Fast 5 lange Jahre bewegte sich die Aktie nur seitwärts. Das Einzige was mich in dieser Zeit bei Laune hielt, waren die steigenden Dividenden. Und die Tatsache, dass ich die Aktie schon länger im Depot hatte und deshalb ohnehin schon im Kursplus war. Aber Jahre mit einem Total Return von teilweise nur etwas über 1% sind nicht wirklich prickelnd.
Doch diese Frustphase ist nun vorbei: die Aktie legte in diesem Jahr bisher um ein Drittel zu und das ausschließlich im 2. Halbjahr. Was man sonst nur von Techwerten oder Small-Caps kennt, zeigt nun auch einer der größten Gesundheitskonzerne der Welt: ist der Knoten einmal geplatzt, geht es mit Riesenschritten aufwärts. Die Marktkapitalisierung hat nun erstmals die 500 Mrd. US$-Marke überschritten!
Welche Gründe es dafür gibt und welches Potenzial nun noch für die Aktie besteht, erfährst Du – als meine persönliche Einschätzung – in diesem Beitrag.
Das Chartbild des Gesundheitskonzerns Johnson & Johnson (JNJ) zeigt die zurückliegende trübe Phase: Anfang 2021 notierte die Aktie auf dem gleichen Niveau wie im Juli 2025. Dazwischen pendelte die Aktie mal etwas höher, mal etwas niedriger – aber insgesamt in einer engen Seitwärtsrange. In den letzten Monaten gelang nun aber der Ausbruch und die Aktie notiert aktuell auf Allzeithoch oberhalb der 200 US$-Marke.

JNJ habe ich hier ausführlich vorgestellt und in der Vorstellung ist noch die Sparte Verbrauchergesundheitsprodukte enthalten. Sie wurde 2023 dann als Kenvue abgespalten und steht nun vor der Übernahme durch Kimberly-Clark. Thematisch ist die Abspaltung mittlerweile komplett vollzogen und JNJ konzentriert sich auf die verbliebenen Sparten „Innovative Medicine“ und „MedTech“.
Meine ersten 25 Aktien von Johnson & Johnson habe ich am 9. August 2012 zum Kurs von 55,20 € gekauft. In US$ lag der Aktienkurs damals bei 67,90, der Wechselkurs zum Euro war für einen Kauf noch günstiger als heute: 1,2301.
Dividende
Johnson & Johnson zahlt erneut eine Quartalsdividende von 1,30 US$ je Aktie. Für die 150 Aktien in meinem Dividendendepot ergibt das eine Brutto-Dividende von 195,00 US$. Sie wurde von flatex zum Kurs von 1,1655 in Euro umgerechnet. Das entspricht dem offiziellen Referenzkurs der EZB am Tag vor dem Zahltag. Nach Abzug der Steuern verbleibt eine Netto-Dividende von 124,56 €. Sie wurde pünktlich am 09.12.2025 überwiesen.

Annualisiere ich die Quartalsdividende, dann zahlt Johnson & Johnson eine Jahresdividende von 5,20 US$. Bei einem Aktienkurs von 199,96 US$ (Schlusskurs 09.12.2025) ergibt das eine Dividendenrendite von 2,6% am Zahltag. Mit dem Schlusskurs vom 12.12.2025 von 211,58 US$ liegt sie bei 2,45%. Bei einem heutigen Kauf der Aktie sollte es noch ein wenig besser aussehen, da Johnson & Johnson als Dividendenaristokrat traditionell im Juni seine Dividende erhöht. Die nächste Quartalsdividende im März dürfte also die letzte Zahlung zum aktuellen Satz sein.
Meine persönliche Dividendenrendite (Yield on Cost) ist ohnehin spürbar höher, da ich durch die lange Haltedauer einen vergleichsweise niedrigen Einstand habe. Unterstelle ich den identischen Dollarkurs bei vier Quartalsdividenden (was so nicht eintreten wird, sich aber anders nicht hochrechnen lässt), dann liegt meine Jahres-Brutto-Dividende bei 669,24 €. Auf meinen Einstand von 13.619,23 € ergibt das dann einen YoC von 4,9%.
