Divantis Header Logo und Untertitel
Divantis gewinnt den ersten Preis beim fba24

Divantis-Community-Depot

Der Divantis-Blog ist 2024 mit dem 1. Preis beim comdirect finanzblog award ausgezeichnet worden. Das Preisgeld von 3.000 € ist das Startkapital für das Divantis-Community-Depot.

Zum Start haben die 6 Kommentatoren auf dem Divantis-Blog mit den meisten Kommentaren jeweils 1 Wertpapier nominiert. Diese 6 Wertpapiere bilden damit die Erstinvestition des Divantis-Community-Depots.

Die Top-Kommentatoren auf dem Divantis-Blog am 23.11.2024.

Nach einer gewissen Zeit – und dann regelmäßig – werden die Leser des Divantis-Blogs über die Verwendung der Dividendenerträge und mögliche Ver- und Neukäufe entscheiden.

Die Startaufstellung im Detail:

Kommentator*WertpapierISIN
BörsenHaiFranklin FTSE India UCITS ETFIE00BHZRQZ17
ChrischaanKinsale Capital GroupUS49714P1084
ManfredRealty IncomeUS7561091049
Matthias von MitzlaffVanEck Morningstar Developed Markets Dividend Leaders UCITS ETFNL0011683594
ThomasVanguard FTSE All-World High Dividend Yield UCITS ETFIE00B8GKDB10
TobsUnicharm Corp.JP3951600000
* in alphabetischer Reihenfolge

Die 6 Kommentatoren haben ihre Nominierungen unabhängig voneinander abgegeben und konnten so auch die Titel nicht aufeinander abstimmen. Umso erstaunlicher, dass wir 3 ETFs und 3 Einzeltitel zum Start im Depot haben. Und auch eine gewisse Branchenverteilung erreichen.

Zur Begründung noch ein paar Worte von den Nominierenden selbst:

BörsenHai zum Franklin FTSE India UCITS ETF:
Indien ist in wenigen ETFs vertreten und Indien sollte in den nächsten Jahren die Rolle Chinas „gefährden“. Der ETF ist relativ jung (Mitte 2019) und besitzt bereits eine Investmentsumme > 1 Mrd. €. Er ist der „günstigste“ ETF für Indien (0,2 zu 0,8 TER). Die Performance von 2024 wird aber – nach der Meinung von BörsenHai – so schnell nicht mehr wiederkommen. Aber er wird stetig steigen.

Chrischaan zur Kinsale Capital Group:
Kinsale Capital Inc. hat mich persönlich beeindruckt. Neben den Kennzahlen (ROIC, Net-Dept/FCF, Margen, Wachstum), gefällt mir das Geschäftsmodell gut (E&S, kleine Versicherungssummen, Unterschriftshoheit). Und sie haben trotz des „Krümelkäse“ eine hervorragende Combined Ratio. Das scheint an einer gut strukturierten internen Software zu liegen (ich meine mal irgendwo gelesen oder gehört zu haben, dass sie ziemlich viele Softwareentwickler beschäftigen). Außerdem bedienen sie einen Bereich, der zwar umkämpft ist, aber der auch für die ganz großen Versicherer nur bedingt attraktiv erscheint und in dem sie durch die geringen internen Kosten einen kleinen Vorteil haben dürften. Da es durchaus nicht unwahrscheinlich ist, dass die Zinsen nicht wieder auf null gehen, dürfte auch das für die konservativ angelegten Kapitalreserven hilfreich sein. Was mir auch gut gefällt, ist, dass sie aktuell fast den gesamten FCF re-investieren. Das EK steigt und die Kapitalrendite bleibt hoch! Die Aussichten wären also recht interessant. Entweder sie re-investieren weiter soviel Kapital mit gutem ROIC oder falls das schlechter wird, gehe ich von stark steigenden Dividenden oder Aktienrückkäufen aus.

Manfred zu Realty Income:
Einen einzigen Titel auszuwählen fällt mir schwer. Mit der Pistole auf der Brust würde ich mich wohl für Realty Income entscheiden. Kein Rennpferd, aber ein solider Wert.

Matthias von Mitzlaff zum VanEck Morningstar Developed Markets Dividend Leaders UCITS ETF:
Dividendenorientiert, ausschüttend mit starken Kennzahlen und Dividendenwachstum. Alles, was ein Einkommensinvestor, der auch Kursrendite erzielen möchte, gut findet. Das Papier habe ich in meinem Depot, deshalb stehe ich auch dahinter. 

Thomas zum Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield UCITS ETF:
Wenn man Diversifizierung, Growth, Value, Sicherheit und Ertrag in etwa gleichgewichten will, dann ist tatsächlich dieser ETF mein klarer Favorit.

Tobs zu Unicharm:
Nichtzyklisches Konsumgüterunternehmen; Geschäftsaktivitäten 1961 aufgenommen: Gestartet mit Baumaterialen – Anfang der 1980er Geschäftsfelder Personal Care und Pet Care begründet; Marktkapitalisierung 14,5 Mrd. USD; Top-/Bottomline 2024 erwartet rd. 6,5 Mrd. USD / 590 Mio. USD; Topline verteilt sich auf rd. 34% Japan, rd. 11% China, rd. 35% Asien ex China, rd. 20% andere; Über alle Regionen hinweg: Rd. 85% Personalcare (Baby/Child Care, Feminine Care, Wellness Care) und rd. 15% Pet Care. Seit rd. 25 Jahren jährlich steigende Dividende, lange Zeit Wachstumsraten deutlich jenseits der 10% p.a.; in den letzten Jahren eher so um die 10% p.a. (10 Jahre Steigerung rund 8,25% p.a.). 2014=19JPY, 2024=44 JPY.

Wichtig: Das Ganze ist kein Börsenspiel! Es geht also nicht darum, wer den besten Titel ausgewählt hat. Sondern es soll Spaß machen und zur Diskussion anregen. Alle Titel sind geeignet, eine Wertsteigerung zu erzielen. Dazu verfolgen sie unterschiedliche Konzepte und wir können beobachten, wie sich die 6 Werte in ein Gesamtdepot zusammenfügen. Und dann von Zeit zu Zeit Nachjustierungen vornehmen.

An dieser Stelle deshalb ein großer Dank an alle 6 Nominierenden, dass sie sich die Zeit genommen haben, einen Titel auszuwählen. Und auch vielen Dank für den Mut, mit Eurem Namen für Euren Vorschlag einzustehen.

Und natürlich handelt es sich nicht um Anlageempfehlungen oder eine Beratung. Bitte die Titel deshalb nicht einfach „blind“ nachkaufen.

In der nachfolgenden Galerie habe ich die Kaufbelege eingefügt. Und natürlich ist die Kommentarzone geöffnet und wir können über das Divantis-Community-Depot, sein Konzept und die enthaltenen Titel miteinander diskutieren.

Ich bin sehr gespannt auf die Entwicklung des Divantis-Community-Depots. Das Preisgeld von 3.000 € für den Gewinn des comdirect finanzblog awards 2024 soll dabei aber nur das Startkapital sein. Ich plane regelmäßige Aktionen, mit denen wir das Depot weiter kapitalisieren können und dann auch gemeinsam über den Kauf neuer Titel entscheiden.

Anzeige

Das Divantis-Community-Depot pflege ich auch erstmals mittels der Depotverwaltungs-Software Parqet. Mittlerweile setzen über 250.000 Anleger aus Deutschland, Österreich und der Schweiz auf Parqet. Der Portfolio-Tracker hilft Dir, Dein Vermögen zu visualisieren & zu tracken und unterstützt Dich so auf Deinem Weg zum langfristigen Vermögensaufbau.

In Parqet sind bereits alle Käufe eingepflegt und alle Dividendenerträge und späteren Veränderungen kommen auch hinzu. Das Besonders daran: das Depot ist öffentlich gestellt und Du kannst deshalb jederzeit den aktuellen Stand anschauen – völlig unabhängig davon, ob ich ein Update auf dem Divantis-Blog veröffentliche.

Und ich gebe ein dauerhaftes Versprechen: Wenn Du selbst ein kostenpflichtiges Abonnement bei Parqet abschließt, um damit Dein eigenes Depot zu tracken, fließt die komplette Vermittlungsprovision dafür in das Divantis-Community-Depot. Und Du darfst einen Titel zum Kauf nominieren! Dazu schickst Du bitte eine Mail an info@divantis.de und schreibst mir, dass Du ein Parqet-Abo abgeschlossen hast und welchen Titel Du für das Divantis-Community-Depot nominierst. Wenn dann ein sinnvoller Betrag erreicht ist (dazu müssen mehrere Vermittlungen zustande kommen), werden alle bis dahin eingegangenen Nominierungen der Divantis-Community zur Wahl gestellt. Und im besten Fall können wir das dann regelmäßig wiederholen.

Das Divantis-Community-Depot kannst Du direkt über diesen Link aufrufen und Dir alle Details anschauen. Mit dem Code BENWARJE erhältst Du für den Abschluss eines kostenpflichtigen Abos bei Parqet zudem einen Rabatt von 10% für die ersten 12 Monate.

71 Kommentare zu „Divantis-Community-Depot“

  1. Avatar von Matthias Von Mitzlaff
    Matthias Von Mitzlaff

    Wunderbar lieber Ben!
    Was für eine Ehre Teil der sechs zu sein, ich fühle mich in guter Gesellschaft.
    In der Tat vermute ich eine hohe Performance mit diesen 3 ETFs und 3 Aktien.
    Im Falle einer Aktie hätte ich mich übrigens für Broadcom (AVGO) entschieden, da ist nahezu alles drin: Kursrendite, starke Dividende, gute Kennzahlen, vielversprechendes Geschäftsfeld.
    Auch Realty Income (von Manfred gewählt) ist stark und mittlerweile ja ein Klassiker.
    Was für eine spannende Idee, lieber Ben, ein Community-Depot zu etablieren. Dadurch wird der Teamgeist unter den Foristen gestärkt, wenn man davon sprechen darf.
    Genieße deinen Award-Erfolg, lieber Ben. Für mich nicht überraschend und eine tolle Bestätigung deiner fleißigen Arbeit, die stets gepaart ist mit einem freundlichen und verbindlichen Ton, z.B. in der Moderation der Kommentare.

  2. Avatar von BörsenHai
    BörsenHai

    Hallo Ben, hallo Mitforisten,

    ich habe mich bewusst gegen eine Einzelaktie entschieden, um nicht jemand zu einem Einzelinvest zu „verführen“, weil das Papier gerade super läuft.
    Ich weiß, dass dieser Blog eigentlich von Einzelaktien und deren Besprechung lebt.
    Egoistisch wie ich bin, habe ich die Chance genutzt, um die Mitforisten mit „neuen“ Denkanstößen „zu versorgen“.
    Wobei: ETFs sind ja für mich eher Absicherung. ;)

    Ergänzend für die anderen:
    1.) der ETF ist der günstigste für Indien
    2.) die Performance unterscheidet sich nicht bei Indien-ETFs, egal wie sie aufgestellt sind.

    @Ben: Das nächste Kriterium für die Vorschlagenden sollten nicht die Anzahl Kommentare sein. ;) Ich hätte (Ego!) gerne die Vorschläge von star und Fred gehört. Beide hätten sicher sehr fundierte Vorschläge.
    Die Zusammenstellung im Community-Depot finde ich insofern spannend, als Sie sich nicht überschneiden. 6 Anleger, 6 Auswahlen.

