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Einfach froh, über meinen Schatten gesprungen zu sein

Ein modernes und frisches Bild, das eine Rückversicherung symbolisiert, die ihre Dividende um 33,3% gesteigert hat. Im Hintergrund ist ein steigender Aktienkurs zu sehen.
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Was habe ich hin- und her überlegt, bei dieser Aktie! Sie ist schon mehr als 10 Jahre in meinem Depot und schon vor einiger Zeit zum größten Depotwert avanciert. Aber was dann in den letzten 2 Jahren passiert ist, damit hätte ich nicht gerechnet. Und es „sprengte“ meine eigenen gesetzten Grenzen.

Wenn sich der ohnehin schon größte Depotwert in relativ kurzer Zeit im Kurswert verdoppelt, dann ist die Freude natürlich erst mal groß. Wenn das Depotgewicht dann aber an der 15%-Marke kratzt, kann ich nicht einfach so zur Tagesordnung übergehen.

Denn eigentlich versuche ich ja mein Depot zu diversifizieren und meine Depotwerte breit über Länder, Branchen und Währungen zu streuen. Und um das zu gewährleisten, darf ein einzelner Titel nicht so groß sein, dass er die komplette Entwicklung des Depots bestimmt.

Bei diesem Titel habe ich jedoch eine Ausnahme gemacht. Natürlich ist das in gewisser Weise inkonsequent. Denn wozu sind Grenzen da, wenn man sich dann nicht dran hält?

Und trotzdem stehe ich zu der Entscheidung, die Position nicht zu reduzieren. Denn ein solcher Teilverkauf würde mich auch bei meinen Dividendenerträgen zurückwerfen. Denn als größter Depotwert ist der Titel auch mein größter Dividendenzahler. Und er legt Jahr für Jahr noch etwas oben drauf.

Wie ich die Perspektiven aktuell einschätze und wie weit ich den Titel im best-case noch laufen lassen will, erfährst Du – neben der Dividendenabrechnung – in diesem Beitrag.

Mein größter Depotwert ist seit dem Bestehen des Divantis-Blogs die Münchener Rück, auch Munich Re genannt. Hier habe ich sie ausführlich vorgestellt.

Sie ist die größte Rückversicherung der Welt, aber auch im Erstversicherungsgeschäft mit der Ergo gut vertreten. Vor allem glänzt sie mit dem Versprechen, die Dividende nicht zu senken, sondern immer dann zu erhöhen, wenn das möglich ist.

Und so wurde sie schon mit dem ersten Kauf im Jahr 2014 zu meinem Basisinvestment und dem Kern des Dividendendepots.

Meine persönliche Historie ist hier im Depotausschnitt bei flatex dokumentiert:

Münchener Rück im Dividendendepot, die steuerlichen Anschaffungsdaten

Der durchschnittliche Einstand liegt bei 177,85 €. Bei einem Einstand von 22.231,25 € ist die Position aktuell 52.143,75 € oder 234,55% im Plus.

Das ist vor allem auf die Entwicklung seit 2023 zurückzuführen:

Langfrist-Chart der Munich Re
Langfrist-Chart der Munich Re

Aktuell liegt das Depotgewicht im Dividendendepot bei 14,3%. Vor einem Jahr waren es noch 10,6%.

Die ersten 5 Jahre meines Investments waren übrigens ohne nennenswerte Kursgewinne. Da war die Aktie einfach ein solider Dividendenzahler für mich. Und irgendwie ist sie das auch heute noch – wenngleich die Entwicklung imposant ist.

Dividendenzahlung

Die Munich Re zahlt in diesem Jahr eine Dividende von 20,00 € pro Aktie. Das ist gegenüber dem Vorjahr (15,00 €) eine Erhöhung um 33,3%. Für die 125 Aktien in meinem Depot ergibt das eine Bruttodividende von beachtlichen 2.500 €. Davon wurden mir die normalen Steuern abgezogen und ich erhalte eine Netto-Dividende von 1.840,63 €. Sie wurde von flatex mit Wertstellung 06.05.2025 überwiesen.

Dividendengutschrift Munich Re im Mai 2025

Die Dividendenrendite der Munich Re ist trotz der Dividendenerhöhung aktuell gar nicht so hoch. Denn der Aktienkurs ist ja auch deutlich gestiegen. Bei einem Kurs von 595 € entsprechen 20 € Dividende einer Dividendenrendite von 3,4%.

Meine persönliche Rendite auf meinen Einstand (Yield on Cost) liegt deutlich höher. Ich habe für die 125 Aktien 22.231,25 € bezahlt und erhalte nun 2.500 € Bruttodividende darauf. Das entspricht einem YoC von 11,2%. Hier kommen meine lange Haltedauer und die erheblichen Dividendenerhöhungen der letzten beiden Jahre zum Tragen.

Sie bewirken auch, dass ich inzwischen mehr als die Hälfte meines Investments wieder zurückerhalten habe: 11.475,72 € habe ich in nun 10 Dividendenzahlungen netto erhalten. Das sind exakt 51,6% meines Einstands. Und das Beste: Bleibt es dabei, dass die Munich Re ihre Dividende nicht senkt, dann werde ich auch ohne weitere Dividendenerhöhungen bereits in 6 Jahren meinen Einsatz komplett zurück haben. Mit zukünftigen Erhöhungen wird es natürlich noch schneller gehen…

Perspektiven

Die Entwicklung der Munich Re in meinem Dividendendepot ist sicherlich auch dadurch beeinflusst, dass andere hoch gewichtete Titel (vor allem Novo Nordisk) starke Kursverluste hinnehmen mussten und ich verschiedene Verkäufe vorgenommen habe. Zwar ist der Gesamtdepotwert weiter auf vergleichbarem Niveau wie vor einem Jahr, aber der Anteil der Munich Re eben deutlich größer. Und mit der Allianz auf dem zweiten Platz und einem Depotgewicht von 9,0% schickt sich schon der nächste Titel an, die eigentliche Obergrenze von 10% zu testen.

Das ist dann irgendwie Fluch und Segen zugleich. Denn es ist ja schön, wenn die Aktienkurse meiner Top-Werte weiter steigen. Aber die Diversifikation des Depots leidet. Auch deshalb habe ich ja schon seit Jahren die hohe Dividende der Munich Re nicht in die Aktie selbst reinvestiert. Zumindest diese Beschränkung behalte ich bei, um das „Problem“ nicht noch größer werden zu lassen.

Und natürlich muss ich irgendwann auch mal einige Stücke verkaufen. Wann genau, weiß ich ehrlicherweise nicht. Ich schiebe das Thema vor mich her. Aber wenn es wirklich mal an die 20%-Marke gehen würde, dann spätestens müsste ich noch mal hart rechnen. Nach heutigem Stand müsste der Aktienkurs dafür dann oberhalb von 800 € liegen. Eine Marke, die mir früher nicht vorstellbar erschien, die aber inzwischen auch nur noch ein Drittel vom aktuellen Kurs entfernt ist. Oder anders gerechnet: wiederholt Munich Re die Entwicklung der letzten 12 Monate, dann muss ich – wohl oder übel – die Position reduzieren. Selbst Warren Buffet hat ja Apple-Aktien verkauft, nachdem das Depotgewicht zu groß wurde (auch wenn das nicht der offizielle Grund war).

