Leserdepot vorgestellt: James

Bulle-Börse-Frankfurt
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Mit dem heutigen Beitrag startet die neue Kategorie „Leserdepot“, in der Leser des Divantis-Blogs ihr Depot der Community vorstellen.

Eröffnet wird die Reihe durch den fleißigen Kommentator James. Sein Angebot, sich und sein Depot sowie seine Kaufmotive ausführlicher vorzustellen, habe ich gerne angenommen. Einige seiner Werte finden sich auch im Divantis-Depot und deshalb ist es spannend über seine Herangehensweise zu lesen. Ich bedanke mich sehr herzlich bei James für seine Offenheit und wünsche Dir viel Spaß bei diesem Blick hinter die Kulissen eines Lesers!

Vorhang auf für das erste Leserdepot:

Hallo liebe Divantis-Gemeinde, 

nachdem ich nun schon länger bei Ben mitlese und kommentiere kam mir letztens (wie in einem Kommentar erwähnt) die Idee, eine Art Leserbrief zu machen. Dem komme ich nun hiermit nach. Zuerst einmal vielen herzlichen Dank an dich Ben, dass du dies ermöglichst und ich hier zum Blog etwas beitragen kann.

Zu meiner Person

Kurz zu mir: Ich bin 27 und komme aus dem schönen München. Mein Arbeitsleben begann mit einer Ausbildung, gefolgt von dem Fachabitur und letztlich endete es in einem berufsbegleitenden BWL Studium. Mittlerweile bin ich in einer Festanstellung in der Automobilindustrie angekommen. Ich möchte keine Minute missen und bin überzeugt, dass das ein sehr guter Weg für junge Leute ist sowohl praktische als auch theoretische Erfahrungen zu sammeln (dies mal abseits von Börse und Geldanlage). 

Wie alles anfing

Zum Thema Aktien bzw. Geldanlage kam ich doch sehr früh. Bereits im Alter von 10 Jahren (2002) hatte ich meine ersten eigenen Aktien in meinem Depot. Nicht weil ich davon so viel Ahnung hatte, sondern weil mein Vater sich damit beschäftigte und mir immer mal wieder gezeigt und erzählt hat was so passiert. Letztlich ist der Wert „Bombardier“ in meinem Depot gelandet, was das für ein Unternehmen ist, was sie machen und zu welchem Kurs ich kaufte wusste ich gar nicht. All das hat mein Vater erledigt, Ziel dieses Investments war es nicht Unmengen an Geld zu verdienen, sondern mir schon in jungen Jahren das sparen, investieren sowie den richtigen Umgang mit Geld beizubringen. Ich denke diese Lektion habe ich früh gelernt und bin sehr dankbar, dass es so gekommen ist. Wer sich den Kurs über die vergangenen Jahre anschaut sieht sofort, dass das eine reine und absolute Katastrophe war bzw ist! Der Wert hat es jedoch tatsächlich bis 2011 geschafft im Depot zu bleiben. Dort gab es die erste Investition in ein eigenes Auto weshalb das Depot weichen musste. Da ich zeitgleich die Ausbildung begann wurde ich durch meine sehr sparsame Art immer liquider bis ich ab 2014 selbstständig und mit sehr viel Enthusiasmus mich um mein Depot kümmere. Der Enthusiasmus ist bis heute da, ich lese regelmäßig Börsen Bücher, diverse Blogs verfolge Wirtschaftsnachrichten sowie die einschlägigen Portale. Durch mein jetziges Verständnis der Börse wie alles zusammenhängt zum Thema Zinsen / Aktien / Geldanlage / Asset Allocation bin ich der festen Überzeugung, dass es machbar ist das ich nicht bis 67 arbeiten gehen werde, sondern früher „das Handtuch schmeiße“. Trotz all der Sparsamkeit darf das Leben nicht zu kurz kommen und man muss sich diverse Dinge leisten, so habe ich dies zwischen meinem Studium und Job mit einer 3-monatigen Backpacking Reise durch Süd-Ost-Asien gemacht, die wohl schönste Zeit meines Lebens bis dato. 

Mein Depot

Nun zum Depot und deren chronologischem Aufbau, Mitte 2014 in / nach der Ausbildung kamen direkt die ersten Werte ins Depot. Eine Strategie was ich wie und wo anlege hatte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht bzw. nicht so wie ich es mir gewünscht hätte. Daher sind die Münchner Rück sowie Coca-Cola die beiden ersten auserwählten Werte gewesen. Coca-Cola aufgrund des Namens bzw.  Bekanntheitsgrades und die Münchner Rück um ehrlich zu sein wegen der damals höchsten Dividendenrendite im DAX ;) Je mehr ich von den deutschen Dividenden las, desto begeisterter wurde ich aufgrund der nicht vorhandenen Quellensteuer. Deshalb hat es dann rasch noch BASF als Chemieriese in das Depot geschafft. An Weihnachten 2014 habe ich mich dann mit dem DOW Wert AT&T beschenkt da er wie die Münchner Rück die höchste Dividendenrendite im DOW ausgewiesen hat. Wie man erkennt hatte ich damals noch einen Drang nach hohen Dividenden. Langsam durch viel lesen und lernen habe ich dann verstanden was ich wollte und legte entsprechend mein Geld an. Ich wollte ein stabiles Geschäft haben das eine feste Größe bei einer Rezession ist, langfristig Umsatz und Gewinn steigert und die Dividende mindestens nicht kürzt jedoch eher jährlich steigert. 

So war es nicht verwunderlich das im Jahr 2015 genau solche defensive aber durchaus auch wachstumsstarke Werte den Weg ins Depot gefunden habe JNJ, Novo Nordisk, Nestle, Walt Disney, Becton Dickinson, Procter & Gamble, Colgate! Damit haben ich mein bis dato bescheidenes Depot langsam Währungs- und Branchen spezifisch diversifiziert. Nestle musste später im Jahr 2017 das Depot verlassen, da ich es nicht ertragen konnte 35% Quellensteuer zu zahlen, die Position war aber auch deutlich die kleinste weshalb es nicht so ins Gewicht gefallen ist (Nestle war mein 2ter Verkauf nach Bombardier und ist dies auch bis heute noch!). Nun Ende 2015 kamen Investment- „Fehler“ die ich bis heute bereue und mir vorgenommen, dass diese nicht mehr vorkommt. Es handelte sich um einen Wert auf meiner Watchlist Stryker, ich hatte eine Kauforder zu 92€ im Markt liegen während die Aktie bei rund 94€ stand. Naja was soll ich sagen, meine 92€ Kaufkurs hat der Wert bis heute nicht erreicht und ich schaue weiterhin hinterher. Ebenso bei Danaher hatte ich die Kauforder 3 Tage vor der Übernahme des GE Teiles gemacht, leider ging der Kurs danach bis heute um rund 35% rauf. Da es ja nicht bei wenigen Fehler bleiben soll habe ich den Fehler konsequent auch bei Visa durchgezogen als der Wert bei 60€ längere Zeit rumdümpelte und ich zu knausrig bei der Order war. Ich werde somit ab sofort, wenn ich einen Wert unbedingt haben möchte kein Limit mehr in den Markt legen, sondern direkt zuschlagen. Es gab bisher keinen schlechten Zeitpunkt Stryker, Danaher und Visa zu kaufen. 

