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Gibt es hier die nächste Überraschung?

Coca-Cola Beitragsbild
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Totgesagte leben bekanntlich länger. Und PepsiCo hat es gerade vorgemacht: die jüngsten Quartalszahlen waren überraschend positiv und die Aktie machte einen Satz nach Oben.

Nun stehen in der kommenden Woche die Quartalsergebnisse des großen Konkurrenten im Softdrinkbereich an. Und auch hier könnte es zu einer Überraschung kommen.

Ob dann aber auch zweistellige Kursgewinne möglich sind? Ganz so ausgebombt war die Aktie nicht, deshalb sehe ich eher eine Betonung der langfristigen Entwicklung.

Wie ich die aktuelle Situation einschätze und welche Chancen sich insbesondere aus dem schwächeren US-Dollar ergeben, erfährst Du in diesem Beitrag.

Donald Trump hat einigen Einfluss auf die jüngere Entwicklung der The Coca-Cola Company. Die Aktien des wohl bekanntesten Getränkeherstellers der Welt habe ich erstmals 2007 in mein Depot gekauft, 2008 dann meine heutige Position erreicht. Hier habe ich das Unternehmen ausführlich vorgestellt.

Einerseits ist der Wechselkurs zum US-Dollar sehr wichtig und da gab es durch die Trumpsche Zollpolitik ja einige Veränderungen. Aber auch jüngst „kümmerte“ sich Donald Trump direkt um Coca-Cola: Er verkündete, dass es zukünftig in den USA Coca-Cola auch mit Rohrzucker und nicht mehr mit Maissirup geben werde. Allein dieser Punkt zeigt schon die Bedeutung des Unternehmens…

Beim Chartbild betrachte ich bei US-Aktien den Chart in der Heimatwährung, weil dies aus meiner Sicht den besseren Blick auf die Bewertung des Unternehmens gibt:

10-Jahres-Chart der Coca-Cola-Aktie in US-Dollar
10-Jahres-Chart der Coca-Cola-Aktie in US-Dollar

1.886,76 € hatte ich insgesamt für meine damals 50 Coca-Cola-Aktien bezahlt. Gekauft hatte ich sie in 5 einzelnen Transaktionen zu je 10 Stück, die sich über einen Zeitraum von 12 Monaten zwischen Juli 2007 und Juli 2008 hinzogen. 2012 kam es dann zum bisher letzten Aktiensplit und aus den 50 Aktien wurden 100 Stück. Seitdem liegt mein Einstandspreis bei 18,87 € je Aktie.

Die im Chart eingezeichneten Käufe und Verkäufe beziehen sich auf eine zwischenzeitlich einmal eingegangene Trading-Position in einem gesonderten Depot, die ich mit Erfolg im Jahr 2022 wieder auflösen konnte.

Dividendenzahlungen

Coca-Cola zahlt erneut eine Quartalsdividende von 0,51 US$ je Aktie. Sie war erst zum letzten Quartal um 5,2% erhöht worden. Für die 100 Aktien in meinem Dividendendepot ergibt das eine Brutto-Dividende von 51,00 US$. Flatex rechnete die Dividende zum Kurs von 1,172 in Euro um. Nach Abzug der Steuern erhielt ich eine Netto-Dividende von 32,41 €. Sie wurde mit Wertstellung 01.07.2025 überwiesen.

Dividendengutschrift Coca-Cola im Juli 2025

Annualisiere ich die Quartalsdividende, werden in einem Jahr 2,04 US$ Dividende gezahlt. Bei einem Aktienkurs von 71,67 US$ (Schlusskurs am Dividendenzahltag) entspricht das einer Dividendenrendite von 2,8%. Die nächste Dividendenerhöhung dürfte planmäßig im April 2026 erfolgen, so dass die tatsächliche Jahresdividende bei einem heutigen Kauf noch etwas höher liegen dürfte.

Meine persönliche Dividendenrendite (Yield on Cost) ergibt sich vor allem aus meinem Einstandskurs und der langen Haltedauer. Für die 100 Aktien habe ich 1.886,76 € bezahlt. Unterstelle ich die gleiche Quartalsdividende mit dem jetzigen Wechselkurs viermal im Jahr, dann erhalte ich eine Brutto-Jahresdividende von 174,06 €. Das ergibt dann ein YoC von 9,2%. Bei der letzten Quartalsdividende lag der hochgerechnete YoC übrigens noch bei 10,0%. Da war der US-Dollar aber noch deutlich stärker und die Dividende damit „wertvoller“.

