Manchmal ärgere ich mich über Aktien in meinem Depot. Sie sind als defensiv und mit Inflationsschutz hineingekommen, werden ihrem Zweck aber derzeit nicht gerecht. Jedenfalls nicht so, wie ich mir das eigentlich vorgestellt hatte.
Ein solcher Fall ist die Aktie des Nahrungsmittelherstellers, die ich mittlerweile seit mehr als sechs Jahren im Depot habe und die nur durch die Dividenden und den starken US-Dollar bei +/- 0 steht. Für diese Haltedauer wahrlich eine Enttäuschung!
Vor drei Monaten hatte ich ihr angesichts der positiven Performance im letzten Jahr (+16,3%) eine Fristverlängerung gewährt. Kommt sie nun ins Rollen, dann bleibt sie in meinem Depot.
Und wie sieht es nun aus? Mit einem Plus von 5% seit Jahresbeginn hat sie den Markt zwar outperformt, reicht mir das aber?
Wie die jüngste Dividendenzahlung ausgefallen ist und was ich nun mit der Aktie vorhabe, erfährst Du in diesem Beitrag.
Die Aktie von Kellogg, die ich seit einiger Zeit unter Beobachtung gestellt habe, habe ich hier ausführlich vorgestellt. Mit ihr bewege ich mich weiterhin durch den starken US-Dollar und die vereinnahmten Netto-Dividenden ungefähr auf dem Niveau meines Einstands.
Wie Du am 10-Jahres-Chart siehst, war mein damaliger Kauf zwar schön in einer steigenden Phase. Aber nach dem Höchststand 2016 ging es stetig bergab. Seit 2019 hat sich die Aktie nun tendenziell seitwärts bewegt:

Dividendenzahlung
Kellogg zahlt erneut eine Quartalsdividende von 0,58 US$ je Aktie. Für die 50 Aktien in meinem Dividendendepot ergibt das eine Brutto-Dividende von 29 US$. Sie wurde von der Consorsbank zum Kurs von 1,1028 in Euro umgerechnet. Nach Abzug der Steuern verbleibt eine Netto-Dividende von 19,57 €. Sie wurde rückwirkend mit Wertstellung 15.03.2022 überwiesen.

Perspektiven
Ein kleines Plus in diesem Jahr ist natürlich angesichts des Gesamtmarktes nicht so schlecht. Aber es ist deutlich weniger als ich erwartet habe. Denn Kellogg habe ich eigentlich zu den Unternehmen gezählt, die über eine Preissetzungsmacht verfügen und es in einem Inflationsumfeld leichter haben, steigende Rohstoff- und Lieferkosten an die Verbraucher weiterzugeben.
Kellogg hat starke Marken und Produkte, die von Verbrauchern gekauft werden. Neben den Corn Flakes, sind das die Pringles-Chips und – in den USA – die fleischlosen Mahlzeiten von Morning Star.
Aber offenbar ist die Realität nicht so einfach, wie sie im Lehrbuch steht. Denn Kellogg berichtete bei den letzten Quartalszahlen vor allem von gestiegenen Rohstoffkosten und Störungen in der Lieferkette. Dazu kam dann noch ein Arbeitsstreik und ein Fabrikbrand.
Und so ging im letzten Quartal der operative Gewinn um 14,7% zurück. Im Gesamtjahr 2021 sah es etwas besser aus, da sank diese Kennzahl nur um 0,5%. Gleichzeitig stieg der Umsatz um 3%. Angesichts einer Inflationsrate, die deutlich über den 3% liegt, ist das aber faktisch ein Netto-Rückgang.
Alles in allem unbefriedigend! Und die Prognose für 2022 sieht auch nicht viel besser aus. Erwartet wird ein erneuter Umsatzanstieg um 3%. Der operative Gewinn soll um 1-2% steigen, ebenso der Gewinn je Aktie. Da ist nicht viel Platz für Unvorhergesehenes und Kellogg muss mit einem Gewinnrückgang zurechtkommen.
Und wahrscheinlich ist das auch schon längst passiert. Denn noch bei den Quartalszahlen zu Ende September hatte Kellogg von einem anziehenden Verkaufsvolumen in Russland berichtet. Das dürfte sich aktuell komplett erledigt haben.
Kellogg steht daher bei mir ab sofort auf der Verkaufsliste. Ich werde die Aktien bei nächster Gelegenheit verkaufen und den Lowperformer aus meinem Depot werfen. Glücklicherweise habe ich ja „nur“ 50 Aktien von Kellogg und sie entsprechen auch nur einem Depotanteil von 0,6%. Aber ich habe die Hoffnung aufgegeben, dass die Aktie in der nächsten Zeit einen deutlich positiven Beitrag zu meiner Depotperformance leisten kann. Und dann ist es Zeit Abschied zu nehmen.
Auf einen Blick:
| Unternehmen: | Kellogg |
| ISIN: | US4878361082 |
| Im Divantis-Depot seit: | 26.11.2015 |
| Letzter Nachkauf am: | 08.12.2015 |
| Stückzahl im Divantis-Depot: | 50 |
| Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren: | 65,74 € |
| Gesamtkaufpreis: | 3.286,85 € |
| Insgesamt erhaltene Netto-Dividenden: | 474,99 € |
| Verkauft am: | 21.06.2022 |
| Durchschnittsverkaufserlös abzgl. Gebühren und Steuern: | 67,60 € |
| Gesamtverkaufserlös: | 3.380,00 € |
| Gewinn/Verlust: | 568,14 € |
| Gewinn in Prozent: | 17,29% |

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