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Hidden Champion aus Japan auf Rekordkurs

3D-Grafik mit extrudierter Darstellung des Schriftzugs „JFE Systems“ in weißer Blockschrift vor einem dunkelblauen Hintergrund mit feinem Raster. Links daneben das JFE-Logo als blauer, glänzender Kreis in einem weißen Ring, ebenfalls in 3D-Optik. Im Hintergrund verläuft ein grüner, gezackter Pfeil diagonal von unten links nach oben rechts und symbolisiert einen steigenden Aktienkurs. Parallel dazu ist eine hellblaue, segmentierte Kurslinie sichtbar, die den Aufwärtstrend verstärkt. Die Gesamtkomposition wirkt modern, technisch und dynamisch.
4.6
(29)

Japanische IT-Dienstleister stehen selten im Fokus deutscher Anleger – dabei lohnt sich ein Blick auf einen Hidden Champions, der mich seit 2025 im Dividendendepot begleitet. JFE Systems verbindet IT-Kompetenz mit stabiler Dividendenpolitik.

In diesem Beitrag stelle ich das japanische Unternehmen vor, zeige wie ich die Aktien direkt an der Tokioter Börse gekauft habe und veröffentliche die erste Dividendenabrechnung. Zum Abschluss beschreibe ich, was mich an dem Investment besonders reizt.

Das Ganze ist natürlich keine Anlageempfehlung, sondern dient ausschließlich der Unterhaltung und Inspiration. Manchmal schaue ich gerne in andere Länder und entdecke dort für mich interessante Unternehmen. Daran möchte ich Dich teilhaben lassen.

Ob das auch etwas für Dein Depot ist oder Du einfach nur sagst: Interessant, aber das fasse ich nicht an – das bleibt Dir selbst überlassen.

Das Unternehmen

JFE Systems ist ein japanischer IT-Dienstleister mit Fokus auf Systemintegration, Softwarelösungen und IT-Infrastruktur.

Das Unternehmen ist ursprünglich ein Spin-off von Kawasaki Steel (jetzt JFE Steel) und war eine Systemabteilung, die den Aufbau, den Betrieb und die Wartung von Produktions- und Betriebsmanagementsystemen für Stahlwerke und zentrale Hauptsitzsysteme (Vertrieb, Produktion, Logistik, Management) unterstützt.

Bis heute ist die IT-Begleitung von JFE Steel Teil des Kerngeschäfts. Die Kompetenzen werden seit 1986 aber auch genutzt, um Kunden aus der Fertigungsindustrie und anderen Branchen in den Bereichen Beratung, Systemdesign und -entwicklung, Projektmanagement und Aufbau von IT-Infrastrukturen zu begleiten.

In Stahlwerken, die 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr in Betrieb sind, kann selbst eine geringfügige Systemabschaltung erhebliche Auswirkungen haben. JFE Systems hat sich darauf spezialisiert, groß angelegte, unternehmenskritische Systeme aufzubauen.

Das Unternehmen versteht sich als „Total Solution Provider“, der Kunden von der Planung über die Entwicklung bis zur Wartung begleitet. Unterstützt werden u.a. die gängigen ERP-Systeme (SAP) oder CRM-Lösungen (Salesforce).

Das Kerngeschäft gliedert sich dabei in drei Bereiche:

  • Entwicklung von Geschäftssystemen (maßgeschneiderte IT-Lösungen für verschiedene Branchen)
  • Produktlösungen (eigene Softwareprodukte + Integration)
  • Infrastruktur-Services (Aufbau und Betrieb von IT- und Kommunikationsinfrastrukturen)
JFE Systems Solution Lineup

Geschäftsergebnisse

JFE Systems erzielt mit rund 1.900 Mitarbeitern einen Umsatz von ca. 350 Mio. €. Der Umsatz konnte in den letzten Jahren kontinuierlich, wenn auch nicht explosiv, gesteigert werden:

JFE Systems Net Sales and Operating Income

Der operative Gewinn hat sich ebenfalls entsprechend positiv entwickelt.

Die Umsatzverteilung zeigt allerdings die hohe Abhängigkeit von der Stahlindustrie, die für rund die Hälfte des Geschäfts verantwortlich zeichnet.

JFE Systems Umsatzverteilung

Das ist historisch mit der Unternehmensgeschichte gut erklärbar. Und bis heute ist JFE Steel mit einem Anteil von 65,2% auch der größte Aktionär von JFE Systems.