Perspektiven

1.508,53 € habe ich jetzt an Netto-Dividenden von Coca-Cola erhalten. Weitere 324,19 € kommen durch den Veräußerungsgewinn von Anfang 2022 hinzu. Macht in Summe 1.832,72 € und damit fehlen nur noch 54,04 € bis ich mein ursprünglich eingesetztes Kapital wieder zurück habe. Mit den beiden Dividendenzahlungen im Oktober und Dezember wird es dann geschafft sein. 2026 werde ich deshalb – genau wie ich es schon bei McDonald’s mache – einen Sparplan zur Reinvestition der Dividende aufsetzen. Quartal für Quartal wird dann ungefähr eine halbe Aktie meine Depotposition ergänzen.

Der Kurssprung von PepsiCo in der letzten Woche nach Vorlage der Quartalszahlen war beeindruckend. Ob so etwas auch bei Coca-Cola denkbar ist? Der Unterschied ist sicherlich, dass der Aktienkurs von Coca-Cola sich weitgehend stabil gezeigt hat. Und trotz des schwachen US-Dollars liegt die Aktie auf Euro-Basis rund 3% seit Jahresbeginn im Plus. Auf Dollar-Basis sind es sogar 13%.

Direkt vergleichbar mit PepsiCo ist Coca-Cola ja auch nicht, da es an der Snacksparte fehlt. Und die Konzentration auf Getränke scheint eben auch in der aktuellen angespannten Konsumlage von Vorteil zu sein.

Im 1. Quartal 2025 ging der Nettoumsatz von Coca-Cola um 2% zurück. Das ist vor allem auf den Währungseffekt zurückzuführen. Die jetzige Dollar-Schwäche war im 1. Quartal ja noch eine Dollar-Stärke und insofern für das Unternehmen belastend. Organisch legte der Umsatz denn auch um 6% zu. 5% davon sind auf ein Wachstum der Preise zurückzuführen. Das zeigt die Stärke der globalen Marke.

Der Gewinn je Aktie legte um 5% auf 0,77 US$ zu. Darin enthalten ist ein Gegenwind aus der Währung von 9%. Das ist schon ein hoher Wert und zeigt das massive Potenzial für das 2. Halbjahr 2025. Ich bin deshalb überzeugt davon, dass wir noch mindestens eine Prognoseerhöhung in diesem Jahr sehen werden.

Bisher sieht die Prognose für das Jahr 2025 ein organisches Umsatzwachstum von 5-6% vor.

Zu viel sollte man sich vom schwächeren US-Dollar aber auch nicht versprechen, da Coca-Cola die Währung auch abgesichert hat. Erwartet werden deshalb bisher „nur“ 2-3% Währungseinfluss auf den Umsatz im Gesamtjahr.

Währungsneutral erwartet Coca-Cola ein Gewinnwachstum je Aktie von 7-9%. Tatsächlich soll das Wachstum dann 2-3% betragen, ausgehend von 2,88 US$ Gewinn je Aktie in 2024. Der Währungseinfluss auf den Gewinn wird demnach mit 5-6% erwartet.

Ich will hier nicht über den Inhalt der erwarteten Prognoseanpassung spekulieren, sondern lieber anhand der aktuellen Prognose rechnen. Demnach würde der Gewinn je Aktie 2,95 US$ betragen. Bei einem Aktienkurs von 70,59 US$ (Schlusskurs vom 17.07.2025) ergibt das ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 24.

Und das ist der Hauptgrund dafür, dass ich einen massiven Kursanstieg selbst bei sehr guten Quartalszahlen nicht erwarte. Die Bewertung ist schon hoch und lässt zunächst wenig Luft für Kurssteigerungen. Wird der erwartete Gewinn höher, dann könnte der Aktienkurs analog ansteigen.

Für mich selbst ist das aber nur ein sehr kurzfristiger Blick, der mich relativ wenig beeinflusst. Natürlich ist es schön, wenn die eigenen Aktien steigen und nicht sinken. Und bei Coca-Cola stehe ich weder auf der Käufer- noch auf der Verkäuferseite. Ich halte die Aktien dauerhaft und – wie man so schön sagt – für die Ewigkeit. Mir sind deshalb die Dividendenzahlungen wichtiger. Und da bin auch entspannt, weil Coca-Cola weiterhin regelmäßig die Ausschüttungen erhöht. Und dafür beobachte ich das Wachstum im Umsatz und Gewinn und mache einen Haken daran. Auch in 2026 wird es eine Dividendenerhöhung geben, da bin ich mir sicher.

