Lange habe ich die Aktie des Seniorenimmobilienhalters begleitet und immer wieder errechnet, inwiefern die Erträge auch die Dividendenausschüttungen decken. Nach einer zähen Phase ist nun seit einigen Quartalen die Trendwende klar erkennbar.
Und nachdem ich vollmundig für 2026 eine Erhöhung – es wäre die erste seit 2019 – als nicht mehr überraschend bezeichnend hatte, spricht nun auch das Management von der konkreten Möglichkeit einer Erhöhung.
Ist damit nun der Weg geebnet oder macht uns der anstehende Wechsel bei CEO und CFO doch noch einen Strich durch die Rechnung?
Wie ich die Situation jetzt einschätze und warum es um mehr als nur Symbolik geht, erfährst Du in diesem Beitrag.
Seit 2017 bin ich Aktionär von Omega Healthcare Investors (OHI), einem in Seniorenimmobilien investierenden Real Estate Investment Trust. Den REIT habe ich hier vorgestellt.
Mit dem REIT habe ich eine Achterbahn-Fahrt absolviert. Ursprünglich sah es nach einem ruhigen, entspannten Investment mit regelmäßigen Dividendenerhöhungen aus. Dann jedoch kam die Corona-Pandemie und die ganze Branche war in der Krise.
Es war nur eine Frage der Zeit, wann die Dividende gekürzt oder gar gestrichen werden würde. Zeitweise schoss die Dividendenrendite auf über 10% – und der Markt glaubt nicht mehr an ihre fortwährende Zahlung.
Doch das Management akzeptierte für eine Übergangsphase eine Dividendenzahlung aus der Substanz und sanierte die krisenbehafteten Mieter oder kündigte ihnen. Und so kam es zu keiner einzigen Kürzung oder Aussetzung der Dividende.
Ich habe die niedrigen Aktienkurse mehrfach zu Nachkäufen genutzt. Immer im Wissen um das hohe Risiko. Und das macht sich nun bezahlt:
Im Mai 2026 erreichte die Aktie ein neues Allzeithoch bei 48,99 US$. In den letzten Tagen verlor sie ein wenig an Boden und notiert aktuell knapp 10% darunter:

Schaut man sich den Chart an, dann hätte man natürlich in den Tiefs noch stärker zugreifen müssen. In den einzelnen Nachkaufmomenten kannte aber natürlich niemand die Zukunft und so war bei Kursen unter 30 US$ schon extrem viel Unsicherheit dabei.
Dividendenzahlung
Omega Healthcare Investors zahlt erneut eine Quartalsdividende von 0,67 US$. Für die 300 Aktien in meinem Dividendendepot ergibt das eine Brutto-Dividende von 201 US$. Die Dividende wurde von der Consorsbank zum Kurs von 1,1659 in Euro umgerechnet. Nach Abzug der Steuern verbleibt eine Netto-Dividende von 128,36 €. Sie wurde mit Wertstellung 15.05.2026 überwiesen.

Auch wenn es keine Garantie für die nächsten Quartalsdividenden gibt, unterstelle ich, dass die Quartalsdividende unverändert viermal im Jahr ausgeschüttet wird und erhalte damit eine Jahresdividende von 2,68 US$. Bei einem Aktienkurs von 47,33 US$ (Schlusskurs vom 15.05.2026) ergibt sich daraus eine Dividendenrendite von 5,7%.
Meine persönliche Dividendenrendite (Yield on Cost) ist vor allem vom US-Dollar-Kurs abhängig. Nehme ich für ein gesamtes Jahr den Umrechnungskurs dieser Dividendenzahlung, dann erhalte ich für meine 300 Aktien 804 US$ und einen Eurobetrag von 689,60 € brutto. Bezogen auf meinen bezahlten Einstand von 7.984,35 € entspricht das 8,6%. Mit einem stärkeren US-Dollar steigt diese Rendite, genauso geht sie bei einem schwächeren US-Dollar zurück.
Perspektiven
Mit dieser Dividendenzahlung habe ich nun schon 46,4% meines Investments als Nettozahlungen zurückerhalten. Pro Quartal steigt diese Quote um 1,5% – das sind 6,0% netto auf meinen Einstand pro Jahr! In 9 Jahren werde ich damit – wenn die Dividenden weiter konstant bleiben – mein investiertes Kapital wieder zurück haben.
