Was habe ich hin- und her überlegt, bei dieser Aktie! Sie ist schon mehr als 10 Jahre in meinem Depot und schon vor einiger Zeit zum größten Depotwert avanciert. Aber was dann in den letzten 2 Jahren passiert ist, damit hätte ich nicht gerechnet. Und es „sprengte“ meine eigenen gesetzten Grenzen.
Wenn sich der ohnehin schon größte Depotwert in relativ kurzer Zeit im Kurswert verdoppelt, dann ist die Freude natürlich erst mal groß. Wenn das Depotgewicht dann aber an der 15%-Marke kratzt, kann ich nicht einfach so zur Tagesordnung übergehen.
Denn eigentlich versuche ich ja mein Depot zu diversifizieren und meine Depotwerte breit über Länder, Branchen und Währungen zu streuen. Und um das zu gewährleisten, darf ein einzelner Titel nicht so groß sein, dass er die komplette Entwicklung des Depots bestimmt.
Bei diesem Titel habe ich jedoch eine Ausnahme gemacht. Natürlich ist das in gewisser Weise inkonsequent. Denn wozu sind Grenzen da, wenn man sich dann nicht dran hält?
Und trotzdem stehe ich zu der Entscheidung, die Position nicht zu reduzieren. Denn ein solcher Teilverkauf würde mich auch bei meinen Dividendenerträgen zurückwerfen. Denn als größter Depotwert ist der Titel auch mein größter Dividendenzahler. Und er legt Jahr für Jahr noch etwas oben drauf.
Wie ich die Perspektiven aktuell einschätze und wie weit ich den Titel im best-case noch laufen lassen will, erfährst Du – neben der Dividendenabrechnung – in diesem Beitrag.
Mein größter Depotwert ist seit dem Bestehen des Divantis-Blogs die Münchener Rück, auch Munich Re genannt. Hier habe ich sie ausführlich vorgestellt.
Sie ist die größte Rückversicherung der Welt, aber auch im Erstversicherungsgeschäft mit der Ergo gut vertreten. Vor allem glänzt sie mit dem Versprechen, die Dividende nicht zu senken, sondern immer dann zu erhöhen, wenn das möglich ist.
Und so wurde sie schon mit dem ersten Kauf im Jahr 2014 zu meinem Basisinvestment und dem Kern des Dividendendepots.
Meine persönliche Historie ist hier im Depotausschnitt bei flatex dokumentiert:

Der durchschnittliche Einstand liegt bei 177,85 €. Bei einem Einstand von 22.231,25 € ist die Position aktuell 52.143,75 € oder 234,55% im Plus.
Das ist vor allem auf die Entwicklung seit 2023 zurückzuführen:

Aktuell liegt das Depotgewicht im Dividendendepot bei 14,3%. Vor einem Jahr waren es noch 10,6%.
Die ersten 5 Jahre meines Investments waren übrigens ohne nennenswerte Kursgewinne. Da war die Aktie einfach ein solider Dividendenzahler für mich. Und irgendwie ist sie das auch heute noch – wenngleich die Entwicklung imposant ist.
Dividendenzahlung
Die Munich Re zahlt in diesem Jahr eine Dividende von 20,00 € pro Aktie. Das ist gegenüber dem Vorjahr (15,00 €) eine Erhöhung um 33,3%. Für die 125 Aktien in meinem Depot ergibt das eine Bruttodividende von beachtlichen 2.500 €. Davon wurden mir die normalen Steuern abgezogen und ich erhalte eine Netto-Dividende von 1.840,63 €. Sie wurde von flatex mit Wertstellung 06.05.2025 überwiesen.

Die Dividendenrendite der Munich Re ist trotz der Dividendenerhöhung aktuell gar nicht so hoch. Denn der Aktienkurs ist ja auch deutlich gestiegen. Bei einem Kurs von 595 € entsprechen 20 € Dividende einer Dividendenrendite von 3,4%.
Meine persönliche Rendite auf meinen Einstand (Yield on Cost) liegt deutlich höher. Ich habe für die 125 Aktien 22.231,25 € bezahlt und erhalte nun 2.500 € Bruttodividende darauf. Das entspricht einem YoC von 11,2%. Hier kommen meine lange Haltedauer und die erheblichen Dividendenerhöhungen der letzten beiden Jahre zum Tragen.
