Und dann habe ich doch gekauft

Eine Niederlassung von Medtronic

Eigentlich ist mir die Börsensituation nicht geheuer. Eigentlich will ich meine Cash-Quote deutlich erhöhen. Eigentlich wollte ich im September nichts mehr kaufen. Eigentlich wollte ich dann im Oktober oder November zu Schnäppchenpreisen zuschlagen.

Die Überschrift verrät es schon: es kam anders. Meine Watchliste ist prall gefüllt und ein Titel dieser Watchliste verzeichnete ein Tagesminus von etwas über 2%. Und dann habe ich eben doch gekauft.

Ist es eine Sucht kaufen zu müssen? Das Verlangen war jedenfalls da und nach der Orderausführung fühlte es sich richtig gut an.

So habe ich meine Serie gehalten und in diesem Jahr in jedem Monat Aktien gekauft. Alles Details zum Septemberkauf erfährst Du in diesem Beitrag. Außerdem gab es noch eine Dividendenzahlung von BlackRock, über die ich ebenfalls berichte.

Medtronic

Meine Wahl fiel auf Medtronic. Medtronic ist der Weltmarktführer für Herzschrittmacher und ein reinrassiger Medizintechnikwert. Hier habe ich ihn ausführlich vorgestellt.

Bereits im Februar hatte ich Medtronic-Aktien nachgekauft. Ein sehr guter Zeitpunkt, danach ging es stetig aufwärts mit dem Aktienkurs. Klar war für mich, dass ich noch weitere Aktien kaufen wollte.

Nachdem im Juli dann noch die Dividende um 8% erhöht wurde, rückte Medtronic immer stärker in meinen Nachkauffokus. Leider habe ich dann nicht direkt gekauft. Und so überschritt der Aktienkurs die 100 US$-Marke und ich hatte noch nicht nachgekauft.

Aktienkauf

In dieser Woche schwächelte die Aktie dann ein wenig – ohne erkennbare Nachrichten. Und das einen Tag vor dem exDividende-Termin. So entschloss ich mich zum Nachkauf und würde obendrein noch im Oktober direkt eine Quartalsdividende für die nachgekauften Aktien erhalten.

Ich kaufte am 25.09.2019 40 Aktien zum Kurs von 97,95 € in mein Depot bei maxblue. Der Kauf fand außerbörslich über die Commerzbank statt, da sie mit Abstand den günstigsten Kaufkurs bot. Mit Provision zahlte ich insgesamt 3.927,80 € und habe nun 100 Medtronic-Aktien im Divantis-Depot.

Originalabrechnung Kauf Medtronic im September 2019

Meine Kaufmotivation

Wirklich fundamentale Gründe, warum ich Medtronic gerade jetzt gekauft habe, gibt es nicht. Die Aktie hat im Jahr 2019 bisher überdurchschnittlich performt. In den Jahren zuvor (seit meinem Erstkauf) war allerdings eine Durststrecke zu verzeichnen. Ich glaube einfach an eine weitere positive Entwicklung und möchte diese mit einer größeren Aktienposition begleiten. Mit nun 100 Aktien fühle ich mich da gut aufgehoben. Das entspricht einem Depotanteil von 2,6%.

Die Perspektiven

Die weitere Entwicklung verfolge ich nun entspannt: Ich kann noch mal nachkaufen, muss es aber nicht. Steigt die Aktie weiter, bleibe ich voraussichtlich bei den 100 Aktien. Sinkt sie noch einmal deutlich (20% oder mehr) und ist das nicht durch schlechte Unternehmensnachrichten begründet, dann würde ich auch noch mal nachkaufen.

Zum Abschluss noch ein Blick auf den 3-Jahres-Chart mit meinen Kaufzeitpunkten:

3-Jahres-Chart von Medtronic

Quellensteuerthematik

Und noch ein Hinweis für Dich, wenn Du meinen Blog noch nicht so lang verfolgst: Medtronic ist steuerhässlich, da sie in Irland residieren. Das führt zu einem Quellensteuerabzug von 20%, der nicht auf die deutsche Kapitalertragsteuer angerechnet wird. Ich habe immer noch die Hoffnung, dass maxblue irgendwann automatisch eine Erstattung für mich vornimmt. Aufgrund der positiven Kursperformance ist Medtronic für mich aber ein Wachstumswert, der auch Dividende zahlt. Die Dividende ist nicht das ausschlaggebende Investitionskriterium für mich bei dieser Aktie.

