Kaum eine Dividende hat so gewackelt wie diese

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Statt im Mai kommt nun im November die Dividende. Verschiebungen haben wir im Jahr 2020 ja einige erlebt, aber so viel Zeit hat sich kaum ein Unternehmen gelassen.

Und ich habe es auch woanders nicht erlebt, dass die angekündigte Dividende im Rahmen der Corona-Krise explizit zur Überprüfung gestellt wurde. Und dann – mehrere Nachrichten und Monate später – doch beibehalten wurde.

Aber das ist jetzt Geschichte, die Dividende ist auf meinem Konto eingetroffen! Und trotzdem mache ich mir Gedanken zu dem Investment. Du erfährst sie in diesem Beitrag.

Die wackelige Dividende kommt von Hamborner REIT, einem Verpächter von Gewerbe- und Handelsimmobilien. Ihn habe ich hier ausführlich vorgestellt.

Dividende

Hamborner REIT zahlt eine Jahresdividende von 0,47 € je Aktie. Das ist eine Erhöhung gegenüber dem Vorjahr um 2,2% oder 1 Cent. Für die 250 Aktien in meinem Depot bedeutet das eine Brutto-Dividende von 117,50 €. Nach Abzug der Steuern verbleibt eine Netto-Dividende von 86,51 €. Sie wurde von der Augsburger Aktienbank mit Wertstellung 09.11.2020 überwiesen.

Dividendengutschrift Hamborner REIT im November 2020

Perspektive

Erstmals hatte Hamborner REIT angeboten, die Dividende auch als Aktiendividende auszuzahlen. Ich habe davon keinen Gebrauch gemacht, da ich Cash bevorzuge. Die Aktiendividende hätte dazu geführt, dass ich statt der Dividende von 0,47 € für jeweils 0,33 € neue Aktien erhalten hätte. Die Differenz von 0,14 € wäre für die Steuern verwendet worden. Im Ergebnis hätte ich so gegenüber einem Nachkauf keinen Vorteil gehabt. Womöglich hätte ich sogar noch eine Provision an meinen Broker zahlen müssen.

Für einen Nachkauf kommt Hamborner REIT bei mir aktuell aber auch nicht in Frage. Ich empfand das Infragestellen der Dividende als überflüssig. Ich habe in einen REIT investiert und erwarte dort meinen Anteil an den Mietüberschüssen der enthaltenen Immobilien. Und da es sich um die Dividende für 2019 handelte, steht sie meines Erachtens auch nicht zur Disposition.

Die Entwicklung auf dem Gewerbeimmobilienmarkt hat ja auch gezeigt, dass so schnell nicht mit flächendeckenden Mietausfällen wegen Corona zu rechnen ist. Was mich aber mittel- und langfristiger noch vorsichtiger werden lässt, ist die Verödung der Innenstädte. Hamborner REIT hat einige Objekte in Lauflagen, die durch die veränderten Einkaufsgewohnheiten (Onlinehandel!) nicht mehr so viel Miete abwerfen werden wie in der Vergangenheit.

Ich sehe bei Hamborner REIT lediglich die hohe Dividendenrendite von über 5% positiv. Aber sicher ist die Dividende in dieser Höhe keinesfalls. Neues Geld im Immobiliensektor würde ich entweder in meinen sozialen REIT Civitas Social Housing stecken oder mir – wenn ich in Deutschland bleiben will – ein Unternehmen wie die DEFAMA (WKN: A13SUL) genauer anschauen. Bisher habe ich dort vor einem Investment zurückgeschreckt, da die Marktkapitalisierung vergleichsweise gering ist. In den letzten Monaten hat sie aber immerhin Blick auf die 100-Millionen-€-Marke genommen. Die DEFAMA betreibt Fachmarktzentren außerhalb der großen Städte und erzielt dort hohe Mietrenditen bei wenig Konkurrenz. Diese Geschäfte des täglichen Bedarfs werden auch zukünftig ihre Berechtigung haben. Schließlich wird es keine flächendeckenden Onlinelieferungen mit frischen Lebensmitteln geben.

Da ich aber mit meinen Einzelimmobilien auch so schon ordentlich im Immobiliensektor investiert bin, eilt ein Kauf der DEFAMA nicht. Aber sie steht für 2021 auf meiner Watchlist. Hamborner REIT bleibt eine Halteposition in meinem Depot, die ich (bis auf Weiteres) nicht verändern werde.

Auf einen Blick:

Unternehmen:Hamborner REIT AG
ISIN:DE0006013006
Im Divantis-Depot seit:31.03.2017
Letzter Nachkauf am:--
Stückzahl im Divantis-Depot:250
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:9,46 €
Gesamtkaufpreis:2.364,25 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:333,16 €
Aktuelle Strategie:Halten und Dividende kassieren

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7 Gedanken zu „Kaum eine Dividende hat so gewackelt wie diese“

  1. Bei der Comdirect ist es bisher nicht so gut abgelaufen. Diese Splittung in Stockdividende und auszahlbarer Anteil war nicht so gut. Die Kapitalertragssteuer wurde zweimal abgezogen. Ich habe es zwar moniert, bisher ist aber noch nichts passiert. – Vielen Dank für Deine informativen Beiträge und die Mühe, die Du Dir damit machst!

  2. Ich habe die Hamborner in meinem ING-Depot. Dort konnte ich Aktiendividende online auswählen.
    Gestern bekam ich die Gutschrift für die Einbuchung der Aktien. Die ING hat mir auch Bruchstücke zugewiesen. Eine Provision wurde mir nicht berechnet. Aus den Unterlagen von Hamborner habe ich entnommen, dass sie von der Gesellschaft unabhängig der Wahl des Aktionärs für die Abwicklung vergütet werden.
    Die Steuer wurde richtigerweise von 0,47 € pro Aktie berechnet und mit der Barkomponente verrechnet.
    Die Quartalszahlen waren recht ordentlich aus meiner Sicht, so dass ich dabeibleibe.

    Defama habe ich auch im Depot und bin damit sehr zufrieden. Außer dass ich nicht nachgekauft habe :-)

  3. Hallo zusammen,
    ich habe für meine HR-Aktien beim Smartbroker cash gewählt, die Aktiendividende dort zu beantragen, wäre extrem umständlich gewesen. Hingegen habe ich für die HR-Aktien bei der ING auf cash verzichtet und nun gut sechs Stücke mehr im Depot. Die Beantragung ging mit zwei Mausklicks.
    Ich bin zufrieden. Eine Kursrakete wird HR nie werden, aber das brauche ich auch nicht. Bei mir steht die Ampel nicht auf Nachkauf, sondern auf Beobachten.
    Gruß Sebastian I

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