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Entspannt bleiben und die nächsten Dividendenerhöhungen projizieren – gelingt das?

A stock investor looking at the PepsiCo stock chart, completely relaxed despite a significant drop in price.
4.8
(64)

Es ist gar nicht einfach, in diesen turbulenten Tagen über einen Einzelwert zu schreiben. Zu sehr schwanken derzeit die Märkte und es stellt sich bei so vielen Aktien die Frage, ob das gerade Kaufgelegenheiten sind. Oder man einzelne positive Börsentage zur Sicherung von Gewinnen nutzen sollte.

Nichtsdestotrotz beschäftigt mich heute ein Qualitätswert in meinem Depot, der in verlässlicher Weise gerade seine Quartalsdividende bezahlt hat. Und eine erstaunliche Standfestigkeit im Aktienkurs gezeigt hat. Was es damit auf sich hat und wie ich die unternehmensspezifischen Perspektiven des Wertes einschätze, erfährst Du in diesem Beitrag.

Seit Mai 2014 ist die Aktie von PepsiCo fester Bestandteil meines Dividendendepots. Weitere Käufe folgten 2015, 2016 und 2023.

Hier habe ich die Aktie ausführlich vorgestellt.

Das bisherige Allzeithoch erreichte PepsiCo mit 196 US$ im Mai 2023. Seitdem ist die Tendenz klar fallend – mit zwischenzeitlichen Erholungen.

Nach einem Kampf um die Marke von 150 US$ hat die Aktie im allgemeinen Ausverkauf wieder etwas nachgegeben und notiert bei rund 140 US$:

PepsiCo im 11-Jahres-Chart (in US$)
PepsiCo im 11-Jahres-Chart (in US$)

Dividendenzahlung

PepsiCo zahlt erneut eine Quartalsdividende von 1,355 US$ je Aktie. Für meine 125 Aktien ergibt das eine Brutto-Dividende von 169,38 US$. Sie wurde von flatex zum Kurs von 1,0815 in Euro umgerechnet – das entspricht dem offiziellen EZB-Referenzkurs des Zahltages. Damit verbleibt nach Abzug der Steuern eine Netto-Dividende von 116,60 €. Die Dividende wurde mit Wertstellung 31.03.2025 überwiesen.

Dividendengutschrift PepsiCo im März 2025

PepsiCo zahlt ab der nächsten Quartalsdividend eine Jahresdividende von 5,69 US$. Bei einem Aktienkurs von 149,94 US$ (Schlusskurs am Dividendenzahltag) ergibt das eine aktuelle Dividendenrendite von 3,8%. Bei 140,30 US$ (Schlusskurs vom 08.04.2025) sind es sogar 4,1%.

Meine persönliche Dividendenrendite (Yield on Cost) berechnet sich nach meinem Einstand für meine Gesamtposition von 9.938,84 €. Nehme ich die neue Jahresdividende (5,69 US$ * 125 Aktien) und rechne sie mit dem Wechselkurs vom Dividendenzahltag um, dann erhalte ich einen Brutto-Betrag von 657,65 €. Das ergibt einen YoC von 6,6%.

Zusätzlich zu dem optisch attraktiven YoC habe ich mit dieser Dividendenzahlung nun bereits 33,5% meines ursprünglichen Investments als Nettodividenden zurückerhalten.

Perspektiven

167,55 US$ hatte ich im Oktober 2023 für meinen letzten Nachkauf bezahlt. Nun, im Zuge des Zollhandels-Ausverkaufs, notiert die Aktie gute 15% tiefer. Da tröstet es mich, dass ich nur 5 Aktien nachgekauft und damit meine Position von 120 auf 125 erhöht hatte.

Ich halte PepsiCo weiterhin für ein Qualitätsunternehmen, das ich gerne im Depot habe und auch dauerhaft halten will. Aber bekanntlich sind meine Mittel nicht unbegrenzt und so kommt ein Nachkauf für mich aktuell trotz des Kursrückgangs eher nicht in Frage.

