Was Dich hier erwartet:
Endlich ist Ostern. Mehrere Tage am Stück ohne Börsenhandel tun richtig gut. Denn ich persönlich muss feststellen, dass mich der März ganz schön durchgeschüttelt hat. Es war nicht direkt der prozentuale Kursrückgang, der mich beschäftigt hat. Sondern die Unsicherheit – gepaart mit ständig neuen Nachrichten und Ausblicken.
Die Angriffe auf den Iran und die Gegenreaktionen, insbesondere die Schließung der Straße von Hormus, hatte ich in dieser Intensität und Dauer nicht erwartet. Und ein wirkliches Ende ist auch jetzt noch nicht in Sicht.
Und trotzdem versuche ich ruhig zu bleiben und mich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Um meine innere Balance als Börsenanleger nicht zu verlieren, habe ich einige Teilverkäufe durchgeführt.
Welche das waren und was sonst noch bei meinen Geldanlagen im letzten Monat passiert ist, erfährst Du in diesem Beitrag.
Du hast es ja wahrscheinlich gemerkt. Im März hatte ich weniger Muße über Dividendeneinnahmen zu schreiben als sonst. Stattdessen bestimmten Beiträge über mein Anlageverhalten gegenüber Verteidigungsaktien und den Umgang mit dem Irankrieg den Divantis-Blog.
Ich danke Euch allen sehr für die intensiven Diskussionen und spannenden Kommentare, die sicher auch vielen Lesern im Hintergrund geholfen haben.
Das negative Bild an den Börsen spiegelt sich auch in meinen Depots wider. Wie sollte es auch anders sein? Schließlich will ich auch in positiven Phasen profitieren und bin deshalb üblicherweise voll investiert. Im März habe ich jedoch etwas Geld vom Tisch genommen. Weil es sich besser anfühlt für mich.
Ich bin ja bekanntlich in meinen Handlungen nicht mit festen Regeln unterwegs. Ich habe keine Stop-Loss-Marken definiert oder feste Nachkaufgrenzen. Für mich bleibt das richtige Gefühl zu einem Unternehmen das A und O. Wenn das nicht mehr passt, steige ich aus.
Und jetzt habe ich festgestellt, dass meine Cash-Quote für diese Börsenphase zu niedrig war. Nicht etwa deshalb, weil ich nicht nachkaufen konnte. Das kenne ich ja von anderen Phasen. Sonden weil ich nicht entspannt war. Ich hatte tatsächlich Gedanken in der Art: „Wie lange kann ich das so aushalten?“. Da wurde mir klar, dass ich etwas tun muss. Da ich zu „meinen“ Unternehmen aber weiterhin positiv eingestellt bin, blieben nur Teilverkäufe. Das Ergebnis ist zwar schade – schließlich war ich teilweise schon fast ein Jahrzehnt investiert. Aber nun fühlt es sich wieder stimmig an. Und so kann ich den Fortgang der Krise hoffentlich gelassener erleben.
Stand Wertpapierdepots
Details zu den einzelnen Depots gibt es – wie immer – ausführlich in diesem Bericht. Hier ist der schnelle Überblick:
Dividendendepot: 526.656 € (-5,8% im März, -1,8% YTD)
Anti-Depot: 13.339 € (-3,2% im März, +1,6% YTD)
Zitronen-Depot: 2.300 € (-2,4% im März, -3,6% YTD)
Summe: 542.295 € (-5,4% im März)
Veränderung 2026: -52.703 €
zzgl. Entnahmen: +43.953 €
Nettoveränderung 2026: -8.749 €
In den letzten drei Jahren habe ich jeweils rund 60.000 € Vermögenszuwachs aus den Wertpapierdepots verbuchen können. Der März brachte nun mit einem Minus von 32.800 € einen heftigen Einschlag. Die Jahresperformance 2026 ist zwar jetzt auch negativ, aber es besteht noch Hoffnung, dass sich die Vorzeichen wieder ändern.
