Was Dich hier erwartet:
Aus jedem Börsenmonat muss etwas Positives mitgenommen werden. Und über den März lässt sich immerhin sagen: Wir haben Börsengeschichte miterlebt!
Es war der schnellste Absturz aller Zeiten: innerhalb von 16 Tagen verlor der S&P 500 mehr als 20%. Der bisherige Rekord stammt von 1929, da dauerte es fast doppelt so lang (30 Tage). Außerdem hatten wir den Tag mit den höchsten Kursgewinnen seit 1933.
Und es gab zahlreiche Kaufgelegenheiten, oder auch nicht. Das ist Ansichtssache und wurde intensiv diskutiert. Ich blicke in diesem Beitrag auf meine Ein- und Ausgaben zurück und stelle meine Depotentwicklung dar.
Aktienkäufe
Ich habe im März meine Aktienkäufe deutlich erhöht und in 5 verschiedene Positionen insgesamt 7.418,21 € investiert:
18 Aktien Danone für 1.130,07 €
10 Aktien Swiss Re für 790,95 €
15 Aktien Allianz für 2.401,95
90 Aktien Veolia Environnement für 1.761,24 €
Aktienverkäufe
Auch im März habe ich keine Aktien verkauft.
Dividendenerträge
Im März waren noch keine Dividendenausfälle zu beklagen und so erhielt ich 767,58 € netto an Dividendenzahlungen. Gegenüber dem März 2019 ist das ein Plus von 22,8%. Dividenden erhielt ich im März von:
P2P-Kredite
Wie schon letzten Monat angekündigt, habe ich im März meine Investments in P2P-Kredite reduziert. Einmal um Liquidität für die Aktienkäufe zu haben und zum anderen, um flexibel auf weitere Kursrückgänge am Aktienmarkt reagieren zu können. Meinen Bestand in P2P-Kredite reduzierte ich daher auf 5.945,25 €. Meine P2P-Zinserträge betrugen immerhin noch 65,14 € brutto.
Die Auszahlungen wurden bei allen Plattformen zeitnah ausgeführt, ich spürte keinerlei Verwerfungen. Bei Mintos, Peerberry und viainvest habe ich die Auto-Invest-Funktion angehalten, so dass fällige Kredite nicht neu angelegt werden. Bei Bondora Go & Grow konnte ich direkt über das Guthaben verfügen.
Perspektivisch – wenn sich der Aktienmarkt beruhigt – werde ich wieder Geld auf die Plattformen einzahlen. Es hat sich jetzt gezeigt, dass die Korrelation zum Aktienmarkt gering ist. Und genauso hatte ich mir das vorgestellt. 6,75% Verzinsung bei sofortiger Verfügbarkeit – mein Favorit war und ist Bondora Go & Grow. (Anmerkung: aktuell gibt es Berichte, dass die sofortige Verfügbarkeit eingeschränkt wurde – siehe Kommentare!).
Verteilt auf die einzelnen Plattformen bin ich aktuell so investiert:
| Plattform | aktueller Stand | investierte P2P-Kredite | eröffnet |
|---|---|---|---|
| Mintos | 384 € | 0 (in Rückforderung) | 08/2018 |
| viainvest | 81 € | 7 | 11/2018 |
Detaillierte Infos zu meiner Strategie mit P2P-Krediten findest Du auf der Extra-Seite dazu. Mit folgenden Links kannst Du Dich ebenfalls bei den Plattformen anmelden – oftmals erhältst Du einen Bonus, in jedem Fall unterstützt Du den Divantis-Blog, ohne dass Dich das etwas extra kostet:
Mintos – Bei einem Investment von 500 € erhältst Du einen Bonus von 10 €, ab 1.000 € sind es 20 € und ab 2.500 € dann 30 €. 5.000 € Investment erhalten 60 € Bonus und ab 10.000 € sind es 1% und bis zu 1.000 € Bonus. Der Bonus wird nach 30 Tagen Investmentperiode gewertet und 10 Tage später gutgeschrieben.
PeerBerry
Viainvest – Investiere mindestens 50 € und erhalte einen Bonus von 10 €.
Estateguru – Du erhältst einen Bonus von 0,5% auf Deine Investitionen in den ersten drei Monaten
Debitum Network – bei einem Investment ab 250 € erhältst Du einen Bonus von 10 €.
Einkünfte aus Renten-ETFs
In diesem Beitrag hatte ich mein Rentenfonds-Portfolio dargestellt. Seitdem habe ich die Positionen noch deutlich aufgestockt, ein ausführliches Update veröffentliche im April. Die Erträge aus diesem Portfolio beliefen sich im März auf 57,00 € netto.
Depotperformance
Nach dem schwachen Februar (-7,9%) ging es im März weiter abwärts. Der Depotwert sank auf 343.610 €. Das ist ein Minus auf Monatsbasis von 11,8%. In absoluten Zahlen hatte mein Depot Kursverluste von 45.897 € zu verkraften.
