Was Dich hier erwartet:
Beim letzten Monatsbericht war ich stark vom russischen Angriffskrieg auf die Ukraine beeindruckt. Und auch jetzt – einen Monat später – geht mein persönlicher Blick morgens nach dem Aufwachen auf die jüngste Zusammenfassung des Kriegstages auf meinem Handy.
Für mich ist das alles andere als Normalität und ich will auch nicht zur Tagesordnung übergehen. Zu schlimm sind die Bilder und täglichen Opfer aus einem Land, in dem die Menschen bis vor kurzem noch so gelebt haben wie wir.
Wenn ich mir hingegen die Börse anschaue, dann scheint das alles schon akzeptiert zu sein. Nicht bei einzelnen Anlegern und Investoren, aber in der Marktbreite. Die Kurse antizipieren schon einen baldigen Waffenstillstand.
Völlig ausgeblendet werden die weltwirtschaftlichen Risiken einer immer weiter ansteigenden Inflation, von Lieferkettenproblemen und Rohstoffknappheit.
Wie ich mich aktuell positioniere und warum ich gerade einige Umschichtungen in meinem Portfolio vornehme, erfährst Du in diesem Beitrag. Dazu – wie gewohnt – die Entwicklung meiner Geldanlagen im letzten Monat.
Am 9. März legte der DAX erstmals in seiner Geschichte mehr als 1.000 Punkte zu. Prozentual war dieser Tag mit einem Plus von 7,9% immerhin der fünftbeste Tag seit Ende 1987. Und seitdem ging es mit Schwankungen wieder aufwärts. Viel zu schnell aus meiner Sicht.
Die Kursgewinne geben mir nun Gelegenheit, meine gesamten Geldanlagen besser auszurichten. Denn ich sehe aktuell viel mehr schwarze Wolken als Sonnenschein für die nächsten Monate und auch Jahre.
Die Abhängigkeit Europas von Russland ist groß und die Lösung kostet eine Menge Geld. Geld, das einerseits für andere Zukunftsprojekte fehlt und andererseits die Inflation weiter antreiben wird.
Ich werde bei der Aktienauswahl deshalb noch mehr auf die Wirkungen von Inflation achten. Und mein Geld defensiver investieren. Ein Schritt dazu ist der sukzessive Ausbau des Zitronen-Depots, den ich im März forciert habe. Außerdem habe ich noch einmal mein Investment in Gold vergrößert.
Strategisch möchte ich das Optionsdepot zukünftig verstärkt für Absicherungsgeschäfte nutzen, um mich für die nächsten Krisen besser aufzustellen.
Stand Wertpapierdepots
Details zu den einzelnen Depots gibt es – wie immer – ausführlich in diesem Bericht. Für den schnellen Überblick hilft die folgende Tabelle:
| Depotwert 31.03.22 | Monatsperformance | |
| Dividendendepot | 432.369 € | +3,4% |
| Optionsdepot | 54.831 € | +9,5% |
| Anti-Depot | 8.336 € | +7,0% |
| Zitronen-Depot | 22.015 € | +2,0% |
| Summe: | 517.551 € | +4,2% |
| Veränderung 2022: | -22.829 € | |
| zzgl. Entnahmen: | +3.750 € | |
| Nettoveränderung 2022: | -19.078 € |
Gegenüber dem Vormonat hat sich mein Minus in diesem Jahr damit halbiert. Der März hat also ein Plus von gut 20.000 € gebracht.
Aktienkäufe
Im März habe ich meine Aktienkäufe auf das Optionsdepot und das Zitronendepot konzentriert. Insgesamt habe ich 16.530,67 € investiert.
Im Optionsdepot habe ich
300 Aktien B2Gold für 1.263,89 €
gekauft. Im Zitronendepot habe ich
100 Aktien SinnerSchrader für 1.686,24 €
100 Aktien KUKA für 7.946,98 €
1.000 Aktien cash.life für 2.068,70 €
500 Aktien GxP German Properties für 3.564,86 €
gekauft.
Für zukünftige Käufe habe ich meine Watchlist veröffentlicht.
