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Endlich wird die Rückkehr zum Dividendenwachstum konkreter

3D‑Illustration von Omega Healthcare Investors (OHI) mit einem metallisch‑blauen Omega‑Symbol und rotem Kreuz im Zentrum. Im Vordergrund stehen eine Seniorenresidenz, ein älteres Paar, goldene Münzen und ein Stethoskop. Im Hintergrund verläuft ein steigender Aktienkurs auf blauem Finanzraster – Symbol für Wachstum und Stabilität des REIT‑Investments.
4.9
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Lange habe ich die Aktie des Seniorenimmobilienhalters begleitet und immer wieder errechnet, inwiefern die Erträge auch die Dividendenausschüttungen decken. Nach einer zähen Phase ist nun seit einigen Quartalen die Trendwende klar erkennbar.

Und nachdem ich vollmundig für 2026 eine Erhöhung – es wäre die erste seit 2019 – als nicht mehr überraschend bezeichnend hatte, spricht nun auch das Management von der konkreten Möglichkeit einer Erhöhung.

Ist damit nun der Weg geebnet oder macht uns der anstehende Wechsel bei CEO und CFO doch noch einen Strich durch die Rechnung?

Wie ich die Situation jetzt einschätze und warum es um mehr als nur Symbolik geht, erfährst Du in diesem Beitrag.

Seit 2017 bin ich Aktionär von Omega Healthcare Investors (OHI), einem in Seniorenimmobilien investierenden Real Estate Investment Trust. Den REIT habe ich hier vorgestellt.

Mit dem REIT habe ich eine Achterbahn-Fahrt absolviert. Ursprünglich sah es nach einem ruhigen, entspannten Investment mit regelmäßigen Dividendenerhöhungen aus. Dann jedoch kam die Corona-Pandemie und die ganze Branche war in der Krise.

Es war nur eine Frage der Zeit, wann die Dividende gekürzt oder gar gestrichen werden würde. Zeitweise schoss die Dividendenrendite auf über 10% – und der Markt glaubt nicht mehr an ihre fortwährende Zahlung.

Doch das Management akzeptierte für eine Übergangsphase eine Dividendenzahlung aus der Substanz und sanierte die krisenbehafteten Mieter oder kündigte ihnen. Und so kam es zu keiner einzigen Kürzung oder Aussetzung der Dividende.

Ich habe die niedrigen Aktienkurse mehrfach zu Nachkäufen genutzt. Immer im Wissen um das hohe Risiko. Und das macht sich nun bezahlt:

Im Mai 2026 erreichte die Aktie ein neues Allzeithoch bei 48,99 US$. In den letzten Tagen verlor sie ein wenig an Boden und notiert aktuell knapp 10% darunter:

10-Jahres-Chart Omega Healthcare Investors in US-Dollar

Schaut man sich den Chart an, dann hätte man natürlich in den Tiefs noch stärker zugreifen müssen. In den einzelnen Nachkaufmomenten kannte aber natürlich niemand die Zukunft und so war bei Kursen unter 30 US$ schon extrem viel Unsicherheit dabei.

Dividendenzahlung

Omega Healthcare Investors zahlt erneut eine Quartalsdividende von 0,67 US$. Für die 300 Aktien in meinem Dividendendepot ergibt das eine Brutto-Dividende von 201 US$. Die Dividende wurde von der Consorsbank zum Kurs von 1,1659 in Euro umgerechnet. Nach Abzug der Steuern verbleibt eine Netto-Dividende von 128,36 €. Sie wurde mit Wertstellung 15.05.2026 überwiesen.

Dividendengutschrift Omega Healthcare Investors im Mai 2026

Auch wenn es keine Garantie für die nächsten Quartalsdividenden gibt, unterstelle ich, dass die Quartalsdividende unverändert viermal im Jahr ausgeschüttet wird und erhalte damit eine Jahresdividende von 2,68 US$. Bei einem Aktienkurs von 47,33 US$ (Schlusskurs vom 15.05.2026) ergibt sich daraus eine Dividendenrendite von 5,7%.

Meine persönliche Dividendenrendite (Yield on Cost) ist vor allem vom US-Dollar-Kurs abhängig. Nehme ich für ein gesamtes Jahr den Umrechnungskurs dieser Dividendenzahlung, dann erhalte ich für meine 300 Aktien 804 US$ und einen Eurobetrag von 689,60 € brutto. Bezogen auf meinen bezahlten Einstand von 7.984,35 € entspricht das 8,6%. Mit einem stärkeren US-Dollar steigt diese Rendite, genauso geht sie bei einem schwächeren US-Dollar zurück.