Auf einen Blick:

Unternehmen:Medtronic
ISIN:IE00BTN1Y115
Im Divantis-Depot seit:01.06.2017
Letzter Nachkauf am:25.09.2019
Stückzahl im Divantis-Depot:100
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:87,02 €
Gesamtkaufpreis:8.701,82 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:75,29 €
Aktuelle Strategie:Bei Kursschwäche nachkaufen

BlackRock

BlackRock machte in Deutschland zuletzt mal wieder Schlagzeilen durch einen Fernsehbericht bei arte (in der dortigen Mediathek oder bei YouTube unter dem Titel „Die unheimliche Macht eines Finanzkonzerns“ zu finden). Die Reportage ist aus meiner Sicht tendenziös, einseitig und journalistisch fragwürdig. Aber für BlackRock ist das nichts Neues. Die schiere Größe des Vermögensverwalters (hier ausführlich vorgestellt) sorgt schon für regelmäßige Kritik. Ich bin gerade wegen dieser Größe und des Burggrabens im ETF-Bereich in BlackRock investiert. Und ich sehe ernsthafte Bestrebungen, Nachhaltigkeitsthemen deutlich stärker als die nächst kleineren Wettbewerber zu platzieren. BlackRock listet z.B. für jeden ETF Nachhaltigkeitsmerkmale, wie z. B. die Kohlenstoffintensität, auf.

Dividendenzahlung

BlackRock zahlte erneut eine Quartalsdividende von 3,30 US$ pro Aktie. Für die 20 Aktien im Divantis-Depot bedeutet das eine Brutto-Dividende von 66,00 US$. Sie wurde von der Consorsbank zum Kurs von 1,096 in Euro umgerechnet. Nach Abzug der Steuern verbleibt eine Netto-Dividende von 44,83 €. Sie wird rückwirkend mit Wertstellung 24.09.2019 gutgeschrieben.

Originalabrechnung Dividende BlackRock im September 2019

BlackRock steht übrigens auch auf meiner Nachkaufliste. Die Aktie hätte ich gerne aber noch etwas günstiger. Da sie relativ stark mit dem Aktienmarkt korreliert, habe ich bei BlackRock Geduld und würde die Aktie erst bei einem allgemeinen Marktrückgang nachkaufen.

Mit dieser Dividendenzahlung wachsen meine Dividendenerträge im Jahr 2019 auf nun 8.553,39 €. Mein Jahresziel von 9.000 € müsste ich nach meiner Prognose schon im November erreichen!

Auf einen Blick:

Unternehmen:BlackRock
ISIN:US09247X1019
Im Divantis-Depot seit:04.04.2017
Letzter Nachkauf am:11.10.2017
Stückzahl im Divantis-Depot:20
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:378,55 €
Gesamtkaufpreis:7.571,08 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:339,55 €
Aktuelle Strategie:Bei Kursschwäche nachkaufen

Meine Cashposition

Mit diesem Aktienkauf habe ich meine Cashposition wieder belastet. Trotzdem ist noch „für den Fall der Fälle“ genug Liquidität verfügbar. In meiner Anlagestrategie für 2019 wollte ich ja alle Dividenden reinvestieren und zusätzlich 1.250 € monatlich in Aktien und 250 € in P2P-Kredite investieren. Bei den Aktien hinke ich ein wenig hinterher. Rund 4.000 € habe ich „zu wenig“ investiert. Diesen Betrag habe ich stattdessen im P2P-Bereich „zu viel“ angelegt. Und zwar in den täglich verfügbaren Angeboten von Mintos Invest & Access und Bondora Go & Grow. Damit wirft meine Cashposition insgesamt (der Rest liegt auf kaum verzinsten Tagesgeldkonten) doch eine angenehme Rendite ab und ich verspüre nicht so stark den Drang, mein Geld in zu hoch bewertete Aktien zu investieren.

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13 Gedanken zu „Und dann habe ich doch gekauft“

  1. Hi Ben,
    klingt für mich nach „Fear of missing out“.
    Aber letztendlich, habe ich die gleichen Probleme. Aber es gibt schlimmeres als eine gewinnversprechende Aktie zu kaufen. Zumindest sage ich mir das immer, wenn ich mal ungeplant zuschlage.

  2. Hi Ben,
    ich denke du hast doch bei Medtronic ganz gut eingekauft.
    Ich bleibe dieser Aktie fern, da ich seit längerem mit Fresenius im gleichen Segment investiert bin (leidgeprüft!)