Ich rechne aber eher mit einer Abflachung des Kurswachstums. Denn das Gewinnwachstum lässt auch etwas nach, was wiederum absolut nachvollziehbar ist. 2024 wurde ein Gewinn von 5,7 Mrd. € erzielt (0,7 Mrd. € mehr als erwartet), für 2025 werden 6,0 Mrd. € prognostiziert. 0,3 Mrd. € Gewinnwachstum waren ursprünglich auch für 2024 erwartet worden, geworden sind es dann aber 1,0 Mrd. €.

Aber die ersten Großschäden in diesem Jahr, allen voran die Waldbrände in Kalifornien, lassen nicht erwarten, dass die Prognose wieder so deutlich übertroffen werden wird.

Beim Schreiben dieser Sätze merke ich, dass ich damit gut leben kann. Denn mir ist es tatsächlich lieber, wenn sich die Munich Re weiter langsam und stetig positiv entwickelt. Große Sprünge wie im letzten Jahr sind zwar optisch ansprechend. Aber sie bergen auch das Risiko, dass es das Management überreizt.

Insgesamt ist die Situation aber weiterhin sehr aktionärsfreundlich. Die Zahl der Aktien sinkt stetig. Die Einziehung eigener Aktien ist schon ein traditioneller Tagesordnungspunkt der Hauptversammlung. Und bis zur Hauptversammlung 2026 will Munich Re weitere eigene Aktien im Wert von 2 Mrd. € zurückkaufen.

Und das ist auch eine wichtige Entwicklung: 2014 waren noch 172.934.117 Aktien dividendenberechtigt, die Dividende lag bei 7,25 €. 2025 sind es nun nur noch 130.645.071 Aktien, die jeweils 20 € Dividende erhalten. Die Gesamtsumme der Dividendenausschüttung hat sich damit gar nicht so stark erhöht – innerhalb von 11 Jahren hat sie sich „nur“ verdoppelt. Die Dividende selbst ist jedoch um 175% gestiegen. 42 Mio. weniger Aktien (=32,4%) machen schon etwas aus.

Als Aktionär kann ich deshalb gar nicht anders als mich freuen. Freuen, relativ früh auf das richtige Pferd gesetzt zu haben. Und eben auch freuen, einfach sitzen geblieben zu sein. Denn nur durch Nichtstun habe ich diese Entwicklung mitnehmen können.

Und das ist für mich Jahr für Jahr die wichtigste Erkenntnis: mit Sitzfleisch wächst ein Vermögen. Natürlich gibt es auch Aktien, die nicht performen. Die sortiere ich dann wieder aus. Und manchmal performen sie dann nach dem Verkauf auf einmal doch. Aber das ist nicht wichtig. Viel wichtiger ist, bei den Aktien, die laufen und bei denen vor allem die Rahmenbedingungen stimmen, dabei zu bleiben. Und da ist die Munich Re einfach ein glänzendes Beispiel.

Die Dividende, die ich nun nur von diesem einen Unternehmen erhalte, ist schon größter als der steuerliche Freibetrag für Kapitaleinkünfte. Und selbst wenn ich verheiratet wäre, würde der Freistellungsauftrag nicht ausreichen. Und das alles mit ehemals investierten 22.000 €.

Immer wenn ich von Politikern lese, die Aktien und Börse mit einem Kasino gleichsetzen, denke ich an solche Unternehmen wie Munich Re. Deutsche Unternehmen, die seit mehr als hundert Jahren existieren und ihre Anteilseigner am Erfolg beteiligen. Und ein Geschäft betreiben, dass für unsere Gesellschaft und unser Zusammenleben wesentlich ist. Denn ohne Versicherungen funktioniert eine Gesellschaft nicht.

Und deshalb kann ich auch weiterhin mit gutem Gefühl ein hohes Depotgewicht dieses Unternehmens akzeptieren. Weil es eben dieses Unternehmen und nicht irgendeines ist.

Bekanntlich gebe ich hier keine Empfehlungen ab. Meine Beschreibungen dienen nur der Inspiration und dazu, dass Du Dir eigene Gedanken machst. Und ich kann auch nicht sagen, ob das Kursniveau der Munich Re-Aktie noch weiteres Potenzial hat. Es hängt zu viele, nicht zu beeinflussende Faktoren daran. Die Zinsentwicklung ist dafür wichtig, aber auch der Nichteintritt von Großschäden. Auf lange Sicht, d.h. bei einer zweistelligen Anzahl von Jahren als Anlagehorizont, ist der Einstieg aber vermutlich gar nicht so wesentlich.

Im Depot meiner inzwischen 6-jährigen Tochter befinden sich deshalb mittlerweile auch 3 Aktien der Munich Re – gekauft erst vor wenigen Wochen. Neben den breit gestreuten ETFs empfinde ich das als eine schöne Ergänzung, die dann auch jährliche Einladungen zur Hauptversammlung und steigende Dividendenzahlungen bringen wird.

Ein paar Allianz-Aktien hat sie übrigens auch schon länger im Depot. Und da freue ich mich auch schon drauf: schließlich ist der Mai einfach der Parademonat für Dividenden aus Deutschland. Und es wird erneut eine vierstellige Nettodividende für mich geben. Schon nächste Woche rechne ich mit dem Geldeingang…

Auf einen Blick:

Unternehmen:Münchener Rück
ISIN:DE0008430026
Im Divantis-Depot seit:07.08.2014
Letzter Nachkauf am:27.04.2016
Stückzahl im Divantis-Depot:125
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:177,85 €
Gesamtkaufpreis:22.231,25 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden: 11.475,72 €
Aktuelle Strategie:Halten und Dividende kassieren
für diesen Beitrag verwendete Quellen:
Hauptversammlung beschließt Erhöhung der Dividende auf 20 € je Aktie
Munich Re übertrifft Gewinnziel zum vierten Mal in Folge
Hauptversammlung 2014

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Kommentare

40 Antworten zu „Einfach froh, über meinen Schatten gesprungen zu sein“

  1. Avatar von Michael Bohr
    Michael Bohr

    Hallo Ben,
    ist das nicht ein herrliches Luxusproblem wenn man sich darüber Gedanken macht, ob der Anteil eines Wertes das Depot sprengt?!? :)
    MIR persönlich wäre es ehrlich gesagt egal, da der Wert bestimmt mal wieder runter kommt, und dann müsste man ja sogar nachkaufen wenn der Wert unter den maximalen Anteil rutscht. Da bleibe ich lieber dabei und kassiere weiter die Dividende. :D
    Bei mir ist der Mai auch der beste Monat im Jahr um Dividende zu kassieren…
    Viel Spaß beim Dividende kassieren und reinvestieren, oder es sich mal gut gehen zu lassen…

