Es ist nicht immer leicht langfristig zu denken

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Es schreibt sich manchmal leichter, in einer Aktie trotz einer Talfahrt engagiert zu bleiben als es dann wirklich zu erleben.

Und so schaue ich mir dann gerne meinen Beitrag über die letzte Dividendenzahlung einer Aktie an, um mich daran zu erinnern, warum und aus welchen Gründen ich bei der Aktie bisher nicht ausgestiegen bin.

Und natürlich hinterfrage ich mich dann bei der neuen Dividendenzahlung, ob diese Annahmen immer noch zutreffen.

Alles nach dem Motto: Buy and hold and check. Wie das bei dieser Aktie, die im August letzten Jahres ihren Höchststand hatte, ausgefallen ist, erfährst Du in diesem Beitrag.

Der Highflyer in meinem Dividendendepot bis zum letzten August war The Clorox Company. Das Unternehmen habe ich hier vorgestellt.

Dividendenzahlung

Clorox zahlt erneut eine Quartalsdividende von 1,11 US$ je Aktie. Für die 50 Aktien in meinem Dividendendepot ergibt das eine Brutto-Dividende von 55,50 US$. Sie wurde vom Smartbroker zum Kurs von 1,2057 in Euro umgerechnet. Nach Abzug der Steuern verbleibt eine Netto-Dividende von 34,26 €. Sie wurde mit Wertstellung 07.05.2021 überwiesen.

Dividendengutschrift Clorox im Mai 2021

Perspektiven

Clorox war mit seinen Reinigungs- und Desinfektionsmitteln einer der Corona-Gewinner schlechthin. Und profitierte davon sowohl in den Geschäftsergebnissen als auch im Aktienkurs. Im Höchststand notierte die Aktie bei 237,50 US$. Inzwischen notiert die Aktie “nur noch” bei rund 185 US$.

Immerhin ist das gegenüber der letzten Dividendenzahlung vor drei Monaten ein Gleichstand. Es geht also zumindest im Aktienkurs aktuell nicht weiter abwärts. Allerdings verpasst die Aktie die allgemeine Marktentwicklung, die in den letzten Wochen weiter positiv war.

Bei den jüngsten Quartalsergebnissen stand erstmals seit längerer Zeit eine stagnierende Umsatzentwicklung. Das ist natürlich dem hohen Verkaufsniveau vor einem Jahr geschuldet als sich alle Welt mit Desinfektionsmitteln eindeckte.

Beim Ergebnis je Aktie gab es im abgelaufenen Quartal sogar einen Verlust von 0,49 US$, da – nicht liquiditätswirksam – eine Goodwill-Abschreibung in Höhe von 2,11 US$ je Aktie auf den Geschäftsbereich “Vitamine, Mineralien und Zusatzstoffe”. Dieser Geschäftsbereich steht für 4% des Gesamtumsatzes. Im Quartalsbericht findet sich keine nähere Erläuterung zu der Abschreibung.

Ich habe mir deshalb die Aufzeichnung des Conference Calls für Analysten (1 Stunde, 20 Minuten) angehört. Dort erläuterte der CFO Kevin Jacobsen die Abschreibung detaillierter: Der Geschäftsbereich ist im Wesentlichen durch zwei Übernahmen entstanden. Die Umsätze sind jedoch in diesem Bereich zuletzt gesunken und die ursprünglichen Erwartungen bei den Übernahmen haben sich auf zu optimistisch herausgestellt. Insbesondere scheint der Wettbewerbsdruck sehr hoch zu sein. Daraus folgend wurde eine Abschreibung auf die übernommenen Bereiche vorgenommen. Die Abschreibung beträgt 27% des ursprünglichen Kaufpreises. Positiv daran ist immerhin, dass sich dadurch 62 Mio. US$ Steuern sparen ließen und die Abschreibung keinen Einfluss auf den Cash-Flow hat. Der Geschäftsbereich wird auch weitergeführt und soll in der Zukunft positiv zum Unternehmensergebnis beitragen.

Der Zeitpunkt für die Abschreibung ist günstig gewählt. Denn das laufende Geschäftsjahr wird insgesamt hervorragend: Der Umsatz wird um 10-13% steigen und der Gewinn je Aktie (vor der Abschreibung) 1-4%. Nach der Abschreibung wird immer noch ein Gewinn je Aktie von 5,94-6,14 US$ erwartet. Da Clorox ein abweichendes Geschäftsjahr hat, befindet sich das Unternehmen bereits im letzten Quartal. Die Prognose ist also ziemlich realistisch.

Langfristig soll der Umsatz durchschnittlich um 3-5% wachsen. Und das ist auch der Grund, warum ich weiter in der Aktie engagiert bleibe. Bei meinem Einstieg habe 2017 und 2018 zu Kursen von 128 bzw. 119 US$ dachte noch niemand an Corona. Ich war von Clorox langfristig überzeugt und bis das auch heute noch.

Das Unternehmen wächst kontinuierlich und die Aktionäre werden durch Aktienrückkäufe und Dividendenerhöhungen daran beteiligt.

Und die nächste Dividendenerhöhung sollte bereits in den kommenden Tagen verkündet werden. So lang das so bleibt, sehe ich keinen Grund, die Aktie zu verkaufen. Sinkende Kurse wären irgendwann dann Nachkaufkurse. Aber auch davon ist die Aktie noch ein gutes Stück (40-50 US$) entfernt.

Auf einen Blick:

Unternehmen:The Clorox Company
ISIN:US1890541097
Im Divantis-Depot seit:06.02.2017
Letzter Nachkauf am:19.04.2018
Stückzahl im Divantis-Depot:50
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:108,63 €
Gesamtkaufpreis:5.431,34 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:490,36 €
Aktuelle Strategie:Bei Kursschwäche nachkaufen

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4 Gedanken zu „Es ist nicht immer leicht langfristig zu denken“

  1. Hallo Ben,

    Ich finde Deinen Blog große Klasse! Danke für deine Beiträge die ich immer spannend verfolge! :-)

    Ich hab mal eine Frage bezüglich der eingehenden Dividenden.

    Verkonsumieren wirst du diese vermutlich nicht, sondern reinvestieren?!

    Lässt du dies automatisiert laufen?

    Bei meinem Broker wird mir das auch angeboten, allerdings ist dies nur möglich wenn die Dividenden Zahlung den Wert „mindestens“ einer Aktie entspricht.

    Wie gehst du hier vor?

    Vielen Dank vorab und weiter so! Ich mag deine Schreibstil und freue mich schon auf neue Beiträge!

    Viele Grüße,
    Sebastian

    1. Hallo Sebastian,

      ich will die Dividenden reinvestieren. Allerdings nicht in die gleichen Aktien, sondern wieder in andere Dividendentitel. Und dadurch sollen meine Dividendenerträge weiter steigen. Hier habe ich mal was ausführlicher dazu geschrieben.

      Viele Grüße Ben

  2. Hi Manfred,

    Läuft über Trade Republic so.
    Ich muss gestehen das ich zu Wiederanlagegebühren bisher auch nichts gefunden habe, finde das dort diesbezüglich irgendwie nicht sehr transparent…
    Ich werde das aber nächsten Monat mal testen können, kann meine Erfahrung dann gerne ergänzen.

    Viele Grüße
    Sebastian

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