Benchmark
Im Juli 2023 hatte ich einen monatlichen Sparplan über 25 € beim Robo-Advisor von quirion aufgelegt, den ich als Benchmark für meine eigene Depotperformance nehme. Seit April 2025 habe ich die Sparrate nun auf 50 € verdoppelt, um dann nach einem Jahr eine 13. Sparrate geschenkt zu bekommen. Insgesamt habe ich jetzt 1.350 € auf mein quirion-Konto einbezahlt und zusätzlich 100 € Aktionsprämie erhalten. Zum Monatsende beträgt die zeitgewichtete Performance +37,46% (Stand: 1.633,47 €). Zum Vergleich dazu: Die Performance meines Dividendendepots vom 05.07.2023 (Start des quirion-Benchmarks) bis zum 31.03.2026 liegt bei +32,23%.
quirion ist regelmäßig Testsieger in Robo-Advisor-Vergleichen. Und kann sich in der Performance durchaus sehen lassen. Das überzeugt mich und ist auch der Grund, warum ich den Sparplan fortsetze und quirion auch Neukunden empfehle. Ich selbst sehe das als sinnvolle Ergänzung zu meinen Investments in Einzelaktien. Und für das Alter bietet quirion dann auf Wunsch auch eine automatisierte und gestaffelte Veränderung der Asset Klassen mit einer Verschiebung von Aktien zu Anleihen an, um die Schwankungsbreite zu reduzieren. Über diesen Link kannst Du Dich informieren und ebenfalls ein Depot eröffnen.
Aktienkäufe
Im März habe ich Käufe in Höhe von 8.429,50 € im Dividendendepot durchgeführt:
1.111 Aktien VIB Vermögen für 8.411,50 €
Sparplan McDonald’s für 18,00 €
Mit dem Kauf der Aktien der VIB Vermögen habe ich in ein Unternehmen investiert, dass ab diesem Jahr mit einem Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag ausgestattet ist. Ich habe 7,57 € je Aktie bezahlt. Ab 2027 wird es dann eine jährlich eine Ausgleichszahlung von 0,77 € geben, die aufgrund der Körperschaftsteuerreform jährlich um 0,01 € bis auf 0,82 € im Jahr 2032 steigen wird. Ich starte also mit einer Dividendenrendite auf meinen Einstand von 10,2%, die auf 10,8% steigen wird. Der Markt preist aktuell jedoch ein hohes Risiko, da die Ausgleichszahlung mittelbar vom Mehrheitsaktionär Branicks zu zahlen ist und dieser sehr schwach aufgestellt ist. Ich halte das Risiko jedoch für kalkulierbar, da die Gewinnabführung der VIB Vermögen für die Ausgleichszahlung verwendet werden wird.
Aktienverkäufe
Im März habe ich Verkäufe im Dividendendepot in Höhe von 26.137,84 € durchgeführt:
200 Aktien General Mills für 7.552,10 €
50 Aktien Sekisui House für 952,10 € (Bestand nun: 50 Aktien)
75 Aktien Sompo Holdings für 2.207,24 € (Bestand nun: 25 Aktien)
10 Aktien MSCI Inc. für 3.605,20 € (Bestand nun: 20 Aktien)
10 Aktien BlackRock für 7.149,16 € (Bestand nun: 15 Aktien)
15 Aktien Microsoft für 4.672,04 € (Bestand nun: 85 Aktien)
Bei General Mills habe ich in der ersten Woche des Irankriegs die Reißleine gezogen und die Aktien in den fallenden Kurs für 37,80 € je Aktie verkauft. Ich sicherte mir zudem eine Steuererstattung aufgrund realisierter Aktienverluste. Ich hatte aber den Plan, die Aktien wieder zurückzukaufen. Die ersten 100 Stück habe ich Anfang April auch schon zu 32,50 € zurückerworben. Ich sehe bei General Mills zwar keine kurzfristige Erholung, aber einen verlässlichen Dividendenzahler mit einer aktuellen Dividendenrendite von 6,5%.
Die anderen Verkäufe waren durchweg Teilverkäufe, mit denen ich mein eingesetztes Kapital wieder herausgezogen habe. Die jeweils verbliebene Depotposition ist nun zwar kleiner, besteht aber nur noch aus „stehen gelassenen Gewinnen“. Das geht zwar zu Lasten meiner laufenden Dividendenerträge. Angesichts der geopolitischen Gesamtlage haben mich diese Transaktionen aber sehr entspannt.
Dividendenerträge
Im März erhielt ich insgesamt 817,00 € als Netto-Dividenden. Gegenüber dem März 2025 ist das eine Veränderung von -9,51 € (-1,2%).