Vom Alter her könnte ich dann die weiteren Dividenden tatsächlich wie eine Rente ansehen. Nicht, dass ich schon in 9 Jahren Rentner sein will, aber eine vorgezogene Altersrente, bezahlt von einem Altersheimbetreiber, hat doch auch irgendwie Charme.
Inzwischen habe ich keinen Zweifel mehr daran, dass der Weg dorthin beschritten werden. Natürlich sind 9 Jahre noch eine lange Zeit und bis dahin können auch noch mal Krisen auftreten. Aber zunächst ist OHI wieder auf soliden Beinen unterwegs.
Bereits im letzten vollen Geschäftsjahr (2025) war die Dividende ja deutlich von den Einnahmen gedeckt. Die Kennziffer „Funds Available for Distribution“ (FAD), die für die Dividendenzahlung relevant ist, lag bei 2,96 US$ je Aktie. Mit der Dividende von 2,68 US$ wurden „lediglich“ 90,5% der FAD ausgeschüttet.
Im 1. Quartal 2026 stiegen die „Funds Available for Distribution“ (FAD) weiter und erreichten 0,78 US$ je Aktie (1. Quartal 2025: 0,71 US$). Die 0,67 US$ Quartalsdividende entsprechen „nur noch“ 85,9% der FAD.
Auch wenn ein Quartalsergebnis nicht auf ein Gesamtjahr hochgerechnet werden sollte – es wären 3,12 US$ und damit wirklich eine komfortable Überdeckung der aktuellen Dividende.
Bob Stephenson, der Finanzchef (CFO) von OHI, hat sich denn auch im Analysten Call zu den Quartalsergebnissen auffallend optimistisch geäußert. Er sieht OHI „gut aufgestellt“, um die verbesserten Ausschüttungsquoten für zukünftige Dividendenerhöhungen zu nutzen.
Das bedeutet allerdings noch nicht zwingend, dass jetzt schon die nächste Quartalsdividende höher sein wird. Aus meiner Sicht ist es jedoch die erste verbale Annäherung an eine Dividendenerhöhung seit fast sieben Jahren. Und damit die Voraussetzung, dass tatsächlich auch etwas in absehbarer Zeit passieren kann.
Ich verstehe es aber auch so, dass zunächst die Einnahmen aus dem anstehenden Verkauf von 18 CommuniCare-Pflegeheimen in Höhe von 480 Mio. US$ im Laufe des Jahres in renditenstärkere neue Immobilien reinvestiert werden sollen. Daraus wird dann eine zusätzliche jährliche Steigerung des FAD um etwa 0,03 US$ je Aktie erwartet.
Klar ist jedoch, dass das Management den Markt mental darauf vorbereitet, dass Omega Healthcare wieder zu einem Dividendenwachstumswert werden möchte.
Ich erwarte eine solche Dividendenerhöhung entweder zur November-Dividende 2026 (das wäre meine optimistischere Annahme) oder zur Februar-Dividende 2027 (wohl die realistischere Annahme).
Nun gibt es aber noch ein neues Thema, das eine Verzögerung bringen könnte: Jüngst kündigte OHI an, dass sowohl Taylor Pickett, CEO, als auch Bob Stephenson, CFO, noch in diesem Jahr in Ruhestand gehen werden. Taylor war 25 Jahre CEO von OHI und wird noch bis September im Amt bleiben. Und auch Stephenson blickt auf 25 Jahre im Amt als CFO zurück und bereits Ende Juli sein Amt übergeben.
Die beiden „alten Hasen“ waren wesentlich für die Bewältigung der Pandemie-Krise verantwortlich und haben OHI wieder in sicheres Terrain geführt. Ihre Nachfolger treten in entsprechend große Fußstapfen. Für mich ist es unklar, ob sie als eine der ersten Amtshandlungen direkt zur Dividendenerhöhung schreiten werden. Auf der anderen Seite – und das ist in diesem Fall wirklich positiv zu sehen – kommen Matthew Gourmand (designierter CEO) und Neal Ballew (designierter CFO) beide aus dem eigenen Haus. Und sie sind bereits seit mehreren Jahren als potentielle Nachfolger eingearbeitet worden.
Deshalb erwarte ich keinen großen Umwälzungen, sondern eine Fortsetzung des erfolgreichen Kurses. Trotzdem muss sich jeder neue Amtsinhaber erst einmal die Anerkennung sowohl intern als auch extern erarbeiten. Und dazu gehört auch eine gewisse Abgrenzung gegenüber dem Vorgänger und das Setzen eigener Duftmarken.