Perspektiven

Mit dieser Dividendenzahlung habe ich nun schon 46,4% meines Investments als Nettozahlungen zurückerhalten. Pro Quartal steigt diese Quote um 1,5% – das sind 6,0% netto auf meinen Einstand pro Jahr! In 9 Jahren werde ich damit – wenn die Dividenden weiter konstant bleiben – mein investiertes Kapital wieder zurück haben.

Vom Alter her könnte ich dann die weiteren Dividenden tatsächlich wie eine Rente ansehen. Nicht, dass ich schon in 9 Jahren Rentner sein will, aber eine vorgezogene Altersrente, bezahlt von einem Altersheimbetreiber, hat doch auch irgendwie Charme.

Inzwischen habe ich keinen Zweifel mehr daran, dass der Weg dorthin beschritten werden. Natürlich sind 9 Jahre noch eine lange Zeit und bis dahin können auch noch mal Krisen auftreten. Aber zunächst ist OHI wieder auf soliden Beinen unterwegs.

Bereits im letzten vollen Geschäftsjahr (2025) war die Dividende ja deutlich von den Einnahmen gedeckt. Die Kennziffer „Funds Available for Distribution“ (FAD), die für die Dividendenzahlung relevant ist, lag bei 2,96 US$ je Aktie. Mit der Dividende von 2,68 US$ wurden „lediglich“ 90,5% der FAD ausgeschüttet.

Im 1. Quartal 2026 stiegen die „Funds Available for Distribution“ (FAD) weiter und erreichten 0,78 US$ je Aktie (1. Quartal 2025: 0,71 US$). Die 0,67 US$ Quartalsdividende entsprechen „nur noch“ 85,9% der FAD.

Auch wenn ein Quartalsergebnis nicht auf ein Gesamtjahr hochgerechnet werden sollte – es wären 3,12 US$ und damit wirklich eine komfortable Überdeckung der aktuellen Dividende.

Bob Stephenson, der Finanzchef (CFO) von OHI, hat sich denn auch im Analysten Call zu den Quartalsergebnissen auffallend optimistisch geäußert. Er sieht OHI „gut aufgestellt“, um die verbesserten Ausschüttungsquoten für zukünftige Dividendenerhöhungen zu nutzen.

Das bedeutet allerdings noch nicht zwingend, dass jetzt schon die nächste Quartalsdividende höher sein wird. Aus meiner Sicht ist es jedoch die erste verbale Annäherung an eine Dividendenerhöhung seit fast sieben Jahren. Und damit die Voraussetzung, dass tatsächlich auch etwas in absehbarer Zeit passieren kann.

Ich verstehe es aber auch so, dass zunächst die Einnahmen aus dem anstehenden Verkauf von 18 CommuniCare-Pflegeheimen in Höhe von 480 Mio. US$ im Laufe des Jahres in renditenstärkere neue Immobilien reinvestiert werden sollen. Daraus wird dann eine zusätzliche jährliche Steigerung des FAD um etwa 0,03 US$ je Aktie erwartet.

Klar ist jedoch, dass das Management den Markt mental darauf vorbereitet, dass Omega Healthcare wieder zu einem Dividendenwachstumswert werden möchte.

Ich erwarte eine solche Dividendenerhöhung entweder zur November-Dividende 2026 (das wäre meine optimistischere Annahme) oder zur Februar-Dividende 2027 (wohl die realistischere Annahme).

Nun gibt es aber noch ein neues Thema, das eine Verzögerung bringen könnte: Jüngst kündigte OHI an, dass sowohl Taylor Pickett, CEO, als auch Bob Stephenson, CFO, noch in diesem Jahr in Ruhestand gehen werden. Taylor war 25 Jahre CEO von OHI und wird noch bis September im Amt bleiben. Und auch Stephenson blickt auf 25 Jahre im Amt als CFO zurück und bereits Ende Juli sein Amt übergeben.

Die beiden „alten Hasen“ waren wesentlich für die Bewältigung der Pandemie-Krise verantwortlich und haben OHI wieder in sicheres Terrain geführt. Ihre Nachfolger treten in entsprechend große Fußstapfen. Für mich ist es unklar, ob sie als eine der ersten Amtshandlungen direkt zur Dividendenerhöhung schreiten werden. Auf der anderen Seite – und das ist in diesem Fall wirklich positiv zu sehen – kommen Matthew Gourmand (designierter CEO) und Neal Ballew (designierter CFO) beide aus dem eigenen Haus. Und sie sind bereits seit mehreren Jahren als potentielle Nachfolger eingearbeitet worden.

