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Volljährigkeit erreicht: 18 Jahre im Depot und kein Ende in Sicht

3D‑Illustration mit McDonald’s‑Symbolik: Im Vordergrund das goldene M‑Logo, daneben eine Miniatur‑Filiale, Pommes und Getränkebecher. Im Hintergrund steigt ein grüner Aktienkurs‑Pfeil über eine blaue Finanzgrafik mit leuchtenden Zahlen und Candlestick‑Diagramm. Das Bild vermittelt Wachstum, Dividendenstärke und langfristigen Anlageerfolg der McDonald’s‑Aktie.
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Ich bin selbst erstaunt, dass es jetzt schon 18 Jahre sind. So lang begleitet mich die Aktie der größten und bekanntesten Restaurantkette der Welt nun schon in meinem Depot. Gekauft und seitdem nicht mehr angefasst. So lässt es sich auf den Punkt bringen.

Nun ist der Depotwert quasi volljährig. Aber während der Übergang vom Jugendlichen zum Erwachsenen mit vielen Rechten versehen ist und oft zum Auszug aus dem Elternhaus führt, habe ich nicht vor, die Aktie nun rauszuschmeißen. Ihren Einstand hat sie schon vor 2 Jahren durch ihre Dividenden zurückbezahlt, seitdem wird alles reinvestiert. Und wer keine Kosten verursacht, sondern stattdessen Quartal für Quartal „Miete“ zahlt, darf auch bleiben.

Und das trotz einer aktuell anspruchsvollen Phase. Denn dunkle Wolken sind aufgezogen und haben den Aktienkurs unter Druck gesetzt. Was die Hintergründe dafür sind und wie spannend die aktuelle Bewertung sein könnte, habe ich aufgeschrieben. Und wie immer erfährst Du, wie ich die Perspektiven kurz- und langfristig einschätze.

McDonald’s war bis vor Kurzem in absoluten Prozentwerten mein Top-Performer seit Depotaufnahme. Die Aktie profitierte dabei vor allem von meiner langen Haltedauer. Denn eine Aktie, die seit Juli 2008 im Depot ist, hat es natürlich leichter, einen Total Return von 668% zu schaffen als eine erst in den letzten Jahren gekaufte Aktie. Allerdings hat der jüngere Kursrückgang bei McDonald’s und der gleichzeitige explosionsartige Kursanstieg von Lam Research zu einer Wachablösung geführt. Die Halbleiteraktie steht aktuell bei 703% Total Return und ist erst seit sechs Jahren im Depot.

Wirklich durchgestartet ist die McDonald’s-Aktie allerdings erst auch seit 2017 und sie verdreifachte sich dann innerhalb von 5 Jahren. Ihr bisheriges Allzeithoch schaffte die Aktie Ende Februar mit 341 US$:

McDonald's Chart in USD seit Juli 2008
McDonald’s Chart in USD seit Juli 2008

Dividendenzahlung

McDonald’s zahlt erneut eine Quartalsdividende von 1,86 US$ je Aktie. Für die 15 Aktien in meinem Dividendendepot ergibt das eine Brutto-Dividende von 27,90 US$. Sie wurde von flatex zum Kurs von 1,1549 in Euro umgerechnet. Nach Abzug der Steuern verbleibt eine Netto-Dividende von 17,91 €. Sie wurde mit Wertstellung 16.06.2026 überwiesen.

Dividendengutschrift McDonald's im Juni 2026 Flatex

Zusätzlich habe ich für die Bruchteile einer McDonald’s-Aktie (etwas mehr als eine halbe Aktie) aufgrund meines Sparplans bei Trade Republic 0,69 € Nettodividende erhalten. Der Umrechnungskurs lag hier allerdings bei 1,1607.

Dividendengutschrift McDonald's im Juni 2026 Trade Republic

Annualisiere ich die Quartalsdividende, dann zahlt McDonald’s eine Jahresdividende von 7,44 US$. Bei einem Aktienkurs von 287,93 US$ (Schlusskurs am Dividendenzahltag) ergibt das eine Dividendenrendite von 2,6%. Da McDonald’s als Dividendenaristokrat seine Dividende jährlich erhöht, dürfte bei einem heutigen Kauf die tatsächliche Jahresdividende etwas höher liegen. Bleibt es beim bisherigen Turnus, dann wird die Dividende zur Dezember-Dividende 2026 erneut erhöht.

Meine persönliche Dividendenrendite (Yield on cost) ist gleichzeitig die Höchste unter allen meinen Depottiteln. Das liegt vor allem an der langen Haltedauer und daran, dass ich seitdem – abgesehen von dem vor zwei Jahren gestarteten Sparplan zur Wiederanlage der Dividende – auch nicht mehr nachgekauft und mir damit den Einstiegskurs nicht verwässert habe. Denn pro Aktie habe ich 2008 lediglich 38,43 € bezahlt. Darauf erhalte ich 7,44 US$ Dividende pro Jahr. Wenn ich dafür einfach den jetzigen Umrechnungskurs nehme, dann entspricht das einem YoC von 16,8%.

Wiederanlage der Dividende

Seit der Dividendenzahlung im März 2024 habe ich meinen kompletten Einstand für die 15 McDonald’s-Aktien als Netto-Dividenden zurückerhalten.

Seitdem reinvestiere ich die Netto-Dividenden mittels Sparplan erneut in McDonald’s-Aktien. Um das Ganze aber steuerlich sauber zu trennen, nutze ich dafür Trade Republic, während ich die 15 „abbezahlten“ Aktien bei flatex halte.