Man konnte das jetzt gut bei Greg Abel, dem neuen CEO von Berkshire Hathaway, beobachten. Er war schon 27 Jahre im Unternehmen, bevor er dessen CEO wurde. Die letzten 6 Jahre war er als stellvertretender Vorsitzender für das gesamte Nicht-Versicherungsgeschäft sogar Teil der Konzernspitze. Und doch gehörte zu einer seiner ersten Amtshandlungen als CEO eine große Umstrukturierung im Investmentportfolio. Langjährige Kernpositionen wie Visa und Mastercard verkaufte er und investierte stattdessen sogar in Airlines, von denen Warren Buffett komplett abgeschworen hatte.
Wenn also selbst der Nachfolger einer Investmentlegende, der diesen Weg über Jahre mitgetragen hatte, zum Frühjahrsputz ansetzt, dann wäre es nicht ungewöhnlich, wenn wir auch bei Omega Healthcare Investors Veränderungen erleben.
Ein Wechsel im Management bringt deshalb immer gewisse Unsicherheit mit. Nicht umsonst gewährt man jemand im neuen Amt zunächst 100 Tage, um seine Arbeit dann zu beurteilen. Und diese Frist ist dann im Januar 2027 vollendet. Pünktlich zur Vorlage der Ergebnisse für das Jahr 2026 und für die Ankündigung der ersten Quartalsdividende 2027.
Deshalb erwarte ich nun ein spannendes 2. Halbjahr 2026. Es wird keine Bilanzbereinigung oder größere Abschreibungen geben. Dazu besteht kein Anlass. Aber Veränderungen im Portfolio sind denkbar. Ich könnte mir vorstellen, dass die Fokussierung auf Privatzahler noch deutlicher vorangetrieben wird. Aktuell liegt ihr Anteil bei einem Viertel. Mit höherem Anteil wächst auch die Profitabilität.
Für mich bleibt OHI ein Investment in den Megatrend „Alterung der Gesellschaft“. Damit wächst auch der Bedarf nach Seniorenimmobilien. Und OHI ist hier in den USA und Großbritannien gut verankert, aber bei Weitem nicht der Marktführer. Das erlaubt weiteres Wachstum durch Zukäufe und Portfolioumschichtungen.
Mit meinen 300 Aktien von OHI bin ich so investiert, wie ich mir das vorstelle. Der Depotwert ist fünfstellig, das Depotgewicht liegt bei 2,1% und die Quartalsdividende ist dreistellig. Damit ist für mich die Größe erreicht, in der das regelmäßige Beobachten auch wirtschaftlich sinnvoll ist. Zugleich erbringt die Aktie ihren Beitrag zur Diversifikation des Depots.
Und wenn tatsächlich die 7 oder 8 Jahren die Rückkehr zum Dividendenwachstum erreicht ist, dann gleichen die steigenden Dividenden hoffentlich auch noch die Inflation aus.
Wenn es so kommt, dann hat OHI bei mir einen Platz in meiner persönlichen Hall of Fame meiner Investments sicher. Denn mein Mut, bei einer Dividendenrendite von 10,x% in der Krise zugegriffen zu haben, wird sich dann so richtig ausgezahlt haben.
Und deshalb wünsche ich – nicht ganz uneigennützig – dem neuen Management den Mut und die Kraft, möglichst schnell und dann kontinuierlich zu den lange ersehnten Dividendenerhöhungen zurückzukehren.
Auf einen Blick:
| Unternehmen: | Omega Healthcare Investors, Inc. |
| ISIN: | US6819361006 |
| Im Divantis-Depot seit: | 19.05.2017 |
| Letzter Nachkauf am: | 10.01.2023 |
| Stückzahl im Divantis-Depot: | 300 |
| Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren: | 26,61 € |
| Gesamtkaufpreis: | 7.984,35 € |
| Bisher erhaltene Netto-Dividenden: | 3.708,00 € |
| Aktuelle Strategie: | Halten und Dividende kassieren |
| für diesen Beitrag verwendete Quellen: |
| Omega Reports First Quarter 2026 Results and Recent Developments |
| Omega Announces Its Planned Leadership Transition |
| 2026 June Investor Presentation |


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