Wachstumstreiber sind die Digitalisierung der Stahlwerke, der Ausbau des Dokumentenmanagement‑Geschäfts, Cloud‑Migration bei mittelgroßen Industriekunden, Kostendisziplin und Margenverbesserung und eine potenzielle Ausweitung außerhalb des Stahlsektors.

Wettbewerber

Im Stahlbereich hat JFE Systems nur wenige echte Spezialisten als Wettbewerber – hier ist Nippon Steel Hitachi Systems Engineering der wichtigste japanische Konkurrent. Deren Muttergesellschaft NS Solutions ist auch börsennotiert und der IT-Arm des größten japanischen Stahlkonzerns Nippon Steel. NS Solutions ist dabei deutlich größer, bedient aber auch eher Großkonzerne und noch komplexere Produktionsumgebungen. Vor allem ist es aber noch deutlich stärker als JFE Systems in den Mutterkonzern integriert und nicht so stark in den Nischen (wie z.B. Dokumentenmanagement). JFE Systems gilt als agiler und spezialisierter mit einer besonders starken Kundenbindung.

JFE Systems bietet als spezialisierter Industrie‑IT‑Dienstleister überdurchschnittliches Upside‑Potenzial, profitiert aber stark vom Investitionszyklus der Stahlindustrie. NS Solutions überzeugt hingegen als stabiler, cashflow‑starker IT‑Arm von Nippon Steel mit hoher Visibilität und geringer Ergebnisvolatilität.

Während JFE Systems durch Nischenkompetenzen im Dokumentenmanagement und mittelständischer Industrie‑IT punkten kann, erzielt NS Solutions strukturelles Wachstum durch KI‑gestützte Produktionsoptimierung und Großprojekte.

Bewertungstechnisch wird JFE Systems typischerweise mit einem Discount gehandelt, während NS Solutions ein Premium‑Multiple erhält.

Als Investor muss man sich entsprechend entscheiden: JFE Systems ist ein zyklischer Value‑Play mit Turnaround‑Charakter, NS Solutions dagegen ein defensiver Quality Compounder für langfristige Stabilität.

Die Aktie

JFE Systems ist seit dem 8. März 2001 an der Börse Tokio notiert und wird seit 2022 im dortigen Standard Market gehandelt. Der Standard Market ist das Segment für mittelgroße, etablierte Unternehmen, die solide Geschäftsmodelle und stabile Governance-Strukturen haben, aber nicht die strengeren Anforderungen des Prime Market erfüllen. Er liegt also zwischen dem Prime Market (Top-Unternehmen) und dem Growth Market (Wachstumsfirmen).

Tokio ist auch der einzige offizielle Handelsplatz für JFE Systems. Bei der in Deutschland handelbaren JFE handelt es sich um den Mutter-Stahlkonzern, nicht die Softwaretochter. Daneben gibt es wohl auch einen Handel im OTC Pink Market, zu dem ich allerdings keinen Zugang habe. Ein Handel in Tokio ist aber über verschiedene deutsche Banken möglich und auch Interactive Brokers bietet einen direkten Zugang. Wichtig ist aber zu beachten, dass dort immer in bestimmten Lots gehandelt wird, in der Regel sind das 100 Aktien.

Der Kurschart in der Heimatwährung zeigt eine steigende Entwicklung in den letzten 10 Jahren. Nach einem allerdings schwachen Jahr 2024 war dann 2025 wieder ein Jahr mit deutlichen Zuwächsen. Eine Gewinnwarnung im Oktober 2025 hatte nur einen sehr kurzen negativen Einfluss:

JFE Systems-Aktie 10-Jahres-Chart in Yen
JFE Systems-Aktie 10-Jahres-Chart in Yen

Mein Aktienkauf

Ich entschied mich zu einem Kauf in mein Depot bei der comdirect. Die Order über 100 Aktien von JFE Systems wurde problemlos angenommen und am 12.05.2025 zum Kurs von 1.650 Yen ausgeführt. Die Umrechnung erfolgte zum Devisenkurs von 164,17 (bei einem EZB-Referenzkurs am 13.05.2025 von 164,61). Als Provision berechnet die comdirect 12,90 € und „fremde Spesen“ in Höhe von umgerechnet 6,70 €. Der Kauf verursachte also Kosten von 19,60 €. Für einen regelmäßigen Handel würde ich deshalb eher mein Depot bei Interactive Brokers (Estably) verwenden, da dort nur 500 Yen (in diesem Fall umgerechnet 3,05 €) an Gebühren berechnet werden. Aber für einen Buy-and-Hold-Kauf habe ich die fast 2% Gebühren der comdirect hier akzeptiert.

