Das habe ich auch nicht so oft: Erst durch das Verfassen dieses Beitrags ist mir richtig bewusst geworden, welche außerordentlich positive Bilanz die Aktie und in den letzten 12 Monaten vorzuweisen hat. Die meisten Aktien in meinem Depot zahlen ja quartalsweise Dividende, so dass ich sie viel näher verfolge.
Bei diesem Pharmawert läuft das Geschäft aber seit Jahren so stabil, dass ich die Aktie kaum beobachte und eigentlich nur einmal im Jahr auf die Geschäftszahlen und die Dividendenerhöhung schaue.
Die Aktie ist für mich der Inbegriff eines passiven Investments. Doch beim diesjährigen Check-Up fällt eine Prognose auf, die erstmals seit meinem Investment einen Gewinnrückgang aufzeigt.
Was es damit auf sich hat, ob die goldenen Zeiten nun vorbei sind und wie der Aktienkurs darauf reagiert, erfährst Du in diesem Beitrag.
Erstmals gekauft habe ich das Schweizer Pharmaunternehmen Novartis (hier) im Jahr 2018. 2019 trennte ich mich dann – im Nachhinein unsinnigerweise – vor dem Alcon-Spin-off von den Aktien und stieg wenig später wieder ein. Nachkäufe in den Jahren 2020, 2021 und 2023 brachten mich auf meine aktuelle Position von 100 Aktien.
2023 machte ich dann den Sandoz-Spin-off mit und erhielt 20 Sandoz-Aktien in mein Depot eingebucht. Der Chartverlauf von Novartis zeigte bis vor einem Jahr ein Auf und Ab in der Spanne zwischen 70 und 100 CHF. In den letzten 12 Monaten gelang dann aber der Ausbruch, der die Aktie bis in die Region von 130 CHF führte. Im Rahmen der Börsenturbulenzen rund um den Iran-Krieg verlor die Aktie mit dem Markt jüngst etwas an Niveau:

Dividendenzahlung
Novartis zahlt in diesem Jahr eine Dividende von 3,70 CHF. Gegenüber dem Vorjahr ist das eine Erhöhung um 5,7% (+0,20 CHF). Auch im Vorjahr war die Dividende um diesen Betrag erhöht worden. Es ist nun die 29. Erhöhung in Folge seit dem Börsengang 1996.
Für die 100 Aktien im Dividendendepot ergibt das eine Brutto-Dividende von 370 CHF. Sie wurde von flatex zum Kurs von 0,9031 in Euro umgerechnet. Nach Abzug der Steuern verbleibt eine Netto-Dividende von 223,08 €. Sie wurde pünktlich mit Wertstellung 12.03.2026 überwiesen.

