Was Dich hier erwartet:
Ich bin selbst erstaunt, dass es jetzt schon 18 Jahre sind. So lang begleitet mich die Aktie der größten und bekanntesten Restaurantkette der Welt nun schon in meinem Depot. Gekauft und seitdem nicht mehr angefasst. So lässt es sich auf den Punkt bringen.
Nun ist der Depotwert quasi volljährig. Aber während der Übergang vom Jugendlichen zum Erwachsenen mit vielen Rechten versehen ist und oft zum Auszug aus dem Elternhaus führt, habe ich nicht vor, die Aktie nun rauszuschmeißen. Ihren Einstand hat sie schon vor 2 Jahren durch ihre Dividenden zurückbezahlt, seitdem wird alles reinvestiert. Und wer keine Kosten verursacht, sondern stattdessen Quartal für Quartal „Miete“ zahlt, darf auch bleiben.
Und das trotz einer aktuell anspruchsvollen Phase. Denn dunkle Wolken sind aufgezogen und haben den Aktienkurs unter Druck gesetzt. Was die Hintergründe dafür sind und wie spannend die aktuelle Bewertung sein könnte, habe ich aufgeschrieben. Und wie immer erfährst Du, wie ich die Perspektiven kurz- und langfristig einschätze.
McDonald’s war bis vor Kurzem in absoluten Prozentwerten mein Top-Performer seit Depotaufnahme. Die Aktie profitierte dabei vor allem von meiner langen Haltedauer. Denn eine Aktie, die seit Juli 2008 im Depot ist, hat es natürlich leichter, einen Total Return von 668% zu schaffen als eine erst in den letzten Jahren gekaufte Aktie. Allerdings hat der jüngere Kursrückgang bei McDonald’s und der gleichzeitige explosionsartige Kursanstieg von Lam Research zu einer Wachablösung geführt. Die Halbleiteraktie steht aktuell bei 703% Total Return und ist erst seit sechs Jahren im Depot.
Wirklich durchgestartet ist die McDonald’s-Aktie allerdings erst auch seit 2017 und sie verdreifachte sich dann innerhalb von 5 Jahren. Ihr bisheriges Allzeithoch schaffte die Aktie Ende Februar mit 341 US$:

Dividendenzahlung
McDonald’s zahlt erneut eine Quartalsdividende von 1,86 US$ je Aktie. Für die 15 Aktien in meinem Dividendendepot ergibt das eine Brutto-Dividende von 27,90 US$. Sie wurde von flatex zum Kurs von 1,1549 in Euro umgerechnet. Nach Abzug der Steuern verbleibt eine Netto-Dividende von 17,91 €. Sie wurde mit Wertstellung 16.06.2026 überwiesen.

Zusätzlich habe ich für die Bruchteile einer McDonald’s-Aktie (etwas mehr als eine halbe Aktie) aufgrund meines Sparplans bei Trade Republic 0,69 € Nettodividende erhalten. Der Umrechnungskurs lag hier allerdings bei 1,1607.

Annualisiere ich die Quartalsdividende, dann zahlt McDonald’s eine Jahresdividende von 7,44 US$. Bei einem Aktienkurs von 287,93 US$ (Schlusskurs am Dividendenzahltag) ergibt das eine Dividendenrendite von 2,6%. Da McDonald’s als Dividendenaristokrat seine Dividende jährlich erhöht, dürfte bei einem heutigen Kauf die tatsächliche Jahresdividende etwas höher liegen. Bleibt es beim bisherigen Turnus, dann wird die Dividende zur Dezember-Dividende 2026 erneut erhöht.
Meine persönliche Dividendenrendite (Yield on cost) ist gleichzeitig die Höchste unter allen meinen Depottiteln. Das liegt vor allem an der langen Haltedauer und daran, dass ich seitdem – abgesehen von dem vor zwei Jahren gestarteten Sparplan zur Wiederanlage der Dividende – auch nicht mehr nachgekauft und mir damit den Einstiegskurs nicht verwässert habe. Denn pro Aktie habe ich 2008 lediglich 38,43 € bezahlt. Darauf erhalte ich 7,44 US$ Dividende pro Jahr. Wenn ich dafür einfach den jetzigen Umrechnungskurs nehme, dann entspricht das einem YoC von 16,8%.
Wiederanlage der Dividende
Seit der Dividendenzahlung im März 2024 habe ich meinen kompletten Einstand für die 15 McDonald’s-Aktien als Netto-Dividenden zurückerhalten.
Seitdem reinvestiere ich die Netto-Dividenden mittels Sparplan erneut in McDonald’s-Aktien. Um das Ganze aber steuerlich sauber zu trennen, nutze ich dafür Trade Republic, während ich die 15 „abbezahlten“ Aktien bei flatex halte.
Der Sparplan wird quartalsweise zur Monatsmitte des März, Juni, September und Dezember ausgeführt – also immer zu den Dividendenzahlterminen. Im Juni setzte ich die Sparrate auf 20 €. Angesichts des absolut hohen Aktienkurses kommt damit natürlich nur wenig von einer Aktie pro Quartal hinzu. Aber auch hier setze ich auf den Faktor Zeit. Und in gewisser Weise ist es auch ein Experiment, weil ich mal in meinem eigenen Depot sehen will, wie sich die Reinvestition einer Dividendenzahlung langfristig auswirkt. Mit der jüngsten Sparrate habe ich nun immerhin schon Zweidrittel einer zusätzlichen Aktie „erspart“.

