4% Dividende + 8% Wachstum = Nachkauf?

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Mit dieser Aktie habe ich meine Wunschvorstellungen vollständig umsetzen können: sie soll nachhaltig sein, der Aktienkurs soll steigen und die Dividenden sollen jährlich erhöht werden.

Und wenn dann noch eine Monopolstellung hinzukommt, kann ich eigentlich nicht genug Stücke von der Aktie in meinem Depot haben.

Deshalb ist es kaum verwunderlich, dass ich die Aktie nun auf meine Nachkaufliste setze und den Depotanteil nach langer Zeit wieder durch ein aktives Eingreifen erhöhe.

Was mich dazu bewegt und wie ich die Aussichten einschätze, erfährst Du in diesem Beitrag.

Bei der Aktie wird Planwirtschaft betrieben. Als Stromnetzbetreiber ist das Geschäft kalkulierbar. Und das Wachstum für die nächsten Jahre vorgezeichnet. Und dafür bin ich dann auch als Investor nach Italien gegangen und habe mir seinerzeit TERNA ins Depot gelegt. Hier habe ich sie ausführlich vorgestellt.

Schon beim Blick auf den Langfristchart wird deutlich, dass das ein guter Kauf war:

TERNA 10-Jahres-Chart
10-Jahres-Chart TERNA

Dividende

TERNA zahlt zweimal im Jahr eine Dividende. Im Juni gab es die Schlussdividende, jetzt im November ist schon die Zwischendividende für das neue Geschäftsjahr dran. Genau wie die Schlussdividende wurde auch die Zwischendividende um 8,0% erhöht. Sie liegt nun bei 0,0982 € je Aktie (zuvor: 0,0909 €). Für die 2.000 Aktien in meinem Depot ergibt das eine Brutto-Dividende von 196,40 €. Leider wird davon eine italienische Quellensteuer abgezogen, die nur teilweise auf die deutsche Kapitalertragsteuer angerechnet wird. So verbleibt eine Netto-Dividende von 124,62 €. Sie wurde mit Wertstellung 24.11.2021 überwiesen.

Dividendengutschrift TERNA im November 2021

Die Aktien habe ich im Depot bei der DKB liegen. Die DKB bietet, ähnlich wie bei französischen Aktien, eine Vorabbefreiung der Quellensteuer an. Dazu muss ich jährlich ein Formular bei meinem Finanzamt unterschreiben lassen und der DKB gegen eine Gebühr von 11,90 € (dann für alle italienischen Aktien gültig) einreichen. Ich werde das für 2022 machen und damit meine Netto-Dividenden noch einmal steigern.

Perspektive

In Addition mit der Schlussdividende aus dem Juni wurden damit 0,2768 € je Aktie in diesem Jahr ausgezahlt. Im letzten Jahr waren es noch 0,2562 €. Damit liegt die Erhöhung auf Ganzjahresebene ebenfalls bei exakt 8,0%.

Bei einem Aktienkurs von 6,564 € direkt nach dem Dividendenabschlag ergibt sich eine Dividendenrendite von 4,2%.

TERNA ist bekannt dafür, den italienischen Aktienmarkt outzuperformen. In diesem Jahr muss sie dazu aber noch einiges im Aktienkurs zulegen. Denn die Aktie ist bei 6,25 € in das Jahr gestartet und hat damit aktuell erst 5,0% Plus im Aktienkurs vorzuweisen. Das entspricht ziemlich genau der Performance in 2020.

Was im letzten Jahr ein gutes Ergebnis war, ist in diesem Jahr eher bescheiden. Während der italienische Aktienmarkt (FTSE MIB) in 2020 sogar mit 5% im Minus schloss, hat er in diesem Jahr ein Plus von 22% vorzuweisen.

Aber für mich zählt ja die langfristige Entwicklung. Und die ist bei TERNA entsprechend positiv. Natürlich gibt es keine Garantie für irgendwas, aber bei der Aktie gehe ich aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre von einer positiven jährlichen Gesamtrendite aus.

Dafür spricht auch der kommunizierte Mehrjahresplan bis 2025. Dort ist eine Steigerung der Erträge und des EBITDA von jährlich mehr als 4% vorgesehen. Der Gewinn je Aktie soll jährlich um mehr als 5% steigen. Und die Dividende soll bis 2023 um jährlich 8% steigen. In 2024 und 2025 soll sie mindestens so hoch wie 2023 sein. Die Payout-Ratio soll in den beiden letzten Jahres des Planes etwa 75% betragen.

