie nicht weiter verbilligt. Aber die starke Erholung, die andere Konsumwerte hingelegt haben (z.B. auch PepsiCo in meinem Dividendendepot), ist noch nicht eingetreten.
Was mich in der Aktie gehalten und sogar zu Nachkäufen im letzten Jahr animiert hat, sind mehrere Punkte: Trotz Gewinnrückgängen schreibt das Unternehmen immer noch ordentliche Gewinne. Und verdient auch die Dividende und muss sie nicht aus der Substanz bezahlen. Eine Dividende wird zudem seit nun 127 Jahren ununterbrochen bezahlt. Diese Tatsache und die Weisheit „Gegessen wird immer.“ geben General Mills einen festen Platz in meinem Dividendendepot.
Und ansonsten agiere ich nach dem Prinzip, dass es sich nach meiner Überzeugung um eine Schwächephase handelt und ich dem Management vertraue, dass es die richtigen Maßnahmen ergreifen wird, um das Unternehmen mittelfristig wieder auf Wachstum zu trimmen. Dazu passt das erklärte Ziel, dass langfristig ein jährlich organisch steigender Umsatz von 2-3% zu ebenfalls steigenden Gewinnen beitragen soll.
Davon sind wir aktuell ein gutes Stück entfernt: Die Prognose für das laufende Geschäftsjahr sieht ein organisches Nullwachstum im Umsatz in der Mitte vor (-1% bis +1%). Der Gewinn je Aktie soll zwischen 10% und 15% sinken.
Im 2. Quartal des Geschäftsjahres (endete am 23. November) gab es – wie schon im 1. Quartal – einen Umsatzrückgang von 7%. Organisch sank der Umsatz um 1% gegenüber dem Vorjahresquartal. Der adjustierte Gewinn je Aktie sank um 21%.
Zur Mitte des Geschäftsjahres liegt General Mills damit bei einem organischen Umsatzrückgang von 2% und einem Rückgang des adjustierten Gewinns je Aktie bei konstanten Währungen von 21%.
Damit liegt das Unternehmen deutlich hinter der Ganzjahresprognose zurück. Und normalerweise müsste man dann die Prognose auch anpassen. Genau das ist aber nicht geschehen, sondern das Management hält ausdrücklich an der Prognose fest.
Das bedeutet ungefähr, dass im zweiten Halbjahr des Geschäftsjahres organisch der Umsatz nicht mehr zurückgehen darf, um dann maximal 1% zu sinken. Und beim Gewinn ist ebenfalls nur noch ein kleiner Rückgang möglich, um in die Prognosespanne zu kommen.
Und als Aktionär klammert man sich in der aktuellen Situation natürlich an jedes zarte Pflänzchen und zieht daraus Hoffnung. Ob das wirklich der erste Schritt zum Turnaround ist, muss sich in den nächsten Quartalen bestätigen.
Betrachtet man die nüchternen Fakten, dann gibt es auch Positives zu berichten. Im ersten Halbjahr wurden operativ 1,2 Mrd. US$ Cash generiert. Das sind zwar 0,6 Mrd. US$ weniger als im Vorjahreszeitraum. Aber immer noch deutlich mehr als für die Dividendenzahlungen (659 Mio. US$) benötigt wurden. So war noch Luft, um 500 Mio. US$ in Aktienrückkäufe zu investieren.
Die Aktienrückkäufe sind auf diesem Kursniveau jedenfalls sinnvoller als zum Allzeithoch. Insofern macht es das Unternehmen genau richtig.
Innerhalb eines Jahres ist die Anzahl der ausstehenden Aktien dadurch von 562,2 auf 537,3 Mio. zurückgegangen (-4,4%). Man darf nun aber nicht glauben, dass die Aktienrückkäufe in diesem Thema beibehalten werden. Das langfristige Ziel sieht aber immerhin vor, dass pro Jahr durchschnittlich 1-2% der ausstehenden Aktien vom Markt genommen werden.
Ich bin weiter bereit, dem Management und dem Aktienkurs Zeit zu geben. Mit überdurchschnittlichen Kostensenkungen, einer Konzentration auf die Kernmärkte USA, Brasilien, China und Indien und der Optimierung des Markenportfolios hat General Mills einen klar vorgezeichneten Weg eingeschlagen.
Wer mit einem Einstieg bei General Mills liebäugelt, kann aus meiner Sicht ruhig noch etwas warten. Denn der Turnaround ist ja noch nicht geschafft und es gibt auf dem Weg dorthin sicher auch noch einige Rückschläge. Andererseits ist die Dividendenrendite jetzt schon relativ hoch und die Dividendenhistorie bietet eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass man sich diese Einstandsrendite dauerhaft sichern und voraussichtlich auch noch verbessern kann.
Wer aber schon andere Lebensmittelkonzerne im Depot hat, muss General Mills sicher nicht zwingend noch dabei haben. Es ist nicht die beste Lebensmittelaktie (die gibt es aus meiner Sicht nicht!) und auch nicht so breit aufgestellt, dass man damit eine ganze Branche abdecken kann. Für mich ist das Unternehmen eine gute Ergänzung zu PepsiCo und Coca-Cola. Alle drei Unternehmen bieten mir verlässliche Dividenden und das ist für mich der Hauptaspekt meines Investments in die Lebensmittelbranche.
Die 200 Aktien von General Mills entsprechen derzeit nur noch einem Depotgewicht von 1,4%. Damit könnte ich durchaus noch Aktien zukaufen. Sollte der Aktienkurs noch günstiger werden, ist das auch durchaus denkbar. Aber eigentlich fühle ich mich mit der Positionsgröße wohl und will nicht mehr zukaufen. Und es wäre wirklich schön, wenn der Kursrückgang nun abgeschlossen wäre und 2026 das Jahr des Turnarounds wird.
Auf einen Blick:
| Unternehmen: | General Mills |
| ISIN: | US3703341046 |
| Im Divantis-Depot seit: | 23.06.2014 |
| Letzter Nachkauf am: | 15.10.2025 |
| Stückzahl im Divantis-Depot: | 200 |
| Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren: | 44,15 € |
| Gesamtkaufpreis: | 8.830,11 € |
| Bisher erhaltene Netto-Dividenden: | 2.360,08 € |
| Aktuelle Strategie: | Halten und Dividende kassieren |
| für diesen Beitrag verwendete Quellen: |
| General Mills Reports Fiscal 2026 Second-quarter Results and Reaffirms Full-year Outlook |


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