Was ich aber seit der letzten Quartalsdividende gemacht habe, war mehrere Short Puts auf PepsiCo zu verkaufen. Ich war nach dem letzten Bericht gespannt auf das Jahresergebnis, das dann am 4. Februar veröffentlicht wurde. Und danach weiter völlig entspannt. Und habe seitdem viermal jemand anderem das Recht verkauft, mir 100 PepsiCo zu einem festgelegten Preis zu verkaufen. Dieser Strike lag zweimal bei 140 US$, einmal bei 139 US$ und einmal bei 130 US$. Offen ist nun nur noch der Short Put mit 130 US$, die anderen sind bereits verfallen. Und auch dieser Short Put läuft nur noch bis 17. April. Insgesamt habe ich mit diesen vier Geschäften 142 US$ als Optionsprämien eingenommen. Das Risiko hielt ich für begrenzt und so ist das ziemlich genau eine zusätzliche Quartalsdividende für 100 Aktien, die ich nicht im Depot haben musste.

Was mich so entspannt auf die Zahlen blicken lässt, ist das organische Wachstum des Umsatzes. Es lag im 4. Quartal bei 2,1% und im Gesamtjahr bei 2,0%. Sicherlich keine hohen Werte. Bei einem Gewinn je Aktie von 8,16 US$ liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei 140 US$ (mit diesem Strike hatte ich die ersten Short Puts verkauft) bei 17,2. Bei 130 US$ sogar nur 15,9. Und die Dividendenrendite aufgrund der angekündigten Dividendenerhöhung dann eben bei 4,1% oder sogar bei 4,4%.

Und zu diesen Kennzahlen würde ich die PepsiCo tatsächlich auch kaufen und hätte keine langfristigen Sorgen. Es ist schließlich die 53. jährliche Dividendenerhöhung in Folge. Und für 2025 wird erneut ein niedrig einstelliges organisches Umsatzwachstum und ein mittleres einstelliges Gewinnwachstum prognostiziert.

Klar, die Gewinndynamik war bei PepsiCo schon deutlich höher. Aber Wachstum ist Wachstum. Und der Getränke- und Snackkonzern ist eben schon so groß und in einem gesättigten Markt aktiv, dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Umso wichtiger ist mir die Verlässlichkeit im Wachtumspfad bei Umsatz, Gewinn und Dividende.

Natürlich wird auch 2025 ein Jahr mit Herausforderungen für PepsiCo. In den USA sorgen Schlankmacher-Spritzen offenbar schon für Druck bei den Herstellern ungesunder Lebensmittel. Und völlig unbeeinflusst von den Zollthemen ist auch PepsiCo nicht. Auf der einen Seite reagiert der US-Dollar darauf, was aber tendenziell eher positiv für das Ergebnis sein dürfte. Denn ein schwächerer US-Dollar lässt die internationalen Gewinne ansteigen. Aber PepsiCo importiert auch Aluminum aus Kanada für seine in den USA vertriebenen Getränkedosen. Zölle darauf belasten die Margen. Die meisten Rohstoffe, wie Kartoffeln und Mais, bezieht PepsiCo jedoch lokal, so dass auf sie keine Zölle anfallen.

Es ist daher eher die allgemeine Handelsunsicherheit, die PepsiCo belasten kann. Und bei einer weltweiten Rezession würde die Arbeitslosigkeit steigen und womöglich die Verbrauchernachfrage sinken. Weniger Zuschauer gehen auf teuere Sportveranstaltungen und konsumieren weniger.

Alles in allem sind das aber Themen, die viele Unternehmen betreffen und PepsiCo vermutlich eher weniger stark. Auch das erklärt, warum der Aktienkurs eben keine 10% an einem Tag gesunken ist.

Gleichzeitig wird die Erholung auch nicht so groß sein. Denn auch ohne Zölle oder mit niedrigeren Tarifen ist die Nachfrage nach PepsiCo-Produkten aktuell geringer geworden. Ein Grund dafür sind die durch die Inflation stark gestiegenen Preise. Viele Verbraucher – und das merke ich an mir selbst – kaufen einfach weniger Snacks. Schließlich kann man hier besser drauf verzichten als auf Grundnahrungsmittel.

Ein Weg, wie PepsiCo wieder stärkeres Wachstum generieren will, ist die Übernahme von anderen Marken. Ich hatte ja schon mal vor einigen Quartalen darüber geschrieben, dass sich Celsius Holdings da anbieten würde. Die sind es nun nicht geworden, sondern das nicht börsennotierte Unternehmen poppi. Knapp 2 Mrd. US$ legt PepsiCo dafür auf den Tisch und erhält dafür eine schnell wachsende präbiotische Limonadenmarke. Sie wirbt damit, nur 5 Gramm Zucker pro Glas zu haben und spricht vor allem eine junge Zielgruppe an. Unter drinkpoppi.com kann man sich einen Eindruck davon verschaffen.

