Trotz erhöhter Abschreibungen bleibt die Dividendenrendite attraktiv

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Für diese Aktie brauchst Du starke Nerven. Hast Du sie zum falschen Zeitpunkt gekauft, dann sitzt Du auf hohen Kursverlusten. Hast Du mit dem Timing mehr Glück gehabt, dann kannst Du Dich über stetige, ziemlich hohe Dividenden freuen.

Ich kann einigermaßen entspannt über mein Investment schreiben, da ich nun schon seit mehreren Jahren die Dividenden einsammeln konnte und deshalb auch einen Kursrückgang von mehr als 30% innerhalb eines Jahres aussitzen konnte. Und in den letzten 2 Wochen hat sich dieser Rückgang dann plötzlich halbiert.

Zuvor hatte das Management seine Abschreibungsmethoden geändert und erheblich schlechtere Quartalszahlen berichtet. Was es damit alles auf sich hat, erfährst Du in diesem Beitrag.

Im September teilte Omega Healthcare Investors (OHI), der REIT für Seniorenimmobilien, mit, dass die Quartalsergebnisse deutlich geringer als zuvor ausfallen werden. Grund ist eine Umstellung bei schwachen Mietern von Going-Concern auf Cash. Dazu gleich – nach der Dividendenzahlung – mehr.

Dividendenzahlung

OHI zahlt erneut eine Quartalsdividende von 0,67 US$ je Aktie. Für meine 150 Aktien entspricht das einer Brutto-Dividende von 100,50 US$. Sie wurde von der Consorsbank * zum Kurs von 1,1908 in Euro umgerechnet. Nach Abzug der Steuern (mir wurde diesmal nur die Quellensteuer abgezogen, da ich noch etwas im Verlusttopf “Allgemein” stehen hatte) verbleibt eine Netto-Dividende von 71,73 €. Sie wurde rückwirkend mit Wertstellung 16.11.2020 überwiesen.

Perspektiven

Die Dividendenrendite von OHI lag bis zum US-Wahltag bei 9%. Das war der Rekordwert in meinem Depot. Dann setzte der Joe Biden-Wahlsieg-Corona-Impfstoff-Turbo ein und katapultierte den Aktienkurs nach Oben. Die Dividendenrendite sank entsprechend auf “nur noch” 7,5%. Damit hält die Aktie immer noch die Topposition bei mir, aber nur noch ganz knapp vor AT&T und Swiss Re.

Was aber viel wichtiger ist: Der Cash-Flow des REITs erlaubt auch die Zahlung der Dividende. Derzeit ist das aber auch das Einzige, was sich Positives über OHI sagen lässt.

Denn ansonsten lautet die Devise: Augen zu und durch! Weiterhin habe einige der großen Mieter von Seniorenimmobilien mit den Corona-Folgen zu kämpfen und zahlen nicht die volle Miete an OHI. Deshalb hat OHI nun 142 Mio. US$ abgeschrieben und das Quartalsergebnis damit erheblich belastet. Es beträgt nun nur noch 119,2 Mio. US$ nach zuvor 256,4 Mio. US$ im Vorquartal.

Diese Abschreibung ist jedoch nicht Cash-wirksam. Die für die Dividende relevante Kennzahl FFO (Funds From Operations) stieg innerhalb des Quartals sogar von 0,81 auf 0,82 US$. Gegenüber dem Vorjahresquartal beträgt die Steigerung 0,06 US$. Das bedeutet für mich, dass die Dividende weiterhin sicher ist und im nächsten Jahr auch mit einer weiteren Erhöhung zu rechnen ist.

Die letzte Dividendenerhöhung war vor einem Jahr. In 2020 ist die Dividende nun konstant geblieben, lag damit aber in Summe immer noch über dem Wert von 2019. Um die Historie jährlicher Dividendensteigerungen fortzusetzen, muss damit in 2021 die Dividende wieder angehoben werden.

OHI gehört zu den riskanteren Positionen in meinem Depot. Die hohe Dividendenrendite steht nicht ohne Grund auf dem Papier. Aber gerade deshalb bin ich der Meinung, dass das Risiko auch angemessen vergütet wird.