Der Sparplan wird quartalsweise zur Monatsmitte des März, Juni, September und Dezember ausgeführt – also immer zu den Dividendenzahlterminen. Im Juni setzte ich die Sparrate auf 20 €. Angesichts des absolut hohen Aktienkurses kommt damit natürlich nur wenig von einer Aktie pro Quartal hinzu. Aber auch hier setze ich auf den Faktor Zeit. Und in gewisser Weise ist es auch ein Experiment, weil ich mal in meinem eigenen Depot sehen will, wie sich die Reinvestition einer Dividendenzahlung langfristig auswirkt. Mit der jüngsten Sparrate habe ich nun immerhin schon Zweidrittel einer zusätzlichen Aktie „erspart“.

Sparplan McDonald's im Juni 2026

Zur besseren Übersicht pflege ich die folgende Tabelle, um den Schneeball-Effekt dokumentieren zu können:

QuartalÜberschuss
Netto-Dividende
SparplanrateAnteileSparplan-Dividendeoffenes Invest
I/202410,13 €10,00 €0,0389250,00 €0,13 €
II/202417,46 €17,00 €0,0725680,04 €0,63 €
III/202419,12 €17,00 €0,0635150,13 €2,88 €
IV/202418,80 €20,00 €0,0695770,21 €1,89 €
I/202518,15 €20,00 €0,0723850,29 €0,33 €
II/202517,17 €18,00 €0,0699020,37 €-0,13 €
III/202516,81 €17,00 €0,0658650,44 €0,12 €
IV/202517,70 €18,00 €0,0670010,53 €0,35 €
I/202618,10 €18,00 €0,0631240,63 €1,08 €
II/202617,91 €20,00 €0,0806120,69 €-0,32 €
SUMME175,00 €0,663474

Perspektiven

Zuletzt hatte ich zum Ende letzten Jahres über McDonald’s berichtet. Seitdem gab es zwei Quartalsergebnisse zu vermelden, wobei eines das Jahresergebnis 2025 darstellte. Kurzgefasst – weil es jetzt schon Historie ist – konnte McDonald’s 2025 die globalen Verkäufe um 3,1% steigern, der Umsatz wuchs um 4% (bei konstanter Währung 2%) und der bereinigte Gewinn je Aktie legte 4% auf 12,20 US$ zu.

Mit dieser Ausgangsbasis startete McDonald’s also in das Jahr 2026 und konnte im 1. Quartal an das Wachstum anknüpfen. Die globalen Verkäufe verzeichneten ein Plus von 3,8%. Der Umsatz profitierte vom schwachen US-Dollar und legte um 9% zu (in konstanten Währungen um 4%). Und der bereinigte Gewinn je Aktie stieg im Quartal um 6% auf 2,83 US$.

McDonald’s ist also auf Wachstumskurs. Nur warum ist davon im Aktienkurs so wenig zu sehen? Noch Ende Februar lag der Kurs bei 341 US$. Vier Monate später sind es noch 264 US$. Für mich als Langfristinvestor ist das natürlich kein Beinbruch. Aber 77 US$ oder 22,5% Kursrückgang sind zumindest bemerkenswert.

Um das nachzuvollziehen, lohnt ein tieferer Blick in die Quartalszahlen. Denn obwohl der operative Gewinn stabil geblieben ist, ist die Bruttomarge auf 56% gesunken. Und das ist der niedrigste Stand seit zwei Jahren. Auf der einen Seite sind die Beschaffungskosten anhaltend hoch. Und McDonald’s muss weiterhin mit Rabattaktionen Kunden in die Filialen locken. Das geht dann zu Lasten der Marge. Noch hat McDonald’s einen strukturellen Margenvorsprung gegenüber Wettbewerbern, aber er schrumpft.

Zusätzlich warnt das Management wiederholt vor einem schwierigeren Konsumumfeld. Einkommensschwächere Konsumenten sparen zunehmend beim Restaurantbesuch. Oder sie weichen auf günstigere Alternativen aus. Früher war McDonald’s hier die klare erste Wahl. Das verschiebt sich offenbar zunehmend. In diesem Fall darf man sich von den Umsatzzuwächsen nicht blenden lassen. Die Börse handelt die Zukunft und hat Sorge, dass stagnierende Kundenzahlen sich schon bald in den Ergebnissen wiederfinden werden.

Diese Konsummüdigkeit trifft auf einen Konzern, der in der Vergangenheit mit aggressiven Aktienrückkäufe seine Verschuldung in die Höhe getrieben hat. Die langfristige Schuldenlast von rund 60 Milliarden US$ sorgt nun für entsprechende Zinskosten. Und das anhaltend hohe Zinsniveau, das tendenziell auch noch steigen dürfte, bremst das Gewinnwachstum aus.

Schließlich muss man auch feststellen, dass die Aktie beim Rekordhoch schon sportlich bewertet war. Es war sehr viel Optimismus vorweggenommen und ein deutlicher Qualitätsaufschlag enthalten. Auf einem solchen Niveau darf nicht viel passieren, ansonsten werden Gewinne mitgenommen. Und Margendruck bei einer Premium-Bewertung, der zu einem normalisierten Wachstum führen wird, ist dann genau der Auslöser für Kursrückgänge.