Ich kann nur hoffen, dass PepsiCo die Marke nicht zu sehr integriert, sondern die jugendliche Frische erhalten bleibt. Denn sonst wird die Zielgruppe ziemlich schnell zu einer neuen Trendmarkt weiterziehen, weil poppi eben zu bieder erscheint. Schließlich ist das die Gefahr bei Übernahmen junger Marken durch alte Konzerne.

Die Übernahme zeigt aber, dass das Management von PepsiCo willens ist, durch gezielte Übernahmen das Portfolio zu erweitern. Nun ist poppi nur eine kleine Übernahme, aber dafür ist auch das Risiko geringer. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass wir weitere Übernahmen auch noch in diesem Jahr sehen werden. Bewegung ist schließlich immer Markt.

Meine Strategie sieht weiterhin so aus, dass ich mit den 125 Aktien im Dividendendepot ausreichend investiert bin. Daran würde ich nur etwas ändern, wenn es zu weiteren deutlichen Kursrückgängen kommt. Aber wenn diese dann auch den breiten Markt betreffen, würde ich vermutlich eher auch bei anderen Aktien zugreifen. Allerdings werde ich weiterhin den ein oder anderen Short Put verkaufen, so lang PepsiCo so vergleichsweise niedrig notiert. Das Ziel ist dabei aber nicht, die Aktien eingebucht zu bekommen, sondern meine Erträge ein wenig zu steigern. Trotzdem wäre ein Kurs von 130 US$ oder weniger ein Bereich, in dem ich mich mit der PepsiCo-Aktie wohl fühle.

Auf einen Blick:

Unternehmen:PepsiCo
ISIN:US7134481081
Im Divantis-Depot seit:02.05.2014
Letzter Nachkauf am:03.10.2023
Stückzahl im Divantis-Depot:125
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:79,51 €
Gesamtkaufpreis:9.938,84 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:3.442,14 €
Aktuelle Strategie:Halten und Dividende kassieren

für diesen Beitrag verwendete Quellen:
PepsiCo Reports Fourth Quarter and Full-Year 2024 Results;
Provides 2025 Financial Outlook; Announces Annual Dividend Increase
Fourth Quarter/Full Year 2024 Prepared Management Remarks
PepsiCo to Acquire poppi

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Kommentare

14 Antworten zu „Entspannt bleiben und die nächsten Dividendenerhöhungen projizieren – gelingt das?“

  1. Avatar von Matthias von Mitzlaff
    Matthias von Mitzlaff

    Mit einem Durchschnittskurs von unter 80 EUR und fünfmal mehr Aktien von PEP als ich spielt Ben definitiv in einer anderen Liga ;-).
    Einige Zeit habe ich gegrübelt, kürzlich habe ich es dann zu 130 EUR doch getan: Nachgekauft.
    Das Umsatzwachstum ist aktuell nicht besonders gut, Dividendenhöhe (knapp 4%) und 5-Jahres-Wachstumsrate (über 7%) sind intakt. Es ist insbesondere die Anzahl der Jahre, die die Dividende wuchs, die mich zum Nachkauf veranlasste: 52.

    Schon immer gefiel mir im Vergleich mit Coca-Cola (KO) die Diversifizierung in Richtung Snacks bei PEP sehr gut.
    Auffällig in den Turbulenzen der letzten Tage: Coca-Cola streift mal kurz die 69 EUR und fiel dann nie mehr unter 62 EUR. Das nenne ich Crash-Resilienz! Für mich ein Grund, dort mal nachzukaufen. Jedoch habe ich hier eine Marke von 55 EUR im Auge, die so schnell nicht erreicht wird, befürchte ich.

    Wenn es den beiden Sauriern gelingt, sich in Maßen immer wieder mal teilweise neu zu erfinden, haben sie eine blendende Zukunft vor sich, insbesondere im Verbund mit Abnehm-Experten wie Eli Lilly oder Novo Nordisk (letztere bin ich nun gut eingestiegen ;-).

