Seit der Quellensteuerlösung liebe ich diese Aktien

Paris Eiffelturm

Es sind französische Wochen: Emmanuel Macron empfängt erst Boris Johnson zum Staatsbesuch und erklärt ihm unmissverständlich, dass es keine neuen Brexit-Verhandlungen mit der EU geben wird. Dann lädt er zum G7-Gipfel und holt den Iran mit an den Verhandlungstisch für ein neues Atomabkommen.

Und ich habe zuerst die Aktie des französischen Umweltkonzerns Veolia gekauft (hier der Beitrag dazu) und nun den nächsten Aktienkauf getätigt. Alle Details erfährst Du in diesem Beitrag. Außerdem gab es noch eine Dividendenzahlung von Welltower.

Seit ich die Lösung für die französische Quellensteuer gefunden habe und nun einen Steuerabzug habe, der niedriger als bei deutschen Aktien ist, liebe ich französische Aktien.

Kaum verwunderlich, dass ich auch bei diesem Aktienkauf bei unserem Nachbarn fündig wurde.

Die Quellensteuerlösung

Noch einmal kurz zur Quellensteuerlösung: Bei französischen Aktien berechnen nahezu alle deutschen Banken 30% Quellensteuer, von denen sie nur 12,8% auf die deutsche Kapitalertragsteuer anrechnen. Die übrigen 17,2% sind eine zusätzliche Steuerlast, die Dividendenzahlungen aus Frankreich unattraktiv macht. Wie fies das Ergebnis ist, kannst Du in dieser Dividendenabrechnung der Comdirect Bank aus dem Jahr 2018 sehen.

Mit dem DKB-Broker habe ich eine Lösung gefunden, bei der ich für eine Gebühr von 11,90 € eine 3 Jahre gültige Vorabbefreiung hinterlegen lassen kann. Dadurch werden nur 12,8% Quellensteuer berechnet, die voll auf die deutsche Kapitalertragsteuer angerechnet werden. Im Ergebnis kommt jetzt eine Steuerquote von 25,66% für französische Dividenden gegenüber 26,38% für deutsche Aktien heraus.

Hier kannst Du Dir das detailliert anschauen.

Der Aktienkauf

Die Dividendenabrechnung mit der Quellensteuerlösung stammte von meinen französischen VINCI-Aktien. VINCI ist ein weltweit aktives Bauunternehmen, das seinen Schwerpunkt inzwischen in den Infrastrukturbereich verlagert hat. Hier habe ich VINCI ausführlich vorgestellt.

Und genau diese Aktiengesellschaft habe ich nun aufgestockt: In Ergänzung meiner bereits gehaltenen 100 Aktien von VINCI kaufte ich weitere 30 Aktien zum Kurs von 97,80 € über Tradegate in mein Depot beim DKB-Broker. Beim Kauf fiel die französische Finanztransaktionssteuer an, aber das ist verkraftbar. Mit allen Gebühren zahlte ich für den Kauf insgesamt 2.952,80 €.

Originalabrechnung Kauf VINCI Aktien im August 2019

Perspektiven von VINCI

VINCI ist für mich das klassische Dauerinvestment zum Schlaftabletten nehmen und nicht mehr anschauen. Weltweit diversifiziert mit stetigen Cash-Flows kommt das Unternehmen durch jede konjunkturelle Krise. Auch die letzte Krise 2008/2009 wurde ohne Dividendenkürzung gemeistert.

Mit nun 130 Aktien von VINCI bin ich bis auf Weiteres in meinem Zielinvestment angekommen. Die Position macht nun 3,5% meines Depots aus und bei beiden Dividendenauszahlungen (April und November) erhalte ich jeweils eine dreistellige Brutto-Dividende. Die Dividende für November wurde nämlich gerade von 0,75 € auf 0,79 € angehoben!

Der Aktienkurs war im 4. Quartal 2018 schon mal deutlich zurückgegangen. Da war die Aktie zu rund 70 € zu haben. Sollte es eine solche Chance noch einmal geben, dann würde ich vermutlich doch noch mal nachlegen. Aber natürlich nur, wenn ich dann auch genügend Liquidität hätte und andere Aktien nicht noch attraktiver wären. Läuft alles in geordneten Bahnen sehe ich die Aktie aber demnächst eher die 100 €-Marke durchbrechen.

Auf einen Blick:

Unternehmen:VINCI
ISIN:FR0000125486
Im Divantis-Depot seit:25.08.2016
Letzter Nachkauf am:22.08.2019
Stückzahl im Divantis-Depot:130
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:79,00 €
Gesamtkaufpreis:10.270,48 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:362,44 €
Aktuelle Strategie:Halten und Dividende kassieren

Welltower

Neben dem Kauf von VINCI gab es auch noch eine kleine Dividendenzahlung in den letzten Tagen. Der Gesundheitsimmobilien-REIT Welltower erfreute seine Investoren mit der Quartalsausschüttung.