Kauf von JFE Systems im Mai 2025

Der Vorteil eines Kaufs in ein deutsches Depot ergibt sich aus der automatischen Abführung der Kapitalertragsteuer. Ich muss mich nicht selbst darum kümmern und die japanische Quellensteuer wird auch direkt angerechnet.

Dividende

Wie bei japanischen Aktien üblich, zahlt auch JFE Systems zweimal im Jahr eine Dividende aus. Ex-Tage sind Ende März und Ende September. Die Auszahlung erfolgt dann im Juni und im Dezember. Ich habe erstmals am 02.12.2025 28 Yen je Aktie erhalten. Sie wurde von der comdirect zum Wechselkurs von 181,31 in Euro umgerechnet. Nach Abzug der Steuern erhielt ich so eine Nettodividende von 11,46 €. Sie wurde mit Wertstellung 04.12.2025 überwiesen.

Dividendenabrechnung JFE Systems im Dezember 2025
Dividendenabrechnung JFE Systems im Dezember 2025 Steuerabzug

In 2025 gab es im Juni bereits (Ex-Tag vor meinem Kauf) 35,50 Yen Dividende, so dass die Jahresdividende bei 63,50 Yen je Aktie lag. Auf meinen Einstand von 1.650 Yen je Aktie entsprach das einer kalkulatorischen Einstandsrendite von 3,8%. Aufgrund des im Jahresverlauf schwächer gewordenen Yens beträgt die annualisierte Bruttodividende allerdings umgerechnet nur 35,02 € bei einem Einstand von 1.024,66 €. Das ergibt einen Yield on Cost von 3,4%.

Die Prognose sieht für das Fiskaljahr 2026 eine Dividende von 68 Yen je Aktie vor. Davon wurden 28 Yen bereits im Dezember ausgezahlt. Die Dividendenrendite am letzten Zahltag (02.12.2025) ergibt bei einem damaligen Aktienkurs von 2.112 Yen damit einen Wert von 3,2%.

JFE Systems plant für das Geschäftsjahr 2026 mit einer Dividendenerhöhung gegenüber dem Vorjahr von 11,5%.

Was mich an dem Investment reizt

Für das Geschäftsjahr 2026 wird ein Gewinn je Aktie von 124,17 Yen erwartet. Bei meinem Kaufkurs von 1.650 Yen entsprach das einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 13,3. Dafür erhielt ich ein kleines, aber feines Softwareunternehmen mit steigenden Dividendenzahlungen bei einer Pay-Out-Ratio im Bereich von 35%.

Die bisherige Kursentwicklung hat die günstigen Verhältnisse bestätigt. Inzwischen notiert JFE Systems bei 2.392 Yen (Schlusskurs 20.01.2026) und das KGV ist auf 19,3 angestiegen. Das ist jetzt nicht mehr so attraktiv.

Potenzial ist aber trotzdem noch vorhanden, denn JFE Systems plant mit einem Umsatzrückgang von 8,7% und einem Rückgang des operativen Gewinns von 26,4%. Die Veröffentlichung der 6-Monats-Zahlen mit einer Prognosekorrektur hatte deshalb im Oktober auch zu einem Kurssturz der Aktie geführt. Satte 17% verlor die Aktie innerhalb einer Woche, konnte sich davon aber recht schnell wieder erholen und notiert inzwischen sogar deutlich über dem Ausgangskurs.

Auslöser der Prognosesenkung war der deutlich schwächere Stahlsektor als ursprünglich erwartet. Dort verschoben sich erwartete Auftragseingänge.

JFE Systems ist deshalb in gewisser Weise auch eine Wette auf ein Wiedererstarken der Konjunktur und des Stahlbereichs.

Ich halte JFE Systems als Langfristanlage für interessant, da es solide Kennzahlen aufweist und ein – von Sondereinflüssen abgesehen – kontinuierliches Wachstum generiert. Aufgrund der insgesamt jedoch kleinen Verhältnisse und der Tatsache, dass man als deutscher Anleger in der Regel erst später als ein Japaner Informationen erhält, ist die Aktie lediglich als Beimischung im Depot geeignet.

Generell kann ich mir vorstellen, den Depotanteil von aktuell 0,2% zu erhöhen, aber dafür muss ich die Entwicklung der Aktie und des Unternehmens erst noch länger begleiten. So ist es für mich eine Einstiegsposition, mit der ich mein Engagement im japanischen Aktienmarkt abrunde. Trotz der hohen Einstiegsgebühren und des schwachen Yens hat die Aktie in 2025 in meinem Depot einen Total Return von 28,9% geliefert und damit meine Erwartungen mehr als erfüllt.

