Was Dich hier erwartet:
In meinem Depot ist die überwiegende Mehrzahl der Unternehmen relativ stark fokussiert. Es wird eine Branche bedient und in der besteht meistens die Marktführerschaft und ein gewisser Burggraben. Am Beispiel von Siemens sieht man zudem gut, wie positiv sich ein Wandel vom Gemischtwarenladen zum Spezialisten auswirken kann.
In Japan habe ich es jedoch anders gemacht und vor einigen Jahren als meine dort größte Position ganz bewusst einen breit diversifizierten Konzern ins Depot gekauft. Mit 8 Tätigkeitsbereichen vom Lebensmittelvertrieb über die Herstellung von Baumaschinen bis hin zum Rohstoffhandel bin ich so an der Entwicklung der japanischen Wirtschaft beteiligt.
Spätestens nach der „Entdeckung“ durch Warren Buffet setzte die Aktie zu einem Höhenflug an und notiert nun oberhalb ihrer historischen durchschnittlichen Bewertung. Optisch setzt das Management nun einen Aktiensplit dagegen.
Was es damit auf sich hat und wie ich die Perspektiven des Unternehmens einschätze, erfährst Du in diesem Beitrag.
Japan befindet sich als Investmentziel bereits seit 2019 in meinem Dividendendepot. Damals kaufte ich Sekisui House und lernte in der Zwischenzeit viel über den schwachen Yen. In diesem Jahr ging das munter weiter und der Yen ist so schwach wie nie.
Mit Itochu investierte ich dann 2023 in besagten Gemischtwarenladen, den ich hier ausführlich vorgestellt habe. Mit Itochu kann ich die Entwicklung in einer der führenden Volkswirtschaften breit abdecken.
Mit den positiven Erfahrungen habe ich mittlerweile in insgesamt 8 japanische Unternehmen investiert. Itochu ist dabei mit Abstand die größte Position:
| Titel | Marktwert 04.12.2025 | Depotgewicht |
|---|---|---|
| Itochu | 10.297 € | 1,91% |
| Sompo Holdings | 2.829 € | 0,53% |
| Nippon Sanso | 2.664 € | 0,50% |
| Marubeni | 2.349 € | 0,44% |
| Sekisui House | 1.860 € | 0,35% |
| JFE Systems | 1.232 € | 0,23% |
| Unicharm | 1.002 € | 0,19% |
| Prestige International | 763 € | 0,14% |
| SUMME | 23.000 € | 4,27% |
Die anderen japanischen Unternehmen neben Itochu und Sekisui House werde ich auch noch ausführlich vorstellen. Aufgrund des niedrigen Depotgewichts lag mein Fokus jedoch bisher auf den größeren Adressen.
Im Langfristchart ist bei Itochu ein deutlicher Anstieg seit 2020 zu erkennen. Während die Aktie dort noch für 2.000 Yen gehandelt wurde, ist in der Heimatwährung inzwischen knapp das Fünffache zu bezahlen:

Für Euro-Anleger ist die Rendite aufgrund der Yen-Schwäche nicht ganz so hoch, aber immer noch beeindruckend.
Mein erster Kauf fand Anfang Mai 2023 zu 4.480 Yen statt, einen Monat später zahlte ich dann schon 5.438 Yen. Zum Dividendenzahltag notiert die Aktie nun bei 9.334 Yen.
Dividende
Itochu zahlt zweimal im Jahr Dividende. In diesem Dezember gibt es 100 JPY je Aktie. Das ist gegenüber dem letzten Jahr keine Erhöhung. Allerdings gab es im Juni auch schon 100 JPY Dividende und das war gegenüber dem Vorjahr eine Erhöhung um 20 JPY. Somit wurde die ausgezahlte Dividende in 2025 gegenüber 2024 von 180 JPY auf 200 JPY erhöht – ein Plus von 11,1%. Meine 200 Aktien liegen jeweils hälftig im Depot bei maxblue und bei Estably (Interactive Brokers).
Bei maxblue wurde die Brutto-Dividende von 10.000 JPY für die 100 Aktien zum Kurs von 181,6547 in Euro umgerechnet. Nach Abzug der Steuern ergibt sich eine Netto-Dividende von 40,82 €. Sie wurde mit Wertstellung 04.12.2025 überwiesen.
Die Yenschwäche wird im Vorjahresvergleich deutlich: vor exakt einem Jahr lag der Umrechnungskurs noch bei 158,6145 und die Nettodividende betrug – bei identischer Yen-Bruttodividende – 46,76 €. Das ist ein währungsbedingter Dividendenrückgang um 12,7%.

Bei Estably habe ich hingegen ein Verrechnungskonto in JPY, so dass keine automatische Umrechnung erfolgt. Im Gegenzug muss ich aber selbst um die deutschen Steuern kümmern. Der Vorteil ist trotzdem, dass ich den Yen-Kontosaldo ohne Wechselkursrisiko wieder investieren kann. Die Brutto-Dividende war wie bei maxblue. Abgezogen wurde die Quellensteuer – ebenfalls in gleicher Höhe wie bei maxblue. Die Netto-Dividende beträgt damit 8.469 JPY. Sie wurde am 02.12.2025 gebucht.


