Was Dich hier erwartet:
Nach einem schon aufregenden März ging es im April zunächst noch heftiger weiter. Auch wenn es sich nun scheinbar wieder alles halbwegs beruhigt hat: Wir wurden ganz schön durchgeschüttelt!
Und die Gefahren sind noch nicht gebannt – denn die meisten Zölle wurden erst mal nur für 90 Tage ausgesetzt. Das Thema sind wir also nicht los und es verspricht uns auch noch im Sommer zu beschäftigen.
Trotzdem glaube ich, inzwischen eine wachsende Gleichgültigkeit der Börsen gegenüber Trump feststellen zu können. So langsam arrangiert man sich mit immer neuen Ankündigungen und merkt, dass nicht alles so heiß gegessen wie es gekocht wird.
Das ist natürlich keine Garantie, dass wir die Kursverluste der letzten beiden Monate nun hinter uns lassen können. Aber mein Ausblick auf den Mai fällt tatsächlich etwas optimistischer aus.
Vielleicht sind es aber auch nur die kommenden Rekorddividenden, die mich fröhlich auf den Mai blicken lassen? Wie sich meine Geldanlagen insgesamt im April entwickelt haben und welche Käufe und Verkäufe ich in den verschiedenen Depots getätigt habe, erfährst Du natürlich auch in diesem Beitrag.
Mitten in der Abwärtsphase veröffentlichte ich einen eigenen Beitrag – direkt nach der ersten Aprilwoche, die es wirklich in sich hatte. Aber ich hatte ja auch schon vor einem Monat im Ausblick auf den April angekündigt, dass wir uns anschnallen und festhalten sollen. So kam es dann auch!
Ich habe tendenziell eher „Business as ususal“ betrieben. Dividenden kassiert, einige wenige Transaktionen gemacht und abgewartet. Das fühlte sich eigentlich ganz in Ordnung an. Natürlich ist das Ende April leichter zu schreiben als nach der ersten April-Woche. Denn die Beruhigung ist ja nun eingetreten.
Der Beitrag über den fairsten Broker des letzten Jahres und bis April 2025 ist nun auch erschienen. Und ich nehme nun Abschied von meinem Depot bei der onvista Bank, die mir das Depot wegen der Einstellung ihres Geschäftsbetriebs gekündigt hat.
Stand Wertpapierdepots
Details zu den einzelnen Depots gibt es – wie immer – ausführlich in diesem Bericht. Hier ist der schnelle Überblick:
Dividendendepot: 510.964 € (-2,0% im April, +1,3% YTD)
Optionsdepot: 9.863 € (+10,0% im April, +42,7% YTD)
Anti-Depot: 25.381 € (-0,1% im April, +0,8% YTD)
Zitronen-Depot: 4.635 € (+4,7% im April, +16,4% YTD)
Summe: 550.843 € (-1,6% im April, +2,5% YTD)
Veränderung 2025: -15.377 €
zzgl. Entnahmen: +29.506 €
Nettoveränderung 2025: +14.129 €
Benchmark
Im Juli 2023 hatte ich einen monatlichen Sparplan über 25 € beim Robo-Advisor von quirion aufgelegt, den ich als Benchmark für meine eigene Depotperformance nehme. Zum April habe ich die Sparrate auf 50 € verdoppelt, um dann nach einem Jahr eine 13. Sparrate geschenkt zu bekommen. Insgesamt habe ich nun 800 € auf mein quirion-Konto einbezahlt und zusätzlich 100 € Aktionsprämie erhalten. Zum Monatsende beträgt die zeitgewichtete Performance +14,59% (Stand: 892,00 €). Zum Vergleich dazu: Die Performance meines Dividendendepots vom 05.07.2023 (Start des quirion-Benchmarks) bis zum 30.04.2025 liegt bei +23,11%.
quirion ist regelmäßig Testsieger in Robo-Advisor-Vergleichen. Und auch ich merke, dass die Performance beeindruckend ist. Seit den Kursturbulenzen ab Ende März habe ich jetzt zwar wieder die Nase vorn, aber vorher war quirion einige Zeit besser als mein eigenes Anlageverhalten. Das ist der Grund, warum ich den Sparplan fortsetze und quirion auch Neukunden empfehle. Über diesen Link kannst Du Dich informieren und ebenfalls ein Depot eröffnen.
Aktienkäufe
Im April habe ich Käufe in Höhe von 3.383,79 € im Dividendendepot durchgeführt:
200 Aktien von Oxford Lane Capital Corp. für 843,99 €
100 Aktien von USU Software für 2.107,90 €
100 Aktien von Conduit Holdings für 431,90 €
Oxford Lane Capital stelle ich in den nächsten Tagen in einem eigenen Beitrag ausführlich vor. Bei USU Software hatte ich einen günstigen Briefkurs gesehen und ihn „weggekauft“.