    Für Kritik bin ich offen! Teilt mir Eure Meinung zu meiner Wahl bitte mit.

  3. Avatar von Tobs
    Tobs

    @Chrischaan
    Boah, Chrischaan – da hast Du ja eine ganz schöne Kapitalmaschine ins Gefecht geführt…! :-) Das sind ja nun wirklich ziemlich manierliche Kapitalrenditen, die Kinsale verdient. Und das machen sie mit einem Ebitda, der ungefähr drei Mal so hoch wie die Barschulden ist (Habe es jetzt nicht im Jahresbericht nachgeschaut, sondern „verlasse“ mich für den ersten Blick auf die Daten von Marketscreener). Die könnten eigentlich jeden Tag bei ihren Banken anrufen und rüberrufen, morgen habt Ihr Eurer Geld wieder zurück. :-)

    Das was Du lustigerweise als Krümelkäse beschreibst, ist vermutlich genau der Margen-Knaller und stellt die hohen Kapitalrenditen auch ohne größeren Hebel auf die Bilanz sicher? Wenig substituierbares und damit nicht commoditiertes und damit margenstarkes Versicherungsgeschäft? Interessant, vermutlich müssen die ein gut funktionierendes auch mit der Aufsicht abgestimmtes Risikomodell entwickelt haben, dass sie das dann so überhaupt über alle möglichen völlig verschiedenen Krümel skaliert bekommen.

    Schwierig ist zu bewerten, ab wann der Markt gesättigter ist oder Wettbewerber hier doch auch stärker reinkommen könnten, da die PE-Multiplies von Kinsale für einen Versicherer hoch sind. Aber bei dem Wachstum…Sicherlich alles andere an ungerechtfertigt, und solange es anhält…Aber das kann natürlich niemand gut beantworten und Kinsale könnte vielleicht noch viele Jahre so stark wachsen!

    Dein Hinweis zum Kapitalmarktumfeld und der Kapitalanlage von Kinsale: Ich habe es hier (noch) nicht untersucht, ich würde aber vermuten, dass der Einfluss nicht so wesentlich wie bei anderen klassischen Versicherern mit Lebensversicherungsgeschäft ist. Bei einem reinem Sachversicherer ist die Passivseite in der Regel nicht so (besonders nicht: langfristig) ausgeprägt.

    Ich habe mich übrigens vor kurzer Zeit von meiner Direct Line getrennt, auch ein Schadens- und Unfallversicherer (natürlich nicht mit Kinsale vergleichbar). Beim ersten Übernahmeangebot im Frühjahr war ich noch standhaft geblieben, zum Glück! Jetzt bin ich zu 3,05 Euro raus und habe Gewinn realisiert (für Familienmitglieder auch), was ja eigentlich nicht meine Art ist. Aber ich wollte keine teilweise Barabfindung und Aktien von Aviva bekommen.

  4. Avatar von Andreas P.
    Andreas P.

    Gute Idee!

    Persönliche Anmerkung:
    Trefferquote 1 von 6 im Abgleich mit meinem Depot: Realty Income.

    Viele Grüße

    Andreas P.

  5. Avatar von Chrischaan
    Chrischaan

    Lieber Ben,

    auf diesem Weg möchte ich mich auch noch mal für das Vertrauen bedanken und dass du den riskanteren der beiden potentiellen Kanditaten gewählt hast. Nur für die anderen: Mir ging es nämlich wie Manfred, es war gar nicht so leicht mich zu entscheiden. Beide Kanditaten waren für ihre Verhältnisse hoch bewertet (KNSL und CNI). Aber KNSL ist das dynamischere Unternehmen aktuell.

    @Tobs: Deine Wahl Unicharm finde ich ebenfalls gut. Die haben auch schon mit einer kleinen Position (1%) den Weg bei mir ins Depot gefunden.

    @Manfred: Dein Hinweis zu Realty hat mich letztes Jahr dazu bewogen mich mit REITs zu beschäftigen und ich habe eine gute Position damals in O aufgebaut. Ist aktuell nur noch leicht im Plus (8%) aber es gab ja seitdem auch schon recihlich 6% Dividende.

    Beste Grüße,
    Chrischaan

    1. Avatar von Manfred
      Manfred

      Die Dividende sollte man eigentlich in O reinvestieren. Hatte ich vergessen zu sagen.

      Auf diese Art ist O inzwischen zu meiner 2.groessten position im depot geworden.
      Hoch leben die klumpen !

  6. Avatar von Marc
    Marc

    Bin sehr gespannt :) gutes Gelingen…werde die Titel mal checken

  7. Avatar von Steffen
    Steffen

    Sehr schön zu sehen, dass ich vier der Titel in meinem Depot habe und per Sparplan bespare. Das gibt Rückenwind!

  8. Avatar von Marc
    Marc

    Kinsale hatte ich ja gar nicht auf dem Schirm. Abgesehen von der mauen Dividendenrendite ist das ja echt ein richtig schöner Titel (gewesen). Wie an der Schnur gezogen…

    1. Avatar von Chrischaan
      Chrischaan

      Lieber Marc,

      2 Dinge zu Kinsale:

      Zuallererst ist 497 EUR Einstandspreis recht hoch. Dadurch ist der FCF-Yield nur noch bei ca. 4% (FCF schon um versicherungsbedingte Rücklagen bereinigt, sonst wäre er höher). Je nachdem wie lang Kinsale aber sein Wachstum zumindest im 2-stelligen Bereich halten kann, werden sie da aber rein wachsen. Wenn hier schnell größere Bremsspuren kommen, kann es aber auch schnell abwärts gehen. Ich habe bei mir einen mittleren Kaufpreis von ca. 371 EUR. Das waren dann ca. 5% Yield. Dieser FCF-Yield ist – zumindest für mich – die wirklich interessante Größe! Weil das so ungefähr die Owners-Earnings sind. Sprich die Verzinsung unseres eingebrachten Kapitals.

      Darauf aufbauend der zweite Punkt: Ja, die Dividendenrendite ist aktuell sehr gering. Und das ist auch gut so, da dadurch mehr Eigenkapital für Kinsale zur Re-Investition zur Verfügung steht. Aktuell können sie trotz ständig steigendem EK die Kapitalrendite hoch halten. Dadurch werden wir Anteilseigner mit steigenden Kursen belohnt werden. Sollte diese Niveau der Kapitalrendite mal nicht mehr gehalten werden können, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass dann weniger re-investiert sondern mehr ausgeschüttet wird. Entweder bekommen wir dann signifikante Aktierückkäufe oder eben wesentlich höhere Dividenden.

      Also ich wäre nicht überrascht, wenn wir in den nächsten 2-3 Jaren eher Dividendenrendite von 1-2% sehen. Muss aber natürlich nicht so kommen. Nur meine Meinung.

      Beste Grüße,
      Chrischaan

    2. Avatar von Chrischaan
      Chrischaan

      Hier eine Analyse von heute von Maximilian Gamberling: https://youtu.be/cdtSQrfqJkQ?si=XWEyj4Yk8rgp5Ssz

      Und noch eine ältere Aufnahme (Dez-2023) des CEOs Michael Kehoe (der selbst signifikant Skin in the Game hat): https://www.youtube.com/watch?v=4zHe9CTLyd4

    3. Avatar von Marc
      Marc

      Herzlichen Dank für die Infos

  9. Avatar von Maec
    Maec

    Leider merkt man bei vielen Japanern, dass Dividenden dort wohl nicht so angesagt sind 🤷‍♂️

    1. Avatar von Tobs
      Tobs

      Halle Maec,

      das ist in Japan immer ein Thema gewesen, dass Shareholder Value im Sinne einer effizienten Kapitalallokation eine (zu!) geringe Rolle gespielt hatte. Viele Unternehmen in Japan hatten auf ihren Bilanzen Cash gehortet, was vielleicht einerseits risikoarm und andererseits definitiv performanceschädlich ist. Nicht umsonst zieht man bei Unternehmensbewertungen das Cash ab.

      In den letzten Jahren hat in Japan ein Wandel eingesetzt, teilweise auf Druck der Regierung („Abenomics“) und teilweise wegen zunehmend in Japan tätiger ausländischer aktivistischer Investoren, die wegen der Folgen von Abenomics nicht mehr vom Government abgewehrt wurden.

      Für mich als Dividenden-Anleger hat sich daher grundsätzlich mal zunächst auch das Problem gestellt, dort für mich geeignete Unternehmen zu finden. Allerdings hat es bereits historisch vor den Abenomics einige wenige Unternehmen gegeben, die überschüssigen Cash Flow, den sie nicht sinnvoll im Unternehmen reinvestieren können oder wollen, durch Kapitalrückführungen in Form von steigenden (!) Dividenden und auch Aktienrückkäufen an die Aktionäre zurückgeben. Aus dem Konsumgüterbereich sind das traditionell Kao und Unicharm gewesen, Kikkoman fiele mir auch noch ein. Lange Zeit waren sie mir zu hoch bewertet (und richtig günstig sind sie immer noch nicht, finde ich), aber in der letzten Zeit fand ich die Einstiegsgelegenheiten als sehr langfristig orientierter Anleger attraktiv, zumal ich die „Value Präposition“ der Produkte vor allen Dingen im asiatischen Markt hoch einschätze, aber eben verbunden mit der Rechtssicherheit für die in Japan domizilierten Unternehmen.

      Viel mehr Dividenden-Wachstumstitel aus dem defensiven Bereich kenne ich in Japan dann allerdings ehrlicherweise auch nicht, sehe das also insofern dann wie Du.

    2. Avatar von Chrischaan
      Chrischaan

      Lieber Tobs,

      heute dachte ich oops, was ist denn da bei Unicharm los. 3:1 Split obwohl die gar nicht so teuer sind (selbst in JPY gibt es viele teurere TItel).

      Gruß,
      Chirschaan

    3. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      Hallo Maec,

      woran machst Du das fest (Dividenden nicht angesagt)?
      Japanische Aktien schütten sehr wohl Dividenden aus. Man muss nur wissen, es sind entweder sehr spezialisierte Unternehmen oder Multi-Industrials.
      Dividendenhistorie gilt dort genauso wenig wie bei europäischen Unternehmen. Läuft es schlecht: Dividende = 0.
      Es gibt dennoch Unternehmen, die seit 8 Jahren (oder mehr) die Dividenden steigern. Ben hat 2 davon

  10. Avatar von erick
    erick

    Mmh … ehrlich gesagt, so ganz habe ich den Sinn des Community-Depots nicht erfasst. Vielleicht bin ich da eher konservativ: ein Depot hat doch ein gewisses Ziel, nach denen ich meine Titel zusammenstelle. Gab es hier Vorgaben an die Aussuchenden ? Nicht falsch verstehen, ich finde die Titel, Meinungen, Austausch dahinter sehr interessant. Aber das als Depot zu verpacken? Ich weiß nicht.

    1. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      Hallo erick,

      ich antworte mal an Bens Stelle.
      Er hat seine Strategie und wollte das Preisgeld für die Kommentatoren „verpacken“.
      Sucht er selbst die Titel aus, bekommt man seine Ansicht und Überlegungen. Ich denke deswegen hat er einige im Forum angefragt, was würdet Ihr damit machen – sprich wo anlegen, wenn Ihr nur in eine Aktie/einen ETF investieren wollt.

      Im Depot verpackt, gibt es ein Tracking der Titel! Man muss also nicht in 2 Jahre alten Kommentaren suchen.
      Zum Anderen eben die „andere“ Sichtweise“ oder Herangehensweise.