    1. Avatar von Hans Sagstetter
      Hans Sagstetter

      Ich kann nur eins hinzufügen: dinge die du jahrelang für supererfolgreich gehalten hast, können sich in windeseile drehen.
      Auch eine mü rück kann auf null sinken ! Jede einzelne aktie ist gefährlich, JEDE ! Und auch die divi ist bei mü rück nicht sicher, gaar nichts ist sicher ausser der tod.😆

    2. Avatar von Thomas
      Thomas

      @Hans Sagstetter, aber die Wahrscheinlichkeit , das 10 oder 20 verschiedene große gestandene und wetterfeste Firmen gleichzeitig im Wert gegen Null tendieren ist nahezu null.
      Bei diesem Ereignis hätten wir alle ganz andere Sorgen.
      Die Wahrscheinlichkeit, das wir für ein Produkt, was heute 75.- € kostet in 4 bis 5 Jahren 100,-€ bezahlen ist als wesentlich höher einzustufen.
      Aber es ist auch gefährlich, über die Straße zu gehen…
      Man kann sich auch überlegen, sein Leben lang sicherheitshalber nur auf der selben Straßenseite zu bleiben…

      btw nächster Kauf Generali.
      Immer nur klein, was das Budget gerade so hergibt, aber die Masse macht‘s dann

    3. Avatar von Hans
      Hans

      Der Tod ist für natürliche Personen sicher, aber juristische Personen lachen nur darüber, wenn sie könnten.
      Stora Enso kann bis 1288 n. Chr. zurückblicken. Nichts währt für immer, aber wenn ich in der Krise die Wahl vor Bankeinlagen oder Aktien habe, werde ich mich immer für Aktien entscheiden. Denn eine sog. Bankeinlage ist nur eine Geldforderung gegenüber ein Unternehmen mit ggf. 5% Eigenkapital. Und die sog. Einlagensicherung ist nur ungesicherte heiße Luft und so passiert es oft genug in der Geschichte, dass die sog. Bankeinlage tatsächlich eine Bankeinlage in Form neuer Aktien wird.

    4. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      Hans Sagstetter,

      ich habe lange überlegt, aber muss Dir antworten.

      Du hast Recht, dass ein Anstieg des Kurses in der Form der Munich Re Risiken beinhaltet.

      Meine Ansicht von Risiken:
      1. Der deutsche Staat, der private Altervorsorge bisher immer torpedierte
      2. Heiraten. bei der Scheidung hat man nur mehr 30% (Kinder!) plus Belastungen (dank der deutschen Gerichte)
      3. In hippe Themen investieren (Solar, Windkraft, Wasserstoff, Cannabis, etc.)
      4. Haus/Wohnung kaufen (gesetzliche Regularien heutzutage können es richtig teuer machen)

      Da erscheinen mir solide Aktien das kleinere Problem. Denn verkaufen lassen sich die fast (Ausnahme Wirecard als Hippaktie) immer. Das hat aber jeder in seiner Hand, wann er kauft und wann er verkauft.

      Übrigens die Windeseile trafen gerade die urdeutschen Wünsche von Solar und Windkraft. Alles in chinesischer Hand. Viele Pleiten in D.

      Oder willst Du das Geld auf dem Konto haben?

  2. Avatar von Frank
    Frank

    …. bei “Schmerzen“ nimmt man dann wohl wieder ein short call ein. Für Risiken und Nebenwirkungen fragen sie ihren Finanzberater Ben oder das Forum :-)

    Gruß Frank

  3. Avatar von Thomas
    Thomas

    wenn man Vermutungen darüber anstellt, welcher Post im Jahr Bens Lieblingsbeitrag im Blog ist, dürfte der zur Munich unter den ersten drei liegen :)

    letztes Jahr an dieser Stelle haben wir uns über ATH 455€ gefreut und heuer
    reden wir von 600€ das Stück.
    was ist nächstes Jahr, in 5 Jahren möglich?
    Egal,
    Die Königin in der Königsdisziplin der Versicherungen.
    Jetzt etwa 145 Jahre alt. Vermutlich hat diese Firma seit 145 Jahren jede ihr ordnungsgemäß vorgelegte Rechnung ordnungsgemäß bezahlt.
    Haben etliche Kriege und Währungsreformen überstanden.
    Liquidität einmal bis zum Mond und zurück. zur Not vermutlich auch noch mal wieder bis zum Mond, wenn es sein muß.
    Wenn wir uns darüber einig sind, welche Voraussetzungen für dauerhaft anhaltenden wirtschaftlichen Erfolg/Ertrag notwendig sind, so werden wir alle bei der Munich finden. Angefangen bei einem „gepflegten“ Kapitalstock :)
    Eine wesentliche Voraussetzung ist der historisch gewachsene Überblick und Einblicke über alle weltweiten Kapitalmärkte inkl. der Antizipation aller Entwicklungen bzw Fehlentwicklungen.
    Wenn irgendwo am Markt sinnbildlich Rauch aufsteigt, wissen die das als erste…
    Wir wissen selber recht und schlecht, was Risikomanagement fürs Depot bedeutet,
    Zu wenig Risiko ist schlecht und zuviel Risiko aber auch.
    Die Münchner sind Meister darin.
    Softskills wie Diskretion, Personalselektion, unternehmensspezifisch gezielte Aus-Weiterbildung, Unternehmenskultur, Tradition, das natürliche Gespür für Wirtschaftlichkeit sind da alle schon lange zu Hause.

    Sie ist ja nicht nur Versicherung sondern über die MEAG auch noch einer der größten Vermögensverwalter, Immobilienbesitzer und neben der Kirche wahrscheinlich einer der größten Waldbesitzer weltweit. Agrarflächen/Ackerland nicht zu vergessen.
    Hatte das letzes Jahr mal detailliert ausgearbeitet und hier gepostet, finde aber den Beitrag nicht mehr.

    Sie ist bildhaft die mit Patina versehene beste und schönste Immobilie am Markt in der Stadt und die verkauft man eigentlich nicht, man vererbt sie weiter…

    Wenn man ein schlechtes Jahr mit Finanzkrise oder mehreren Großschäden kommt, sollte man eigentlich nur gezielt nachkaufen.

    Habe gestern die Dividende Munich mit dazu dazu verwendet, Allianz aufzustocken.
    Da ist am 09.05. Ex, so das das Geld gleich zweimal arbeitet :)
    Als Twin halte ich noch Swiss Re, die Ben ja leider verkauft hat.