Aktienverkäufe
Im April habe ich Verkäufe in Höhe von 5.391,20 € im Dividendendepot durchgeführt:
1 Aktie von Givaudan für 4.167,10 €
8 Aktien von Pfeiffer Vacuum für 1.224,10 €
Von Givaudan und Pfeiffer Vacuum habe ich jeweils 1 Aktie behalten. Die Verkäufe dienten zur Liquiditätsbeschaffung.
Dividendenerträge
Im April erhielt ich insgesamt 760,78 € als Netto-Dividenden. Gegenüber dem April 2024 ist das eine Veränderung von -1.618,18 € (-68,0%). Die negative Veränderung ist vor allem durch Verschiebungen zu erklären: PepsiCo zahlte in diesem Jahr bereits im März und Munich Re und L’Oréal werden erst im Mai zahlen. Zudem fehlen mir die Dividenden der verkauften Medtronic und Siemens Healthineers. Positiv wirkte sich hingegen aus, dass sich diesmal der Dividendenzahltermin von Novo Nordisk von Ende März auf Anfang April verschoben hatte.
Dividenden erhielt ich im April von:
Realty Income: 35,25 €
Calida: 2,69 €
Sandoz: 8,27 €
Sekisui House: 32,55 €
Oxford Lane Capital Corp: 6,73 €
Seit Jahresbeginn liege ich damit nun bei 3.428,13 € Netto-Dividenden. Mein Dividendenziel für 2025 habe ich hier veröffentlicht.
Crowdinvesting
Über meine bisherigen Erfahrungen mit Crowdinvesting hatte ich 2020 ausführlich berichtet. Im April erhielt ich 6,99 € Zinsen aus meinem Crowd-Portfolio und eine Tilgung in Höhe von 10,25 €.
Mein Portfolio ist aktuell noch 2.515,76 € groß: Ich habe ursprünglich 500 € bei Bergfürst, 1.100 € bei Engel & Völkers Digital Invest und 4.600 € bei ecoligo investiert. Davon wurden seit 2022 1.000 € bei Engel & Völkers Digital Invest (davon 45 € Ausfall), 2.234,94 € seitens ecoligo und 300 € bei Bergfürst (davon 10 € Ausfall) getilgt.
Depotperformance
Mein Dividendendepot hat sich im April erneut negativ entwickelt (-2,0%). Damit liegt es seit Jahresbeginn mit 1,3% nur noch leicht im Plus. Der Depotwert per Ende April beträgt nun 510.964 €.
Top-Werte im Dividendendepot im April waren L’Oréal (+12,7%), Unicharm (+10,7%) und Badger Meter (+10,4%).
Schwächste Werte im April waren Texas Instruments (-15,3%), PepsiCo (-14,0%) und Partners Group (-12,4%).
Die Volatilität meines Dividendendepots lag im April bei 7,4%.
Anti-Depot
Mit dem Anti-Depot verfolge ich mit Echtgeld eine abweichende Anlagestrategie. Nach starken Schwankungen (2021: +40,8%, 2022: -58,8%, 2023: +16,4%) habe ich es vor allem mit Anleihen bestückt und 2024 entspannte +8,3% erzielt.
Bisher hatte ich im Anti-Depot eine Anleihe von Hertha BSC, die ich vor zwei Jahren sehr günstig eingekauft hatte. Sie ist eigentlich im November zur Rückzahlung fällig. Nachdem ich beim Zuschauen des Spiels 1. FC Köln gegen Hertha BSC mehrfach an die Anleihe denken musste und sogar kurzzeitig den Gedanken hatte, dass das Siegtor von Hertha gegen „meinen Verein“ für meine Finanzen gar nicht so tragisch wäre, entschloss ich mich zum Verkauf der Anleihe. Direkt am folgenden Montag trennte ich mich von dem Papier und realisierte damit einen Gesamtgewinn von 46% netto bei einer Haltedauer von 23 Monaten. Kurioserweise kam dann wenige Stunden später die Meldung, dass Hertha BSC eine Änderung der Anleihebedingungen wünscht, um die Laufzeit der Anleihe nach Gutdünken verlängern zu können.
Im April erhielt ich zudem eine Dividendenzahlung von tick Trading Software über 33,14 € netto.
Das Anti-Depot erzielte im April eine Performance von -0,1% bei einer Volatilität von 3,8%. Seit Jahresbeginn liegt es nun bei +0,8%.
Optionsdepot
Das Konzept hinter dem Optionsdepot habe ich in meiner Serie zum Optionshandel ausführlich beschrieben.
Im April erzielte ich Erträge von 673,58 € brutto aus dem Verkauf von Optionen.