Mein Plan mit der Aktie sieht so aus: Mit 150 Stück bin ich gut investiert und erhalte alle drei Monate schöne 100 US$ Dividende (brutto). Sinkt der Aktienkurs noch einmal – wie im Corona-Crash – in den Bereich der zweistelligen Dividendenrendite, dann kaufe ich nach. Investieren möchte ich dann die bis zu diesem Zeitpunkt von OHI erhaltenen Netto-Dividenden. Nach dem aktuellen Stand wären das derzeit etwa 20 Aktien. So kann ich dann quasi direkt vom Zinseszinseffekt profitieren und weiter in Ruhe auf bessere Zeiten für OHI warten. Denn das Geschäftsmodell überzeugt mich weiterhin und die Alterung der Gesellschaft schreitet voran. Langfristig sehe ich das als gutes Investment.

Auf einen Blick:

Unternehmen:Omega Healthcare Investors, Inc.
ISIN:US6819361006
Im Divantis-Depot seit:19.05.2017
Letzter Nachkauf am:17.01.2018
Stückzahl im Divantis-Depot:150
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:25,98 €
Gesamtkaufpreis:3.897,40 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:869,95 €
Aktuelle Strategie:Bei Kursschwäche nachkaufen

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8 Gedanken zu „Trotz erhöhter Abschreibungen bleibt die Dividendenrendite attraktiv“

  1. Ben,

    Alles wird gut !

    OHI dürfte zu den Biden Gewinnern gehören.
    Fortsetzung der Reformen der Obama Health Care. Durchhalten bei vernünftigen Werten lohnt sich fast immer ! ( Siehe die Wiedergeburt meiner Shell ) ich hab da momentan auch einen total zusammengeknueppelten health Care Reit auf meinem Radar.

    1. Shell habe ich vor 3 Monaten verkauft, konnte es nicht mehr mit ansehen…;-(
      Mit Welltower und Medical Properties sehe ich mich im Bereich REITs / Altenpflege / Medizin ganz ordentlich aufgestellt. Die Zahlen stimmen jedenfalls (derzeit).

      1. Bei crashs ist die eigene psyche der beste anti-indikator. Wenn man s nicht mehr aushaelt, und am liebsten alles hinschmeissen wuerde, dann ist man meist recht nahe am tiefpunkt. Dann muss man ueber den eigenen schatten springen und genau das gegenteil von dem tun, was man eigentlich am liebsten tun wuerde, naemlich KAUFEN. Die big player wissen genau, wie du dich bei einem solchen desaster fuehlst .. .

        Erinnerst du dich, als der Ben hier geschrieben hat : ” meine Laune war auch schonmal besser !” . Da waren wir im maerz ziemlich nahe am tiefpunkt

        1. Hallo Manfred,

          da hast Du ein gutes Beispiel gefunden! Das Zitat ist übrigens aus meinem Beitrag vom 23.03.2020, in dem ich sogar in der Überschrift von “Schmerzen” sprach. Wer damals in den Markt eingestiegen wäre, hätte im Nachhinein alles richtig gemacht. ;) Ich habe übrigens auch da nicht ans Verkaufen gedacht. Aber trotzdem war es wohl ein gutes Signal, dass meine Laune schlecht war und ich Schmerzen verspürte.

          Beim nächsten Crash werde ich genau an dem Punkt zum Wiedereinstieg rufen!

          Viele Grüße Ben

        2. ja Manfred, wohlwollend zur Kenntnis genommen.
          Nur ist der Markt einfach unglaublich komplex, um Dinge sicher vorauszusehen.

          Wer hätte gedacht, dass Wirecard so abraucht? Ich kenne diverse Bekannte, die sehr weit unten noch nachgekauft haben.
          Oder: Wissen wir, wie sich Bayer in 2021 entwickeln wird? Das Kursszenario sieht im Moment eine klare Richtung, nach Süden! (https://www.welt.de/wirtschaft/plus220493194/Bayer-in-der-Krise-der-naechste-Sturz-einer-deutschen-Legende.html?source=k275_toptrending.default.undefined.news.1.220493194)
          Oder: Ja, sicher, Airbus hat einen Satz nach oben gemacht. Nur, ist das nachhaltig? Wie schnell werden sie sich erholen und wann gibt es wieder Dividende? Sehr unsicher…
          Oder Öl: Werden Firmen wie Exxon, Shell oder BP den Turnaround schaffen?