    1. Avatar von Tobs
      Tobs

      Hallo Thomas, ich weiß ja, es Dir die MEAG angetan hat :-), und sie ist sicherlich eine kleine Institution in der Landschaft. Letztlich ist das aber ganz bis ziemlich überwiegend Konzerngeschäft und das ist kein USP gegenüber anderen Versicherern. Die meisten großen Versicherer haben eigene Konzern-Asset Manager. Das Geschäft der MEAG speist sich also überwiegend aus eigenem Geld, viel weniger nur Drittgeld. Man würde das aus Konzernsicht stärker als gut gemanagtes Kostencenter denn als Profitcenter sehen. Und das Drittgeschäft ist ausschließlich institutionell, also sehr dünne Margen. Das spricht alles überhaupt nicht gegen MEAG, aber MEAG ist keiner der großen Vermögensverwalter, wie Du sie vielleicht im Sinne hast.

    2. Avatar von Thomas
      Thomas

      MEAG verwaltetes Vermögen etwa 360 MRD,

      Solvency II Quote Munich Re 287%

      Marktanteil Munich Re Prämien in % Deutschland etwa 9% Platz 4
      (nur Allianz, AXA und Generali höher) Zahlen etwa 2021

      lt Geschäftsbericht 31.12.2024 Konzern Bilanz unter D.I.1 Kapitalanlagen als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 10 Mrd.
      aber unter D.II Finanzielle Kapitalanlagen 213 MRD.
      davon gemäß Erläuterung auf Seite 258 Festverzinsliche Wertpapiere und Darlehen 185 MRD, 10 MRD Aktien etc etc.

      vs Marketcap gesamt Munich 80 Mrd.

      Möchte nicht wissen, wieviele Bonds alleine die Munich von Staaten und Unternehmen
      hält, bzw sie auch schwunghaft handelt.

      Ohne Großinvestoren wie die Munich und andere internationale Größen sind doch verschuldete Staaten gar nicht mehr überlebensfähig.
      Also werden sie auch symbiosemäßig unter besonderem Schutz des Staates stehen,
      die eine Hand wäscht die andere.

      lange Rede kurzer Sinn,
      Es schadet nicht, Aktien der Munich Re zu halten :)

    3. Avatar von Tobs
      Tobs

      Alles richtig, sie dürften sogar mehr Immobilien als von Dir angegeben haben, weil Du typischerweise im Geschäftsbericht – wenn hierzu nicht eine besondere Erläuterung erfolgt – die indirekt in Investmentvermögen gehaltenen Immobilien nicht ausgewiesen erhältst.

      Ich glaube wir hatten es schon mal hier, dass es wenig bringt, das Anlagevolumen der MEAG ins Verhältnis zur Marktkapitalisierung der MunichRE zu setzen, weil unklar ist, was Du damit aussagen willst? Das sieht vielleicht interessant aus, ist es aber nicht. Die MEAG ist zu 95 Prozent schlicht und ergreifend die (eigene) Kapitalanlage der MunichRe – ausgelagert und organisiert – in einer eigenständigen Konzerngesellschaft, so wie das aus verschiedenen Gründen andere Versicherer auch machen. Das ändert nichts daran, dass das ganz überwiegend die eigene Kapitalanlage ist, wie sie jeder Versicherer hat (und ja, die MunichRE hat eine ziemlich große Kapitalanlage). Und soweit, wie vom Volumen auch etwas auf Drittmandate entfällt, ist Volumen nicht gleich Ertrag, sondern bei institutionellen Geschäft, abhängig von den Anlagen, ist das irgendwas zwischen 10-30 Basispunkte Rohertrag auf das Volumen. Wie auch immer, ich möchte Dir die MEAG/MunichRE ja gar nicht schlecht reden.

    4. Avatar von Thomas
      Thomas

      Die Ergo und DKV u.a. gehört ja auch noch dazu,
      Also es ist schon Substanz vorhanden unter dem Dach.
      Und Potential.

    5. Avatar von Tobs
      Tobs

      Das denke ich auch.

    6. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      Thomas,

      warum gibt es jetzt genau die Munich Re so lange? ;)

      Grund und Boden mag wenig abwerfen, aber ist noch immer Geld. Solange keine Wohnungenrenovierungen (Immofirmen) anfallen, ist es schlicht: Geldtresor. Mag die heutige Währung zugrunde gehen, Wald und Wiese sind Geldtresore ohne weiteren Kapitaleinsatz oder Risiko (außer dem Borkenkäfer).

      Sollte also alles Grütze sein, haben wir denn da nicht noch etwas? ;)

  4. Avatar von BörsenHai
    BörsenHai

    Lieber Ben,

    vor einem Jahr überlegtest Du Munich Re Anteile zu verkaufen (kratzen an der 10% Marke). Ich sagte: Warum?

    Ich kann es nur wiederholen, die Munich Re hat ein absolut stabiles Geschäft und versichert nicht Alles rück.
    Sie kann nämlich auswählen, was sie versichern will.
    Das Management ist stabil und seit Jahren mit Vertrauen gesegnet.

    Der Kursanstieg hat mich in dieser Dimension auch überrascht. Aber ich bleibe gelassen. Sie verstehen Ihr Geschäft. Ein 5 min Blick genügt für mich vollkommen.
    Heute würde ich Sie (weil ich genügend habe) nicht kaufen. (keine Anlageempfehlung)

    Übrigens auch ich hadere derzeit mit meinem Finanzanteil (allerdings keine Banken!) im Depot, da er mittlerweile 27%+ erreicht. Vor eine Jahr waren es 20%. Mein Vorteil ist nur, dass ich Einkommen habe und das eben in andere Branchen investiere (langsames Rebalancing).
    Verkaufen würde ich nicht, denn – wie Du sagst – es sind Dividendenbringer.
    Ich glaube, dass jede Dividenenerhöhung bei der Munich Re sehr gut überlegt ist. Wenn Sie nicht sicher wären, das es im nächsten Jahr (Jahren) genausogut läuft (Dividendenhöhe), würden sie nicht die Dividendenhöhe auszahlen. Mich würde nicht einmal stören, wenn Sie 3 Jahre die selbe Höhe hätte.

    Für mich ein Ankerinvestment.

  5. Avatar von Hans
    Hans

    Hallo Ben,

    verstehe deine Gedanken auf den Depotanteil voll und ganz. Bei mir bilden 10 Aktien mit je 5% Investitionsumme das Fundament des Depot und kommen dann im Summe auf 50% Anteil. Da ich die Bilanzen fahrlässig oberflächlich überfliege oder auch nicht, werde ich nie mehr als 5% Investitionssumme in einen Titel stecken.

    Das löst aber nicht die Frage, was mache ich, wenn ein Titel außergewöhich läufen würde und auf 10% Depotanteil und höher steigt und meine Abhängigkeit von einer Aktie immer weiter steigt. Persönlich habe ich mir vorgenommen starkt zu bleiben und nicht zu verkaufen. Es ist doch gerade unsere Hoffnung irgendwann wann mal einen 10, 50 oder 100-Bagger mit einen unserer großen Ankerpositionem zu schaffen, die uns in Aktien investieren lässt.
    Dann werden wir zwangsläufig wie Unternehmer, die fast ihr gesamtes Vermögen im Unternehmen stecken haben und die Zahlen gewissenhaft prüfen müssen.