Meine nächsten Käufe Ende 2015 bzw Anfang 2016 waren durch meine USA Reise geprägt. An jeder und ich meine wirklich jeder Ecke in New York gab es einen CVS Health Store. Hier finden man von trinken, Kosmetik über einen Hammer alles was man benötigt. Nachdem die Läden immer brechend voll waren ist CVS Health dann nach dem Kursrückgang >100 auf ca 90€ ins Depot gewandert. Gründe für den Kauf war zum einen der subjektive Aspekt durch meine Reise wie auch die objektive Analyse der Zahlen (Gewinn / Umsatz und Dividende ordentlich gewachsen). Der andere Wert war Nike hier war ich schon immer begeistert von der Marke und in USA wurde da Gefühl bestärkt das es eine der stärksten Marken der Welt ist, daher habe ich gekauft. 

Mein bisher bester Kauf

Nun mein bisher bester Kauf, Microsoft Mitte 2016. ich war mitten in meinem Studium und sah mir mal wieder mein Depot an, da fiel mir auf das ich mich keinen IT Wert im Depot hatte, aber in der realen Welt nichts ohne IT funktioniert. Es gab die Optionen Microsoft, SAP sowie Apple und ich entschied mich für Microsoft da ich privat mir ein neues Surface gekauft hatte ;) Das der Kurs damals mit 45€ aus heutigen Standpunkt gesehen „geschenkt“ war habe ich damals gar nicht so wahrgenommen, da MSFT Jahre lang vor sich hindümpelte. 

Neben Microsoft hat es dann direkt noch Hormel Foods ins Depot geschafft, den Wert habe ich nicht gekannt und im Stuttgarter Aktienbrief gelesen. Danach selbst schlau gemacht und viel recherchiert. Nach kurzer Zeit ist der Wert im Depot gelandet (hohes Umsatz und Gewinnwachstum, hohe Dividenden Steigerungen und diese auch dauerhaft über 50 Jahre – was will man mehr ?!) 

Den nächsten Wert habe ich zufällig in einer Analyse gelesen wo die besten Konsumgüter Hersteller verglichen wurden und Church & Dwight mit Abstand am besten angeschnitten hat. Ich habe somit dann schnell 2 Tranchen für 42 & 37€ eingesammelt. Die Aktie ist ein Ruhepol und gibt es nur sehr selten wie derzeit rund 15% vom Top ab! Hier können die Interessenten Durchaus noch einen Blick drauf werfen (bitte vorher eigene Recherchen durchführen!). Nun folgte eine längere Pause mit Neukäufen bei Aktien ich stocke den ein oder anderen Wert auf. Mitte 2017 kurz vor der Dividenden Ankündigung habe ich dann Altria ins Depot geholt nachdem sie von 73€ auf 55€ gefallen waren und die Dividendenrendite entsprechend hoch war. Ich sah und sehe die Aussichten weiterhin als super an, weshalb ich bis heute noch 2x aufgestockt habe! Nicht nur Altria musste dieses Jahr im Kurs Einbußen hinnehmen, sondern auch Fresenius ist deutlich rund 50% vom Top zurückgekommen. Hier habe ich ein „super“ Timing hingelegt. Ich kaufe für 50€ und am nächsten Tag gab es den Hinweis nicht mehr so stark zu wachsen wie zuvor, weshalb die Aktie am nächsten Tag auf 38€ abstürze! Ich hielt den Absturz für deutlich zu hoch und kaufte direkt nochmal für die gleiche Summe nach! 

Käufe im Jahr 2019

Das Jahr 2019 geht besonnen los und ich kaufte mir den zurück gekommenen Wert 3M, gerne hätte ich hier bei mehr liquiden Mittel zu 140€ nochmals aufgestockt aber das war nicht machbar aufgrund einer möglichen Immobilie die als Gedanke anstand. Nachdem nun über das Jahr hinweg das Thema Immobilie ganz oben stand habe ich das im September vorerst weggeschoben und investiere wieder. So hat es gleich die ebenfalls stark gebeutelte Abbvie ins Depot geschafft! Leider erst zu 71€ statt zu 58€ wo ich sie gefühlt täglich beobachtet hatte, aber ich bin sehr überzeugt von dem Unternehmen. Es hat einen sehr hohen CashFlow und durch die Übernahme von Allergan eine gute Pipeline. 

Aktueller Depotstand

Somit hat sich nun mein derzeit aktuelles Depot entwickelt, dies habe ich nun seit geraumer Zeit auch recht aktuell im Wertpapier Forum veröffentlicht!

Depotaufstellung James Stand 01.11.2019
*Stand 01.11.2019

Meine Watchlist

Auf meiner aktuellen Watchlist stehen eine derzeit nicht ganz billige aber durchaus von hoher Qualität geprägte Werte! Stryker, Danaher, Ecolab, ITW, Cantel Medical, Coloplast und Visa / Mastercard.

Mein Plan für das nächste Jahr ist der Kauf von Stryker, Danaher, Ecolab und ggfs ein weiterer Wert. Aufstocken möchte ich derzeit nicht zwangsläufig einen Wert, dies würde ich nur machen, wenn der Wert deutlich nachgibt aber sich grundsätzlich nichts am Geschäftsmodell geändert hat. 

Ich freue mich auf eine offene Diskussion mit euch und beantworte gerne jede eurer möglichen Fragen.

Gruß

James

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21 Gedanken zu „Leserdepot vorgestellt: James“

  1. Hallo Ben. Hallo James.

    Interessantes neues Format, toller Beitrag und ein solides Depot. :-) Ich denke, du bist auf einen guten Weg, James.

    Viele der aufgelisteten und erwähnten Aktien stehen auch auf meiner Beobachtungs- und Wunschliste. Ich denke, es sind im Großen und Ganzen Unternehmen, mit denen man gut schlafen kann.