Aktienverkäufe
Im März habe ich Verkäufe im Dividendendepot und im Optionsdepot getätigt und damit 22.305,51 € erlöst:
30 Aktien Coca-Cola für 1.649,59 €
35 Aktien Welltower für 2.710,01 €
220 Aktien Talanx für 8.130,07 €
500 Aktien Red Eléctrica für 8.910,17 €
200 Aktien Sono Group für 905,67 € (Optionsdepot).
Bei Coca-Cola und Talanx waren es Teilverkäufe, von den anderen Positionen trennte ich mich komplett. Es waren keine konkreten individuellen Anlässe für die Verkäufe, sondern ich brauchte einfach die Erlöse, um meine Aktienkäufe zu finanzieren. Außerdem musste ich die Stammeinlage in eine GmbH leisten, an der ich mich beteiligt habe. Dazu werde ich in der nächsten Zeit noch ausführlich berichten.
Dividendenerträge
Im März erhielt ich insgesamt 1.019,84 € als Netto-Dividenden. Gegenüber dem Vorjahres-März ist das eine Veränderung von +9,1%.
Ich erhielt im März die folgenden Dividenden:
Civitas Social Housing: 92,20 €
Kellogg: 19,57 €
BB Biotech: 93,58 €
PepsiCo: 86,90 €
Novo-Nordisk: 69,52 €
Givaudan: 69,47 €
Mein Dividendenziel für 2022 habe ich in diesem Beitrag erläutert.
P2P-Kredite
Im März erzielte ich Erträge aus P2P-Krediten in Höhe von 4,95 €. Meine größte Plattform ist weiterhin Estateguru. Dahinter folgen Mintos und viainvest.
Insgesamt befinde ich mich weiter auf dem Rückzug. Ich habe zwar sowieso nr noch meine Zinsgewinne bei den Plattformen stehen gelassen, aber selbst das ist mir aktuell etwas unsicher. Die Entwicklungen in Russland und der Ukraine sind für mich nicht abschätzbar, die Verbindungen und Abhängigkeiten der Plattformen dorthin auch nicht.
Ich habe deshalb alle Neuanlagen gestoppt und warte auf die Fälligkeiten. Und werde mich dann entscheiden, ob ich meine Gelder abziehe und in andere Projekte investiere.
Mein Gesamt-Bestand in P2P-Krediten beträgt jetzt 1.096 €. Bezogen auf die einzelnen Plattformen bin ich aktuell so investiert:
| Plattform | aktueller Stand | investierte P2P-Kredite | eröffnet |
|---|---|---|---|
| Mintos | 384 € | 0 (in Rückforderung) | 08/2018 |
| viainvest | 81 € | 7 | 11/2018 |
Eine Übersicht zu den einzelnen Plattformen und meine Intentionen zum P2P-Investment findest Du hier.
Crowdinvesting
Über meine bisherigen Erfahrungen mit Crowdinvesting hatte ich 2020 ausführlich berichtet. Im März erhielt ich 13,88 € Zinsen aus meinem Crowd-Portfolio.
Im März habe ich keine Neuinvestitionen abgeschlossen, mein Portfolio ist weiterhin 5.635,86 € groß: Ich habe nun 500 € bei Bergfürst, 1.000 € bei Engel & Völkers Digital Invest und 4.200 € bei ecoligo investiert, von denen Ende Januar 64,14 € seitens ecoligo getilgt wurden.
Depotperformance
Mein Dividendendepot hat sich im März entsprechend mit der Börsenerholung positiv entwickelt. Per Ende März beträgt der Depotwert nun 432.369 €. Im Monatsverlauf steht für mein Dividendendepot ein Plus von 3,4%.
Top-Werte im Dividendendepot waren BayWa (+17,7%), Welltower (+17,6%) und Omega Healthcare Investors (+14,8%).
Schwächste Werte waren Kyndryl (-15,3%), Deutsche Beteiligungs AG (-12,7%) und BASF (-9,0%).
Die Volatilität meines Dividendendepots lag im März bei 5,75%.
Anti-Depot
Mit dem Anti-Depot teste ich mit Echtgeld eine abweichende Anlagestrategie. Ich habe es zu Beginn des letzten Jahres aufgesetzt und im Jahresverlauf eine Performance von 40,8% erzielt.
In diesem Jahr liegt das Depot bisher mit -2% knapp im Minus. Im März wurde ein Plus von 7,0% erreicht. Angetrieben war die gute Entwicklung von der weiteren Erholung des Bitcoins.
