Was Dich hier erwartet:
Vor mehr als vier Jahren nahm ich meine erste japanische Aktie ins Dividendendepot auf. Schon damals mit der klaren Zielrichtung, dass ich mein Depot weiter diversifizieren wollte.
Die Dividendenerträge in Yen sollten ausgebaut und Chancen einer der führenden Volkswirtschaften wahrgenommen werden.
Seitdem habe ich viel recherchiert, mich aber nicht zu weiteren Engagements entscheiden können. Und trotzdem bei jeder halbjährlichen Dividendenzahlung das Gefühl gehabt, dass eine einzige japanische Aktie einfach zu wenig ist.
Nachdem ich nun wieder eine Dividende erhielt und mir dann die Entwicklung des Yen anschaute, fiel mein Entschluss: Ich werde jetzt umschichten und gleich in zwei weitere japanischen Aktien investieren.
Heute lüfte ich nun den Vorhang, welche Titel es geworden sind. Der Beitrag selbst beschäftigt sich im Schwerpunkt aber mit meinem japanischen Langläufer im Depot.
Denn dort geht meine Investmentidee auf und ich bin mit der Entwicklung des Unternehmens zufrieden.
Warum ich die Idee aber nicht nachgekauft, sondern lieber zwei neue Titel ausgewählt habe, erfährst Du auch in diesem Beitrag.
Sekisui House war bis zum Monatswechsel meine einzige japanische Aktie im Depot. Hier habe ich den japanischen Hausbauer ausführlich vorgestellt.
In ihrer Heimatwährung Yen hat sich die Aktie auch wirklich ordentlich entwickelt. Der Chart auf Euro-Basis zeigt hingegen eine Seitwärtsentwicklung in den letzten Jahren:

Warum das so ist, wird Dir vermutlich schon klar sein – gleich gibt es die Auflösung dazu!
Dividende
Sekisui House zahlt zweimal im Jahr eine Dividende (April und September). Das exDividende-Datum liegt dabei – wie häufig in Japan – ganze 3 Monate zurück.
Vor einem Jahr gab es Ende April eine Dividende von 47 Yen. Nun gibt es eine Dividende von 58 Yen je Aktie. Das ist eine Dividendenerhöhung um 23,4%. Für die 100 Aktien in meinem Depot ergibt das eine Brutto-Dividende von 5.800 Yen. Sie wurde vom S Broker zum Kurs von 147,96 in Euro umgerechnet. Nach Abzug der Steuern ergibt sich eine Netto-Dividende von 29,07 €. Sie wurde mit Wertstellung 28.04.2023 überwiesen.