Das aktuelle Niveau ist nun allerdings wieder deutlich zurückhaltender. Im historischen Vergleich kann man ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 21,6 durchaus als moderat bezeichnen. Das heißt natürlich nicht, dass die Aktie jetzt direkt wieder nach Oben drehen muss. Wer aber langfristig an McDonald’s glaubt, findet nun einen Einstiegspunkt, der sich in einigen Jahren als attraktiv erweisen könnte.

Bisher hat es das Management immer geschafft, McDonald’s in die Zukunft zu führen. Und zumindest mein Vertrauen ist groß, dass das auch jetzt wieder gelingen wird. Und Krisen gab es immer wieder. Konsumzurückhaltung und Margendruck gehören da eher noch zu den kleineren Punkten. Genau deshalb ist die Aktie eigentlich nie wirklich günstig. Nun ist sie es wenigstens im historischen Vergleich.

Und nachdem mich McDonald’s nun schon seit 18 Jahren im Depot begleitet und damit die Volljährigkeit erreicht hat, verdient die Aktie wirklich das Prädikat als absolutes Langfristinvestment. Seit ich nun vor zwei Jahren mein Investment vollständig durch Dividendenzahlungen zurückerhalten habe, steht die Aktie jetzt nur noch auf Auto-Pilot. Mit dem Sparplan reinvestiere ich die Dividenden und baue damit Stück für Stück meinen Depotanteil von McDonald’s aus. Natürlich ist es nicht viel, was da in einem Quartal hinzukommt. Aber gefühlt finanziert sich der Sparplan von selbst. Und einem geschenkten Gaul schaut man bekanntlich nicht ins Maul.

Ich freue mich jedenfalls auf die nächsten 18 Jahre mit McDonald’s in meinem Depot. Gast im Restaurant bin ich übrigens auch hin und wieder. Aber mehr als einmal im Quartal muss dann doch nicht sein. Aber es ist immer ein bißchen auch ein Gefühl dabei von „Ich bin hier Aktionär und schaue mal nach, ob noch alles in Ordnung ist.“ Und auch das ist nicht zu verachten und bei den wenigsten Depottiteln möglich.

McDonald’s hat einfach eine besondere Stellung in meinem Depot und ich kann mir nicht vorstellen, dass andere Aktien (außer Coca-Cola, die ich genauso lang im Depot habe) diesen Status jemals erreichen können. Muss ja auch nicht sein. Aber die Volljährigkeit habe ich tatsächlich als Ziel bei vielen anderen Aktien. Der nächste Kandidat ist übrigens Johnson & Johnson, die ich seit 2012 im Depot habe. Aber bis 2030 kann ja noch einiges passieren…

Auf einen Blick:

Unternehmen:McDonald’s
ISIN:US5801351017
Im Divantis-Depot seit:04.08.2008
Letzter Nachkauf am:
(Sparplan zur Reinvestition der Dividende seit März 2024 aktiv)
Stückzahl im Divantis-Depot:15
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:38,43 €
Gesamtkaufpreis:576,45 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:747,80 €
Aktuelle Strategie:Halten und Dividende reinvestieren


für diesen Beitrag verwendete Quellen:
McDONALD’S REPORTS FIRST QUARTER 2026 RESULTS
McDONALD’S REPORTS FOURTH QUARTER AND FULL YEAR 2025 RESULTS

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Kommentare

20 Kommentare zu „Volljährigkeit erreicht: 18 Jahre im Depot und kein Ende in Sicht“

  1. Avatar von Tanja
    Tanja

    Hallo Ben,

    was ist der Grund dafür dass du den Sparplan in einem separaten Depot führst, du sagst aus steuerlichen Gründen, kannst du das nochmal genauer ausführen, bitte?
    Vielen Dank und Gruß,
    Tanja

    1. Avatar von Ben Warje

      Hallo Tanja,

      steuerlich gilt das FIFO-Prinzip. Beim Verkauf von Aktien werden immer die ältesten im Bestand zuerst verkauft. Durch die Trennung des Altbestandes vom Sparplan bin ich flexibel, wenn ich jemals verkaufen wollte. Dann kann ich entscheiden, ob ich die alten oder die neuen Aktien verkaufe. Der Unterschied im Einstandskurs ist ja erheblich. Hier kommt noch hinzu, dass mein Altbestand vor 2009 gekauft wurde und deshalb nicht der Kapitalertragsteuer unterliegt. Und dieses Privileg möchte ich mir möglichst lang erhalten und keine Vermischung mit später zugekauften Aktien.

      Viele Grüße Ben

      1. Avatar von Tanja
        Tanja

        Ah achso, klar verstehe. Danke dir!

