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Der Kurs ist zumindest nicht aufgepumpt und bietet Substanz

3D‑Illustration von Procter & Gamble mit glänzendem blauen P&G‑Logo auf silbernem Podest, flankiert von Haushaltsprodukten, gestapelten Goldmünzen und einem Dividenden‑Dokument. Im Hintergrund steigt ein grüner Pfeil über blaue Balken und Chartlinien – Symbol für Wachstum, Stabilität und verlässliche Dividendenrendite.
4.8
(56)

Seit 13 Jahren ist sie in meinem Depot, seit 11 Jahren allerdings auch ohne Nachkauf. Warum das eigentlich so ist, frage ich mich bei jeder Quartalsdividende. Denn die kommt verlässlich und wird regelmäßig erhöht. So auch jetzt wieder.

Aber es fehlt am konkreten Kaufimpuls. Das Unternehmen wirtschaftet solide und kann ein kontinuierliches Wachstum vorweisen. Aber eben nichts Dramatisches. Und genau dafür ist es in meinem Depot. Ein Hort der Sicherheit und verlässlichen Cashflows.

Wenn ich die Aktie noch nicht hätte, dann wäre ich vermutlich irgendwann auf der Käuferseite gewesen. Denn so ein Klassiker der Konsumgüterbranche gehört zu einem ausgewogenen Depotmix. Ob es gerade dieser sein muss, bleibt natürlich jedem selbst überlassen. Aber die Vorzüge liegen klar auf dem Tisch.

Wie die aktuelle Situation aussieht und warum die Aktie aktuell gar nicht so teuer erscheint, erfährst Du in diesem Beitrag.

Procter & Gamble (PG) ist die weltweite Nr. 2 unter den größten Konsumgüterherstellern – hinter Nestlé und vor Unilever. Hier habe ich die Aktie ausführlich vorgestellt.

Zwischen 2013 und 2015 habe ich meine heutige Position von PG zusammengekauft. Alle Käufe erfolgten damals unter 90 US$, für den Erstkauf im Mai 2013 habe ich sogar nur 79,27 US$ bezahlt. Seit 11 Jahren habe ich nun nicht mehr in der Aktie gehandelt – weder nachgekauft noch etwas verkauft. Ich musste lange warten, bis ich endlich ins Plus kam: ab Ende 2018 ging es mit der Aktie aufwärts. In 2024 wurde schließlich ein Allzeithoch bei fast 180 US$ erreicht. Seitdem verlor die Aktie aber wieder an Boden und notiert nun bei rund 144 US$:

13-Jahres-Chart der PG-Aktie in USD
13-Jahres-Chart der PG-Aktie in USD

Dividendenzahlung

Procter & Gamble zahlt erstmals eine Quartalsdividende von 1,0885 US$ je Aktie (zuvor: 1,0568 US$). Das ist eine Erhöhung um 3,0%. Für die 100 Aktien in meinem Dividendendepot ergibt das eine Brutto-Dividende von 108,85 US$. Sie wurde von flatex zum Kurs von 1,1628 in Euro umgerechnet. Das ist der EZB-Referenzkurs für den Dividendenzahltag. Die Abrechnung erfolgte dieses Mal erst 5 Tage später. Nach Abzug der Steuern verbleibt eine Netto-Dividende von 69,70 €. Die Überweisung erfolgte rückwirkend mit Wertstellung 15.05.2026.

Dividende Procter & Gamble im Mai 2026

Annualisiere ich die Quartalsdividende, dann entspricht dies einer Jahresdividende von 4,354 US$. Bei einem Aktienkurs von 141,57 US$ (Schlusskurs am Dividendenzahltag) ergibt das eine Dividendenrendite von 3,1%. Bei einem heutigen Kauf dürfte die Jahresdividende jedoch noch etwas höher sein, da PG als Dividendenaristokrat seine Dividende jährlich zur Mai-Zahlung erhöht.

Meine persönliche Dividendenrendite (Yield on Cost) ist nicht ganz doppelt so hoch wie die aktuelle Dividendenrendite. Sie schwankt mit dem Dollarkurs, da mein Einstand ja in Euro war und die Dividenden in Dollar bezahlt werden. Rechne ich die aktuelle Jahresdividende mit dem Dollarkurs der jetzigen Dividendenzahlung um, dann erhalte ich für die 100 Aktien in einem Jahr 374,44 € brutto. Für die Aktien habe ich insgesamt 6.877,66 € bezahlt. Daraus ergibt sich eine persönliche Dividendenrendite von 5,4%.

Perspektiven

Procter & Gamble hat nun 136 Jahre in Folge Dividende bezahlt – nämlich seit der Gründung im Jahr 1890. Und 70 Jahre in Folge wurde die Dividende erhöht. Auch wenn die Erhöhung in diesem Jahr mit 3,0% niedriger als im letzten Jahr (da waren es 5,0%) ausfällt, ist es immer noch weit von einer Placebo-Erhöhung entfernt. Schließlich gibt es auch manch einen Dividendenaristokraten, der die Dividende nur noch um 0,x% erhöht. Und damit zwar die Serie aufrecht erhält, aber eben bei den Aktionären real zu einem Dividendenrückgang führt.

Mein erster Kauf von PG war am 14. Mai 2013. Ich habe extra noch mal nachgeschaut: die Quartalsdividende war da gerade auf 0,6015 US$ erhöht worden. Jetzt liegen wir bei 1,0885 US$. Das ist ein Plus von 80,9% in 13 Jahren oder von 4,66% p.a.

Natürlich ist das nicht spektakulär, aber für mich zählt hier tatsächlich die Kontinuität. Es sind eben nicht nur 5 Jahre, in denen es kräftig hoch ging, sondern – für mich – schon 13 Jahre am Stück. Und die 4,66% CAGR passen auch zu den soliden Geschäftsergebnissen von PG. Es sind eben keine deutlichen Sprünge, sondern stetiges niedriges Wachstum.

Dazu passt auch die Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Sie sieht zwischen 1% und 5% Umsatzwachstum vor, organisch will man – bei neutraler Währung – zwischen 0% und 4% wachsen.

Im Gewinn je Aktie werden zwischen 1% und 6% Wachstum prognostiziert. Bei einer Basis von 6,51 US$ (2025) entspricht das also einem Gewinn je Aktie zwischen 6,57 US$ und 6,90 US$. In der Prognosemitte entsprechen die 6,73 US$ bei einem Aktienkurs von 144 US$ einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 21,4.

Und damit notiert PG historisch gesehen aktuell am unteren Rand der üblichen Spanne. Ein KGV von 24 ist eigentlich nicht ungewöhnlich für PG.

In dieser Bewertung kommt die große Verlässlichkeit im Geschäftsmodell und die Marktposition zum Ausdruck.

Ich habe ja schon seit langer Zeit einen Wunschkurs von 125 US$, um noch einmal nachzukaufen. So weit sind wir davon inzwischen zwar nicht entfernt. Aber ich erwarte nicht ernsthaft, dass wir diesen Preis noch einmal erreichen.

Möglich wäre das wahrscheinlich nur mit einer Gewinnwarnung. Aber die Prognose steht weiterhin, auch wenn zuletzt die operative Marge mehr oder weniger deutlich zurückgegangen ist. PG federt das ab und das Management steuert das Schiff sicher in den Hafen.

