Es ist weiterhin ein Megatrend: die Alterung der Gesellschaft. Bessere Gesundheit verlängert unser Leben. Wir alle werden älter, haben aber weniger Kinder als früher. Geht es dann irgendwann ins „hohe Alter“ ist Hilfe erforderlich, die oft nicht mehr aus der eigenen Familie kommt. Und spätestens dann steht ein Umzug in eine Seniorenimmobilie auf der Tagesordnung.
Mein Gedanke vor inzwischen 9 Jahren lag also nah: Durch ein Investment in einen Eigentümer solcher Seniorenimmobilien wollte ich von diesem Trend profitieren. Damals war es ein solider Bereich mit auskömmlichen Dividenden.
Doch mit der Pandemie brach die Idylle zusammen: das Virus bahnte sich seinen Weg bei den besonders gefährdeten Bewohnern und sorgte für hohe Leerstände. Und plötzlich zeigte sich, wie sehr zahlreiche Betreiber ihre Einrichtungen auf Kante genäht hatten und wie sehr sie von staatlichen Zuschüssen abhängig waren.
Inzwischen sind einige Jahre vergangen und mein Investment hat sich wieder erholt. Das Management hat es geschafft, den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren und krisenfester zu machen. Und der Aktienkurs notiert mittlerweile auf Allzeithoch.
2025 kann man mit Fug und Recht als Erfolgsgeschichte bezeichnen. Was nun noch aussteht, ist ein Blick auf die Dividende. Sie wurde vor der Pandemie regelmäßig erhöht. Kehrt das Management nun zu dieser früheren Handhabung zurück?
Warum ich für 2026 optimistisch bin und wie meine persönliche weitere Strategie aussieht, erfährst Du in diesem Beitrag.
Seit 2017 bin ich Aktionär von Omega Healthcare Investors (OHI), einem in Seniorenimmobilien investierenden Real Estate Investment Trust. Den REIT habe ich hier vorgestellt.
Ausgehend von einer überzeugenden Historie mit regelmäßigen Dividendenerhöhungen kam mit Corona die Krise in die Aktie. Zeitweise schoss die Dividendenrendite auf über 10%. An Dividendenerhöhungen war nicht mehr zu denken, aber immerhin kam es zu keiner einzigen Kürzung oder Aussetzung der Dividende.
Ich habe die niedrigen Aktienkurse mehrfach zu Nachkäufen genutzt. Immer im Wissen um das hohe Risiko. Aber ich war überzeugt davon, dass es durch die hohe Dividende auch angemessen vergütet wird. Und diese These zahlt sich nun aus.
Nachdem es der Aktie im November 2025 gelungen war, die alten Hochs um 45 US$ (erreicht in den Jahren 2015, 2019 und 2020) zu übertreffen, steht sie nun im Februar 2026 auf einem noch höheren Allzeithoch bei 47 US$:

Meine Nachkäufe zu Kursen unter 30 US$ waren im Rückblick ideal. Aber sie waren jeweils auch von Unsicherheit geprägt und im Nachhinein wirkt vieles klarer als damals wirklich war.
Dividendenzahlung
Omega Healthcare Investors zahlt erneut eine Quartalsdividende von 0,67 US$. Für die 300 Aktien in meinem Dividendendepot ergibt das eine Brutto-Dividende von 201 US$. Die Dividende wurde von der Consorsbank zum Kurs von 1,1864 in Euro umgerechnet. Nach Abzug der Steuern verbleibt eine Netto-Dividende von 126,13 €. Sie wurde mit Wertstellung 17.02.2026 überwiesen.
Zunächst erhielt ich allerdings eine Abrechnung, in der die Quellensteuer nicht auf die Kapitalertragsteuer angerechnet wurde. Die Consorsbank hat das allerdings von selbst korrigiert und mit der Neuabrechnung stimmt nun alles.

Auch wenn es keine Garantie für die nächsten Quartalsdividenden gibt, unterstelle ich, dass die Quartalsdividende unverändert viermal im Jahr ausgeschüttet wird und erhalte damit eine Jahresdividende von 2,68 US$. Bei einem Aktienkurs von 47,90 US$ (Schlusskurs vom 17.02.2026) ergibt sich daraus eine Dividendenrendite von 5,6%. Das ist aufgrund des gestiegenen Aktienkurses der niedrigste Wert seit ich in den Titel investiert bin.
Meine persönliche Dividendenrendite (Yield on Cost) ist vor allem vom US-Dollar-Kurs abhängig. Nehme ich für ein gesamtes Jahr den Umrechnungskurs dieser Dividendenzahlung, dann erhalte ich für meine 300 Aktien 804 US$ und einen Eurobetrag von 677,68 € brutto. Bezogen auf meinen bezahlten Einstand von 7.984,35 € entspricht das 8,5%. Mit einem stärkeren US-Dollar steigt diese Rendite, genauso geht sie bei einem schwächeren US-Dollar zurück.