      Ich denke, ich spreche auch für die anderen: man suchte eben nicht Apple, Microsoft, Broadcom oder Hochdividendenwerte, etc. aus, was hinlänglich präsent ist, sondern eben Titel, die nicht jeder auf dem Schirm hat. Vorgaben in welche Richtung es gehen sollte gab es nicht. Die Papiere sollten in D leicht handelbar sein, das Papier muss ein ETF oder eine Aktie sein. Das waren die Rahmenbedingungen. Es gab weder Rückfragen noch „Verbesserungsvorschläge“.

      Ich war jedenfalls überrascht, welche Werte vorgeschlagen wurden.
      Immer bedenken, jeder ist für sein Handeln verantwortlich, die Vorschläge sind nicht (!) zum Nachahmen gedacht, eher als Denkanstoß zu sehen.

    2. Avatar von Ben Warje

      Hallo erick,

      BörsenHai hat es exakt so beschrieben, wie es abgelaufen ist. Als Ergänzung vielleicht noch zu meiner Intention: Viele Leser haben sich in der Vergangenheit mehr Interaktion gewünscht. Ich hatte auch schon mal Abstimmungen gemacht, ob ich einen Wert X oder Y kaufen soll. Das kam zwar gut an, ist aber letztlich nicht das, was ich für mein eigenes Depot dauerhaft möchte. Ich möchte selbst bestimmen und dann auch die volle Verantwortung für meine Fehlentscheidungen tragen.

      Mit dem Divantis-Community-Depot ist eine klare Abgrenzung zu meinem Depot gegeben. Dort kann die Community schalten und walten wie sie will. ;) Zugleich finde ich es ein spannendes Experiment, zu sehen, ob eine Masse von Anleger bessere Anlageentscheidungen trifft als ein Einzelner.

      Und wir haben jetzt erst mal eine Startaufstellung. Für die Zukunft können die Ergänzungen und Veränderungen dann ja durchaus zu einer ausgewogenen Zusammenstellung im Sinne eines „sinnvollen“ Depots führen. Wobei ich auch jetzt schon überrascht war, dass die Nominierungen sich weitgehend ergänzen und kaum überschneiden.

      Und das Wichtigste an allem: es soll Spaß machen und zum Nachdenken anregen!

      Viele Grüße Ben

    3. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      @Ben,

      „ob eine Masse von Anleger bessere Anlageentscheidungen trifft als ein Einzelner“ ^^
      Wenn das so in der Mail gestanden hätte … ;)

      Für mich war ausschließlich: „es soll Spaß machen und zum Nachdenken anregen!“ wichtig.
      Das ist ,denke ich, bei allen so gegangen, denn der Schwerpunkt war nicht bessere Dividendentitel zu suchen. Für jeden sind doch die Gründe für den Vorschlag viel wichtiger als das gewählte Papier.
      Beispiel: Man möchte Consumerwerte stärken. Warum nimmt jemand Archer Daniels Midland, und ein anderer Home Depot oder McDonalds.

      @erick: Bedenke 3000€ sind einen Haufen Geld für „irgendwelche Vorschläge“. Gemessen an Bens Aktien-Volumen sind es 0,6% (bei Totalversagen), was einem Tagesverlust entsprechen kann (geringes Risiko bei den vorgeschlagenen Papieren). Der Benefit für das Nachdenken ist aber deutlich höher und an sich unbezahlbar, genauso wie Bens Vergleich der Dividendenabrechnungen der einzelnen Banken zu einem REIT.

      Ich bin gespannt auf die Entscheidung in einem Jahr.

    4. Avatar von erick
      erick

      @Ben
      @Börsenhai

      Erst einmal danke für eure verständnisvollen Erklärungen – die weiß ich wirklich zu schätzen – auch in Hinblick auf die Vorgaben. In dem Zusammenhang verstehe ich gut, dass sich neue Ideen besser zusammenfassen und beobachten lassen. Und die Kommentare unter den Beiträgen regen viel zum Selberdenken an. Danke.

  11. Avatar von Matthias von Mitzlaff
    Matthias von Mitzlaff

    Für alle ETF-Anleger zwei Kommentare:

    Ja, ich bin ein wenig stolz, dass sich der von mir für das Community-Depot vorgeschlagene ETF A2JAHJ (VanEck Morningstar Developed Markets Dividend Leaders) so gut macht. ;-)
    Eine Fondsgröße von über 1,4 Mrd. Euro mittlerweile bei einer Brutto-Dividende jährlich über 4%, einem Ausschüttungswachstum der letzten 5 Jahre über 5% und einer Wertentwicklung der letzten 5 Jahre von knapp 13% jährlich: Das sieht sehr gut aus!
    Im Vergleich mit dem MSCI World oder ähnlichen Produkten spricht für den A2JAHJ auch
    a) der niedrig gewichtete US-Anteil (27%), bei 58% Europa und 12% Asien-Pazifik
    b) übliche Verdächtige wie Apple, Alphabet, Nvidia oder Microsoft sind nicht unter den Top-10 zu finden.
    Die Erfolgsstory dieses ETF ist bislang ungebrochen.

    Vielleicht hat auch einige von Euch die Ankündigung von Amundi überrascht, die zwei ETFs LYX0YD (untergehender ETF) und ETF146 (aufnehmender ETF) verschmelzen zu wollen (Motiv: Bessere Besteuerung von US-Aktien im ETF aus Fondsdomizil Irland heraus).
    Unangenehm hierbei: Die Umwidmung des ETFs erfordert für uns Anleger, Gewinne zu versteuern. Wenn ich es richtig verstanden habe, entstehen beispielsweise bei einem aktuellen Kursgewinn von 10.000 EUR nun zu zahlende Steuerkosten von 10.000 x 70% (Teilfreistellung) x 26% (Abgeltungssteuer). Das entspräche einer Zahlung von immerhin 1.820 EUR!
    Mögliche Maßnahmen für uns Kleinanleger: a) Gesamtverkauf und Invest in ein anderes ETF-Produkt, b) Teilverkauf des Amundi-ETFs, um die Zahlung leisten zu können, c) Zahlung der Steuer aus anderen Mitteln.
    Meine Partnerin hat leider einen Amundi-ETF (ETF018), der auch Fondsdomizil Luxemburg hat und – so vermute ich – über kurz oder lang ebenfalls von Amundi nach Irland gezogen wird. Da die bisherigen Kursgewinne sehr ordentlich sind und der ETF grundsätzlich gut performt, werden wir wohl eine kleine Tranche verkaufen und davon die Steuern (aus den bisher erzielten Gewinnen) zahlen. Keine große Sache, wenn auch ein wenig ärgerlich.

  12. Avatar von Tobs
    Tobs

    Als Pate von @Unicharm stelle ich einfach mal die neuen Zahlen rein:

    Die konsolidierten Zahlen für das Geschäftsjahr (=Kalenderjahr) 2024 sind da.

    https://www.unicharm.co.jp/content/dam/sites/www_unicharm_co_jp/pdf/ir/library/earnings/E_UC_%E7%AC%AC65%E6%9C%9F_%E6%B1%BA%E7%AE%97%E7%9F%AD%E4%BF%A1_202502.pdf

    Herausgepickt:

    #Umsatz +10 Prozent
    #Core Operating Income +8,2% (verfolgt als Kenngröße ein ähnliches Konzept wie der EBIT. Anders als der EBIT fokussiert es nur auf die Hauptgeschäftstätigkeiten, während der EBIT auch Ausgaben und Einnahmen außerhalb der Hauptgeschäftstätigkeiten abgreift – in der Berichterstattung von Unicharm wird auf das Core Operating Income zurückgegriffen)
    #EPS -4,2%
    #Dividende +10 Prozent (Erhöhung der Payout-Ratio von 27,5% auf 31,6%).

    Die relevanten Märkte in Asien waren in 2024 sehr schwierig, trotzdem ist die Botton Line von Unicharm tüchtig gewachsen. Dass das EPS kurzweilig runtergeht, ist bedauerlich, kann aber strategisch sinnvoll sein, in einem schwierigen Markt als Cash-Flow Monster möglichst Marktanteile auf sich zu vereinnahmen und andere weniger cashflow starke Unternehmen rauszuschwitzen.

    Es wird übrigens stets sehr detailliert in der Berichterstattung ein Forecast für das kommende Geschäftsjahr gegebenen, das wären hier also als Prognose für das Jahr 2025:

    #Umsatz +3,6%
    #Core Operating Income +5,4%
    #EPS + 5,8%
    #Dividende +22,5 Prozent (Erhöhung der Payout ratio dann auf 36,5%). Das sind dann 18 Yen, was splitbereinigt (3:1) 54 Yen sind (versus vor dem Split 44 Yen für 2024 und 40 Yen für 2023).

    An der starken Erhöhung der Dividenden-Payout-ratio kann man gut ablesen, dass Unicharm von einem sehr ausgeprägten Fast-Growther mehr und mehr mature geworden ist. Dementsprechend sind ja die Gewinnvervielfältiger auch stark runtergekommen. Und trotzdem wächst Unicharm organisch immer noch ziemlich stark.

    1. Avatar von Tobs
      Tobs

      Nicht die Bottom Line, sondern die Top Line ist stark gewachsen, wollte ich natürlich schreiben…

  13. Avatar von BG
    BG

    Hallo zusammen,

    als bislang stiller Leser möchte ich mich bei euch und ganz besonders natürlich bei Ben für seine Mühe und umfangreichen Informationen im Divantis Blog bedanken.

    Bezogen auf dieses Thema fand ich die Idee des Divantis-Community-Depots, aus dem mehrs als verdienten Preisgeld, sehr gelungen. Dass jetzt noch die „Paten“ Updates zu den von Ihnen vorgeschlagenen Papieren liefern, ist wirklich top und rundet dieses Thema noch einmal ab :).

    VG
    BG

  14. Avatar von Matthias von Mitzlaff
    Matthias von Mitzlaff

    (wie Tobs so schön sich als „Pate von Unicharm“ tituliert hat, mache ich gerne das gleiche für den Vaneck ETF (A2JAHJ), ergänzend getriggert durch BG (Danke für deinen Kommentar!) gebe ich auch gerne mal einen Status zum ETF „Vaneck Morningstar Developed Markets Dividend Leaders“ als Bestandteil des Divantis Community Depots ab):

    Es gibt auf extraetf.com insgesamt aktuell 80 ausschüttende Dividenden-ETFs.

    In der Rangliste Performance-letzte-5-Jahre liegt der Vaneck ETF bereits auf Platz 4 (übrigens auf Platz 3: WisdomTree US Quality Dividend Growth), mit 80% Zuwachs.

    2014 lag die Performance des Vaneck ETF bei ordentlichen 16%, ergänzt um eine Ausschüttung von brutto 4,64%.

    Das Fondsvolumen lag Ende 2023 noch unter 500 Mio. EUR, mittlerweile jedoch bei satten 1,53 Mrd. EUR, eine Verdreifachung innerhalb eines Jahres. In der Rangliste der Dividenden-ETFs nach Fondsvolumen nimmt der Vaneck hinter dem Flagschiff Vanguard All-World High Dividend Yield (4,9 Mrd.), SPDR US Dividend Aristocrats (3,5 Mrd.) und iShares STOXX Global Select Dividend 100 (2,6 Mrd.) bereits Platz 4 ein.