PG ist meiner Meinung nach eines der stärksten Unternehmen der Welt. Und deshalb auch ohne Wachstumsdynamik ein Ankerwert in meinem Depot. Die aktuell 2,2% Depotgewicht haben aber auch mit der relativen Schwäche der Aktie zu tun. Wenn die anderen Titel zulegen, dann sinkt eben der Anteil von PG.

Auf einen Blick:

Unternehmen:Procter & Gamble
ISIN:US7427181091
Im Divantis-Depot seit:14.05.2013
Letzter Nachkauf am:23.03.2015
Stückzahl im Divantis-Depot:100
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:68,78 €
Gesamtkaufpreis:6.877,66 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:2.570,89 €
Aktuelle Strategie:Bei Kursschwäche nachkaufen


für diesen Beitrag verwendete Quellen:
P&G Announces Fiscal Year 2026 Third Quarter Results
P&G Declares Dividend Increase for April 2026

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Kommentare

27 Kommentare zu „Der Kurs ist zumindest nicht aufgepumpt und bietet Substanz“

  1. Avatar von Thomas
    Thomas

    Das große Börsen-Wandertheater und die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer ist die letzte Zeit an Procter&Gamble vorübergezogen. Die Scheinwerfer waren immer woanders, wo Procter gerade war. Das muß nicht unbedingt schlecht sein.
    Eine Maßzahl dafür wäre z.Bsp. auch die im allgemeinen Sektorvergleich bei P&G niedrige Turn Over Rate, die angibt, wie oft die Aktie statistisch im Jahr den Besitzer wechselt. Sie liegt bei 50% -85% (d.h. weniger als einmal im Jahr wechselt sie die Hände) während sie bei HealthCare zwischen 100 und 200 liegt, bei Consumer Discretionary bei 150-300 und Technology logisch zwischen 300 bis 800% liegt.
    Technology wird also gemessen am gesamten Freefloat bis zu 8X komplett im Jahr umgeschlagen…

    Bei Procter so gut wie keine Spekulanten unterwegs.

    Neben der nächsten Unart (meine Meinung) von Brokern, den Markt mit Tokenisierten Aktien zu fluten
    https://www.handelsblatt.com/finanzen/maerkte/boerse-inside/krypto-us-boersenaufsicht-will-handel-mit-tokenisierten-aktien-zulassen/100226164.html
    wird die nächste Zeit (zwei bis 3 Monate) die Techbranche ganz viel Aufmerksamkeit und Kapital aufsaugen. Die Cryptoszene hat ja auch die letzten Jahre enorm viel Kapital absorbiert.

    Solange, bis …

    ja bis es bei der Techbranche knirscht im Gebälk. Halte das für nicht unwahrscheinlich.
    Erstaunlicherweise (oder war doch erwartbar) wird bei der Frage, welche Sektoren oder Assetclasses bei einem Techcrash am meisten profitieren würden,
    Procter und Gamble (bzw Consumerstaples allg.) auf Platz zwei nach kurzlaufenden Staatsanleihen gesehen. (Kurz, nicht langlaufend! zinsabhängig)
    Erst danach kommen Utilities, Energie, Rohstoffe, Gold und anderes an Valueaktien.

    Was lerne ich daraus. Procter auf keinen Fall verkaufen. Die sehen auch wieder höhere Kurse, nur wann wissen wir nicht. Vielleicht schneller als dem einen oder anderen aus anderen Gründen lieb ist.
    Die liegen bei mir so rum und ich guck sie kaum an. Habe aber auch nicht nachgekauft.
    Überlege, meine Halbleiter weiter mit Gewinnsicherung zu reduzieren.
    Bin zuletzt bei Wilmar, Atlas Copco und Frasers Logistics & Commercial schwach geworden und habe gekauft.

    Alle nur meine Meinung, solong
    schöne Pfingsten
    @ll

  2. Avatar von Medicus
    Medicus

    … bei mir erst 5 Jahre im Depot, aktuell 86 Stück, werde die 100 auch voll machen… irrational, aber ästhetisch:-) Danke für Deinen Blog!

  3. Avatar von Tobs
    Tobs

    „Der Kurs ist nicht aufgepumpt und bietet Substanz“. Hab es selten erlebt, dass Morningstar aktiv dazu rät, nachzukaufen, für den Fall, dass die Aktie – in diesem Fall wegen Hormuz – weiter fallen sollte. Normalerweise enthält sich dieser Anbieter konkreter Handlungsempfehlungen, weil das eben gar nicht das Konzept seiner Analysen darstellt. Hier konnte aber auch Morningstar wohl nicht anders als der Ratio dieser Aktie Ausdruck zu verleihen. Man muss sie einfach ständig und dauernd nachkaufen. Es sind diese Bon Bon Aktien, die man sich einfach immer mal wieder gerne in den Mund steckt.

    Vielleicht zwischen den von Ben dargestellten Zahlen noch ein wenig Colorit:

    Trotz Kostenbelastungen hält P&G an den hohen Investitionen in Werbung und Forschung fest. Das ist – m.E. – ohnehin – dass Champion Attribut unter den Consumers. Nicht das operative Ergebnis für ein paar Quartale schönigen, sondern immer volle Kanne in den Kunden und das Produkt investieren, nur das sichert langfristig die höheren Bruttomargen. Und diese sind eben das Allerwichtigste, weil allein sie bestimmen, wie kompetetiv die Produkte im Markt absorbiert werden und was überhaupt darunter möglich ist.

    Und die Folgen hieraus sieht man bei P&G dann auch sehr schön:
    P&G versucht, Produktverbesserungen nicht nur im Premiumsegment, sondern durch alle Preisstufen hindurch auszurollen. Bestes Beispiel – Tide. Ein eigentlich langweiliges Waschmittel, das eher anfällig dafür wäre, dass hier die Konsumenten in diesen schwierigen Zeiten, die sie gerade erleben müssen, zu anderen günstigen Handelsmarken ausweichen (Nach dem Motto, die Eigenmarke von Target tut’s doch auch erst mal). P&G hat aber die Formel des Wachmittels verbessert und konnte dadurch den Umsatz im mittleren Zehnerbereich ausbauen!!! Bei einem Waschmittel, wo sich gerade der Ami McDonalds und seine Tankfüllung schlechterdings leisten kann – bitte, das muss man als Liebhaber von Consumers sich mal auf der Zunge zergehen lassen! P&G kann Innovation monetarisieren und seine Preisprämien verteidigen, und das im gesamten Spektrum, nicht nur bei den High End Premium Marken. Also doppelter Champion!!! Darum auch total ok, dass die Bruttomarge gerade 100 bp runtergegangen ist, weil diese Investitionen kurzfristig die erzielten Preiserhöhungen überlagern. Das ist normales Aussteuern von Quartal zu Quartal…

    Insofern kaum verwunderlich: Von den 3% Umsatzwachstum sind immerhin 2% organisch gewesen – im Vergleich zu anderen Consumern in dieser Zeit sehr anständig!