  6. Avatar von Tobs
    Tobs

    @Thomas,
    Beichte: Weil ich Ping An eher als Investment ausgeschlossen hatte…Ich fange hier nun doch ein bisschen was an. Aber AIA bleibt klar die größere Position. Ich wollte es Dir aber sagen, damit mein Gewissen rein ist. :-)

    1. Avatar von Matthias von Mitzlaff

      Überlege dir das gut, lieber Tobs!
      Auch ich hielt mal eine Zeitlang PingAn. Dieser ständige Rot-Status im Depot hat mich jedoch zermürbt.
      Einer Aufstiegsphase bis 2020/21 folgt seitdem ein etappenweiser Abstieg. Das sind nun schon mehrere Jahre, für uns Anleger keine schöne Entwicklung.
      Die Dividende liegt bei knapp 6%, das Div.wachstum 5-Jahre bei knapp 5% (bei 2-Jahre jedoch negativ!).
      Schwer vorauszusagen, ob der Kurs wieder anzieht…

      Ich habe irgendwann den Titel als „Bleiente“ abgestempelt und mich getrennt (in diese Kategorie habe ich auch 3M und AT&T eingeordnet).
      Was für ein Vergleich zu Titeln wie MunichRe, Allianz und im großen und ganzen auch UnitedHealth.

      Kurioserweise handele ich mir PingAn wieder über das Besparen des A12HUR ETFs ein, da tauchen sie in den Top-10 auf. Für mich jedoch besser tolerierbar, da sie in der Masse untergeht und der ETF insgesamt gut da steht (ja, in Kriegszeiten Südost kann das anders sein, wir werden sehen…).

      Sonnige Grüße an Euch alle!

    2. Avatar von Michael B
      Michael B

      Naja, ich meine wenn wir bei der Allianz Mal 25 Jahre zurück gehen, da sind die in den Zeitraum eingestiegen sind immer noch nicht im Plus, wenn ich mich richtig erinnere, und bei der Münchner Rück auch noch nicht so lange im Plus. Ich denke langfristig gedacht entwickelt sich Ping An wieder… Die Allianz hat in der Hauptvertrag gesagt dass Asien sich stärker entwickeln wird, und die sind ja selbst auch in Asien investiert mit Zukäufen, daher ist Ping An eigentlich ein günstiger Kandidat, ich habe die auch weiter aufgestockt und werde auch noch weitere kaufen denke ich mal…

    3. Avatar von Tobs
      Tobs

      Lieber Matthias,

      ich wollte noch Antwort geben auf Deinen berechtigen Einwand.

      Dabei versuche ich mich scheibchenweise der Antwort zu nähern, was aber bereits zeigt, dass ich auch bis zu einem gewissen Grade indifferent zu diesem Investment bin und es keine full conviction Position bei mir ist, sondern eine die ich 1) nach einer gewissen Abwägung und 2) mit einem sehr langen Zeithorizont eingehe.

      Ergebnis vorweg: Ich finde Ping An extrem günstig bewertet (wie so viele andere HK-Aktien auch) und meine sie haben eine gute Präposition im Markt, so dass man mit ihnen in den nächsten 20 Jahren viel Geld verdienen wird. Eigentlich verbleibt als Frage (wie bei so vielen anderen HK-Aktien auch), ob der „günstige“ Preis für Ping An ausreichend risiko-adjustiert ist…

      …Länderrisiken: HK. Meine Meinung hier dazu ist bekannt. Ich selbst fürchte mich weniger vor staatlichen Eingriffen in China als vor dem Risiko von Kapitalverkehrskontrollen, so dass ich als Europäer nicht an mein Geld kommen kann. Es ist ein kleines Dilemma, aber ich habe mich entschieden, dieses Risiko zu tragen, zumal ich sehr sehr langfristig anlege und hoffen würde, dass auch bei Schwierigkeiten wieder ein Zugriff möglich sein wird. Tatsächlich – wie auch immer man dieses Risiko überhaupt objektiv qualifizieren kann – sehe ich die Eintrittswahrscheinlichkeit als sehr gering an. Sollte ich mich täuschen, dann weiß jeder hier in diesem Divantis-Blog, dass der Tobs einen echten Hit in seiner Kapitalanlage hätte. :-(

      …Ping An:

      Kurs: Du hast Recht, wer vor einigen Jahren einstieg, hat erst mal ein Minus. Ich selbst habe eine größere Position an Zhong An Online Insurance. Die haben als Sach- und Reiseversicherer angefangen und machen mittlerweile auch Gesundheitspolicen. Rein digital, wachsen immer noch toll. Ja, hier stehe ich auch saftig im Minus. Bin einfach zu einem zu hohen Preis reingegangen. Ich halte sie dennoch. Letztlich – das dürfen wir nicht vergessen – hat China die letzten Jahren eine Depression durchgemacht, und gleichzeitig wachsen die Unternehmen und holen sich mehr Marktanteile. Wenn man langfristig an der unternehmerischen Wertschöpfung partizipieren will, gibt es immer das Risiko, dass der erste Einstieg zu teuer ist.
      Schauen wir aber auf die Zahlen langfristig: So ist trotz des Einbruchs ab 2020 die Top Line heute doppelt so hoch wie vor 10 Jahren und die Bottom Line sogar drei Mal so hoch.

      https://www.marketscreener.com/quote/stock/PING-AN-INSURANCE-GROUP-C-1412620/finances/

      Bilanz-Risiken: Mich haben die Aktivitäten im Banking (viel IB) und in Real Estate immer gescheut. Viele Beteiligungen sind in der Rechnungslegung konsolidiert und daher sind man schlecht, was dort im Zahlenwerk passierte. Gerade bei Real Estate war das der Fall. Meine Hoffnung ist, dass nach den letzten Jahren nun viel heiße Luft abgelassen wurde.
      Ausblick: Möglicherweise sehen wir gerade einen ganz guten Inflektionspunkt.

      https://www.dbs.com.sg/treasures/aics/templatedata/article/recentdevelopment/data/en/DBSV/042025/2318_HK_04102025.xml

      Langfristig sehe ich viele Chancen. Allerdings wird Ping An, wegen Rest-Fragezeichen bei mir (auch wegen politischer Verstrickungen in der Eigentümer-Struktur) keine sehr große Position; im asiatischen Markt baue ich da lieber die AIA noch weiter aus, die schon eine größere Position geworden ist. Aber ich möchte mit Ping An langfristig dabei sein. Andere Foristen hier schrieben es: Es gab auch bei Allianz Enttäuschungen. Jedenfalls ist ein Aktienkurs per se für mich keine Investment-Ratio, ob der Kurs gerade steigt oder sinkt, ist für mich nicht in erster Linie relevant, sondern eher wie ich das Unternehmen und die Zukunft einschätze. Volatilität ist der Preis für das langfristige Investieren. Ich behaupte, wer sich – auch bei Blue Chips – aus Aktienpositionen wegen Kurseinbrüchen von 50 Prozent raustreiben lässt, wird es schwer haben, auf Dauer gute Aktienrenditen zu verdienen.