JFE Systems ist kein globaler Gigant, sondern ein Hidden Champion mit soliden Fundamentaldaten. Für Anleger, die Diversifikation in Asien suchen und Wert auf Dividenden legen, ist die Aktie eine Überlegung wert.

Auf einen Blick:

Unternehmen:JFE Systems
ISIN:JP3226650004
Im Divantis-Depot seit:12.01.2025
Letzter Nachkauf am:
Stückzahl im Divantis-Depot:100
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:10,25 €
Gesamtkaufpreis:1.024,66 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:11,46 €
Aktuelle Strategie:Halten und Dividende kassieren

für diesen Beitrag verwendete Quellen:
Financial Results for the Second Quarter FY Ending March 2026
[Summary] Consolidated Financial Results for the Six Months
Notice Concerning Revisions to Full-Year Results Forecasts

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Kommentare

20 Antworten zu „Hidden Champion aus Japan auf Rekordkurs“

  1. Avatar von Tobs
    Tobs

    Hallo Ben,

    vielen Dank für die Vorstellung.

    Was mich als allererstes ansprang, als ich die Vorstellung gelesen habe: Das Verhältnis Umsatz/Mitarbeiter von rund 185.000 Euro.

    Klar, nicht jedes Geschäftsmodell ist Only Fans, die mit einer Workforce von wohl zwei Dutzend (so habe ich mal gelesen) Milliardenumsätze erzielen….

    …Diese Ratio Umsatz je Mitarbeiter ist aber schon irgendwie krass, gerade für ein Unternehmen mit IT Bezügen. Vermutlich ist der Schwerpunkt doch sehr stark eher das Projektgeschäft, das naturgemäß wenig skaliert.

    Viele Grüße,
    Tobs

  2. Avatar von MiKe
    MiKe

    Der Schlusskurs im letzten Abschnitt („Schlusskurs 20.01.2025“) dürfte von 2026 sein.
    Danke für den spannenden Beitrag

    1. Avatar von Ben Warje

      Hallo Mike,

      Danke für den Hinweis, habe es korrigiert!

      Viele Grüße Ben

  3. Avatar von Michael Peters
    Michael Peters

    Welchen Sinn macht denn ein Gesamtinvestment von 0,2%? Das erschließt sich mir nicht.

    Ich sehe dann dem Wert auch wirklich nichts, was den Namen „Hidden Champion“ rechtfertigen würde. Ein signifikanter Teil des Umsatzes hängt direkt oder indirekt von der Stahlindustrie (bzw. der Mutter) ab. Breit aufgestellt ist das Unternehmen also nicht, sondern vielmehr stark abhängig von Aufträgen der Mutter.

    Hinzu kommt der konstante „Verfall“ der Dividenden. Der Wertverlust des JPY betrug alleine in den letzten 5 Jahren ca. 24%. Selbst also wenn die Dividende innerhalb dieses Zeitraumes gestiegen sein sollte, bekomme ich als Aktionär am Ende weniger ausgeschüttet. Ich kann auch nicht erkennen, dass es sich da um kurzfristige Wechselschwankungen a la USD handelt.

  4. Avatar von Thomas
    Thomas

    JFE Systems geht leider nicht bei meinen Brokern. Scheint ein sehr kleiner Posten zu sein. Auch Stock3 findet sie nicht.
    Oder Gott sei dank, sonst hätte ich die auch noch klein gekauft ;-)
    Schlecht sehen sie nicht aus, sie entwickeln sich…

    Nicht ernst gemeint (!) : Börsenhai hatte sich irgendwo mokiert, das meine Prognose von 5k die Unze Feingold nicht eingetroffen wäre. Nun können wir wohl wetten ob noch im Januar oder erst im Februar …, Wahnsinn was hier abgeht.
    Nachrichten machen keinen Spaß mehr, aber Wirtschaftsnachrichten muss man schon noch verfolgen.