    Ich habe sehr wenige Sparpläne (leider allein deswegen, weil meine Bank nur sehr wenige anbietet und es eigentlich ab einem gewissen Depotvolumen Quatsch ist), aber P&G werden jeden Monat einfach ein paar wenige Stücke geschnappt. Ich schaue mir nur einfach jedes Quartal das Update auf Morningstar an, aus Neugier und um zu lernen, sicherlich nicht um dieses Investment „zu überprüfen“… :-)

  4. Avatar von BörsenHai
    BörsenHai

    Ich oute mich mal.
    Den ersten Bestand von P&G hatte ich ca. als Ben auch kaufte. Noch weit nicht so ruhig wie heute, verkaufte ich die Position entnervt, weil viele andere bei Konsumern besser liefen und tauschte gegen einen anderen Konsumerwert. ok die damals hohe Auszahlungsquote ergab auch einen Ausschlag. Das war in 2017. Der Ersatzwert war 2 Jahre später auch nicht besser.

    Wiedereinstieg war dann 2023.
    Einfach weil P&G als Basisinvest dazugehört. Seitdem lese ich was Informationen angeht nur noch Bens Blog und einmal im Jahr schaue ich mal über die Zahlen drüber.

    Die Investitionssumme ist die zweithöchste, der Bestand der vierthöchste. Eine handvoll halte ich seit mehr als 10 Jahren, eine seit mehr als 20 Jahren.
    Keine im Bestand ist der große Bringer, was Wachstum und/oder Div-Steigerung angeht.
    Meine McCormick sind quasi wieder auf Kaufkurs gelandet, und das Alles wegen Unilever …. grrr

    Mein größter Hebel ist schlicht: Warten aufs runterkommen. Bei McCormick habe ich mir mal bei 45€ eine kleine Position gegönnt.
    Anhand meiner Konsumallokation stehen Pepsi und P&G an und die kosten wenig Zeit und Aufwand und werden wohl vererbt.

    Für mich fühlt sich der Konsumbereich wie „Himmelhochjauchzend“ oder „zu Tode betrübt“ an. Der Sektor ist nach meiner (!) Beobachtung mitnichten das ruhige Fahrwasser, als das ich es in den Anfangszeiten wahrnahm. Denn staatliche Entscheidungen betreffen den Sektor indirekt über den Geldbeutel und das kann das Geschäft und den Kurs erheblich beeinflussen. Man werfe den Blick auf Titel, die hauptsächlich in den USA Ihre Geschäfte machen.

    Bis auf sehr wenige Titel gibt in anderen Sektoren mehr Dividende(Telecom) und in anderen Sektoren mehr Wachstum(IT) und in wieder anderen Sektoren mehr Ruhe(Pharma).

    Ich stelle mir gerade die Frage, das meine ich ernst, ob es irrational ist in Consumer zu investieren. Was spricht denn eigentlich dafür?

    1. Avatar von busico
      busico

      Ich hatte vor ein paar Jahren dank PP die Erkenntnis, dass mein Depot u.a. nach Branchen zu einseitig aufgestellt ist. Die Konsequenz war dann, das GICS-Rad mit allen Speichen abzudecken.

      Mit Basiskonsum und zyklischem Konsum habe ich mich sehr schwer getan und tue dies auch weiterhin. Grund: Ich bin selbst einfach nicht der typische Konsument (zumindest sehe ich mich so); ich bin kaum Werbung-/Marken-affin, und entscheide bei Käufen primär nach Funktionalität, Qualität und Preis (ist ein Stück weit eine Illusion, ich weiß). Mir fehlt daher aber auch jegliches Gefühl für eine Investition in diesen Bereichen.

      Zu Deiner Frage, Börsenhai: BAT und Ahold laufen bei mir seit wenigen Jahren sehr ordentlich, sog. NoBrainer. Pepsi ist letztes Jahr im Tief dazugekommen, da mache ich mir auch keine Gedanken.

      Dann allerdings kam offenbar ein Fehlgriff mit Pernod, obwohl die persönlichen Erfahrungen mit Alkohol meine Investitionen durchaus mit Qualität untermauern sollten :). Icht trinke allerdings eher Bier, das dürfte den Fehlgriff erklären.

      Aktuell prüfe ich Unilever, da ich nach dem aktuellen Umbruch erwarte, dass es dort wieder aufwärts geht. Also, ich denke, bei guter Auswahl findet man auch im Basiskonsum gute Werte.

      Bei Zyklikern dagegen sieht es bei mir so schlecht im Depot aus, dass ich erwäge, diese Speiche tatsächlich zukünftig leer zu lassen. Nach einigen Fehlgriffen versuche ich es jetzt nochmal mit Jumbo (BELA) und Best Buy, aber sehr dosiert …

      Schöne Rest-Pfingsten an alle!

    2. Avatar von Ben Warje

      Hallo BörsenHai,

      wir stellen ja immer wieder fest, dass wir ziemlich ähnlich unterwegs sind. Und auch dieser Punkt bewegt mich selbst auch. Rein von der Performance her gibt es bessere Branchen als Consumer. Und ich habe auch eine Entwicklung mitgemacht und die Consumer über die Jahre deutlich reduziert. Allerdings gar nicht als bewusste Entscheidung gegen die Branche, sondern aus individuellen Gründen. Bei dem einzelnen Unternehmen gab es Situationen, die mich zum Verkauf veranlassten. Seien es Übernahmen gewesen oder fragwürdige Managemententscheidungen oder einfach dauerhaft schwaches Wachstum. Trotzdem waren diese Titel wichtig für mich, weil sie mich haben ruhiger werden und länger in Aktien haben investieren lassen. Ich hatte sie eigentlich alle gekauft, weil ich die Produkte kannte und nutzte. Und durch diese Identifikation bin ich dann u.a. zum Dividendeninvestor geworden. Die Titel aus dem Consumer-Sektor, die bei mir noch übrig geblieben sind, haben nun in der Regel so viel Gewinn aufgebaut, dass ich sie – auch aus Steuergründen – einfach weiterhalte. Und mich an den Dividendenerhöhungen erfreuen kann.
      Und ihre Daseinsberechtigung haben diese Werte auch, da sie in Crashphasen eben doch eine gewisse Absicherung bieten, die z.B. Techwerte nicht in dem Maße aufweisen. Und selbst wenn es dann an einem Crashtag nur das Gefühl ist, dass nicht alle Titel zweistellig verloren haben, sondern z.B. eine Procter & Gamble nur bei -5% liegt, dann ist das auch etwas, was mir persönlich hilft.

      Viele Grüße Ben

    3. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      Hallo busico,

      Ahold und BAT laufen, das stimmt, BAT ist allerdings auch kräftig zurückgekommen (siehe 2016) und erst dann habe ich investiert. Muss man sagen, das war auch Glücksgriff. Davor habe ich dem Braten nicht getraut.
      BAT hat eine hohe Dividende dank niedrigen Einstiegskurs und Ahold ist ein 2+2 Wert (Kurs+DivWachstum auf 10 Jahre gesehen), das ist aber Handel und kein Hersteller!

      Die Consumer sind in den letzten 5 Jahren nur 20% gewachsen – incl. einigen wenigen Nachkäufen. Ohne Ahold, WalMart oder BAT würde es noch schlechter aussehen.

      @Ben und @Thomas: Naja irgendwie gehört Konsum in ein Investmentdepot, das finde ich ja auch. Die Dividenden sind (fast) sicher und wachsen in niedrigem 2-stelligen Bereich, viele Div-Könige sind darunter. Check.

      Mein Einstand bei Konsum ist ca. 75% von Finanzen, aber werfen nur 27% von deren Dividenden ab. Konsum ist übrigens beim Einstand ca. 180% von IT aber kursmässig natürlich gnadenlos abhängt (Stand: heute!). Industrie hat trotz spätem Einstieg in 5J 150% gemacht. Fairerweise muss man sagen, da war ich dann auch deutlich erfahrener bei der Auswahl der Papiere. Konsum war eben damals nach dem Motto, was gibt es hier alles im Regal, wer ist groß, wer ist sicher.