    Übrigens, im Vergleich dieser vier Dickschiffe weist der Vaneck ETF die beste Kursperformance der letzten Jahre auf! (über 12% im Mittel der letzten 5 Jahre per anno). In der Ausschüttungshöhe wird der Vaneck nur von dem iShares übertroffen, wobei der iShares (Global Select Div) die signifikant schwächste Kursperformance aufweist (weshalb ich ihm immer fern geblieben bin).

    Es ist zu vermuten, dass der Vaneck ETF Ende 2025 die 2 Mrd. EUR Schallgrenze durchbrechen wird und – sofern keine großen Einbrüche erfolgen – wieder mindestens 12% Kursperformance bringen wird, ergänzt um eine Brutto-Dividende von circa 4%.

    Natürlich gibt es auch Aspekte die gegen diesen ETF sprechen:
    a) Anderswo sind klar mehr Kursperformance zu erzielen
    b) Die großen S&P-500 Player sind hier eher unterrepräsentiert, wie auch der US-Anteil (nur 19%)
    c) Tracking Difference ist klar positiv mit +0,58%.

    Davon abgesehen ist dieser ETF genau das richtige für Anleger*innen, die einen Dividenden-ETF suchen, der gerade nicht US- und GAFAM-lastig ist und eine akzeptable Kursperformance mit einer guten Ausschüttungsquote ausbalancieren kann.

  15. Avatar von Chrischaan
    Chrischaan

    Kleines Update zu Kinsale Capital Group. Das wohl riskanteste Unternehmen im Community-Depot welches dies auch direkt zeigt.

    Die Zahlen vergangene Woche sind vom Markt nicht gut aufgenommen worden. Ich bin jetzt wieder bei meinem Einstandskurs angekommen. Und da muss man natürlich mal genauer hinsehen.

    Der Umsatz stieg im ersten Quartal um knapp 14% (373 Mio. USD -> 423 Mio. USD), was nicht mehr so schnell wie in den vergangenen Jahren ist, aber auch nicht so schlecht. Außerdem sind da auch Themen wie Wertentwicklung der Beteiligungen drin. Schaut man nur auf die „Net Earned Premiums“ läge das Wachstum bei 18% (309 Mio. auf 365 Mio.).

    Das Investmenteinkommen stieg dabei überproportional um 33% (33 Mio. -> 44 Mio.).

    Der Gewinn sank allerdings von 99 Mio. auf 89 Mio. um reichlich 10%. Wesentlicher Grund hierfür scheinen die um 25% überproportional gestiegenen Ausgaben für Versicherungsleistungen. Die um 15% gestiegenen Kosten für „Underwriting, acquisition and insurance expenses“ lagen eher in der Größenordnung des Umsatzwachstums.
    Erstaunlicherweise sind auch die Ausgaben für Steuern mit 35% überproportional gewachsen.

    Der FCF (nicht bereinigt um versicherungstechnische Rücklagen) stagnierte.

    Die Combined-Ratio stieg von 79,5% auf 82,1% getrieben ausschließlich von entstandenen Leistungsverpflichtungen. Das ist nach wie vor ein sehr ordentlicher Wert, aber eben schlechter als zuvor. Ein signifikanter Anteil des Schadensanstiegs geht laut Pressebericht auf die Brände in Kalifornien Anfang des Jahres zurück.

    Die Frage ist für mich nun folgende:

    Wird sich das Top-Line-Wachstum durch eine Akzeptanz von höheren Risiken erkauft? Sprich ändert sich entweder die Profitabilität des Unternehmens? Oder man müsste auf Wachstum verzichten? Für mich war die niedrige Combined-Ratio ein wichtiger Faktor um die hohe Bewertung zu akzeptieren. These dazu: KNSL hat sehr geringe Anteile im E&S-Markt. Durch bessere Profitabilität könnte man auch im Konkurrenzkampf punkten, wenn es notwendig sein sollte.

    Ich kann diese Fragen noch nicht beantworten. Interessant werden die nächsten Quartale sein, in denen man sehen wird, wie sich die Ausgaben entwickeln werden und ob die Feuer eher einen Ausreißer verursacht haben. Auch wird interessant sein, ob Kinsale dies über Versicherungsprämien an seine Kunden weitergeben kann.

    Ich bleibe aktuell investiert, da ich noch keine grobe Abweichungen zum ursprünglichen Investmentcase sehe.

    1. Avatar von Chrischaan
      Chrischaan

      Noch eine Ergänzung zu gestrigem KNSL-Update.

      Im Earningscall kam für mich auch noch ein weiterer potentieller Grund für den Absturz nach Zahlen heraus. Und zwar sprach das Management von erhöhter Konkurrenz in KNSLs „Jagdrevier“ da die hohen Margen auch auf andere attraktiv wirkten. Gleichzeitig gab es auch die Aussagen, dass aber viele nicht wirklich profitabel arbeiten (es war von Loss(!)-Ratios bis zu 100% die Rede). Man wollte wohl damit andeuten, dass dies nicht auf Dauer so bleiben kann. Dazu gab es viele Fragen und dann Statements des Managements:

      Grundsätzlich will man Profitabilität über Wachstum stellen. Heißt, dass dadurch die exorbitanten Wachstumsraten der letzten Jahre erst mal nicht mehr erreicht werden könnten. Gleichzeitig ist dies aber ein ganz gutes Zeichen finde ich. Auf die Frage wie viel Profitabilität man für weiteres Wachstum opfern würde, gab es auch keine Zahl als Antwort sondern wieder den Verweis auf den Grundsatz Profitabilität vor Wachstum.

      Allerdings sieht man sich nach wie vor gut aufgestellt, langfristig dennoch Marktanteile bei anderen abzuknappern.

      Ein weiterer Punkt der nur sehr kurz angesprochen wurde bezieht sich auf die Kundenstruktur von KNSL. Das sind ja neben Privatpersonen eher kleinere und mittlere Gewerbe. Und die könnten durch Trumps Zollthematik auch ziemlich leiden. Vermutlich führt auch diese erhöhte Unsicherheit zu weiterer Vorsicht.

      Ich denke aber, dass KNSL hier aktuell sehr gut aufgestellt ist. Und eine Dursttrecke gut durchstehen kann. Der Markt den KSNL gewinnen könnte ist nach wie vor sehr groß und durch die starke Kostenstruktur und technischer Innovation scheint es mir nach wie vor möglich langfristig noch gut zu wachsen.

      Allerdings ist es nicht unwahrscheinlich, dass wir noch tiefere Kurse sehen, wenn sich (hoffentlich temporär) die Prognosen bestätigen.

      Ich werde mir vermutlich mal ein paar Wettbewerber und deren Profitabilität ansehen. Da habe ich bisher immer auf die Präsentation von KNSL vertraut.

      Und wenn sich das gut anschaut könnte ich mir sogar bei weiterem, deutlichem Rückgang einen Nachkauf vorstellen. Wie gesagt aber nur wenn die Recherche ein weiterhin positives Gesamtbild abgibt.

      So genug des Patengeschreibsel. Jetzt lass ich euch damit wieder in Ruh. ;-)

    2. Avatar von Chrischaan
      Chrischaan

      Auf der Suche nach Details zum E&S Markt und KNSLs Wettbewerbern, habe ich eine nette Analyse gefunden.

      https://www.insuranceinsiderus.com/article/2ek9pmla89w6nkf39ojy8/research/e-s-in-2024-premium-grows-to-135bn-other-liab-comm-auto-stand-out?zephr_sso_ott=HVS3m0

      Key-Take-Aways:

      Der Markt wächst weiter (knapp 13%) aber langsamer als in den letzten Jahren.

      KNSL wächst am schnellsten unter den angegebenen Marktteilnehmern.

      KNSL hat die beste Loss-Ratio.

      Der E&S Markt ist profitabler als der „normale“ Versicherungsmarkt.

      Für mich also vorerst eine Bestätigung, das man es mit KNSL mit einem Unternehmen zu tun hat, welches einen gewissen Wettbewerbsvorteil besitzt. Das größte Risiko liegt aus meiner Sicht somit nicht direkt im operativen Geschäft von KNSL sondern eher in der Entwicklung der amerikanischen Wirtschaft. Sprich eher ein übergeordnetes Risiko, welches alle Marktteilnehmer treffen dürfte.

      Rollins im Industrialbereich ist zum Bsp. auch in einem fragmentierten Markt unterwegs, kann aber stetig wachsen und Marktanteile gewinnen (z.B. durch permanente kleine Übernahmen).

    3. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      Nachdem Chrischaan vorlegt,

      werde ich auch etwas zu dem Indien ETF sagen.
      Volumen ca. 1250 Mio, steigend
      Performance (Stand Ende 4/2025):
      1 Jahr ca -5%, 3 Jahre ca 16%, 5 Jahre ca 115%

      Wie wir alle verhersagten (ist ein Scherz!), kaufte Ben Anfang / Mitte Dezember zum Höchstkurs ein. Danach ging es weltweit abwärts bei den ETF. Im nachinein ein ungünstiger Zeitpunkt, trifft aber alle ausgesuchten Aktien im Divantis-Depot und alle werden auf USD abgerechnet.

      Wenn man die World-ETfs und den India übereinanderlegt, weisen alle die gleiche „schlechte“ Performance seit Dezember auf. Aber das sind jetzt gerade mal 4 Monate betrachtet und nicht langfristig gedacht. Durch den längeren Horizont und Sparplan, bin ich im plus. Aber es wird auch bei Ben.

      Ich bin an sich sehr zufrieden und harre der Dinge, die uns 2025 bringen wird.

  16. Avatar von Thomas
    Thomas

    Hallöchen,
    ich hatte an dieser Stelle zum/im Communitydepot zu „meiner“ Position A1T8VF noch gar nix geschrieben, glaube ich.
    Es reichen auch wenige Infos
    https://www.vanguardinvestor.co.uk/investments/vanguard-ftse-all-world-high-dividend-yield-ucits-etf-usd-distributing/portfolio-data
    hier noch mal die (überzeugende) Inhaltsliste -> nach unten scrollen und dort die Full List ansehen.
    Es sind hier alle weltweiten ValueFirmen/LargeCaps mit nennenswerten Dividenden enthalten, die schon lange am Markt sind und alles gestandene und namhafte Firmen in ihrem Sektor sind.
    Ich selbst bespare ihn auch regelmäßig, glaube fest an den Erfolg, er ist etwa Position nach Größe # 8 in meinem Depot.
    Dividenden etwa bis 4% bis 5% , aber nicht durchgängig. Er ist mein persönlicher Kern/Anker/Haupt ETF.
    Natürlich hat der ETF von Matthias von Mitzlaff (natürlich in weiser Voraussicht den „Charme“, das er als einziger aus den 6 ausgewählten Papieren in Euro notiert ;-)
    aber so ist das Leben.
    Kann sein das der Dollar mit Druck abgewertet wird, das ist unser aller Risiko,
    aber es relativiert sich irgendwann auch wieder.
    Ich glaube an die mMn. sehr gute Aktienauswahl und die unbedingte Krisenfestigkeit der ausgewählten Unternehmen von denen ich bestimmt 20 bis 30 Positionen auch direkt halte,
    Eigentlich gibt es zum A1T8FV nicht viel Worte zu verlieren.
    Erträge kommen regelmäßig.
    Grüße

  17. Avatar von Tobs
    Tobs

    Unicharm Earnings Report vom 9. Mai. Gemischte Zahlen….

    https://www.unicharm.co.jp/content/dam/sites/www_unicharm_co_jp/pdf/ir/library/earnings/E_UC_Consolidated%20Financial%20Results%20for%20the%20Three%20Months%20Ended%20Marth%2031,%202025.pdf

    Umsatz ggü Vorjahres-Quartal minus 3,7%
    Core Operating Profit ggü Vorjahres-Quartal minus 22,7%
    EPS plus knapp 40%
    An dem Dividendenausblick für 2025 wird unverändert festgehalten: 54 Yen versus 44 Yen Vorjahr (Anmerkung: Man muss den Aktiensplit 3:1 berücksichtigen)

    Wie würde man das am Besten interpretieren…Ich denke, die Absatzmärkte tun sich schwer, nicht zuletzt wegen der Zoll-Thematik, aber scheinbar hat das Management solche Kosten (die nach dem Core Operating Profit) auf Unternehmensebene kommen, sehr gut in den Griff bekommen.