Zur besseren Übersicht pflege ich die folgende Tabelle, um den Schneeball-Effekt dokumentieren zu können:
| Quartal | Überschuss Netto-Dividende | Sparplanrate | Anteile | Sparplan-Dividende | offenes Invest |
|---|---|---|---|---|---|
| I/2024 | 10,13 € | 10,00 € | 0,038925 | 0,00 € | 0,13 € |
| II/2024 | 17,46 € | 17,00 € | 0,072568 | 0,04 € | 0,63 € |
| III/2024 | 19,12 € | 17,00 € | 0,063515 | 0,13 € | 2,88 € |
| IV/2024 | 18,80 € | 20,00 € | 0,069577 | 0,21 € | 1,89 € |
| I/2025 | 18,15 € | 20,00 € | 0,072385 | 0,29 € | 0,33 € |
| II/2025 | 17,17 € | 18,00 € | 0,069902 | 0,37 € | -0,13 € |
| III/2025 | 16,81 € | 17,00 € | 0,065865 | 0,44 € | 0,12 € |
| IV/2025 | 17,70 € | 18,00 € | 0,067001 | 0,53 € | 0,35 € |
| I/2026 | 18,10 € | 18,00 € | 0,063124 | 0,63 € | 1,08 € |
| II/2026 | 17,91 € | 20,00 € | 0,080612 | 0,69 € | -0,32 € |
| SUMME | 175,00 € | 0,663474 |
Perspektiven
Zuletzt hatte ich zum Ende letzten Jahres über McDonald’s berichtet. Seitdem gab es zwei Quartalsergebnisse zu vermelden, wobei eines das Jahresergebnis 2025 darstellte. Kurzgefasst – weil es jetzt schon Historie ist – konnte McDonald’s 2025 die globalen Verkäufe um 3,1% steigern, der Umsatz wuchs um 4% (bei konstanter Währung 2%) und der bereinigte Gewinn je Aktie legte 4% auf 12,20 US$ zu.
Mit dieser Ausgangsbasis startete McDonald’s also in das Jahr 2026 und konnte im 1. Quartal an das Wachstum anknüpfen. Die globalen Verkäufe verzeichneten ein Plus von 3,8%. Der Umsatz profitierte vom schwachen US-Dollar und legte um 9% zu (in konstanten Währungen um 4%). Und der bereinigte Gewinn je Aktie stieg im Quartal um 6% auf 2,83 US$.
McDonald’s ist also auf Wachstumskurs. Nur warum ist davon im Aktienkurs so wenig zu sehen? Noch Ende Februar lag der Kurs bei 341 US$. Vier Monate später sind es noch 264 US$. Für mich als Langfristinvestor ist das natürlich kein Beinbruch. Aber 77 US$ oder 22,5% Kursrückgang sind zumindest bemerkenswert.
Um das nachzuvollziehen, lohnt ein tieferer Blick in die Quartalszahlen. Denn obwohl der operative Gewinn stabil geblieben ist, ist die Bruttomarge auf 56% gesunken. Und das ist der niedrigste Stand seit zwei Jahren. Auf der einen Seite sind die Beschaffungskosten anhaltend hoch. Und McDonald’s muss weiterhin mit Rabattaktionen Kunden in die Filialen locken. Das geht dann zu Lasten der Marge. Noch hat McDonald’s einen strukturellen Margenvorsprung gegenüber Wettbewerbern, aber er schrumpft.
Zusätzlich warnt das Management wiederholt vor einem schwierigeren Konsumumfeld. Einkommensschwächere Konsumenten sparen zunehmend beim Restaurantbesuch. Oder sie weichen auf günstigere Alternativen aus. Früher war McDonald’s hier die klare erste Wahl. Das verschiebt sich offenbar zunehmend. In diesem Fall darf man sich von den Umsatzzuwächsen nicht blenden lassen. Die Börse handelt die Zukunft und hat Sorge, dass stagnierende Kundenzahlen sich schon bald in den Ergebnissen wiederfinden werden.
Diese Konsummüdigkeit trifft auf einen Konzern, der in der Vergangenheit mit aggressiven Aktienrückkäufe seine Verschuldung in die Höhe getrieben hat. Die langfristige Schuldenlast von rund 60 Milliarden US$ sorgt nun für entsprechende Zinskosten. Und das anhaltend hohe Zinsniveau, das tendenziell auch noch steigen dürfte, bremst das Gewinnwachstum aus.
