Über das Unternehmen aus der Lebensmittelbranche gibt es genug Negatives zu schreiben. Ich mache da fleißig mit und bin trotzdem unverändert als Aktionär beteiligt.
Nun hat die Aktie in den letzten 18 Monaten rund ein Drittel ihres Wertes verloren und das Management erneut die Prognose gesenkt.
Schaut man sich aber die Situation mit neutraler Brille an, dann kann man mit Fug und Recht eine Bodenbildung im Aktienkurses erkennen. Und man sieht eine Bewertung, die angesichts der sauberen Historie des Konzerns durchaus als günstig bezeichnet werden kann.
Und so stellt sich für mich nun die Frage nach einem Nachkauf und für jeden Nicht-Aktionär könnte sich hier eine Einstiegsgelegenheit zeigen. Denn auch die Dividendenrendite ist interessant.
Wie ich die Aktie aktuell einschätze, erfährst Du in diesem Beitrag.
General Mills gehört zu den großen Herstellern von Lebensmitteln und Tierfutter. Nach einem Rekordhoch im Mai 2023 geht es allerdings mit der Aktie abwärts. Das Unternehmen habe ich hier ausführlich vorgestellt.

Dividendenzahlung
General Mills zahlt erneut eine Quartalsdividende von 0,60 US$ je Aktie. Für die 165 Aktien in meinem Depot ergibt das eine Brutto-Dividende von 99,00 US$. Sie wurde von flatex zum Kurs von 1,0335 in Euro umgerechnet. Das entspricht dem EZB-Referenzkurs vom Tag nach dem Zahltag, in diesem Fall dem 04.02.2025. Die Dividende selbst wurde erst am 05.02.2025 abgerechnet. Nach Abzug der Steuern verbleibt eine Netto-Dividende von 71,32 €. Sie wurde mit rückwirkender Wertstellung 03.02.2025 überwiesen.

