Setzt sich im März die Sektorrotation fort?

Kalnederblatt März 2021
4.9
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Im Februar war mal wieder so Einiges los an den Börsen. Der Bitcoin setzte seine Rallye fort bis dann Bill Gates ein paar deutliche Worte dazu fand. Und auf einmal kamen die Zinsen zurück. Jedenfalls bei den länger laufenden US-Staatsanleihen. Das sorgte prompt für einen Ausverkauf bei vielen Techwerten. Denn bei höheren Zinsen werden auch die erwarteten Erträge in der Zukunft in den Bewertungsmodellen mit höheren Sätzen abgezinst. Und schon sehen die aktuellen Aktienkurse teuer aus.

Und so stellt sich mehr denn je die Frage, ob die Party der Techwerte nun vorbei ist und wir mitten in einem dauerhaften Schwenk hin zu klassischen Titeln sind.

Wie ich mich im März positioniere erfährst Du – neben der Entwicklung meiner Geldanlagen im Februar – in diesem Beitrag.

Die steigenden Zinsen haben mich jetzt nicht überrascht. In meiner Anlagestrategie für das Jahr 2021 hatte ich sie auch prophezeit. Wie so oft ist allerdings die Geschwindigkeit der Anpassungen beeindruckend. Denn so stark sind die Zinsen noch gar nicht gestiegen. Aber die Konsequenzen daraus werden direkt gezogen. Nun ja…

Aktienkäufe

Im Februar habe ich für mein Dividendendepot den ersten Aktienkauf des Jahres getätigt. Ich investierte 534,00 € in folgender Transaktion:

10 Aktien BCE für 534,00 €

Aktienverkäufe

Im Februar habe ich keine Aktien verkauft.

Dividendenerträge

Im Februar sprudelten die Dividendeneinnahmen wieder. Ich erhielt insgesamt 845,07 € als Netto-Dividenden. Gegenüber dem Vorjahres-Februar ist das allerdings ein Minus von 38,3%. Hauptgrund dafür ist der Dividendenausfall bei Sydney Airport, die Halbierung der Dividende der Transurban Group und die Verschiebung der Dividendenzahlung der Deutsche Beteiligungs AG vom Februar in den März.

Ich erhielt die folgenden Dividenden:

AT&T: 95,75 €

Verizon: 57,47 €

General Mills: 46,94 €

Texas Instruments: 3,15 €

Siemens: 309,23 €

Clorox: 33,93 €

Procter & Gamble: 48,34 €

Omega Healthcare Investors: 93,42 €

Transurban Group: 41,13 €

Siemens Healthineers: 88,35 €

MSCI Inc.: 14,30 €

Welltower: 13,06 €

P2P-Kredite

Im Februar erzielte ich Erträge aus P2P-Krediten in Höhe von 17,18 €. Meine Erfahrungen der ersten zwei Jahre P2P-Kredite habe ich hier dargestellt. Meine größte Plattform ist weiterhin Estateguru. Dahinter folgen Mintos und viainvest. Mein Bestand in P2P-Krediten beträgt derzeit 2.511 €. Verteilt auf die einzelnen Plattformen bin ich aktuell so investiert:

PlattformZins durchschnittlichInvestitionaktueller Standinvestierte P2P-Krediteeröffnet
Mintos10,09%190 €604 €2508/2018
Estateguru11,50%700 €944 €1709/2018
viainvest11,72%330 €501 €5011/2018
PeerBerry11,08%0 €156 €1511/2018

Eine Übersicht zu den einzelnen Plattformen und meine Intentionen zum P2P-Investment findest Du hier.

Ich habe im Februar 100 € aus P2P-Krediten in Crowdinvesting umgeschichtet.