      Bei einem Crash hängt es sehr vom Wert und der Lokation ab. P&G ging 2008 auch mal ca. 20% in die Knie, McDon sieht man quasi nicht; keine Frage andere Titel sind 50% zurückgekommen, die 20% sind also schon „stabil“.
      Es gibt ja die Aussage: „Gefr…en wird immer“. Aber wenn ich kein Geld mehr im Geldbeutel habe spare ich auch bei Waschmittel, Zahnpasta, Essen, etc.. Bei 4% per annum ist man dann gerade bei der Inflation. Ohne meine (!) Wachstumstreiber sind aber nur 1,x% (incl. Dividenden) auf der Uhr. Da bin ich mit 12% im Depot (Stand heute) zufrieden, eine Absicherung ist es natürlich nicht mehr.

      Ich sehe aber, dass sich einige Foristen ebenfalls dieselbe Frage stellen. War bisher auf die Frage einging, hat wie ich auch, „indirekte“ Gründe für ein Invest. Was ja nicht verwerflich ist; man kann ja auch nicht nur Gewinner im Portfolio haben. ;).

      @All: Das hier ist eine Diskussion über Meinungen und keineswegs eine Investmentempfehlung. Bitte jeder selbst sich Gedanken zu seinen Invests machen.

      busico, Ben und Thomas haben schon eine gute Zusammenfassung gemacht. So richtig greifbar ist es dennoch nicht. Wer im Forum hat keine Titel bei Consumer oder nur Minimalpositionen. Ebenso natürlich Mitforisten, die einen großen Anteil Konsum im Depot haben. Die Gründe würden mich interessieren.

      P.S. Ich danke Ben für seine Ideen zu seinen Invests, denen ich seit seit Jahren lausche. Und den Mitforisten auf dieser Plattform gebührt ebenfalls mein Dank.
      Das beste Forum was Investments angeht – und das mit großem Abstand.

  5. Avatar von Thomas
    Thomas

    Hallo Börsenhai (u.a.)
    hab extra noch mal nachgesehen, bei mir exakt 10,03% Depotanteil Consumer Defensive.
    Warum:
    Kurze Zusammenfassung
    Warum Consumerstaples?
    a) Im Falle eines Crashes/Rezession o.a. haben die nachgewiesenermaßen einen deutlich geringeren Drawdown als alle anderen Sektoren, wenn nicht gar den niedrigsten. Depotstabilisierung auch für die Psychologie in schweren Zeiten.
    b) nicht-zyklische Nachfrage:
    Menschen kaufen Zahnpasta, Lebensmittel, Waschmittel und Medikamente auch in Rezessionen. Die Umsätze brechen kaum ein — anders als bei Autos, Luxusgütern oder Reisen.
    c) Stabile Dividenden:
    Viele Consumer Defensives (Nestlé, P&G, Unilever) zahlen seit Jahrzehnten verlässliche Dividenden. Das zieht konservative Investoren an, die in Crashs weniger panikverkaufen.
    d)“Flight to Safety“:
    In Krisen rotieren institutionelle Investoren aktiv in defensive Sektoren — das stützt die Kurse zusätzlich.
    e) wichtiger Punkt Dividendenausfallrate bei Crashs
    Ist bei Consumer Defensive auch nachgewiesen am niedrigsten.
    In der Finanzkrise 2009 waren 33 Dividendenaktionen von 34 Erhöhungen bei Consumerstaples im S&P 500.

    Man hat so seinen Cashgrundstock.
    Selbst wenn am Markt gar nichts mehr geht und alles im A.. zu sein scheint,
    hat man immer noch Consumerstaples, die funktionieren und Dividende zahlen, also eine Mindestgarantie an Income ist dann auch noch da.
    Wie so eine zweite Verteidigungslinie nach dem Cashgrundstock für mich.

    Außerdem Pflegeleicht an Aufwand und gehören zur guten Mischung dazu. Glaube ich.

  6. Avatar von Thomas
    Thomas

    Ergänzung Börsenhai und Busico
    tatsächlich zyklische Konsumgüter bei mir bei 0,86% im Depot, also de facto nicht vorhanden. Und auch null Lust, dort was zu tun.

    1. Avatar von busico
      busico

      @ Thomas
      ja, so wird bei mir mit den zyklischen Konsumwerten wahrscheinlich auch enden

      @ Börsenhai
      Da ich auch langsam der altersbedingten Endphase eines Börsianerlebens entgegen strebe, hatte ich mir irgendwann mal die Frage gestellt, ob ich mir die Volitilität dann noch leisten will, die mir IT / Finanzen / Industrie regelmäßig eingebrockt hatten. Die Antwort auf diese Frage war dann nicht: „Ich kaufe Basiskonsum“, sondern ich habe mich explizit für die Abdeckung nach GICS entschieden.

      Das hätte ich natürlich einfacher und wahrscheinlich auch erfolgreicher mit zwei oder drei ETF machen können, aber wo bleibt denn dort der Spaß?

      Im Ergebnis, auch wenn ich noch nicht fertig bin mit der Umstellung, hat die Volatilität deutlich abgenommen. Allerdings sind dieser Umstellung, auch in Verbindung mit der letztjährigen „Amerikabereinigung“ u.a. einige BDC mit zweistelliger Dividendenrendite zum Opfer gefallen. Also weniger Dividende, dafür weniger Vola und offenbar auch mehr Wachstum im Gesamtwert des Depots (aktuell fast auf Alltime-High und das, obwohl die Techwerte sich bei mir nur wenig bewegen).

      Lange Rede, kurzer Sinn: Basiskonsum alleine garantiert nicht für die Defensive, sondern tatsächlich die Verteiligung über Branchen (und Länder, Währungen, etc.) Nur meine Meinung … Stichwort Lebensphase.

    2. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      Hallo busico,

      ich bin in allen GICS-Sektoren vertreten, natürlich mit unterschiedlichem Anteil.
      Mein Börsen“leben“ wird sich halbieren demnächst.
      Ich habe niemals auf Hochdividendenwerte geschaut wie BDC.
      Meine Volatilität ist unter dem MSCI World.
      Mein „Erfolg“ unter dem MSCI World (manchmal aber auch drüber).

      Du bestätigst quasi meine Aussage von früher, dass ich nicht an die Performance der Hochdividendenjünger glaube, die im WEB rumschwirren.

      Weil Du ansprichst Lebensphase: meine Industrial zahlen ebenso viel Dividende wie die Consumer per anno (Stand heute) und haben ein größeres Wachstum der Dividende. So schlecht und volatil habe ich Industrial bisher nicht wahrgenommen. Ich bin natürlich noch keine 20 Jahre dabei.

  7. Avatar von Tobs
    Tobs

    Auf die Gefahr hin, (ungewollt!) einigen selbst erfahreneren Investoren unter uns gegen das Schienbein zu treten, weil ich (implizit!) entweder Erfahrung oder Erinnerungsvermögen streitig mache…

    …Das Lamentieren über die derzeitigen Aktien-Renditen von Consumers ist das Verkennen von der ganz normalen Aktien-Volatität. Wer hier ein Problem hat, sollte meines Erachtens grundsätzlich kritisch über sein Investoren-Mind-Set reflektieren.