Dividenden erhielt ich im März von:
Unicharm: 8,33 €
Badger Meter: 1,19 €
Realty Income: 38,86 €
Microsoft: 58,36 €
McDonald’s: 18,73 €
BlackRock: 91,98 €
Fortescue: 60,74 €
PepsiCo: 115,13 €
Oxford Lane Capital Corp: 25,90 €
Canadian National Railway: 50,00 €
Mein Dividendenziel für 2026 habe ich hier veröffentlicht und auch alle Dividenden des Jahres 2025 analysiert.
Crowdinvesting
Über meine bisherigen Erfahrungen mit Crowdinvesting hatte ich 2020 ausführlich berichtet. Im März erhielt ich keine Zinsen aus meinem Crowd-Portfolio.
Mein Portfolio ist aktuell noch 2.122,48 € groß: Ich habe ursprünglich 500 € bei Bergfürst, 1.100 € bei Engel & Völkers Digital Invest und 4.600 € bei ecoligo investiert. Davon wurden seit 2022 1.000 € bei Engel & Völkers Digital Invest (davon 45 € Ausfall), 2.777,52 € seitens ecoligo und 300 € bei Bergfürst (davon 10 € Ausfall) getilgt.
Ich bin hier nur noch auf Rückzahlungen aus und tätige schon seit längerer Zeit keine Neuinvestments mehr.
Depotperformance
Mein Dividendendepot hat sich im März mit -5,8% deutlich negativ entwickelt und die positive Performance der ersten beiden Monate wieder komplett abgegeben. Für das 1. Quartal 2026 steht nun ein Minus von 1,8%. Der Depotwert per Ende März beträgt 526.566 €.
Die Top-Werte im Dividendendepot im März waren mit Oxford Lane Capital (+24,6%), Deutsche Börse (+8,1%) und Oracle (+3,9%) leider alles nur kleinere Depotpositionen, die zuvor auch schon ordentlich verloren hatten.
Schwächste Werte im März waren Siemens (-16,9%), Itochu (-12,7%) und Unicharm (-11,8%).
Die Volatilität meines Dividendendepots lag im März bei 3,9%.
Anti-Depot
Mit dem Anti-Depot verfolge ich mit Echtgeld eine abweichende Anlagestrategie. Nach starken Schwankungen (2021: +40,8%, 2022: -58,8%, 2023: +16,4%) habe ich das Depot in den letzten beiden Jahren stabilisiert (2024: +8,3%, 2025: +5,2%).
Im März erzielte das Anti-Depot ein Minus von 3,2%, befindet sich seit Jahresbeginn mit +1,6% aber weiter im grünen Bereich..
Die Volatilität des Anti-Depots lag im März bei 3,6%.
Zitronen-Depot
Das Zitronen-Depot und seine besondere Strategie habe ich hier ausführlich vorgestellt. Dort findest Du auch die aktuelle Zusammensetzung. Ich baue mir langfristig ein Portfolio von Nachbesserungsrechten auf und erhoffe mir durch die Spruchverfahren eine risikoarme Zusatzrendite in einigen Jahren.
Im März wurden die Aktien von OTRS ausgebucht und Katek ausgebucht. Ich warte weiter auf die Mitteilung der Barabfindung bei Tele Columbus und centrotherm international, habe das Risiko einer Abfindung unter dem aktuellen Kurswert aber erst mal herausgenommen.
Das Volumen meiner Nachbesserungsrechte liegt nun bei 230.963,14 €.
Die Entwicklung des Nachbesserungsvolumens dokumentiere ich auf einer eigenen Seite.
Das Depot erzielte im März eine Monatsperformance von -2,4%.
Divantis-Community-Depot
Mit dem Preisgeld des finanzblog awards 2024 haben wir das Divantis-Community-Depot aufgesetzt. Über die Entwicklung des ersten Jahres hatte ich hier ausführlich berichtet. Das Depot schloss den März mit -5,6% ab und liegt damit seit Jahresbeginn nun bei +1,7%. Der Cash-Anteil liegt bei 0,5% (=15,32 €).
Das Divantis-Community-Depot kannst Du direkt über diesen Link aufrufen und Dir alle Details anschauen. Es ist in die Depotverwaltungs-Software Parqet eingepflegt. Auch Du kannst Deine Wertpapierpositionen dort tracken und hast dann einen Überblick über Deine individuelle Performance.