Perspektiven
Mit dieser Dividendenzahlung habe ich nun schon 44,8% meines Investments als Nettozahlungen zurückerhalten. Pro Quartal steigt diese Quote um 1,5% – das sind 6,0% netto pro Jahr!
Konkret bedeutet das für mich, dass ich in 9 Jahren mein investiertes Kapital wieder heraus haben werde. Jedenfalls wenn die Dividenden und der US-Dollar konstant bleiben.
Bei der Dividendenhöhe habe ich inzwischen die starke Hoffnung, dass die Jahre der Stagnation bald Geschichte sind. 2025 war endgültig das Jahr des Turn-arounds und die Dividende war deutlich von den Einnahmen gedeckt.
Pro Aktie wurden 1,94 US$ verdient, 2024 waren es nur 1,55 US$. Wichtiger ist aber die Kennzahl „Funds Available for Distribution“ (FAD), die für die Dividendenzahlung relevant ist: Sie stieg von 2,73 US$ (2024) auf 2,96 US$ je Aktie (+8,4%). Die Dividende von 2,68 US$ ist damit vergleichsweise komfortabel überdeckt und es wurden „lediglich“ 90,5% der FAD ausgeschüttet.
Das ist zwar immer noch eine hohe Quote, aber es gab Zeiten, in denen OHI mehr als 100% ausgeschüttet hat. Weil das Management unbedingt eine Dividendenkürzung vermeiden wollte und von einer Besserung überzeugt war. Und es sollte recht behalten.
Gleichzeitig hat OHI aktuell die niedrigste Verschuldung seiner Unternehmensgeschichte. Gelungen ist das auf Kosten der Anzahl der ausstehenden Aktien. Es wurde also Eigenkapital aufgenommen, das günstiger als Fremdkapital war.
Natürlich führt das zu einer Verwässerung der Aktionäre. Ihr Anteil am Unternehmen sinkt durch die Neuausgabe von Aktien. So lange es OHI aber gelingt, gleichzeitig den Gewinn und den Cash-Flow je Aktie zu steigern, ist das – gerade bei einem REIT – ein übliches und wenig zu kritisierendes Instrument.
Größter Vorteil der Erhöhung des Eigenkapitals ist die Unabhängigkeit von steigenden Zinsen und die irgendwann notwendige Refinanzierung.
Inzwischen spricht das Management ernsthaft davon, eine starke Bilanz zu haben und angemessene Eigenkapitalkosten, die es weitere Investitionen erlauben. Angesichts der jüngeren Vergangenheit ist das eine Entwicklung, die kaum jemand für möglich hielt.
Die positive Entwicklung war im letzten Jahr förmlich mit Händen zu greifen. Dreimal wurde die Prognose für den Adjusted FFO erhöht. 2023 lag er noch bei 2,79 US$, 2024 dann bei 2,87 US$. Und gestartet war OHI mit einer Prognose von 2,90 bis 2,98 US$ für 2025. Tatsächlich erreicht wurden nun 3,10 US$ je Aktie. Ein Plus gegenüber dem Vorjahr von 8,0%.
2026 soll das Wachstum weiter gehen. Die Prognose sieht nun einen Adjusted FFO von 3,15 bis 3,25 US$ vor. Man darf gespannt sein, ob auch diese Prognose Quartal für Quartal angehoben werden wird. Ich vermute es fast, denn „nur“ 3,2% Wachstum ist angesichts der Dynamik des Vorjahrs eigentlich ein bißchen wenig.
Die Erwartungen steigen – sowohl bei mir als auch an der Börse. Anders ist der Aktienkurs mit einem Allzeithoch nicht zu erklären.
Und ich bleibe auch dabei, dass 2026 eine Erhöhung der Quartalsdividende im Raum steht. Natürlich ist sie immer noch attraktiv, vor allem für Aktionäre, die schon länger investiert sind. Aber eine aktuelle Dividendenrendite von 5,6% findet man auch bei vielen anderen Werten. Und nun ist es an der Zeit, auch mal ein Signal bei der Dividende zu setzen, dass die Krise wirklich hinter uns liegt.
OHI entwickelt sich kontinuierlich zu einem fester aufgestellten Unternehmen. Quartal für Quartal berichtet das Management über die Veräußerung von Objekten und den Zukauf anderer Objekte. Die Portfoliooptimierung führt zu einem kontinuierlichen Anstieg des Privatzahleranteils. Und verringert damit die Abhängigkeit von den staatlichen Programmen Medicaid und Medicare. Der Privatanteil hat sich innerhalb von 15 Monaten (Ende September 2025 vs. Jahresmitte 2024) von 17,9% auf 24,5% erhöht.