Nehme ich nun den EZB-Referenzkurs von diesem Tag (181,26), dann ist meine Nettodividende 46,72 €. Davon gehen dann allerdings noch die deutschen Steuern im Rahmen meiner Steuererklärung ab.
Die Dividendenrendite von Itochu liegt aktuell bei einem Aktienkurs von 9.334 JPY und einer Jahresdividende von 200 JPY bei 2,1%.
Meine persönliche Dividendenrendite (Yield on Cost) liegt für die bei maxblue gehaltene Position bei 3,63% (Einstand: 3.030,00 €). Für die bei Estably liegende Position habe ich einen höheren Einstand (3.629,68 €), so dass dort mein YoC bei 3,04% liegt.
In der Addition beider Positionen habe ich in 2025 228,39 € Brutto-Dividenden bei einem Einstand von 6.659,68 € erhalten. Das entspricht einem Yield on Cost von 3,43%.
Aktiensplit
Itochu wird seine Aktien im Verhältnis 5:1 splitten. Umgesetzt wird der Aktiensplit zum Jahreswechsel. Record Date ist der 31.12.2025 und effektiv wird der Split am 01.01.2026. Ab dem Handelsstart im neuen Jahr 2026 wird sich der Aktienkurs von Itochu deshalb optisch verbilligen! Rechnerisch werden aus den aktuellen 9.334 Yen dann 1.866 Yen. Gleichzeitig verfünffacht sich aber auch die Aktienanzahl und die Marktbewertung von Itochu ändert sich nicht. Aus meinen 200 Aktien werden dann 1.000 Aktien.
Der Aktiensplit ist deshalb auf der einen Seite ein non-event. Itochu wird nicht zu einem Schnäppchen und es macht auch keinen Sinn, die Aktie zu kaufen, weil sie jetzt billiger wirkt.
Und trotzdem gibt es einen gewissen Effekt: die Handelbarkeit der Aktie vergrößert sich und könnte die Nachfrage erhöhen. In Japan werden Aktien an der Börse in Tranchen zu 100 Stück gehandelt. Und wer bisher 100 Itochu kaufen wollte, musste rund 5.000 € investieren. Nach dem Split geht das schon für 1.000 €. Für die kursbildenden größeren Investoren ist aber auch das bisherige Mindestvolumen kein Problem gewesen.
Deshalb erwarte ich persönlich keinen besonderen Einfluss durch den Aktiensplit.
Perspektive
Auch wenn der Aktiensplit für die Itochu-Aktie keine direkten Auswirkungen haben sollte, erleichtert er es mir persönlich etwas. Denn auf meinem Yen-Konto bei Estably sammeln sich die Yen-Dividenden der meisten meiner japanischen Aktien. Und wenn ein gewisser Betrag erreicht ist, dann kann ich mir entweder ein neues Unternehmen ins Depot legen oder bei einem japanischen Depotwert nachkaufen. Und durch den niedrigeren Aktienkurs von Itochu wird die Mindesthandelsgröße von 100 Stück nun leichter für mich nur durch die Yen-Dividenden erreicht.
Wenn Du bei Estably über diesen Link ein Depot eröffnest und mindestens 5.000 € einzahlst, dann solltest Du im Feld „Gutscheincode“ Divantis eingeben. Du erhältst dann dauerhaft Sonderkonditionen und kannst US-Optionen für 3,00 US$ statt 3,50 US$ und deutsche Optionen für 1,80 € statt 2,00 € handeln. Der Handel mit Aktien in Tokio kostet pauschal 500 Yen und ist damit durchaus attraktiv.
Fundamental läuft es bei Itochu aktuell mit Höhen und Tiefen. So hat Itochu vor kurzem die Ergebnisse für das 1. Halbjahr seines laufenden Geschäftsjahres (das „Fiscal Year 2026“ läuft bis Ende März 2026) gemeldet.
In dieser ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2026 verzeichnete Itochu zwar einen Umsatzrückgang von 0,6%, konnte aber den Vorsteuergewinn um 9,9% steigern.
Der Gewinn je Aktie stieg von 304,99 auf 354,18 Yen. Ein Plus von 16,1%. Ebenfalls erfreulich war der Anstieg des Eigenkapitals je Aktie von 3.907,24 Yen auf 4.311,92 Yen. Mein Einstand von 4.480 Yen (1. Tranche) und zu 5.438 Yen (2. Tranche) ist damit bald vollständig eigenkapitalgedeckt.
Itochu sieht einem positiven weiteren Geschäftsjahr entgegen und rechnet mit fortgesetztem Wachstum in den wichtigsten Geschäftsbereichen. Nachdem im letzten Geschäftsjahr zweimal je 100 Yen pro Aktie als Dividende gezahlt wurden, sollen es jetzt neben den gerade bezahlten 100 Yen im Juni als Schlussdividende 110 Yen (bzw. nach dem Aktiensplit 22 Yen) werden. Das ist dann tatsächlich eine Dividendenerhöhung von 200 auf 210 Yen (+5%).