    Deine „Fehler“ z.B. hinsichtlich Stryker, VISA… kann ich gut nachvollziehen. Es gibt einfach Aktien, die scheinen permanent zu steigen und sind gefühlt immer zu teuer… Hier versuche ich mir das Mindset bzw. die Strategie anzugewöhnen, in starke und solide, aber auch teure Unternehmen zuerst mit einer kleinen Starterposition einzusteige, quasi um erst einmal einen Fuß in der Tür zu haben, und bei Rücksetzern dann einfach nachzukaufen, z.B. wenn der breite Markt korrigiert. Für gewöhnlich schaue ich mir dazu auch die Drawdown-Charts der einzelnen Unternehmen an um abschätzen zu können, mit welchen Rücksetzern je Aktie üblicherweise zu rechnen ist. Beispielsweise korrigiert eine Chruch & Dwight überlicherweise nicht viel mehr als 15 % vom letzten Hoch. Wer die Aktie mit einem Rücksetzer von 20 % ergattern kann, hatte in der Vergangenheit Glück und selbst in der Finanzkrise 2008/2009 ging es nicht einmal 30 % zurück. So scheint jeder Aktie ihre Eigenheiten zu haben.

    Wünsche dir für die Zukunft alles Gute.
    Weiterhin freue ich mich auf die nächsten Depotvorstellungen, Ben.

    Viele Grüße,
    whirlwind.

    1. Danke für die Einblicke und den Kommentar. Ich würde auch die „Fehler“ nicht als solche bezeichnen. Timing is eben ne bitch ;-) Hab mich dennoch bei einigen Aktionen wiedergefunden.

      Z.B. Beim Timing für den richtigen Einstieg tue ich mich vom Mindset auch extrem schwer. Hab jetzt damit begonnen einen Sparplan für solche Werte anzulegen. Microsoft und Visa waren mir für den Einstieg zu teuer und ich bin über Sparpläne eingestiegen. Seit dem sind die Werte trotzdem regelmäßig gestiegen und ich habe eine gute Starterposition. Bei 3M bin ich genauso vorgegangen, allerdings eher weil ich unsicher war wie weit die aktie in 2019 noch fallen wird.

  2. Danke James für deine Offenheit über dein Depot!

    Mit 27 bist du mit diesem Depot auf einem guten Weg und deine Entscheidungen die manchmal einfach persönlich sind gefallen mir auch gut. Ich binsehr gespannt wo du mit 50 stehst und ob du deine Strategie beibehälst. Ein Update in einem oder 2 Jahren würde mich auch sehr interessieren.

  3. Ist doch ein ziemlich geiles Depot! Gefällt mir sehr gut von der Titelauswahl (bis auf die Kippenfirma). Vielleicht ein wenig zu undiversifiziert was Währungen angeht, die genaue Gewichtung kennen wir ja nicht. Muss aber auch kein Nachteil sein.

    1. Hi James,
      ich halte auch nicht viel von Limits. Weder beim Kauf noch Verkauf. Habe bei Stopp-Loss auch schon die Erfahrung gemacht direkt am unteren Wendepunkt ausgestoppt worden zu sein und musste dann hinterhergucken…Oder eben wie du den Kauf verpasst. Lieber manuell überwachen ob es fundamentale Gründe für Kauf oder Verkauf gibt.

  4. Sehr interessantes und solides Depot. Mit 27 Jahren eine beachtliche Leistung, insbesondere durch die sehr wenigen Verkäufe. Diese Selbstbeherrschung habe ich bis heute noch nicht erreicht. Mir persönlich ist der Tech-Sektor etwas zu niedrig abgebildet. Auch eine Gewichtung von hier über 10% wären mir ein Dorn im Auge, was vermutlich aber sehr mit der absoluten Depotgröße zusammenhängt? Darf man hier nachfragen, wie das Verhältnis von Depotgröße und jährlicher Sparrate ist? Weitere Werte zur Diversifikation kaufen, ist super, dadurch wir ja die Gewichtung ausgeglichener.
    Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg. Du bist auf einem sehr sehr guten Weg.

  5. Hut ab, mit 27 Jahren schon so ein Depot zu haben und sich überhaupt in dem Alter für Aktien zu begeistern, ist schon eine Leistung. Die dazugehörige Selbstbeherrschung, ( s.o. Stefan ) ist auch eine hohe Kür, vielleicht sogar eine der wichtigsten.

    Wie ich aber finde, würden im Pharmabereich eher 2 – max. 3 Aktien völlig ausreichend sein ( sog. Klumpenrisiko ), gilt analog für den Konsumgüterbereich ( ist ja super aufgrund des „frühen“ Einstiegs bei dir gelaufen ), der ja aufgrund der gegebenen ( u.a. weltpolitischen ) Unsicherheiten hochgehypt wurde auf zu hohe KGV‘s. Ob der vermeintlich sichere Hafen in der Krise diese hohen KGV‘s rechtfertigt ? Gegessen, getrunken wird immer ?
    Ein abgedroschenes Argument, anwendbar für viele Geschäftsmodelle. Ich habe nur einen Turnaround als Lebensmittelhersteller im Depot : Kraft Heinz. Alle anderen waren mir in 2019 absolut zu teuer.
    Es fehlen die Techfirmen, müssen nicht alle Fangaktien sein, aber Apple wäre schon sehr empfehlenswert. Alibaba ? Ein werdender Gigant !
    Wenn du schon auf Nummer sicher gehen willst, dann sollte mindestens jeweils 1 Ver – und 1 Entsorger mit rein ( Strom, Wasser, Müll, Schädlingsbekämpfung etc. ). Günstigen RWE Einstieg hast du ja anscheinend verpasst.
    Als Balance nehme ich z.B. immer einige wenige Turnarounds mit in mein Depot, wenn die mal abgehen ( sollten ), sind das die Pusher schlechthin.
    Außerdem : Du schaust auf Dividenden ? Warum kein Öl ? Zigaretten ?
    Mal anders gefragt : Ist eine Nestle etwa ökologisch, weil sie sich seit einigen Jahren ganz ganz plötzlich auf den Naturschutz / Nachhaltigkeit besinnt ? Geredet wird davon, aber was macht Nestle in der dritten Welt mit der Natur ? Gilt auch für andere Großkonzerne, die sich unter dem Deckmantel des Ökologischen verstecken ( und die Umwelt im Stillen weiter verpesten / ausbeuten ). Keiner ist unfehlbar, was das angeht.
    Aber, es ist ja auch viel einfacher die Ölkonzerne / Tabak / Alkohol zu verdammen. Denn da steht‘s ja bereits im Firmennamen, man benötigt keinerlei Recherche, um das Übel zu benennen. Schön bequem. Sollte man als aufmerksamer Aktionär aber nicht sein. Vielleicht mal schauen, was andere Konzerne für Ökoscheiße bauen – und nicht immer den Finger auf Tabak etc zeigen.
    Also, ich habe viele Öl – und Tabakaktien, wenn ich mehr Geld hätte, würde ich mir auch noch Alkoholaktien dazu kaufen. Wenn schon nichts mehr anderes läuft in der ( Schank) Wirtschaft, aber geraucht + gesoffen wird auch noch in 80 Jahren.
    Dir weiterhin viel Erfolg mit deinem Depot.