    4. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      Lieber Matthias von Mitzlaff,

      ich hoffe NICHT, dass United Health analog Allianz oder Munich Re läuft. Mit dem Finger droh ;)

      Keine Frage eine Gesundheitsversicherung in den USA hat mehr Risiken (meine Meinung!).
      Aber gleich so abgestraft werden? Zahlen schwächeln und sind unsicher: ok. Vorstand hat hingeworfen: Warnzeichen. Aber 60% runter in einer Woche?

      Einige Consumer Titel sind deutlich schwächer oder erholen sich nicht so richtig. Mit UnitedHealth zusammen, zeigt es doch einen verunsicherten Markt, was den Geldbeutel der US-Amerikaner angeht.
      Durch Ein/Zwei-Tages-Sprünge nach oben oder nach unten, das wird wohl einige verunsichern. Und nein, da gibt es keine Empfehlungen von mir.
      Jeder schmiede sein Hufeisen selber.

      Nur ein klitzekleiner Hinweis: Die Consumer, die bisher und auch nicht in 2 Monaten so unsicher sind, deuten auf Qualität hin. Sie können aber auch in 4 Monaten folgen.
      Deswegen vielleicht eine kleine Watchlist mit zusätzlichen Daten, falls jemand in dem Bereich investieren möchte. Allerdings dürften diese Aktien nicht günstig bewertet sein.

    5. Avatar von Matthias von Mitzlaff

      Lieber BörsenHai,
      ich habe UNH nachgekauft, halte nun 15 Stück.
      Sehe das Unternehmen zu robust, als dass die Delle langfristig bleiben sollte.
      Für alle die an UNH glauben aktuell eine gute Zeit des Einstiegs / Nachkaufs.
      Gilt auch für PepsiCo, LyondellBasell, NovoNordisk, Danaher, Vale und LVMH.
      Alle in meinem Depot, jedoch schon in ausreichend großer Anzahl.

    6. Avatar von Thomas
      Thomas

      natürlich zusätzlich schlecht, wenn sich bei United Health das Department of Justice einschaltet und Betrugsvorwürfe im Raum stehen. Never catch a falling Knife.
      lt wsj laufen die Ermittlungen schon seit Sommer letzten Jahres. Sie stehen auch kartellrechtlich und zivilrechtlich wegen Abrechnungspraktiken unter Feuer.
      Durch den gewaltsamen Tod des Chefs der Versicherungseinheit ist die Öffentlichkeit wie im Brennglas auch noch auf ein sehr sensibles Problem der Kosten des Gesundheitswesen gelenkt worden. Das Kapital mag es nicht so, negativ im Brennpunkt zu stehen. Außerdem kann es sein, das jetzt Fonds, ETFs und andere professionelle Investoren United Health reduzieren oder ganz abstoßen wollen/müssen.
      Zusätzlich hat die Trumpadministration ein scharfes Auge auf die Pharmaindustrie und Reimbursementpraktiken allgemein.
      Berichten zufolge kann es United Health härter als die Pharmakonzerne treffen.
      United bewegt sich auch schlechter als der Pharma oder Versicherungs Branchenmix.
      Es gibt (bildlich) bei Vorstandssitzungen immer einen Manager der anfängt zu schwitzen und bei dem die Krawatte schief sitzt. Zur Zeit ist das (bildlich) United Health.
      Exorbitant steigende Kosten bei alternder und längerlebender Bevölkerung bei immer besseren technischen und medikamentösen Möglichkeiten, die exponentiell steigende Kosten für die Lebensverlängerung bei alten Menschen oft nur ein paar Monate oder ein bis zwei Jahre bedeuten,
      die aber moralisch schlecht verwehrt können, bzw wer soll die denn bezahlen?
      Alles Probleme von United Health. (und Krankenkassen/Versicherungen weltweit)
      da würde ich erst nach zwei bis drei Tagen Ruhe bei schlechten Nachrichten und leichten Erholungstendenzen nachkaufen.
      Bin selber gar nicht dabei, eventuell noch nicht.

      Ansonsten gefällt mir Singapore nach wie vor gut.
      DBS/UOB/Singtel/Overseas Chinese Banking/ Singapore Exchange /Singtel
      laufen gut.
      Ist zur Zeit einen Investorenmäßig ruhige sichere und politische unkomplizierte Ecke, wo sicher gute Finanzzuflüße zu verzeichnen sind.

      Will dann gleich noch Merck&Co Inc nachkaufen/verbilligen.
      Grüße

    7. Avatar von Hans
      Hans

      Hallo zusammen,

      persönlich halte ich gar keine Finanztitel ( Banken,Versicherungen, Finanzdienstleister) und verschenke damit auf jeden Fall Rendite.

      Die Bedenken von Thomas bezüglich United Health kann ich nachvollziehen. Keiner weiß wie groß der Betrug ist und welche Auswirkung auf die Bilanz ist. Darüber ist das US-KV-System seither ein korruptes ineffizientes System. Aber das ist allein schon ein Kaufgrund, wenn das System so bleibt.

      Und wenn die Vorwürfe nur paar Milliarden Schaden bedeuten, dann hat Matthias bei einem KCV von weniger als 10 und einen KGV von 10 alles richtig gemacht und es wäre unsinnig erst später in der Erholung (= Bestätigung des Marktes??) zu kaufen. Denn die Kunst liegt darin genau im solchem kurzen Zeitfenstern bei Unternehmen mit stabilen Cash-Flow in das fallende Messer zu greifen.

      Klagen , Untersuchungen, dass sind bei stabilen Unternehmen oft Geschenke.
      Beispiel 3M und Gehörschutzskandal! Beispiel ATT und “ verseuchte Kabel im Boden“ !
      Beispiel Teva und Opiod/ Preisabsprachenklagen! Selbst Bayer aktuell!

      Lass von den 4 einen Nummer schief gehen, dafür gehen drei Nummern gut! Deswegen ist die These nicht in fallenden Messer zu kaufen nicht immer richtig.

      Und wenn Matthias bisher nur 15 Stück hat, ist das eine kleine Position und deutet auf einen stufenweisen Einstieg zu einer Großposition hin, eine gute Methode um sich Pulver für weitere Kurseskapaden zu halten.

      Viel Glück allen!

    8. Avatar von Manfred
      Manfred

      @ Hans et all :

      ….. “ Keiner weiß wie groß der Betrug ist und welche Auswirkung auf die Bilanz ist. “ :

      Die sparte ( healthcare) , die hier unter verdacht steht , erwirtschaftet etwa 15% des gewinns von united health.

