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Das Warten zahlt sich aus und 2026 könnte die Aktie durchstarten

3D-Illustration des Indexanbieters MSCI mit extrudierten Buchstaben vor einem dynamischen, steigenden Aktienkurs auf violett-blauem Hintergrund.
4.8
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4 Jahre hat sich die Aktie nun seitwärts bewegt. Und in dieser Zeit ihre Bewertung dank weiterhin steigender Gewinne halbiert. Nun kommt sie endlich in einen Bereich, in dem sich ein Neuengagement wieder rechnen könnte.

Denn die Gewinne steigen weiterhin zweistellig. Und die nächste Dividendenerhöhung im Januar sollte ebenfalls zweistellig ausfallen. Wenn meine Annahmen zutreffen, dann könnte die Aktie in 2026 endlich wieder durchstarten.

Die Voraussetzungen sind gegeben und genau deshalb denke ich nun an meinen ersten Nachkauf seit 2018.

Was mich dazu bewegt und warum mich das All-Wetter-Geschäftsmodell immer wieder begeistert, erfährst Du in diesem Beitrag.

Kurz nach dem Start des Divantis-Blogs im Jahr 2017 kaufte ich erstmals MSCI Inc. in mein Depot. In den ersten Jahren war die Aktie dann auch der Outperformer schlechthin. Bis 2021 ging es steil nach Oben mit dem Aktienkurs. Das selbsternannte „All-Wetter-Unternehmen“ habe ich hier vorgestellt. Als führender Indexanbieter profitiert MSCI Inc. in Aufschwungphasen mit den nach seinen Indizes abgebildeten ETFs von den steigenden verwalteten Geldern. Im Abschwung kommen dann stabilisierend Datenanalyse-Lizenzentgelte mit wiederkehrenden Umsätzen zum Tragen.

Seit dem Allzeithoch im Jahr 2021 bei 666 US$ verlor die Aktie allerdings an Boden und bewegt sich seit 2022 in einer Seitwärtsphase.

Aktuell notiert sie rund 100 US$ unter dem Höchststand:

MSCI Inc. 10-Jahres-Chart in US$
MSCI Inc. 10-Jahres-Chart in US$

Dividendenzahlung

MSCI Inc. zahlt erneut eine Quartalsdividende von 1,80 US$ je Aktie. Für die 30 Aktien in meinem Dividendendepot ergibt das eine Brutto-Dividende von 54 US$. Sie wurde von flatex zum Kurs von 1,1566 in Euro umgerechnet. Das entspricht dem EZB-Referenzkurs am Zahltag. Nach Abzug der Steuern ergibt sich eine Netto-Dividende von 34,77 €. Sie wurde mit Wertstellung 28.11.2025 überwiesen.

MSCI Inc. Dividendengutschrift im November 2025

Annualisiere ich die Quartalsdividende, dann entspricht die Quartalsdividende einer Jahresdividende von 7,20 US$. Bei einem Aktienkurs von 563,72 US$ (Schlusskurs am Dividendenzahltag) ergibt das eine Dividendenrendite von 1,3%. Bei einem heutigen Kauf dürfte die Jahresdividende jedoch etwas höher sein, da MSCI Inc. seine Dividende regelmäßig erhöht und somit sollte die Dividende ab der Februar-Dividende 2026 höher sein. Und das ist ja auch schon die nächste Dividendenzahlung!

Meine persönliche Dividendenrendite (Yield on Cost) ist bereits deutlich höher, da ich einen vergleichsweise niedrigen Einstand habe. 3.639,64 € habe ich für meine 30 Aktien bezahlt. Unterstelle ich, dass die vier Quartalsdividenden zum Umrechnungskurs dieser Dividendenzahlung umgerechnet werden, dann erhalte ich innerhalb eines Jahres 186,75 € Brutto-Dividende. Das entspricht dann einem YoC von 5,1%. Damit ist der Effekt steigender Dividenden gut erkennbar.

Perspektiven

Aktuell steht die MSCI-Aktie da, wo sie auch Anfang 2022 schon stand. In den letzten 4 Jahren hat sie sich einfach nur seitwärts entwickelt. Nach Unten ging es dabei bis 400 US$, nach Oben bis 600 US$. Aber im Wesentlichen bewegte sich die Aktie nur innerhalb dieses Bandes.

