Persönliche Rekorddividende einer meiner Lieblingsaktien

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Verliebe Dich nie in eine Aktie! Das ist eine Börsenregel, die absolut ihre Berechtigung hat.

Trotzdem gibt es natürlich Lieblingsaktien in meinem Depot. Und dazu gehören ohne Zweifel die Titel, die ich schon am längsten habe, bei denen die Kursentwicklung stimmt und die Dividende jährlich steigt.

Und wenn ich dann auch noch von den Produkten überzeugt bin, dann bin ich zwar nicht in die Aktie verliebt. Aber so überzeugt von ihr, dass mir Gedanken an einen Verkauf einfach nicht in den Sinn kommen.

Nachdem ich zuletzt mit McDonald’s über eine solche Aktie berichtet habe (bei der ich allerdings Abstriche bei den Produkten vornehmen muss), ist nun die Dividendenzahlung einer wirklichen Lieblingsaktie eingetroffen.

Warum es sich dabei um meine persönliche Rekorddividende handelt und was ich der Aktie für 2021 zutraue, erfährst Du in diesem Beitrag.

Bereits seit 2008 befindet sich Coca-Cola in meinem Depot. Und ich trinke die schwarze Brause auch wirklich gerne. Hier habe ich das Unternehmen ausführlich vorgestellt, auch wenn man das eigentlich nicht mehr muss.

Dividendenzahlung

Coca-Cola hatte ich im November noch aufgestockt. Und diese Aktien sind bereits dividendenberechtigt. Deshalb erhalte ich nun erstmals für 130 Aktien eine Quartalsdividende in Höhe von jeweils 0,41 US$. Das ergibt eine Brutto-Dividende von 53,30 US$ und stellt meine persönliche Rekorddividende von Coca-Cola dar. Meinen Bestand habe ich auf meine Depots bei der Consorsbank * und Trade Republic * aufgeteilt. Bei der Consorsbank liegen meine abgeltungssteuerfreien 100 Stück, die Dividende wurde zum Kurs von 1,2286 in Euro umgerechnet. Trade Republic, dort erfolgen meine Zukäufe, rechnete die Dividende zum Kurs von 1,2125 in Euro um. In der Addition erhielt ich eine Netto-Dividende von 35,93 €. Sie wurde mit Wertstellung 15.12.2020 überwiesen. Bei Trade Republic 3 Tage später, bei der Consorsbank dauerte es noch einen Tag länger.

Dividendengutschrift Coca-Cola im Dezember 2020 bei der Consorsbank
Die Abrechnung der Consorsbank
Dividendengutschrift Coca-Cola im Dezember 2020 bei Trade Republic
Die Abrechnung von Trade Republic

Perspektiven

Coca-Cola hat ein schwieriges Jahr hinter sich. Durch die Absagen vieler Großveranstaltungen (Olympische Spiele, Fußball-Europameisterschaft, Festivals, Konzerte, usw.) und die lange Zeit geschlossenen Restaurants ist ein großer Teil des Außerhaus-Umsatzes weggebrochen. Das konnte auch ein vermehrter Zuhause-Umsatz nicht auffangen.

So sanken die Umsätze zuletzt im Vorjahresvergleich um 9%. Und auch der Gewinn je Aktie sank um 33% auf 0,40 US$. Das sogar knapp unterhalb der Dividendenzahlung und auf Dauer nicht haltbar.

Positiv festzuhalten bleibt aber, dass Coca-Cola eine fantastische Marke ist und über das beste Getränkevertriebsnetz weltweit verfügt. Das wird auch in den nächsten Jahren und wohl Jahrzehnten so bleiben.

Trotzdem verlagern sich Trinkgewohnheiten durchaus auch mal. Coca-Cola versucht mit entsprechenden Produkten darauf zu reagieren. Seien es gesündere Softdrinks, Kaffee oder zuletzt auch alkoholisierte Getränke.

Als Aktionär habe ich keine Zweifel an der weiteren Steigerung der Dividende. Weder in der Finanzkrise 2008 noch im Corona-Crash im März 2020 stand die Dividende zur Diskussion. Und das wird sicher auch so bleiben. Coca-Cola ist das Paradebeispiel für einen Dividendenaristokraten.

Aber wie sind die Aussichten für 2021? Ich habe die Aktie nicht nur wegen der Dividende nachgekauft. Sondern vor allem, weil ich an eine Erholung des Aktienkurses glaube.

Mit fortschreitender Impfrate im nächsten Jahr wird es auch zu Lockerungen bei den Corona-Einschränkungen kommen. Spätestens im Jahr 2022 erwarte ich eine Rückkehr zur Normalität, was Großveranstaltungen angeht.

