Nach der zweiten Prognosesenkung werde auch ich vorsichtiger

Papiertuchspender von Kimberly-Clark in einer Arztpraxis
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Die Börse liebt es, wenn Erwartungen übertroffen werden. Das genaue Gegenteil ist das Senken der eigenen Prognose. Wenn das dann zwei Quartale in Folge passiert, ist es oft Schluss mit Lustig.

Bei einem meiner größeren Depotwerte ist das nun passiert und führte natürlich zu einem Kursrutsch. Der war aber diesmal so kurz, dass er schon nach wenigen Handelsstunden ins Plus drehte. Und einige Wochen nach der Prognosesenkung notiert die Aktie sogar wieder auf einem höheren Niveau als zuvor.

Verehrte Welt irgendwie, von der ich mich hinsichtlich eines Nachkaufs aber nicht beeinflussen lasse. Wie sich mein Nachkauflimit durch die Prognosesenkung verändert hat, erfährst Du in diesem Beitrag.

Meine größte Position im Konsumgüterbereich ist Kimberly-Clark. Die Aktie habe ich hier ausführlich vorgestellt.

Dividendenzahlung

Kimberly-Clark zahlt erneut eine Quartalsdividende von 1,14 US$ je Aktie. Für die 125 Aktien in meinem Depot ergibt das eine Brutto-Dividende von 142,50 US$. Die onvista bank rechnete die Dividende zum Kurs von 1,165 in Euro um. Nach Abzug der Steuern verbleibt eine Netto-Dividende von 91,06 €. Sie wurde mit Wertstellung 04.10.2021 überwiesen.

Dividendengutschrift Kimberly-Clark im Oktober 2021
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Perspektiven

Über Kimberly-Clark (KMB) wurde bei der letzten Quartalsdividende angeregt in den Kommentaren diskutiert. Einige Leser nutzten das auch zum Ausstieg aus der Aktie und lagen damit kurzfristig richtig.

Ich bin meiner Linie konsequent geblieben und habe die Aktien weiterhin im Depot. Und war an verschiedenen schwachen Börsentagen in den letzten drei Monaten auch sehr froh, dass sie dort liegt.

Denn auch mich stört natürlich das fehlende Umsatzwachstum in diesem Jahr bei KMB. Aber die Aktie ist so defensiv ausgerichtet, dass sie an schwachen Börsentagen regelrecht gesucht wurde und in meinem Depot wiederholt zu den Tagesgewinnern gehörte.

Klar, das nützt nur wenig, wenn die Aktie trotzdem in einem Abwärtstrend verharrt und an den meisten positiven Börsentagen eben nicht mit dem Markt steigt.

Und trotzdem fühlt es sich für mich gut an. An schwachen Tagen freue ich mich, dass nicht alles „rot“ ist und an den anderen Tagen stört es mich nicht, wenn manches „rot“ bzw. nicht grün ist. Und unterm Strich bin ich dann mit der Wertentwicklung meines Dividendendepots sehr zufrieden.

Es ist eben der Aktienmix, der diese Entwicklung und niedrige Volatilität begründet. Und insofern hat KMB weiterhin seinen Platz in meinem Depot.

Und in diesem Jahr hinkt die Aktie zwar der allgemeinen Entwicklung etwas hinterher, ist aber trotzdem knapp zweistellig prozentual im Plus. Und erfüllt damit meine Vorgaben.

Die letzten Quartalszahlen waren unterhalb der Erwartungen und insgesamt enttäuschend. Zwar stieg der Umsatz um 2%, organisch sank er aber um 3%.

Besonders negativ fiel die Prognose für das Gesamtjahr aus. Ursprünglich sollte der Umsatz um bis zu 1% steigen, mindestens aber konstant bleiben. Nun erwartet das Management einen Rückgang um bis zu 2%. Und der Gewinn je Aktie, der eigentlich 7,30 bis 7,55 US$ erreichen sollte, wird nur noch mit 6,65 bis 6,90 US$ erwartet.

Die Erwartungen waren auch schon im Quartal davor zurückgenommen worden. Ursprünglich war mal ein Gewinn je Aktie von 7,75 bis 8,00 US$ erwartet wurden. Dieses Ziel wird nun um 14% zurückgenommen. Das ist schon deutlich und zeigt den Gegenwind, dem KMB derzeit ausgesetzt ist. Hauptgrund sollen steigende Rohstoffkosten sein, insbesondere der Holzpreis war ja auch im ersten Halbjahr exorbitant gestiegen.