Sie bewirken auch, dass ich inzwischen mehr als die Hälfte meines Investments wieder zurückerhalten habe: 11.475,72 € habe ich in nun 10 Dividendenzahlungen netto erhalten. Das sind exakt 51,6% meines Einstands. Und das Beste: Bleibt es dabei, dass die Munich Re ihre Dividende nicht senkt, dann werde ich auch ohne weitere Dividendenerhöhungen bereits in 6 Jahren meinen Einsatz komplett zurück haben. Mit zukünftigen Erhöhungen wird es natürlich noch schneller gehen…
Perspektiven
Die Entwicklung der Munich Re in meinem Dividendendepot ist sicherlich auch dadurch beeinflusst, dass andere hoch gewichtete Titel (vor allem Novo Nordisk) starke Kursverluste hinnehmen mussten und ich verschiedene Verkäufe vorgenommen habe. Zwar ist der Gesamtdepotwert weiter auf vergleichbarem Niveau wie vor einem Jahr, aber der Anteil der Munich Re eben deutlich größer. Und mit der Allianz auf dem zweiten Platz und einem Depotgewicht von 9,0% schickt sich schon der nächste Titel an, die eigentliche Obergrenze von 10% zu testen.
Das ist dann irgendwie Fluch und Segen zugleich. Denn es ist ja schön, wenn die Aktienkurse meiner Top-Werte weiter steigen. Aber die Diversifikation des Depots leidet. Auch deshalb habe ich ja schon seit Jahren die hohe Dividende der Munich Re nicht in die Aktie selbst reinvestiert. Zumindest diese Beschränkung behalte ich bei, um das „Problem“ nicht noch größer werden zu lassen.
Und natürlich muss ich irgendwann auch mal einige Stücke verkaufen. Wann genau, weiß ich ehrlicherweise nicht. Ich schiebe das Thema vor mich her. Aber wenn es wirklich mal an die 20%-Marke gehen würde, dann spätestens müsste ich noch mal hart rechnen. Nach heutigem Stand müsste der Aktienkurs dafür dann oberhalb von 800 € liegen. Eine Marke, die mir früher nicht vorstellbar erschien, die aber inzwischen auch nur noch ein Drittel vom aktuellen Kurs entfernt ist. Oder anders gerechnet: wiederholt Munich Re die Entwicklung der letzten 12 Monate, dann muss ich – wohl oder übel – die Position reduzieren. Selbst Warren Buffet hat ja Apple-Aktien verkauft, nachdem das Depotgewicht zu groß wurde (auch wenn das nicht der offizielle Grund war).
Ich rechne aber eher mit einer Abflachung des Kurswachstums. Denn das Gewinnwachstum lässt auch etwas nach, was wiederum absolut nachvollziehbar ist. 2024 wurde ein Gewinn von 5,7 Mrd. € erzielt (0,7 Mrd. € mehr als erwartet), für 2025 werden 6,0 Mrd. € prognostiziert. 0,3 Mrd. € Gewinnwachstum waren ursprünglich auch für 2024 erwartet worden, geworden sind es dann aber 1,0 Mrd. €.
Aber die ersten Großschäden in diesem Jahr, allen voran die Waldbrände in Kalifornien, lassen nicht erwarten, dass die Prognose wieder so deutlich übertroffen werden wird.
Beim Schreiben dieser Sätze merke ich, dass ich damit gut leben kann. Denn mir ist es tatsächlich lieber, wenn sich die Munich Re weiter langsam und stetig positiv entwickelt. Große Sprünge wie im letzten Jahr sind zwar optisch ansprechend. Aber sie bergen auch das Risiko, dass es das Management überreizt.
Insgesamt ist die Situation aber weiterhin sehr aktionärsfreundlich. Die Zahl der Aktien sinkt stetig. Die Einziehung eigener Aktien ist schon ein traditioneller Tagesordnungspunkt der Hauptversammlung. Und bis zur Hauptversammlung 2026 will Munich Re weitere eigene Aktien im Wert von 2 Mrd. € zurückkaufen.
Und das ist auch eine wichtige Entwicklung: 2014 waren noch 172.934.117 Aktien dividendenberechtigt, die Dividende lag bei 7,25 €. 2025 sind es nun nur noch 130.645.071 Aktien, die jeweils 20 € Dividende erhalten. Die Gesamtsumme der Dividendenausschüttung hat sich damit gar nicht so stark erhöht – innerhalb von 11 Jahren hat sie sich „nur“ verdoppelt. Die Dividende selbst ist jedoch um 175% gestiegen. 42 Mio. weniger Aktien (=32,4%) machen schon etwas aus.