Die Performance des Optionsdepots lag im April bei +10,0%. Seit Jahresbeginn ist das Depot nun 42,7% im Plus. Allerdings sind die offenen Optionen schon als Ertrag verbucht, aber bis zur Schließung haben sie noch ein Verlustrisiko in sich. Aktuell sind aber nur die Covered Calls auf B2Gold und ein Short Put auf General Mills im Geld. Ein offener Covered Call auf FS KKR Capital und die offenen Short Puts auf BCE, PepsiCo, Kenvue, Realty Income und Old Republic International sind per Ende April nicht im Geld, würden also nach heutigem Stand verfallen.
Alle Transaktionen im Optionsdepot dokumentiere ich mit Screenshots auf einer eigenen Seite.
Zitronen-Depot
Das Zitronen-Depot und seine besondere Strategie habe ich hier ausführlich vorgestellt. Dort findest Du auch die aktuelle Zusammensetzung. Ich baue mir langfristig ein Portfolio von Nachbesserungsrechten auf und erhoffe mir durch die Spruchverfahren eine risikoarme Zusatzrendite in einigen Jahren.
Im April gab es keine Ausbuchung von Aktien. Das Volumen meiner Nachbesserungsrechte blieb damit bei 233.606,52 € stabil.
Die Entwicklung des Nachbesserungsvolumens dokumentiere ich auf einer eigenen Seite.
Ein neues Squeeze-Out-Verlangen wurde bei Nexus, InVision und SHS Viveon gestellt, wobei Letztere allerdings bereits komplett delisted sind. Ich habe hier nur ein paar „Dabei-Sein-Aktien“, ein größerer Kauf für das Zitronen-Depot ist aber leider nicht möglich. Bei den anderen beiden Werten warte ich noch auf die Bekanntgabe des Abfindungsbetrages, bevor ich sie in größerer Stückzahl für das Zitronen-Depot in Betracht ziehe.
Das Depot erzielte im April eine Monatsperformance von +4,7%.
Divantis-Community-Depot
Mit dem Preisgeld des finanzblog awards 2024 haben wir das Divantis-Community-Depot aufgesetzt. Von den 6 Titeln ist weiterhin nur ein Einziger im grünen Bereich: der VanEck Morningstar Developed Markets Dividend Leaders ETF – nominiert von Matthias von Mitzlaff. Das Depot schloss den April insgesamt mit -3,2% ab und steht seit Jahresbeginn jetzt bei -2,8%. Der Cash-Anteil liegt nun bei 1,7% (=46,20 €).
Das Divantis-Community-Depot kannst Du direkt über diesen Link aufrufen und Dir alle Details anschauen. Es ist in die Depotverwaltungs-Software Parqet eingepflegt. Auch Du kannst Deine Wertpapierpositionen dort tracken und hast dann einen Überblick über Deine individuelle Performance.
Parqet kannst Du mit vielen Grundfunktionen kostenlos nutzen. Für Premium-Funktionen gibt es die Möglichkeit, ein kostenpflichtiges Abo abzuschließen. Wenn das für Dich interessant ist, dann erhältst Du mit dem Code BENWARJE einen Rabatt von 10% für die ersten 12 Monate.
Die komplette Vermittlungsprovision für einen solchen Abschluss fließt in das Divantis-Community-Depot. Und Du darfst einen Titel zum Kauf nominieren! Dazu schickst Du bitte eine Mail an info@divantis.de und schreibst mir, dass Du ein Parqet-Abo abgeschlossen hast und welchen Titel Du für das Divantis-Community-Depot nominierst. Wenn dann ein sinnvoller Betrag erreicht ist (dazu müssen mehrere Vermittlungen zustande kommen), werden alle bis dahin eingegangenen Nominierungen der Divantis-Community zur Wahl gestellt. Und im besten Fall können wir das dann regelmäßig wiederholen.
Immobilie
Über meine Wohnung in Leipzig habe ich zuletzt mit einem Update berichtet. Nach Abzug der Gebühr für die Sondereigentumsverwaltung erzielte ich im April Mieteinnahmen von 900,07 €. Das Hausgeld beträgt 281,00 €. Für den Immobilienkredit zahlte ich Zinsen in Höhe von 236,83 €. Ich hatte damit in diesem Monat einen Nettoerlös von 382,24 €.
Aufgrund der hohen vereinbarten Tilgung des Kredits habe ich jedoch einen negativen monatlichen Cash-Flow. Die monatliche Annuität liegt bei 1.216,80 € (Zins & Tilgung) und ist bis 30.09.2028 fest vereinbart (Zinssatz: 1,24%).
Dafür sinkt die Verschuldung der Wohnung stetig, sie liegt zum Ende April bei 224.192,27 € (bei einer Wohnungsgröße von 77,3 qm und zusätzlich einem Stellplatz). Das entspricht einer Verschuldung je qm-Wohnfläche von 2.900,29 €.