Zu meiner weiteren Strategie mit dem Bitcoin habe ich einen eigenen Beitrag veröffentlicht.
Das Anti-Depot führe ich bei justTRADE. Die Volatilität des Anti-Depots lag im März mit 9,8% erneut deutlich über meinem Dividendendepot.
Optionsdepot
Mit dem Optionsdepot verfolge ich eine risikoarme Optionsstrategie, die ich in meiner Serie zum Optionshandel ausführlich beschrieben habe. Damit habe ich ein kleines Nebenportfolio aufgebaut, das durch Optionsverkäufe (Puts und Calls) laufende Erträge erzielen soll.
Im März erzielte ich durch verkaufte Optionen und Dividenden Einnahmen im Optionsdepot von 412,68 € brutto. Die Performance war im März mit +9,5% überaus positiv. Stabilisierend gegenüber dem Gesamtmarkt wirkten sich erneut die Goldminenaktien und die Bitcoinminer aus.
Dividenden erhielt ich im März von Siemens Energy (7,36 € netto), Viatris (43,66 €) und B2Gold (54,29 €).
Alle Transaktionen im Optionsdepot dokumentiere ich mit Screenshots auf einer eigenen Seite.
Zitronen-Depot
Das Zitronen-Depot und seine besondere Strategie habe ich hier ausführlich vorgestellt. Dort findest Du auch die aktuelle Zusammensetzung. Ich baue mir langfristig ein Portfolio von Nachbesserungsrechten auf und erhoffe mir durch die Spruchverfahren eine risikoarme Zusatzrendite in einigen Jahren.
Im März wurde das Squeeze-Out-Verlangen bei der KUKA AG konkretisiert. Es soll eine Abfindung von 80,77 € bei der Hauptversammlung am 17. Mai 2022 beschlossen werden. Ich habe insgesamt 50 Aktien von KUKA ins Zitronen-Depot gekauft und dafür (nach Gebühren) durchschnittlich 75,63 € gezahlt. Ich warte nun entspannt auf den Squeeze-Out. Das Volumen meiner Nachbesserungsrechte beläuft sich weiterhin auf 12.109,40 €.
Bereits mit kleinen Positionen eingestiegen bin ich bei GxP German Properties und cash.life – bei ihnen stehen die Abfindungsbeträge aber noch nicht fest.
Das Depot erzielte eine Monatsperformance von 2,0%.
Immobilie
Über meine Wohnung in Leipzig habe ich zuletzt mit einem Update berichtet. Im März erhielt ich wieder eine Mietzahlung von 863,91 € (nach Abzug der Gebühr für die Sondereigentumsverwaltung). Das Hausgeld beträgt 246,00 €. Meine Nettomieteinnahme lag damit bei 617,91 €. Für den Immobilienkredit zahlte ich Zinsen in Höhe von 269,38 €. Ich hatte somit in diesem Monat einen Nettoerlös von 348,53 €.
Aufgrund der hohen vereinbarten Tilgung des Kredits habe ich jedoch einen negativen monatlichen Cash-Flow. Die monatliche Annuität liegt bei 1.216,80 € (Zins & Tilgung).
Dafür sinkt die Verschuldung der Wohnung stetig, sie liegt zum Ende März bei 259.861,25 €.
Dividendenveränderungen
Im März wurden bei meinen Depottiteln folgende Dividendenveränderungen verkündet:
Veolia: Jahresdividende von 0,70 € auf 1,00 € erhöht (+42,9%)
Partners Group: Jahresdividende von 27,50 CHF auf 33,00 CHF erhöht (+20,0%)
Terna: Schlussdividende von 0,1786 € auf 0,1929 € erhöht (+8,0%)
Taylor Wimpey: Schlussdividende von 4,14p auf 4,44p erhöht (+7,2%)
Symrise: Jahresdividende von 0,97 € auf 1,02 € erhöht (+5,2%)
BayWa: Jahresdividende von 1,00 € auf 1,05 € erhöht (+5,0%)
Ausblick auf April 2022
Auf der einen Seite bin ich gerade sehr vorsichtig unterwegs. Ich sehe erhebliche Risiken an den Aktienmärkten, die von der weltweiten wirtschaftlichen Entwicklung ausgehen. Sie sind aus meiner Sicht in den Aktienkursen bisher nicht eingepreist.