    1. Avatar von Michael B.
      Michael B.

      Mensch Matthias,
      endlich haben wir beide Mal das gleiche zur ungefähren Zeit gekauft bzw. nachgekauft…. Bei Pepsi habe ich durch den Nachkauf jetzt auch mit 75 Stück meine Zielgröße erreicht. Bei Novo Nordisk habe ich jetzt zum Kurs von 58 € genau wie du einen ersten Fuß in die Türe gesetzt. Wenn diese beiden Unternehmen sind nicht perfekt ergänzen dann weiß ich auch nicht Matthias. Im Gegensatz zu dir habe ich Coca-Cola schon zu 55 € aufgestockt als diese so wegen der berühmten Abnehmspritze an der Börse abgestraft wurden was ich so nie ganz verstanden habe. Novo Nordisk habe ich genau so wie Ben auf meiner Watchlist wegen der starken Stellung im Diabetes Geschäft gehabt und nicht wie andere ausschließlich im Hype um die Abnehmspritze. Jetzt bei 58 € haben die Bewertungsmodelle so ungefähr für mich gepasst. Bin bei Aktien eher der rationelle Mensch und auf Zahlen fixiert und beim Geld für Aktien ausgeben nicht so emotional da ich für das Geld das ich investiere auch noch arbeiten gehen muss und das noch eine gute Weile…..Wenn Novo Nordisk jetzt noch ein gutes Stück im Kurs fallen würden bzw. könnten würde ich genau wie Ben zu Kursen unter 50 € auch nochmal schwach werden und meine Anfangsposition hier aufstocken. Also hoffen wir mal Matthias das unsere zwei Investments in der Krise sich nach der Krise als richtige Kaufentscheidungen herausstellen……

  2. Avatar von Gary
    Gary

    Hallo Ben,

    Erstmal ein Dankeschön für einen ausführlichen Beitrag zu einem Unternehmen zu dieser verrückten Zeit. Derzeit ließt man ja deutlich mehr zu der makroökonomischen Lage.

    Bei Pepsi lief es bekanntlich vor dem Chaos um die Zölle etwas holprig. Langfristig bin ich von diesem Weltkonzern mit seinem Portfolio an Essen und Getränken aber überzeugt.
    Habe die Chance genutzt und bei unter 130€ meine Position ausgebaut. Vielleicht geht’s ja noch weiter runter, dann steigt die Dividende aber auf 4,XX Prozent. Tendenz steigend… Bei schwachem USD profitiert der Konzern von Währungseffekten außerhalb der Staaten, bei einem anziehenden USD (zum €) steigt die Dividende für uns…

    Die Zollproblematik sehe ich weniger kritisch. Die großen US-Konzerne sitzen zwar in den Staaten, produzieren aber regional. Pepsi hat in unserer Region u.a. Fabriken in NRW und Polen.

    Novo N. habe ich auch zugekauft nach der Korrektur. Leider fielen sie dann weiterhin. Mittlerweile sind sie aber bei ca. 3 Prozent Dividendenrendite und weisen derzeit noch ein starkes Umsatzwachstum auf.

    Ein schönes Wochenende

  3. Avatar von Florian
    Florian

    Hallo Matthias vM, Tobs, Star, Benjamin und alle weiteren, die erfahrener und schlauer sind als ich. Falls ihr mögt, gern kurze Bewertung meines Handelns.

    Habe diese Woche aggressiv nachgekauft, teils aus „Reserven“ für Steuern (bin selbständig, hab dann halt im Juli etwas engeren „Haushalt“) – für circa 28k – und zwar (natürlich nicht regelhaft, sondern einmalig):
    4k msci world
    800€ msci India
    1k Novo Nordisk
    1,3k Allianz
    Start Arista Networks und KKR mit je 3k
    Fortescue Metals ca 3,5k
    In Tranchen insgesamt 1000 BP (ca 3,8k)
    J&J 1,5k
    Pepsico 1,3k
    Siemens 5k

    Mir gehts nicht um absolute Zahlen – wünsche lediglich (falls jemand mag) eure Einschätzung.

    Glaube, leider Eliy Lilly verpasst zu haben, die möchte ich mir aber noch vornehmen, sobald frisches Geld kommt. Unter DT ist Pharma ja nicht sehr angesehen – aber Mounjaro ist weitaus besser als Ozempic/Wegovy, bin da vom Fach.