    Außerdem wurde im ersten Quartal ein kleines Aktienrückkaufprogramm von knapp 0,4% der ausstehenden Aktien abgeschlossen.

    https://www.marketscreener.com/quote/stock/UNICHARM-CORPORATION-6491263/news/Tranche-Update-on-Unicharm-Corporation-s-Equity-Buyback-Plan-announced-on-February-13-2025-49499715/

    Interessant als langfristigen Aspekt finde ich den Hinweis des Managements auf den chinesischen Markt und die dort alternde Bevölkerung. Diese benötigen ja eher hochqualitative Produkte, die eher margen-stark sind. Hier könnte der Markt, den sie analog einer Coloplast bedienen, und der margen-saftig ist, schön wachsen.

    Also, keine Zahlen zum Jubeln, aber ich denke in dieser rauen Zeit, auch ok für eine langfristige Prognose. Ich kaufe mir noch ein paar Aktien dazu.

  18. Avatar von Tobs
    Tobs

    WAS WAR PASSIERT
    #August: Angepasste Guidance für das Fiskaljahr (gleich Kalenderjahr). Netsales; Core Operating Income; Profit (jeweils Guidance alt/neu in JPY Millionen): 1.025.000/974.000;146.000/120.000;86.400/85.100.

    #August:
    Aktienrückkaufprogramm abgeschlossen (1,14% der umlaufenden Aktien)

    BEI EINSTAND HEUTE (Daten Marketscreener)
    1,85% Divi Yield / 2,05% Forward Geschäftsjahr 2026. Konsensschätzungen sehen für Jahre 2026/2027 EPS Wachstum von rd. 6% und 10% und Divi-Wachstum von 9,8% und 8,5% voraus. Übrigens sind das nur etwas oberhalb von 20% des Cashflows und nur knapp 40% des EPS, die dann ausgeschüttet würden.

    MORNING STAR
    „5 Stars“ (stark unterbewertet) und Economic Moat „Wide“. Zur Einordnung: Es gibt nur wenige Peers (auch in den USA), denen Morningstar dieses Attribut eines Wide Moats zugesteht.

    FACTS
    In Japan sichert die dominante Marktstellung Preissetzungsmacht und stabile Margen. International treibt das Unternehmen Wachstum vor allem über Premiumisierung und steigende Penetration in Schwellenländern wie Indien, Indonesien, Vietnam, Thailand und China, wo Unicharm häufig Marktführer ist.

    Finanzlage: Sehr solide mit >JPY 250 Mrd. Cash, kaum Verschuldung und starker Cashflow gibt Finanzierungsspielraum für Expansion, M&A und Ausschüttungen.

    Moat: Breiter Burggraben dank starker Marken, jahrzehntelanger F&E, Innovationskraft (z. B. Pant-Diaper 1992), Retail-Netzwerken und Kundentreue. Führungsposition in Japan (z. B. 60% Inkontinenz, 58% Sanitary, 38% Diapers) und Asien (Nr. 1 in vielen Märkten). Demografischer Wandel in Japan wird durch Inkontinenzprodukte aufgefangen.

    Wachstumstreiber:
    Japan: Preiserhöhungen + Premium-Produkte.
    Asien: Mehr Penetration, Premiumisierung, Skalierung von Vertrieb & Marketing.
    Langfristig: Neue Emerging Markets (z. B. Afrika), Ausbau Pet Care.

    Unicharm ist ein asiatisch dominanter Hygiene-Champion mit starker Bilanz, Premiumisierungspotenzial und klarer Expansionsstrategie – kurzfristig gebremst, langfristig robust.

    Ich habe meine Einstandsposition mittlerweile verdreifacht. Die vergleichsweise geringe Yield on Coast würde bei den Divi-Wachstumsraten, die – und das finde ich wichtig – aus einem wachsenden Geschäfts gespeist werden – in wenigen Jahren über >3% liegen. @Chrischaan: Danke für den Link. :-)

  19. Avatar von Matthias von Mitzlaff

    Der Vaneck-ETF als einziger positiver Titel im Comm-Depot? Hammer…

    Aktueller Status zu diesem ETF / Bemerkenswertes:
    – Das Fondsvolumen hat sich seit Anfang 2025 quasi verdreifacht (von 1,2 Mrd. auf 3,6 Mrd.)
    – Der Kurs ging von 40 EUR Anfang 2025 mal nach Trumpies erratischem Move kurz auf 38 EUR runter und steht nun wieder bei souveränen 45 EUR
    – Verizon wurde an der Allokationsspitze mittlerweile abgelöst, aktuell ist Pfizer ganz oben
    – Der Europa-Anteil nahm stetig zu, liegt nun bei zwei Dritteln (USA nur 20%), ein also nützlicher ETF für alle (wie mich) die sowieso schon viele US-Einzeltitel im Depot haben
    – Die Dividende wird 2025 etwas schwächer ausfallen (wie bei anderen Div-ETFs auch) und bei noch immerhin 4% brutto liegen
    – Für Dezember (Pay day circa 11.12.) rechne ich mit brutto circa 37 Cent, netto (wegen Teilfreistellung) also circa 30 Cent.

    Wer also dieses Jahr (oder noch besser: früher) zugegriffen hat – so wie ich – fährt mit diesem ETF blendend. Ich nehme dieses Jahr an vielen Ecken auch eine „Wertschätzung der Dividende“ wahr, was den meisten in unserem Forum sicher gut gefällt. ;-)

    1. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      Hallo Matthias von Mitzlaff,

      ich gratuliere Dir zu Deinem Vorschlag.
      Ich bin ja gespannt, was im Dezember passiert. Denn Ben wird ein neues Preisgeld nicht mehr erhalten (meine Einschätzung).
      Ich sagte ja schon einmal, ausschüttende ETF müssen nicht schlechter sein als Nicht-Ausschüttende. ;)

  20. Avatar von Tobs
    Tobs

    Unicharm / Update Veröffentlichung Q3-Ergebnisse am 7.11.

    #Q3-Ergebnisse & kurzfristige Lage
    – Umsatz −1,8 %, operativer Gewinn −1,5 % YoY.

    Operativer Gewinn über Erwartungen, v. a. wegen Margenerholung in China (mehr Kanäle, breiteres Produktportfolio).
    Margen in Japan rückläufig wegen Digitalisierungsinvestitionen – Management betrachtet sie als notwendig für Wettbewerbsfähigkeit.
    Indonesien weiter schwach (starker Preiskampf), aber Asien-Marge +90 bp dank guter Entwicklung im Bereich Damenhygiene in Thailand und Vietnam.

    #Gedanken dazu.
    – Unicharm behält weiterhin führende Position in Hygieneproduktion in Japan und Asien (Windeln, Damenhygiene, Inkontinenz). Premiumisierung und Marktdurchdringung in Emerging Markets weiter als intakte Trends. Produktmix diversifiziert mit Pet Care als wachsender Nebenbereich. Die sehr starke Verankerung in China, Indonesien, Vietnam und Thailand sind interessant. Unicharm hat P&G im Windelmarkt in Indien überholt (rd. 45% Marktanteil)! Dazu extrem hoher Marktanteil im Heimatmarkt Japan (60% Inkontinenz, knapp 60% Damenhygiene und knapp 40% Windeln). ROIC über 10 Jahre bei knapp 20%, wobei von Morningstar die WACC mit nur knapp 7% geschätzt werden. Die Wertschöpfung ist also extrem nachhaltig.

    Premiumisierung, Verankerung in den EM wirken weiter als Wachstumtreiber. Gewisse Kosumschwäche in Asien und kurzfristige Kosten für Ausbau weiterer Vertriebskanäle drücken gerade etwas, aber helfen langfristig, die Marktvorherrschaft sogar auszubauen.

    Dividendenrendite von rd. 2,2% und nächstes Jahr sogar 2,6% (Schätzung!) und gleichzeitig Share buy backs sind sehr interessant.

    Ich freue mich sehr über die niedrigen Kurse und werde weiter jeden Monat ein wenig die Position ausbauen.

    1. Avatar von Chrischaan
      Chrischaan

      Hi Tobs,

      danke für das Update! Ich habe mich damals auch inspirieren lassen und immer mal wieder paar kleine Tranchen in Unicharm investiert. Ja, aktuell bin ich ziemlich unter Wasser, aber eigentlich war das ja fast mit Ansage. Die Wachstumsraten gingen einfach zurück und damit eben auch die Bewertung.

      Dennoch halte ich gern an dem Wert fest, vor allem wegen seiner stabilen Positionierung in Japan und der Chance auf Wachstum in SEA.

      Bei China als dauerhafter Wachstumsmarkt war ich immer etwas vorsichtig, da die Japaner und die Chinesen zumindest historisch jetzt nicht beste Freunde waren. Auch würde ich Japan eher zum globalen Westen und China zum globalen Süden zählen (auch wenn die Himmelsrichtungen für diese Begriffe eher unpassend scheinen). Da die Chinesen offensichtlich auch immer mehr ihre eigenen Unternehmen entdecken, bin ich da nicht zu bullisch. ABER sollte ich falsch liegen, wäre das ja dann ein gutes Sahnehäubchen.

      In SEA habe ich mir vor einiger Zeit auch schon Grob Holdings ins Depot gelegt. Die gleichen den Verlust bei Unicharm wieder aus. :-)

      Beste Grüße,
      Chrischaan

    2. Avatar von Chrischaan
      Chrischaan

      Natürlich meinte ich Grab Holdings!

  21. Avatar von UrsprungsFrank
    UrsprungsFrank

    wirklich? Tobs

    Der Nikkei hat im laufenden Jahr einen fulminanten Spurt hingelegt. Ich gehe davon aus, dass die gute Zeit bald vorbei ist. Sollte dann Unicharm gegen einen schwächelnden Nikkei tapfer stehen, wenn dieser nicht einmal in der Haussee-Phase aus dem Knick kam? Ich habe da meine Zweifel. Für Marathonläufer sind meine Argumente natürlich Schall und Rauch.

    Gruß Frank

    1. Avatar von Tobs
      Tobs

      Wirklich, Frank!

      Ich schreibe es immer wieder, dass ich Währungen bei meinen langfristigen Überlegungen bewusst außen vor lasse.

      Konkret zu Unicharm: Eine Yen Abwertung würde mehrschichtig wirken:

      Unicharm erlöst 2/3 seiner Umsätze im Ausland. Die dadurch erzielten Währungsgewinne im zu bilanzierenden Yen laufen in der P&L von Unicharm nahezu 1:1 rein.