Und da die Börse Entwicklungen vorwegnimmt, sollte Coca-Cola ab Mitte nächsten Jahres erheblich von den positiven Aussichten profitieren können. Wahrscheinlich gibt es auf dem Weg dorthin noch einige Rückschläge. Die Verteilung der Impfstoffe wird nicht sofort funktionieren und die Infektionszahlen werden nicht so stark zurückgehen wie erwartet. Weil zunächst Risikogruppen und nicht die Spreader geimpft werden. Das ist ethisch absolut nachvollziehbar, wird dem Virus aber eine Verlängerung der Lebenszeit bescheren. Und damit für Zweifel an einer schnellen Bekämpfung der Pandemie sorgen.

Solche Rückschläge würde ich im ersten Halbjahr 2021 gerne für weitere Nachkäufe der Aktie nutzen. Sollte es nicht dazu kommen, dann bin ich ohnehin schon durch den November-Nachkauf gut aufgestellt. Im zweiten Halbjahr 2021 erwarte ich dann eine deutliche Kurserholung der Aktie, die die alten Höchststände bei 60 US$ übertreffen sollte. Dann werde ich nicht mehr nachkaufen, sondern einfach nur noch genießen.

Auf einen Blick:

Unternehmen:The Coca-Cola Company
ISIN:US1912161007
Im Divantis-Depot seit:17.07.2007
Letzter Nachkauf am:06.11.2020
Stückzahl im Divantis-Depot:130
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:24,63 €
Gesamtkaufpreis:3.287,62 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:970,58 €
Aktuelle Strategie:Bei Kursschwäche nachkaufen

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16 Gedanken zu „Persönliche Rekorddividende einer meiner Lieblingsaktien“

    1. Hallo Uli,

      ja, der Unterschied war diesmal relativ heftig. Hing aber auch mit dem einen Tag Unterschied bei der Buchung zusammen. EUR/USD schrieb übrigens Trade Republic. ;)

      Dir auch einen schönen 4. Advent!

      Viele Grüße Ben

    2. Hallo Uli,

      Du meinst wahrscheinlich Trade Republic (statt Smartbroker).

      Diese Frage stelle ich mir auch immer einmal wieder. Ich denke, dass die Angabe Devisenkurs EUR/USD = 1,22 wesentlich häufiger benutzt wird (im Sinne von ‘Multiplikation mit USD’ führt zu 1 EUR = 1,22 USD) als USD/EUR = 1,22 (im Sinne von 1 USD / 1 EUR = 1,22 / 1).
      In diesem Sinn wäre die Angabe von der Consorsbank ungewöhnlicher.
      Ich habe gerade bei der Bundesbank nachgesehen, dort steht es eindeutig und richtig ” 1 EUR = … USD”.

      Vielleicht kann Ben dies erklären.

      VG
      1Steven1

      1. Ah, da war Ben wieder schneller. Trotzdem bleibt die Frage, ob es hier eine “richtige”/ nomierte Schreibweise gibt.
        Evt. ist das gar nicht der Fall.

        VG
        1Steven1

      2. Hallo Uli,
        hallo 1Steven1,

        üblicherweise wird bei Währungspaaren immer die erste Währung als quotierte Währung und die zweite Währung als das Gegenstück bezeichnet. Gegen die erste Währung wird gehandelt. Da die Dividende in USD gezahlt wird und diese dann in EUR umgerechnet wird, ist die Bezeichnung bei der Consorsbank mit USD/EUR die korrekte Bezeichnung.

        Bei Trade Republic ist es falsch herum. ABER: Bei der allgemeinen Angabe des Devisenkurses ist für uns EUR/USD die korrekte Angabe. Denn für 1 EUR gibt es ja 1,22 USD.

        Hoffentlich sind damit alle Klarheiten beseitigt. ;)

        Viele Grüße Ben

  1. Hallo Ben,
    ich finde deinen Blog sowie deine Transparenz äußerst klasse!
    Ich weiß nicht, ob du schon mal über das Thema geschrieben hast, aber mich würde interessieren, wieso du die Aktien in EUR kaufst und nicht z.B. an der NYSE in USD, um dann auch die Dividenden in USD zu erhalten.
    Das Wechselkursrisiko ist (laut diverser “Experten-Meinungen”) langfristig gering; wenn man jedoch bei jeder erhaltenen Dividende in EUR umtauscht, scheint mir das Risiko deutlich höher zu sein (da kurzfristig und nicht steuerbar).

    Kannst du mir sagen, welche Gedanken du dir dazu gemacht hast?