Deshalb erwarte ich keinen großen Umwälzungen, sondern eine Fortsetzung des erfolgreichen Kurses. Trotzdem muss sich jeder neue Amtsinhaber erst einmal die Anerkennung sowohl intern als auch extern erarbeiten. Und dazu gehört auch eine gewisse Abgrenzung gegenüber dem Vorgänger und das Setzen eigener Duftmarken.

Man konnte das jetzt gut bei Greg Abel, dem neuen CEO von Berkshire Hathaway, beobachten. Er war schon 27 Jahre im Unternehmen, bevor er dessen CEO wurde. Die letzten 6 Jahre war er als stellvertretender Vorsitzender für das gesamte Nicht-Versicherungsgeschäft sogar Teil der Konzernspitze. Und doch gehörte zu einer seiner ersten Amtshandlungen als CEO eine große Umstrukturierung im Investmentportfolio. Langjährige Kernpositionen wie Visa und Mastercard verkaufte er und investierte stattdessen sogar in Airlines, von denen Warren Buffett komplett abgeschworen hatte.

Wenn also selbst der Nachfolger einer Investmentlegende, der diesen Weg über Jahre mitgetragen hatte, zum Frühjahrsputz ansetzt, dann wäre es nicht ungewöhnlich, wenn wir auch bei Omega Healthcare Investors Veränderungen erleben.

Ein Wechsel im Management bringt deshalb immer gewisse Unsicherheit mit. Nicht umsonst gewährt man jemand im neuen Amt zunächst 100 Tage, um seine Arbeit dann zu beurteilen. Und diese Frist ist dann im Januar 2027 vollendet. Pünktlich zur Vorlage der Ergebnisse für das Jahr 2026 und für die Ankündigung der ersten Quartalsdividende 2027.

Deshalb erwarte ich nun ein spannendes 2. Halbjahr 2026. Es wird keine Bilanzbereinigung oder größere Abschreibungen geben. Dazu besteht kein Anlass. Aber Veränderungen im Portfolio sind denkbar. Ich könnte mir vorstellen, dass die Fokussierung auf Privatzahler noch deutlicher vorangetrieben wird. Aktuell liegt ihr Anteil bei einem Viertel. Mit höherem Anteil wächst auch die Profitabilität.

Für mich bleibt OHI ein Investment in den Megatrend „Alterung der Gesellschaft“. Damit wächst auch der Bedarf nach Seniorenimmobilien. Und OHI ist hier in den USA und Großbritannien gut verankert, aber bei Weitem nicht der Marktführer. Das erlaubt weiteres Wachstum durch Zukäufe und Portfolioumschichtungen.

Mit meinen 300 Aktien von OHI bin ich so investiert, wie ich mir das vorstelle. Der Depotwert ist fünfstellig, das Depotgewicht liegt bei 2,1% und die Quartalsdividende ist dreistellig. Damit ist für mich die Größe erreicht, in der das regelmäßige Beobachten auch wirtschaftlich sinnvoll ist. Zugleich erbringt die Aktie ihren Beitrag zur Diversifikation des Depots.

Und wenn tatsächlich die 7 oder 8 Jahren die Rückkehr zum Dividendenwachstum erreicht ist, dann gleichen die steigenden Dividenden hoffentlich auch noch die Inflation aus.

Wenn es so kommt, dann hat OHI bei mir einen Platz in meiner persönlichen Hall of Fame meiner Investments sicher. Denn mein Mut, bei einer Dividendenrendite von 10,x% in der Krise zugegriffen zu haben, wird sich dann so richtig ausgezahlt haben.

Und deshalb wünsche ich – nicht ganz uneigennützig – dem neuen Management den Mut und die Kraft, möglichst schnell und dann kontinuierlich zu den lange ersehnten Dividendenerhöhungen zurückzukehren.

