Dividendenaristokrat erhöht irische Steuerkasse

Eine Niederlassung von Medtronic

So kann man es auf den Punkt bringen: Medtronic ist Dividendenaristokrat und hat nun wieder seine Dividende erhöht – das 41. Jahr in Folge! Davon profitiert man als deutscher Anleger aber weniger als bei anderen Dividendenerhöhungen. Profiteur ist die irische Steuerkasse, die bei der Quellensteuer schön zugreift. Und durch die Erhöhung natürlich noch etwas mehr kassiert. Ebenso wie das deutsche Finanzamt.

Medtronic – eigentlich ein großartiges Unternehmen. Die klare Nr. 1 bei den Herzschrittmachern und auch sonst in der Medizintechnik gut positioniert. Hier habe ich es ausführlich vorgestellt.

Seit dem Kauf vor einem Jahr hat sich der Aktienkurs inzwischen auch in den leicht grünen Bereich bewegt. Aber alle drei Monate durch die Dividendenzahlung kommt der Frust bei mir hoch.

Dieses Mal noch ein bißchen mehr. Denn an sich meint es Medtronic gut mit seinen Aktionären: Die Quartalsdividende wurde von 0,46 US$ auf 0,50 US$ erhöht. Ein Plus von ordentlichen 8,7%. 30 Aktien befinden sich seit dem Kauf im Divantis-Depot. Nachkäufe habe ich wegen der Quellensteuerthematik zurückgestellt. Denn nach der Umrechnung in Euro zum Kurs von 1,1659 bleiben von der Brutto-Dividende von 15,00 US$ netto nur 6,90 € übrig.

Die Originalabrechnung der Dividende von Medtronic im Juli 2018

Nach nun einem Jahr mit Medtronic im Dividendendepot habe ich die Lust an diesen Steuerabzügen verloren. Wenn ich mir vorstelle, dass ich die Aktie noch 20-30 Jahre halte, wären das noch 80-120 Quartalsdividenden, bei denen ich mich über die hohe Steuerquote ärgere. Das will ich mir nicht antun! Das Unternehmen selbst finde ich immer noch überzeugend. Aber die emotionale Belastung habe ich anders eingeschätzt.

Ich setze Medtronic daher auf „Verkaufen“. Bei einer passenden Gelegenheit werde ich in einen anderen Gesundheits- oder Medizintechnikwert wechseln. Ich schaue mir dazu aktuell Stryker und Becton Dickinson an, die ich aber beide aktuell zu teuer finde. Denkbar wäre auch eine Aufstockung von Siemens Healthineers oder aber sogar von Johnson & Johnson.

Hat jemand von Euch Medtronic im Depot und mehr Gelassenheit mit dem irischen Quellensteuerabzug als ich? 

Mit dieser Dividendenzahlung steigen meine Dividendenerträge im Jahr 2018 auf überragende 9.248,79 €.

Auf einen Blick:

Unternehmen:Medtronic
ISIN:IE00BTN1Y115
Im Divantis-Depot seit:01.06.2017
Letzter Nachkauf am:--
Stückzahl im Divantis-Depot:30
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:75,64 €
Gesamtkaufpreis:2.269,12 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:38,50 €
Aktuelle Strategie:Halten und Dividende kassieren

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10 Gedanken zu „Dividendenaristokrat erhöht irische Steuerkasse“

  1. hi,
    ich habe MDT seit ungefähr 2 Jahren im Depot, 20% Quellensteuerabzug inklusive, ich werde sie dennoch behalten aber auch nicht aufstocken, letztes Jahr hab ich von der Dividendenerhöhung wenig gehabt wegen des Wechselkurses, dieses Jahr hab ich es dann aber schon bemerkt. Für mich ist es ein stabiles Unternehmen mit hoffentlich weiter guten Wachstumsaussichten.