Die Belegungsquote erhöhte sich im gleichen Zeitraum von 80,9% auf 82,6%. Ende 2019, also direkt vor Corona, lag die Belegungsquote noch bei 83,6%. Davon ist OHI jetzt nur noch 1-Prozentpunkt entfernt. Der Privatzahleranteil lag da allerdings bei nur 12,7%. Er hat sich also inzwischen verdoppelt.
Das Tief bei der Belegung hatte OHI übrigens im Juni/September 2021 mit 74,2%. Und genau da hatte ich OHI nachgekauft und meine Position damals um 50% erhöht.
Ein heutiges Investment würde in ein anderes Unternehmen erfolgen. Jetzt kann der Fokus wieder auf die eigentliche Story gelegt werden: die zunehmende Alterung der Gesellschaft und der steigende Bedarf für Seniorenimmobilien.
Und wenn ich nun z.B. erstmals auf Omega Healthcare Investors aufmerksam würde und die ganze Entwicklung der letzten Jahre nicht miterlebt hätte, dann wäre das durchaus auch ein attraktives Investment. Allerdings eben nicht wirklich spektakulär und müsste mit anderen Titeln aus dem Sektor der börsennotierten Healthcare-REITs verglichen werden.
Für eine Einstiegsposition schaue ich mir dann gerne erst mal die großen Player an. Das sind hier vor allem Welltower (WELL) mit einer Marktkapitalisierung von 145 Mrd. US$ und Ventas (VTR) mit 41 Mrd. US$. Zum Vergleich: OHI liegt nur bei 14 Mrd. US$. Die beiden Marktführer verfügen über deutlich größeres Kapitalvolumen und eine breitere geografische Diversifikation. Dafür ist ihre Dividendenrendite deutlich niedriger. Neben den beiden Schwergewichten treten spezialisierte und mittelgroße REITs als Konkurrenten auf und verfügen teilweise über ähnliche oder auch höhere Dividendenrenditen als OHI: Healthpeak Properties (DOC) konkurriert mit Schwerpunkt auf Medical Office, Medical Properties Trust (MPT) ist im Kliniksegment aktiv, CareTrust (CTRE) und National Health Investors (NHI) besetzen Nischen im Seniorenwohn‑Bereich. Die Unterschiede liegen vor allem in der Kreditqualität der Mieter, Vertragslaufzeiten und in der Balance zwischen Eigenentwicklung und Portfoliotransaktionen. Healthpeak Properties (ein Monatszahler mit bewegter Vergangenheit) wird zudem im 1. Halbjahr 2026 einen Spin-off seines Seniorenimmobilienbereichs in einen eigenen börsennotierten REIT namens Janus Living vornehmen.
Ich selbst bin mit meinen 300 Aktien von OHI weiterhin zufriedenstellend investiert. Die absolute Dividendenhöhe ist spürbar und verlässlich. Mehr will ich nicht in das Unternehmen investieren, der Depotanteil liegt bei 2,1% und das halte ich für ausreichend.
Ich will nun weiter ernten und mich Quartal für Quartal an den Dividenden erfreuen. Mein Yield on Cost liegt in einem Bereich, der mich entspannt auf mein Investment schauen lässt. An einen Verkauf denke ich wiederum nicht. Der gestiegene Aktienkurs ist aus meiner Sicht durch die Entwicklung des Unternehmens gerechtfertigt und der REIT ist nicht überbewertet. Also gibt es auch keinen wirklichen Grund, etwas an der Position zu verändern.
Und wenn das Management meine Erwartung erfüllt und in diesem Jahr erstmals wieder eine Dividendenerhöhung verkündet, dann wird das dem Aktienkurs sicher auch noch einmal Rückenwind geben. Es wäre der dokumentierte Schlusspunkt unter den Krisenmodus.
Auf einen Blick:
| Unternehmen: | Omega Healthcare Investors, Inc. |
| ISIN: | US6819361006 |
| Im Divantis-Depot seit: | 19.05.2017 |
| Letzter Nachkauf am: | 10.01.2023 |
| Stückzahl im Divantis-Depot: | 300 |
| Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren: | 26,61 € |
| Gesamtkaufpreis: | 7.984,35 € |
| Bisher erhaltene Netto-Dividenden: | 3.579,64 € |
| Aktuelle Strategie: | Halten und Dividende kassieren |
| für diesen Beitrag verwendete Quellen: |
| Omega Reports Fourth Quarter and Full Year 2025 Results and Recent Developments |


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