Wie ich mir die Quellensteuer zurückhole, habe ich hier berichtet. Mit diesem kleinen Zusatzaufwand sind die Steuerabzüge dann auch nicht höher als bei einer deutschen Aktie.
Die aktuelle Dividendenrendite von Novartis liegt bei einem Aktienkurs von 120,84 CHF (Kurs am 12.03.2026, dem Dividendenzahltag) bei 3,1%. Bei einem heutigen Kauf dürfte sie noch etwas höher liegen, da auch im nächsten Jahr mit einer Dividendenerhöhung zu rechnen ist und der Aktienkurs ein wenig nachgegeben hat.
Meine persönliche Dividendenrendite auf meinen Einstand (Yield on Cost) kann ich auf unterschiedliche Weise berechnen: Ursprünglich habe ich für die 100 Novartis-Aktien 7.739,36 € bezahlt. Die Brutto-Dividende von 409,70 € ergäbe dann einen YoC von 5,3%. Darin ist aber der Sandoz-Spin-Off nicht berücksichtigt. Steuerlich wurde mein Einstand dadurch um 1.289,90 € auf nur 6.449,46 € reduziert. Und damit liegt der YoC auf den steuerlichen Einstand bei 6,4%. Da die Sandoz-Aktien inzwischen sogar oberhalb ihres steuerlichen Einstands notieren, ist der reduzierte steuerliche Einstand eine gute Grundlage zur Berechnung der Einstandsrendite.
Perspektiven
Was für ein Jahr für die Novartis-Aktie! Anders kann ich es nicht bezeichnen. Bisher war sie immer so unauffällig und für mich einfach nur ein solider Dividendenzahler mit genau soliden Dividendenerhöhungen.
Und auf einmal legt sie den Turbo ein! 29,3% Total Return in 2025, 11,5% bisher in 2026. Da kann ich nicht meckern. Aber die isolierte Betrachtung verleitet auch zum Trugschluss. Denn andere Pharmatitel in meinem Depot wie Johnson & Johnson oder Sandoz zeigten eine noch bessere Performance. Aber Novo Nordisk war bekanntlich deutlich schwächer.
Und damit kommen wir direkt zum wesentlichen Punkt: Ich würde niemals auf nur einen einzigen Pharmawert im Depot setzen. Egal wie überzeugt ich auch von ihm wäre. Das Geschäft ist einfach sehr abhängig von Patenten, von Blockbustern im Vertrieb und einer aussichtsreichen Pipeline.
Aktuell läuft das bei Novartis gut, aber das kann sich in einigen Jahren auch wieder ändern. Das Management kauft deshalb – neben den eigenen Forschung – regelmäßig kleinere Unternehmen auf und setzt dann auf den Durchbruch mit den dort entwickelten Produkten bzw. Wirkstoffen.
Im Geschäftsjahr 2025 wuchs der Nettoumsatz von Novartis um 8%. Das operative Kernergebnis verbesserte sich um 14%. Der Kerngewinn je Aktie wuchs um 17%. Das sind für einen so großen Pharmakonzern überzeugende Wachstumszahlen.
Das Wachstum verdankte Novartis seinen Marken Kisqali (+57%) bei fortgeschrittenem Brustkrebs, Kesimpta (+36%) bei Multipler Sklerose, Pluvicto (+42%) bei Prostatakrebs, Scemblix (+85%) bei Leukämie und Cosentyx (+8%) bei Schuppenflechte & Arthritis.
Damit kommt die Spezialisierung der letzte Jahre auf innovative Medikamente in den Bereichen Onkologie, Immunologie und Neurowissenschaften voll zum Tragen. Zudem fokussiert sich Novartis auf die Kernmärkte USA, China, Deutschland und Japan.
Besonders eindrucksvoll ist der daraus erzielte absolute Free Cash Flow in Höhe von 17,6 Mrd. US$ (+8%). 2024 lag er noch bei 16,3 Mrd. US$, 2023 bei 13,2 Mrd. US$.
Neben der Dividende (7,8 Mrd. US$) wurde wieder in Aktienrückkäufe investiert: Die Gesamtzahl ausstehender Aktien ging innerhalb eines Jahres um 66,9 Millionen zurück und führte zu einem Nettogeldabfluss von 9,2 Mrd. US$. Auf der diesjährigen Generalversammlung wurden 3,7% der Aktien eingezogen.
Die Prognose für 2026 sieht ein erneutes einstelliges Umsatzwachstum vor, allerdings im niedrigen Bereich. Der Gewinn soll jedoch um einen einstelligen Prozentsatz sinken, ebenfalls im niedrigen Bereich.
Die Prognose berücksichtigt den „bedeutendsten“ Ablauf von Patenten in der Geschichte von Novartis. Der Verlust des Marktschutzes für mehrere „Blockbuster“ (Medikamente mit Milliardenumsatz) führt dazu, dass günstigere Generika auf den Markt kommen. Der Umsatz von Novartis wird dadurch allein in diesem Jahr voraussichtlich um 4 Mrd. US$ belastet.
Wenn ein Patent ausläuft, bricht der Umsatz des Originalpräparats oft innerhalb weniger Monate um 50% bis 90% ein. Für Novartis bedeutet das 2026 den ersten potenziellen Rückgang des operativen Gewinns seit fast einem Jahrzehnt.
Gleichzeitig profitieren natürlich Generika-Hersteller. Den Spin-off Sandoz im Depot behalten zu haben, war sicherlich keine falsche Entscheidung.
Das Jahr 2026 ist für Novartis ein Jahr der Transformation. Die alten „Cash Cows“ wie Entresto fallen rapide. Die neuen Medikamente werden das aber über kurz oder lang kompensieren. Und mit 10 bis 15 Jahren Patentschutz dann schnell wieder zu altem Wachstum zurückzufinden.
Trotz der durchwachsenen Aussichten für das laufende Jahr bleibt Novartis für mich ein attraktives Investment. Das Unternehmen hat sich als führender Innovator im Pharmasektor etabliert und bietet mittel- und langfristig vielversprechende Wachstumsaussichten.
Dazu kommt die nachgewiesene Aktionärsfreundlichkeit. Als Dividendenaristokrat wird die Dividende jährlich erhöht. Und Dividenden in Schweizer Franken zu erhalten, hat sich in den letzten Jahren auch immer attraktiver gestaltet. Durch die kontinuierlichen Aktienrückkäufe steigt zudem mein Anteil am Unternehmen von selbst.
Novartis bleibt weiterhin ein fester Bestandteil meines Dividendendepots. Mit 100 Aktien habe ich durch den Kursanstieg der letzten Monate auch eine fünfstellige Depotposition erreicht. Damit fühle ich mich ausreichend investiert. Der Depotanteil liegt jetzt bei 2,4%.
Es mag wenig euphorisch klingen. Aber ich sage einfach: „Weiter so!“ zu Novartis und bleibe gerne Aktionär. Eine Aktie, die ich quasi nicht beobachte und die meinem Depot Stabilität gibt. Und Ergebnisse liefert. Ich bin rundum zufrieden.
Auf einen Blick:
| Unternehmen: | Novartis |
| ISIN: | CH0012005267 |
| Im Divantis-Depot seit: | 09.04.2019 |
| Letzter Nachkauf am: | 08.09.2023 |
| Stückzahl im Divantis-Depot: | 100 |
| Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren: | 77,39 € |
| Gesamtkaufpreis: | 7.739,36 € |
| steuerlicher Einstand: | 6.449,46 € |
| Bisher erhaltene Netto-Dividenden: | 1.081,53 € |
| Aktuelle Strategie: | Halten und Dividende kassieren |


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