    liebe Grüsse

  2. Naja, die irische Quellensteuer finde ich auch nicht so prickelnd. Allerdings setzt sich eine Gesamtdividende aus Kursentwicklung und der Dividende zusammen. Die letzten 2,5 Jahre ist die Aktie nicht so gut gelaufen. Der Dax war besser. Wenn man aber die Performance der Aktie die letzten 10 Jahre, 9 Jahre, 8 Jahre, 7 Jahre, 6 Jahre, 5 Jahre, 4 Jahre mit dem DAX vergleicht, stellt man fest, dass die Performance besser war als der DAX. Und hier vergleiche ich die Kursperformance der Aktie mit einem Performanceindex bei welchem die Dividende noch eingerechnet ist. So und jetzt rechnet mal noch die Dividende dazu welche bezahlt wurde, abzügl. der blöden und hohen irischen Quellensteuer. Genau die Gesamtrendite ist deutslich höher als der DAX. Und jetzt mal Hand auf´s Herz, wer schafft eine Outperformance mit seinem Depot gegenüber dem DA?.Mal ehrlich beantworten diese Frage. Wer das nicht schafft, könnte gleich in DAX Zertifikate investieren. O.k. das macht natürlich nicht soviel Spaß als ein Depot selbst zusammen zu stellen. Aber bei all dem Spaß, sollte man auch die Gesamtrendite nicht vergessen, Deshalb gibt es für mich keinen Grund, Medtronic aus dem Depot zu werfen, auch wenn mich die irische Quellensteuer nervt. Die erhöhen regelmäßig die Dividende, kaufen eigene Aktien zurück und diferzifizieren das Depot. Vielleicht denkst Du nochmals nach, bevor du endgültig Medtronic aus dem Depot wirfst.

    1. Die überdurchschnittliche Performance in der Vergangenheit war ja auch der Hauptgrund für mein Investment vor einem Jahr. Die Quellensteuerthematik war mir beim Kauf auch schon bewusst.
      Ich nehme mir deine Worte aber noch mal zu Herzen! Ich will ja auch nicht sofort, sondern erst „bei Gelegenheit“ verkaufen. Aber langfristig ist mir die Position zu klein. Und weiter aufstocken will ich schon länger nicht mehr. Und jetzt bin ich halt an einem Punkt angekommen, wo ich denke, dass mich die Aktie langfristig nicht begeistern wird. Aber erstmal brauche ich eine Alternative und so lang bleibt Medtronic im Depot.

  3. Ich verstehe es nicht so ganz mit der Irischen Quellensteuer. Normalerweise dürfte es keine Steuerabzüge in dem Fall geben. Laut BZST dürfte es keine Irische Quellensteuer für ansäßige EU Bürger geben. Ich meine sogar, dass mein Broker auch keine QST abzieht.

  4. Warum hältst du die irischen Papiere nicht bei einer Bank, welche die Steuerrückerstattung automatisch für dich erledigt (z.B. maxblue) ?

    1. Hallo Michael,

      Danke für den Tipp! Ich habe noch ein bisher leeres Depot bei maxblue und soeben per Depotübertrag die 30 Medtronic-Aktien dort hin geschoben. Hast Du Erfahrungen, in welchem Turnus dort die Steuerrückerstattung beantragt wird? Vermutlich wird erst einmal bei der Dividendenzahlung abgezogen und dann später wieder gutgeschrieben, oder?
      Wenn das jedenfalls klappen sollte, dann wäre das ganz klar ein Grund, Medtronic nicht nur nicht zu verkaufen, sondern auch weiter aufzustocken.

      Viele Grüße Ben

  5. Hi,

    Was für Gebühren nimmt den Max Blue dafür?

    Eigentlich ist die Quellsteuerthematik ja eine Marktlücke, in der man sich als Broker gut positionieren könnte.

    Mit der irischen Quellsteuer ist das auch so ein Ding. Bei CRH zahle ich auch die komplette Quellsteuer. Ein bekannter meinte, dass das bei seinen ausschüttenden ETFs nicht der Fall ist. Konnte das aber nicht überprüfen.

    Ansonsten ist die Aktie nicht sonderlich gut gelaufen weder Kurssteigerung noch Dividendenrendite ist hoch. Aber ob das ein Verkauf ist? Zumindest das Argument, dass die Steuer nervt, ist zwar richtig…. aber jetzt kein Kriterium was ich überbewerten würde, es sei denn es frisst die Gesamtrendite über einen längeren Zeitraum. Ich würde auch erstmal den Verkaufimpuls widerstehen.

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