Auf einen Blick:

Unternehmen:The Coca-Cola Company
ISIN:US1912161007
Im Divantis-Depot seit:17.07.2007
Letzter Nachkauf am:31.07.2008
(Sparplan zur Reinvestition der Dividende seit Dezember 2025 aktiv)
Stückzahl im Divantis-Depot:100
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:18,87 €
Gesamtkaufpreis:1.886,76 €
erzielter Gesamtgewinn aus verkaufter weiterer Position:324,19 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:1.573,25 €
Aktuelle Strategie:Halten und Dividende kassieren, Dividende reinvestieren

für diesen Beitrag verwendete Quellen:
Coca-Cola Reports First Quarter 2025 Results

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Kommentare

9 Antworten zu „Gibt es hier die nächste Überraschung?“

  1. Avatar von Matthias
    Matthias

    Bei CC denkt man sofort an Warren Buffet. Aber ich denke, diesen Hype, den er damals damit gemacht hat, wiederholt sich nicht mehr.
    CC ist in Ordnung. Stabil. Verlässlich. Sie haben ein riesiges Produktportfolio, dass sie vor starken Schwankungen und Ausfällen schützt, aber eben auch keine steilen Kursanstiege bringt.

  2. Avatar von Matthias von Mitzlaff

    Diese Aktie hält man nicht, um irgendwann steile Kursanstiege zu erleben, sondern um Cashflow zu generieren (Dividendenwachstum seit 62 Jahren) und einen verlässlichen „Partner“ im Depot zu haben (wie beispielsweise auch Procter & Gamble).
    Ich habe vor 2-3 Jahren etwas von meiner KO-Position verkauft und eine PEP-Position aufgebaut, kürzlich sogar etwas PEP nachgekauft.
    KO möchte ich gerne weiter ausbauen, der Kurs darf jedoch mal unter 55/50 EUR herunterkommen.
    Die Marke ist ein Mythos, der ungebrochen erscheint und – wenn Trends vom Management erkannt und genutzt werden, wenn sich die Firma weiter anpasst – weit in die Zukunft reichen kann.

  3. Avatar von Tobs
    Tobs

    Hi Matthias,

    so ist es.

    Man muss bei Titeln wie Cola auch das Verhältnis Risiko/Rendite sehen. Man bekommt hier – vermutlich (!) – mindestens die selbe Rendite raus wie bei anderen Consumers (eher mehr), aber mit einem geringeren Risiko. Das ist ein sehr guter Arbitrage-Ansatz, wo ich mindestens eine Marktrendite vereinnahme aber weniger Risiken als beim übrigen Markt nehmen muss.

    Über sowas nachzudenken, kann sich auch lohnen. Am Ende ist es ja auch stets die Frage, wie meine Risiken prämiert werden. Kaum ein Titel kann hier Cola schlagen meines Erachtens.

  4. Avatar von Thomas
    Thomas

    Egal, ob man sich die globalen Brand-Value Rankings von Forbes, Interbrand oder Kantar oder anderen anschaut, Coke ist führend (ex IT).
    Coke kann seinen Markenwert im Gegensatz zu Pepsi weiter steigern.
    Wenn ich gezwungen wäre, das Depot auf 20 Titel zu reduzieren, wäre Coca wohl dabei.

  5. Avatar von Thomas
    Thomas

    die quasi congeniale Allianz von McDonalds und der Coke im Menu dazu
    und Costco`s (größter US Retailer) berühmter Hotdog im Eingangsbereich zum Fixpreis 1.50 $ (for ever)
    in Kombi mit Limonade (ex Pepsi) jetzt wieder Coke
    sagt einfach alles.
    Da kommt kein Amerikaner dran vorbei.
    Iwo gehört, die verkaufen 3 Mrd Getränke weltweit (am Tag)

  6. Avatar von Thomas
    Thomas

    Die Dividendenjahresuhr von Ben ist ja nice🙂,
    auf dem Level war sie wohl noch nie seit dem Bestehen von Bens Blog.
    Bin gespannt, ob Ben uns berichtet, wie und ob er die Dividende wieder investiert hat…

    1. Avatar von Ben Warje

      Hallo Thomas,
      leider wird sich das in 2026 nicht wiederholen lassen. Und das bereitet mir jetzt schon Schmerzen. Die Erträge sollen doch wachsen und nicht sinken….

      Spätestens in der Monatszusammenfassung, die Anfang August erscheint, offenbare ich, was ich mit der Dividende angestellt habe. Bisschen Spannung muss ja noch bleiben.

      Viele Grüße Ben

    2. Avatar von Chrischaan

      Hi Ben,

      warum das nicht als Sonderdividende verbuchen. Sprich in der langfristigen Steigerungsstatistik wäre es dann nicht berücksichtigt. ;-)

      Beste Grüße,
      Chrischaan

  7. Avatar von Thomas
    Thomas

    Ja 😅, man bräuchte etwa 1,8 Mio , um 28k im Halbjahr zu erreichen.
    Man soll ja die Hoffnung nie aufgeben…
    Mir würden 3% Plus im DAX wie beim Nikkei heute als nächster Step schon mal reichen..
    Spaß muss sein.

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