  6. Vielen dank für euer Feedback!! Gerne möchte ich auf eure Punkte eingehen.

    @Whirlwind: Ja meine „Fehler“ steigen permanent wobei Ecolab und Stryker derzeit leicht zurückgekommen sind. Aktuell hat Stryker die Dividende um 11% angehoben, Ecolab heute lediglich um 2%. Genau die Idee des Fuß in der Türe stellen, ist meine Intention für 2020 bei den genannten Werten! Den Drawdown bzw. dessen Chart schaue ich nicht an, wo kann ich diese den anschauen? Wäre schon spannend zu wissen wie viel ein Wert so ca korrigiert hat in der Vergangenheit.

    @Rina: Vielen Dank für die Blumen. Es freut mich, dass das Depot und die Offenheit gut ankommt. Ich wollte damit auch die anderen Leser motivieren dies ggfs. zu machen, so können wir voneinander lernen!
    Gerne kann ich wie gewünscht ein Update zum, Depot geben. Für zwischenzeitliche Updates kannst du ja auf den Wertpapier-Forumslink im Beitrag gehen, dort update ich in regelmäßigen Abständen das Depot. 

    @Fred: Warum gefällt dir Altria nicht? Derzeit günstig bewertet, Div. Aristokrat, Raucher gibt es immer etc. Es gibt viele Gründe Altria zu halten. Recht gebe ich dir uneingeschränkt was die Währungen angeht. Jedoch sehe ich es nicht ein wie bei Neste 35% Steuern auf die Dividenden zu zahlen, ähnliches in Frankreich. Ansonsten gäbe es durchaus schöne Firmen noch zum einsammeln.
    Welche spannenden Firmen ohne diese Problematik siehst du derzeit noch?

    @Stefan: Vielen Dank das freut mich zu hören! Ja der Tech-Sektor ist definitiv zu gering gewichtet, nur welche Firma ist hier derzeit noch so bewertet, dass sich ein Kauf aufdrängt? Selbstverständlich kannst du das fragen, das Verhältnis von Depotgröße und jährlicher Sparrate ist ungefähr 1 zu 14 so ganz grob, wobei das von Jahr zu Jahr aufgrund diverser Themen und Einkommen schwankt. Wie es in Zukunft ist sehe ich sobald sich alles eingespielt hat.

    @Michael: Ja, die Selbstbeherrschung ist schon sehr wichtig und ich hatte hier eben das Glück früh zu lernen. Ja es besteht in gewisser Weise ein Klumpen Risiko, aber das gehe ich bewusst ein. Wie du schreibst für den Konsumgüterbereich denke ich mir (Gegessen, getrunken wird immer), für den Pharmabereich sehe ich das Thema Demografie als Treiber. Die Menschen werden immer mehr und älter, hier helfen die Pharmakonzerne und verdienen daher langfristig! Empfindest du einige Konsumwerte derzeit als hoch bewertet vom KGV? Klar ein paar schon, aber nicht in der Breite in meinen Augen.
    Du siehst Apple zu aktuellen Kursen immer noch als empfehlenswert an? Spanend, ich sehe Apple nach dem Anstieg zuletzt als „fair“ bewertet an aber durchaus schon gut gelaufen das mittelfristige Potential sehe ich daher als überschaubar an. Alibaba ist schon spannend keine Frage, ich habe sie im Blick aber kann das Unternehmen im Ganzen nicht einschätzen. Frage ist halt ob es hier nicht cleverer ist auf Amazon zu setzen?! Von Ver – und Entsorgern bin ich kein Fan, eine günstige RWE und sowas kommt mir nicht ins Depot! Hier würde ich dann wieder nach USA schielen Richtung Nextera Energy, ansonsten fällt mir hier nichts ein wo ich langfristig halten möchte.
    Ja Turnarounds sind schon spannend, Kraft Heiz hätte sich hier angeboten aber wollte den Konsumgüterbereich nicht noch weiter ausbauen. Welche Turnarounds siehst du aktuell noch? Ja ich schaue auf Dividende aber nicht mehr wie früher. Öl kommt durch RDS sicher noch ins Depot keine Frage. Zigaretten habe ich doch mit Altria ordentlich abgedeckt oder findest du das als zu gering?
    Thema Ökologie und Nachhaltigkeit sind moralische Bereiche. Ich denke sehr wenige Firmen sind hier 1a. Es gibt einen Nachhaltigkeitsindex aber wie nachhaltig alle darin enthaltenen Firmen wirklich sind halte ich für fraglich
    Alkoholwerte sehe ich auch als spannend an, vor allem Diageo!

    Viele grüße
    Jams

      1. Fresenius und BASF habe ich beide schon im Depot, ein Nachkauf hätte sich bei BASF angeboten, hier fand ich aber Altria / Abbvie / CVS günstiger zum Nachkaufen!
        Techwert Nutanix kenne ich gar nicht, magst du da drüber mal ein paar Worte verlieren?

  7. Hallo James,

    klar die Kippenfirmen sind jetzt aus Unternehmenssicht nicht unbedingt schlecht aufgestellt. Hier ist einfach für mich eine rote Linie, da ich selbst aus einen Raucherhaushalt komme und im Teenager alter auch eine ordentliche Raucherkarriere hingelegt habe. Hätte ich mal die Kohle in die Tabakfirmen investiert, wäre ich wohl schon weitaus vermögender. Ich bin selbst auch von liberaler Prägung und meiner Meinung nach soll sich jeder reife Erwachsene reinpfeiffen was er mag.

    Was ich aus den Euro raum zuletzt so gekauft habe, war Allianz, SAP und Siemens. Klar da sind die Kurse wieder weggelaufen. Zim anderen war SAP auch nach dem Rücksetzer noch sehr teuer.