    Zur irischen Quellensteuer schreibt die Comdirect in der Community:

    „die Ausstellung eines Tax-Vouchers zur Rückforderung der Quellensteuer in Irland – analog der Verfahrensweise zur Rückforderung in der Schweiz – bieten wir nicht an. Alternativ kannst du uns eine DBA-Vollmacht im Vorwege einreichen. Sofern wirtschaftlich sinnvoll, werden wir dann für dich tätig und fordern den entsprechenden Anteil der Quellensteuer in Irland zurück.“

  3. Hallo Ben,

    „Ist es eine Sucht kaufen zu müssen? Das Verlangen war jedenfalls da und nach der Orderausführung fühlte es sich richtig gut an.“

    Geht mir auch gerne so. Das ist wohl wie beim Klischee von Frauen und dem Schuhkauf.

    Ich kaufe, wenn das Geld auf einem der dafür vorgesehenen Konten eingetroffen ist.

    Aber hier ist es wenigstens kein Konsum.

    Uuuund: Time schlägt timing. So ist man wenigstens investiert und freut sich bei steigenden Kursen. Und bei fallenden über Nachkaufschnäppchenmöglichkeiten.

    Viele Grüße

    Claus

  4. Hallo,
    mit den beiden Weisheiten bei Claus und Fred hadere ich auch immer wieder. Aber bisher setzt sich dann doch mein Grundsatz durch, die Kauflimits meiner Beobachtungsliste zu beachten. Die habe ich nicht wahllos gesetzt und passe sie auch gerne grundlegenden Entwicklungen an. Aber letztlich muss bei jedem Kauf die Mischung aus Erwartung an die Rendite (Kursgewinn und Dividenden) und Nachrichtenlage des Unternehmens stimmen. So versuche ich die Höchstkurse zu vermeiden, was sich manchmal bei beständig steigenden Märkten als unmöglich erweist.
    Hier trauere ich durchaus dem letzten Jahreswechsel nach. Aber auch dann laufe ich lieber nicht hinterher. Es gibt meist genug Alternativen und so suche ich mir auch mal kleinere Werte, die gerade nicht so stark laufen.
    Die Medtronic ist mir hier aktuell nicht attraktiv genug. Ähnlich wie bei der Vinci habe ich hier einfach den Zeitpunkt verpasst. Nun wird halt gewartet.
    Ich versuche auch monatlich zu investieren, aber man muss halt auch flexibel sein. Dann gibt es eben mehrere Werte in einem und keinen Wert in einem anderen Monat. Und, wenn wir ehrlich sind, warten wir doch alle auf die nächste Schnäppchenphase, nur um anschließend dann wieder festzustellen, was wir dabei alles verpasst haben, weil wir entweder zu lange zögern oder die Mittel nicht in alle möglichen Werte stecken können. Elendes Leiden :) Und trotzdem hast du recht, Ben, direkt nach dem Kauf fühlt es sich immer gut an.

    Schönes Wochenende euch allen
    Sven

  5. Timing is a bitch. Die Preise sind hoch? Bargeld ist König? Nicht wirklich. Die Zinsen bleiben niedrig, wo soll denn sonst das Kapital hin? Bei Bargeld immer mit bedenken: da nagt immer die Inflation, Opportunitätskosten, verlorener Zinsezinseffekt (reinvestierte Dividenden). Und wenn es doch kracht, wann steige ich wieder ein? Niemand trifft dann dort den optimalen Punkt. Einfach jahrelang regelmäßig weiter investieren und dadurch auch den Durchschnittskosteneffekt nutzen falls es abwärts geht. Gegenfalls noch etwas Würze und Spass durch konservativen Optionshandel.

  6. Hi Ben. Mir ging es diese Woche sehr ähnlich. Ich habe bei Altria zugeschlagen weil die aus meiner Sicht viel zu billig waren.
    Cash halte ich zur Zeit nicht viel. An einen starken allgemeinen Kursrückgang glaube ich allerdings nicht.
    Wie Herr Röhl von echtgeld TV immer sagt Cool bleiben und Dividenden kassieren.
    Ich habe meine gesamten Dividenden dieses Jahr reinvestiert.
    Meinen Sparbeitrag habe ich sogar um 10% gesteigert im laufe des Jahres .Will das auch so beibehalten.
    Wichtig ist doch das das Vermögen wächst und das man mit seinen Entscheidungen gut schlafen kann.
    Wenn das der Fall ist ist alles in Butter.
    Also weiter investieren und langfristig halten ist die Devise. Gruß aus Hessen.

  7. Ich glaube schon dass das ne Sucht sein kann. Ich kann ganz schlecht Cash halten und Aktienkauf gibt mir auch immer ein ziemlich gutes Gefühl…Erst recht wenn der Sektor den ich gerade ausbauen möchte gerade in einer Korrektur ist. Aber gibt schlimmere Süchte als Unternehmensanteile kaufen denke ich ;-)

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