      Auf den eigenen Markt im Japan sollte eine Yen Abwertung vergleichsweise neutral wirken. Importe, sofern erforderlich (Rohstoffe vermutlich schon) werden teuerer (zumindest die Hedging Kosten dürften steigen), dafür gibt es wieder im Export Vorteile.

      Das ist meines Erachtens sehr ähnlich mit den Consumern aus den USA: Hier wird bei schwachem USD auch immer gerne von den Anlegern gejammert, weil die Dividende natürlich erst mal in EUR sinkt. Aber durch die oben von mir beschriebenen Nachholeffekte führen steigender Gewinn gut und gerne zu einer Egalisierung. Und selbst wenn ich nachher unterm Strich 3,734% oder was auch immer weniger erhalte: So what?! Währungen kann kein Mensch vorhersagen.

      Meine Meinung: Auf gute, cash-generative Unternehmen fokussieren (egal, in welcher Währung) und Währung ausblenden. Wer Währungsschwankungen schon nicht verträgt, wie soll er dann eine Aktie-Vola überhaupt vertragen? Derjenige sollte sich besser Anleihen in Euro kaufen.

    2. Avatar von Hansi
      Hansi

      Hallo Frank,
      der Nikkei ist in den letzten Jahren gut gelaufen und zahlreiche Titel sind ordentlich mit 20+ KGV bewertet und heiß gelaufen.
      In Japan findet man zahlreiche erstklassige Marktführertitel mit traumhaften. Eigenkapitalquoten und hohen Nettoumlaufvermögen. Viele japanische Unternehmen wachsen geduldig organisch und verausgaben sich nicht mit wahnwitzigen Übernehmen. Auch haben viele japanische Unternehmen sich noch viel Stellmöglichleiten zu Rationalisierungen umd Ertragsoptimierungen, die in den USA bis zur Grenze der Selbstzerstörung umgesetzt werden. Der Nikkei lief zwar gut, Unicharm nahm die gegenläufige Richtung und ist mit 5€ sicher nicht mehr überbewertet. Zahlreiche jap Unternehmen sind in Asien großartig positioniert, da brauch ich keine chin. Aktien mehr. Habe über 20 jap. Aktien im Depot und werden Japan höchstens noch weiter ausbauen. Der Yen ist mir egal. Die haben wenigstens eine richtige und keine Kunstwährung ohne Staat, die auf Dauer so nicht bestehen kann.

    3. Avatar von Chrischaan
      Chrischaan

      Hallo Hansi,

      danke für deinen Kommentar zu den Japanern. Ich habe neben Unicharm mir zuletzt Keyence ins Depot gelegt. Mal abgesehen, von ihren Produkten und den Wachstumsmöglichkeiten die sich ergeben können. Und ihrem Capital-Light Geschäftsmodell. Auch ihre Bilanz ist so blitzsauber wie du es auch im Allgemeinen sagst. Auch die Margen sind Wahnsinn. Nettogewinnmarge von fast 40% (!). Eigenkapitalrendite von ca. 13% bei fast 100% Eigenkapital. Und auch das Wachstum ist sehr gut. Hoffentlich kommen die noch weiter runter, da könnte ich nochmal nachkaufen.

      Welche japanischen Titel sind denn bei dir im Depot, vor allem welche würdest du gerade auch noch nachkaufen (um die 20 mal bisschen einzugrenzen)?

      Beste Grüße,
      Chrischaan

    4. Avatar von Tobs
      Tobs

      Hallo Hansi,

      mich würden Deine Japaner auch interessieren!

      Ich habe bislang drei Komma fünf Positionen an der Zahl: Kao, Kikkoman und Unicharm. Und eben noch Kewpie, die aber bislang als kleine Rumpfposition bislang mir stehen geblieben ist.

  22. Avatar von Thomas
    Thomas

    Unicharm

    Japan liegt unter den Top Ten der Länder global, wenn man nach dem Geburtenrückgang /Bevölkerungsrückgang fragt sowohl aktuell als auch im Forecast bis 2050. Er ist in Japan sogar schlimmer und demographisch weiter fortgeschritten als in China trotz chinesischer Ein-Kind Politik.

    Inflation ist in Japan traditionell niedrig, Es ist schwer, höhere Preise zu installieren. Offizielle Inflation etwa 0,1% im Mittel seit 2000.

    Konsumwachstum im Hygiene-Bereich also mit starken Bremsklötzen.
    wenn dann noch rückläufige Zahlen dazu kommen, ist es schwer.

    Die Frage ist, was leicht moderat steigende Gewinne in Yen wert sind in einer sich fiskalisch / Finanzmarktperformancemäßig viel schneller drehenden Welt als in Japan?

    Das Japan auch andere bessere Sektoren hat, ist zu sehen.

    Investoren suchen wenigstens ansatzweise Wachstumsmöglichkeiten und -Potential
    und sehen bei Unicharm nicht soviel Chancen.

    schreibe das nicht, um Tobs zu ärgern, sondern um für mich rückwirkend reflektierend den Chart von Unicharm zu erklären.
    würde Unicharm eher nicht wählen.

  23. Avatar von Tobs
    Tobs

    Hallo Thomas,

    Du ärgerst mich nicht!

    Zunächst: In vielen Auslandsmärkten, in denen Unicharm (teils als Marktführer oder einer der marktführenden Unternehmen) aktiv ist, herrscht Bevölkerungswachstum.

    Dann: Die Alterung der Bevölkerung in Japan ist zugleich wegen der Value Präposition von Unicharm gerade eine Chance zugleich. Denn Unicharm ist führend in der Premiumisierung. Insoweit bieten sie ähnliche Produkte wie Coloplast für Pflege und Alte an (Stichwort: Inkontinenz). Hier sind übrigens noch mal ganz andere Margen als bei Baby Windeln zu verdienen. Insofern sehe ich hier einen guten Risiko-Arbitrage-Ansatz von Unicharm. Und Pet Care bleibt weiterhin ein Wachstumsmarkt, zumal dort in Asien in Bezug auf „Tier als Freund und Familienangehöriger im Haushalt“ noch viel Nachholbedarf im Vergleich zum Westen besteht (zumindest Asien ex Japan).

    Ich möchte niemanden beseelen; lediglich habe ich die „Patenschaft“ für diese Aktie, weswegen ich regelmäßig über Updates berichte und mit Mindestmaß meine Sicht auf die Fundamentals teile.

  24. Avatar von BörsenHai
    BörsenHai

    Ben, ich bin gespannt auf den Jahresabschluß und die neuen Aktivitäten zum Communityreport.

    Dir und allen Anderen ein gesegnetes Fest

  25. Avatar von Michael
    Michael

    Also der VanEck Morningstar Developed Markets Dividend Leaders läuft und läuft und läuft…. Year to date schon bei 10%. Ich versuche hier seit Wochen mit einer größeren Umschichtung reinzukommen, sträube mich natürlich nach dem enormen Anstieg und warte lieber auf ein Dip. So der Plan. Aber er will nicht aufgehen…

    1. Avatar von Matthias von Mitzlaff

      Richtig lieber Michael,
      der A2JAHJ macht seit langer Zeit viel Freude.
      Allein die ersten zwei Monate 2026 ist der Kurs um 4 EUR und das Fondsvermögen um knapp 2 Mrd. gestiegen. Durchaus etwas „beängstigend“, wo soll das noch hingehen?
      Mein Mut (lieber Chrischaan) ist tatsächlich damals (2023) belohnt worden. Etwas Glück ist bei unser Auswahl von Aktien und ETFs halt auch dabei.

      Übrigens, Market-Timing kann ich bei Einzelaktien durchaus nachvollziehen (ich kaufe auch gezielt nach), bei ETFs jedoch nicht. Gute ETFs vollziehen eine stetige LURO-Entwicklung, da ist es also ziemlich egal WANN du einsteigst, sondern DASS du überhaupt einsteigst.

      Für mich ist der A2JAHJ von VanEck mittlerweile „Commodity“, ich habe nicht mehr viel anzusparen bis zu seiner Endhöhe in meinem Depot.
      Für mich ist das „next big thing“ tatsächlich der A41L70 von L&G. Da bin ich nun auch mal mutig reingegangen und bin gespannt, wie er sich weiterentwickelt in 2026.
      händereib

    2. Avatar von Ben Warje

      Lieber Matthias,

      ich habe mich übrigens durch Deine Wahl und die gezeigte Performance inspirieren lassen und im Kinderdepot meiner Tochter seit Juli letzten Jahres einen Sparplan im A2JAHJ laufen. Die absolute Performance liegt bei 16,8% – wirklich erstaunlich für diese kurze Zeit und monatlichen Sparraten. In einigen Jahren werde ich dann meiner Tochter erklären, wie ich auf den Wert gekommen bin. Deine Nennung und der Verweis auf das Divantis-Community-Depot sei Dir gewiss. :)

      Viele Grüße Ben

    3. Avatar von Chrischaan
      Chrischaan

      Kinderdepot ist ein sehr gutes Stichwort: für unsere Kiddies laufen die Sparpläne seit einigen Jahren. Getrackt habe ich es seit Sep 2022 in PP. Supereinfach: FTSE All World, 2x monatlich im Sparplan seit Jan 2024. Davor MSCI World. Sprich null Aufwand. Durchschnittliche Performance 12,5%/a! Hätte ich mal das rumspielen mit Einzelaktien sein gelassen und auch das Elterndepot so geführt…

    4. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      @Chrischaan,

      aber dann (keine Aktien – nur ETFs) könntest Du ja nichts hier im Forum beitragen. Das wäre schade.

      Wenn ich mein Depot mit dem Standard ETF MSCI World vergleiche, bin ich manchmal performanter, häufig nicht so performant. Beides allerdings im Bereich +-5% über 5 Jahre. Komischerweise ist meine Volatilität aber jedes Jahr deutlich geringer – teilweise bis zu 10% besser als der ETF, normal sind 5% besser.
      Habe allerdings im Vergleich zum MSCI World weniger IT, weniger Nicht-Basiskonsum, dafür mehr Finanzen, mehr Industrie und mehr Basiskonsum im Depot.
      Und nein: Ich nehme den MSCI World nicht als Messlatte, habe ihn lediglich als Marke in der Auswertung

      @Michael, dann starte doch mit einem Sparplan und wenn Sie runterkommen, kaufst Du eine dickere Position. Dann hast Du den ETF auf alle Fälle schon im Blick und partizipierst bereits.

      @Matthias von Mitzlaff: Darf ich fragen, was Deine Zielposition des ETF A2JAHJ ist (in Prozent bitte ;) )
      VanEck und L&G: Was versprichst Du Dir durch den neuen L&G ETF? Der VanEck läuft die letzten Jahre besser als der MSCI World und schüttet noch 3% Div zusätzlich aus.

    5. Avatar von Michael
      Michael

      @BörsenHai, Matthias von Mitzlaff

      Vielen lieben Dank für die Tipps. Was aus meinem Post nicht hervorging: Ich bin bereits gut in dem VanEck investiert. Bloß wollte ich – eben weil er mir so gut gefällt – eine für mich recht große Einzelposition in diesen ETF umschichten. Da es sich um einen fünfstelligen Betrag handelt, wollte ich wenigstens auf einen geeigneten Dip warten, der nach solch einem massiven Anstieg ja doch statistisch gesehen sehr nahe liegt. Aber da lehrt mich der ETF eines Besseren. Nicht einmal der gerade entstehende Flächenbrand im nahen Osten kann ihm was anhaben.