    Vielen Dank vorab und Grüße aus dem Nachbardorf Stuttgart :)
    Volker

    1. Hallo Volker,

      vielen Dank für Dein positives Feedback. Gedanken zu dem Thema habe ich mir natürlich schon gemacht. ;) Ich erhalte rund 5.000 € Dividenden (brutto) pro Jahr in US$. Nehmen wir an, dass die Wechselkursgebühr der Banken durchschnittlich bei 1% liegt, dann “verliere” ich durch die EUR-Auszahlung also 50 € im Jahr. Dafür kann ich über die Dividendenzahlungen frei verfügen und sie auch für Käufe von EUR-Aktien einsetzen. Hinzu kommt, dass ich ja z.B. beim Smartbroker über gettex gebührenfrei Aktien kaufen kann. Das wäre an der NYSE nicht möglich.
      Allgemein zum Wechselkursrisiko habe ich übrigens mal hier einen Beitrag geschrieben.

      Viele Grüße Ben

  2. Warum hat Coca-Cola die Dividende schon im Dezember ausgeschüttet?
    Normalerweise kommt sie doch immer fast zeitgleich mit Kimberly-Clark im Januar, April, Juli und Oktober?
    Gruß Sebastian I

    1. Immer mal werden gängige Intervalle unterbrochen. Und das dann auch so durchgezogen. Bei Ko wird immer im Dez. statt eigentlich im Jan. ausbezahlt. Bei PEP z.B. wird erst im Jan statt “eigentlich” schon im Dez. bezahlt. DLR zahlt auch erst im Jan statt Dez. Den eigentlichen Grund kenne ich nicht. Evtl. weiß da jemand anderes mehr ?

  3. Mich hat es nur gewundert, dass KC und Coca-Cola Anfang Oktober fast zeitgleich gezahlt haben, ich war davon ausgegangen, dass sich das im Januar so wiederholt.

  4. Hey Ben,
    ich verfolge jetzt seit ein paar Monaten deinen Blog und finde wirklich hervorragend was du tust und wie du es tust. Nur stellt sich mir im Thema Nachhaltigkeit die Frage worauf das bezogen ist, lediglich auf die finanzielle Sicht oder doch auch etwas mit Blick auf die Umwelt? Denn Coca-Cola hat jetzt wieder den Preis des Größten Umweltverschmutzers in Bezug auf Plastik gewonnen dieses Jahr. Wie passt das zum Thema Nachhaltigkeit? (Kein hate, sondern wirklich eine ernst gemeinte und interessierte Frage)

    Über 72.500 Freiwillige sammelten in 51 Ländern Plastikmüll. Die Produkte von Coca-Cola kamen laut der Umweltgruppe Break Free From Plastic am häufigsten vor. Damit wurde Coca-Cola noch vor Nestlé zum zweiten Mal in Folge zum weltweit größten Verschmutzer durch Plastik ernannt.

    LG

    1. Hallo Bene,

      vielen Dank für Dein positives Feedback. Die Diskussion um die Nachhaltigkeit und wie ich sie definiere, kommt immer wieder. Ich werde deshalb noch einmal meine Gedanken dazu zusammenfassen und einen eigenen Beitrag dazu schreiben. Offensichtlich besteht da noch Verständnisbedarf! Kurzfassung: Ich konzentriere mich auf Aktien, die in einem Nachhaltigkeitsindex gelistet sind. Coca-Cola ist z.B. im MSCI World ESG Index enthalten. Und da geht es nicht nur um Umwelt (Environment), sondern auch um Soziales und Governance. Deshalb ESG. Coca-Cola kann sicher beim “E” noch besser werden. Dass ihre Plastikflaschen bei den Sammlungen am häufigsten vorkamen, hat aber definitiv auch etwas mit der Marktführerschaft zu tun. Und Pfandsysteme für Plastikflaschen gibt es nur in wenigen Ländern. Wie gesagt, ich werde meine Gedanken dazu noch mal ausführlich teilen.

      Viele Grüße Ben

  5. Hallo Bene, hallo Ben,

    das Problem liegt nicht ausschließlich bei Coca Cola oder anderen Getränkehersteller. Die schmeißen die Flaschen nicht in die Botanik, sondern die Konsumenten.

    Wir kaufen nur Getränke in Pfandflaschen. Bei uns bin ich für die Getränke aus dem Getränkemarkt zuständig, inklusive der Rückgabe.

    Vor ca. 3 Jahren stand auf einmal Automat für die Kasten- und Flaschenrückgabe dort. Als Ingenieur schaut man als erstes, wer stellt diese Automaten her. Es ist Tomra aus Norwegen. Ich habe die Firma recherchiert und mir Aktien von Tomra gekauft, seit dem knapp 100% plus.

    In immer mehr Ländern gibt es Pfandsysteme, dies spielt Tomra in den Karten für zusätzliches Wachstum.

    Wenn ich das zu entscheiden hätte, würde es Pfand auf Kaffeebecher (Starbucks) und Pizzakartons geben, so 0,50€ pro Stück.
    Erstens würden die Städte sauberer und die Obdachlosen hätten ein Einkommen.

    Das Fazit, Pfandsysteme tun etwas für die Umwelt, zusätzlich kann man damit Geld verdienen.

    Viele Grüße

    Peter

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