    Meine China stocks laufen derweil ganz gut nur so nebenbei, aber das Volumen ist hier so klein, das sie wohl einen möglichen Einbruch nicht abfedern können.
    Trotzdem bin ich froh über jede asiatische Aktie, die ich habe.

    kann es sein, (möglicherweise) das Trump bei Grönland wieder den Taco gibt, dann geht es schnell wieder nach oben. Aber es sieht derzeit nicht nach Nachgeben seitens Trump aus und bei dem aschfahlen Auftreten der EU würde es mich auch nicht wundern, wenn Grönland der 51 Star in den Stars and Stripes wird.
    Nun ja, was würde die Börse dann draus machen? Wohl nicht viel, das Tagesgeschäft geht weiter….
    Die amerikanischen Wähler würden es Trump verübeln, wenn er die Börsen nachhaltig in den Keller schickt und er kehrt dann auch meistens irgendwie um, wenn es abwärts geht, weil er das genau weiß und auch kein US Vermögen vernichten will.

    Es hilft also nur eine gute globale Diversifikation und einfach stur weiter kaufen.

    Grüße

    1. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      Thomas,

      jetzt bin ich aber sowas von …
      Ich habe mich nicht mokiert. Ich fand es allerdings als weit in die Zukunft geschaut, denn im Mai gab es ja eine „Ruhephase“.
      Die 4000€ haben wir jedenfalls geknackt und die 5000 USD kommen Jan/Feb, wenn es so weiter läuft: nächste Woche oo. Aber ist es wichtig wann es kommt? ;)

      Nur als Tipp: Schau weniger auf Trump, als auf JP Morgan, etc. und die wirklich großen Funds (damit meine ich keine ETFs!). Diese haben meist deutlich mehr Informationen als wir Kleinanleger.
      In deren öffentlichen Seiten sind sogar ganz ausgezeichnete Auswertungen/Papiere offengelegt. Aber ich muss auch jedesmal Suchen. Oft benötigt man einen speziellen Begriff, nach dem man sucht, sonst gibt es keine Treffer. Anstoß sind für mich fast immer Beiträge in ausländischen Blogs oder ausl. Anlageplattformen.

  5. Avatar von Thomas
    Thomas

    @Währungen
    @Michael Peters
    USD und JPY gehen wohl zusammen in den Keller ;)
    das stört dann die US-Japanischen Handelsbeziehungen also gar nicht,
    nur der Rest der Welt muss sehen, wie er mit den Aufwertungen der eigenen Währungen fertig wird.
    C’est la vie, aber das kriegen wir hin, oder :)

  6. Avatar von Thomas
    Thomas

    Nachtrag
    In Bezug auf USD und JPY ist es doch eine elegante Art und Weise, seine Auslandschulden zu entwerten, in dem man die eigene Währung druckt und drückt.
    In Venezuela hat sich Trump mit sehr niedrigem Aufwand Zugriff auf Öl gesichert, die innenpolitischen Verhältnisse interessieren ihn gar nicht.
    Im Iran gibt es auch Bodenschätze, aber das wäre eine Nummer zu groß für ihn und hätte die gesamte arabische Welt gegen ihn aufgebracht.
    Die (militärische) Aufwand/Nutzen Ratio war und ist im Iran zu schlecht. Innenpolitik egal. In Venezuela war sie gut. In Grönland (ebenfalls Rohstoffe) ist die Aufwand/Nutzen Ratio für Trump wieder sehr gut. Man könnte zu dem Schluß kommen, er zieht das durch.

    1. Avatar von UrsprungsFrank
      UrsprungsFrank

      “ In Grönland (ebenfalls Rohstoffe) ist die Aufwand/Nutzen Ratio für Trump wieder sehr gut. Man könnte zu dem Schluß kommen, er zieht das durch.“

      Man könnte – was wäre unser Weltbild ohne Konjunktiv.

      Kurzum, mein Konjunktiv ist, dass ihm das wohl nicht mit Grönland gelingen wird. Trump ist ein Licht aufgegangen, dass eine Okkupation nicht so der richtige Weg ist, allein schon, weil er damit den Kongress komplett korrumpieren würde. Er zettelt einen Krieg ohne Grund an und ordnet diesen im Alleingang gegen den Willen der gesamten Amerikanischen Bürgerschaft an. Schwer vorstellbar. Wenn überhaupt, hätte er es wie Putin machen müssen (’niemand hat vor, die Ukraine zu überfallen…‘). Dann hätte er auf den Maduro-Effekt setzen können. Keinen juckt es dann mehr. Er – wie er es ja schon ankündigte – wird Grönland kaufen wollen. Na dann, ab in die Verhandlungen … Trump ist ein Spieler – das ist allerdings durchaus gefährlich, weil das Spielende ein anderes sein kann als erwartet.

