Bei dieser Aktie verstehe ich nur noch Bahnhof

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Bisher hatte ich die Aktienkultur der großen amerikanischen Aktiengesellschaften so verstanden, dass sie ihre Dividende jährlich erhöhen, wenn das vom Ergebnis her möglich ist. Nicht umsonst ist der Begriff des Dividendenaristokraten dadurch geprägt worden.

Bei der heute besprochenen Aktie war das auch immer Usus. Beim Aktionärstreffen im April wurde schon mal ein Ausblick auf die Dividendenerhöhung gegeben. Im Juli wurde sie dann verkündet und im September ausbezahlt.

Aufgrund der Corona-Pandemie hatte ich im April noch Verständnis, dass es keinen Hinweis auf eine Dividendenerhöhung gab. Nur ist sie jetzt auch im Juli ausgeblieben und logischerweise im September nicht bezahlt worden.

Dass die Zahlen dafür eigentlich keinen Anlass geben und wie hoch die Dividendenzahlung tatsächlich war, erfährst Du in diesem Beitrag.

Anlass meines Unverständnisses ist die Kellogg-Aktie. Sie habe ich hier ausführlich vorgestellt. Und immerhin hat Kellogg die Dividende seit 60 Jahren nicht gesenkt und seit 15 Jahren jährlich erhöht.

Dividendenzahlung

Kellogg zahlt erneut (leider nur) eine Quartalsdividende von 0,57 US$ je Aktie. Für die 50 Aktien in meinem Depot bedeutet das eine Brutto-Dividende von 28,50 US$. Sie wurde von der onvista bank * zum Kurs von 1,1896 in Euro umgerechnet. Nach Abzug der Steuern verbleibt eine Netto-Dividende von 17,84 €. Sie wurde mit Wertstellung 15.09.2020 überwiesen.

Perspektiven

Die Dividendenerhöhungsserie steht bei der Kellogg-Aktie noch nicht in Frage. Da ja immer erst zur September-Dividende erhöht wurde, ist selbst bei gleichbleibender Dividende in diesem Jahr noch eine Erhöhung gegenüber dem Vorjahr gegeben. Die Serie bleibt also bestehen, wenn erst im Dezember nächsten Jahres (2021!) die nächste Dividendenerhöhung stattfindet.

Aber für mich wäre das völlig unverständlich. Denn die letzten Quartalszahlen waren herausragend gut! Warum also eine solche Veränderung der Dividendenpraxis?

Organisch wuchs Kellogg im Jahresvergleich um 9,2%. Aufgrund des Verkaufs der Kekssparte im Juli 2019 ging der absolute Umsatz aber um 6% zurück. Der “neue” Umsatz war aber deutlich margenstärker und so stieg der operative Gewinn um 27%.

Der Gewinn je Aktie stieg im 2. Quartal um 21%, im gesamten ersten Halbjahr waren es 22%. Und auch der Cash-Flow stieg signifikant an.

Aufgrund der positiven Ergebnisse hob das Management die Prognose für das gesamte Geschäftsjahr deutlich an. Statt 1-2% soll das organische Umsatzwachstum nun rund 5% betragen. Der Gewinn je Aktie soll währungsneutral um etwa 1% sinken (zuvor -3 bis -4%).

Und genau diese Zahlen lassen mich ratlos auf die Aktie blicken. Kein Wort zur Dividende. Kein Wort zur ausgebliebenen Erhöhung. Das ist wirklich traurig!

Und sorgt bei mir dafür, dass ich die Aktie für mich auf “Halten” setze. Einen Nachkauf möchte ich unter diesen Umständen nicht tätigen. Da ist mir mein Geld bei anderen Unternehmen besser aufgehoben.

Auf einen Blick:

Unternehmen:Kellogg
ISIN:US4878361082
Im Divantis-Depot seit:26.11.2015
Letzter Nachkauf am:08.12.2015
Stückzahl im Divantis-Depot:50
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:65,74 €
Gesamtkaufpreis:3.286,85 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:341,77 €
Aktuelle Strategie:Halten und Dividende kassieren

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Ein Gedanke zu „Bei dieser Aktie verstehe ich nur noch Bahnhof“

  1. Ich finde das jetzt nicht so überraschend, denn 2019 hat der FreeCashflow die Dividende nicht gedeckt.
    Auch zeigen Prognosen das der FreeCashflow im Jahr 2021 die Dividende nur knapp deckt.
    Erst ab 2022 würde ich vermuten das die Dividende dann wieder steigt.
    Das der Umsatz jetzt deutlich “margenstärker” ist, kann ich nicht sehen.
    Die operative Marge ist seit Jahren rückläufig was ich als nicht so gutes Zeichen ansehe.

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