Auf einen Blick:

Unternehmen:Omega Healthcare Investors, Inc.
ISIN:US6819361006
Im Divantis-Depot seit:19.05.2017
Letzter Nachkauf am:10.01.2023
Stückzahl im Divantis-Depot:300
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:26,61 €
Gesamtkaufpreis:7.984,35 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:3.708,00 €
Aktuelle Strategie:Halten und Dividende kassieren


für diesen Beitrag verwendete Quellen:
Omega Reports First Quarter 2026 Results and Recent Developments
Omega Announces Its Planned Leadership Transition
2026 June Investor Presentation

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Kommentare

16 Kommentare zu „Endlich wird die Rückkehr zum Dividendenwachstum konkreter“

  1. Avatar von Thomas
    Thomas

    Läuft… @Ben @OHI :)
    Hab selber über diesen Gedankengang mich mit Reits in Asien beschäftigt,
    weil ich US nicht nachkaufen / kaufen wollte. (Trotzdem steht der Dow Jones pünktlich 05.06.26 am oder nahe ATH, Trump hin oder her oder US Treasury yield hin oder her, vorläufig)
    In Asien gibt es unter Bezug auf Seniorenwohneinrichtungen / HealthCare
    was in D für normale Anleger ohne Kopfstände auch handelbar ist, eigentlich nur Parkway Life Reit und First Real Estate.
    Hab mich letztendlich für Link Real Estate Trust entschieden, obwohl die mit Senioren nichts unmittelbar zu tun haben und hier mit 6% Divrendite günstig(?) eingeloggt.
    Laut dem Global Wealth Report der Boston Consulting Group hat Hongkong inzwischen die Schweiz als größten Offshore-Finanzplatz abgelöst, (Credit Suisse läßt nochmal freundlich grüßen) so das in Hongkong das Risiko doch erträglich zu sein scheint.
    Hab mich Donnerstag von den meisten Halbleiter bezogenen Beständen getrennt. Freitag fällt der Philadelphia SOX um 10%. Vlt oder sicher liege ich hier falsch, aber Depot ist am ATH.
    immerhin stieg der S&P 500 Consumer Staples-Sektor am Freitag um mehr als +2% ….
    schönen Sonntag

  2. Avatar von Andreas
    Andreas

    Eine Dividendenerhöhung wäre natürlich schön, aber ich sehe es auch ganz gern, dass sie eher vorsichtig sind und zuerst an die Company denken.
    Von 2017 ist natürlich eine längere durchstrecke hinter dir. ich bin Anfang 2024 angestiegen und habe mit 27,6€ nahezu den selben einstiegskurs für meine 341 Stück. plane aber auch nicht nachzukaufen. zumindest nicht bei diesem Kurs. Einfach die schöne Dividende kassieren

  3. Avatar von Manfred
    Manfred

    Meine stueckzahl ist 4 stellig, einer der groessten werte in meinem depot. Hab damals auch bei 25 € ein paar mal zugegriffen. und ich werde bei schwaeche schon noch mal zugreifen, so ja jetzt vor knapp einem jahr der noch amtierende ceo picket mit einem insider kauf von 1 mio usd das vertrauen in das neue managent kundgetan hatte. Auch bleiben uns das momentan amtierende management als beratung noch einige zeit erhalten. Picket zb bezieht dabei noch ein gehalt von mntl 22k ! Nix gegen die 13 mio, die er zuvor als ceo pro jahr, inkl aktienverguetung erhalten hat.

  4. Avatar von BörsenHai
    BörsenHai

    Ben, Gratulation zum Durchhaltevermögen.
    Mit 2% wäre die Position mir persönlich allerdings zu groß. Was jetzt nicht für einen Verkauf bei Dir steht.

    OHI sind ca. 0.7% meines Depots und trotz schöner Dividendenhöhe ist ein Aufstocken nicht geplant.
    Mit unter 3% Immoinvest in Aktien und 6% Anteil der erhaltenen Dividenden bin ich trotzdem nicht zufrieden.
    Dieser Sektor liegt quasi seit Jahren brach. Kein Kauf, kein Verkauf.
    Und dennoch muss man die Zahlen prüfen. Immo ist kein Selbstläufer – auch REITS nicht!

    Der Sektor Versorger ist mir da viel lieber. Deren Erlöse kommen fast automatisch und ein jährlicher „Check“ genügt (mir!) völlig oder es gibt mal eine Meldung in den Medien.
    Mein Einstandspreis ist fast identisch, der Dividendenerlös auf dem selben Level und ab und an steigen die Aktienkurse, so dass es jetzt 5% des Investvolumens ausmacht.