Ist das nun ein verlorene Zeit gewesen? Das Unternehmen selbst hat sich seit 2022 stetig fortentwickelt und seinen Umsatz und Gewinn weiter gesteigert. Was sich verändert hat, ist allerdings die Bewertung. Es war einfach schon sehr viel an Zukunft vorweggenommen und MSCI Inc. ist mit der Zeit in diese Bewertung hineingewachsen.

Mir ist das im Ergebnis lieber als wenn die Aktie erst in den Himmel steigt und dann die Luft vollständig abgelassen wird. So ist es eine kontinuierliche Unternehmensentwicklung, die wenig spektakulär verläuft.

Nun stellt sich allerdings die Frage, ob die Seitwärtsphase zeitnah ihr Ende finden kann. Denn schließlich ist die Bewertung an irgendeinem Zeitpunkt dann auch mal als angemessen anzusehen und dann sollte der Aktienkurs wieder zum Steigflug ansetzen. Zumindest in Höhe des Gewinnwachstums…

Zuletzt hat MSCI Inc. die Ergebnisse zum 3. Quartal 2025 präsentiert und dort ein Umsatzwachstum von 9,5% ausgewiesen. Der operative Gewinn legte um 11,6% zu, wobei sich die operative Marge von 55,4% auf 56,4% verbesserte. Der Gewinn je Aktie legte um 19,0% auf 4,25 US$ zu, beim adjustierten Gewinn stand ein Plus von 15,8% auf 4,47 US$.

Nach 3 von 4 Quartalen hat MSCI Inc. den adjustierten Gewinn je Aktie um 14,5% auf 12,63 US$ gesteigert.

Addiert man dazu noch einmal den jetzigen Quartalsgewinn hinzu, ergibt sich ein Jahresgewinn von 17,10 US$. Dem steht ein Gewinn 2024 von 15,20 US$ gegenüber. Das wäre dann ein Wachstum von „nur“ 12,5%. Aber die Zahl unterstellt auch nur ein gleichbleibendes 4. Quartal gegenüber dem 3. Quartal 2025.

Aber ich rechne lieber mit niedrigeren Werten, um dann noch direkt etwas Puffer zu haben. MSCI Inc. selbst gibt in seiner Guidance für 2025 keine Gewinnprognose ab.

Ein Jahresgewinn je Aktie von 17,10 US$ entspricht bei einem Aktienkurs von 563,72 US$ einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 33.

Nachdem die Aktie in der Vergangenheit auch schon mit Multiplikatoren im 50er oder gar 60er Bereich gehandelt wurde, ist das natürlich eine geradezu moderate Bewertung.

Ich habe aber immer noch nicht das Gefühl, dass die Aktie nun wirklich günstig ist. Dafür ist mir der Multiplikator immer noch zu hoch. Aber viel fehlt nicht mehr, dann stimmen die Relationen.

Mit einem starken Jahresergebnis und einem positiven Ausblick für 2026 könnte MSCI Inc. dann im nächsten Jahr endlich die Seitwärtsrange verlassen und den steigenden Gewinnen auch wieder einen steigenden Aktienkurs folgen lassen.

Das Momentum ist auf jeden Fall auf der Seite von MSCI Inc. Steigende Indizes und steigende ETF-Volumina lassen die Erträge steigen. Quartal für Quartal meldet MSCI Inc. aktuell neue Höchststände bei den Assets under Management, aus denen dann volumenbezogene Gebühren generiert werden.

Und wenn ich auf Veranstaltungen oder in Videos immer wieder höre, dass die meisten Anleger dann doch einfach nur einen ETF auf den MSCI World kaufen, dann klingt da bei den Vortragenden durchaus Enttäuschung mit. Weil sich damit für sie kaum etwas verdienen lässt. Bei mir klingeln dann aber immer die Kassen. Jeder neue Sparplan eines Neukunden auf einen solchen ETF ist wieder ein kleiner Krümel mehr an Gewinn für MSCI Inc.!

Auffällig im Quartalsbericht zu lesen war, dass der Cash-Bestand zum Quartalsende bei 400 Mio. US$ lag, aber üblicherweise nur 225 bis 275 Mio. US$ für allgemeine Zwecke vorgehalten werden.

Hinzu kommt, dass die Nettoverschuldung mit 3,0x (Net Debt vs. adjusted EBITDA) am unteren Rand der Zielrange von 3,0x bis 3,5x liegt.

Wenig überraschend hat das Management deshalb ein neues Aktienrückkaufprogramm beschlossen, das bis zu 3 Mrd. US$ für den Kauf eigener Aktien vorsieht. Schon in den letzten 12 Monaten war die Aktienanzahl durch Rückkäufe um 2,7% reduziert worden.