Parqet kannst Du mit vielen Grundfunktionen kostenlos nutzen. Für Premium-Funktionen gibt es die Möglichkeit, ein kostenpflichtiges Abo abzuschließen. Wenn das für Dich interessant ist, dann erhältst Du mit dem Code BENWARJE einen Rabatt von 10% für die ersten 12 Monate.
Die komplette Vermittlungsprovision für einen solchen Abschluss fließt in das Divantis-Community-Depot.
Immobilie
Über meine Wohnung in Leipzig habe ich zuletzt mit einem Update berichtet. Nach Abzug der Gebühr für die Sondereigentumsverwaltung erzielte ich im März Mieteinnahmen von 977,37 €. Für die Neuvermietung leistete ich eine Zahlung an den Makler in Höhe von 1.885,75 €. Das Hausgeld beträgt 284,00 €. Für den Immobilienkredit zahlte ich Zinsen in Höhe von 226,92 €. Ich hatte damit in diesem Monat einen Nettoaufwand von 1.419,30 €.
Aufgrund der hohen vereinbarten Tilgung des Kredits habe ich ohnehin einen negativen monatlichen Cash-Flow. Die monatliche Annuität liegt bei 1.216,80 € (Zins & Tilgung) und ist bis 30.09.2028 fest vereinbart (Zinssatz: 1,24%).
Dafür sinkt die Verschuldung der Wohnung stetig, sie liegt zum Ende März bei 213.353,24 € (bei einer Wohnungsgröße von 77,3 qm und zusätzlich einem Stellplatz). Das entspricht einer Verschuldung je qm-Wohnfläche von 2.760,07 €.
Um mich auf die voraussichtlich deutlich höheren Zinsen gegenüber meiner bisherigen Finanzierung ab 2028 vorzubereiten, habe ich einen Sparplan in das iBonds-Produkt mit Fälligkeit im Dezember 2027 angelegt, den ich mit monatlich 100 € bespare. Darüber habe ich hier ausführlich berichtet. Bei bisher eingezahlten 3.000 € liegt der Depotwert dieses Sparplans zu Ende März bei 3.107,05 €.
Dividendenveränderungen
Im März wurden bei meinen Depottiteln folgende Dividendenveränderungen verkündet:
Talanx: Erhöhung der Dividende von 2,70 € auf 3,60 € (+33,3%)
Kurzer Ausblick auf den April 2026
Erstmal wird es sicherlich so weitergehen wie im März. Jede Hoffnung auf ein Kriegsende im Iran wird die Kurse steigen lassen. Und jede Enttäuschung wird den Ölpreis steigen lassen.
Das sind für mich keine Themen, die ich mitspiele. Für kurzfristige Spekulationen bin ich nicht der Typ. Aber natürlich sind die Berichte ernst zu nehmen, dass die Energieversorgung auf absehbare Zeit teurer werden wird.
Mein Branchenschwerpunkt im Depot liegt weiterhin bei Versicherungen. Sie dürften weiterhin ihren Weg gehen und von den Problemen des produzierenden Gewerbes unbeeindruckt bleiben. Und sie werden in den nächsten Wochen für einen warmen Dividendenregen bei mir sorgen.
Im April plane ich den Rückkauf von General Mills und einen weiteren Kauf bei der DFV Deutsche Familienversicherung. Bei diesem Titel bin ich besonders gespannt auf die Einladung zur diesjährigen Hauptversammlung, die gegen Ende April erfolgen müsste. Mit ihr wird dann der Geschäftsbericht und der Dividendenvorschlag veröffentlicht. Genau wie bei USU Ventures sind das die wichtigsten Informationsquellen bei Delistingtiteln. Apropos USU – die Hauptversammlung soll am 9. Juli in Möglingen stattfinden. Wer Lust hast, kann mich dort treffen!
Meine Mission für die nächsten Wochen liegt aber vor allem darin, entspannt zu bleiben. Auch diese Krise wird im Rückblick nur eine Episode gewesen sein. Es ist jetzt erneut wichtig, investiert zu bleiben. Sitzfleisch ist das beste Rezept für eine langfristig positive Performance.
Und in diesem Sinne wünsche ich Euch allen Frohe Ostern und eine entspannte Zeit. Und gute Nerven für die nächsten Wochen.
Wie hast Du den März erlebt? Und welche Pläne hast Du für den April? Lass uns in den Kommentaren miteinander diskutieren!


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