Das führt dann auch unmittelbar zu Einbußen bei den Aktionären. Denn die Aktienrückkäufe werden zurückgefahren. Statt der geplanten 650-750 Mio. US$ werden jetzt nur noch 400-450 Mio. US$ dafür in die Hand genommen.

Das wiederum ist besonders ärgerlich, denn gerade jetzt ist der Aktienkurs günstiger geworden und es hätten demnach mehr Aktien vom Markt genommen werden können.

Ich hatte bei der letzten Quartalszahlung meinen möglichen Nachkaufkurs mit 110 US$ taxiert. Nach dem angepassten Jahresausblick empfinde ich das nun aber als zu hoch. Ich würde erst bei Kursen unter 100 US$ an einen Nachkauf denken. Und das auch nur, weil im Juli aus Unilever ausgestiegen bin und deshalb in meinem Depot den Anteil der Konsumgüter durchaus wieder etwas erhöhen würde. Den Nahrungsmittelanteil (bei Unilever ja etwas die Hälfte des Umsatzes) hatte ich schon durch einen Nachkauf bei General Mills wieder aufgeholt.

Auf einen Blick:

Unternehmen:Kimberly-Clark Corporation
ISIN:US4943681035
Im Divantis-Depot seit:28.10.2016
Letzter Nachkauf am:--
Stückzahl im Divantis-Depot:125
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:105,41 €
Gesamtkaufpreis:13.176,55 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:1.669,63 €
Aktuelle Strategie:Halten und Dividende kassieren

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6 Gedanken zu „Nach der zweiten Prognosesenkung werde auch ich vorsichtiger“

  1. Hallo,
    KMB war einer der Gewinner der Pandemie, wo Mehl, Nudeln und Toilettenpapier gehortet wurde.
    Es war klar, dass der Umsatz sich irgendwann wieder dem systemischen Wachstum angleichen wird. Aus meiner Sicht passiert genau das bereits seit Ende 2020, daher ist die derzeitige Entwicklung keine Überraschung und sollte auch nicht zu negativ betrachtet werden.
    Ich schätze KMB als einen relativ risikoarmen, langweiligen Titel ein, also für bestimmte Anlegertypen gut geeignet.
    Das Risiko besteht hier lediglich darin, dass es zu einem größeren Käuferrückgang kommt, wenn die Marge nicht angepasst wird. Die Konkurrenz ist in diesem Sektor beachtlich.

    Viel Erfolg beim weiteren Investieren.
    Viele Grüße,
    MrTott

  2. Naja. Kimberly Clark ist halt keine Kursrakete. Da fehlt einfach das explosionsartige Wachstum. Ich habe nur 40 Stück im Depot und dabei bleibt es. Ich sehe aktuell weder eine Grund zu verkaufen noch nachzukaufen. Und so dramatisch schlecht sieht der Chart auch nicht aus. Dümpelt halt vor sich hin………..

  3. Vor etwa anderthalb jahren, als das öl und die ölakten (zb shell) auf ein historisches tief krachten, schrieb ich hier bei einen shell kurs von 11€ : „das ist eine jahrhundert chance!“
    Ich hab all the way down in die fallende kettensaege gegriffen, auch zb bei gazprom. Damals bin ich hier ausgelacht worden. ( Ich sag jetzt keine namen). Heute aber freue ich mich !!!!. Und mache eine weitere prognose : die ralley wird weitergehen. Ich rechne mit einem zukuenftigen oelpreis von 150.

    „Wer die Aktien nicht hat, wenn sie fallen, der hat sie auch nicht, wenn sie wieder steigen ! “
    (Kostolany)

  4. Hallo Ben,

    vor 3 Monaten habe ich meine Einschätzung zu Kimberly-Clark abgegeben, am 25.10.21 gibt K-C die neuen Quartalszahlen bekannt, wir werden dann unsere Entscheidung treffen.

    Letze Woche habe ich mit noch 20 Compleo zu 62,90€ gegönnt.

    Manfred, wir haben und hatten mehrere Fans von Kostolany in der Familie. In diesen Situationen muss man eine ruhige Hand bewahren. Wir haben auch bei Shell ordentlich zugegriffen, zu 11,28€, viel teurer als Du. Ebenso haben wir uns einen Posten MOWI zu 14,78€ gegönnt. Zudem habe wir noch andere aufgestockt.

    Wer Dich ausgelacht hat, habe ich nicht mitbekommen.