Gleichzeitig sehe ich bei vielen Unternehmen meines Portfolios auch große Chancen, dass sie sich dem Negativtrend entziehen können. Werte aus der Gesundheitsbranche oder dem Nahrungsmittelbereich halte ich weiterhin für aussichtsreich. Genauso wohl fühle ich mich derzeit aber auch mit Gold und dem Bitcoin. Sie zeigen – zwar unter Schwankungen – nun endlich ihre Krisenfestigkeit.
Im April steht für Aktionäre von AT&T der lange angekündigte Spin-Off der Mediensparte an. Ich habe noch 100 AT&T-Aktien im Optionsdepot und werde – wenn ich sie auch am 5. April noch habe – dann zusätzlich 24 Aktien von Warner Bros. Discovery (WBD) eingebucht bekommen. Und mit dem exDividende-Datum 13. April gibt es dann auch die neue reduzierte Quartalsdividende von 0,2775 US$ pro Aktie (zahlbar am 2. Mai). Die Dividendenrendite der „neuen“ AT&T dürfte damit weiterhin über 5% betragen.
Ich bin nicht völlig begeistert von dem Spin-Off und hatte deshalb ja auch im letzten Jahr meine AT&T-Aktien im Dividendendepot verkauft. Mit den verbliebenen 100 Stück nehme ich jetzt aber am Spin-Off und bin gespannt, ob mir der Spin-Off steuerfrei in das Interactive Brokers-Depot gebucht wird.
Im Einklang mit meiner Anlagestrategie für 2022 will ich mein Dividendendepot weiterhin zugunsten des Zitronen-Depots rebalancieren. Außerdem steht in den nächsten Wochen mein erstes Investment als Business Angel an, für das ich ebenfalls Cash brauche. Ich werde aber versuchen, dass das Dividendendepot weiterhin über 400.000 € an Marktwert hat. Jedenfalls dann, wenn mir die Börse keinen Strich durch die Rechnung macht. Verkaufskandidaten sind aktuell (ganz oder teilweise) KONE, ENAV, Kellogg, Microsoft und Civitas Social Housing.
Gut möglich aber, dass ich im April auch noch einmal bei einer Position in meinem Dividendendepot zugreife. Die Dividendenankündigung mit einer Erhöhung um 20% ist vom Markt nämlich bisher nicht antizipiert worden. Die Aktie gehört stattdessen seit Jahresanfang mit einem Minus von 22% zu den schwächsten Titeln in meinem Depot. Ich sehe hier jedoch weiterhin gute Perspektiven und möchte gerne noch aufstocken.
Im Text habe ich einige Geldanlagen erwähnt, die Dich vielleicht inspirieren, selbst in eine ähnliche Richtung zu investieren. Besonders leicht geht das mit den folgenden Partner-Links, die Dich nichts kosten, aber den Divantis-Blog unterstützen:
justTRADE als mein Online-Broker für Wertpapiere und Kryptowerte aus einem Depot heraus – für 0,-€ Orderprovision und im 1. Halbjahr 2022 ohne Negativzinsen.
ecoligo für nachhaltige Crowdfinanzierungen – bei Registrierung über den Link erhältst Du einen einmaligen Willkommensbonus in Höhe von 1,00 % bezogen auf den Betrag Deines Erstinvestments. Außerdem kannst Du bei der Registrierung noch den Bonuscode NEU25 eingeben und erhältst zusätzlich einen Neukunden-Bonus in Höhe von 25 €.
Bergfürst bietet Crowdinvestments für Immobilien ab 10 € Anlagesumme. Bei Registrierung erhältst Du 10 € Startguthaben und kannst das Investieren einfach mal ausprobieren.
Engel & Völkers Digital Invest wähle ich für Immobilien-Crowdinvestments ab 100 € Anlagesumme. Die Angebote sind in der Regel innerhalb weniger Minuten platziert. Deshalb solltest Du Dich einfach registrieren und für den Newsletter anmelden. Du erhältst dann unverbindlich die neuen Angebote zugesandt und kannst Dich dann entscheiden, ob ein Investment für Dich attraktiv ist.


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