  2. Avatar von Thomas
    Thomas

    Erinnert mich schmunzelnd an die Starbucksdiskussion hier im Blog 2024. Tobs schrieb damals am 01.05.24 , das er die Aktie von SBUX nach 15% Kurseinbruch zu rd 75$ spontan gekauft hat.
    Ich war damals nicht so optimistisch bezüglich SBUX, insbesondere wg China, glaube ich. Stand heute steht SBUX bei 104 $ und hat seitdem bestimmt die eine oder andere Dividende gezahlt.
    Der Aktienkavalier bekannt aus Insta ist btw auch ein großer Fan von SBUX. Punkt für Tobs.
    Wenn man über sich über längere Zeiträume die börsennotierten Restaurantketten anschaut und mit gütiger Geduld und nicht allzu strengen Maßstäben und zu feinem Raster vergleicht,
    dann ist McD mit seiner ausgesprochenen starken Defensivqualität für Buy&Hold-Investoren so langsam interessant für Käufer.
    Problemchen, die jedes Unternehmen so hat, hat das Management auf dem Schirm.
    McD handelt unterhalb der 200 Tage Linie, leider zur Zeit in einem weiter negativen Trendkanal. Schnäppchenjäger können aber schon so langsam Limit Orders setzen. Wer es ganz besonders gut machen will, setzt dann eben Trailing Stop Buy Orders, aber ich selber verwende sowas gar nicht.
    Habe selber McD zur Zeit nicht und kauf sie vorläufig auch nicht. Habe zur Unterstützung eines (tatsächlichen)EFH Kaufes vom Filius plus Enkeln zu Wohnzwecken mein Depot etwas rasieren müssen und brauche selber auch erstmal Zeit, um mich Titelmässig neu zu sortieren und wieder auch einen mentalen Drive ins Depot reinzukriegen. Family first.
    Aber bei einem IZF von 12% und weiteren Einzahlungen ist die Depot-Delle hoffentlich bald wieder ausgebügelt.
    Trotzdem kann ich Börsenhai nur zu gut verstehen, wenn er so langsam anfängt, Werte auf die Kiddy`s zu übertragen.
    Bin ansonsten aufs nächste halbe Jahr etwa Techskeptisch, Energie(Strom)positiv, HealthCare positiv, jede Bankaktie macht Spaß(Zinsen fallen nicht), heißt aber nicht Banken jetzt neu kaufen,
    Versicherungen muß ich mal bei Gelegenheit tiefer schauen wegen Expose bei Private Credite usw. Es tauchen erste Fragezeichen auf, aber kein akuter Handlungsbedarf.
    Industrials positiv, Consumer discretionarys und Consumer-Staples eher unschlüssig, ansonsten aber weiter unverändert positiv für „unseren“ Style hier im Blog und wieder mal Danke @ Ben ! für die guten Beiträge und die vielen guten Diskussionen hier.
    Nächste Woche wird’s zumindenstens mal nicht mehr so heiß, Gott sei dank…

  3. Avatar von BörsenHai
    BörsenHai

    Ben,

    gratuliere zu dem frühen Einstieg. Für mich war McDonalds ja immer ein zu teures Invest und glaubte nicht an den Wachstum. Bin deshalb deutlich später eingestiegen.
    Seit Jahren stieg die Dividende > 6% und zusammen mit 2% NettoDividende (Stand heute) liest sich das doch sehr positiv.
    Es ist ja nicht billig dort Essen zu gehen, noch billiger Essen zu gehen geht wohl nur Döner.
    Die Aktie ging ja 3 Jahre seitwärts und ist jetzt so auf dem Stand von vor 4 Jahren. Andere Consumertitel hat es deutlich schlimmer erwischt.

    Keine Frage, dass die Zeiten für uns Konsumenten nicht besser werden und damit für die Consumer-Anbieter auch nicht. Klar gab es immer wieder Rückschläge im Kurs, aber bisher hatte das Management mittel- und langfristig immer geliefert.

    Aber für uns Langfristanleger ist Geduld der beste Ratgeber, solange man an das Invest glaubt. Die >5% jährliche Dividendensteigerungen erleichtern dies ungemein.

    @Tanja, ich halte es wie Ben: Alle Altbeständer habe ich mit Nachkäufen nicht verwässert. So ist die Kontrolle bei einem Verkauf deutlich einfacher.

    Allen Anlegern ein schönes Wochenende. Linderung der Hitze ist in Sicht.

  4. Avatar von Chrischaan
    Chrischaan

    Herzlichen Glückwunsch Ben! Das ist echt ne Hausnummer – 18 Jahre im Depot. Wow. Meine „Oldis“ sind Microsoft und Alphabet mit 4J und 3,5J. Die sind noch nicht mal in der Schule…

    Aktuell sind so einige Werte die gerade etwas zurückkommen. McDonalds ist einer davon, Microsoft wie in anderen Kommentaren erwähnt ebenfalls. Interessant auch, dass Rollins gerade einen ziemlichen Rücksetzer hat. Und ich habe meinen wenigen Einzelaktienpositionen zuletzt die Münchner Rück hinzugefügt. Mal sehen ob es zu früh war, aber bei 5% Dividendenrendite bei 50% Payout (=yield von 10%) macht man langfristig nichts falsch.

  5. Avatar von Tobs
    Tobs

    Hallo Ben,

    Volljährigkeit im Depot…

    …Bei uns betrifft die Volljährigkeit in nicht zu ferner Zukunft einen der treuesten Kunden Deines Unternehmens: Den ersten Nachwuchs von uns. Und hier kann ich Dir brav Bericht erstatten, dass dieser – zusammen mit uns – dann auch 18 Jahre treuer Kunde Deines Unternehmens gewesen und Dein EPS und Dividendenwachstum mitgetragen haben wird (ich musste es nur bezahlen).