      Thomas gegen BörsenHai – ich warte auf Eure Wette den BTC betreffend. Thomas wollte – so meine ich mich noch zu erinnern – bei 70.000 einsteigen….

      Hiesiger Hidden Champion ist mir keine Perle auf dem Meeresgrund.

      Gruß Frank

  7. Avatar von Nico
    Nico

    Hallo Ben,

    interessanter Beitrag, danke dafür.

    Für mich persönlich ist die Aktie nichts. Die starke Abhängigkeit von der Stahlindustrie und das Projektgeschäft in diesem Bereich, das in wirtschaftlich schlechteren Zeiten schnell wegbrechen kann, gefällt mir nicht.

    Wie kommt es, dass du trotzdem noch eine kleine Position eröffnest? Ich meine, irgendwo gelesen zu haben, dass du dein Depot eher verschlanken möchtest.
    Ich will dein Handeln nicht kritisieren oder ähnliches, aber mir kommt es so vor, als wäre das – wie bei SAP und Symrise – eine Position, von der du dir vielleicht in kürzerer Zeit mehr erhoffst, die dann nach drei Jahren wieder aus dem Depot verschwindet.

    Ich bin damals ziemlich zeitgleich mit dir bei SAP eingestiegen. Zuletzt lag die Position weit über 100 % im Plus, nach dem aktuellen Rückfall bin ich immer noch mit 80 % im Plus – ohne die Dividenden eingerechnet, die natürlich nicht sehr hoch sind. Und bei JFE sieht man ja auch, dass sie an SAP hängen. 😉

    P.S.: Hast du eigentlich mal darüber nachgedacht, Gastbeiträge zu veröffentlichen? Vielleicht von anderen regelmäßigen Blogbesuchern, die eine Aktie vorstellen oder ihr Depot zeigen möchten. Nur so eine Idee – ich weiß selbst nicht, ob so etwas gut ankommt.

    Viele Grüße
    Nico

  8. Avatar von Andreas P.
    Andreas P.

    Mein einziges Investment in japanische Unternehmen (Itochu) habe ich bereits vor einiger Zeit aufgrund der ständigen nicht geringen Währungsverluste wieder aufgelöst.

    Ansonsten habe ich hier bereits geschrieben, dass ich größere Neuinvestitionen seit geraumer Zeit zurückstelle. Lediglich vereinnahmte Dividenden und Zinsen werden von mir momentan in bereits vorhandene Depotwerte reinvestiert.

    Durch die von dem außenpolitischen Auftreten des amerikanischen Präsidenten ausgehenden internationalen Verwerfungen fühle ich mich in meiner Entscheidung bestätigt. Für mich hat er das Potential, an den Finanzmärkten in eine Krise auszulösen. Ich bleibe daher weiterhin auf der Bremse und warte zunächst ab, bis sich die Unordnung hoffentlich alsbald etwas beruhigt und korrigiert hat.

    Wie könnte es in der internationalen Staatengemeinschaft weitergehen? Der kanadische Premier hat in Davos in seiner bemerkenswerten Rede einen Weg für Kanada aufgezeigt. Sie ist auch in deutscher Sprache im Netz verfügbar. Lesenswert.

    Viele Grüße

    Andreas P.

  9. Avatar von Hansi
    Hansi

    Danke für den Bericht.
    Die Firma kannte ich nicht. Tolles Unternehmen, niedriges KGV, niedriges KUV und keine Schulden. Ist wirklich ein Zwerg, der nur in Tokio zu handeln, selbst da nur Free-Float unter 30%. OTC Pink wird JFE Systems selbst bei IAB nicht angezeigt.
    Der Mutterkonzern JFE Holdings gefällt mir aber auch. Ist mehr als nur Stahl! Infrastruktur und Schiffswerften gibt es on top. Wer will denn noch Stahl oder Schiffe aus China, falls doch irgendwann die Taiwankarte gespielt wird. Ericsson darf sich schon freuen, dass Huawai & Co aus der EU verbannt werden sollen.
    Die beiden Firmen sind jetzt in meiner Watchlist.

  10. Avatar von Thomas
    Thomas

    Nun also doch Trump Grönland Taco, mit einem schmunzelnden Beigeschmack,
    denn Berichten zufolge werden die USA (alle?) Militärbasen auf Grönland übernehmen/ besetzen. Dann wird das Militär eben freundlich eingeladen wenn es nicht anders geht.
    Vetorecht bei Investitionsvorhaben, so kann man eine de facto Besetzung auch machen .
    Jedenfalls China und Rußland sind raus. Nun ja.

