Die Geschichte ist schnell erzählt: 2014 entschied ich mich, in eine Aktie zu investieren und ein paar Monate später baute ich das Investment dann stark aus. Mit einem Kapitaleinsatz, den ich zur damaligen Zeit sonst nie in ein einzelnes Unternehmen steckte. Die Position sollte die Basis für mein neues Dividendendepot werden und mir regelmäßige Dividenden liefern. Schon damals war versprochen worden, dass die Dividende nicht sinken solle, sondern – wenn möglich – ansteigen solle.
Nun sind 12 Jahre ins Land gegangen und die Position ist immer noch die größte in meinem Dividendendepot. Und sie hat ihr Versprechen gehalten. Die Dividende hat sich seitdem verdreifacht und sorgt Jahr für Jahr für einen Rekordmonat Mai.
Was ich aus diesem Rückblick für die Zukunft mitnehme und warum ich gerne noch aufstocken würde, aber mich selbst zügele. Das erfährst Du – neben der Dividendenabrechnung – in diesem Beitrag.
Mein größter Depotwert ist seit dem Bestehen des Divantis-Blogs die Münchener Rück, auch Munich Re genannt. Hier habe ich sie ausführlich vorgestellt.
Sie ist die größte Rückversicherung der Welt, aber auch im Erstversicherungsgeschäft mit der Ergo gut vertreten. Vor allem glänzt sie mit dem Versprechen, die Dividende nicht zu senken, sondern immer dann zu erhöhen, wenn das möglich ist.
Und so wurde sie schon mit dem ersten Kauf im Jahr 2014 zu meinem Basisinvestment und dem Kern des Dividendendepots.
Meine persönliche Historie ist hier im Depotausschnitt bei flatex dokumentiert:

Der durchschnittliche Einstand liegt bei 177,85 €. Bei einem Einstand von 22.231,25 € ist die Position aktuell 42.093,75 € oder 189,34% im Plus. Das bezieht sich jedoch nur auf den reinen Kurswert und berücksichtigt keine erhaltenen Dividenden.
Im Langfristchart kann man gut sehen, dass die Aktie lange solide lief und dann ab 2023 zum Höhenflug ansetzte. In den letzten 12 Monaten verlor sie – auf hohem Niveau – jedoch etwas und notiert aktuell rund 100 € unter ihrem Höchststand:

Die ersten 5 Jahre meines Investments waren sogar ohne nennenswerte Kursgewinne. Da war die Aktie einfach ein solider Dividendenzahler für mich. Und diese Status hat sie bis heute beibehalten!
Dividendenzahlung
Die Munich Re zahlt in diesem Jahr eine Dividende von 24,00 € pro Aktie. Das ist gegenüber dem Vorjahr (20,00 €) eine Erhöhung um 20,0%. Für die 125 Aktien in meinem Depot ergibt das eine Bruttodividende von beachtlichen 3.000 € – ein Plus von 500 € gegenüber dem letzten Jahr. Davon wurden mir die normalen Steuern abgezogen und ich erhalte eine Netto-Dividende von 2.208,75 €. Auch das ist noch ein Plus von 368,12 € gegenüber 2025. Die Zahlung erfolgte durch flatex mit Wertstellung 05.05.2026.

Die Dividendenrendite der Munich Re ist dank der Dividendenerhöhung und einem Kursrückgang höher als noch vor einem Jahr. Da lag sie bei 3,4%. Nun entsprechen 24 € Dividende bei einem Kurs von 508,80 € (Schlusskurs am Dividendenzahltag) einer Dividendenrendite von 4,7%.
Meine persönliche Rendite auf meinen Einstand (Yield on Cost) liegt deutlich höher. Ich habe für die 125 Aktien 22.231,25 € bezahlt und erhalte nun 3.000 € Bruttodividende darauf. Das entspricht einem YoC von 13,5%. Hier kommen meine lange Haltedauer und die erheblichen Dividendenerhöhungen der letzten drei Jahre zum Tragen.