      Also kann der schaden sk gross nicht sein

    9. Avatar von Thomas
      Thomas

      z.Bsp. hier
      https://www.hbsslaw.com/investor-fraud/unh
      und was weiß ich wo noch kann man sich schon mal einer Sammelklage anhängen.
      Nicht nur Dividende aus dem Unternehmen ziehen, sondern vlt auch noch Strafzahlungen kassieren.
      Es geht nicht nur um Bilanz oder Strafen, sondern um Anpassung des Geschäftsmodells
      und Änderung der Abrechnungspraktiken ggü. der Öffentlichen Hand in USA.
      Das kostet am meisten. falsche Fakediagnosen zu Lasten der öffentlichen Hand.
      Arbeite selbst semi im Gesundheitswesen und es wird leider oft mehr abgerechnet als geleistet wird ( oder optimiert abgerechnet)
      Diese zwangsweise Überprüfung der Abrechnungspraktiken im Zusammenhang mit steigenden Kosten, sinkenden Einnahmen und dem massiven öffentlichen Frust ist die Zwickmühle, in der UNH steckt.

    10. Avatar von Frank
      Frank

      Was vor kurzem noch Novo Nordisk und Eli Lilly waren, sind jetzt auf anderem Tanzparkett BYD und CATL. BYD stimmt mich im eigenen Depot munter (obwohl ich Deutschland betreffend dabei immer aschgraufahler werde :-(( ). CATL werde ich wohl kommenden Dienstag kaufen. Ich fasse deren Fortschritt kaum.

      Gruß Frank

    11. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      Matthias,

      ich wusste Du siehst es als Chance und kaufst nach. ;)
      Geduld musst Du aber mitbringen, denke ich.

    12. Avatar von Matthias von Mitzlaff

      Ja Sharkey,
      das habe ich in bisherigen 6 Börsenjahren auch gelernt, in der Tat.
      Sehr amüsant fand ich auch Hans‘ Kommentar à la „…15 Stück UNH…eine kleine Position… die man ausbauen kann…“.
      Bei mir ist es nach Einstandspreis die drittgrößte hinter Linde und Caterpillar (dicht gefolgt von Blackrock). Mehr UNH werde ich jetzt sicher nicht nachkaufen.

      Will sagen:
      a) Im gesellschaftlichen Vergleich bin ich sicher vermögend.
      b) Im Vergleich mit diversen Mitforisten hier bin ich eher ein Leichtgewicht ;-).

      Schön zu wissen, dass es auf divantis.de so verschiedene Anlegertypen und -interessen gibt.

    13. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      Matthias,

      auch mein Sohn ist hadert mit „vermögend“, obwohl er mehr verdient als ich (außer Miete und Dividende). ;)

      Nach den ersten Kommentaren von Dir „ETF mag ich nicht“, hast Du sicherlich mehr ETF als Aktien. Zusätzlich hast Du mit „Spontankäufen in der Vergangenheit“ sicherlich auch mehr gelernt, was viele erst lernen müssen. Aber das habe ich auch gelernt, teilweise sehr schmerzhaft.
      Es war ja Deine Entscheidung und Du wirst in 5-6 Jahren wissen, ob Du richtig lagst.

      Was einfach zum Leben gehört ist auch Glück, die richtigen Menschen kennenlernen, den richtigen Leuten zuhören, zugreifen auch mit Risiko. Und niemals schauen, was der Nachbar alles hat. ;)
      Und wenn Du gesund bist und eine Familie hast, ist alles gut.

    14. Avatar von Hans
      Hans

      Hallo Matthias,

      das mit dem Vermögen und Aktiendepots ist doch alles relativ.

      Der Staat hält einen bereits ab einen Brutto von ca. 68.000 für einen Spitzenverdiener, der ab dieser Grenze jede weiteren Euro mit ca. 42% versteuern darf. Nur wird sich der Betroffene sicher nicht als Gutverdiener sehen. Erst recht nicht, wenn er feststellt, dass die Rentenversicherung dich nicht für die Spitze hält und bei jeder weiteren 100 auch noch zusätzlich zugreift, so dass von 100 weit weniger als 50 übrig bleibt.
      Wer kann sich denn davon ein Eigenheim und alle 6 Jahre
      Neuwagen leisten? Wer kann und will sich überhaupt noch einen Neuwagen leisten?

      Wer sich ein Haus kauft und sich für ne lange Zeit mit einem Darlehen knechtet, hat halt erstmal weniger für sein Depot als ein Mieter.

      Ich fühle mich weder als vermögend noch als Gutverdiener.

    15. Avatar von Frank
      Frank

      na logisch schaut man sich UNH an und ich hätte auch beinahe zugegriffen. Dennoch, andere Mütter haben auch schöne Töchter, war mir CVS Health dann doch reizvoller. Steigern die Dividende schon sehr regelmäßig. Auch könnte ich mir vorstellen, dass des einen Leid usw.

      Gruß Frank

    16. Avatar von Thomas
      Thomas

      Hi Frank,
      CVS Health ist mehr Apotheke als Healthcare Plans und die sehe ich immer neben Walgreens(WBA) , und sie haben schon die letzten Jahre gelitten.
      Wenn Medikamentenversorgung in USA billiger werden soll qua Dekret (noch kein Gesetz), dann steht auch hinter der Umsatzentwicklung der Apotheken ein Fragezeichen.
      https://finviz.com/groups.ashx?g=industry&sg=healthcare&v=210&o=name
      Healthcare Plans hat es einfach zerrissen die letzte Zeit, wobei UNH quasi schon die halbe Marketcap der ganzen Gruppe ausmacht.
      Wenn dort, dann kann man sich Cigna oder Elevance Health schon eher mal anschauen.
      Trotzdem freue ich mich auch für Matthias über den U-Turn, den UNH gestern hingelegt hat, nachdem Boardmitglieder mit massiven privaten Käufen Skin in the Game gezeigt haben. Shorties, die mindesten genauso an der Abwärtsbewegung aktiv beteiligt waren, werden glattgestellt haben.
      Ob es der Boden war, wird sich zeigen.

    17. Avatar von Frank
      Frank

      Moin Thomas, Deine Richtigstellung meiner sehr flapsigen Ausführung ist gut. Danke😊

      CVS ist mit UNH direkt nicht zu vergleichen. Meine Gedanken gingen auch etwas weiter. Um es auf den Punkt zu bringen: die private Krankenversicherung in Amerika ist selbst für den Mittelstand bald nicht mehr zu bezahlen. Da liegt generell ein enormes Frustpotential vor. Dieser unglaubliche Absturz von UNH ist auch schon ein mentales Ding. UNH hat grundsätzlich ein Imageproblem, wofür es nicht mal unbedingt etwas kann, da sytembedingt. CVS könnte diesen Missmut für sich, wenn es denn ein gutes Management hat, auf seine Weise für sich ausnutzen. Immerhin stieg die Aktie gestern auch mal um 3% – just for fun.