          Überhaupt, derzeit sehe ich nur bestimmte Branchen als sicher zukunftsfähig: digitale Medien, IT, Gesundheit/Medizin/Biotech, REITs in Nischen (wie OHI), erneuerbare Energien (wobei Nextera und diverse Solarfirmen schon jetzt sehr heiß gelaufen sind..;-(.
          Aus diesem Grund habe ich seit Mitte 2020 viele Aktien wieder verkauft (halte derzeit nur Xiaomi, Tencent, Alibaba, Danaher und 3 REITs) und halte den Rest in zwei Vanguard ETFs (A12CX1 und A12CXZ) und demnächst zwei zukunftsorientierte iShares ETFs (Digitalisation und Healthcare Innovation).
          Damit bin ich erstmal gut unterwegs, hoffe ich.

          *…und er bekreuzigte sich…*

          1. Hallo Matthias,

            eine Anmerkung zu Deinem Kommentar: Jeder, der in Wireceard-Aktien investierte, hätte mit minimalstem Aufwand erkennen müssen, dass dort ein Totalverlust-Risiko besteht. Und wer sich vor einem Aktienkauf nicht wenigstens ein bißchen informiert, der sollte definitiv nicht in Einzeltitel investieren.

            Vor der Versagung des Bestätigungsvermerkes durch Ernst & Young lautete für mich die Devise: “Wo Rauch ist, ist auch Feuer”. Und danach – um in dem Bild zu bleiben – brannte es so lichterloh, dass man aus dem brennenden Haus nur noch flüchten konnte.

            Viele Grüße Ben

  2. Hallo Ben,

    Omega ist wirklich keine SWAN (Sleep well at night) Aktie, aber ich glaube auch, dass das Chance/Risiko Verhälstnis stimmt und OHI einer der interessantesten HighYielder ist. Das Geschäftsmodell ist grundsätzlich solide und die Tatsache dass skilled nursing facilities von den US Gesundheitsprogrammen Medicaire und Medicaid abhängig sind, erweist sich in der Pandemie und speziell nach dem Biden-Sieg als Pluspunkt. Andere Unternehmen aus dem privaten Senior Housing Sektor wie Welltower und Ventas mussten bereits ihre Dividenden kürzen, OHI nicht. Ich glaube auch, dass ein zweiter CARES Act unter Biden den Druck von den Betreibern etwas nehmen könnte, wenn es nicht allzu lange dauert, bis er verabschiedet ist.

    Meine “Geschichte” mit Omega reicht auch schon Jahre zurück und gleicht einer Achterbahnfahrt, was eher unüblich für mich ist:-) . Vor ca. 5 Jahren war es eine meiner ersten Dividenden Aktien (Kaufkurs ca. 31,50€) dann sind siek urz darauf bis auf 26€ gefallen und ich habe mal wieder mein Timing verflucht. Bei einem Zwischenhoch ein paar Jahre später habe ich dann verkauft und bin erst vor Monaten wieder gekauft (Kaufkurs 25 €). Ich sehe das genauso wie Du und plane bei guter Gelegenheit nachzukaufen. OHI bleibt allerdings eine kleinere Position im Portfolio mit max. 150-200 shares, aktuell sind es 80 Stück.

    Viele Grüße,
    Susanne

  3. Ich habe auch OHI für 4 Jahre besessen und bin dann im Sommer mit +/- Null rausgegangen. Die Dividendenrendite war nett, keine Frage. Gleichwohl habe ich gemerkt, dass ich mich mit dem Wert nicht wohlgefühlt habe. Seitdem OHI die quartalsweise Dividendenerhöhung vor einiger Zeit eingestellt hat, sehe ich das Damoklesschwert der Kürzung über dem Wert. Ich rechne auch noch weiterhin damit, dass es zum Cut kommen kann (kann! wohlbemerkt). Ich habe umgeschichtet in J&J.

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