    Das hätte sich bei allen hypothetischen erziehungsratgeberischen Ansätzen auch gar nicht verhindern lassen. Mäcces ist ein absoluter Top Top Kult. Die erste Pommes war von Mäcces. Das ist im Fast Food Bereich sozusagen der erste Kuss eines Mädchen. Ich behaupte, das ist wie Apple, wenn Du den ersten Bissen getan hast, kommst Du aus dem Ökosystem aus Burger, Pommes und Kaffee nicht mehr raus. Beispielsweise, auch wenn ich selbst eine Wall Box habe, fahre ich manchmal heimlich zu Mäcces um zu laden nur um mir einen Burger und Shake reinzudonnern. Und den gar nicht so schlechten Cappucino für 2 Euro schlürfe ich dort dann auch. Es ist schon vorgekommen, dass ich mit meinen heimlichen Ausflügen aufgeflogen war, weil der Nachwuchs selbst dort gerade gehockt und mich gespottet hatte..:-)

    Übrigens ist die Shareholder Yield seit 2008 so krass, weil in dem Zeitraum neben den Dividenden rd. 40 Prozent der Aktien zurückgekauft wurden! Der nahezu gesamte freie Cash Flow wird an die Eigentümer zurückgegeben. Die EPS sind also so gestiegen, weil einerseits die massive Franchise-Offensive ab 2015 den operativen Cash Flow angeschoben und die Share Buybacks den Aktien Account reduziert hatten. Diese Offensive um das Franchise Modell ab 2015 erklärt auch, warum der Kurs ab 2017 so stark anstieg. Die Kombi aus operativem Erfolg und inhaberfreundlicher Kapitalallokation hat aus Deinem nun volljährigen Anhang diesen stattlichen jungen Mann werden lassen! Ich kann nur nerven und mach es wieder: Cash Flow Aktien muss man immer behalten, auch bei einem Hänger. Wer hätte das Anfang der 2010er so vorhersehen sollen? Einfach dem Management, wenn es einen Track Record hat, auch mal Zeit geben…! Ist man Aktienhändler oder Unternehmensinvestor?!!!

    @Thomas: Starbucks…Habe ich natürlich immer noch. Hier zeigte sich, dass ein starkes Geschäftsmodell sogar ein zeitweilig besch…nes Management nicht sofort umbringt. Allerdings halte ich das Franchise im direkten Vergleich zu Mäcces für wesentlich schlechter. Die Läden in Deutschland sind grottig, und ich bin einigermaßen irritiert, dass das Starbucks USA so hinnimmt…

    Übrigens habe ich auch viel gemacht (letztes Jahr schon) Yum China (und noch zwei spekulativere HK-Geschichtchen…) und gerade Dominos Pizza und Wingstop (die letzten Wochen). Ich warte sehnsüchtig auf den ersten eröffneten Wingstop in Deutschland…

    Ich finde es übrigens gut, dass Du es mit Deinen warmen Händen gibst, an Deinen Nachwuchs. Ich habe andere, bei denen das so war, immer ein bisschen beneidet. Nicht des materiellen Vorteils alleine wegen, sondern weil ich immer den Eindruck hatte, dass in Familien, in denen das so praktiziert wurde, ein toller familiärer Zusammenhalt herrschte, der ohnehin nicht mit Geld aufzuwiegen ist. Was ist denn schöner als für andere zu rackern, wenn es denn die eigene Familie ist?! :-) Man selber ist für sich doch irgendwann froh, wenn es für eine Curry Wurst oder Mäcces-Besuch reicht…:-)

  6. Avatar von Michael
    Michael

    Obwohl schon seit Jahren Aktionär von MCD laufe ich neuerdings auf meinem Arbeitsweg nach Hause einen kleinen Umweg, nämlich bei McDonalds vorbei und prüfe aufgrund meiner Dreischichtarbeit zu den verschiendensten Zeiten, wie gut der Laden besucht ist. Und was kann ich nach ca. zwei Monaten berichten: Das Ding ist einfach immer proppevoll(!), was mich kürzlich zu einem vorgezogenen Kauf (nicht bei Mäces selbst) veranlasst hat. Mein Wunschpreis war noch nicht ganz erreicht, aber ich konnte nicht anders und musste nach dem letzten Rutsch zuschlagen. Meinen neuen Heimweg habe ich beibehalten – so macht das Investieren richtig Spaß!

  7. Avatar von Michael B.
    Michael B.

    Hallo Ben, Hallo Matthias von Mitzlaff!
    McDonald’s ist eine der Aktien die in meinem Depot bewusst zu den großen Corepositionen gehört. In diesem Zusammenhang fand ich es für mich auch absolut interessant Ben das du genau wie ich bei einem persönlichen McDonald’s Besuch nach dem Rechten schaust…Ich finde es halt immer schön wenn ich die Produkte des betreffenden Unternehmens persönlich „ausprobieren“ kann und auch sehen kann welche Gruppen von Menschen diesen Artikel ebenfalls konsumieren.Bei McDonald’s hat sich in den letzten Monaten für mich persönlich nichts geändert was für mich wichtige Kriterien sind z.B sehe ich nach wie vor alte und junge Menschen jeglicher Altersklassen am Bestellterminal eifrig bestellen wobei ich persönlich in der Überzahl mehr junge Gesichter dort war nehme was für die Zukunft des Unternehmens nicht die schlechteste Variante ist. Auch sehe ich (bitte Wertfrei betrachten)viele Menschen incl. Ihrer vielen Kinder im McDonald’s die man üblicherweise nicht in Restaurants antrifft, und zwar Menschen mit deutlichem Migrationshintergrund incl. Kopftuch deren Kinder ja auch einmal selbstständige treue McDonald’s Kunden werden. Also für mich stimmt nach wie vor alles bei diesem Unternehmen um mit diesem sorglose Nächte zu haben und nicht Nachts Schweißgebadet aufzuwachen.
    Jetzt aber zu meiner eigentlichen Frage an euch beide: Ich habe seit einiger Zeit die Wendy‘s Aktie in meiner persönlichen Watchliste die es im Gegensatz zu McDonald’s ja wirklich zerrissen hat und nicht nur eine entsprechende Kurskonsolidierung erfahren hat. Ich bin ja grundsätzlich kein Freund von Turnaround Stories da man bei dieser Investmentthese auch sehr oft Schiffbruch erleiden kann aber wäre das eine Aktie die für euch beide interessant sein könnte um bei den jetzigen Kursen darauf zu setzen das die US Verbraucher wieder Konsumfreudiger werden was Fastfood Restaurant Besuche angeht? Von den Schulden her kann ich leider nicht beurteilen wer in Bezug zum Unternehmensgewinn mehr bei den Banken in der Kreide steht…Also wenn Ihr beide euch mal zu Wendy‘s als Themenverknüpfung zu McDonald’s äußern könntet was Ihr von diesem Unternehmen anhand der Zahlen im Vergleich haltet wäre das wirklich super interessant um persönlich ggf. besser zu verstehen das Fastfood Kette nicht gleich Fastfood Kette ist…