Sie bewirken auch, dass ich inzwischen mehr als die Hälfte meines Investments wieder zurückerhalten habe: 13.684,47 € habe ich in nun 11 Dividendenzahlungen netto erhalten. Das sind exakt 61,6% meines Einstands. Und das Beste: Bleibt es dabei, dass die Munich Re ihre Dividende nicht senkt, dann werde ich auch ohne weitere Dividendenerhöhungen bereits in 4 Jahren meinen Einsatz komplett zurück haben. Mit zukünftigen Erhöhungen wird es natürlich noch schneller gehen…
Perspektiven
Wer den Divantis-Blog schon länger verfolgt, erinnert sich mit Sicherheit an meine Überlegungen vor einiger Zeit, einen Teilverkauf der Munich Re vorzunehmen, da die Position ein zu großes Depotgewicht hatte. Die Reaktionen in den Kommentaren waren eindeutig: Gewinne sollte ich einfach laufen lassen. Glücklicherweise habe ich mich davon überzeugen lassen und keine Veränderung an meiner Position vorgenommen. Und das Depotgewicht im Dividendendepot ist immer noch hoch: Aktuell sind es 11,9%. Vor einem Jahr waren es aber noch 14,3%. Und vor zwei Jahren 10,6%. Die Schwankungen resultieren vor allem aus dem veränderten Aktienkurs der Munich Re selbst, aber auch aus dem steigenden Gesamtdepotwert. Denn auf Sicht der letzten 12 Monate hat die Munich Re um 8,1% verloren, während mein Dividendendepot nur in der Performance schon um 10,9% zugelegt hat.
Jeglichen Zweifel an der Größe der Position habe ich inzwischen aber abgelegt. Die Dividendenzahlungen haben mittlerweile eine Dimension erreicht, die ich mir nicht hätte vorstellen können. Ich habe zwar keine Statistik darüber, aber bin mir relativ sicher, dass ich im Kaufjahr 2014 (okay, da waren es auch nur 50 Munich Re-Aktien) kaum eine wesentlich höhere Dividendensumme im gesamten Depot hatte als nun allein mit dieser Depotposition.
Und 2017, dem ersten Jahr des Divantis-Blogs, erhielt ich eine Brutto-Dividende für die gleichen 125 Aktien von 1.075 €. Daraus sind nun, nur 9 Jahre später, 3.000 € geworden!
Und es bedarf keiner prophetischen Gabe, um davon auszugehen, dass es auch in den nächsten Jahren weitere Dividendenerhöhungen geben wird. Ich erwarte sie zwar in unverändertem Tempo, aber die Mehrjahresstrategie „Ambition 2030“ sieht für die nächsten Jahre ein weiteres Gewinnwachstum von 8% p.a. vor. Und daran anknüpfend soll die Gesamtausschüttungsquote auf 80% steigen. Dazu heißt es in der Kommunikation wörtlich: „Unsere Aktionäre werden wir noch stärker an den erwirtschafteten Ergebnissen beteiligen.“ Die Gesamtausschüttungsquote definiert das Management als die Summe aus angekündigter Dividende und Aktienrückkauf, geteilt durch das IFRS-Konzernergebnis.
Diese Quote lag in den letzten Jahren bei durchschnittlich 75%. Wenn sie also um 5%-Punkte steigt und der Gewinn um mindestens 8% steigt, dann ist der Pfad für die nächsten Dividendenerhöhungen geebnet.
Natürlich kann man jetzt darauf hinweisen, dass Dividenden steuerlich nicht so vorteilhaft wie Aktienrückkäufe sind. Und das ist ja auch richtig. Und meine positiven Worte verhallen auch, wenn man berücksichtigt, dass die Munich Re in den letzten 12 Monaten einen negativen Total Return von 11,1% geliefert hat. Die hohe Dividende ist schön und gut, aber der Aktienkurs ist deutlich zurückgegangen. Auch das stimmt.
Das zeigt für mich, dass man das Glas halb voll oder halb leer sehen kann. Beides ist zutreffend. Und wer erst vor einem Jahr zum Aktionär der Munich Re wurde, zweifelt womöglich an seiner Entscheidung. Denn hinzu kommt ja auch, dass der Markt im gleichen Zeitraum zugelegt hat und die Munich Re etwa 20% schwächer performt hat.
Das ist für mich mit meinem langen Anlagehorizont in dieser Aktie aber nicht mehr als eine Randnotiz. Nach dem starken Kursanstieg war eine Konsolidierung nur eine Frage der Zeit. Und wirklich abgeschmiert ist die Aktie ja auch nicht.
Mir ist wichtig, dass die Dividende verdient wird. Und alles andere wird sich über kurz oder lang richten. Von mir aus soll die Aktie ruhig noch 3-4 Jahre weiter stagnieren. So wie es in meinen ersten 5 Jahre mit der Aktie waren. So lang die Dividende weiter erhöht wird, ist mir das recht. Denn dann sinkt das Depotgewicht automatisch und könnte sogar irgendwann dazu übergehen, die Dividende in die Munich Re zu reinvestieren. Denn eigentlich würde ich das gerne machen, um die Dividendenerträge noch weiter zu pushen. Nur will ich eben das Klumpenrisiko nicht noch weiter erhöhen.