Es gab aber auch im März mehrere Aktien, die positiv performten! Top-Wert war The Clorox Company mit +8,6% vor General Mills (+7,7%) und der BayWa (+5,8%).
Schwächste Titel waren Taylor Wimpey (-42%), Atlantia (-41%) und Welltower (-38,9%).
Die Volatilität des Depots lag bei 21,0%.
Immobilie
Bei meiner Wohnung in Leipzig gab es im März den ersten Mieteingang. Nach Abzug der Gebühr für die Sondereigentumsverwaltung erhielt ich eine Mieteinnahme von 864,25 € (inkl. Nebenkosten). Das Hausgeld wurde allerdings noch nicht abgebucht, so dass meine Nettomieteinnahme niedriger sein wird. Im März zahlte ich für den Immobilienkredit Zinsen in Höhe von 329,02 €.
Dividendenerhöhungen
Immerhin 5 Unternehmen meines Depots kündigten trotz der Corona-Krise noch Erhöhungen ihrer Dividenden an:
Veolia: Dividende von 0,92 € auf 1,00 € (+8,7%)
Terna: Schlussdividende von 0,1545 € auf 0,1653 € (+7,0%)
BayWa: Dividende von 0,90 € auf 0,95 € (+5,6%)
ENAV: Dividende von 0,1998 € auf 0,2094 € (+4,8%)
Talanx: von 1,45 € auf 1,50 € (+3,4%)
Tendenziell rechne ich aber auch mit einigen Kürzungen und/oder Streichungen in diesem Jahr. Den Anfang machte Taylor Wimpey mit der Ankündigung, die ursprünglich angekündigten Dividendenzahlungen für Mai und Juli auszusetzen. Zur November-Dividende wurde noch keine Aussage getroffen.
Jahresziele 2020
Für das Jahr 2020 habe ich mir verschiedene Ziele gesetzt, über deren Erreichung ich jeweils monatlich berichte:
| Status | Trend | |
| Netto-Dividendenerträge von 11.000 € | 2.373,19 € | negativ |
| Aktienkäufe für 18.000 € | 16.716,38 € | positiv |
| Depot wächst auf mindestens 52 Titel | 50 | positiv |
| Bestand von 20.000 € in P2P-Krediten | 5.945,25 € | negativ |
| Transaktionsgebühren unter 100 € p.a. | 41,85 € | positiv |
Der Corona-Crash hat gezeigt, wie richtig es ist, mir keine Ziele für den Depotwert zu setzen. Da viele Dividendenzahlungen in Frage stehen, sehe ich das Jahresziel als stark gefährdet an. Ebenso wird mein Ziel für P2P-Kredite nur noch schwer zu erreichen sein. Vermutlich werde ich dafür das Ziel für Aktienkäufe aber übertreffen. Und das ist dann auch in Ordnung so, da ich die P2P-Kredite teilweise auch als „Parkplatz“ für spätere Aktienkäufe gesehen habe.
Ausblick auf April 2020
Die Corona-Pandemie wird uns auch im April weiter im Griff haben. Weltweit haben führende Industrienationen ihre Produktion heruntergefahren, Einzelhändler haben geschlossen und Ausgangssperren und/oder Kontaktverbote sind die Regel.
Reihenweise kassieren Aktiengesellschaften ihre Jahresprognosen, wagen aber noch keinen neuen Ausblick. Das ist absolut verständlich, denn niemand weiß aktuell, wie lang der Shutdown noch andauern wird.
Mit dieser Unsicherheit müssen wir erst mal leben. Für die Börse bedeutet Unsicherheit eine erhöhte Volatilität. Bei Hoffnungsschimmern sind positive Tage möglich, aber ansonsten wird Zurückhaltung gepflegt.
Ich möchte es wie im März halten: eigentlich zuschauen und abwarten, bis sich alles beruhigt hat. Aber bei Kursen von Qualitätsaktien, die einfach nicht normal sind, vereinzelte Nachkäufe tätigen.
Ich muss nicht investieren, mein Depot ist groß genug. Aber von manchen Aktien hätte ich gerne mehr Stücke in meinem Depot. Und wenn diese gerade günstig sind, dann kaufe ich auch. Immer im Rahmen meiner Liquidität und in begrenztem Maße.
Und es kann sein, dass es sie im Mai noch günstiger gibt. Aber was soll’s? Wenn sie im April 2021 höher stehen, dann ist mir das doch egal. Ich bin Langfristanleger und investiere in nachhaltige Geschäftsmodelle. Keine Spekulationen und deshalb brauche ich auch nicht die Tiefstpunkte für meinen Kauf. Die kennen wir sowieso erst später und wenn ich immer darauf warte, dann kaufe ich nie.
In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen spannenden Börsen-April und vor allem gute Gesundheit und immer ausreichend Klopapier!


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