    1. Avatar von Matthias von Mitzlaff

      ja Michael B., sehr gerne.

      Ich stütze mich insbesondere auf die Datenquelle finviz.com,
      die ja für US-Aktien sehr zuverlässige Daten ausspuckt.
      Mir fallen insbesondere auf:
      – Kursentwicklung seit Jahren deutlich schlecht (letzte 10 Jahre: -20%)
      (funktioniert nur für Anleger, die an Turnaround glauben UND idealerweise Insiderwissen haben, dass es so kommen könnte)
      – Gesamtrendite deutlich negativ, wenngleich Dividende und -wachstum durchaus positiv sind
      – Gab es kürzlich eine Dividendenkürzung? Sieht im Chart so aus, schlechtes Zeichen!
      – Verschuldung schlecht (Debt/Equity astronomisch hoch)
      – ROIC und operative Marge immerhin positiv
      Erinnert etwas an die Deutsche Telekom, die mal einen Peak hatte und seitdem dümpelt…
      Wenn ich noch in den Aktienterminal schaue, sehe ich von 15 Punkten:
      – Qualität: 9
      – Dividende: 12
      – Wachstum: 1
      – Robustheit: 7
      Fazit: Nicht überzeugend.
      Ich würde die Aktie ggf. jemandem empfehlen, der a) sich in das Unternehmen verliebt hat oder b) sicher ist, dass WEN den Turnaround schafft.
      Ich vermute, du bist weder a) oder b), deshalb rate ich dir ab.

      Wenn du auf finviz mal nach „Consumer Cyclical“ und „Restaurants“ recherchierst, findest du auch andere Kandidaten, deren Kennzahlen etwas besser aussehen.
      Schau dir mal Texas Roadhouse an (TXRH), das ist ein Kurs, der Laune macht!
      Klar, die Dividende ist wesentlich moderater, aber viele Kennzahlen sind richtig klasse!
      10-Jahresperformance über 300%!
      Debt/Equity unter 1 bzw. 100%!

      Bitte mache nicht den gleichen Fehler wie ich (in der Vergangenheit) und bleibe an Losern kleben, die ewig nicht hochkommen.
      Ein Grund, warum ich kürzlich Danaher komplett verkauft habe. 5 Jahre seitliche Kursentwicklung ist für mich zu lange, so viel Lebenszeit kann ich nicht erübrigen ;-).

      1. Avatar von Hansi
        Hansi

        Lieber Matthias,
        Geduld, Geduld ;-)
        5 Jahre sind an der Börse nichts. Peter Lynch beschreibt es in seinen Büchern sehr umfassend. Er hat auch Beispiel mit Aktien, die sich mehr als 6 Jahre seitwärts bewegen und dann … Party!
        Bei Turnaround ist nur der Cash-Flow wichtig und der sollte nicht schrumpfen und mindestens stabil bleiben. Hätte ich Teva nach 5 Jahren verkauft , hätte ich nur Verlust gehabt und ein Jahr später ging die Party los und schon hat man statt Verlust mehr als verdreichfacht und immer noch ein KGV um die 10!
        Solange Turnaround-Kandidat stabile Liquidität hat, bleibt das Ding in meinem Depot. Mir egal ob sich Wert jedes Jahr steigt oder 10 Jahre brach liegt und sich dann in einer Woche verdoppelt.
        Wenn Cash-Flow schwindet, bin ich immer sofort raus.
        Danaher war immer sehr sportlich bewertet und deshalb nie ein Kandidat für mich. Gute Firma, aber zu teuer.

  8. Avatar von Stephan
    Stephan

    Moin Ben, ich hatte dir schon per Mail geschrieben, aber versuche es hier auch noch einmal. :-) Dein RSS Feed funktioniert leider seit mindestens zwei Wochen nicht mehr. Wäre super, wenn du das fixen könntest. Danke. Viele Grüße, Stephan

  9. Avatar von Tobs
    Tobs

    GIS / Earnings: Kaum liegen der Gewinn je Aktie etwas über Vorjahr und Markterwartung (fairerweise: Die Buy backs spielen hier auch rein), geht die Aktie knapp 10 Prozent nach oben. Da sieht man, wie ausgebombt, bzw. meines Erachtens unterbewertet der Food Sektor ist. GIS kündigt neben Sparprogramm ein organisches Umsatzwachstum von 0,5Prozent an, reicht schon für den Markt. Zyklischer Konsum wie Dominos Pizza oder MCD hängen, aber nicht-zyklischer Konsum geht quer Beet im Portfolio steil. Bin wirklich froh, hier in den letzten 2 Jahren volle Kanne reingegangen zu sein. Denke, in 10 Jahren wird man ungläubig auf diese Chance zurückblicken.