  5. Avatar von Tobs
    Tobs

    JM Smucker ist also heute die performanteste Aktie im S&P500 mit dem größten Tagesplus seit 2020. Ich finde, das ist eine Erwähnung hier wert. Das ist so, wie wenn der meistverkaufte Artikel des Tages im Saturn die Heino-Collection CD ist, was man vielleicht auch nicht sofort annimmt.

    https://www.barrons.com/articles/smucker-earnings-stock-price-203db309?mod=hp_FEEDS_1_EARNINGSREPORT_1

    Und das, obwohl – entgegen Marktkonsensus – für 2027 mit leichtem Umsatzrückgang wegen fallender Kaffeepreise im US-Konsumentengeschäft kalkuliert wird. Aber Umsatz und EPS für das gemeldete Quartal waren besser, als der Markt erwartet hatte. Reicht für ein 10 Prozent-Tagesplus. Man sieht, wie niedrig die Erwartungen eben mittlerweile sind. Diese Unternehmen werden behandelt, als wenn sie morgen pleite gingen. Welches besseres Chancen-Risiken-Verhältnis kann man sich denn bitte schön gerade bei cash generativen Unternehmen wünschen?! Statt solche Unternehmen aber unter die Lupe zu nehmen, reagieren sich wieder weite Teile der interessierten Aktionär-Abonnenten an Hochglanz-Pornos wie SpaceX-IPO oder Tagesplus irgendwelcher Chip-Aktien ab…

    Freue ich mich: Nein. Denn nachdem ich in der letzten Zeit besonders GIS, Clorox, The Campbell’s und KHC aufgestockt hatte, stand JM Smucker nun als nächstes auf meiner Nachkaufliste. Ich mag grundsätzlich weniger steigende Kurse bei meinen Cash Flow Babys, so lange ich sie noch am aufpäppeln bin…Daher hoffe ich, dass Themen wie KI, Chips und Weltraum noch schön lange die Kapitalmärkte überschatten. Vielleicht kann ja jemand nach Potenz- und Abnehmpillen nun jemand eine Intelligenz-Steigerungspille auf den Markt bringen, damit die Aufmerksamkeit des Kapitalmarkts weiterhin schön lange von meinen mich interessierenden Aktien absorbiert wird. In der Zwischenzeit akkumuliere ich und begnüge mich mit der Rendite aus Ketch-Up Tütchen oder Marmeladengläschen. Wenn anderen ins Weltraum fliegen um dort Rechenzentren zu bauen, werden sie für den Weg dorthin sicherlich auch ein Marmeladen-Bröchten einpacken wollen. Und selbst wenn sie keinen Platz dafür hätten: Die Lizenz und Rezeptur gibt es nur von meinen Unternehmen. :-)

    Insoweit war für mich dieser Kurssprung von JM Smucker ein handfester Proxy für den gesamten Sektor, der völlig unterbewertet ist. Trotz aller ihn besonders hart treffender Probleme wie steigende Preise, Konsumentenschwäche usw. – sicherlich auch langfristig höheres Zinsumfeld mit harter Konkurrenz aus Anleihenrenditen versus Dividenden-Yields. Meine Vorgehensweise: Wie in den 70ern – einfach so ein Umfeld aussitzen und Aktien nachkaufen und so tun, als wenn das nichts mit mir zu tun hätte.

    Außerdem kaufe ich unbeirrt chinesische Cash Flow Compounder nach, so lange es sie noch zu diesen Kursen gibt. Zuletzt China Merchants Bank, AIA Group und Yum China. Die Positionen sind aber bereits recht üppig geraten. Weil ich über MTR bereits ein gewisses spezifisches Immobilien-Exposure in HK besitze, habe ich über einen größeren Nachkauf von LINK REIT dieses arrondiert. Thomas schreibt ja immer wieder über die wachsende Bedeutung von HK, zum Beispiel auch als Finanz-Hub, wonach sie mit diesem mittlerweile wohl Zurich überholt haben (nichts gegen die Schweizer, sie haben extrem tolle und saubere Autobahn-Raststätten, aber das wurde ja trotzdem mal langsam Zeit… :-)).

    Und so erhalte ich besonders im Juni viele HK-Dividenden, die – trotz der derzeitigen Schwäche dort – ihre Dividenden im Bereich von 7,5-20% erhöhen.