    Meine Meinung zum Ölpreis ist, kurzfristig kann er noch steigen, ob auf 150€, glaube ich nicht. Durch den Ausbau von erneuerbaren Energien wird der Ölpreis mittel- und langfristig sinken, die Erzeugerländer wie Russland brauchen Geld und schmeißen viel Öl und Gas auf den Markt.

    Ein schönes Wochenende,

    Peter

    1. Hallo Manfred, hallo Peter,

      Öl läuft aktuell gut und damit alle Erzeuger und Förderer. Da die erdölproduzierenden Länder dieses Mal ziemlich diszipliniert sind und ihr Quoten stabil halten, sehen wir diesen steigen Preis. Zum Pech für die Industrie und die Autofahrer und zum Glück für die Aktionäre in diesen Werten. Bei dem letzten extremen Ölpreisanstieg haben die amerikanische n Öl-Schiefer-Produzenten den Preis gedrückt, es gab ein Überangebot und die USA war zeitweise einer der größten Ölförderländer.

      Jetzt schaffen die OPEC & Co. noch die Quoten zu halten, der Druck aus USA wird aber stärker werden, abwarten was passiert.

      Persönlich sehe ich die Ölförderer und Ausrüster auch noch für die nächsten 6 Monate steigend positiv, dann muss man die Lage neu bewerten. Eine Shell über 20€ kann sicher noch etwas laufen, 22-23€ vielleicht auch 25€, weiß keiner. Aber auf dem Niveau würde ich eher schon an verkaufen denken. Gazprom kommt für mich aus dem falschen Land, kaufe ich daher nicht. kaufe statt dessen BP, Exxon, Chevron und würde auch gern SaudiAramco kaufen, geht nur leider immer noch nicht. Alle Ölaktien zahlen gute Dividenden, auch ein Aspekt.

      Bei der Diskussion um Ölpreise, sollte man auch daran denken, dass mit allen erneuerbaren Energien aus Wind + Sonne man einiges in der Mobilität tun kann, aber die ganze Industrie die Öl für ihre Produkte benötigt, die wird noch viele Jahrzehnte Erdöl benötigen, also schreibt das Öl nicht zu früh ab. aus Sonne und Wind kann man weder Kunststoffprodukte, Gummi, Kleidung, Kosmetika, und weitere 1.000de Produkte machen. Öl wird gebraucht.

      Ich finde Solar gut und grüne Ansätze, bin dazu aber auch pro Öl + pro Kohle eingestellt, wir brauchen alle Quellen: Sonne, Wind, Öl, Kohle, Gas immer mehr und auch Atomenergie. d.h. dass in einem guten Depot auch Werte sein sollten die alle diese Energien berücksichtigen – meine Meinung. Grüne Sicht ist oft nur eine Momentaufnahme aus eine komfortablen Position, statt dabei in Europa zu übertreiben sollte man sich eher um den Hunger vielen Ländern kümmern. Wenn ich nichts zu esse habe ist Umweltschutz noch Lichtjahre weg.

  5. Hi Peter, Hi Kohle-öl-Fan

    Den kostolani hab ich mehrere male selbst erlebt. Auf Seminaren u Vortraegen. Das buch „wunderland von geld u Boerse“ war mein einstieg in dieses wunderland. Und dann gab es noch den monatlichen kostolani beitrag im kapital. Eine ueberschrift lautete : “ der nächste crash kommt bestimmt !“ Das war in der oktoberausgabe 87. Hat dann nur noch 2-3 wochen gedauert. . . .

    Zum oelpreis : die erneuerbaren energien werden das oel nicht ersetzen. Sie tragen eher dazu bei, dass unser leben so aussieht, dass immer mehr strom benoetigt und konsummiert wird. Und die gesammten energiepreise werden bei diesem trent steigen, und steigen und … steigen. Ausserdem wird schon heute prognostiziert, dass 2050 etwa 25% mehr oel (wenn ich mich recht erinnere !?) benoetigt wird als heute. Trotz gruener energie. Auch zb um wasserstoff herzustellen.

    Ausserdem bedenke man zb, als analogie, dass die porto kosten immer weiter steigen, obwohl heute kaum noch jemand briefe schreibt. Es ist eine frage der kunden abhaengigkeit, was die preise steigen laesst. Und die sehe ich beim oel auch gegeben.

    Oelaktien wuerde ich nicht verkaufen. Lieber jahr fuer jahr dividende einstreichen. Ich schaetze die werden recht attraktiv bleiben, auf jahrzehnte hinaus.

    Uebrigens : eine immernoch sehr billige oelaktie ist sinopec. Aus china !!! Die wird aber immer mit angezogener handbremse fahren !

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