Dividendenzahlung

Wie in den Vorquartalen wurden erneut 0,87 US$ pro Aktie bezahlt. Nach deutschem Steuerrecht wird Welltower als Fonds bewertet, deshalb lautet die Abrechnung als „Ertragsabrechnung“. Weitere Konsequenzen hat das aber nicht. Für die 35 Aktien in meinem Depot ergibt sich eine Brutto-Dividende von 30,45 US$. Sie wurde von der Consorsbank zum Kurs von 1,1084 in Euro umgerechnet. Nach Abzug aller Steuern verbleibt eine Netto-Dividende von 20,45 €. Sie wurde mit Wertstellung 22.08.2019 gebucht.

Originalabrechnung Dividende Welltower im August 2019

Perspektiven von Welltower

Zu meiner eigenen Überraschung hat sich der Aktienkurs von Welltower hervorragend entwickelt. Die Schwierigkeiten, die es unbestritten gibt und die zu einem Stopp der Dividendenerhöhungen führten, werden von den Investoren ignoriert. Analog zu Omega Healthcare Investors werden weiterhin ordentliche Dividenden gezahlt und das scheint den Investoren zu reichen. Auch wenn Welltower schon immer das solidere Investment war – geheuer ist mir das nicht. Gleichwohl bleibe ich investiert, kaufe aber auf diesem hohen Niveau nicht nach. Und das obwohl ich eigentlich noch mehr Aktien als nur die 35 Stück von Welltower haben möchte. Aber ich kann warten!

Auf einen Blick:

Unternehmen:Welltower Inc.
ISIN:US95040Q1040
Im Divantis-Depot seit:02.10.2017
Letzter Nachkauf am:--
Stückzahl im Divantis-Depot:35
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:59,89 €
Gesamtkaufpreis:2.096,17 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:156,78 €
Aktuelle Strategie:Halten und Dividende kassieren

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10 Gedanken zu „Seit der Quellensteuerlösung liebe ich diese Aktien“

    1. Hängt vielleicht mit der Wiedervereinigungsfantasien von philip Morris und Altria zusammen. Da fals die beiden sich wieder zu einem Konzern vereinigen wohl eine klare Vorherrschaft in alten wie neuen Produkten des Rauch Konsums herrscht. Dies führt zu Unsicherheit bei den anderen.

      Ps: auf diesem Blog gibt es keine verruchten Aktien die mit der Gesundheit der Menschen Wirtschaften.

  1. ich bin 68 Jahre alt und habe eine Erfahrung gemacht, die bislang sehr hilfreich war: unnötige Probleme vermeiden
    konkret: warum sich mit den komplexen Regeln in Frankreich auseinandersetzen, wenn es in den USA viele gute Werte gibt, die keine Probleme bereiten?
    Schlussfolgerungen mag jeder selbst ziehen

    1. Hallo ulang,

      vielen Dank für Deinen Kommentar. Dein Hinweis auf die Aktien in den USA ist richtig. Sie gehören in jedem Fall in ein diversifiziertes Portfolio. Ob man allerdings mit 100% US-Werten glücklich wird, hängt von der individuellen Situation ab. Mir sind beispielsweise Dividendeneinkünfte wichtig. Und da hätte ich Bauchschmerzen, wenn ich vollständig vom US-Dollar abhängig wäre. Ich lebe in der Eurozone und für mich zählt am Ende des Tages die Dividende in Euro. Und bei europäischen Euro-Werten habe ich kein Wechselkursrisiko. Aktuell sind knapp die Hälfte meiner Dividendeneinkünfte in Euro. Und deshalb bin ich froh, dass ich inzwischen auch französische Aktien in meinem Depot halten kann, ohne steuerlich benachteiligt zu werden.

      Viele Grüße Ben

  2. Hallo Ben,

    die Lösung der Quellensteuerproblematik für französische Aktien finde ich toll. Neben Vinci habe ich nun noch L’Oreal und LVMH in meinem Depot.
    Ich überlege noch ob ich den französischen Versicherungskonzern AXA mit ins Depot lege.
    Kannst du mir deine Einschätzung zu AXA mitteilen? Bisher hast du nur deutsche Versicherungskonzerne im Depot.

    Viele Grüße Dominik

    1. Hallo Dominik,

      die AXA hätte ich damals (als ich mir überlegte, welche Versicherungsaktien ich kaufen will) gerne ins Depot genommen. Wegen der damals nicht gelösten Quellensteuerproblematik habe ich dann – vor allem – Talanx vorgezogen. Seitdem habe ich mich nicht mehr mit der AXA beschäftigt. Eine weitere Versicherungsaktie will ich auch eigentlich nicht ins Depot nehmen.

      L’Oreal habe ich auch noch als französische Aktie auf meiner Watchlist. Außerdem EssilorLuxottica. Sind mir beide aktuell zu teuer, aber bei einem Crash o.ä. werden sie spannend.

      Viele Grüße Ben

  3. Hallo Ben,

    eine Frage zu der Thematik mit der Teilbefreiung für franz. Quest. Hast Du hier ein Formular von der DKB? Ich würde das nämlich gerne anregen und an die comdirect senden mit der Bitte auch in diesem Bereich tätig zu werden.

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