  6. Avatar von Thomas
    Thomas

    Hi Tobs, hast ja lang nix mehr gepostet :)
    Ich gebe Dir absolut recht, das Zeitfenster, in dem Consumer Defensive noch günstig eingekauft werden können, schließt sich langsam. Eventuell auch schnell.
    Wenn sich die Halbleiter-Schwäche vom Freitag und gestrigen Montag weiter verdichtet, dann geht das SpaceX IPO baden und damit auch alle anderen, die später als Alphabet (und damit zu spät) dem Kapitalmarkt in die Tasche greifen wollen. Es sind ja nicht nur OpenAi und Anthropic, sondern auch Meta will eine Kapitalerhöhung durchführen und auch von Microsoft ist zu lesen, das sie eine Kapitalerhöhung sondieren.
    Die Verträge zwischen Alphabet und SpaceX im Vorfeld der Kapitalerhöhung von Alphabet und dem IPO von SpaceX wirken doch etwas konstruiert bzw „bestellt“ nur für den einen Zweck der Show vorm Kapitalmarkt.
    Pikant sind dabei die rückläufigen Nutzerzahlen von Grok (xAI und damit Teil von SpaceX), während Claude AI einen um etwa 300% steigenden Webtraffic hat.
    Musks Colossus ist schlicht nicht ausgelastet („embarrassingly low“ — bei nur 11% MFU (Model Flops Utilization) ! und muss an die Konkurrenz vermieten, sowohl an Google als auch an Anthropic.

    Auch heute starten die Techfutures rot…

    Die Group Performances einer Woche zurück sind bei Technology -8,48% und bei Consumer Defensive +2.89%, wobei man HealthCare auch nicht aus den Augen verlieren sollte, die mit +4,88% die Woche sogar noch gefragter sind als Consumer Defensive.
    Wenn das IPO SpaceX kippt und Halbleiter weiter schwächeln, steigen Consumer Defensive und HealthCare mindestens um die Hälfte des Performanceverlustes von Technology. Da hänge ich mich weit aus dem Fenster.
    (natürlich mit Disclaimer kann auch genau andersrum kommen)

    Vielleicht hat jeder schon diese die Woche wohl am meisten gelesene Veröffentlichung gelesen
    https://www.morningstar.com/stocks/why-we-think-spacex-ipo-is-overvalued#why-is-morningstar-so-bearish-on-spacexs-ipo
    trotzdem, wer es noch nicht getan hat , es ist interessant, nachvollziehbar und detailliert begründet.
    Morningstar ist über jeden Verdacht der Parteilichkeit erhaben und darf durchaus als neutral, integer und vor allem kompetent in der Einschätzung gesehen werden.

    Bin wie gesagt aus Tech weitgehend wieder raus außer natürlich meinem Oldie Cisco und baue zur Zeit SingTel stärker auf.
    Grüße @all.

  7. Avatar von Tobs
    Tobs

    Hallo Thomas,

    man muss ja ganz klar sagen, dass mit Krams wie SpaceX oder den Chip Aktien eine Menge Geld verdient werden kann.

    Das kann man und ich erst recht nicht einfach so negieren. Und bekanntlich ist das Auslassen von Chancen auch ein Risiko, nur in anderem Gewand. Ein Anleger, der mit Nvidia 2.500% gemacht hat, wird daher allenfalls mitleidig die Augenbrauen hochziehen, wenn er meinen Depotauszug in der Hand hält.

    Aber man sollte bei aller Goldrausch-Stimmung aufrichtig und schonungslos ehrlich zu sich selbst sein. Das beinhaltet, dass man Klarheit über die eigene Strategie und über die mit ihr verbundenen Absichten gewinnt. Für mich bedeutet das ganz konkret, dass ich Aktien in einem Portfolio sehr langfristig aufschichten möchte, von denen ich annehmen kann, dass sie nachhaltig Kapitalrenditen verdienen, die über ihren Kapitalkosten liegen, ihre Cash Flows kontinuierlich ausbauen und im Wege der Kapitalrückführung eine laufende attraktive Shareholder-Yield generieren.

    Mit diesem langfristigen Mindset kann ich Aktien kaufen und Vola abhaken, das ist für mich total key! Weil ich den Glaubenssatz in mir trage, dass ich nur mit Bestandshalter-Eigenschaft die Aktienrenditen verdiene, da sich diese häufig erst im Rahmen von langfristigen Haltedauern vollständig ergeben.