Crowdinvesting

Über meine bisherigen Erfahrungen mit Crowdinvesting hatte ich kürzlich ausführlich berichtet. Auch im Februar habe ich mein Portfolio erweitert:

Insgesamt habe ich im Februar 400 € neu investiert. Sie gingen, mangels neuer Projekte bei Engel & Völkers Digital Invest * bzw. attraktiver Projekte bei Bergfürst * vollständig zu ecoligo.investments. Dort habe ich nun 2.500 € investiert.

ecoligo.investments Übersicht Stand Februar 2021
In 2 Tranchen investierte ich in ein neues Projekt.
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Einkünfte aus Renten-ETFs

In diesem Beitrag hatte ich mein Rentenfonds-Portfolio dargestellt, ein Update hatte ich  hier veröffentlicht. Die Erträge aus diesem Portfolio beliefen sich im Februar auf 20,43 € netto.

Aufgrund der steigenden Zinsen im 10-Jahres-Bereich in den USA habe ich mich entschieden, mein Renten-ETF-Portfolio massiv zu verkleinern. Ich habe deshalb im Februar alle ETFs bis auf 2 verkauft. Im Bestand befinden sich jetzt noch die halbjährlich ausschüttenden iShares-ETFs China CNY Bond und J.P.Morgan ESG $ EM Bond. Damit fühle ich mich jetzt deutlich wohler.

Depotperformance

Seit mein Dividendendepot im November 2020 die 400k-Marke überschritten hat, blieb es kontinuierlich oberhalb dieser für mich psychologisch wichtigen Marke. Der Depotwert per Ende Februar liegt nun bei 409.285 €. Im Monatsverlauf steht ein Plus von 1,8%. Das Kursdepot war diesmal deutlich besser und lag bei +10%.

Top-Werte waren Atlantia (+18,5%), Lam Research (+17,4%) und ENAV (+14,2%).

Schwächste Werte waren Clorox (-12,9%), Red Eléctrica (-11,5%) und Unilever (-10,1%).

Die Volatilität meines Dividendendepots lag im Februar bei 2,7%.

Anti-Depot

Mit dem Anti-Depot teste ich mit Echtgeld eine abweichende Anlagestrategie. Nach einem Raketenstart mit einem zweistelligen Plus in der ersten Woche hat sich das Anti-Depot auch im Februar extrem gut entwickelt. Zwischenzeitlich war es seit Jahresbeginn über 52% im Plus. Zum Monatsende verbleibt eine Monatsperformance von 28,0 % und eine Performance seit Jahresanfang von +33,0%. Hier der Screenshot meines neuen Depots bei justTRADE:

Depotübersicht Anti-Depot Ende Februar 2021

Die Überflieger sind weiterhin der Bitcoin (+44,5%), Fiverr (+21,9%) und Kupfer (+16,1%). Die Volatilität des Anti-Depots lag jedoch mit 18,6% deutlich über meinem Dividendendepot.

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Optionsdepot

Mit dem Optionsdepot verfolge ich eine risikoarme Optionsstrategie, die ich in meiner Serie zum Optionshandel ausführlich beschrieben habe. Im Januar habe ich das Depot mit einer Einlage von 5.000 € ausgestattet und dann dreimal gedeckte Optionen verkauft. Daraus erzielte ich bisher Einnahmen durch Optionsprämien von 132 €. Auf die im Januar eingebuchten Unilever-Aktien ist der Short-Call am 19.02. verfallen. Aufgrund der unerwartet schlechten Quartalszahlen von Unilever hat die Aktie erst mal den Rückwärtsgang eingeschlagen. Beim Verkauf der nächsten Call-Option gibt es deshalb nur noch eine kleine Prämie, dafür erhalte ich wenigstens Dividende für die 100 Unilever-Aktien im Optionsdepot.

Alle Transaktionen im Optionsdepot dokumentiere ich mit Screenshots auf einer eigenen Seite.

Immobilie

Über meine Wohnung in Leipzig habe ich zuletzt mit einem Update berichtet. Nach Abzug der Gebühr für die Sondereigentumsverwaltung erhielt ich auch im Februar eine Mieteinnahme von 863,91 € (inkl. Nebenkosten). Das Hausgeld beträgt 246,00 €. Meine Nettomieteinnahme liegt also bei 617,91 €. Für den Immobilienkredit zahlte ich Zinsen in Höhe von 280,54 €. Ich erzielte somit einen Überschuss von 337,37 €.