Gestützt wird diese Entwicklung von den Geschäftszahlen. Nach den ersten 9 Monaten des laufenden Geschäftsjahres ist der Umsatz um 6,8% gestiegen. Das EBITDA nahm um 3,8% zu. Das ging einher mit einem Anstieg des Stromverbrauchs in Italien um 6,2%.

Massiv ausgeweitet wurden die Investitionen in das Stromnetz. Sie stiegen um 23,5%, nachdem sie bereits im Vorjahr um 11,9% gewachsen waren. Hier besteht offensichtlich ein Investitionsstau hin zu einem leistungsfähigeren Stromnetz, das grüne Energie und E-Mobilität adäquat ermöglicht.

TERNA ist in diesem Jahr zum 11. mal in Folge als einer der Nachhaltigkeitsbranchenführer in den Nachhaltigkeitsindex Stoxx Global ESG Leaders aufgenommen worden. Außerdem ist die Aktie Bestandteil des MIB 40 ESG, dem ersten italienischen Blue-Chip-Index für vorbildliche ESG-Praktiken.

TERNA fügt sich damit weiterhin in allen Aspekten gut in mein Dividendendepot ein. Die Performance stimmt, die Dividenden werden jährlich erhöht und die Aktie ist nachhaltig.

Nachdem ich im Juni noch einen stärkeren Fokus auf der australischen Spark Infrastructure hatte (ebenfalls ein Stromnetzbetreiber), die aber nun übernommen wird, setze ich TERNA wieder auf meine Nachkaufliste.

Zwar gehört die Aktie bereits zu den großen Titeln meines Depots gehört und hat derzeit einen Depotanteil von rund 2,7% hat. Diesen Anteil möchte ich aber gerne auf 3,5% erhöhen. Damit würde die Aktie unverändert Platz 10 in meinem Depot einnehmen, aber die Lücke zu PepsiCo (Platz 9) und MSCI Inc. (Platz 8) schließen.

Und im nächsten Jahr werde ich dann auch den Quellensteuerservice der DKB nutzen, mit dem ich eine Anrechnung der italienischen Quellensteuer auf die deutschen Steuern erhalte…

Auf einen Blick:

Unternehmen:Terna
ISIN:IT0003242622
Im Divantis-Depot seit:01.12.2015
Letzter Nachkauf am:15.02.2017
Stückzahl im Divantis-Depot:2.000
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:4,71 €
Gesamtkaufpreis:9.414,22 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:1.679,43 €
Aktuelle Strategie:Bei Kursschwäche nachkaufen

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4 Gedanken zu „4% Dividende + 8% Wachstum = Nachkauf?“

  1. Hallo Ben,

    Zitat
    „Dazu muss ich jährlich ein Formular bei meinem Finanzamt unterschreiben lassen und der DKB gegen eine Gebühr von 11,90 € (dann für alle italienischen Aktien gültig) einreichen. “

    Bezieht sich „jährlich einreichen“ auf Italien, korrekt ?

    Bei Frankreich ist dieses Vorgehen doch nur alle 3 Jahre notwendig, oder ?

    Gruß
    Nils

  2. Wollte noch eine Zahl zum Nachdenken anfügen: Das Schulden-EBITDA Verhältnis liegt über 5,2. Ab über 3 schrillern bei mir die Alarmglocken.
    Die Schulden betragen 9,6 Mrd. € und sind in 2021 bisher um 400 Mill. € gestiegen.
    Üblicherweise sind italienische AGs stark verschuldet, wie z. B. Poste Italiane.
    Ich bin auf der Suche nach niedrigverschuldeten Dividendenaktien wie ABB, Rio Tinto, Merck KG.

  3. Hallo Ben,
    Netzbetreiber sind zwar stink langweilig, aber gerade deswegen und aufgrund der planbaren Erträge wieder interessant. Ich habe aktuell National Grid auf der Watchlist. Hier handelt es sich auch um einen Netzbetreiber aus dem UK der allerdings noch im Nord-Osten der USA operiert. Also einer der wenigen Versorger die ihr politisches Risiko auf mehr als ein Land verteilen. Vielleicht ist National Grid auch für dich interessant oder vielleicht hast du dir den Wert sogar schonmal genauer angeguckt. Bei letzterem würde mich deine Meinung (auch im Vergleich zu Terna und Red Electrica) interessieren.

    LG aus Wien
    Peter

    PS: dein Blog ist einer meiner 3-4 Lieblingsblogs und ich schaue fast jeden Tag rein. :)

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