  8. Hi James,
    Frühaufsteher oder Nightwalker ?
    Egal, hier eine eine etwas längere Antwort :

    Mit den Konsumgüteraktien liegst du de facto nicht falsch, sehe ich wie du. Sind nicht gerade die Durchstarter, aber immerhin solide und stetig.
    P & G z. B. finde ich ziemlich hoch bewertet, Unilever + Nestle sind auch nicht gerade ein Schnapper, aber wahrscheinlich noch im akzeptablen Bereich. Vor 2008, als es noch höhere Zinsen gab, waren die vorwiegend im KGV Bereich zwischen 15 – 17; 19 war da schon wirklich teuer. Aber die Zeiten haben sich gewaltig geändert.
    Übrigens Dividendenrückerstattung Nestle : Wenn du ein Depot bei einer Bank hast, kannst du dir auf Antrag bei dieser einen Großteil deiner Schweizer Dividenden wieder zurückholen, ähnlich dem DBA ( Doppelbesteuerungsabkommen ) zwischen Deutschland und der USA. Du erhältst die zu viel gezahlte schweizerische Dividende nach ca. 1 Jahr von der Schweiz zurück ( das macht alles deine Bank für dich ). Habe ich selber mit diversen Schweizer Aktien so gehandhabt und die Dividende größtenteils wieder zurück bekommen. Broker machen das wahrscheinlich nicht. I don‘t know.

    Pharmabereich : Eher wohl als langweilig verschrien ( dafür stetig ), aber langfristig sehe ich auch ganz klar den Demografiewandel mit den immer älter werdenden rollatorschiebenden Menschen als Wachstumschance an – gerade im Krebsmedikamentenmarkt. Generika ( auslaufende Patente ) und Fehlentwicklungen bei neuen Medikamenten oder Todesfälle ( zum Glück eher selten ) / sonstigen Schäden ( z.B. J & J Asbest Babypuder, Risperdal, Opioid etc.) bei deren Anwendung muß man aber immer einkalkulieren. Ich habe selber 3 Pharmaaktien + J & J mit einer ( für mich ) ziemlich hohen Summe, u.a. BMS ( Bristol-Myers Squibb ), die ich kurz nach der Ankündigung Celgene übernehmen zu wollen ( drastischer Kurseinsturz wegen der astronomisch hohen Kaufsumme > 72 Milliarden USD ) Anfang 2019 gekauft habe. Für mich ein vornherein kalkulierter „Turnaroundfall“, hätte ja auch total schiefgehen können ( wie bei vielen gescheiterten Fusionen !!).
    Glück gehabt – Aktie geht steil.

    Apple ist keine Aktie – Apple ist eine Vision aus der Sicht der Konsumenten. Lange Zeit habe ich die wegen der Einproduktpolitik verschmäht, bis ich mich vor Monaten mal intensiv reingelesen habe, was die alles rausbringen bzw. in der Pipeline haben : Ca. 10 neue Produktlinien tragen zum Umsatzwachstum bei, um vom klassischen Iphone unabhängiger zu werden. Ich habe die in 08/2019 für knapp unter 200 USD gekauft und werde die auch nicht wieder verkaufen. Ein KGV von ca. 22 ist für so einen Wachstumswert absolut gerechtfertigt, zumal die Free Cashflow- Reserven von weit über 100 Milliarden USD haben. Wer hat das schon ? Klar, Berkshire Hathaway als vielleicht einziger.
    Warren Buffett hat allerdings vor kurzem seinen Anteil an Apple etwas reduziert, falls das jemanden interessiert.

    Alibaba ( KGV von etwas über 30 ) vs Amazon ( KGV von 85 ) ?
    Beides exorbitante Wachstumswerte, allerdings bedient Alibaba marktbeherrschend und regierungsgestützt ! den 1,3 Milliarden Markt in China, baut zur Zeit eines der größten Logistikcenter Europas in Belgien, ist in Afrika, Türkei, Rußland. USA ,Europa schon unterwegs, versorgt zunehmend mehr Branchen außerhalb des Onlinehandels ( Finanzen, Streaming, Gewinnung von Privatkunden im „unterentwickelten“ Teil Chinas ist im Aufbau, das ist die Masse der Bevölkerung , aggressive Expansion in allen Kontinenten, Börsengang Hongkong = 13 Milliarden USD mehr Cash u.a.m. ). Und wer macht am „Singles Day“ schon ca. 35 Milliarden USD Umsatz an einem Tag ?? Das schafft nicht mal Amazon mit seinem „Black Friday“.
    Trotz all der Unzulänglichkeiten, die China mit sich bringt ( Rechts- Finanzsystem usw. ), Alibaba war nach meiner Recherche ein absolut klarer Kauf. Die werde ich auf ewig halten. Scheiß auf irgendwelche Dividenden.
    Was überlegst du da noch ?? Verdiene ich eine Provision daran, wenn du kaufst ? Mitnichten.
    Willst du noch 1 Jahr überlegen, wenn der Kurs bei 300 USD liegt ( dass wissen wir natürlich beide nicht ) ?
    Ich habe einen Bruder, der ein eigenes Unternehmen hat und sein Geld einfach aus Angst nicht anlegt. Ich sage zu ihm, Mann Alter, du wartest, und wartest und wartest bis vielleicht so eine Erleuchtung kommt wie damals, als Jesus das rote Meer ohne Socken teilte, der Dax synonym vielleicht wieder auf 1.000 Punkte fällt oder dergl. Scheiß, , um dein verdammtes Geld anzulegen, aber wann wird Jesus das nochmal tun ? Er ist ein wirklich intelligenter Mann mit Doktortitel. Er kauft aber keine Aktien, obwohl er es will. Weil er Angst und wenig Ahnung vom Aktiengeschehen hat. Er ist leider beratungsresistent. Jeder Bnsfahrer kauft Aktien, der Herr Dr. nicht.
    Zum Verrücktwerden. Aber c‘est la vie. Lame duck.
    Nun, Zauderer bestraft das Leben eben. Es sei denn, sie haben ein glückliches Händchen bei der Aktienauswahl gehabt. Und waren früh dabei. Wie ich ? Wie du / ihr ?
    Wir wissen es nicht. Glücklich schätzt sich immer der „Early bird “
    Mein allerliebster Bruder ist jedenfalls nicht dabei.
    Und lieber höre ich mir z.B. Monika Kruse „Montparnasse Tower Observation Deck for Cercle“
    an, als desinteressierte Leute von Aktien zu überzeugen.
    Geile Djane, habe ich schon im Übel & Gefährlich in Hamburg gehört ( bin Hamburger ).
    Mega, die Frau !
    Hört jemand von euch Techno / Trance / EDM ? Irgendwelche Musiktipps hierzu ?
    Fusion, VOOV, Waldfrieden etc bekannt ?
    Naja, muß ja nicht – no problem.