Als Aktionär kann ich deshalb gar nicht anders als mich freuen. Freuen, relativ früh auf das richtige Pferd gesetzt zu haben. Und eben auch freuen, einfach sitzen geblieben zu sein. Denn nur durch Nichtstun habe ich diese Entwicklung mitnehmen können.
Und das ist für mich Jahr für Jahr die wichtigste Erkenntnis: mit Sitzfleisch wächst ein Vermögen. Natürlich gibt es auch Aktien, die nicht performen. Die sortiere ich dann wieder aus. Und manchmal performen sie dann nach dem Verkauf auf einmal doch. Aber das ist nicht wichtig. Viel wichtiger ist, bei den Aktien, die laufen und bei denen vor allem die Rahmenbedingungen stimmen, dabei zu bleiben. Und da ist die Munich Re einfach ein glänzendes Beispiel.
Die Dividende, die ich nun nur von diesem einen Unternehmen erhalte, ist schon größter als der steuerliche Freibetrag für Kapitaleinkünfte. Und selbst wenn ich verheiratet wäre, würde der Freistellungsauftrag nicht ausreichen. Und das alles mit ehemals investierten 22.000 €.
Immer wenn ich von Politikern lese, die Aktien und Börse mit einem Kasino gleichsetzen, denke ich an solche Unternehmen wie Munich Re. Deutsche Unternehmen, die seit mehr als hundert Jahren existieren und ihre Anteilseigner am Erfolg beteiligen. Und ein Geschäft betreiben, dass für unsere Gesellschaft und unser Zusammenleben wesentlich ist. Denn ohne Versicherungen funktioniert eine Gesellschaft nicht.
Und deshalb kann ich auch weiterhin mit gutem Gefühl ein hohes Depotgewicht dieses Unternehmens akzeptieren. Weil es eben dieses Unternehmen und nicht irgendeines ist.
Bekanntlich gebe ich hier keine Empfehlungen ab. Meine Beschreibungen dienen nur der Inspiration und dazu, dass Du Dir eigene Gedanken machst. Und ich kann auch nicht sagen, ob das Kursniveau der Munich Re-Aktie noch weiteres Potenzial hat. Es hängt zu viele, nicht zu beeinflussende Faktoren daran. Die Zinsentwicklung ist dafür wichtig, aber auch der Nichteintritt von Großschäden. Auf lange Sicht, d.h. bei einer zweistelligen Anzahl von Jahren als Anlagehorizont, ist der Einstieg aber vermutlich gar nicht so wesentlich.
Im Depot meiner inzwischen 6-jährigen Tochter befinden sich deshalb mittlerweile auch 3 Aktien der Munich Re – gekauft erst vor wenigen Wochen. Neben den breit gestreuten ETFs empfinde ich das als eine schöne Ergänzung, die dann auch jährliche Einladungen zur Hauptversammlung und steigende Dividendenzahlungen bringen wird.
Ein paar Allianz-Aktien hat sie übrigens auch schon länger im Depot. Und da freue ich mich auch schon drauf: schließlich ist der Mai einfach der Parademonat für Dividenden aus Deutschland. Und es wird erneut eine vierstellige Nettodividende für mich geben. Schon nächste Woche rechne ich mit dem Geldeingang…
Auf einen Blick:
| Unternehmen: | Münchener Rück |
| ISIN: | DE0008430026 |
| Im Divantis-Depot seit: | 07.08.2014 |
| Letzter Nachkauf am: | 27.04.2016 |
| Stückzahl im Divantis-Depot: | 125 |
| Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren: | 177,85 € |
| Gesamtkaufpreis: | 22.231,25 € |
| Bisher erhaltene Netto-Dividenden: | 11.475,72 € |
| Aktuelle Strategie: | Halten und Dividende kassieren |
| für diesen Beitrag verwendete Quellen: |
| Hauptversammlung beschließt Erhöhung der Dividende auf 20 € je Aktie |
| Munich Re übertrifft Gewinnziel zum vierten Mal in Folge |
| Hauptversammlung 2014 |


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