Perspektiven
Bei der letzten Dividendenzahlung im September 2022 war der Wechselkurs noch bei 141,34. Rein interessehalber habe ich mir mal alle Wechselkurse der Dividendenzahlungen seit meinem Einstieg bei Sekisui House in der folgenden Tabelle aufgelistet:
| Dividendentermin | Yen/EUR-Wechselkurs |
|---|---|
| April 2023 | 147,96 |
| September 2022 | 141,34 |
| April 2022 | 136,215 |
| September 2021 | 130,05 |
| April 2021 | 130,46 |
| September 2020 | 122,755 |
| April 2020 | 116,480475 |
| September 2019 | 118,4554 |
| April 2019 | 124,901475 |
Den aus hiesiger Sicht besten Kurs hatte ich damit vor drei Jahren. Und der Unterschied ist schon bedeutend: 27% ist der Yen seitdem schwächer geworden. Oder anders gerechnet: zum damaligen Wechselkurs wäre meine heutige Dividendenzahlung 27% höher ausgefallen. Das sind netto fast 8 €.
Das ist zunächst einmal nichts, was Sekisui House selbst beeinflussen kann. Die Dividende ist immerhin heute in der Heimatwährung 41% höher als vor drei Jahren. Aber davon ist durch den schwächeren Wechselkurs nicht viel angekommen bei mir.
Spannend ist aus meiner Sicht aber das Potenzial! Denn historisch gesehen ist der Yen eigentlich ein sicherer Hafen. Aktuell machen ihm vor allem die deutlich höheren Zinsen in Nordamerika und Europa zu schaffen. Aber das muss nicht zwingend so bleiben. Legt der Yen irgendwann wieder zu, dann könnte das zum Turbo für meine Dividendenerträge bei Sekisui House werden.
Der Wechselkurs ist aber natürlich nicht nur für Dividende wichtig. Auch der Aktienkurs in Euro ist davon abhängig. Denn der eigentliche Aktienkurs von Sekisui House entsteht in Japan selbst. Dort wird die Aktie rege gehandelt. Und zwar – nach deutscher Zeit – nachts außerhalb unserer Börsenöffnungszeiten. Unser Euroaktienkurs entspricht dann – mehr oder weniger – dem umgerechneten Schlusskurs in Japan. Wenn der Yen also in den letzten drei Jahren 27% gegen den Euro verloren hat, dann gilt das auch für den Aktienkurs von Sekisui House. Dass er sich seitdem in Euro seitwärts bewegt hat, zeigt die eigentliche Stärke der Aktie in der Heimatwährung.
Darin kommt das starke Geschäft von Sekisui House zum Ausdruck. Aktuell reiht das Unternehmen ein Rekordjahr an das nächste. Zuletzt zeigte sich das Geschäftsjahr (01.02.2022-31.01.2023) erneut verbessert gegenüber dem Vorjahr. Das 11. Jahr in Folge wurde die Dividende jetzt übrigens erhöht.
Der Nettoumsatz stieg in der Heimatwährung Yen um 13,1%. Operativ wurde damit 13,6% mehr verdient.
Beim Gewinn je Aktie ist die Situation ebenfalls erfreulich. Er lag im letzten vollen Geschäftsjahr bei 227,37 Yen und sollte ursprünglich auf 236,99 Yen steigen. Mit dem Halbjahresergebnis wurde die Prognose dann auf 260,83 Yen erhöht. Und geworden sind es dann im Ergebnis 276,58 Yen. Das ist ein Plus von 21,6%.
Der operative Cash-Flow legte um 7,4% zu, jedoch wurde deutlich mehr als in den Vorjahren investiert. Im Ergebnis war der Free Cash-Flow negativ.
Die Prognose für das neue Geschäftsjahr sieht ein weiteres Wachstum vor. Der Umsatz soll um 5,2% zulegen und der Gewinn je Aktie um 6,7% auf 295,05 Yen steigen.
Bei einem aktuellen Aktienkurs von 2.855 Yen ergibt sich daraus weiterhin ein Kurs-Gewinn-Verhältnis unter 10.
Und auch die Dividende soll erneut gesteigert werden, sie wird mit 118 Yen für das Geschäftsjahr prognostiziert (+7,3%).
Das spricht eigentlich alles für einen Neukauf.
Allerdings befindet sich Sekisui House als Hausbauer in einer Branche, für die aktuell Zurückhaltung angesagt ist. Diese Branche leidet traditionell besonders unter einer schwächeren Nachfrage aufgrund steigender Finanzierungskosten und höherer Eigenmittelanforderungen der Banken an Privatpersonen. Zwar befindet sich Japan weiterhin auf einem sehr niedrigen Zinsniveau. Aber genau das ist für mich ein Punkt, der mich vorsichtig bleiben lässt. Die Zinsen dürften in Japan eher steigen als sinken. Einfach weil es noch Nachholbedarf gibt. Das ist ja auch ein Grund, warum der Yen so schwach ist. Und jeder Zinsanstieg sollte Gift für den Aktienkurs von Sekisui House sein.
Die Geschäfte könnten trotzdem ordentlich weiterlaufen. Denn Sekisui House sollte mit seinem Geschäftsmodell in der Lage sein, auch in einem schwächeren Gesamtmarkt Marktanteile zu gewinnen und so zumindest den Umsatz zu halten. Mit seinen emissionsarmen (bis hin zu emissionsfreien) und smarten Häusern trifft Sekisui House den Zeitgeist und rollt das Konzept weltweit aus.
Deshalb bin ich von meiner Aktienposition weiterhin überzeugt, sehe aber aktuell in der Immobilienbranche zu viele Risiken, um Sekisui House jetzt zu diesem Zeitpunkt nachzukaufen. Aber das gilt nicht für andere japanische Titel!
Auf einen Blick:
| Unternehmen: | Sekisui House Ltd. |
| ISIN: | JP3420600003 |
| Im Divantis-Depot seit: | 24.01.2019 |
| Letzter Nachkauf am: | — |
| Stückzahl im Divantis-Depot: | 100 |
| Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren: | 13,63 € |
| Gesamtkaufpreis: | 1.363,35 € |
| Bisher erhaltene Netto-Dividenden: | 348,72 € |
| Aktuelle Strategie: | Halten und Dividende kassieren |
Weitere Aktienkäufe in Japan
Nachdem ich mir die Wechselkurse aufgelistet hatte, wurde mir bewusst, dass ich als Euro-Anleger aktuell japanische Aktien günstiger erwerben kann als dies noch vor einiger Zeit möglich war.
Ich habe mich deshalb zum Kauf von zwei verschiedenen Unternehmen entschieden, die ich mir schon lange angeschaut hatte. Beide werde ich noch ausführlich auf dem Blog vorstellen. Deshalb an dieser Stelle nur kurz meine Motive:
Nippon Sanso
Nippon Sanso stellt Industriegase her und ist ein Wettbewerber von Linde und Air Liquide. Im Rahmen des Zusammenschlusses von Linde und Praxair ging das europäische Geschäft von Praxair an Nippon Sanso, um damit die Kartellbehörden zur Zustimmung zu bewegen. Aber im Gegensatz zu den Wettbewerbern ist Nippon Sanso deutlich niedriger bewertet. Die Aktie schätze ich deshalb als defensiver ein.
Ich habe am 4. Mai 2023 100 Aktien von Nippon Sanso im Direkthandel bei Tradegate zum Kurs von 16,18 € gekauft und beim Smartbroker 4 € Provision dafür bezahlt. Insgesamt investierte ich 1.622 €.