    Würde ich Chip Aktien oder SpaceX oder dergleichen kaufen, hätte ich diese Confidence einfach nicht (für mich jedenfalls nicht, aber das mag auch daran liegen, dass mein Horizont hinter dem Ketch Up-Tütchen endet und ist daher vielleicht auch einfach mein eigenes Problem). Eigentlich kann man meines Erachtens (aber das ist vielleicht bereits angreifbar und ja auch letztlich nur meine Präferenz) mit solchen Aktien nur versuchen, einen guten Einstiegs- und Ausstiegszeitpunkt zu wählen, um den guten alten Handelsgewinn einzufahren.

    Ich weiß schon gar nicht mehr in welchem Buch das stand, das ich gelesen hatte, aber ein Value Investor sagte sinngemäß, dass man als Anleger am besten nur eine Sportdisziplin, etwa Tennis oder Golf, praktizieren sollte. Übertragen auf die Aktien sollte das für mich bedeuten: Ich werde nicht einzelne Trades mit dem Prinzip schnelle Gewinne machen, nur weil eine Kapitalmarkt-Story gerade besonders catchy ist. Und das ist meines Erachtens eine relevante Frage für jeden Anleger, wenn er nun solche Investments wie Weltraum-Aktien macht: Passt es zu seinem Style? Muss ja nicht zwingend so sein. Der Liebhaber des Pils-Biers kann ja mal zur Abwechslung auch ein süffiges belgisches Weißbier probieren. Aber dann sollte man sich das vorher einmal wirklich klar gemacht haben. Damit man mit den Titeln auch irgendwie umzugehen weiß, wenn sie doch runterkrachen sollten. Doof ist es nämlich (das ist mir früher schon mal gelegentlich so gegangen), wenn man sich eher als Langfristanleger sieht, aber im nachhinein sich bei einzelnen gekauften Aktien fragt, warum man sie eigentlich gekauft hatte außer dem Grund, dass man sich schnelle Gewinne versprochen hatte. Denn wenn die dann nicht sofort kommen, hat man eine Aktie, mit der man in seiner Portfoliostrategie eigentlich wenig anzufangen weiß.

    Also ich würde niemanden von SpaceX abhalten wollen. Elon Musk hat schon viele Menschen reich gemacht und wer wäre ich, dass ausgerechnet ich nun den Leuten erkläre, davon lieber die Finger zu lassen. Und vielleicht gibt es ja für die Anleger zukünftig analog Lindt-Aktien keine Schokolade, aber einen Freiflug in’s All. :-) Aber man sollte m.E. bei solchen Titeln eine klare Strategie haben, wie auch immer die aussehen mag. Ich befürchte jedenfalls, dass hier einige im Rahmen des IPO einfach aufladen und den nützlichen Depp alias Steigbügelhalter für die späteren smarteren Käufer spielen müssen.

  8. Avatar von Sonny
    Sonny

    Hallo,

    Mal off topic: ich bespare den VanEck Dividend Leaders und habe heute die erste Dividende bekommen. Trotz Freistellungsauftrag wurden Quellensteuer einbehalten. Woran liegt das? Macht der ETF dann noch Sinn wenn ich jedesmal Quellensteuer zahlen muss?

    1. Avatar von Matthias von Mitzlaff

      Hallo Sonny,
      das Fondsdomizil liegt ja in den NL. Das bedeutet für deutsche Anleger ein leicht erhöhter Steuersatz (ggü. deutschen oder US-Aktien), wenn ihr Sparerfreibetrag noch nicht ausgeschöpft ist.
      Für die meisten hier im Forum, die mit Dividendenerhalt weit über SF-Betrag liegen, ist das irrelevant. In dem Fall – wie bei mir heute – fällt ein Steuersatz von circa 18% für die Bruttodividende an (Teilfreistellung).

    2. Avatar von Andreas
      Andreas

      Der Freistellungsauftrag gilt natürlich nur für deutsche steuern. Wenn du den jetzt noch nicht ausgeschöpft hast, war es wohl nur eine sehr kleine Zahlung. Das soll ja nicht so bleiben, also besser aufstocken, damit auch die Zahlung größer wird. Wenn das der Fall ist wird die Quellensteuer auf die deutsche Kapitalertragsteuer angerechnet, was dazu führt, dass man weniger Solidaritätszuschlag zahlt. Ab dann ist die NL ISIN sogar günstiger

  9. Avatar von Thomas
    Thomas

    Sonny, Quellensteuer ist immer zu zahlen,sobald Papiere ex Deutschland sind.