    Danke, dass es euch gibt – und der Austausch hier sachlich & nicht zu woke ist!

    Herzlichst

    Florian

    PS: selbstredend hab ich andere Sparpläne laufen als hier dargelegt, auch mit anderen Summen.

    1. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      Hallo Florian,

      erst einmal viel Glück. Und merke Dir: Alle kochen mit Wasser. :)

      Ein solcher Geldeinsatz in solch volatilen Zeiten erscheint mutig.
      Wenn Dein Anlegehorizont 18 Jahre sind, sehe ich bei Deiner Auswahl aber wenig Risiken. Natürlich kann man anbringen, wieso „alles auf einmal?“. Niemand ist schlauer, auch die erfahrenen Hasen nicht. Jeder hat Looseraktien im Portfolio, egal wie „erfahren“ er ist/scheint.
      Ich habe z.B. in IT investiert als mir die Kurse entgegen kamen. Da würden viele sagen: Warum jetzt gerade, wo doch alle von Kurs-Rückgang der IT-Aktien sprechen? Ebend, genau deswegen. Allerdings war es nur ein 1/3-Einsatz incl. zwei Nicht-IT-Aktien, die haben nicht den gewünschten Korridor erreicht – aber haben wollen, da sehr wenig volatil und macht über die Jahre auch nicht recht viel aus, ob sie jetzt noch 5% runter gehen oder nicht. ;)

      Über die Aktienauswahl mache ich ungern Bemerkungen. Jeder ist seines Herdes Koch! Und ob jetzt eine Aktie nicht so mein Geschmack ist, schmeckt eben Dir – das ist wie in der Wirtschaft, der eine mag Fisch, der andere Fleisch. Deine Auswahl sieht sehr solide aus.

    2. Avatar von Tobs
      Tobs

      Hallo Florian,

      ich würde versuchen mich mit Grundsätzlichkeiten Deiner Vorgehensweise zu nähern.

      #
      Mutig (was Börsenheit schrieb) finde ich Deine Vorgehensweise eigentlich nicht, sondern eher rational. Jeden Tag gibt es Markt eine Mikrorendite zu verdienen, jedenfalls dann, wenn Du sehr langfristig hältst. Das ist das A und O. Eine Binse, aber es lohnt, darüber nachzudenken. Es gibt genug Studien, die schön zeigen, dass bei Kauf des Markts einen Tag vor dem Platzen von Bubbles irgendwann das Investment wieder irgendwann positiv dreht. Nachdem die Kurse gerade schon etwas runtergekommen sind, sind auch schon – bis zu einem gewissen Grad – die Risiken rausgegangen. Natürlich können die Kurse weiter sinken, niemand kann Kurse vorhersagen. Aber einige Deiner Titel sind prädestiniert, wieder zu kommen.

      #
      Relevant ist das Durchhalten von Positionen, damit der oben beschriebene Effekt zum Tragen kommt, dass man die Vola aussitzt. Wenn man das schafft (mental), ist Vola kein Risiko mehr und man kann dann das vermeintliche (!) Aktienrisiko sehr gut mitigieren.

      #
      Investmentstyle. Damit man das hinbekommt, muss man sich kennenlernen und die eigenen Präferenzen. Bei mir war es so, dass ich mit der Zeit besseren Zugang zu spezifischen Geschäftsmodellen gefunden hatte als zu anderen. Das hilft, seine Unternehmen als solche zu sehen, also nicht nur als Aktien, die man hin- und herflippt, was der Anfang vom Übel wäre. Darum würde ich abraten, finance engineering begehen zu wollen, wonach man meint, man müsste unbedingt jeden Sektor direkt von Beginn irgendwie abdecken. Wenn auch andere dies gerne machen um gut gemischt zu sein, wie MvM das auch gerne handhabt. Jeder hat seinen Ansatz, ich schildere nur meinen. Meine Meinung (mehr ist es nicht): Gerne sehr breit sein, aber als Ergebnis eines sehr langen, organischen Prozesses des Depotaufbaus, nicht direkt von Beginn als Selbstzweck ohne sich mit den Geschäftsmodellen wenigstens auf High Level Ebene zu identifizieren.