Aufgrund der hohen vereinbarten Tilgung des Kredits habe ich jedoch einen negativen monatlichen Cash-Flow. Die monatliche Annuität liegt bei 1.216,80 € (Zins & Tilgung).

Dafür sinkt die Verschuldung der Wohnung stetig, sie liegt zum Ende Februar bei 272.110,57 €.

Dividendenveränderungen

Im Februar wurden bei meinen Depottiteln die folgenden Dividendenkürzungen und -erhöhungen verkündet:

Veolia: Erhöhung der Jahresdividende von 0,50 € auf 0,70 € (+40%)

SAP: Erhöhung der Jahresdividende von 1,58 € auf 1,85 € (+17,1%)

Novo-Nordisk: Erhöhung der Schlussdividende von 5,35 DKK auf 5,85 DKK (+9,3%)

Metsä Board: Erhöhung der Jahresdividende von 0,24 € auf 0,26 € (+8,3%)

PepsiCo: Erhöhung der Quartalsdividende ab Juni von 1,0225 US$ auf 1,075 US$ (+5,1%)

BCE: Erhöhung der Quartalsdividende von 0,8375 CAD auf 0,875 CAD (+4,5%)

Unilever: Erhöhung der Quartalsdividende von 0,4104 € auf 0,4268 € (+4,0%)

L’Oréal: Erhöhung der Jahresdividende von 3,85 € auf 4,00 € (+3,9%)

Cisco: Erhöhung der Quartalsdividende von 0,36 US$ auf 0,37 US$ (+2,8%)

Coca-Cola: Erhöhung der Quartalsdividende von 0,41 US$ auf 0,42 US$ (+2,4%)

3M: Erhöhung der Quartalsdividende von 1,47 US$ auf 1,48 US$ (+0,7%)

Red Eléctrica: Senkung der Schlussdividende von 0,7792 € auf 0,7273 € (-6,7%)

Danone: Senkung der Jahresdividende von 2,10 € auf 1,94 € (-7,6%)

Jahresziele 2021

Für das Jahr 2021 habe ich mir verschiedene Ziele gesetzt, über deren Erreichung ich jeweils monatlich berichte:

StatusTendenz
Netto-Dividendenerträge von 10.000 €1.157 €neutral
Depot wächst auf mindestens 62 Titel59neutral
Optionsstrategie mit 14% p.a. Performance-10,25%negativ
Transaktionsgebühren unter 100 € p.a.0 €positiv

Das Dividendenziel bleibt weiterhin ambitioniert. Viele wichtige Zahler im Depot (Munich Re, Allianz, Talanx, BASF, Swiss Re, Hamborner REIT) haben im Februar angekündigt, ihre Dividenden nicht zu erhöhen.

Aufgrund des Kursrückgangs der Unilever-Aktie hat sich die Performance der Optionsstrategie ins Negative gedreht. Ich bleibe trotzdem optimistisch, dass ich das Jahresziel noch erreiche. Sollte sich bis Ende März aber keine Verbesserung beim Unilever-Kurs einstellen, dann werde ich voraussichtlich noch mal frisches Geld auf das Depotkonto beim BANX Broker einzahlen. Und dann mit dieser Bardeckung neue Put-Optionen verkaufen.

Ausblick auf März 2021

Im März wartet erst mal wieder eine Welle von Dividendenzahlungen auf mich. Nachdem ich im Jahresvergleich bisher unter den Dividendenerträgen von 2020 liege, sollte sich das Blatt nun wenden. Zahlreiche Dividendenerhöhungen kommen jetzt zum Zuge.