    6. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      @Michael

      Dass Du bereits investiert bist, kam aus deinem Post nicht heraus.
      Mit dem Umschichten: Da habe ich aus Erfahrung so meine Probleme. Nicht mit dem ETF. Es liegt in der Natur des Menschen, dass er „guten Kursen“ hinterherläuft, bei schlechten Kursen aber liebend gerne verkauft.
      Ich habe bei Umschichtungen immer Lehrgeld bezahlt bis auf wenige Ausnahmen.
      Aus diesem Grund habe ich mich entweder komplett getrennt von einer Aktie (!) oder gar nicht. Und ich habe gelernt: Schreibe auf warum Du eine Aktie kaufst.
      Ist dieser Grund nicht mehr gegeben, trenne Dich davon (natürlich nach reiflicher Überlegung!). Manchmal liegt der Nachkauf einem Verkauf viel näher als man denkt.
      Auch der VanEck kommt wieder runter. Es ist ja nicht so, dass er das alleinige Mittel für Vermögensaufbau ist. Er ist performanter in den letzten 3 Jahren als die „allgemeinen ausschüttenden ETFs“. Aber auch VanEck hatte mal 3 Jahre keine Kursperformanz. Und 2,5% Bruttodividende decken halt keine Inflation ab.

      Ich weiß ja nicht, was für Geld aus welcher Anlage in den ETF packen willst.
      Ohne diese Kenntnis: Ist es ein anderer ETF, vollziehe den Wechsel nicht (außer es ist ein SektorETF)
      Ist es eine Aktie: „its your turn“
      Neben dem Vermögensaufbau ist eben auch die Frage, willst Du Dein Dividendeneinkommen steigern und damit deine Sparrate?

      Es gibt genügend Aktien, die mehr Divi bringen und hohe Steigerungsraten haben als dieser ETF. Ein ETF ist immer nur „nicht Geld verlieren“, reich wird man damit weniger. ;) Was bitte nicht so verstanden werden soll, dass der ETF schlecht ist.

    7. Avatar von Claudio
      Claudio

      Ich kann mich dem Kommentar vom Börsenhai nur anschließen, ich interessiere mich für Börse seit dem Flashcrash 1987, den werden die wenigsten hier noch erlebt haben, daher kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass es sehr viel bringt sich Notizen zu machen, warum eine Aktie gekauft wurde!
      Ich bin damals als Matthias den VanEck Dividende hier erwähnt hat, ebenfalls dort eingestiegen, mittlerweile macht er knapp 10% in meinem Depot aus, und ist mein einziger ETF. Damals war er ca. 300 Mio. Schwer. Heute ein Vielfaches! Auch hier schreibt Börsenhai: der VanEck kommt zurück, was ich ganz genau so sehe, aus der Erfahrung der vergangenen Jahrzehnte, war es immer so, je größer und beliebter ein Aktienfonds/ETF war, um so schwieriger war es die Performance zu halten, ich erinnere da nur an den legendären Templeton Growth, der damals in den neunzigern der Maßstab war. Keine Ahnung wo der heute steht. Trotzdem halte ich den VanEck für ein gutes Instrument, passives Einkommen zu erzielen!
      Und noch eins, Fehler gehören dazu, man erwischt immer wieder mal eine Aktie die man eben falsch eingeschätzt hat, erkennt man dies, rate ich zum sofortigen Verkauf, es lohnt sich meist nicht auf bessere Zeiten zu warten/hoffen.

    8. Avatar von UrsprungsFrank
      UrsprungsFrank

      @Claudio

      Alter Schwede – da bist Du ja schon lange Investor – 1987 – da war von Internet noch lange keine Spur. Die Dividenden wurden bei der eigenen Hausbank noch mit Kupons eingelöst. Ich weiß noch wie heute, dass ich in den 80iger Jahren mal eine Aktie zeichnete (welche weiß ich nicht mehr) und diese dann mit einem guten Zeichnungsgewinn wieder verkaufte. Danach bin ich erst wieder in den Nuller Jahren eingestiegen. Dann aber richtig ;-)

      Interessant ist Deine Bemerkung, dass auch bei den ETFs mit zunehmenden Volumen deren Performance abnimmt. Wer satt ist wird träge. Gerd Kommer hat das mal an den gemanagten Fonds gut herausgearbeitet. Sein Fazit war, dass es geradezu System war, große Fonds quasi gegen die Wand zu fahren. Die Kundschaft wurde dann auf neue Fonds geführt um das Disagio erneut abzukassieren. Scheint das also auch bei ETFs der Fall zu sein? Die Kommersche Erkenntnis würde natürlich auch teilweise(!) für ETFs als Begründung herhalten. Wenn dem wirklich so ist, wäre natürlich eine Quantifizierung des Phänomens hilfreich. Auf jeden Fall sollte man die ETFs für ‚Jung-Sparer‘ dann doch nicht auf ewig empfehlen …

      Ich greife nur dann auf ETFs zurück, wenn ich einem Sektor Zukunftschancen einräume, von den einzelnen Werten aber (fast) nix verstehe. So findet sich denn in meinem Depot auch der ETF „VanEck Rare Earth and Strategic Metals UCITS“ – A3CRL9. Performance selbigen erfreut.

      Gruß Frank

  26. Avatar von Marc
    Marc

    Und wenn du weitermachst, rennst du dem Markt hinterher…

  27. Avatar von Chrischaan
    Chrischaan

    Mal sehen, vielleicht ergeben sich ja bessere Einstiegspunkte schneller als uns lieb ist… Zumindest wenn man die Entwicklungen im Nahen Osten betrachtet. Aber ich hoffe mal, dass die Kurse weiter davon laufen und die Befürchtungen nicht eintreten!!!

    @Matthias: Ich ziehe meinen Hut vor deinem Vorschlag für das Community-Depot.

  28. Avatar von Matthias von Mitzlaff

    1.000 Anteile, lieber Feargal…äh…StockSharkey,
    strebe ich bei mir gewogenen ETFs zunächst an,
    so auch beim A2JAHJ und beim A12HUR.
    Beim A41L70 strebe ich das auch erstmal an (wegen der geringen EUR-Größe von knapp 10 EUR ggf. auch 2.000 Anteile, mal sehen…).

    Hier und da auf Youtube gibt es schon Vergleichsvideos zu den erwähnten Div-ETFs von VanEck und L&G. Mal angenommen, dass sich auch der L&G gut entwickelt (was noch nicht sicher ist), meine ich mich zu erinnern, dass
    – er noch etwas stärker in mittleren und kleinen Unternehmen investiert ist (Morningstar-Analyse)
    – ist seine TER etwas niedriger (von 0,29%)
    – ist seine regionale Verteilung und seine Einzeltitel-Verteilung (900 Positionen) noch stärker bzw. ausgeglichener.
    Davon abgesehen, mag ich den Spruch „do not put all your eggs into one basket“ und verteile meine Investitionen gerne.

    Wie es auch kommen mag, man macht mit einem ETF-Investment wenig falsch, wenn die Kosten niedrig bleiben, die Streuung gut ist und die Kursentwicklung ordentlich.

    PS: Ja, auch ich freute mich sehr über die Div.erhöhrungen bei Allianz (+11%) und MunichRe (+20%). Beide in guter Gesellschaft von NextEra (+10%), Danaher (+25%), Blackrock (+10%) und anderen.

    1. Avatar von sonny
      sonny

      Hallo zusammen, ich bespare den Vanguard FTSE All World und habe ca 1.800 Anteile aktuell. Bin mit der Performance sehr zufrieden aber mit der Dividende eher nicht. Der von euch erwähnte VanEck scheint wirklich sehr interessant, allerdings sind dort nur 100 Unternehmen enthalten. Das fand ich etwas wenig diversifiziert. Wie steht ihr dazu? Etwas zu wenig für das Basisinvestment oder?

  29. Avatar von Matthias von Mitzlaff

    Lieber Sonny,
    mit knapp 2.000 Anteilen des FTSE All World von Vanguard dürftest du bereits so gut diversifiziert sein, wie nur irgend möglich (höchstens die ACW-ETFs sind noch breiter gestreut).
    Eine Div-ETF Beimischung könnte für dich Sinn machen, wenn du mehr Dividende willst.
    Auf extraetf.com kann man gut filtern und suchen.
    Wenn ich dort nach Aktien-ETFs mit Dividendenstrategie und mindestens 500 Positionen suche, finde ich in einer Trefferliste von 18 ETFs den High Dividend Yield von Vanguard ganz oben (größte Marktkapitalisierung). Könnte was für dich sein, wenn dich Vanguard als Anbieter überzeugt.
    Mir passte das Verhältnis von Dividendenhöhe, -wachstum, Kursentwicklung beim A1T8FV nie so richtig, deshalb bin ich nicht dabei geblieben. Er ist jedoch noch immer der Platzhirsch unter den Div-ETFs, damit macht man wohl wenig falsch.

    Wenn ich wie du so viele Anteile vom FTSE All World hätte, würde ich wohl einen der beiden Wege gehen:
    a) Konsequent den FTSE All World von Vanguard weiter besparen (gute Kursentwicklung) und irgendwann mal eine Entnahmestrategie via Verkäufe fahren oder
    b) Irgendwann ein sehr dividendenorientiertes ETF-Produkt besparen, in der Hoffnung auf Dividendenzahlungen (bei Investreduzierung für den FTSE All World, den einfach liegen lassen…).

    100 Positionen in einem ETF sind in der Tat nicht viel, 500 oder über 1.000 klingt da schon wesentlich diversifizierter. Zu hinterfragen sind jedoch auch Aktienauswahl im ETF und Verteilung der Top-10. Beides passt ziemlich gut beim A2JAHJ von VanEck, wie ich finde.

    1. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      Hallo Sonny,

      die schiere Menge an Positionen machen nicht unbedingt den stabilsten oder am breitest diversifizierten ETF aus.
      Es gibt eben ETFs mit 1000 Positionen, wo 30% die Top 10 ausmachen. Und viele mit 0,0x% drin sind.
      Von gleichgewichteten ETFs halte ich übrigens gar nichts. Die Gewinner werden immer wieder verkauft und in die Nicht-Gewinner gesteckt.

      Mit 100 Aktien kann man bereits den wichtigsten Markt abdecken.
      Alle Sektoren und zumindest die wichtigsten Industrieländer und ein paar kleinere Mitspielerländer können damit abgedeckt werden.

      Der VanEck sagt eben, dass nur solide Dividendenzahler aufgenommen werden.
      Die genauen Kriterien bitte den ETF-Beschreibungen entnehmen.
      Damit ist er aber auch ein ETF, der auf Ausschüttung und solide Dividende wer legt. Der MSCI AC World oder FTSE All World versucht eben den Focus auf „überall dabei sein“ zu legen. Dann ist die Div-Rendite natürlich nicht im Anlagefokus.

      Du musst Dir die Frage stellen: Möchte ich lieber früher CashBack für den weiteren Aufbau oder solide AllCountry World?

    2. Avatar von Chrischaan
      Chrischaan

      Hi Börsenhai,

      Zitat „Von gleichgewichteten ETFs halte ich übrigens gar nichts. Die Gewinner werden immer wieder verkauft und in die Nicht-Gewinner gesteckt.“

      Das ist klar ein Nachteil der gleichgewichteten Indices. Das muss man sagen. Aber es gibt auch Vorteile.