    Die Deutsche Börse AG übernimmt mit Allfunds einen strategischen, stark institutionell aufgestellten Konkurrenten von der ohnehin zur Deutschen Börse AG gehörenden Clearstream.

    Damit besetzen sie auf einen Schlag zwei der drei Topplattformen im Fonds- und Fondabwicklungsgeschäft in Europa und steigern damit ihren Marktanteil von vorher zwischen 25% und 30%
    auf jetzt 50%-60%
    Deutsche Börse AG also weiter grüner Haken dran :)

    Trotzdem global immer noch grob etwa 50% AuM in USA, 25% Asien und 25% Europa

    was noch?

    Protector Forsikring hat es aber eilig, die 50€ zu erreichen :)
    macht man Teilmitnahmen oder läßt man es einfach laufen? Vorläufig lass ich die weiterlaufen :)

  11. Avatar von Thomas
    Thomas

    @Ursprungsfrank
    BTC interessiert/fasziniert mich nicht so sehr wie Gold. Eigentlich gar nicht.
    Bin ganz froh wenn der nicht unter 70k fällt, dann muss ich mich auch nicht damit beschäftigen :)

    1. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      Ursprungsfrank,

      ich halte es wie Thomas.
      Bei BTC ist meine Kenntnis auf mögliche Einwirkungen von außen gleich Null. Ich habe mich einfach nie damit beschäftigt.
      Deswegen kann und werde ich keine Wette oder Empfehlung/Nichtempfehlung geben.

  12. Avatar von Thomas
    Thomas

    IG Weekend Gold 5021,70 Kaufkurs.

    1. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      Hallo Thomas,

      die 5000$ sind geknackt.

      @Tobs: Ich kaufe heute weder Gold noch Silber. Das sind für mich keine Spekulationsobjekte oder Investments, um damit zu verdienen. Es ist Beimischung – physikalisch.

  13. Avatar von BörsenHai
    BörsenHai

    Lieber Thomas,

    so geht das nicht, jetzt spiele ich Rumpelstilzchen. (mit dem Fuß aufstampf), weil Du schneller warst. ;).

    Aber erst Mo oder Di wird der offizielle Handelskurs in D die 5000 $ reißen. :p
    4981 $ stimmen mich optimistisch.
    Wenn ich bedenke, dass ich bei 1200€ schon gejammert habe …

    Und Silber hat die 100$ geknackt. 103$

    Aber warten wir ab, was noch passiert. Man darf nicht vergessen, dass in dem Markt Preise durchaus manipuliert werden.

    1. Avatar von Tobs
      Tobs

      Hallo zusammen,

      unten mal eine durch KI generierte Aufzählung von gehypten Real-Gütern.

      Vielleicht lässt sich Gold dort bald als „Nummer 11“ der Liste anfügen… :-)

      Ich kaufe lieber weiterhin Anteile an Unternehmen oder Vermögensgegenstände, die reale Cash Flows generieren und idealerweise eine Inflationsabsicherung eingebaut haben.

      Meines Erachtens ist der Goldpreis ähnlich willkürlich wie Pokémons-Karten.

      Das Gold bei uns hängt an meiner Frau – dort lässt es sich auch nett ansehen. Mein eigenes Goldkettchen hatte ich anno dazumal als junger Typ leider bei einer durchzechten Nacht verloren (es muss beim Kopfüber-Erleichtern irgendwo runtergebaumelt sein). Das hat mich fertig gemacht, aber nicht wegen des Materialverlustes.