Mit den Zahlungen habe ich dann auch frische Mittel für weitere Käufe in das Dividendendepot zur Verfügung. Vorgenommen habe ich mir 2 Nachkäufe, nämlich von Cisco Systems und von Novo Nordisk. Und ein klein wenig habe ich die Hoffnung, dass zum Jahrestag des Corona-Crashs zur Monatsmitte wieder ein paar Prozentpunkte Rückgang zu verzeichnen sind. Dann könnte ich die Aktien etwas billiger einsammeln. Schließlich gibt es keine drängenden Themen, warum ich die beiden Aktien kaufen muss. Bei Novo Nordisk würde ich den Kauf gerne noch vor der Hauptversammlung am 25. März durchführen, um die Dividende zu vereinnahmen. Da die Dividendenrendite nicht besonders hoch ist, erwarte ich auch keinen wirklichen Dividendenabschlag. Cisco Systems wird ab 4. April exDividende gehandelt und ich hätte gerne bei der nächsten Quartalsdividende schon ein paar zusätzliche Aktien im Depot. Aber notfalls kann ich auch noch warten.

Gerüchteweise könnte die Neuemission von Vantage Towers auch im März über die Bühne gehen. Die Vodafone-Mobilfunkmasten würden prinzipiell gut in mein Dividendendepot passen. Ich hoffe, dass die Bewertung nicht übertrieben sein wird und plane dann auch eine Zeichnung. Allerdings werde ich mir noch anschauen, wie groß der Mehrheitsanteil von Vodafone sein wird und ob eine Perspektive eröffnet wird, ihn in einen Minderheitsanteil zu verkleinern. Denn ich mag es nicht, wenn ein börsennotiertes Unternehmen in solch festen Händen ist, dass ein Mehrheitseigentümer alles bestimmt.

Spannend finde ich die Entwicklung bei Kryptowährungen. Ich bin ja selbst mit einer kleinen Portion im Bitcoin investiert. Der Hype der letzten Wochen ist faszinierend. Täglich gibt es neue Meldungen über institutionelle Investoren, die nun auch in Kryptos investieren. Trotz der kleinen Bitcoin-Beteiligung bin ich eigentlich immer noch ein Verfechter von physischen Rohstoffen wie Gold und Silber. Und so denke ich derzeit auch wieder an den antizyklischen Kauf von Gold. Gerade weil es im Moment so totgeschrieben wird.

Apropos Antizyklik: Mich beeindruckt die Sektorrotation zu Lasten der Techwerte nicht. Viele Bewertungen sind sowieso übertrieben und da würde ich nicht einsteigen. Bei profitablen Titeln kann sich aber bald auch eine Situation ergeben, wo diese schon wieder als günstig gelten. Denn klar ist, dass die Börse gerne übertreibt – in beide Richtungen.

Ich wünsche Dir einen erfolgreichen März!

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4 Gedanken zu „Setzt sich im März die Sektorrotation fort?“

  1. Hallo Ben,

    Halte uns mal auf dem Laufenden was Deine Einschätzung zu Vantage Towers angeht.

    Auf der Homepage gibt es ja schon ein 10-seitiges Dokument zum IPO.

    Gruß,
    Stefan

    1. Hallo Stefan,

      Danke für den Hinweis. Da hatte ich wohl etwas zu früh auf der Webseite geschaut und noch nichts Konkretes gefunden. Es sind also mehr als Gerüchte inzwischen. Wobei das Papier naturgemäß die beiden wichtigsten Punkte noch nicht enthält: die Anzahl der zur Zeichnung angebotenen Aktien und die Preisspanne. Wenn es da Konkreteres gibt, bilde ich mir eine Meinung und versuche sie in Worte zu fassen. :-)

      Viele Grüße Ben

  2. Hallo Ben,
    hast du dich mal mit der Hermle AG beschäftigt?
    Wäre die Aktie ein Kauf oder wenn nicht warum nicht? Die Ausschüttung war bisher immer sehr hoch.

    VG
    Joe

    1. Hallo Joe,

      die passt nicht in mein Anlageschema, da ich keine Vorzugsaktien mag. Außerdem habe ich von Fräsmaschinen keine Ahnung und der Maschinenbau ist generell konjunkturabhängig. Mehr habe ich mich mit der Hermle AG nicht beschäftigt, da mir das schon reicht. Aber das kannst Du natürlich anders sehen. ;)

      Viele Grüße Ben

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