Auf meinen allerersten Kauf (siehe oben) zum Kurs von 67,90 US$ liegt der YoC in der Originalwährung übrigens bei 7,7%.
Perspektive
Bei der letzten Dividendenzahlung am 09.09.2025 lag der Aktienkurs noch bei 176,96 US$. Nun sind es 211,58 US$ und damit exakt 34,62 US$ oder 19,6% mehr. Innerhalb von 3 Monaten ist das für so ein Schlachtschiff wie Johnson & Johnson (JNJ) eine beeindruckende Performance.
Mit diesem Kurssprung auf ein neues Allzeithoch ist JNJ wieder zu meiner fünftgrößten Depotposition avanciert und kommt nun auf ein Depotgewicht von 5,0%.
Und die Kursentwicklung ist auch nachvollziehbar, denn in den letzten Jahren ging der Börsenaufschwung eher an JNJ vorbei. Da besteht einiges an Nachholpotenzial und das scheinen die Märkte nun auch erkannt zu haben.
Ich hatte nie Zweifel an der Aktie und sie ohnehin schon früh – und unabhängig von der Seitwärtsbewegung – zu einem Basiswert meines Depots für den Gesundheitsbereich erklärt.
Es ist aber nicht nur Markttechnik, die nun den Weg über die 200-Dollar-Marke geebnet hat. Sondern auch operativ positive Neuigkeiten. Eines davon war die beabsichtigte Abspaltung der Orthopädie-Sparte, über die ich im letzten Beitrag berichtet hatte. Das beflügelt weiter. Aber nicht nur, sondern erfreuliche Meldungen aus der Forschungsabteilung lassen für die Zukunft weiteres Wachstum erwarten.
So präsentierte JNJ am 9. Dezember 2025 auf der American Society of Hematology bahnbrechende Ergebnisse bei der Bekämpfung von Blutkrebs: Eine Kombinationstherapie TECVAYLI + DARZALEX FASPRO senkte das Risiko für Krankheitsfortschritt oder Tod bei multiplem Myelom um 83%.
Das Ergebnis ist so bedeutend, das die Zulassungsbehörde FDA den Status „Breakthrough Therapy Designation“ vergab und nun im beschleunigten „Real-Time Oncology Review“-Verfahren prüft.
Das Spannende daran ist, dass JNJ zwei eigene Medikamente kombiniert. TECVAYLI ist ein modernes Krebsmedikament, das das Immunsystem gezielt aktiviert. Und DARZALEX FASPRO ist ein bereits etabliertes Medikament, das Krebszellen angreift.
Patienten, die diese beiden Mittel zusammen bekamen, hatten viel bessere Chancen, dass ihre Krankheit gestoppt wird oder sie länger leben. Viele Patienten sprachen sehr gut auf die Behandlung an – manche hatten sogar keine nachweisbaren Krebszellen mehr.
Bisher wurde diese Kombination erst später im Krankheitsverlauf eingesetzt. Nun könnte sie viel früher im Behandlungsverlauf zum Einsatz kommen. Für Menschen mit wiederkehrendem oder schwer behandelbarem Blutkrebs könnte dies nun eine viel wirksamere und hoffnungsvollere Therapie sein. Und vielleicht bald schon als Standardbehandlung gelten.
Für JNJ bedeutet das, dass sich damit der Patientenkreis deutlich erweitert, was zu zusätzlichen Milliardenumsätzen im Bereich der Onkologie führen dürfte. Das Multiple Myelom ist eine der häufigsten Blutkrebserkrankungen. Allein in den USA und Europa gibt es jährlich zehntausende neue Fälle. Ein Einsatz in früheren Stadien vergrößert den adressierbaren Markt erheblich. Beide Medikamente gehören zu den hochpreisigen Biopharmazeutika.