    OK, also sollte der – leider ! denn Deutschland hat da wenig bzw. nichts im Vergleich zum Silicon Valley zu bieten – durchaus überschaubare deutsche IT / Techmarkt dein Metier sein, dann schaue dir „Mensch und Maschine “ an, insbesondere die Zahlen ( mal die Geschäftsberichte lesen ) der Vergangenheit / Zukunft. Überzeugend ! Habe die Aktie leider erst bei 35 € gekauft, Halten ist hier aber für mich das Gebot. Die legen ein wirklich ordentliches Wachstum an den Tag.

    Ver – / Entsorger : Ja klar, Geschmackssache. Frage stellt sich wie mit dem Essen / Trinken : Was fällt konjunkturunabhängig immer an, was entsorgt oder besorgt werden muß ?
    Schaue dir mal die Charts von Waste Management ( hatte ich mal vor ca. 15 Jahren im Depot, habe ich Idiot Jahre später verkauft ), Rentokil Initial, die eine Firma nach der anderen kauft, wenngleich auch nur kleinere Firmen, Veolia Environment ( allerdings französisch wie du weißt ), American Water Works, die von dir genannte Nextera Energy sicherlich auch eine gute Option.
    Alle gemeinsam haben sie eines : Den ungefähr gleichen steilen Chart. Sind die deshalb nicht gut ? Denk mal drüber nach. Diversifikation ist alles.
    Klar, die Börse ist zukunftsorientiert, nützt da ein Drawdown Chart der Vergangenheit etwas ? Um zu sehen, wie die Rücksetzer waren ? Wie waren die Rücksetzer bei EON, RWE, GE, BAT, BMS, Altria, Imperial Brands, Steinhoff, Beate Uhse (0,00 ) oder gar Telekom ? Rücksetzer von ca. 100 € zurück auf Los von 14,50 € ( Telekom Ausgabe bei 28,50 DM im Jahr ?? 1997 ??). Mag ja einigen Leuten helfen, ich schaue da nie drauf, verschleiert m.E. nur den Blick nach vorn. Schließe niemals von der Vergangenheit in die Zukunft. Ob Rücksetzer oder sonst was, was sagt das schon aus ? Hoffnung ? Soll man darauf bauen ?
    Weitere Turnarounds ? Ich habe General Electric mit Sicht auf ca. 4 – 5 Jahre unten gekauft. Heikle Angelegenheit, aber es ist hoffentlich nicht wie bei den Boxern „ They never come back“. I don‘t hope so. Falls doch, habe ich eben einige Tausend Euro versenkt.
    Kraft Heinz w.o. genannt, riskant wegen der gewaltigen Anleiheschulden, die die in spätestens 5 Jahren begleichen müßen ( bei der aktuellen Dividendenredite und dem entsprechenden Abfluss, was ich als sehr ärgerlich empfinde ! Lieber 0,00 USD Ausschüttung) kombiniert mit den falschen Dosenprodukten, die nicht mehr so in sind. Ob der neue von der 3 G Investment Group kommende CEO das Ruder herumreißen kann ?
    BMS war ursprünglich w.o. erwähnt ein Turnaroundkandidat für mich, hat sich aber erledigt.
    BAT habe ich beim Absturz 2019 tief eingekauft, für mich auch ein Turnaround im Zusammenhang wegen der schlechten Stimmung auf dem Tabakmarkt.
    Habe noch RWE / EON als Turnaround in spe ( 3 – 5 Jahre ), wird noch etwas dauern, aber ich habe unten eingekauft, so gesehen jetzt schon in der Gewinnzone. Vielleicht werden ja noch noch die Milliarden – Entschädigungen ausbezahlt, wenn die SPD da nicht zwischenfunkt. Die Grünen würden bei einer Wahl alles vollends versauen, dann nichts wie raus aus beiden Aktien.

    Öl : Habe ich nur wegen der Dividenden, die Performance der letzten 10 Jahre geht bei denen ja gegen Null, egal welche Ölaktie man sich anschaut.
    Tabakindustrie : Ich würde noch BAT oder PM dazu kaufen, dann hast du schon die Industrie dividendenmäßig gut abgedeckt.

    Thema Ökologie : Gehe ich mit dir konform. Nachhaltigkeit und Margenmaximierung stehen leider noch immer im Widerspruch zueinander, ein Konsens ist da schwierig. Ich glaube, Nachhaltigkeitsbestrebungen gehen leider meistens immer noch zu Lasten der Gewinnmaximierung.
    Hoffe, ich habe dich / euch nicht erschlagen mit der Textfülle, aber noch eine letzte Bemerkung:
    Ich glaube, hier in diesen ganzen Aktienforen / Communities / YouTube Dingern versuchen viele irgendwie den großen Schatz zu bergen, die absolute Highflyer Aktie, das Highlight des Jahrzehnts, die Amazon in spe ganz frühzeitig zu finden. Viele drängt es nach dem größtmöglichen Profit / Performance.
    Ich bin schon sehr viele Jahre an der Börse unterwegs und habe die Schatzsuche aufgegeben, denn man sollte sich mal eines überlegen :
    Wenn du nach einer goldenen Nadel in einem goldenen Heuhaufen suchst, ist es nicht besser, wenn du die goldene Nadel findest.
    Ich für meinen Teil lebe ganz entspannt mit meiner Buy and Hold Strategie ohne gehetzt dem Börsengeschehen mit seinem täglichen / wöchentlichen / monatlichen Prozentsteigerungsprocedere hinterherrennen zu wollen….
    In diesem Sinne viel Entspannung bei gleichzeitigem Erfolg.

    1. Hey Michael

      dem gibt es nichts hinzuzufügen. Ich werde in Kürze 60J. und kann alles so unterschreiben, wie du es geschrieben hast. Deckt sich zu 100% mit meinen Erfahrungen die ich gemacht habe.
      Nice Weekend

      1. Hallo Claudio,

        vielen Dank für dein positives Feedback.
        Hat man ja nicht alle Tage, dass jemand die gleichen bzw. ähnliche Erfahrungen gemacht hat.
        Nicht wenige Leute – gerade hier in den Foren ( nicht in Ben‘s Forum ) – haben immer andere, bessere Ideen oder Ratschläge ( bzw. im schlechteren Fall zerreißen sie das Geschriebene ), als der Schreiber. So mancher muß erst mal durch das Tal der Tränen gehen bzw. ordentlich Verluste einfahren, um sich neu zu besinnen und andere Denkansätze zu verfolgen. Wenn die Bereitschaft dann noch dafür da ist und keine Resignation eintritt. Nur dadurch gewinnt man ein gewisses Feeling für die Gegebenheiten in der Welt und hier speziell für das Börsengeschehen.
        Gier, Selbstüberschätzung, euphorisches Handeln und Angst sind m.E. wahrscheinlich keine guten Begleiter, um an der Börse erfolgreich mitzuspielen.
        Die auch noch einen schönen Restsonntag.