    Ich vermute, dass viele von denen, die in „Qualitäts-Konsumtitel“ investiert haben, als gedanklichen Anker die letzten 10-15 Jahre geworfen hatten. Das war aber ein Ausnahmezustand. Das war schlicht nicht „normal“. In der Nullzinswelt avancierten stabile Konsumtitel zur Ersatzanleihe und zum institutionellen Sicherheitsparkplatz. In der Folge ergab sich der weitaus größere Teil der – phasenweise (!) – LuRo-Eigenschaft schlicht aus der Multiples-Expansion. Diese gehandelten Multiples waren aber ungewöhnlich und nur durch die Notenbankpolitik einzuordnen.

    Und nun ist eben das Gegenteil passiert. Letztlich wurde also eine Normalisierung im großen zeitlichen (!!) Kontext herbeigeführt: Zinsen sind zurück, Anleihen werfen wieder Rendite ab, Risiko wird wieder bepreist, Wachstum wird kritischer hinterfragt (diese Frage wurde im Nullzinsumfeld ja gar nicht mehr kritisch gestellt), selbst defensive Cashflows werden diskontiert (Eine Diskontierung gab es im Nullzinsumfeld praktisch überhaupt gar nicht). Dadurch schwanken selbst „langweilige“ Konsumtitel. In den 70ern, 80ern, frühen 90ern waren selbst Top-Konsumtitel volatil, weil die heute – wieder – vorherrschenden Probleme damals bereits Normalität waren: Inflationsdruck, Inputkosten, Währungseffekte, Rezessionen, Multiple-Kompression, Zinsanstiege. Sry, das haben wir alles schon mehr als nur einmal gehabt…

    Ok, was folgt daraus:

    „Qualität“ bemisst sich nicht danach, dass eine Aktie niemals fällt, sondern das sie über mehrere Zyklen ihre Ertragskraft überlebt oder gar steigert (das ist ein riesiger Unterschied, über den es sich nachzudenken mehr als lohnt). LuRo ist eine Übersteigerung der Investoren-Fantasie. Sie ist wie das Poster-Nackt-Girl, dass es so in Realität gar nicht gibt.
    Viele heute „großartige“ Compounder haben Jahre ohne Kursfortschritt hinter sich – so what? Sry hier so deutlich zu werden, aber ich staune immer wieder, dass hier selbst die „erfahrenen Anleger unter uns“ sich tatsächlich dazu hinreißen lassen, das Portfolio über „Aktienrendite“ meinen steuern zu können. Das ist wegen der Vielzahl der möglichen Einflussfaktoren auf den Kurs aber völliger Nonsens. Kurse und phasensweise Aktien-Rendite sind keine Portfolio-Steuerungsgröße! Wer das glaubt, sry, ist entweder (Möglichkeit 1) viel schlauer als 99,99% der anderen Marktteilnehmer, weil ausgerechnet er weiß, wie er durch ständige Rotationen das Geld immer an der besten Stelle liegen hat oder (Möglichkeit 2) ein Depp und ich bitte hierbei kritisch zu hinterfragen, ob man bei der Normalverteilung von Intelligenz und Skills ausgerechnet zu den 0,01% gehört. Wer also nun entnervt seine Konsumtitel abbaut, der weiß also ausgerechnet, wo in den nächsten Jahren weniger Volatilität ist?! Come on! Das ist doch ein Witz!
    Das Entscheidende war langfristig meist: Kapitalrendite, Pricing Power,
    Cashflow, Reinvestitionsfähigkeit, Dividendendisziplin UND Anpassungsfähigkeit. Reich wurden also nicht die Schlaumeier, sondern diejenigen (wenigen!), welche P&G einfach 30 Jahre behalten haben. End of Story. Es ist ein grundsätzliches Thema, dass selbst erfahrene Investoren ein Problem mit Vola haben, das aber gar nicht wahrhaben wollen. Vor dem Aktieninvestment sagen sie: Klar, ich weiß dass Aktien schwanken, kein Problem. Dann schwanken sie, meinetwegen 50%. Und dann – interessanterweise – erkennen sie das nicht als Vola an, sondern sehen hier – denn jetzt sind sie plötzlich Schlaumeier – das „Qualitätsproblem“ des Titels. :-) Das erinnert mich an Begebenheiten bei Gericht, wenn zwei Parteien jeweilig für sich zu 100 Prozent in Anspruch nehmen, dass sie außerhalb einer gerichtlichen Entscheidung vergleichsweillig sind, dann aber jede der beiden Parteien die volle 100% der eigenen Forderung durchsetzen will. Ambition und Eigenbetrachtung gehen völlig auseinander….

    @Thomas: Zyklischer Konsum kommt Dir nicht in die Tüte? Auch nicht in die Junior-Tüte von McDonalds…? :-)

    1. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      Tobs,

      Danke für deinen Kommentar. Du bringst es auf den Punkt.
      Dieser Kommentar ist nicht nur lesenswert, sondern mehrmals lesenswert.
      Du hast viele Aspekte betrachtet und zu allen wertvollen Input geliefert.
      TOP! Erstklassik. Bewundernswert.

      P.S. Mein Schienbein ist noch heile und mein Geist noch wach. ;) Grüße an Dich!
      P.P.S. Vielleicht hast Du es übersehen, aber ich werde Consumer ausbauen …
      P.P.P.S. meine Frage war nur: Warum tue ich das? Diese Frage finde ich spannend.

    2. Avatar von Chrischaan
      Chrischaan

      Tobs,

      ich mag diese Gerade-Raus-Kommentare! :-)

      Ich suche auch nach LuRo, allerdings nicht nach LuRo-Kursen sondern nach LuRo-Gewinn-pro-Aktie. Sprich, da bin ich bei dir, dass das zugrunde liegende Geschäftsmodell wichtiger ist, als ein stabiler Kurs. Ganz im Gegenteil ist die Volatilität ja eine gute Chance für Einstiege (theoretisch).

      Trotzdem folgende Zahlen zu P&G (entnommen dem Aktienfinder):

      Im August 2026 war P&G schon mal mit KGV 20 bewertet, also vergleichbar mit heute (=ausmerzen der Multiple-Ausdehnung).

      Hätte man damals 1.000 USD investiert wären inkl. Dividenden daraus bis heute ca. 3.300 USD geworden. Dies entspräche ungefähr 6,1%/a. Jeder mag das selbst interpretieren.

      Gruß,
      Chrischaan

    3. Avatar von busico
      busico

      @ Tobs, tritt ruhig zu, wenn ich Deinen Namen in der Überschrift eines Kommentars lese, ziehe ich sowieso immer zuerst die Schienbeinschoner an … Deine Kommentare sind das leichte Pochen am Knochen immer wert …

      Nein, im Ernst, Dein Kommentar ist hervorragend und gibt mir Denkstoff für die nächste Woche.

      Nur ein Punkt noch: ich hatte in meinem obigen Kommentar die Volatilität angesprochen, was hier aufgegriffen worden ist. Ich bezog mich dabei allerdings auf die Vola des gesamten Depots und das noch in Kombination der jeweiligen Lebensphase. Letzterer Punkt kommt mir bei Diskussionen über Kapitalanlagen immer zu kurz. Die Vola einer einzelnen Aktie ist ggfs. relevant, wenn ich kaufen oder verkaufen will (und das wäre dann Markttiming). Wenn meine statistische Restlebenszeit allerdings überschaubar ist und ich auch noch wesentliche Teile meiner Altersbezüge über Dividenden erwirtschafte und der Depotwert meine finanzielle Sicherheit darstellt, dann ist die Vola des gesamten Depots von einem höheren Interesse, als eine einzelne Aktie und wenn ich 25 Jahre alt bin.