Insgesamt sieht das alles weiterhin genau so aus, wie ich es mir in meinem Investment-Case vorgestellt habe. MSCI Inc. ist und bleibt eine Cashmaschine, die extrem von Skalierungseffekten profitiert. Daten, die einmal gewonnen wurden, lassen sich vielfach verkaufen. Und der Aufwand zur Berechnung eines Index fällt nur einmal an. Je mehr Kunden ihn lizenzieren, umso mehr Ertrag fällt an. Daraus folgt eine langfristig steigende Dividende bei rückläufiger Aktienanzahl.

Gestartet war ich selbst im Jahr 2017 mit einer Quartalsdividende von 0,38 US$ bei einem Aktienkurs von 111 US$. Das war eine Dividendenrendite von 1,4%. Es folgten jährlich zweistellige Steigerungen:

2018: 0,58 US$ (+52,6%)
2019: 0,68 US$ (+17,2%)
2020: 0,78 US$ (+14,7%)
2021: 1,04 US$ (+33,3%)
2022: 1,25 US$ (+20,2%)
2023: 1,38 US$ (+10,4%)
2024: 1,60 US$ (+15,9%)
2025: 1,80 US$ (+12,5%)

Und es spricht nun viel dafür, dass Ende Januar 2026 die nächste zweistellige Dividendenerhöhung verkündet wird. Ich erwarte, dass wir mindestens 2,00 US$ als neue Quartalsdividende sehen werden. Das entspricht dann auf meinen Erstkauf schon einer Einstandsrendite von 7,2%.

Eigentlich verfolge ich seit längerer Zeit nur noch eine Haltestrategie bei MSCI Inc. Ich war mit den 30 Aktien ausreichend investiert und die Bewertung war mir zu hoch. Nun allerdings – nach der vierjährigen Seitwärtsbewegung des Aktienkurses bei gleichzeitig steigenden Gewinnen – kommt MSCI Inc. nur noch auf ein Depotgewicht von 2,7% in meinem Dividendendepot. Gleichzeitig nähert sich die Bewertung der Aktie einem attraktiven Niveau.

Die intensive Beschäftigung mit dem Unternehmen für diesen Beitrag hat mir noch einmal vor Augen geführt, dass es kaum Hürden für ein weiteres Wachstum von MSCI Inc. gibt. Ich werde deshalb den Aktienkurs in den nächsten Wochen intensiver beobachten und könnte mir vorstellen, dass ich bei Kursen um 500 US$ tatsächlich zum ersten Mal seit 2018 wieder zugreife.

Auf einen Blick:

Unternehmen:MSCI Inc.
ISIN:US55354G1004
Im Divantis-Depot seit:07.08.2017
Letzter Nachkauf am:03.08.2018
Stückzahl im Divantis-Depot:30
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:121,32 €
Gesamtkaufpreis:3.639,64 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:704,25 €
Aktuelle Strategie:Halten und Dividende kassieren

für diesen Beitrag verwendete Quellen:
MSCI Reports Financial Results for Third Quarter and Nine Months 2025
MSCI Inc. Investor Presentation November 25, 2025

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Kommentare

8 Antworten zu „Das Warten zahlt sich aus und 2026 könnte die Aktie durchstarten“

  1. Avatar von Tobs
    Tobs

    Hallo Ben,

    MSCI hat ein extrem skalierbares, hochprofitables Geschäft aufgebaut, das zudem sehr capital light ist. Entsprechend ist das eine Cash Flow Maschine. Es zeigt sich wieder, dass ein vergleichsweise hoher Net Debt/EBITDA Hebel bei extremer Cash Generierung des Geschäfts für die Investoren echten Shareholder Value schafft.

    Wegen des Kurses: Niemand kann wissen, warum er heute steht, wo er steht. Allerdings sind bei allem Track record und aller sicherlich nach vorne gesehen berechtigten Hoffnung einige Fakten in Bedacht zu nehmen. Der reine Blick auf von Unternehmen gemeldeten Zahlen ist ohne Einordnung innerhalb eines Big Picture manchmal zu kurzfristig.

    Positiv: CalPERS (größter öffentlicher Pensionsfonds im Staat California als Asset Owner von rund 600 Mrd. USD) löst sich vom Gesamtsteuerungsansatz der Kapitalanlage in Form von SAA (Strategische Asset Allokation) und schwenkt um auf TPA (Total Portfolio Approach). Da also dann weniger über Quoten als über Risiken gesteuert wird, müssen noch mehr Daten in die Systeme übernommen werden. Nutznießer ganz klar: MSCI. Und wenn CalPERS hiermit anfängt, dann ziehen vielleicht auch andere große Asset Owner nach, so dass MSCI hier bestens aufgestellt wäre.