Annualisiere ich die Quartalsdividende, dann wird innerhalb eines Jahres 2,40 US$ Dividende gezahlt. Bei einem Aktienkurs von 60 US$ entspricht das einer Dividendenrendite von 4,0%. Sollte die Dividende erneut zum August erhöht werden, dann liegt sie tatsächlich sogar noch etwas höher.
Meine persönliche Dividendenrendite (Yield on Cost) liegt – berechnet mit meinem Kaufpreis für den Gesamtbestand und dem aktuellen Umrechnungskurs für die Dividende – bei 5,3%.
Perspektiven
Fangen wir direkt mit dem Ausblick an. Denn seit der letzten Quartalsdividende und meinem Bericht dazu hat General Mills den Ausblick gleich zweimal angepasst. Zunächst im Rahmen der Vorlage der letzten Quartalsergebnisse. Und dann noch einmal in der letzten Januarwoche.
Aber der Reihe nach: General Mills kämpft bekanntlich – wie die meisten großen Lebensmittelhersteller auch – mit den Umsätzen. Im Zuge der Inflation waren die Preise deutlich erhöht worden und die Verpackungsgrößen verkleinert worden. Nun schlägt das Pendel zurück und die Verbraucher kaufen weniger. General Mills hat deshalb die Marketingausgaben über das ursprüngliche Budget für das laufende Geschäftsjahr hinaus, erhöht. Das führt zwangsläufig zu höheren Kosten. Und offenbar sind diese Ausgaben aber notwendig, um überhaupt noch die Umsatzprognose erzielen zu können.
Organisch sollte der Umsatz in diesem Geschäftsjahr gleich bleiben oder bis zu 1% steigen. Mit der Anpassung der Prognose wird nun das untere Ende der Spanne „angestrebt“. Damit kämpft General Mills aktuell darum, durch mehr Werbung den Umsatz zu halten.
Die höheren Kosten sorgen dafür, dass sich der bereinigte operative Gewinn nicht mehr zwischen -2% und 0%, sondern nun zwischen -4% und -2% einpendeln wird.
Entsprechend wird der Gewinn je Aktie nicht mehr zwischen -1% und +1% erwartet, sondern nun zwischen -3% und -1%.
Das sind deutliche Verschlechterungen und das Geschäftsjahr ist erst zur Hälfte geschafft. General Mills hatte sich aber schon bei der ersten Prognosesenkung vorbehalten, dass darin die Effekte des Verkauf der nordamerikanischen Joghurtproduktion und der Zukauf des nordamerikanischen Tierfutter-Portfolios von Whitebridge Pet Brands nicht enthalten seien.
Diese Effekte wurden nun Ende Januar konkretisiert und die Prognose wird noch schlechter! Zumindest beim Gewinn je Aktie. Denn der organische Nettoumsatz und der operative Gewinn sind angabegemäß nicht tangiert. Der Gewinn je Aktie soll sich aber nun nicht mehr zwischen -3% und -1%, sondern zwischen -4% und -2% verändern. Grund dafür ist der erhöhte Zinsaufwand aus den im Zusammenhang mit den zur Finanzierung der nordamerikanischen Whitebridge Pet Brands-Akquisition aufgenommenen Schulden.
Ich halte das für – gelinde gesagt – ein Armutszeugnis des Managements. Bei Vorlage der Quartalszahlen stand ja die Akquisition schon fest. Und damit auch die Finanzierung und deren Kosten. Man hätte hier die Prognose direkt auf den neuen, tieferen Wert anpassen müssen. Stattdessen musste man sie zweimal senken.
Dass der Aktienkurs darunter nicht stärker gelitten hat, liegt wohl ausschließlich daran, dass er ohnehin schon am Boden liegt.
Und das ist auch das einzig Positive an der ganzen Thematik. Der Niedergang von 90 US$ auf 60 US$ innerhalb von anderthalb Jahren hat sich aktuell nicht weiter fortgesetzt. Faktisch notiert die Aktie nun seit Oktober 2023 knapp über der 60 US$-Marke – mit kleineren Ausflügen nach Oben.
Und General Mills ist ja immer noch profitabel. Im letzten Geschäftsjahr wurden 4,31 US$ je Aktie verdient. Wenn dieser Wert nun um 4% sinkt, bleiben immer noch 4,13 US$ übrig. Und bei einem Aktienkurs von 60 US$ entspricht das einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 14,5. Bei einer Dividendenrendite von dann 4,0% ist das offenbar für genug Marktteilnehmer eine attraktive Konstellation.
Und ich muss sagen, dass ich von den nackten Zahlen her, das auch nicht unattraktiv finde. Denn immerhin erhält man damit ein etabliertes Unternehmen, das seit 126 ununterbrochen Dividenden zahlt. Und auf lange Sicht ist es vermutlich besser, so ein Unternehmen in einer herausfordernden Situation zu kaufen. Denn wenn gerade alle euphorisch sind und 90 US$ für eine Aktie bezahlen, ist das Risiko deutlich höher, dass es zu Rückschlägen kommt. Und die Chance auf weitere Kursgewinne ist dann auch geringer.
Trotzdem muss man sich fragen, wann der Gewinn je Aktie denn wieder steigen wird. Denn aktuell fehlt es das dritte Jahr in Folge an Wachstum. Nach 2 stagnierenden Jahren wird der Gewinn nun sinken. Und das trotz regelmäßiger Aktienrückkäufe.
Was bleibt, ist deshalb die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Durch die Transaktionen verschieben sich die Umsätze weiter. Tiernahrung nimmt einen größeren Bereich ein, der klassische Nahrungsmittelbereich sinkt.
Für Neueinsteiger konkurriert General Mills aktuell sicherlich mit anderen Nahrungsmittelherstellern. Denn sie alle haben unter der rückläufigen Verbrauchernachfrage zu leiden. Deshalb habe ich auch keine Empfehlung, jetzt auf General Mills zu setzen. Auch eine PepsiCo ist z.B. aktuell historisch eher günstig bewertet. Und wer sich den Aktienkurs von Nestlé anschaut, wird auch gewisse Parallelen erkennen.
Für mich persönlich bleibt General Mills eine Depotposition, die ich auf diesem Niveau nicht verkaufen werde. Ich sehe deutlich mehr Aufwärts- als Abwärtspotenzial. Wahrscheinlich ist aber auch noch eine weitere Seitwärtsbewegung. Denn erstmal fehlen Impulse, warum es wieder aufwärts gehen sollte. Womöglich erhalten wir die in einem halben Jahr, wenn das Geschäftsjahr beendet ist und die Prognose für das nächste Geschäftsjahr veröffentlicht wird. Sollte dann wieder ein Gewinnwachstum erwartet werden, wäre das ein positives Signal.
Auf einen Blick:
| Unternehmen: | General Mills |
| ISIN: | US3703341046 |
| Im Divantis-Depot seit: | 23.06.2014 |
| Letzter Nachkauf am: | 15.10.2025 |
| Stückzahl im Divantis-Depot: | 200 |
| Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren: | 44,15 € |
| Gesamtkaufpreis: | 8.830,11 € |
| Bisher erhaltene Netto-Dividenden: | 2.360,08 € |
| Aktuelle Strategie: | Halten und Dividende kassieren |


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