      Ich habe z.B. meine Anfangsposition von Jungheinrich seit 2002 noch im Bestand, eingekauft zu 3,52 Euro. Da schaue ich gar nicht mehr hin, die Zykliken sind mir sowas von egal (bei dieser Aktie). Leider ist der schwindelerregend hohe YoC vom letzten Jahr auch nicht wirklich relevant, weil meine Investition damals in absoluten Zahlen eher gering war. Und dieses Jahr liegt der YoC wg. Kürzung „nur“ noch leicht über 8 %. Egal!

      Entscheidend ist das Gesamtdepot, und da spielt Jungheinrich unabhängig ihrer Eigenschaft als zyklischer Industriewert eine bestimmt Rolle. Und die soll, zusammen mit anderen Werten, dafür sorgen, dass ich Samstags Morgens ohne Aussicht auf einen Schock einen wöchentlichen Blick auf meinen Depotwert werfen kann. Und Sonntags auf Bens nächsten Beitrag !

    4. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      @Chrischaan,

      August 2026 war P&G auf KGV 20?
      Ich glaube das ist die falsche Zahl. ;)

      August 2026 war P&G auf 132€.
      Wäre also Verlust.

      Bei 20 Jahren gebe ich Dir Recht mit dem ausgerechneten Gewinn.
      .. ganz leise sage … und die Inflation? Da sind dann nur noch 200 über. Quasi die WalMart (ohne die letzten 2 Jahre).

      Meine Lanze breche und sage: P&G ist solide, macht Business und Gewinn und sicherlich eine gute Ankerposition.

    5. Avatar von Chrischaan
      Chrischaan

      @Börsenhai:

      Sehr aufmerksam gelesen! Es muss natürlich August 2006 heißen.

      Und die Interpretation habe ich offen gelassen. 6% aufs Jahr (nominal) sind jetzt nicht zum totlachen. Aber gäbe es ETFs nicht, wäre sowass die ideale Langsam-Reichwerden-Aktie.

      Und man hätte so ungefähr 7% Dividendenrendite aufs eingesetzte Kapital. Fast wie Bundesschatzbriefe aus einer längst vergessenen Zeit. ;-)

    6. Avatar von Tobs
      Tobs

      Hallo Chrischaan, der Total Return (also reinvestierte Dividende) vom 1. August 2006 bis heute läge sogar immerhin bei rund 7,5% p.a. Für ein Geschäft mit wenig operativem Risiko und jährlich steigender Dividende nicht schlecht. Und übrigens: Hättest Du als Startdatum ebenfalls den 1. August 2006, dieses Mal aber als Endpunkt das vorläufige ATH am 27.11.2024 genommen, so hätte der Total Return nicht nur bei attraktiven rd. 10% gelegen, sondern Du hättest vermutlich auf den ursprünglichen Einstand eine Yield on Cost im bereits zweistelligen Bereich! :-) Zeigt sehr schön, wie trotz schwankender Marktpreise der Vermögenseffekt durch steigende Cash Flows getragen wird. Und das Beispiel zeigt die Willkürlichkeit des Betrachtungszeitpunkts. Weil wieso sollte P&G nicht in – sagen wir einfach mal so dahin – in 18-24 Monaten wieder das nächste ATH erklimmen. Dann ist man wieder an den 10% Total Return dran oder gar rüber. Und das sind sowieso „nur“ Buchwertbetrachtungen. In der Zwischenzeit jedoch, und das kann keine Marktschwankung im Buchwert nehmen, erhältst Du auf den ursprünglichen Einstand und auch sukzessive auf die nachfolgenden durch die Dividenden gespeisten Reinvests zweistellige Yield on Costs. Und wie gesagt, vergleichsweise stabil. Du sagtest zu Recht, Interpretation offen – soweit meine. Ich bin aber auch vergleichsweise einfach zufrieden zu stellen. Nach dem Motto zwei warme Mahlzeiten und ein Bier, dann bin ich happy genug.

  8. Avatar von Volker Mühlhausen
    Volker Mühlhausen

    Mein Anteil an Consumer Staples im Depot beträgt 9,31 %.
    Das liegt primär an BAT und Imperial Brands und seltsamerweise an Alibaba, die GetQuin hier mitzählt – ich würde sie eher bei Technologie sehen, aber nun gut.

    War mit kleinen Beobachtungspositionen in PEPSI, PG, General Mills investiert, bin aber wieder raus.

    Aktuell habe ich neue Beobachtungspositionen aufgebaut in KHC und General Mills und sie mit kleinen zweiwöchentlichen Sparplänen versehen. Sehe interessante Dividendenrenditen und die Möglichkeit des Turnarounds bei beiden. Bei KHC habe ich gerade auf 100 € pro Ausführung aufgestockt und erwäge einen kleinen Ausbau per Einzelkauf.

    In Beobachtung sind Unilever, PG und MC Cormick. Dividenden und ordentliche unternehmensspezifische Aussichten sin der Grund. MC Cormick habe ich schon länger in Erwägung gezogen, nun scheinen sie mir günstig und könnten mit dem Unilever Food Bereich ihr Gewürzbusiness auch außerhalb der USA expandieren (in die Regale bringen). Dem gegenüber steht das wohl nicht allzu starke Unileverfoodportfolio, das abgestoßen wird. Hier werde ich erst handeln, wenn eine Entscheidung getroffen wurde.

    Gleiches gilt für die (Rest-) Unilever, die sich auf höhermargige Produkte konzentriert. Den Umbau sehe ich dort positiv. PG bei 3,1% Dividendenrendite ist einer meiner Trigger ;-), habe aber noch nicht entschieden ob kleine Anfangsposition oder größer.

    MCD habe ich von der WL gerade heute gestrichen.

    Grüße Volker

  9. Avatar von Hansi
    Hansi

    Mein Anteil Consumer beträgt aktuell 28,03%. Darunter verstehe ich Lebensmittel, Getränke, Haushaltsmittel, Kosmetik und Zigaretten. BAT konnte man jahrelang für unter 30 € eintüten und ist nun meine größte Position. Henkel, Nestle, Kraft Heinz sind ebenfalls Ankerposotion. Die genannten Aktien kann man schon länger zu fairen Preisen anschaffen. Cola, Procter, General Mills, Unilever, McCormick, Smucker, Pepsi, Mondelez, Campells, Hormel, Conagra, Flower Foods, Pernod, Diageo, usw
    In den letzen Monaten kamen immer mehr hinzu.
    Sei mutig, wenn andere ängstlich, sagte Buffett einst. Hat Buffet Cola nicht irgendwann in einer Schwächephase in den Neunzigern eingesammelt.
    Wie Tobs richtig beschreibt, waren die Bewertung für Consumer während der Nullzinsphase einfach unattraktiv. Auch gibt es an der Wallstreet ständig neue Modebranchen. Heute Inn, morgen Out.
    Jedenfalls habe ich bei vielen Titel grandiose Dividendenrenditen. Da können die Titel wie einst BAT lange im Dornröschenschlaf von der Menschheit und der Finanzwelt verachtet werden. Solange Cash-Flow sprudelt und in dem Fall 9% Dividendenrendite auf Einsatz regelmäßig läuft , kann mir der MSCI gestohlen bleiben. Ich behaupte mal, meine BAT’s haben den MSCI währungsbereinigt inkl. Dividende in den Boden gestampft. Kann sich aber natürlich schnell wieder ändern. Markttiming kann ich einfach nicht. Halten ist King. Also 3%+ liefert bei mir jeder Consumer mindestens ab und dann noch mehrere 6+%.
    Sie sind die neben Öl und Pharma meine sprudelnden Dividendenquellen.
    Daneben habe ich auch Anfangspositionen in lupenreinen zyklische Consumer wie Stellantis, BMW, VW, Honda. Sind zugleich halbe Finanztitel. Das Risiko ist hier sehr hoch. Peter Lynch hat schon gezeigt, dass Zykliker grandiose Investments sein können, wie z.b. Öl zu Zeiten der Negativpreise.