  9. Hallo,

    auch einmal wieder ein Feedback von mir:
    Ich würde es gut finden, wenn die Vorstellung von Leserdepots und ähnlichen Leserzuschriften unter einem anderen Reiter behandelt werden.
    Die bisherige Erfahrung von James in diesem Alter ist natürlich beachtlich und verdient Respekt! Und es gibt interessante Kommentare.
    Trotzdem fände ich es gut, wenn solche Darstellungen, die sicher auch ihre Berechtigung haben, in einer separaten Kategorie laufen würden.
    Den Anblick des Fotos zur Eröffnung des Arktikels finde ich persönlich übrigens wirklich schmerzhaft – ich verstehe nicht, wie man das so „auswählen“ kann (obwohl ich nicht aus der Branche komme); wenn ich nur dieses Foto hätte, hätte ich es auf jeden Fall weggelassen.
    Das ist nur meine Meinung dazu.
    Insgesamt gesehen ist die Darstellung schon ok, wie geschrieben, in einer eigenen Kategorie fände ich es wesentlich besser.

    VG
    1Steven1

  10. @ Michael: Danke dir für deinen sehr ausführlichen Kommentar!

    Ja da gebe ich dir recht, P&G ist derzeit alles andere als billig aber ich sehe derzeit keinerlei Not den Wert zu verkaufen. Es stabilisiert das Depot.
    Vielen dank für den DBA Hinweis, den kannte ich jedoch bereits. Thematik ist hier, das sich meine absolute Dividendenhöhe im Vergleich zu den Kosten des DBAs kaum rechnen, man bekommt ja nicht die 35% zurück, sondern nur die 15% Zuviel gezahlten. In Norwegen kann man sich dies rückwirkend für die letzten 3 Jahre holen.
    .
    BMS ist mir aufgrund meines Arbeitsgebietes im alten Job durchaus ein Begriff hatte hier sehr enge Berührungspunkte mi diversen großen Pharma und Generika Herstellern. Ich sehe BMS als sehr aufgestellt trotz der hohen Übernahmesumme. Der Merger BMS und Celgene sowie Allergan & Abbvie werden langfristig in meinen Augen TOP- Werte m Pharmabereich darstellen.

    Ich finde nicht nur Apple als Vision sondern jeder Wert ist eine Vision für die Zukunft. Das Thema Einproduktpolitik sehe ich nach wie vor als sehr grenzwertig an, obwohl ich weiß das Apple sich aktiv um neue Umsatzbringer bemüht wie du schreibst. Aber solange ein Produkt weit über die Hälfte des Umsatzes ausmacht ist mir das zu heikel.

    Die Bewertung und das was Alibaba am „Singles Day“ gemacht haben ist schon echt ein Wahnsinn, wer hätte das vermutet das es wirklich so einen Umsatz gibt?! Welche Argumente außer der Marktherrschenden Lage in China haben dich zu Alibaba und „weg“ von Amazon gelockt? Wie lange ich überlegen mag, keine Ahnung solange ich mich nicht 1000%wohl fühle bei einem Kauf verschiebe ich ihn. Wie gesagt ich gebe dir schon recht Amazon und Alibaba sind für die Zukunft 2 Werte die man nicht aus den Augen lassen darf.

    Mensch und Maschine kenne ich nicht müsste ich mir tatsächlich mal anschauen. Ich bin immer etwas skeptisch wen ich den Namen eines „guten“ Unternehmens och nie gehört habe. Dann muss ich erst einmal tiefer bohren im den Geschäftsberichten.

    Ver – / Entsorger : die Charts von Waste Management sind schon nicht verkehrt! Aber schau dir mal den von Nextera Energy an, wo soll diese Rakete bitte noch hinwachsen? Ich habe den Wert erstmal bei 85€ gesehen, heute stehen wir bei >220€ ! Wie lange ist hier von gesunden Wachstum zu sprechen?! Das es weiter aufwärts geht, ja davon gehe ich schon auch aus aber fraglich wann (längere Korrekturphase halte ich für wahrscheinlich) und in welcher Schnelligkeit.

    Klar Drawdowns schauen nur in die Vergangenheit, aber dennoch halte ich relativ „viel“ davon. Eine Church&Dwight ist schon ewig nicht mehr um rund 15% gesunken, hier hätte man nochmals aufstocken können bei 60€. Bei Stryker ebenfalls rund 15%, solche Möglichkeiten gibt es bei einigen wenigen Werten nicht oft, daher fände ich es als Indikation schon spannend.

    1. Hallo James,

      ich glaube auch, dass BMS noch ein Highflyer unter den eher behäbigeren Pharmawerten werden könnte. Mit Abbvie hatte ich auch mal geliebäugelt, gerade auch wegen der Dividende, aber ich hatte ja schon 3 Pharmaaktien. Abbvie hat aber eine gute Pipeline, gerade auch nach der Übernahme von Allergan, zumindestens dadurch ergänzend im Bereich kosmetische Arzneimittel.

      Ich denke, Apple ist ein sehr innovatives Unternehmen, welches die neuen Produktlinien schnell voranbringen wird, zumal der Bekanntheitsgrad von Apple das Ganze beschleunigen könnte. Trotzdem muß man diese Fortschritte laufend überprüfen und das Umsatzwachstum kritisch im Auge behalten. So ein Selbstläufer ist diese Aktie keineswegs. Aber sollte das mit den anderen Produkten klappen, sitzt man schon in der Straßenbahn, anstatt ihr hinterherzulaufen.
      Dann nimmt man aber eben die nächste laut Kostolany, die heißt dann aber anders.