    Andererseits ist zu bedenken, dass hiervon nicht nur MSCI profitiert, sondern auch ein System namens Aladdin. Und da kommen wir zu einem möglicherweise der relevanten Marktbedenken: Alladin ist von Blackrock.

    MSCI wiederum erzielt jeweilig rund 55% des Ertrags und 70% des EBIT (Hier steckt die Marge!) im Index-Geschäft. 50% der AuM basierten Einnahmen wiederum entfallen auf diesen Kunden Blackrock. Es gibt einen Langfristvertrag wohl, der bis 2029 geht.

    Insoweit ist das erstmal keine Wettbewerber–Überschneidung, weil MSCI und Blackrock im Index-Geschäft nicht konkurrieren, sondern „nur“ im Bereich Analytics. Trotzdem ist damit Blackrock ein dominanter Einzelkunde im besonders margenträchtigen Geschäft von Blackrocj und in einem anderen zukunftsrelevanten Geschäftsfels ein enger Wettbewerber.

    Ich würde nicht einschätzen können, ob die beiden einfach weiterhin im Bereich Index koopieren und im Bereich Analytics Wettbewerb betreiben (so wie bislang), oder ob Blackrock das Auslaufen des Vertrags in 2029 nicht zum Anlass nimmt, MSCI härter an die Kandare zu nehmen. Blackrock könnte aus strategischen Gründen MSCI nicht mehr/nicht mehr so intensiv einen Wettbewerber im einen für diesen Wettbewerber besonders margenträchtigen Geschäft supporten. Man pumpt seinen direkten Peer eigentlich nur ungerne auf, auch wenn man anderer Stelle gut zusammenarbeitet. Außerdem könnte Blackrock erwägen, qua seiner erlangten Größe selber Indexe zu entwickeln oder zumindest bei den Anbietern stärker zu diversifizieren.

    Das wäre sicherlich alles kein Grund zur Panik, aber es sind eben doch Faktoren, auf die man sich einstellen muss. MSCI bleibt dann zwar weiterhin ein gutes Unternehmen, aber es ist dann eben so, dann die Margen plötzlich vielleicht doch etwas unter Druck kommen. Und dann kommen die Bewertungen dieser „Top-Qualitätsaktien, die nur wachsen können“ eben doch wieder in manierlichere Bereiche.

    1. Avatar von Tobs
      Tobs

      Entschuldigung für den etwas eigenwilligen Satzbau hier und da, aber im Handy am Morgen geht das nicht viel besser. :-)

  2. Avatar von Thomas
    Thomas

    Moin, der schnelle Blick auf die Branche,
    Die Indexanbieter aka MSCI, S&P Global Inc., Moody`s, treten irgendwie auf der Stelle. Ist also ein Branchenproblem.
    Sie kommen nicht vom Fleck. Die Börsenbetreiber selber wie CME, CBOE, Nasdaq Inc streichen sich im übertragenen Sinn die Butter statt Margarine aufs Brot.
    Kann sein , das es einfach nur eine Konsolidierungsphase nach den starken Zuwächsen der Vergangenheit ist, aber wie geht es in Zukunft weiter? Seit 2022 bewegt sich bei MSCI kursmäßig nichts mehr.
    Für eine aktuelle Dividende bei MSCI Inc. von 1% bis 1,5 % ohne Kurszuwächse kann man sich auch Öl oder Rohstoffe hinlegen.
    Tobs, hat einen guten Punkt gemacht mit Aladdin,
    allerdings gibt es auch zu Hauf (in USA sowieso) konkurrierende Systeme wie SimCorp One, Charles River, Bloomberg AIM, ThinkFolio, Clearwater etc. etc.
    Hier ist ein Punkt, wo KI oder AI die nächste Zeit schnelle Veränderungen oder Disruptionen herbeiführen kann, sowohl Software-entwicklungsmäßig als auch Ergebnis-optimierungsmäßig. Es geht allen Investoren, den großen Investoren sowieso immer um die Maximierung/Optimierung der Erträge und die Minimierung von Risiken. Das ist quasi die Glanzdisziplin und ein Homerun für die AI.
    AI liefert heute schon für Otto Normalo, der weiß, wie und was er fragen will, innerhalb von Sekunden superkomprimierte und gut gefilterte Infos zu Unternehmen, Märkten und Branchen.
    MSCI bietet Ordnung und Übersicht am Markt sortiert, nach Gruppen und Branchen, sicher sehr informativ und hilfreich, aber im Sinne einer hart optimierten und risikominimierten Strategie kann ich mir vorstellen, das das Invest in einzelne Unternehmen mehr Chancen bietet als das Invest in ganze Indices. Robo-Invest wird die Zukunft sein.
    vielleicht managt Gemini von Alphabet mal auch Depots. Seit ich Grok gesehen habe, weiß ich das es möglich ist.