Im letzten Jahr erzielte die Munich Re ein Konzernergebnis von 6,1 Mrd. € – bei einem Ziel von 6,0 Mrd. €. Für 2026 liegt das Gewinnziel nun bei 6,3 Mrd. €. Das wären zwar nur 3,3% Wachstum. Da aber gleichzeitig weiter Aktien zurückgekauft werden, wird das Gewinnwachstum je Aktie darüber liegen. Und die 8% sind ja auch nur ein durchschnittliches Ziel. Trotzdem kann ich mir vorstellen, dass man in die Nähe dieser 8% kommen wird. Denn 2025 war das fünfte Jahr in Folge, in dem der Gewinn die jeweilige Prognose überstiegen hat. Und warum soll diese Serie nicht im sechsten Jahr fortgesetzt werden?
Das Ergebnis je Aktie betrug im letzten Jahr 47,15 € nach 42,93 € in 2024 – ein Plus von 9,8%. Die 24 € Dividenden entsprechen einer Ausschüttung von 50,9%. Auch von dieser Seite ist also genug Luft für die nächsten Dividendenerhöhungen.
Anfang des laufenden Jahres gab es bei vielen Versicherungsaktien eher enttäuschte Gesichter, so auch bei der Munich Re. Grund waren die rückläufigen Versicherungsprämien. Sie gingen bei der Munich Re um 2,5% zurück. Das Rückversicherungsgeschäft verlor im Geschäftsvolumen bei der Erneuerung 7,8%.
So läuft das eben: man freut sich erst über ausbleibende Großschäden und dann muss man rückläufige Prämien akzeptieren. Dafür sorgen viele Schäden im Anschluss für steigende Prämien. Wichtig ist, dass die Versicherungsgesellschaft unterm Strich richtig kalkuliert. Und in beiden Phasen ordentlich Geld verdient.
Deshalb bleibe ich bei der Munich Re entspannt. Und für die nächste Erneuerungsrunde, die im April stattfand, erwartete das Management, dass das Preisniveau insgesamt gehalten werden konnte. Über das Ergebnis wird vermutlich mit den Quartalszahlen am 12. Mai berichtet werden.
Für mich ist da eigentlich nur wichtig, ob die Jahresprognose bestätigt wird. Direkt nach dem 1. Quartal eine Anhebung erwarte ich nicht. Aber eigentlich ist auch das nicht wirklich wichtig. Denn die Statistik seit meinem ersten Investment ist einfach so überzeugend, dass sie mir jeglichen Zweifel nimmt:
2014 wurden noch 7,25 € Dividende je Aktie bezahlt. Jetzt sind es 24,00 € – ein Wachstum von 231% oder 10,5% p.a.
Die Anzahl der dividendenberechtigten Aktien lag 2014 bei 172.934.117, 2026 sind es nun nur noch 126.970.119 Aktien. Das ist ein Rückgang von 26,6% oder 2,55% p.a.
Wenn man die Aktie einfach weiter im Depot liegen lässt, arbeitet die Zeit unaufhörlich für einen. Die Anzahl der ausstehenden Aktien sinkt, damit steigt der eigene Unternehmensanteil. Und die Ausschüttung steigt auch. Heraus kommen dann irgendwann – wie bei mir – zweistellige Ausschüttungsrenditen auf den Einstand.
Mein Fazit ist deshalb auch klar: Ich bleibe unverändert investiert. Die letzten 3-4 Jahre schaffe ich auch noch bis ich meinen Einstand komplett zurück erhalten habe! Und dann geht es erst richtig los.
Ich gebe ja keine Empfehlungen ab. Dafür ist jeder Anleger dann doch zu unterschiedlich aufgestellt und muss selbst entscheiden, was für ihn richtig und passend ist. Im Nachhinein war es für mich aber die richtige Entscheidung, mir einen großen soliden Titel zu suchen, den ich bewusst übergewichtet habe und bei dem es mir vor allem um die Dividendenkontinuität ging. Das war für mich der Startpunkt für die Entwicklung des Dividendendepots. Und diese damalige Entscheidung sorgt seitdem in jedem Mai für einen warmen Geldregen.
Auf einen Blick:
| Unternehmen: | Münchener Rück |
| ISIN: | DE0008430026 |
| Im Divantis-Depot seit: | 07.08.2014 |
| Letzter Nachkauf am: | 27.04.2016 |
| Stückzahl im Divantis-Depot: | 125 |
| Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren: | 177,85 € |
| Gesamtkaufpreis: | 22.231,25 € |
| Bisher erhaltene Netto-Dividenden: | 13.684,47 € |
| Aktuelle Strategie: | Halten und Dividende kassieren |


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