      In einem marktgewichteten Index juckt es überhaupt nicht, ob sich die 500ste Position verdoppelt oder nicht. Da zählt nur was die Toppositionen machen. die 500ste Position müsste sich wahrscheinlich sehr oft verdoppeln bevor ihre gute Performance Relevanz für den Index hat. In einem gleichgewichtetem Index zählt das von Anfang an. Faktisch entspricht das einer Art von Size-Faktor, da die Entwicklung der kleinen Unternehmen genauso viel Wert ist, wie die der großen.

      Man kann sagen, dass man dann immer von Gewinnern in Verlierer umschichtet. Oder man kann auch sagen, dass man antizyklisch agiert. Vergleichbar mit Equalweight wäre ein Rebalancing im Depot. Auch das machen einige. Ich würde es mit einer Art Valuefaktor vergleichen.

      In den letzten 10 jahren war damit kein Staat zu machen, da Big-Tech alles dominierte. Und da war Marktkapitalisierung natürlich King. Und wer davon ausgeht, dass dies keine Anomalie war, sondern so weiter geht, der sollte die Finger von gleichgewichteten Indices lassen.

      Schaut man 20 Jahre zurück (der verlinkte Bericht hat den Zeitraum 2003-2023 betrachtet), sieht es für gleichgewichtet schon sehr viel besser aus.

      https://www.google.com/url?sa=t&source=web&rct=j&opi=89978449&url=https://www.spglobal.com/spdji/en/documents/research/research-more-equal-than-others-20-years-of-the-sp-500-equal-weight-index.pdf&ved=2ahUKEwiYt_Gi04OTAxVs9gIHHU_-Er8QFnoECBoQAQ&usg=AOvVaw2tgfIj287CnModraB_K_4o

      Man muss also wie immer sagen, je nach Zeitraum unterschiedliches Ergebnis. Aber eine Aussage, dass gleichgewichtete Indices schlechter performen, da Gewinner immer wieder verkauft werden, ist glaub ich nicht richtig. Andere Faktoren scheinen das wieder aufzuwiegen.

      Beste Grüße,
      Chrischaan

    3. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      Hallo Chrischaan,

      die meisten ETF machen den marktwertbasierten Ansatz.
      Davon bin ich aber ebenso kein Fan. Weil wie Du sagst, die BigTechs weit übergewichtet sind. Ist halt die leichteste Kennzahl, die man erhebt.

      Bei einem gleichgewichteten ist die Auswahl der Papiere entscheidend und zwar mehr als bei anderen ETFs. Mag sein, dass Sie mal besser laufen, aber das Konzept überzeugt mich nicht. Range mit „max x% der Top Ten“ oder „max x% pro Einzelinvest“ finde ich deutlich angemessener.
      Wie auch im Leben finde ich Schwerpunkte zu setzen besser.

      Ein permanentes Umschichten von ETF, da bin ich erst recht kein Freund (mal den, mal den). Da lässt man steuerbedingt zu viel Performanz auf der Straße.

      Letztendlich benötigt man 4-6 ETFs oder 2-3 ETFs und Aktien dazu, um das schiere Übergewicht der BigTechs auszugleichen und CashBack angemessen zu realisieren.
      Außerdem mag ich manche BigTechs nicht. ;)

      Mit 3% Nettodividende und Zuschuß aus dem erarbeiteten Kapital fühle ich mich wohl. Und wenn das Div-Wachstum jedes Jahr um 5% oder höher ausfällt, ist das das Sahnehäuptchen.

      Aber ich fahre eben meinen Stiefel, andere schlüpfen wieder in andere Stiefel. ;)

  30. Avatar von Sonny
    Sonny

    Vielen Dank Matthias! Würde deiner Meinung nach eine Aufteilung der monatliche Sparrate von 50/50 auf den Vanguard Ftse all world und vaneck sinn machen? Oder wäre es doppelt gemoppelt?

    1. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      Hallo Sonny,

      was für Dich (!) das richtige Verhältnis ist, kann niemand sagen.
      Du solltest eines nicht vergessen, dass der VanEck auch auf „Qualitätszahlen“ achtet (z.B. Ausschüttungsquote).
      FTSE All World ist mit VanEck nicht zu vergleichen anhand der Investments. Dazu bitte JustETF oder ExtraETF besuchen. Dort sind alle Details zu den einzelnen Papieren aufgezeigt.

      Wenn Du CashBack willst, dann VanEck. Wenn Du glaubst ein Accumulating ist besser dann den FTSE All World.
      Dividenden und der Einfluss auf die Steuer sind „Religions“streitigkeiten.

      Dividenden haben bei mir das Kapital für Neuinvestitionen immer gerne aus Dividendenzahlungen genutzt. Ist aber meine Meinung bei meiner Situation!

    2. Avatar von Chrischaan
      Chrischaan

      @Sonny:

      Bin nicht Matthias, aber auch mit dem FTSE All World vertraut (siehe oben).

      Und ich sehe das wie Börsenhai und Tobs. Es kommt immer stark auf die eigene Situation an. Wenn du schon nahe der Verbrauchsphase bist, dann wahrscheinlich eher der höher ausschüttende. Je weiter man davon entfernt ist (und bei meinen Kiddies sind es noch bis zu 60 Jahre ;-)) umso weniger rational sind Dividenden (mit unten genannter Einschränkung). Außerdem ist das Wachstum der Dividende auch sehr wichtig (siehe Tobs‘ Kommentar).

      Wenn man in den L&G IE0005AJA0P1 investiert, dann würde ich dass in einem gewissen Verhältnis zusammen mit dem L&G IE00BMYDMC42 tun, um neben den Developed Markets auch die Emerging Markets abzudecken. Beide sind halt tatsächlich noch sehr klein.

      Gedanke zu Börsenhais „Religions“streitigkeiten:

      Unser Vater Staat hat sich dieses Vorabpauschalenkonstrukt ausgedacht. Das macht für mich persönlich diese ETFs interessant, die Erträge ungefähr in Höhe der VAP generieren oder leicht darüber. Warum? Psychologisch ist es angenehm dieses „passive Einkommen“ zu generieren. Bei der Vorabpauschale auf einen thesaurierenden ETF hat man das nicht und wird dennoch steuerpflichtig (in Gewinnjahren und solang der Referenzzinssatz entsprechend hoch ist). Dann bevorzuge ich doch die ausschüttende Variante und nehme zu ähnlichen Konditionen den wärmenden, psychologischen Effekt der Ausschüttungen mit.

  31. Avatar von Tobs
    Tobs

    Was ich übrigens bei der Dividenden-ETF-Diskussion gerne noch einbringen würde: Der Faktor CAGR…Und danach ist, wenn man jedenfalls für sich mit ein bisschen Lebenszeit noch rechnen darf, meines Erachtens der Vanguard FTSE All World der vielleicht beste Dividenden-ETF, den es gibt, und gleichermaßen der am meisten Übersehene!

    Die Anfangsrendite des Vanguard FTSE All World ist vergleichsweise gering, ok. Allerdings lag das Dividendenwachstum (CAGR) der zurückliegenden 10 Jahre bei rund 6-7% p.a. Wenn man dieses Wachstum für die Zukunft extrapoliert, hätte der Vanguard FTSE All World in Bezug auf die Divi-Höhe bereits nach 15 Jahren mit seinem Divi-Bruder Vanguard FTSE All World High Divi gleichgezogen, wenn man auch dessen Dividendenwachstum (ebenfalls CAGR) der letzten 10 Jahre von rund 3-4% p.a. extrapoliert. Und das ganze natürlich bei einer sehr interessant risikoadjustierten Rendite, denn der FTSE All World könnte kaum breiter aufgestellt sein.

    Ich selber bespare tatsächlich auch den FTSE All World High Divi, allerdings sehe ich das heute ein Stück weit kritischer und hätte vermutlich auch besser von Beginn an auf den FTSE All World gesetzt. Ich bin sehr froh, hingegen für meine Familienmitglieder von Beginn an den Weg zum FTSE All World eingeschlagen zu haben.

    Kurzum: Wer noch jung/jünger ist, müsste meines Erachtens jeden Dividenden-ETF challengen, indem er dessen Divi-Wachstum (CAGR) mit dem des FTSE All World benchmarkt. Ich glaube fast, der FTSE All World bleibt insoweit der (unbemerkte) Goldstandard und es wäre, wenn man noch jünger ist und long term investiert (!), fast stets unvernünftig, einen dedizierten Divi-ETF auszuwählen. Mein Guess zum Sonntag….

  32. Avatar von Matthias von Mitzlaff

    Verstehe, lieber Michael!
    Zu dem Thema „ETFs: Einmalanlage oder Raten-Einstieg?“ gibt es gute youtube-Videos.
    Soweit ich mich erinnere, läuft es darauf hinaus:
    a) Langfristig ziemlich egal. Kannst du gleich alles „reinpumpen“.
    b) Kurzfristig – insbesondere wenn du auf Rücksetzer spekulierst – könnten Ratenkäufe sinnvoll sein.
    Zu b) ist festzuhalten:
    1) Auch Profis wie Charlie Munger bestätigten uns: Time in the market ist oft besser als Market-Timing.
    2) Aus welchen nachvollziehbaren Anzeichen/Gründen schließt du, dass es Rücksetzer geben sollte? Der A2JAHJ von VanEck hat die letzten drei Jahre stabil performt. In diesem Zeitraum gab es diverse Krisen und Herausforderungen.
    Auch mich überrascht die Resilienz dieses ETFs ein wenig. Es liegt wohl auch an dem hohen Value-Inhalt (Finanzen, Industrie etc.), der ja aktuell auf viele Anleger attraktiv wirkt.

    Optional:
    Du könntest auch einen Teil der freien Summe in den A2JAHJ setzen und einen ergänzenden Teil in einen Tech-ETF o.ä. Das wäre eine schöne Ergänzung zueinander, denn – das sollte man unbedingt auf dem Schirm haben! – der VanEck Div ETF vereinigt quasi KEINE Tech-Titel auf sich!

  33. Avatar von Sonny
    Sonny

    Och man das ist wieder so schwierig. Jetzt nicht mehr den FTSE vanguard all world besparen und stattdessen den vaneck fühlt sich auch nicht ganz richtig an. Obwohl ich viel Wert auf dividende lege. Bin 35 jahre alt.

    1. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      @Sonny,

      mach Dir nicht zu viele Gedanken. Wenn Du auf Dividenden stehst, probiere es aus!
      Schau nach 3 Jahren nochmal drauf und dann beendest Du eben den VanEck wieder, wenn Du Dich schlecht fühlst.
      Jeder hier hat nur beschränkt Kapital, das er investieren kann. Mit ausschüttenden ETFs hast Du schlicht Jahr für Jahr mehr Geld für ein neues Invest (in neue oder alte Papiere).

      Wichtiger als die Dividende an sich ist, dass Du im Leben vorwärts kommst und mehr verdienst. Das ist Dein größtes Potential für die Zukunft – außer deiner Gesundheit.

      Keine Anlageempfehlung – nur meine Gedanken!

    2. Avatar von BG
      BG

      Hallo Sonny,
      ich kann mich BörsenHai nur anschließen. Mit einem der beiden ETFs wirst auf lange Sicht vermutlich nichts verkehrt machen. Welcher wirklich besser läuft, wird man eh erst in der Zukunft sehen. Wichtig ist anzufangen und diesen Schritt hast du bereits getan :)
      VG
      BG

Kommentar verfassen

Fediverse reactions