    Gut, vielleicht schafft es MSCI Lizenzverträgen mit AI Anbietern zu schließen, aber AI kriegt alles und findet alles auch so raus und komprimiert die Daten.

    Weiter besteht zunehmender Druck seitens der Anleger und Asset Manager, die Gebühren für Indexlizenzen und Analysedaten zu senken. Das könnte die Profitabilität langfristig belasten, auch wenn die Margen aktuell noch hoch sind (Nettomarge ca. 40 %) . Immer die Frage, wird dringend gebraucht, was MSCI bietet?

    Je mehr ich mich beim Schreiben gedanklich damit (MSCI) beschäftige, desto mehr denke ich, das ich MSCI nicht auf die Watch oder ins Depot nehmen will. Sry.
    Schönen Tag

  3. Avatar von Nico
    Nico

    Guten Morgen aus Kapstadt!

    Toller Beitrag, Ben! Es ist immer wieder inspirierend zu sehen, was Dividendensteigerungen über die Zeit so ausmachen. Ich selbst habe manchmal Schwierigkeiten, meine Strategie langfristig zu verfolgen. Ich spare seit Jahren in Unternehmen wie Visa, Talanx und Deutsche Börse, aufgrund des hoffentlich anhaltenden Dividendenwachstums. Doch manchmal denke ich mir auch, wie „schnell“ ich meinen Cashflow in Form von Dividenden erhöhen könnte, wenn ich kurzfristig Positionen von beispielsweise Pfizer, Verizon oder General Mills aufbauen würde. Da wären die Einnahmen anfangs wesentlich höher, wobei man da natürlich nicht sicher sagen kann, wie stabil die Dividenden in Zukunft bleiben werden (das weiß man bei den anderen Titeln natürlich auch nicht) und vor allem fehlt dann auch die entsprechende Kursperformance.

    Dennoch ist der Gedanke manchmal verführerisch. So eine Übersicht von dir in diesem Beitrag zu den Dividendenerhöhungen von MSCI ist natürlich dann motivierend, auch weiterhin auf die Wachstumsaktie zu setzen.

    Da sind die größten Sorgen immer noch die Ideen der Politik bezüglich möglich anfallenden Sozialabgaben auf Kapitalerträge, etc.

    Naja, wird schon!

    Schönen Tag und beste Grüße
    Nico

    1. Avatar von BörsenHai
      BörsenHai

      Hallo Nica,

      ich finde die genannten Aktien nicht schlecht. So viel vorweg.
      Und MSCI ist nach den Div-Zahlen von Ben ein sehr seltener Wert.

      Es gibt grob 3 Anlegerklassen (hier nur Buy and Hold and Check-Strategie):
      1. Nur Aktien mit hoher Dividende; hoher Cashflow, der Kurs ist Ihnen egal, das Risiko manchmal auch. Mehr als die Div kommt nicht.
      2. Nur Aktien, die sehr hoch steigen; oft wird das Risiko vergessen und dass man verkaufen muss, um Cashflow zu generieren. Meist ist zum „richtigen Zeitpunkt“ das Cash nicht da.
      3. Eine solide Struktur (sage ich aus meiner Sicht mal so). Wachstumstitel gemischt mit Titel und steigenden Dividende, wenige Hochprozenter.

      Für ein kleines Budget oder für den Anfang, können auch Hochprozenter mit rein. Aber bitte informiert Euch und kann die Div auf Dauer gezahlt werden?

      Ich fahre mit Strategie 3 recht gut. Nicht top, aber vorne dabei.
      Ich kann gut schlafen und jedes Jahr ist Div und Bestand (bis auf 2022) im plus.
      Steigende Dividenden werden irgendwann exponentiell und erlauben neue Invests.
      Geduld und manchmal der richtige Riecher helfen ungemein.