Itochu
Itochu ist als Konglomerat in vielen verschiedenen Branchen unterwegs. Eigentlich mag ich das gerade nicht und suche eher nach Pure Playern. Hier macht es für mich aber Sinn, da ich mit dieser einzelnen Aktie in gewisser Weise in einen japanischen Fonds investiere. Ich decke mit einem Titel die breite Entwicklung ab.
Ich habe am 4. Mai 2023 100 Aktien von Itochu über Gettex zum Kurs von 30,30 € gekauft und beim Smartbroker keine Provision dafür bezahlt. Insgesamt investierte ich 3.030 €.

Kurzfristig haben sich beide Titel schon gut entwickelt. Ich wollte sie jeweils vor den Jahresergebnissen kaufen, die eine Woche später veröffentlicht wurden. Und da in Japan zu meinem Kauf einige Börsenfeiertage waren, konnte ich beide Titel sogar unterhalb des umgerechneten japanischen Schlusskurses erwerben.
Bei den nächsten Dividendenzahlungen bin ich allerdings noch nicht dabei, da der Stichtag bereits Ende März war.
Kurzfristig war mein Timing bei diesen Käufen gut. Beide Aktien haben gute Ergebnisse gemeldet und daraufhin 5-15% zugelegt. Jetzt freue ich mich, Dir die Unternehmen demnächst ausführlicher vorzustellen.

Kommentar verfassen