      Tulpenzwiebeln 🌷 (1636/37)
      Peak
      Einzelne seltene Zwiebeln (z. B. Semper Augustus):
      ≈ 10–20 Jahresgehälter eines Handwerkers
      ≈ Preis eines Grachtenhauses in Amsterdam
      Absturz
      Innerhalb weniger Wochen (Februar 1637)
      Auktionen fanden keine Käufer mehr
      Preisverfall
      −90 % bis −99 %
      Danach: Preis ≈ normaler Gartenpflanze
      Typ: Reine Narrativ- + Terminmarktblase
      Muskatnuss 🌰 (17. Jh.)
      Peak
      In Europa zeitweise:
      gewichtsbasiert teurer als Gold
      1 Sack = Existenzsicherung für Jahre
      Absturz
      Angebotsausweitung
      Koloniale Gewalt + Monopolbruch
      Preisverfall
      Langsam, strukturell:
      −80 % bis −95 % über Jahrzehnte
      Heute: Cent-Artikel
      Typ: Knappheits- & Monopolpreis
      Salz 🧂 (Antike bis Mittelalter)
      Peak
      Teilweise:
      Soldbestandteil (salarium)
      Staatlich besteuert wie Luxusgut
      In Krisenregionen:
      Wert ≈ Edelmetalle
      Absturz
      Bergbau
      Globaler Handel
      Industrialisierung
      Preisverfall
      Über Jahrhunderte:
      >99 % realer Wertverlust
      Heute: quasi kostenlos
      Typ: Technologischer Bedeutungsverlust
      Purpur (Tyrian Purple) 🟣
      Peak
      1 Gramm Farbe:
      Mehrere Tageslöhne
      Kleidung:
      Politisch regulierter Luxus (nur Kaiser)
      Absturz
      Chemische Farbstoffe (19. Jh.)
      Preisverfall
      −99 %+
      Nur noch musealer Wert
      Typ: Technologischer Substitutionsschock
      Elfenbein 🐘 (19. Jh.)
      Peak
      Hochwertiger Werkstoff:
      Klaviere, Billard, Schmuck
      Preise:
      Mehrfaches Jahresgehalt für größere Objekte
      Absturz
      Kunststoffe
      Ethik & Verbote
      Preisverfall
      −70 % bis −95 %
      Markt heute weitgehend illegal / tot
      Typ: Moralisch-regulatorischer Bruch
      Eis ❄️ (1800–1870)
      Peak
      Natur-Eis aus Neuengland:
      Export nach Indien (!)
      Luxusgut für Kolonialeliten
      Absturz
      Kältemaschinen
      Kühlschränke
      Preisverfall
      −90 %+ innerhalb weniger Jahrzehnte
      Typ: Technologie killt Knappheit
      Briefmarken 📮 (20. Jh.)
      Peak
      Top-Stücke:
      Millionenbeträge
      Massenware:
      stark überteuert in den 1970ern
      Absturz
      Demografischer Wandel
      Internet → Transparenz
      Preisverfall
      Durchschnittliche Sammlerware:
      −60 % bis −90 %
      Absolute Top-Stücke: stabil
      Typ: Sammlerblase mit Fat-Tail-Überlebenden
      Comics / Sammelkarten 🃏
      Peak
      2020/21:
      Pokémon, Sportkarten
      Influencer-getriebene Auktionen
      Absturz
      Liquiditätsentzug
      Zinswende
      Preisverfall
      Mid-Tier:
      −50 % bis −80 %
      Ikonen (Mint, selten):
      −0 % bis −30 %
      Typ: Liquiditäts- & Hypezyklus
      NFTs 🖼️ (2021)
      Peak
      JPEGs:
      Millionen USD
      Kein Nutzwert, nur Status
      Absturz
      Narrative kollabieren
      Krypto-Winter
      Preisverfall
      −90 % bis −99 %
      Liquidität ≈ null
      Typ: Reines Narrativ-Asset
      Diamanten 💎
      Peak
      Kein klassischer Peak, aber:
      künstlich stabilisiertes Hochpreisniveau
      Absturz (im Gange)
      Lab-Diamanten
      Transparenz
      Preisverfall
      Natürliche Diamanten:
      real bereits −30 % bis −50 %
      Lab-Diamanten:
      −80 %+ in wenigen Jahren
      Typ: Gatekeeper-Markt wird aufgebrochen

  14. Avatar von UrsprungsFrank
    UrsprungsFrank

    @Tobs

    Es gibt auch Gegenbeispiele. Neulich wurde eine Banane mit einem siebenstelligen Geldbetrag gehandelt. Seitdem suche ich beim Discounter immer die ultimative Banane für den Verkauf ;-)

    Jeglicher Verfall von Assets mit der Zeit begründet sich aus deren verbilligte Herstellung resp. bei Rohstoffen übermäßige Bereitstellung, Substitution oder Wertsuggestion. Gold lässt sich bisher nicht günstig technisch produzieren, nicht substituieren und hat schon Jahrtausende eine hohe Wertsuggestion. Faszinierender Stoff, kann man nicht anders sagen. Alle drei genannten Kriterien treffen im Gegensatz zu Gold z.B. auf BTC zu.

    Wie wäre es denn mit Goldminenaktien? Man hätte dann Vorteile aus zwei Welten.

    Gruß Frank

    P.S. Übrigens, die Tulpenzwiebel-Haussee wurde durch einen Virus, der Tulpen befällt, von dem man aber damals noch keine Ahnung hatte, ausgelöst. Dumm gelaufen.

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