  4. Avatar von Thomas
    Thomas

    Quote Nico
    „Da sind die größten Sorgen immer noch die Ideen der Politik bezüglich möglich anfallenden Sozialabgaben auf Kapitalerträge, etc.“

    Es ist immer wieder dasselbe und es hört nie auf.

    Es wird Geld für eine „Haltelinie“ der Rente gebraucht/gefunden. Geld das der Staat nicht hat und das die Beitragszahler in solchen gigantischen Mengen auch nicht aufbringen können.
    Haushalt 2025 Bund etwa 500 MRD. Netto-Kreditaufnahme 2025 (Ohne Sondervermögen, der Witz des Jahrhunderts) knapp 80 MRD. Rentenzuschuss je nach Quellen grob 100 MRD.
    viele neue Leistungsbezieher ohne Einzahlungen ins System.
    Keiner traut sich die Rente auf Kapitaldeckung umzustellen.

    Der Bund verschuldet sich weiter und immer weiter. Die Geldmenge steigt weiter und weiter. Die Inflation steigt weiter und weiter. Die Preise steigen weiter und weiter.
    Die Preise für Assets /AKTIEN steigen weiter und weiter.
    (keine Garantie von mir :)

    Selbst wenn sie uns in Deutschland bei der Dividende in die Taschen langen, sorgen die Politiker ungewollt, aber ganz sicher dafür, das Vermögenspreise und Leistungspreise immer weiter steigen. Das Angebot wächst nicht mit der Nachfrage synchron. Es wird Minderleistung finanziert, also kostet Leistung immer mehr und mehr.

  5. Avatar von UrsprungsFrank
    UrsprungsFrank

    Hallo BörrsenHai

    zu Punkt 3 möchte ich ergänzen:

    2 – 3% des Depots können durchaus auch mal zackigere Investment sein – man muss sich nur vorher schlau machen. Wenn es schief geht, und das tut es in der Regel, dann macht man sich dennoch keinen Vorwurf. Der Wert wurde mit Überzeugung gewählt. Und man hält dann auch extremste Kursverluste noch durch. 95% des Depots geht langweilig wie BörsenHai beschrieb.

    Aus welcher Richtung könnten kommende Risiken nicht bewältigt werden:

    Rechtssicherheit. Ehemals verbriefte Rechte kann der Bürger nicht mehr einfordern. Wir sehen das derzeit ganz gut in den USA, wo Ansprüche z.B. der Gesundheitsvorsorge für viele Bürger per Federstrich nicht mehr gelten. Haste halt Pech gehabt …
    Aufgabe des Kartellrechts. Konzerne wie Amazon und Alphabet müssten längst zerschlagen werden. Es sind bereits Unternehmen, die ein Staat im Staate sind. So lassen diese Konzerne bspw. KI-Applikationen einfach auf die Menschheit los, weil es ihnen Profit bringt, staatliche und damit gesamtgesellschaftliche Interessen sind gänzlich außen vor. Musk kauft, was er will. In seinem Fall trifft es wohl am besten, was Oligarchie im Finanzwesen ausrichten kann.

    Inflation, KI-Blase etc. sind nur die bunten gefahrvollen Figuren, die uns täglich ins Schaufenster gestellt werden. Nebelkerzen.

    Gruß Frank

  6. Avatar von Matthias von Mitzlaff

    Schöne von dir vorgeschlagene Struktur, lieber Stock-Sharkey!

    In meinem Depot sind hierzu beispielsweise:

    #1: 4 BDCs (Ares, Hercules, Mainstreet, Capital Southwest), Lyondell Basell, Vale

    #2: Broadcom, Linde, Alphabet, Caterpillar
    (Dividende schön, aber Kurswachstum wichtiger)

    #3: Procter & Gamble, Utilities wie RWE, NextEra, Iberdrola, American Water Works, Republic Services. Alles was elementaren menschlichen Bedarf abdeckt: Strom, Wasser, Müllentsorgung, Nahrungsmittel.

    Über die Jahre habe ich gemerkt, dass ein Hybrid sinnvoll für mich ist:
    a) Ein paar Hoch-Dividendler (fette Dividendeneingänge heben die Stimmung und sind für Rechnungsbegleichungen nützlich)
    b) Einzeltitel mit starkem Kursgrün heben auch die Laune (halt nichtmonetär, später verkaufbar)
    c) Solide Aktientitel als auch diversifizierte ETFs sichern das Depot ab und sorgen für allmähliches aber positives Wachstum.

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