      Also auch viel über Unternehmen lesen, nicht nur über Aktien. Lies auch mal die Forbes, das WSJ oder auch ab und wann verdauliches Research. Man muss nicht der Professor sein, aber Investor Education formt das eigene „Behavior“, gibt Haltung und damit Konsistenz um die Aktienrenditen durch langen Bestandshalteransatz überhaupt einfahren zu können. Das wird völlig unterschätzt.

      #
      Hör nicht auf Aktientips oder Einschätzungen. Welche Rolle spielt es, wenn jemand sagt, die Aktie xy ist nicht attraktiv…sei nicht schnell gestiegen…es sei auf dem 5 Jahres Chart undankbar gewesen….wenn die Aktie doch nur eine Verbriefung ist, hinter der Cash Flows stehen. Investiere daher in Geschäftsmodelle. Wenn Du ein nicht börsennotiertes Unternehmen hast, wo ab und wann Kapitalrunden durchgeführt werden, hast Du auch viel seltener Unternehmensbewertungen. Dich interessieren dann übrigens auch viel mehr zentrale unternehmerische KPI wie Umsatz, Margen, strategische Erfolge wie Kundengewinnung etc. Eigentlich sollte man so auch sein Aktienportfolio sehen und die (Aktien!-) Rendite etwas sein lassen, was kommt oder nicht kommt. Nach Renditen sein Portfolio zu steuern ist Alchemie, bis heute hat niemand Gold aus dem Nichts produzieren können.

      #
      Deine Titel: Finde sie überwiegend gut; nur Fortescue ist nicht mein Gusto. Steckt mir zu viel Fantasie drin wegen grünem Wasserstoff. Muss aber auch sagen, dass ich immer mehr auf sog. Compounder abfahre, und da eignen sich Rohstoffaktien weniger (für mich).

      Good luck und bleibe doch hier im Austausch im Forum!

  4. Avatar von Frank
    Frank

    Hallo Florian, alle Werte sind solide. Damit ist aber bereits alles gesagt. Wie Du sicherlich liest, sind die Kontroversen in diesem Blog vorhanden. So wird der eine das, der andere aus Deiner Liste nehmen. Dss immer noch kostenlose Angebot, was Ben macht ist insbesondere, dass er jeden seiner Werte immer wieder hier sehr, sehr ehrlich abwägt. Und dann kann man eben selber grübeln. Insofern sind viele Deiner Werte „benkonform“ und Du hast dadurch gute Begleiter. Bliebe noch die Zusammensetzung Deines gesamten Depot zu diskutieren. Allein, da fehlen die Angaben und würden diesen Block definitiv überfordern. Viel Glück bei Deinem Investment- musst halt nur lange bei vielen Werten halten.

    VG Frank

    1. Avatar von Florian
      Florian

      Lieber Frank,

      Danke für die Replik!

      Bin 42, möchte mit ca 60, ggf mit 62 aufhören (können, nicht müssen!) zu arbeiten, weil es mich physisch und psychisch nun doch sehr fordert. Ich arbeite ca 60h pro Woche seit 18 Jahren, stets mit Freude.

      Unserem Versorgungswerk, welches mir hohe Renten ab 62-67 (je nach Wunschzeitpunkt) zusagt, traue ich nicht – zahle nichtsdestotrotz den Maximalbetrag ein.

      Zu Aktien/Horizont: Daher ist noch eine Zeitlang Haltedauer gegeben.
      Wens interessiert: Meine größte Position ist der thesaurierende MSCI World, gefolgt von Allianz, Munich Re, BP, Coca Cola, GSK und der meiner Ansicht nach unterschätzten Itochu. Dann Kommen Blackrock und P&G sowie J&J, also „Mainstream“.
      Hoffe auf Rente mit 61…!

      Alles Gute allen Anlegern!