Schließlich muss man auch feststellen, dass die Aktie beim Rekordhoch schon sportlich bewertet war. Es war sehr viel Optimismus vorweggenommen und ein deutlicher Qualitätsaufschlag enthalten. Auf einem solchen Niveau darf nicht viel passieren, ansonsten werden Gewinne mitgenommen. Und Margendruck bei einer Premium-Bewertung, der zu einem normalisierten Wachstum führen wird, ist dann genau der Auslöser für Kursrückgänge.
Das aktuelle Niveau ist nun allerdings wieder deutlich zurückhaltender. Im historischen Vergleich kann man ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 21,6 durchaus als moderat bezeichnen. Das heißt natürlich nicht, dass die Aktie jetzt direkt wieder nach Oben drehen muss. Wer aber langfristig an McDonald’s glaubt, findet nun einen Einstiegspunkt, der sich in einigen Jahren als attraktiv erweisen könnte.
Bisher hat es das Management immer geschafft, McDonald’s in die Zukunft zu führen. Und zumindest mein Vertrauen ist groß, dass das auch jetzt wieder gelingen wird. Und Krisen gab es immer wieder. Konsumzurückhaltung und Margendruck gehören da eher noch zu den kleineren Punkten. Genau deshalb ist die Aktie eigentlich nie wirklich günstig. Nun ist sie es wenigstens im historischen Vergleich.
Und nachdem mich McDonald’s nun schon seit 18 Jahren im Depot begleitet und damit die Volljährigkeit erreicht hat, verdient die Aktie wirklich das Prädikat als absolutes Langfristinvestment. Seit ich nun vor zwei Jahren mein Investment vollständig durch Dividendenzahlungen zurückerhalten habe, steht die Aktie jetzt nur noch auf Auto-Pilot. Mit dem Sparplan reinvestiere ich die Dividenden und baue damit Stück für Stück meinen Depotanteil von McDonald’s aus. Natürlich ist es nicht viel, was da in einem Quartal hinzukommt. Aber gefühlt finanziert sich der Sparplan von selbst. Und einem geschenkten Gaul schaut man bekanntlich nicht ins Maul.
Ich freue mich jedenfalls auf die nächsten 18 Jahre mit McDonald’s in meinem Depot. Gast im Restaurant bin ich übrigens auch hin und wieder. Aber mehr als einmal im Quartal muss dann doch nicht sein. Aber es ist immer ein bißchen auch ein Gefühl dabei von „Ich bin hier Aktionär und schaue mal nach, ob noch alles in Ordnung ist.“ Und auch das ist nicht zu verachten und bei den wenigsten Depottiteln möglich.
McDonald’s hat einfach eine besondere Stellung in meinem Depot und ich kann mir nicht vorstellen, dass andere Aktien (außer Coca-Cola, die ich genauso lang im Depot habe) diesen Status jemals erreichen können. Muss ja auch nicht sein. Aber die Volljährigkeit habe ich tatsächlich als Ziel bei vielen anderen Aktien. Der nächste Kandidat ist übrigens Johnson & Johnson, die ich seit 2012 im Depot habe. Aber bis 2030 kann ja noch einiges passieren…
Auf einen Blick:
| Unternehmen: | McDonald’s |
| ISIN: | US5801351017 |
| Im Divantis-Depot seit: | 04.08.2008 |
| Letzter Nachkauf am: | — (Sparplan zur Reinvestition der Dividende seit März 2024 aktiv) |
| Stückzahl im Divantis-Depot: | 15 |
| Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren: | 38,43 € |
| Gesamtkaufpreis: | 576,45 € |
| Bisher erhaltene Netto-Dividenden: | 747,80 € |
| Aktuelle Strategie: | Halten und Dividende reinvestieren |
| für diesen Beitrag verwendete Quellen: |
| McDONALD’S REPORTS FIRST QUARTER 2026 RESULTS |
| McDONALD’S REPORTS FOURTH QUARTER AND FULL YEAR 2025 RESULTS |


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