Der Gewinn je Aktie soll zum Ende des Geschäftsjahres einen Wert von 639,74 Yen (bzw. nach dem Aktiensplit 127,95 Yen) erreichen. Bei einem Aktienkurs von 9.334 Yen entspricht das am Dividendenzahltag einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 14,6.
Und damit sind wir beim großen Haken an der Sache: Noch vor einem Jahr (hier nachzulesen!) notierte Itochu bei einem KGV von 7,8. Der Aktienkurs lag am Dividendenzahltag 2024 bei 4.771 Yen!
Nun sprechen wir also über ungefähr eine doppelt so hohe Bewertung. Was ist der Auslöser dafür? Zunächst einmal war Itochu vor einem Jahr tatsächlich sehr günstig. Der Bewertungsdurchschnitt der letzen 5 Jahre liegt laut Auswertung von MarketScreener (auf Daten von S&P Global Market Intelligence) bei 10,3.
Fakt ist damit zunächt, dass Itochu deutlich über dem historischen Durchschnitt notiert. Üblicherweise passiert so etwas bei Aktien dann, wenn ein stärkeres zukünftiges Wachstum antizipiert wird. Das sehe ich so bei Itochu nicht. Wachstum ist zwar da, aber das war es auch schon in den letzten Jahren.
Was jetzt noch stärker wirkt, ist sicherlich der Blick auf Japan. Durch den niedrigen Yen bei gleichzeitig immer noch niedrigen lokalen Zinsen ist ein Aktieninvestment für ausländische Investoren in Japan weiterhin sehr attraktiv. Nicht umsonst ist Berkshire Hathaway mit rund 8,5% auch der größte Einzelaktionär von Itochu. Und dieser Fokus kann auch zu einer Neubewertung des japanischen Aktienmarktes führen.
Allgemein gesprochen gibt es zahlreiche Initiativen, die eine stärkere Orientierung zu den Aktionären erwarten lassen. So werden die Unternehmen angehalten, ihre Cashreserven mittels Dividenden oder Aktienrückkäufen zu verwenden. Das wirkt kurstreibend und sorgt für höhere Bewertungen.
Bezogen auf Itochu ist für mich persönlich allerdings aktuell die Fahnenstange erreicht. Ich würde auf diesem Niveau nicht mehr neu in das Unternehmen einsteigen. Denn wo soll das Potenzial sein? Jedenfalls auf kürzere Sicht besteht doch eher eine Rückschlaggefahr als eine nachvollziehbare Begründung für einen weiteren Kursanstieg.
Auch die niedrige geplante Dividendenerhöhung zeigt mir, dass das stürmische Wachstum insoweit erst einmal in ruhigere Bahnen übergeht.
Itochu selbst versucht sich auch weiter außerhalb Japans zu diversifizieren. So wurde jüngst bekannt gegeben, dass sich Itochu mit 19,5% am US-Mietwohnungsentwickler Wood Partners beteiligt. Wood Partners ist der drittgrößte Entwickler von Mehrfamilienhäusern in den Vereinigten Staaten und besitzt aktuell rund 25.000 Wohnungen in 80 Objekten. Der Umsatz dürfte nach meinen Recherchen bei rund 200 Mio. US$ liegen.
Damit kommt ein weiteres Puzzlestück zum Gemischtwarenladen hinzu.
Den japanischen Aktienmarkt im Gesamten finde ich übrigens immer noch sehr interessant. Der Umbruch hin zu einer stärkeren Shareholder Value-Orientierung ist noch längst nicht abgeschlossen. Nur ist Itochu einer der Vorreiter und insofern ist die Messe hier womöglich schon gelesen. Als Bestandsaktionär bleibe ich natürlich trotzdem an Bord und profitiere von meinem niedrigen Einstand und lasse das Investment einfach laufen.
Zum Schluss gibt es allerdings noch einen Hoffnungsschimmer für 2026: Itochu ist tatsächlich in 2025 schlechter als seine Vergleichstitel gelaufen. Oder anders ausgedrückt: sie waren noch besser. So hat z.B. die Aktie von Marubeni mehr als 60% zugelegt, während Itochu nur auf ein Plus von 8% kommt (beides auf Euro-Basis).
Und das könnte in 2026 – gepaart mit dem optisch niedrigen Aktienkurs durch den Aktiensplit – trotz meiner zurückhaltenden Einschätzung zur Bewertung für einen Nachholeffekt sorgen. Es ist natürlich nur Spekulation, aber Börse ist oft überraschend. Und Itochu ist durchaus für eine Überraschung in 2026 gut.
Auf einen Blick:
| Unternehmen: | ITOCHU Corporation |
| ISIN: | JP3143600009 |
| Im Divantis-Depot seit: | 04.05.2023 |
| Letzter Nachkauf am: | 12.06.2023 |
| Stückzahl im Divantis-Depot: | 1.000 |
| Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren: | 6,66 € |
| Gesamtkaufpreis: | 6.659,68 € |
| Bisher erhaltene Netto-Dividenden: | 254,31 € |
| Aktuelle Strategie: | Halten und Dividende kassieren |


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