    Das gilt also für alle Branchen, wenn man sie kauft, wenn die Mehrheit der Börse die Branche verteufelt.

  10. Avatar von Thomas
    Thomas

    Consumer Defensive:
    btw interessanter Titel, der in den USA (NYSE) erst seit 06/25 an der NYSE gelistet ist und in Europa auch gehandelt wird. Es handelt sich um die JBS NV (Class A, Class B ist nicht öffentlich).
    Habe die gefunden unter Consumer Defensive und Packaged Foods und sind auf Anhieb nach Marketcap auf Platz 3 hinter KHC und GIS und noch vor MKC.
    Ein reiner Fleischgigant/Produzent, der hauptsächlich aus Brasilien stammt und liegt auf dem Umsatzniveau wie z.Bsp. Nestle oder Pepsi, also keine kleine Klitsche.
    Ich weiß, das Fleisch nicht jedermanns Sache ist, aber wer kein Problem mit MCD hat, dürfte auch mit JBS NV keine Magenverstimmung bekommen :)
    in 2025 zum jetzigen Kursniveau knapp 7% Divrendite.
    Der aktuelle Payout Ratio liegt bei 18 %, was auf eine solide Nachhaltigkeit der Dividende hindeutet, gestützt durch positiven Free Cash Flow.
    Leider Jahreszahler, der diesjährige Extag schon vorbei.
    Aber interessant für die WL. KGV oder P/E 7,88 also ein Schnäbbele
    Keine Empfehlung, aber ein interessantes Fundstück, welches ich der geschätzten Community gern teile :)

  11. Avatar von Manfred
    Manfred

    Hi Ben !
    Wie gehst du jetzt mit den katastrophalen Quartalergebnissen des BDCs FS-KKR um ? Ursache scheint wohl deren riskantes Geschaeftsmodell zu sein , das jetzt zu jede menge notleidenden krediten gefuehrt hat. An sich ist das jetzt ein Strong Sell. Aber die firma hat jetzt einige kapital stuetzende massnahmen eingeleitet, um mittels wandelanleihen etc ueber wasser zu bleiben. FS-KKR scheint dennoch ein sehr riskantes investment zu sein. Wenn die pleite gehen, werden deren groesse wohl auch andere BDCs in sippenhaft genommen
    werden

    1. Avatar von Ben Warje

      Hallo Manfred,

      ist für mich ein ähnlicher Fall wie Oxford Lane Capital und meine Devise ist die Gleiche: Augen zu und durch! Entweder kriegen die es über die Zeit auf die Reihe oder es wird ein Totalverlust. Ich glaube allerdings eher daran, dass es zwar zu weiteren Abwertungen im Portfolio kommt, aber das Unternehmen stark genug ist, diese Phase zu überstehen. Sie zahlen ja sogar noch weiterhin Dividende, auch wenn es immer weniger wird. Neu investieren würde ich allerdings nicht, selbst nach den jetzt 50% Kursverlust innerhalb eines Jahres.

      Bist Du investiert und wie positionierst Du Dich?

      Viele Grüße Ben

  12. Avatar von Manfred
    Manfred

    Nein, Ben, ich bin nicht investiert, aber ich will von anderen bdc s lernen, vor allem von den fehlern, die diese firmen machen. (Da lernt man ja bekanntlich am meisten. ) und da ist mir heute auf yt ein besprechungsmoovie (von FrankimHarz) ueber den weg gelaufen. Wenn ich sie haette, wuerde ich sie in ein anderes bdc switchen , eines mit weniger risiko drin. Deren geschaeftsmodell erinnert mich an diesen krankenhaus reit ( name entfallen) . Und einmal bei sowas zu verlieren reicht eigentlich. Mehr solche erfahrungen brauch ich nicht davon.

    Ich bin in mainstreet capital drin, und stocke momentan weiter auf. In so einer riskanten branche sollte man das risiko so gering wie moeglich halten, und da bietet sich MAIN eben an, auch wenn sie sportlich bewertet ist.

  13. Avatar von BörsenHai
    BörsenHai

    Hallo Ben,

    möchtest Du nicht über die Canadian Railway schreiben? Die Position ist ja nicht klein.
    Ich hatte Canadian Railway und habe mich zugunsten der Union Pacific entschieden.

    Danke BörsenHai

  14. Avatar von Thomas
    Thomas

    Die schwelende Krise der ganzen BDCs und ähnlicher PE Buden wie Blue Owl, Apollo Global usw. sind ja zur Zeit (eigentlich immer) auch ein eigenes Thema für sich. Bißchen in den Hintergrund geraten wg. IPO Musk/Altmann und SemiconductorHausse und Öl Preis/Iran schwelt und raucht das Thema trotzdem unter der Motorhaube leise weiter. Zunächst Grüße und winke winke an Tobs, der sich wie ich mich erinnere, immer eine Lanze für BEN aka Franklin Templeton Investments gebrochen hat. … Wahrscheinlich sind die stockkonservativ unterwegs und haben immerhin ytd +31% zugelegt. Dagegen wirken KKR, Blue Owl und Ares etwas schwindsüchtig zur Zeit.
    kurze Zusammenfassung der Lage z.Tl. mit KI
    Teilweise Kapitalabflüsse von großem Risiko/Wagniskapital in Richtung MuskIPO/Halbleiter/Datencenter/AI usw. Wohlhabende Anleger ziehen sich zurück.
    Keine/kaum Neuzuflüsse
    anklingende Schwierigkeiten bei Rückforderungen, da der Markt nicht so liquide ist wie erhofft. Private-Equity-Firmen haben ein Jahrzehnt lang SaaS-Unternehmen aufgekauft, oft mit Private Credit finanziert. Die öffentlichen Märkte haben Software-Bewertungen inzwischen deutlich nach unten korrigiert — was Druck auf die Portfoliobewertungen der PE-Firmen ausübt. Sorge vor KI Disruption.
    Zusammenfassung:
    Die großen alternativen Asset Manager (KKR, Ares, Blue Owl, Blackstone) haben in 2026 Kursverluste von 12–35% erlitten, getrieben von einer Doppelkrise: Erstens lösten Liquiditätsengpässe bei nicht-gehandelten BDCs und Evergreen-Fonds eine Rücknahmewelle aus, zweitens erschütterten KI-Disruptions-Ängste die Bewertungen von Software-Portfolio-Unternehmen, die noch mit alten, hohen Multiples in den Büchern stehen. KKR ist mit ca. 7% Software-Exposition im Vergleich zu Konkurrenten moderat betroffen, versucht aber bereits Positionen wie BMC Helix zu verkaufen und einen BMC-IPO vorzubereiten. Moody’s hat den BDC-Sektor-Ausblick im April 2026 auf „negativ“ gesetzt — eine strukturelle Erholung ist erst realistisch, wenn Zinsen spürbar fallen, (wird nicht so schnell passieren) Software-Bewertungen sich stabilisieren und das Vertrauen in die Liquidität von Private-Credit-Produkten zurückkehrt.

    bin selber hier bis auf MainStreetCapital aus allen raus schon Ende letzten Jahres mit schwarzen/grünen Zahlen.
    Werde selber hier gar nichts reingeben. Auch mittelfristig/später nicht geplant. Main Street on Hold.

