Das Warten hat sich gelohnt: endlich wieder Dividende!

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Bei dieser Aktie war ich zeitweise richtig euphorisch. Die Dividenden stiegen und der Aktienkurs ebenfalls. Zeitweise wurde eine zweistellige Dividendenrendite gezahlt.

Mit Corona kam dann im letzten Jahr die harte Landung auf dem Boden der Tatsachen. Die Dividende wurde gestrichen und der Aktienkurs schmierte ab.

Und in diesem Jahr? Die Aktie gehört zu den Gewinnern und jetzt wird auch wieder eine Dividende gezahlt. Zwar noch nicht so viel wie früher, aber das soll auch noch besser werden.

Welche Perspektiven das Management benennt und wie zufrieden ich bin, die Durststrecke ausgesessen zu haben, erfährst Du in diesem Beitrag.

Der Ex-Hochdividendenwert

Die erste Aktie, die nach einer Dividendenaussetzung wieder zahlt, ist Taylor Wimpey. Der britische Immobilienentwickler befindet sich seit 2018 in meinem Depot. Informationen zum Unternehmen findest Du in dem Beitrag über den ersten Kauf. Damals war die Dividendensituation aber noch eine krass andere. Insgesamt habe ich viermal Aktien von Taylor Wimpey gekauft.

Dividendenzahlung

Taylor Wimpey zahlt in diesem Jahr erst einmal nur eine Dividende aus. Früher gab es drei Zahltermine im Mai, Juli und November. Die November-Zahlung ist dabei eine Interim Dividend, also Vorab- oder Zwischendividende. Vielleicht sehen wir die in diesem Jahr auch noch? Aber das ist Spekulation.

Nun werden jedenfalls 4,14 Britische Pence bezahlt. Damit rückt die Aktie wieder von meinem Kursdepot zurück ins Dividendendepot.

Für die 3.000 Aktien von Taylor Wimpey rechnete die onvista bank * die Brutto-Dividende zum Kurs von 0,86005 in Euro um. Nach Abzug der deutschen Steuern verbleibt eine Netto-Dividende von 106,32 €. Sie wurde mit Wertstellung 14.05.2021 überwiesen.

Dividendengutschrift Taylor Wimpey im Mai 2021

Perspektiven

Zunächst einmal ist es ein beruhigendes Gefühl, dass die erste Aktie, die im letzten Jahr ihre Dividende gestrichen hatte, nun wieder ihre Zahlungen aufgenommen hat. Vor allem auch deshalb, weil ich mit der italienischen Flugsicherung ENAV nun -wie befürchtet – einen weiteren Dividendenausfall zu beklagen habe.

Bei Taylor Wimpey hatte ich immer die Folgen des Brexits im Blick. Diesbezüglich ist mein Investment-Case auch aufgegangen. Corona hatte ja niemand im Blick, deshalb ist das für mich auch kein Beinbruch gewesen.

Zufrieden bin ich gleichwohl, dass ich durchgehalten habe. Denn der Absturz war schon dramatisch: vom Hoch bei 2,89 € Mitte Februar 2020 ging es innerhalb eines Monats auf 1,10 € runter. Das war schon heftig!

Aber wie viele andere Titel erholte sich auch Taylor Wimpey wieder und lag zum Jahreswechsel bereits wieder bei einem Aktienkurs von 1,83 €. Und seit März hat sich ununterbrochen die Aktie über meinem Durchschnittskaufkurs etabliert. Vom aktuellen Kurs bei über 2 € ist es zwar noch ein weiter Weg bis zum Vor-Corona-Stand. Aber wenn die Nachrichten aus dem Unternehmen weiter so positiv bleiben, dann ist auch das nur eine Frage der Zeit.

Die Dividendenstreichung im letzten Jahr erfolgte als Notbremse, um die Liquidität zu schonen. Denn niemand wusste zu der Zeit, wie sich die Pandemie weiter entwickeln würde. Inzwischen gehört Großbritannien zu einem der Gebiete, in denen die Impfkampagne bereits großen Erfolg zu verzeichnen hatte. Und dementsprechend immer mehr Lockerungen eine Rückkehr zur Normalität greifbar werden lassen.

Insofern ist es müßig, detailliert auf die Zahlen des Geschäftsjahres 2020 einzugehen. Sie waren von einem Umsatzrückgang um 35,7% und einem Gewinnrückgang um 68% geprägt. Dabei gingen die operativen Margen um beachtliche 9% zurück, u.a. durch erhebliche direkt auf Corona zurückzuführende Kostenzunahmen.

Viel spannender ist der Blick auf 2021. Hier werden verschiedene Kosteneinsparungen und Optimierungen zu einem Gewinnzuwachs beitragen. Der Häusermarkt hat sich wieder stabilisiert und das Orderbuch ist gefüllt. Die mittelfristigen Aussichten sind positiv, da weiterhin eine hohe Nachfrage durch niedrige Zinsen begleitet wird. Und anders als in Zentraleuropa hat sich auch keine Immobilienblase in den letzten Jahren entwickelt. Die Gefahr einer Preiskorrektur sieht Taylor Wimpey im britischen Häusermarkt nicht.

Hinsichtlich der Dividende hat das Management klar geäußert, dass es im Februar 2022 bewerten wird, ob das dann zurückliegende Jahr eine Sonderausschüttung wie 2018 und 2019 zulässt. Sie soll dann auch in 2022 erfolgen. Möglicherweise wird aber statt einer Dividende auch ein Aktienrückkaufprogramm gestartet.

Ich bin mit den 3.000 Aktien von Taylor Wimpey wieder zufrieden in meinem Depot. Nachdem ich die Durststrecke durchgestanden habe, möchte ich in den nächsten Jahren nun die Ernte einfahren. Spätestens ab 2023 erwarte ich die Rückkehr zu drei Dividendenzahlungen pro Jahr und dann auch wieder hohe Gesamt-Dividenden. Ob der Status des Hochdividendenwerts dann zurückkehrt? Das wird von der Entwicklung des Aktienkurses abhängen. Ich hätte nichts dagegen, wenn die Dividendenrendite trotz hoher Dividende dann im normalen Bereich bleibt. Für mein Investment würde das ungefähr einer Verdoppelung entsprechen. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg!

Auf einen Blick:

Unternehmen:Taylor Wimpey
ISIN:GB0008782301
Im Divantis-Depot seit:19.10.2018
Letzter Nachkauf am:13.12.2019
Stückzahl im Divantis-Depot:3.000
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:1,88 €
Gesamtkaufpreis:5.650,90 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:660,07 €
Aktuelle Strategie:Halten und Dividende kassieren

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