    1. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      Tobs,

      so leid es mir tut, aber nicht alle Consumer sind um 10% gestiegen.
      Oder ich habe bei KO etwas verpasst?

      „Kaum liegt der Gewinn !je Aktie! !!!!!! etwas über Vorjahr …“
      Das interessiert die professionellen Profis nicht. Denn die Aktienanzahl entscheidet unter anderem. CashFlow zählt und dessen Stabilität/Wachstum.

      Wachstum mit 0,5% wird bei KO und anderen Consumern gnadenlos abgestraft. Wieso bei GIS nicht?
      Ich habe keine Ahnung, was es ist, aber Deine Interpretation halte ich für fehlerbehaftet. Tauch mal tiefer rein und nutze amerikanische Informationen.
      Ich vermute einen anderen Busch.

      1. Avatar von Tobs
        Tobs

        Hallo Börsenhai,

        dann beziehe ich mich nochmal darauf, was ICH geschrieben habe: General Mills ist knapp 10 Prozent gestiegen (zum Zeitpunkt meines Posts waren es rd. 9 Prozent).

        Ich habe darauf hingewiesen, dass der Foodsektor unterbewertet ist. Und tatsächlich ist – ob koinzident oder nicht – zum Zeitpunkt der Meldung von GIS der gesamte Sektor gut gestiegen, KHC rd. 5 Prozent, The Campbell’s 5 Prozent, andere Food Aktien sind auch gestiegen…

        Bitte beachte außerdem, dass ich nicht von 0,5% Wachstum, sondern von 0,5% organischem Umsatzwachstum geschrieben habe. Das ist ein Unterschied. Und der ist im Moment vergleichsweise relevant, weil die Food-Aktien mit wenigen Ausnahmen in den letzten Jahren organische Wachstumsrückgänge verzeichnet hatten, also weniger Produkte wegen der gestiegenen Preise absetzen konnten. Darauf wollte ich hinaus, dass hier bereits kleinste Anzeichen von Erholung reichen, um die Kurse anzuschieben.

        Welche Interpretation? Das waren Zahlen aus den Earnings, und die Aktie von GIS ist nach oben gegangen und der Sektor ebenfalls. Klar, könnte auch am Wetter liegen, vermutlich aber doch eher an den Zahlen? Amerikanische Informationen? Bitte kläre mich auf…! Gerne auch, wann Profis kaufen und verkaufen, wenn Du das Geheimnis mit uns teilst, hätten wir es alle einfacher hier :-)

      2. Avatar von BörsenHai
        BörsenHai

        Tobs,

        die Interpretation bezog sich auf den Kurssprung wegen (!) der Zahlen, die Du nanntest. ;)
        Es kann aber noch andere Gründe geben. Die zu finden könnte etwas aufwendiger sein.

        Natürlich sind fast alle Consumer ziemlich zurückgekommen, das sieht jeder. Ein Einstiegspunkt könnte gegeben sein. Das soll aber jeder selbst entscheiden.

        Meine Entscheidung: Alle von Dir genannten Consumer sind nichts für mich.
        Deine Entscheidung: Richtig viel reinbuttern.

        So unterschiedlich kann der Ansatz sein und keiner der beiden ist richtig oder falsch. Man muss sich wohlfühlen mit dem Invest!!!

      3. Avatar von Tobs
        Tobs

        Hallo Börsenhai,

        dann kann ich mich nur noch mal nur auf das beziehen, was ICH geschrieben habe: Das anscheinend bereits Anzeichen von geringfügigen organischen Wachstum (Thomas beschreibt es richtig: Anzeichen der Erleichterung) zu einer solchen Kursbewegung geführt haben und verbunden damit ich den (ganzen) Sektor für unterbewertet halte.

        Wenn die Kursbewegung nichts mit der Veröffentlichung der Zahlen zu tun hat, na dann eben doch mit dem Wetter, ist doch auch prima!

        Davon, ob die Consumers was für andere sind, oder nicht, habe ich nichts geschrieben.

  10. Avatar von Thomas
    Thomas

    trotzdem General Mills ytd -19%. Neben McCormick ganz klares Sorgenkind der Branche. General Mills hat eben erst ein Tief aus 2018 noch weiter unterschritten.
    Es war sozusagen die Erleichterung, das es nicht noch schlechter gekommen ist und das das Management mit einem großen Sparprogramm gegensteuern will.
    Price to Book nähert sich von oben der 2,0 Macrotrend hier weiter billiger werdend. Debt/Equity 1,49 auch nicht ganz prall
    Das Management hat ein Sparversprechen abgegeben, aber die eigene Guidance zeigt für FY27 weiter sinkende operative Gewinne.
    Die Guidance für den organischen Nettoumsatz liegt zwischen -1,5% und +0,5%, während das bereinigte operative Ergebnis währungsbereinigt um 8-13% sinken soll – ausgehend von einer bereits geschrumpften FY26-Basis.