    Habe heute SK Hynix, Samsung Electronics, Keyence und meinen IT ETF komplett verkauft mit weit überdurchschnittlichem IZF und damit Singapore Telecommunications (immerhin 4% Dividende) auf einen der höheren VolumenPlätze im Depot geschoben. Hoffe ich bereue das nicht, erscheint mir aber sinnvoll.

    Cisco, IBM, Foxconn, TSMC, Innodata u.ä. bleibt erstmal,

    Cisco will ich ewig halten… theoretisch… hab ich schon am längsten.

    Grüße schönes WE wenns soweit ist.

  15. Avatar von Tobs
    Tobs

    Hallo Thomas,

    ja, Franklin Resources, ich fahre ja darauf ab. :-)

    Und bin nun selbst auch mal 15 Prozent in Plus mit der Position, ergo hatte ich mich mit diesem Wal auch erstmal auf Tauchfahrt begeben. :-)

    In dem Zusammenhang und auch weil Du dann wiederum auf die Apollos der Vermögensverwalter hinweist: Ich hatte L&G die Tage liquidiert, nachdem ich nun einige Jährchen nahezu eine Brutto-Dividende von 10% kassiert hatte, so dass ich den zusätzlichen Kursgewinn von etwas unter 15% eingesackt habe.

    Wieso komme ich darauf, also mal der Reihe nach, um die Dinge zu ordnen:

    L&G kaufte ich ursprünglich insbesondere deswegen, weil ich den Cash Flow ungemein günstig und die langfristigen KPI (EBIT, EPS und ROE) als extrem attraktiv fand. Na ja, und ich mag’s gerne kultig…Regenschirm…180 Jahre alt usw. Und dann hatte die untalentierte Liz Truss und ihrer arroganter Finanzminister (ehemaliger IBler, was will man erwarten) für herrliche Einstiegskurse gesorgt :-). Mit den Jahren ist mir aber klar geworden, welche bilanzielle Komplexität aber der eigentliche Treiber der Ergebnisse ist. Vor allem durch die gigantischen Pension-Risk-Transfer-Geschäfte…Ehrlicherweise hatte ich das beim Erst-Invest zu wenig durchdrungen. So richtig klar, wie L&G sein Geld verdient, ist vielen im Markt auch heute nicht (daher vermutlich auch der andauernde Bewertungsabschlag). Und das wiederum führt mich gleich zu Apollo, die ich aus denselben Gründen nicht mögen würde, versus Franklin Resources oder TRowe Price, dazu gleich aber mehr. Denn L&G ist extrem financial engineert und steuert das Ergebnis über regulatorische Eigenkapitalsteuerung. L&G (unter anderem) übernimmt Pensionsverpflichtungen von Unternehmen, legt die Assets dagegen,
    optimiert die Kapitalstruktur, verdient hoffentlich (!) an Spreads über Jahrzehnte. Aber die Bewertung ist extrem unübersichtlich, hängt sie doch an Zinsen, Sterblichkeit, Regulierung und Kapitalanforderungen (vor allen Dingen die Solva, also wie viel kann wirklich ausgeschüttet werden, zumindest nachhaltig). Das ist für Außenstehende nur begrenzt überprüfbar. Ich behaupte keck, das kapieren maximal 3 Köpfe auf dieser Welt im Sinne perfekt kapieren. Darum habe ich die Financial Times Berichterstattung zu den Rumors über Einstiegsinteressen von großen Private Debt Adressen aus den USA (hier wohl Apollo genannt) gerne genutzt, den Kursanstieg zu monetarisieren (vielleicht ließ ich hier was liegen, wenn tatsächlich eine Kaufoferte kommen sollte).

    Desto länger ich investiere, umso klarer wird für mich (!), dass es primitiv und easy für mich sein muss. Einen normalen Vermögensverwalter, das kapiere ich halbwegs. Und hier ist Franklin bzw. alias „BEN“ (schönes Kürzel für diesen Blog eigentlich) ein guter Proxy. Darum habe ich die auch behalten und immer weiter angefüttert. Mir gefällt auch, dass die Familie Johnson rund 40 Prozent hält. Und mir gefiel die Berichterstattung in Bloomberg und in WSJ zur Enkelin Jenny Johnson, die 2020 das Ruder übernahm. Die Presse konnte hier natürlich schön zuspitzen: Kann die Enkelin den angestaubten Riesen wieder beleben (ist natürlich schön anschlussfähig). https://www.wsj.com/finance/investing/franklin-templeton-turns-toward-private-investing-as-mutual-fund-business-shrinks-07fb042b?utm_source=chatgpt.com (Es gibt immer mal Aktionen, dann biste mit 2 USD im Monat beim WSJ dabei…).

    Und sie hat dann eine Menge Akquis und Ausbaus von Geschäftsaktivitäten angestoßen…Im einzelnen kann man über die Akquis streiten (würde ein Schlaumeier machen, ich enthalte mich da lieber). Jeder erzählte, das sei eine Value Trap (übrigens: Das wissen die Schlaumeier auch immer angeblich). Heute: Positive Flows, steigende Gewinne, operative Verbesserung, knapp 5 % Dividendenrendite, Aktienrückkäufe. Jenny hat auch ETF und Alternatives ausgebaut. Das Interessante: In allen diesen neuen Geschäftsfeldern wächst BEN!!

    Ergo, mein Credo: Cash Flow ist Unkraut und selbst wenn es mal weniger ist, es hat die Wurzeln, doppelt so stark wieder zurückzukommen. BEN ist ein vergleichsweise einfaches Geschäftsmodell, das verstehe ich. Heute ist dieses Geschäftsmodell wieder gefragt. Eine Apollo hingegen heute weniger, vermutlich nicht nur wegen der von Dir, Thomas, genannten Gründe (Private Markets), sondern gerade auch wegen ihrer Komplexitäten im Versicherungs- und Pensions-Risk Geschäft (wie L&G), obwohl das genau vor drei, vier Jahren noch der Hot shit und Kurstreiber war!

    Darum kaufe ich nie nach Narrativen, sondern immer nach Cash Flow. Und ob mich eine Story ganz grundlegend catcht. Und dann hoffe ich einfach nur noch das Beste… :-) Und ich überlege nach jedem Verkauf, warum ich eigentlich nach ein paar Jahren doch verkaufe und bei anderen Titeln hingegen nicht. Mit der Zeit wird daher das für mich optimale Raster immer klarer…

    Amen und guten Abend… :-)

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