Massive Dividendenerhöhung entschädigt für schwache Kursperformance

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So hatte sich das Management der Aktie das wahrscheinlich nicht vorgestellt. Denn bei Ankündigung der jüngsten Dividendenerhöhung war von Kursschwäche noch nichts zu spüren.

Mittlerweile hat sich aber die Börsenrealität gewandelt und der breite Markt zeigt deutliche Schwächen. Und mit ihr – nahezu im Gleichklang – die Aktie.

Einem bewussten Anleger wie mir ist das herzlich egal. Ich sehe meine Investmentthese durch die Dividendenanhebung gestärkt und denke viel eher darüber nach, ob nun eine gute Nachkaufgelegenheit gekommen ist.

Denn das Unternehmen ist ja weiterhin gesund und wird auch dann, wenn die Märkte wieder steigen, auf seinen Wachstumspfad zurückkehren.

Wie ich mich jetzt konkret positioniere und wie viel mehr Dividende es gegeben hat, erfährst Du in diesem Beitrag.

Durch den Kursrückgang ist BlackRock unter meinen größten US-Aktien auf den 4. Platz hinter Microsoft, Johnson & Johnson und PepsiCo zurückgefallen. Der Depotanteil im Dividendendepot ist auf 3,8% gefallen, vor 3 Monaten waren es noch 4,3%. Den größten Vermögensverwalter der Welt habe ich hier ausführlich vorgestellt.

Die Performance der Aktie in den letzten Jahren ist überaus beeindruckend. Der Corona-Crash ist im 1. Quartal 2020 nur klein gewesen und war schon zur Jahresmitte erledigt. Seitdem geht es schnurstracks aufwärts. Mit Ausnahme des 2. Halbjahres 2021, aber dazu mehr bei den Perspektiven:

BlackRock 3-Jahres-Chart in USD
BlackRock 3-Jahres-Chart in USD

Dividendenzahlung

BlackRock zahlt erstmals eine Quartalsdividende von 4,88 US$ je Aktie (zuvor: 4,13 US$). Das ist eine Erhöhung um 18,2%. Für die 25 Aktien in meinem Depot ergibt das Brutto-Dividende von 122 US$. Die onvista bank rechnete zum Kurs von 1,1091 in Euro um. Nach Abzug der Steuern verbleibt eine Netto-Dividende von 81,89 €. Sie wurde mit Wertstellung 23.03.2022 überwiesen.

Dividendengutschrift BlackRock im März 2022

Perspektiven

Seit Mitte November letzten Jahres geht es mit der BlackRock-Aktie abwärts. Die Jahresendrallye hat sie verpasst, dafür den Abverkauf zum Jahresbeginn und bis zum Putin-Einmarsch in die Ukraine voll mitgemacht.

Vom Höchststand bei 969 US$ war die Aktie bei der Dividendenankündigung Mitte Januar gerade einmal 100 US$ entfernt. Mittlerweile sind es über 200 US$ und eine Besserung ist kurzfristig nicht in Sicht.

Bei einem Aktienkurs von 769 US$ beträgt die Dividendenrendite nach der Anhebung aber durchaus attraktive 2,6%. Attraktiv deshalb, weil die Steigerungsraten überdurchschnittlich sind.

Bei meinem letzten Nachkauf Anfang 2020 zahlte ich 529 US$ je Aktie. Damals lag die Dividende noch bei 3,30 US$. Und die Dividendenrendite damit bei 2,5%. Heute – nach nur 2 Jahren Haltedauer – sind es schon 3,7% Dividendenrendite auf meinen damaligen Einstand.

Nun weiß ich natürlich nicht, ob die Steigerungen in diesem Tempo beibehalten werden. Aber das Ausgangsniveau ist jetzt schon ein bißchen höher und damit könnte bei einem heutigen Kauf in 2 Jahren ebenfalls ein ähnlicher Wert erzielt werden.

Aber was nützt die Dividendenrendite, wenn der Aktienkurs entsprechend nachgibt? Auch hier sehe ich auf dem aktuellen Niveau weniger Rückschlagspotenzial als noch vor einigen Monaten.

Denn klar ist, BlackRock profitiert von steigenden Aktienmärkten. Denn damit steigen die Assets Under Management ohne Akquisitionen. Und damit auch die Managementgebühren für die Finanzprodukte.

Die letzten Quartalszahlen haben die Entwicklung bestätigt. Im letzten Quartal 2021 steigerte BlackRock das verwaltete Vermögen um 15% auf 10 Billionen US$. Der Umsatz stieg um 14% auf 5,1 Mrd. US$ und der operative Gewinn um 10%. Allerdings sank die operative Marge von 41,3% auf 39,9%.

Im Gesamtjahr schaffte BlackRock so beeindruckende Zahlen: Umsatzsteigerung um 20% auf 19,3 Mrd. US$, Steigerung des operativen Gewinns um 31% auf 7,4 Mrd. US$. Und Steigerung des (angepassten) Gewinns je Aktie um 20% auf 38,22 US$ je Aktie.

Damit liegt das 2021er-Kurs-Gewinn-Verhältnis derzeit bei 19,8. Das ist angesichts des Wachstums nicht teuer.

Fraglich ist nur, ob das Wachstum so anhält. Eine Prognose für 2022 hat BlackRock bisher nicht veröffentlicht. Analysten erwarten im Durchschnitt einen Gewinn je Aktie von 42,31 US$. Das wäre ein Wachstum von 10,7%.

Damit wird die Bewertung dann schon etwas ambitionierter – trotz des jüngsten Kursrückgangs. Aber für die Nr. 1 unter den Vermögensverwaltern wird schon seit einiger Zeit eine Prämie bezahlt. Und BlackRock hat die hohe Bewertung bisher stets gerechtfertigt.

Mich juckt es schon in den Fingern, einen Nachkauf zu tätigen. Denn warum sollen die 25 Aktien in meinem Depot das Ende der Fahnenstange sein? Aber mir ist bewusst, dass die Aktie stark mit dem allgemeinen Markt korreliert. BlackRock ist damit immer auch eine Wette auf einen steigenden Aktienmarkt. Und da bin ich im Moment nicht so optimistisch eingestellt.

Ich beschränke mich deshalb selbst und würde BlackRock erst wieder bei Kursen um 500 US$ nachkaufen. Dann müsste nämlich das Potenzial die Risiken deutlich überwiegen. Ich warte also einfach ab und freue mich weiter auf die attraktiven Dividendenzahlungen.

Auf einen Blick:

Unternehmen:BlackRock
ISIN:US09247X1019
Im Divantis-Depot seit:04.04.2017
Letzter Nachkauf am:15.01.2020
Stückzahl im Divantis-Depot:25
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:395,74 €
Gesamtkaufpreis:9.893,58 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:1.137,45 €
Aktuelle Strategie:Halten und Dividende kassieren

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Ein Gedanke zu „Massive Dividendenerhöhung entschädigt für schwache Kursperformance“

  1. Ich wollte schon so oft diese Aktie kaufen und irgendwie gab es immer eine noch interessantere Aktie oder sie war mir einfach zu teuer. Tja blöd gelaufen aber später ist man ja immer schlauer.

    Bin heute mit einer kleine Position mal eingestiegen, wenn das Wachstum irgendwo zwischen 8-12% bleibt ist der Kurs auch gerechtfertigt.

    In 10 Jahren wird dann abgerechnet. Und da bin ich sehr zuversichtlich.

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