      Gruß Frank

    18. Avatar von Chrischaan
      Chrischaan

      Lieber Matthias,

      UnitedHealth hat mittlerweile auch bei mir hohe Aufmerksamkeit! Gestartet hatte ich mein Investment Anfang 2024 mit einem mittleren Einstandspreis von ca. 436 EUR. Im April 2025 ist UNH zunächst auch von der Aufräumaktion betroffen gewesen und bei 492 EUR aus dem Depot gewandert. Eigentlich wollte ich das frei gewordene Geld dann einfach in den FTSE All World schieben. ABER dann kamen die Earnings und als die Aktie bei Kappung der Gewinnprognose um ca. 10% im Kurs über 20% nachgab, habe ich die gleiche Anzahl von Anteilen wieder für 392 EUR wieder zurückgekauft. Dachte mir, dass der Markt etwas überreagiert. Zu diesem Zeitpunkt war UNH ein starkes wachsendes Unternehmen, was temporäre Probleme hat. So meine Sicht.

      Die Entwicklung der letzten Woche ist allerdings eine Nummer krasser. Das der CEO nur wenige Wochen nach der Kürzung der Prognose geht und dann selbst diese komplett ausgesetzt wird, ist erstmal nicht sehr vertrauensbildend. Das dann gleich noch der WSJ-Bericht kam, der von Ermittlungen wegen potentiell kriminellen Abrechnungsgebaren berichtet, ist ein weiterer Nackenschlag. Hier muss man genau hinsehen, wie sich das entwickeln wird. Soviel die Risiken und das Negative.

      Dennoch sehe ich Lichtblicke. Zum Einen, dass der neue CEO ein alter ist, der das Unternehmen viele Jahre erfolgreich führte. Zum Anderen, dass die Vorwürfe des WSJ noch nicht manifest sind. Es könnte ein echtes Problem werden. Es könnte aber auch halb so wild sein. UNH selbst hat ja relativ schnell ein Statement abgegeben (https://www.unitedhealthgroup.com/newsroom/2025/2025-05-14-response-may-14-wsj-article.html). Außerdem drehen sich die Vorwürfe, so ich es verstanden habe, nicht darum, dass Menschen zu Schaden gekommen sind, sondern „nur“ um übertriebene Abrechnungsgebaren. Also wahrscheinlich nicht die Größenordnung in der die 3M-Klagen beispielweise spielen (aber genaues weiß man noch nicht).

      Vielleicht ist es auch gar nicht so schlecht, dass dies gerade alles ans Licht kommt. Mit dem CEO-Wechsel bietet das auch die Möglichkeit, diese Befleckungen dem alten CEO in die Schuhe zu schieben und nach vorn hin ein saubereres Handeln anzustreben. Es könnte also auch für die Unternehmenskultur gut sein. Ist ja bei uns manchmal auch so. Man trägt irgendwas mit sich herum, was falsch lief und will nicht, dass es öffentlich wird. Wenn es dann aber doch rauskommt und bereinigt ist, merkt man erst wie befreiend dies für die Zukunft wirkt.

      Aktuell schätze ich UNH noch sehr riskant ein. Aber eben auch mit einer durchaus signifikanten Möglichkeit vom Tief tolle Gewinne zu machen.

      Ich hatte deswegen vorgestern ein Limit bei 225 EUR gelegt, welches auch ausgeführt wurde (nur 0,5% Depotwert). Stand heute hat sich das gelohnt. Aber mal sehen wir es weiter geht!

      Beste Grüße,
      Chrischaan

  7. Avatar von Rob
    Rob

    Hi Ben

    Danke für den tollen Beitrag! Auch ich überlege gerade, für meine beiden Töchter ein Depot zu eröffnen und mit dem Investieren zu starten.
    Magst du vielleicht teilen, wo du das Depot für deine Tochter eröffnet hast? Läuft es komplett auf ihren Namen, also als Juniordepot? Und wie investiert ihr – über Sparpläne oder eher mit Einzelkäufen? Setzt ihr dabei nur auf Aktien oder auch auf ETFs?

    Liebe Grüße
    Rob

    1. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      Hallo Rob,

      an sich ist es egal, wo Du das Junior-Depot eröffnest. Es gelten diesselben Regeln, was Kosten (Kauf/Verkauf) angeht.
      Das Depot muss auf die Kinder lauten und (ich glaube!) beide Erziehungsberechtigte zustimmen. Ihr seid dann deren Guthabenverwalter.

      Für Kinderdepots sind natürlich ETF-Sparpläne ideal. Ob Du Aktien beimischt, ist Deine Entscheidung.

      Aber es gibt auch die Möglichkeit Dividedenwerte dorthin zu verschenken, dann habt Ihr quasi 4000€ steuerfrei Dividendenerträge. ;)
      Nur eines muss man sich bewusst sein, Die Aktien sind verschenkt, sie sind Eigentum Deiner Töchter! Bei einer Rückübertragung wäre ich sehr vorsichtig. Auch Vorsicht vor „einfach mal auf mein Konto die Erträge buchen lassen“. Das könnte schlafende Hunde wecken und später Knatsch in der Familie führen. Außerdem wollen wir es ja unserem Nachwuchs gönnen. :)
      Immer schön gemeinsam entscheiden und gemeinsam mit der Bank kommunizieren.
      Damals haben wir einfach das Kindergeld immer angelegt in den Junior-Depots.

      Sollte das junior-Depot auslaufen (wegen dem Alter), früh genug ein geeignetes Depot eröffnen.

  8. Avatar von Andreas P.
    Andreas P.

    Hallo Rob,

    ich habe für meine Tochter ein Depot eröffnet mit einer Mischung bestehend aus Einzelaktien und einem monatlich ausgeführten Sparplan auf einen World-ETF. Die Raten des Sparplans werden aus den Dividenden gespeist. Mit einer Nichtveranlagungbescheinigung des Finanzamts fällt keine deutsche Kapitalertragssteuer (und kein SolZ) auf die Dividenden an. Hingegen sind ausländische Quellensteuern zu zahlen. Bei der Auswahl ausländischer Werte sollte das berücksichtigt werden.
    Das Konstrukt ist sozusagen ein „Perpetuum mobile“.

    Viele Grüße

    Andreas P.

    1. Avatar von Hans
      Hans

      Hab es ähnlich für unser Kind, allerdings nur Einzelaktien. NVA-Bescheinigung und ganz wichtig dein Kind niemals Krankenversicherungspflichtig werden zu lassen, sonst ist Familienversicherung weg.
      Die Aktien stammen aus Deutschland und Ländern ohne Quellensteuer.

    2. Avatar von Eddi
      Eddi

      Kleine Ergänzung, die kostenfreie gesetzliche Familienversicherung ist aber erst ab Einkünften über 535€ im Monat (2025) weg. Das bedeutet Kapitalerträge von über 6000 € pro Jahr. Das dürfte für die wenigsten Kinder relevant sein.

    3. Avatar von Hans
      Hans

      Man muß trotzdem aufpassen, dass man nicht mit einer erfolgreichen Transaktion die Grenzen zerschießt.

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