    Das sind jetzt Abstauber-Kurs-Niveaus, wo man sich jetzt (scheinbar) gefahrlos 6,5% Dividendenrendite einloggen kann. Aber General Mills hat aufgehört, die Dividende zu erhöhen. Der Trackrecord 127 Jahre heißt nur noch „nie gekürzt“ und nicht mehr „regelmäßig erhöht“.
    Die scheinbar solide Payout Ratio steigt von derzeit 58% im nächsten Fiskaljahr auf 77%, die Sicherheitsmarge schrumpft. Es fehlt das Wachstum für GIS an allen Ecken und Enden.
    Diejenigen Aktionäre, die die letzten Jahre dabei waren, wurden einfach nur enttäuscht, wer jetzt abstaubt, kann Glück haben oder Pech.
    Ist jetzt ein Boden gefunden oder nicht? Die Aussichten bleiben eben mau bis schwach.
    Man kann Tobs u.ä. Verhaltensweisen verstehen, wenn sie sich auf die Lauer legen und billig abstauben und damit vielleicht über kurz oder lang auch gut fahren,
    aber das Gros des Marktes, der Value, Wachstum, Momentum und Dividendensteigerungen liebt und mehr auf der Sonnenseite fährt, die machen auch gute Meter. Die haben General Mills den Rücken zugewandt.

    1. Avatar von Tobs
      Tobs

      Thomas,

      General Mills ist definitiv mitten im Turnaround und hat noch einige Aufgaben zu lösen! Der Kurs hat einen Grund…

      Bezüglich der Dividenden-Sicherheit darf man meines Erachtens nach dem Earnings Call von heute aber schon mal ein besseres Gefühl haben. Zwischen den Zeilen wurde sich m.E. zur Dividende bekannt. Das hat geholfen, weil doch insoweit ein wenig Unsicherheit vorherrschte. Der Net Debt/EBITDA soll von 3,9x auf 3,0x zurückgeführt werden. Mit verbesserter Bilanzstruktur geht dann wieder weniger für Zinsaufwand drauf. Und mit den avisierten Kosteneinsparungen von 3 Mrd. Euro bis 2030 (alleine davon 750 Mio. Euro in 2027) ist das bis dahin im Cash Flow drin. Das Management hat außerdem gesagt, im Zweifel die Aktienrückkäufe zurückzustellen, da ist also nochmal zusätzlicher Puffer für die Dividende vorhanden.

      Positiv: GIS gewinnt oder behauptet sogar in 65% der Top 10 Kategorien Marktanteile! Negativ: Die Märkte insgesamt schrumpfen. :-) So das also unterm Strich trotz gewonnener Marktanteile kein Wachstum rauskommt, besonders in den USA und Zerealienmarkt. Positiv wiederum: Das Management redet Tacheles und palabert nicht, dass der Konsument irgendwann schon wieder zurückkommen würde. Sondern es adressiert sehr klar, dass das Geschäft konsequent an die aktuelle Realität und Konsumentenbedürfnisse angepasst werden müsse. Es soll viel zusätzliches Geld in Forschung&Entwicklung sowie Marketing gehen, teils gegenfinanziert durch die geplanten Kosteneinsparungen (teils geht das natürlich bestimmt auf die operative Marge, leider). Es ist klar adressiert, dass die Zeit der Preiserhöhungen als Antwort auf alles zu Ende gegangen ist. Bei KHC ist es ja nicht anders gewesen und bei KHC haben sich frühzeitig erste Früchte gezeigt, früher als ich es selbst vermutet hätte.

      Könnte also noch was geben, wobei GIS gerade erst am Anfang der neuen Strategie steht. Also ist logischerweise noch viel Unsicherheit drin. Andererseits nicht vergessen: An der Börse wird die Zukunft gehandelt. Wenn sich erste Evidenzen zeigen sollten, dass die Strategie on track ist (also lange bevor das wirklich 1:1 in den Zahlen sichtbar geworden ist), dürfte der Kurs vermutlich sehr schnell wieder steigen und die Zeit der Schnäppchen endet dann.

      Buying on good news kann ja jeder! :-) Buying on bad news fühlt sich ekliger an, ist manchmal wegen der bereits im Kurs abgebildeten Risiken aber tatsächlich weniger riskant als eine gut laufende Aktie zu kaufen. Viele Analysten haben heute ihre Prognosen leicht angehoben, was mir persönlich aber wenig bedeutet.

      Warten wir’s ab! Ich hab Zeit. Heute bin ich z.B. mit meinen KHC Aktien das erste Mal seit Jahren (!) wieder in das Plus gekommen (nur der Kurs, ohne die Dividenden). Ich hab’s zum Glück nicht eilig.

  11. Avatar von Hansi
    Hansi

    Hatte man bei BAT von 2018 bis 2024 nur eine Seitwärtsbewegung und die Verteufelung “ Hat alles so oder so keine Zukunft“. Am Ende werden sie vielleicht Recht haben, andererseits wächst die Bevölkerung auf den Planeten immer weiter. Prohibition hat auf Dauer noch nie gesiegt.
    Ist auch egal, wer geduldig seine 5-6 Jahre abgesessen hat, hatte neben 8-10% Dividende p.a jetzt auch einen schönen Kursgewinn.
    Die Consumer werden nicht alle bestehen und die Value-Trap-Gefahr ist da, aber diese Kursen gaukeln sterbene Unternehmen vor. Da kann man nur zugreifen. Hab inzwischen um die 20 Consumer aufgesammelt. Dividenden schlagen Tagesgeld locker.
    Geduld, Tee trinken und abwarten.

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