DARZALEX ist bereits ein Blockbuster mit über 8 Mrd. US$ Jahresumsatz (2024). TECVAYLI wurde bisher in späteren Linien eingesetzt und erzielte deutlich geringere Umsätze. Mit der neuen Indikation könnte die Kombination mehrere Milliarden US$ zusätzlich pro Jahr generieren, da die Patientenzahlen in früheren Linien deutlich höher sind.
Dadurch, dass es sich um hauseigene Medikament handelt, kann JNJ die Wertschöpfung vollständig kontrollieren. Die massive Ausweitung des adressierbaren Patientenmarktes, die Verlängerung der Behandlungsdauer und die Premiumpreisstruktur könnten zwischen 7 und 30 Mrd. US$ zusätzlichen Umsatz generieren. Dabei liegt der jährliche Umsatz mit einem einzelnen Patienten im sechsstelligen Bereich.
Bei einem erwarteten Jahresumsatz von 93,7 Mrd. US$ in 2025 zeigt sich die Dimension des Studienergebnisses. Wobei die 30 Mrd. US$ Umsatzzuwachs den optimistischen Fall bedeuten, dass sich die Patientenzahl durch die Medikamentenkombination verdoppelt und gleichzeitig die Premiumpreise noch gesteigert werden können. Aber selbst das konservative Szenario mit 7 Mrd. US$ Umsatzzuwachs würde schon mehr als eine Verdoppelung des aktuellen Umsatzzuwachses bedeuten.
Man sollte jetzt allerdings nicht den Fehler machen und dieses Umsatzpotenzial als sicher für 2026 verbuchen. Denn noch ist die FDA-Zulassung nicht da und auch erst danach werden Schritt für Schritt Zulassungen in anderen Ländern erwartet. Üblicherweise orientieren sich z.B. die europäischen Zulassungsbehörden an der FDA.
Klar ist aber, dass JNJ hier auf einem Schatz sitzt, was die eigenen Ergebnisse und die Marktstellung angeht. Und für mich als Aktionär ist ein gutes Gefühl, dass hier auch vielen Patienten geholfen und die Lebensqualität entscheidend verbessert werden kann.
Bei einem Aktienkurs von 211 US$ und einem für 2025 erwarteten Gewinn je Aktie von 10,85 US$ liegt das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis von 19,4. Das relativiert sich jedoch dann, wenn man den 2026er Gewinn mit einem gewissen Wachstum ansetzt. Und das KGV liegt immer noch unterhalb des 5-Jahres-Durchschnitts von 22,6 (ermittelt von MarketScreener auf Daten von S & P Global Market Intelligence).
Ich kann nicht wirklich beurteilen, ob sich ein Einstieg auf dem aktuellen Kursniveau noch lohnt. Klar, das Potenzial für Umsatz und Gewinn liegt klar auf dem Tisch. Aber die Aktie hat davon auch schon einiges vorweggenommen. Andererseits ist das Momentum aktuell klar auf Seiten weiter steigender Kurse.
Für mich selbst ist das sehr entspannt. Ich bin investiert und bleibe das auch. Mit 150 Aktien habe ich meine Zielposition bereits erreicht. Gemeinsam mit Microsoft (meinem drittgrößten Depotwert) verfügt JNJ als einziges Unternehmen über ein AAA-Rating hinsichtlich seiner Kreditwürdigkeit. Für mich war das immer ein Indiz, dass auch die Aktie ein gutes Investment ist. Das war bisher nur hinsichtlich der Stabilität der Fall. Nun freue ich mich, auch bei der Kursperformance ernten zu können.
Auf einen Blick:
| Unternehmen: | Johnson & Johnson |
| ISIN: | US4781601046 |
| Im Divantis-Depot seit: | 09.08.2012 |
| Letzter Nachkauf am: | 23.01.2018 |
| Stückzahl im Divantis-Depot: | 150 |
| Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren: | 90,79 € |
| Gesamtkaufpreis: | 13.619,23 € |
| Bisher erhaltene Netto-Dividenden: | 4.267,18 € |
| Aktuelle Strategie: | Halten und Dividende kassieren |


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