      Florian

  5. Avatar von Thomas
    Thomas

    Hi Florian, ob man eine Allianz immer noch auf hohem Niveau kaufen muss ist Geschmackssache. Sie hat auch in USA starkes Engagement und gehört zur Finanzbranche , wo es auch mal rappeln könnte in der nächsten Zeit.
    GSK halte ich für eine Trantüte, sorry,
    Aber sonst sieht es nach einem Plan aus. Wenn man nicht all in geht und für noch tiefere Phasen auch noch was hat, dann mag es ok sein.
    Nur Meinung.
    Außerdem macht es einen Untetschied , ob man vor Kauf die Community fragt oder danach, dann ist die Messe sowieso schon durch:-)

  6. Avatar von Frank
    Frank

    Zitat

    „ Außerdem macht es einen Untetschied , ob man vor Kauf die Community fragt oder danach, dann ist die Messe sowieso schon durch:-)“

    Damals als Barnie Geröllheimer seine Verbriefungen in einer Steinplatte bekam stimmte das natürlich. Heute kann Florian auch sich schnell neu entscheiden :-)

    Fortescue ist mir auch so ein bisschen Elon Musk …

    GSK habe ich selbst im Depot. Kann man tatsächlich darüber streiten.

    Tobs Ansatz kann ich nur unterstreichen. Ich selbst bin stark in Werte investiert, die in den kommenden Jahren vom sich nun sehr schnell beschleunigenden Klimawandel profitieren werden: Watsco, Aker, Traton. Abo Energy allerdings nö. Werte im RENIX sind häufig fragwürdig. Für weitere Tipps bin ich offen :-)

    VG Frank

  7. Avatar von Florian
    Florian

    Hallo miteinander,

    herzlichen Dank für die klaren und brutal höflichen & ehrlichen Antworten. Fortescue ist ja nicht nur eine Wette auf Wasserstoff – ansonsten stimme ich euch zu. Bin überrascht, dass Itochu und BP bei Dividendenjägern kaum eine Rolle zu spielen scheinen. Selbst falls der Kurs abschmieren sollte – solange Quartal für Quartal Kohle kommt, ist einem ewig-Buy-and-Holder der Kurs doch ziemlich Wurst? Oder hab ich was übersehen?

    Habe meine Aktien ohne das Studium von Charts / Fundamentaldaten / Berichten ausgewählt – sondern schier nach dem „gesunden“ Menschenverstand im Alltag und kurzen Recherchen nach jeweiligen Marktteilnehmern der Segmente. Naiv – aber bislang effektiv (bin seit Anfang 2020 Anleger).

    „Verzeihung“ zudem für die Euro-Angaben. Anteilige Prozente hätten genügt, aber mir wird insgesamt in Deutschland zu wenig über absolute Zahlen gesprochen, da entspinnen sich oftmals Neiddebatten. Mir graut schon vorm Familienpflichtbesuch an Ostern – da hocken nämlich u. a. meine Eltern, die trotz hohen Einkommens nichts draus gemacht haben und im achten Lebensjahrzehnt immer noch ein Teilzeit hin müssen. Spannend wird die Debatte an Ostern hingegen mit einem ebenfalls anwesenden Krypto-Glücksritter – ob er mich wirklich in 15 Jahren auslacht und mindestens Trilliardär wird? Mit BTC und Co möchte ich jedenfalls nichts zu tun haben, halte das für nen Bluff, auf den schrägerweise auch sonst echt geistig fitte Typen reinfallen. Sowas passiert ja oft genug mit Frauen – mit Anlageprodukten aber nicht, hoffentlich… ;-)

    Nasser Schmatzer in die Runde

    Florian

    1. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      Hallo Florian,

      „Oder hab ich was übersehen?“: Nein, Du hast nichts übersehen.
      Die Performance (Kurs und Dividende) des Depots sollte aber zumindest die Inflation abdecken (Steigerung der Dividende).
      Nur mit Dividenden wird das schwer. Aber solange es ein Buy/Hold/Check ist, kann einem der Kurs egal sein oder zumindest sekundär.

      Ein zweiter Punkt ist: Wozu wird investiert? Für Anschaffungen (Haus, Renovierung), als Zusatzrente, … und wann benötige ich das Kapital.

      Ein „langfristig stetig“ steigender Kurs erleichtert das Erreichen des Ziels doch erheblich.

  8. Avatar von Sonny
    Sonny

    Pepsi heute grottige zahlen vorgelegt und daher abgestürzt

    1. Avatar von Tobs
      Tobs

      Danke, Sonny. Hab’s gerade durch Dich gelesen und direkt vorsorglich meinen Sparplan (einer der ganz wenigen, die ich habe) deutlich erhöht. Hoffentlich geht’s deutlich weiter runter. Es gibt im Grunde genommen doch für eine Cash-Flow-Investoren-Nimmersatt-Fresszelle keine besseren Zeiten…

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