    1. Avatar von sonny
      sonny

      Beim Fondsdomizil: Irland zahlt man aber keine Quellensteuer (so bei meinem Vanguard FTSE ALL WORLD). Macht der vaneck dann überhaupt Sinn? Oder dann doch lieber einen Dividenden ETF mit Irland besparen? War jetzt wirklich ernüchternd für mich

    2. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      Hallo Sonny,

      Thomas beschrieb es schon richtig.
      Beispiel: Freistellungsauftrag nicht ausgenutzt und amerikanische Aktien im Depot? Die amerikanische Steuer zahlst Du auf alle Fälle. Das gilt auch für jedes andere Land, das Quellensteuer erhebt und außerhalb Deutschland ist. Denn die Freistellung bezieht sich nur auf die deutsche Steuer der Dividende.
      Die Freistellung greift nur beim Verkauf der amerikanischen Aktien.

      Nicht umsonst wurde früher gesagt: Deutsche Papiere in dem Depot halten, wo die Freistellung wirkt. Ausländische in andere Depots auslagern.

      Ich kann nur den Tipp geben, so früh als möglich die 1000€ Freistellung auszunutzen. Denn Sie ist nicht auf die nächsten Jahre übertragbar.
      Das geht natürlich auch mit ausländischen Papieren, aber die 15% bei DBA muss man sowieso zahlen. Man erreicht es etwas später. ;)

  10. Avatar von Andreas P.
    Andreas P.

    Wenn ich nicht irre, zahlt man trotz Freistellungsauftrag (ebenso bei einer Nichtveranlagungsbescheinigung) immer die ausländische Quellensteuer. Was das ganze beim Freistellungsauftrag noch ärgerlicher macht ist, dass der (Rest-)Betrag des Freistellungauftrags um die Quellensteuer auch noch reduziert wird. Quellensteuern können nur angerechnet werden, wenn auch tatsächlich KESt anfallen.
    Daher ist es wichtig, wie bereits von Vorrednern geschrieben, den Betrag des deutschen Freistellungsauftrags von deutschen Dividenden und Zinsen aufbrauchen zu lassen.

    Inwiefern man sich die Quellensteuern über die Einkommensteuererklärung zurückholen kann, fehlen mir bisher die Erfahrungen.

    Keine Steuerberatung nur Info. Bitte gern korrigieren, falls unrichtig.

    Viele Grüße
    Andreas P.

    1. Avatar von Andreas P.
      Andreas P.

      Ich korrigiere mich gleich selbst:
      Der Freistellungsbetrag wird nicht um die gezahlte Quellensteuer reduziert sondern um den „fiktiven“ Freistellungsbetrag, der zur KESt geführt hätte. Dieser liegt z.B. bei US Aktien noch höher als der ausländische Quellensteuerbetrag.
      Die o.a. Schlussfolgerung ist unverändert richtig. Der Rechenweg war falsch. In einer Mathe-Klausur hätte es dafür bestenfalls Teilpunkte gegeben. Ergebnis: Vermutlich nicht bestanden.

      Viele Grüße
      Andreas P.

    2. Avatar von Hansi
      Hansi

      Der Freistellungsauftrag ist wie Steuerklassenwahl einfach nur egal.
      Es regelt nur unterjährig die die Steuerlast. Bestenfalls ein kleinen Zinsvorteil, falls die Konten bei frühreren Zufluss Zinsen abwerfen.
      Persönlich hab ich den Freistellungsquatsch schon lange nicht mehr angepasst.
      Im Rahmen der Steuererklärung kann man nicht angerechnete anrechenbare Quellensteuer von Depot A mit der KapSt von Depot B, C, D usw anrechnen.
      Alles kein Problem.
      Wer wirklich keinerlei Steuern zahlen will, wenn er die 1000 € nicht deutlich überschreitet, muß entweder Dividendenaktien aus Deutschland oder aus Ländern ohne Quellensteuer, wie England oder Singapur halten.
      Wie Andreas beschrieben hat ,gilt es auch für die Nichtveranlagungsbescheinigung. Wenn keine KapSt zum Anrechnnen der Quellensteuer vorliegt, geht es einfach ins Leere. Man kann diese nicht angerechnete Quellensteuer auch nicht im Ausland zurückfordern. Die Steuer ist dann halt weg. Jeder der bei Null anfängt, hat dieses Problem. Wer deutlich über 1000€ Einnahmen unterwegs ist, der wird in der Regel den anrechende Quellensteueranteil immer mit der KapSt verrechnen können.
      Nichtveranlgungsbescheinigung bitte immer aufpassen nicht versehentlich Krankenversicherungpflichtig zu werden.

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