Um mich auf die voraussichtlich deutlich höheren Zinsen gegenüber meiner bisherigen Finanzierung ab 2028 vorzubereiten, habe ich einen Sparplan in das iBonds-Produkt mit Fälligkeit im Dezember 2027 angelegt, den ich mit monatlich 100 € bespare. Darüber habe ich hier ausführlich berichtet. Bei bisher eingezahlten 1.900 € liegt der Depotwert dieses Sparplans zu Ende April bei 1.979,17 €.
Dividendenveränderungen
Im April wurden bei meinen Depottiteln die folgenden Dividendenveränderungen verkündet:
Procter & Gamble: Erhöhung der Quartalsdividende von 1,0065 US$ auf 1,0568 US$ (+5,0%)
Johnson & Johnson: Erhöhung der Quartalsdividende von 1,24 US$ auf 1,30 US$ (+4,8%)
Kurzer Ausblick auf den Mai
Jetzt kommt er endlich: der dividendenstärkste Monat des Jahres in meinem Depot. Meine deutschen Versicherungen Münchener Rück, Allianz und Talanx werden gemeinsam rund 3.500 € netto an mich ausschütten. Und für alle drei Titel ist meine persönliche Dividendenrendite auf meinen Einstand erstmals bei 10% oder mehr.
Diese Zahlungen sind für einerseits natürlich satte Beträge auf meinem Konto. Aber vor allem zeigen sie mir die Kraft der langen Haltedauer bei steigenden Dividenden. Denn diese hohen Renditen sind keine Momentaufnahmen in Krisenzeiten. Sie sind nicht durch extrem gesunkene Aktienkurse zustande gekommen und es drohen auch keine Dividendenkürzungen.
Ganz im Gegenteil: alle drei Titel halte ich schon mindestens 10 Jahre in meinem Depot und die Geschäftsentwicklung gibt wenig Anlass zu Sorgen. Die Renditen, die ich nun realisiere, sind das Ergebnis langen Durchhaltens – getreu dem Kostolany-Motto: Aktien kaufen, Schlaftabletten nehmen und nicht mehr hinschauen. Hingeschaut habe ich allerdings schon regelmäßig, aber auch in Krisensituationen (wie dem Corona-Crash oder auch jetzt bei den Trump-Zöllen) kam für mich ein Verkauf nicht in Frage.
Direkt neu anlegen will ich die Dividenden aus dem Mai bisher übrigens nicht. Aber sie geben mir die Flexibilität, auch neue Investments tätig zu können.
Das Thema Geldanlage und Aktien wird mich aber auch im Mai wieder beschäftigen. Ich werde die Invest in Stuttgart besuchen und in Frankfurt steht auch wieder die Frühjahrskonferenz des Equity Forums an. Und eventuell besuche ich auch die ein oder andere Hauptversammlung – Eintrittskarten habe ich mir jedenfalls bestellt.
Gespannt bin ich aber vor allem auf den 7. Mai: dann tritt die US-Notenbank zu ihrer nächsten Zinssitzung zusammen. Allgemein wird keine Zinssenkung erwartet. Aber der Druck von Donald Trump ist natürlich da. Jerome Powell steckt deshalb in einer gewissen Zwickmühle: Senkt er die Zinsen, sieht es aus, als habe er auf Weisung von Trump gehandelt. Bleibt er standhaft, wird es zu einem persönlichen Streit zwischen Trump und Powell stilisiert. Aber genauso nachteilig ist es für Trump: ohne seine Intervention wäre eine Zinssenkung vermutlich schon deutlich wahrscheinlicher geworden.
Insgesamt überwiegt bei mir das positive Gefühl. Meine persönliche Ignoranz gegenüber Trump steigt und ich konzentriere mich wieder deutlich stärker auf die wirtschaftlichen Themen einzelner Unternehmen. Und die sehen oftmals weiterhin sehr gut aus. Und mein Eindruck ist, dass die Märkte das mittlerweile auch so sehen.
Trump wurden die Grenzen aufgezeigt – denn mit crashenden Börsen regiert es sich nicht leicht. Er hat darauf reagiert und diese Erkenntnis sorgt dann auch für eine gewisse Gelassenheit in der Zukunft.
Interessant könnte es allerdings noch werden, wenn Medienberichte zutreffen, dass die Lieferketten aus China in die USA mit einer Verzögerung reagieren werden und es zu massiven Produktionsstörungen in den USA kommen wird.
Deshalb blicke ich zwar optimistisch in den Mai, aber die Anschnallgurte sind immer noch griffbereit…
Wie war Dein Börsenmonat und hast Du konkrete Pläne für den Mai? Schreib gerne einen Kommentar unter diesen Beitrag und lass uns diskutieren!


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