      Ich habe Alibaba den Vorzug vor Amazon gegeben, weil ich glaube, dass Alibaba noch eine gute Wegstrecke vor sich hat, die Amazon aber schon gegangen ist. Ich weiß nicht, wann Amazon in die Reife übergeht, denke aber, bei Alibaba wird das noch länger als bei Amazon dauern. Die sind gerade aus ihrem Startloch herausgesprungen, Amazon hat sich davon schon weiter entfernt.
      Die Agressivität und Innovationsfähigkeit von Alibaba ist womöglich ein Garant dafür, mit Amazon sehr gut mithalten zu können. Das wird noch ein harter Konkurrenzkampf werden.
      Bei beiden besteht aber die Gefahr, eines Tages ein riesiges Konglomerat zu werden, das riskant und kaum mehr zu überblicken sein wird. Jeffrey Immelt – ein gutes Beispiel hierfür – von GE ist ja in den späten Jahren auch so etwas wie größenwahnsinnig geworden und hat jeden Scheiß aufgekauft, bis er nicht mehr ein noch aus wußte vor lauter Firmen und verschiedenen Branchen. Diese Gefahr überzuschnappen, hatte schon damals eine ganze Riege von römischen Kaisern erfasst, heute nennen sie sich eben CEO‘s. Und davon gibt es eine ganze Reihe. Ein gutes Management entscheidet über Erfolg oder Niederlage. Jack Ma ist immer noch Berater von Alibaba und Jeff Bezos wird sich wahrscheinlich noch länger im Unternehmen aufhalten. Das läßt hoffen.
      Amazon ist mir auch einfach zu teuer, bloß weil alle diese Firma geil finden, muß ich da nicht überteuert einsteigen.
      Aber man sollte schon davon überzeugt sein, bevor man verfrüht kauft. So gesehen ist es vielleicht für dich besser zu warten.
      Ich bin eher der Typ der schnellen Entscheidung : Ich schaue mir eine interessante Aktie meistens sehr genau an, lese wenn möglich die Geschäftsberichte / Bilanzen und was es sonst so zu lesen gibt – und kaufe dann. Oder auch nicht. Ich halte nichts von immer länger werdenden Watchlisten und ewigem Abgewarte. Wenn mich die Aktie überzeugt, dann kaufe ich i.d.R. schnell, auch wenn sie einen Tick teurer ist, das ist dann egal, gerade in der Langfristanlage.

      Bei Mensch und Maschine kannst du viele Unternehmensinterna nachlesen, die machen so durchschnittlich 25 % Umsatz- / Gewinnwachstum im Jahr, die Vorstände kaufen privat häufiger ihre eigenen Aktien. Ich denke, das ist ein wirklich sehr solides Unternehmen im Techbereich, bin leider zu spät drauf gestoßen. Die Kennzahlen stimmen jedenfalls.
      Die guten Unternehmen – um es mal mit Peter Lynch zu beschreiben – also die zukünftigen Tenbagger ( wie er es ausdrückte ) sind nicht die Unternehmen, die wir kennen. Es sind die Unternehmen, die wir nicht kennen und auch nur wenige Analysten, die später erst entdeckt werden und sich dann vervielfachen. Das ist die hohe Kür der Aktienauswahl, die Entdeckung solcher Perlen bleibt aber allerdings den Topprofis vorbehalten.
      Ich meine, es sind nicht immer die großen Namen, die eine gute Performance haben.

      Nextera Energy wäre mir für einen Versorger absolut zu teuer, obgleich der einen bombastischen Chart hat, aber das KGV ist ja jenseits von Gut und Böse ( zumindestens in der Versorgerbranche ).
      Waste Management würde ich daher auch nicht kaufen.
      Da würde ich bei beiden lieber die nächste Straßenbahn nehmen !

  11. Wenn ich solche Beiträge lese, komme ich eine Minute lang ins Grübeln. Ich lege ausschließlich in die ETF-Kombination World / Emerging Markets im Verhältnis 70 / 30 an, welche aber bei weitem nicht so performt hat, wie deine. Ich sehe viele gut laufende Depots auf Blogs und frage mich: Ist das die Realität oder ein wenig geschönt und von Bias betroffen. Es werden sich nur recht erfolgreiche Investoren vorstellen. Zum anderen denke ich mir: Beruht der Erfolg wirklich auf einer sinnvollen Strategie oder Glück? Nichtsdestotrotz. Ich werde an meiner Strategie festhalten, da ich sehr stark davon überzeugt bin und entspannt einschlafe.

  12. @Daniel
    Ich würde es schade finden, wenn Kommentatoren hier Depots / Blogs vorstellen, die nicht der Realtität entsprechen. Mir erschließt sich auch nicht der Sinn einer verfälschten Darstellung, wem bringt das was ? Bringt das irgendwie einen Vorteil für den Berichtenden ?
    Aber das Internet bringt zweifelsohne sicherlich schon seltsame Blüten zutage.
    Wünschenswert wäre allgemein gesagt in den Blogs eher ein Bias von Null ( = Unverzerrtheit ).
    Wie gesagt, wünschenswert.

    Ben zum Beispiel untermauert seine Glaubwürdigkeit ja durch Kontoauszüge, auch nicht jedermanns Sache, sich öffentlich zu outen. Aber dafür authentisch.

    Glück gehört immer dazu. Natürlich auch bei Aktien, aber der Großteil des Erfolges wird m.E. durch Arbeit erreicht, d.h. recherchieren, lesen, lesen, lesen. Nicht nur die Focus Money Headlines, Internetmitteilungen, sondern auch Bücher und gute Zeitungen, z.B. „Die Börsen-Zeitung“, „Wall Street Journal“, „Handelsblatt“ u.a.
    Möglichst gute Kenntnisse in der Mikro – und Makroökonomie erleichtern das Wechselspiel von Welthandel und Unternehmensaktivitäten besser zu verstehen bzw. einzuordnen und wer noch Bilanzen und Geschäftsberichte lesen und interpretieren kann, hat die Gewinnerstraße zumindestens schon betreten. Wohlbemerkt : betreten, aber noch nicht durchschritten.
    Aus diesem Wissen heraus bilden sich im besten Fall Strategien oder Ideen und ein Gespür für Aktien, Glück spielt dann eher eine untergeordnete Rolle. Erfolgreiche Investoren arbeiten immer hart an ihrer Performance, ob nun professionelle oder private.
    Das ist meine kurze Einschätzung dazu.

    Ich persönlich würde auch mit ETF‘s ( hatte noch nie welche ) gut schlafen, aber sie langweilen mich einfach, Aktien sind spannender. Außerdem hat man neben den ganzen guten aber ungewollt auch eine ganze Menge faule Eier mit im Korb.
    Das ist absolut keine Kritik an deiner Anlage, jeder macht das, womit er sich am wohlsten fühlt. Und sicherlich willst du weiterhin gut schlafen.

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